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...   Erstellt am 02.08.2010 - 22:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Armen Seelen können nichts mehr verdienen und sich keine Linderung verschaffen

Der gelehrte Buttler sagt in seiner vortrefflichen Abhandlung über den Allerseelentag folgendes: "Noch ein Umstand darf nicht übergangen werden, der besonders unser Mitleid mit den im Fegfeuer leidenden Seelen erwecken soll, dass sie sich nämlich keine Verdienste mehr sammeln und nicht die geringste Linderung verschaffen können. Die Kranken und Armen können doch mit ihren Worten um Hilfe bitten, und man wird schon durch den Anblick ihrer Leiden gerührt, menschenfreundlichen Anteil daran zu nehmen. Allein die Seelen im Fegfeuer haben keine anderen Mittel, als die Geduld, die Ergebung und die Hoffnung. Sie mögen noch so sehr seufzen und sich nach dem " besseren Zustand sehnen, Gott antwortet ihnen nichts anderes, als dass jene Nacht, wo niemand mehr wirken kann (Joh. 9,4), für sie gekommen sei." "Würde sich dieser Schreckensort auftun," fügt er hinzu, "könnten wir ihre Qualen sehen, welchen Eindruck würde dieser Anblick auf uns machen! Wie viele Tränen würden wir vergießen, von welchem Schauer würden wir ergriffen werden, wenn wir jene unzählbare Menge Diener Gottes sähen, die unsere Brüder in Christus sind, welche so unaussprechliche Leiden erdulden!"

Die Armen Seelen im Fegfeuer rufen uns ohne Unterlass um Hilfe an

Da die Armen Seelen im Fegfeuer sich selbst in ihrer äußersten Not und Pein nicht die geringste Erleichterung verschaffen können, hingegen wohl wissen, dass uns im Stand der Gnade alle Schätze der Kirche mit allen Verdiensten des Lebens und Leidens Jesu Christi gleichsam zu Gebote stehen, um ihnen fortwährend leicht Trost und Linderung, ja sogar gänzliche Befreiung zu erwirken, so schreien sie ohne Unterlass zu uns um Rettung und Hilfe. Da sie aber dieses nicht auf eine uns vernehmbare Weise tun können, so tut es die Kirche für sie sowohl durch ihre vielen rührenden Einrichtungen zu ihrer Erlösung, als auch durch eifrige Darstellung des kläglichen Zustandes derselben vermittelst ihrer Diener. Der Kanzler Gerson lässt sie auf folgende Weise zu uns rufen: "Betet für uns, weil wir uns seihst nicht helfen können! Diesen Beistand dürfen wir von euch erwarten; versagt ihn uns nicht! Ihr, die ihr uns kanntet auf Erden, die ihr uns liebtet, könntet ihr uns fetzt vergessen! Man sagt gewöhnlich, dass man in den Trübsalen den Freund erkenne. Welche Trübsal ist aber mit der unsrigen zu vergleichen! Habt also Mitleid mit uns." "Einem harten Herzen wird es zuletzt übel gehen." (Sir. 3, 27.) "Seid also gegen euere eigenen Vorteile nicht gleichgültig."

Es ist unsere Pflicht, den Armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe zu kommen

Der geistreiche und fromme M. Boudon, Großerzdiakon von Evreux. sagt hierüber in seiner Schrift: "Die Verherrlichung der allerheiligsten Dreieinigkeit in den Seelen des Fegfeuers": "Je ärmer eine Person ist, desto mehr sind wir verpflichtet, ihr zu helfen. Wer kann nun aber ärmer sein, als derjenige, welcher nichts hat, stark verschuldet ist, weder arbeiten, noch erwerben, noch begehren kann und doch in den schrecklichsten Peinen sitzen muss, bis er den letzten Heller zurückbezahlt hat? Das Gesetz, den Bedrängten zu Hilfe zu kommen, ist zwar allgemein und erstreckt sich selbst auf die fremden und unbekannten Personen; allein hier ist noch eine strengere Verbindlichkeit vorhanden, indem sich in diesen reinigenden Flammen sogar solche befinden, die uns zunächst angehen und an deren Leiden wir vielleicht nicht wenig schuld sind. Es schmachten darin unsere Brüder. Schwestern. Väter. Mütter und andere.

Welch ein Schmerz muss es wohl für diese sein, sich jetzt in diesen Gluten selbst von jenen vergessen und verlassen zu sehen, für deren Glück sie einst keine Mühe gespart hatten und die nun mit dem von ihnen hinterlassenen Vermögen viele törichte Ausgaben machen, für ihre Linderung und Rettung aber keinen Heller davon verwenden! Wahrlich, darüber muss man staunen; ich einmal fasse es nicht. Wenn ein Tier brennen würde, hätte man Erbarmen mit ihm; und gegen einen Vater, eine Mutter, einen Gatten usw. in den schrecklichsten Flammen des Fegfeuers kann man gefühllos sein! Sind wir nicht Menschen ohne Glauben? Wäre einer von diesen Personen auf dieser Welt das geringste Übel widerfahren oder hätten wir nur einen Funken Feuer auf sie fallen gesehen, so hätten wir alles aufgeboten, sie davon zu befreien: nun aber sind wir niederträchtig und blind genug, sie in Peinen zu lassen, deren Schärfe kein Mensch zu begreifen vermag."

Es ist der Wille Gottes, dass wir den Armen Seelen im Fegfeuer zu Hilfe kommen

In den himmlischen Offenbarungen der hl. Birgitta, welche von der Kirche viele Gutheißungen erhalten haben, vorzüglich aber vom Konzil in Basel sorgfältig geprüft und gutgeheißen worden sind, liest man im vierten Buch (7. Kap.). dass der Engel, als er ihr einst das Fegfeuer in drei verschiedenen Abteilungen zeigte, zu ihr sprach: "Alle Seelen, welche sich in diesen Orten aufhalten, haben Teil an den Gebeten und guten Werken der heiligen Kirche, welche in der Welt verrichtet werden, vorzüglich an jenen, welche sie seihst wirkten, da sie noch lebten, so wie auch an denselben, welche von ihren Freunden für sie verrichtet werden. Wisse auch, dass, sowie die Sünden vielfältig und verschieden sind, desgleichen auch die Strafen vielfältig und verschieden sind.

Sowie daher der Hungrige durch den Bissen, der ihm dargereicht wird, der Durstige durch den Trank, der Traurige durch die Lustbarkeit, der Nackte durch das Kleid und der Kranke durch das Bett, in das er kommt, erfreut wird, so erfreuen sich die Seelen und nehmen Anteil an allem Guten, das für sie in der Welt getan wird. Gesegnet sei derjenige," fügte er hier hinzu, "der in seinem Lehen den Seelen mit seinen Gebeten und guten Werken sowie durch die Arbeit seines Leibes zu Hilfe kommt; denn die unfehlbare Gerechtigkeit Gottes will, dass sie entweder durch die Pein des Fegfeuers gereinigt werden oder durch die guten Werke der Gläubigen eine frühere Erlösung erlangen."

Hierauf hörte man ein Rufen vieler Stimmen aus dem Fegfeuer: "O Herr Jesus Christus, gerechter Richter; gieße den Geist deiner Liebe in das Herz der Priester, der Ordensleute und aller derjenigen, welche in der Welt geistlicherweise Gewalt haben, alsdann könnten wir einen größeren Anteil, als bisher, an ihren Gesängen. Gebeten und Opfern haben." Nachher riefen von einer Seite her viele Stimmen: " O Gott, belohne jene, welche uns in unserem Elend Hilfe verschaffen!" Endlich schrie noch eine sehr starke Stimme: "O Herr und Gott: erteile durch deine unbegreifliche Macht allen jenen auf Erden eine hundertfältige Vergeltung, die uns durch ihre guten Werke zum Licht deiner Gottheit und zur Anschauung deines Angesichtes erheben."

Die guten Werke für die Verstorbenen haben vor Gott einen großen Wert


Der berühmte Geisteslehrer Ludwig Blosius schreibt hierüber folgendes: "Der gütige und liebreiche Herr liebt die Seelen seiner Auserwählten, die nach dem Tod des Leibes noch gereinigt werden müssen, so sehr und verlangt ihre Erlösung so inbrünstig, dass, wenn wir aus christlicher Liehe für sie eifrig beten und das anbetungswürdige heilige Sakrament des Altares, oder die Verdienste Jesu Christi aufopfern, oder den Psalmengesang oder was immer für ein heilsames Werk verrichten und Gott für sie zum Opfer darbringen, es ihm nicht weniger angenehm ist, als wenn wir unseren Herrn seihst, wenn er in einem Kerker eingeschlossen wäre, mit unseren Tröstungen aufrichten oder durch unsere Hilfe zu befreien suchten; denn er selbst hat gesagt; Wahrlich, sage ich euch, was ihr einem diesem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Matth. 25. 40.)

Man liest auch bei dem hl. Dionysius, dem Karthäuser, dass der göttliche Heiland einst zur hl. Gertrud sagte: ".SV; oft sie eine Seele aus dem Fegfeuer erlöse, sei dies dem Herrn so angenehm, als wenn sie ihn seihst aus einem Kerker befreite, und es werde ihr der gebührende Lohn für diese Wohltat gemäß seiner allmächtigen Güte zur erwünschten Zeit nicht ausbleiben." Der hl. Kirchenlehrer Thomas von Aquin lehrt sogar, dass Gott die guten Werke für die Verstorbenen wohlgefälliger seien, als für die Lebendigen, weil jene sie mehr bedürfen und nicht, wie diese, sich selbst Hilfe verschaffen können. Schließlich sagt schon der hl. Erzbischof und Kirchenlehrer Ambrosius in seinem Buch über die Pflichten der Geistlichen: "Alles, was für die Verstorbenen in einer frommen Absicht getan wird, wird in unser eigenes Verdienst umgewandelt, und wir erhalten es wieder hundertfach vermehrt nach dem Tod."

Durch die Erlösung der Armen Seelen aus dem Fegfeuer fordern wir die Ehre Gottes auf die wirk¬samste und vollkommenste Weise

In den bisherigen Beweggründen haben wir teils unseren eigenen Nutzen, teils den Nutzen der Armen Seelen berücksichtigt, um uns aufzumuntern, ihnen beizustehen; in dem gegenwärtigen wollen wir hierfür einzig auf die Ehre Gottes sehen. Die letzte Absicht der Heiligen war bei allen ihren Handlungen immer: "Die größere Ehre Gottes." So lehrt uns auch der göttliche Heiland als erste Bitte zum Vater im Himmel zu beten: "Geheiligt werde dein Name;" im gleichen Sinn betet die Kirche im Gloria der heiligen Messe: "Wir danken dir wegen deiner großen Herrlichkeit."

Schließlich ist das "Lob Gottes" die Hauptbeschäftigung der Heiligen im Himmel, es soll daher auch "die Verherrlichung Gottes" der Hauptbeweggrund in unseren Werken der Liebe für die Verstorbenen sein, und zwar mit dem vollsten Recht, denn wir fördern dieselbe auf die wirksamste und vollkommenste Weise, indem wir nämlich diese heiligen Seelen durch die Erlösung, welche wir ihnen erwirken, in den Himmel versetzen, wo Gott allein vollkommen erkannt, geliebt und folglich verherrlicht wird. Der fromme Boudon war von diesem Gedanken so ergriffen, dass er ausrief: "Ich lade alle ein, dafür die Verherrlichung Gottes entflammt sind und nach der reinen Liehe Gottes allein streben, über diese Wahrheit nachzudenken."

Wenn die hl. Theresia und andere. Heilige beteuert haben, sie hätten für einen einzigen Grad der Verherrlichung Gottes alle erdenklichen Peinen leiden mögen, was soll man dehn nicht tun, was nicht leiden für die Erlösung der Seelen aus den reinigenden Flammen des Fegfeuers, da diese ja das Mittel ist, dieselbe um Millionen Grad fördern zu lassen, und zwar nicht nur für einen Augenblick, sondern für immer, für die ganze Ewigkeit.

So rief auch ein vor Liebe zu Jesus brennender Ordensmann. P. Johann von St. Maria, aus: "Ich bekenne, dass es mein Wunsch wäre, in einer Wildnis oder in einem Kerker die ganze Zeit meines Lehens verbannt zu sein, um nichts anderes tun zu müssen, als Ablässe für die Armen Seelen zu gewinnen und dadurch einige Seelen Jesus, unserem Herrn, zu senden, wo sie ihn in seinem Himmelreich aus ihrem ganzen Vermögen liehen und loben könnten!"





[Dieser Beitrag wurde am 02.08.2010 - 22:47 von VIAVERITAS aktualisiert]





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...   Erstellt am 03.08.2010 - 23:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Von den Mitteln im Allgemeinen, mit denen wir den Armen Seelen helfen können

Die Glieder der Kirche Jesu Christi triumphieren entweder im Himmel, oder kämpfen auf der Erde oder leiden im Fegfeuer; daher die Benennung der triumphierenden, streitenden und leidenden Kirche. Die Liebe verbindet uns mit dem ganzen mystischen Leib Jesu und lässt uns teilnehmen an den Leiden und Trübsalen sowie an dem Glück und an den Tröstungen aller, deren Haupt Jesus ist. Die Gemeinschaft der Heiligen, die wir im Glaubensbekenntnis aussprechen, schließt in sich eine Gemeinschaft der Güter und eine wechselseitige Verbindung zwischen allen Gliedern Jesu Christi.

Wir stehen in dieser Verbindung mit den Heiligen im Himmel, wenn wir Gott für ihre Siege und erlangten Belohnungen danken, sie um ihre Fürbitten anrufen und die Wirkungen derselben erfahren; ebenso stehen wir auch in Verbindung mit den Seelen im Fegfeuer, wenn wir die Barmherzigkeit Gottes durch unsere Gebete und guten Werke auf sie herabziehen und ihnen dadurch in ihren Leiden Hilfe leisten. Es sind der Mittel, ihnen zu helfen, ebenso viele, als wir selbst Mittel haben, uns Gnaden und Verdienste zu erwerben, indem wir alle unsere Gott gefälligen Werke und Handlungen zugleich auch fürbittweise für sie verwenden können.

Die heiligen Väter geben uns vielerlei an, nämlich das Gehet, das Fasten, die Bußwerke, das Almosen, die Werke der Barmherzigkeit und das heilige Messopfer. Man kann aber auch folgenden Abhandlungen und Beispielen gemäß mehrere nennen: Das Gehet, die Anrufung der Mutter Gottes, der Engel und Heiligen, die Bußwerke, die Werke der Barmherzigkeit, die Aufopferung der eigenen Verdienste, die heiligen Ablässe, das Weihwasser, das Lichterbrennen, die Wallfahrten, die heilige Kommunion, das heilige Messopfer.

Von der Kraft des Gebetes für die Verstorbenen

"Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke," sagt die heilige Schrift (II. Makk. 12. 45). "für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden befreit werden." Es ist heilig, weil es Gott sehr wohlgefällig ist, und heilsam, weil es bei der allerbannenden Güte Gottes seinen hohen und wohltätigen Zweck nicht verfehlt; denn unter allen Opfern gefallen Gott keine mehr, und keine gereichen ihm zu größerer Ehre, als die Opfer der Barmherzigkeit und der Liebe, vorzüglich wenn sie für diese leidenden Seelen verrichtet werden, die er zärtlich liebt, indem sie heilig sind und der Himmel ihnen schon zugesichert ist.

Da sie nämlich durch seine Gerechtigkeit noch in den Flammen des Fegfeuers zurückgehalten werden, bis sie gereinigt sind, so lässt er die Gebete, die wir liebend für sie zu ihm abschicken, gern zu ihrer Sühnung gereichen; und da diesen, wenn sie auch nur zeitliches betreffen, von Jesus Christus gewisse Erhörung versprochen ist, wie viel kräftiger und sicherer müssen sie erst wirken, wenn sie selbst seine für die ganze Ewigkeit auserwählten Bräute, die einst an allen seinen Gutem und seiner Glückseligkeit teilnehmen sollen, zum Gegenstand haben! Es sagt daher der hl. Augustinus, "dass es keine frömmere und heiligere Beschäftigung gebe, als für die Verstorbenen zu beten."

Ermahnung für die Verstorbenen zu beten, von Thomas von Kempen

Wir sollen gern für alle Verstorbenen beten, vorzüglich aber für unsere Eltern. Freunde und Wohltäter, weil dies ein Werk sehr großer Liebe und Barmherzigkeit ist. Sowie wir also wünschen, dass man uns einst nach dem Tod zu Hilfe komme, so müssen wir uns bemühen, auch ihnen mit der Gnade Gottes, soviel wir können, zu helfen. Denn derjenige, der für die Befreiung der Annen Seelen eifrig und treu ist. verschafft sich selbst den größten Nutzen, weil er sich, da er für sie betet, keineswegs der Pflicht seines Gebetes beraubt und außerdem dadurch heilsam an den Tod erinnert wird.

Auch wird er kaum jemals ohne die Gnade der innerlichen Sammlung zu seinen gewöhnlichen Geschäften zurückkehren, indem er weiß, dass wir alle den nämlichen Weg des Fleisches werden gehen müssen und dass. was jene jetzt überstanden haben, ihm ebenfalls ganz gewiss bevorsteht. Lasst uns daher für unsere Lieben beten, weil wir ihnen in kurzer Zeit folgen werden, und sie dann, wenn sie erlöst sein werden, sich unser in der gleichen Drangsal gewiss ebenfalls erinnern werden! Unser Glaube sei nicht bloß im Mund, und wir sollen nicht nur auf das sehen, was uns vor Augen ist, sondern wir sollen allen Liebe erweisen, mögen wir ihnen dann körperlich gegenwärtig oder abwesend sein. "Denn die Liebe hört nimmermehr auf" (1. Kor. 13); und diejenigen, die einander wahrhaft lieben, werden einander nicht vergessen können, •v Der treue Freund wird in der Not erkannt. Wäre es denn nicht gottlos und gar zu grausam von dir. wenn du deinen Bruder oder Freund in einen Kerker oder in ein Feuer geworfen sähest und dadurch nicht zu Tränen gerührt würdest, oder gar. wenn du ihm die Hand reichen könntest, ihm diese Liebe nicht erweist und. wenn du ihn auch mit einigen Worten befreien könntest, mit stummem Mund vorüber gingest.

Lasst uns daher oft für die Toten unsere Hände zum Himmel erheben und ihnen alles, was wir zu ihrer Erlösung für nützlich erkennen, mit frommer Gesinnung erweisen, indem wir bedenken, welche schrecklichen Qualen sie leiden und dass sie nicht zur Ruhe gelangen können, bevor sie gereinigt sind!

Vom Eifer, mit dem man für die Verstorbenen beten soll

Wir müssen wohl acht haben, unser Gebet für die Verstorbenen mit Eifer zu verrichten. Denn bedenke man doch, mit welcher Beflissenheit man handeln würde, wenn es darum ginge, eine Person, die uns sehr lieb wäre, wie z.B. einen Vater, eine Mutter, ein Kind. usw. in diesem Leben von der Todesstrafe zu befreien; und dann erwäge man. wie unser Gemüt gestimmt sein sollte, wenn wir für Seelen beten, die uns nicht weniger wert sein können und welche in den schrecklichsten Flammen der Strafgerechtigkeit Gottes brennen! Gewiss sollte dies unter Tränenströmen geschehen; möchten wir es wenigstens mit einer wahren, herzlichen Rührung tun!

Boudon sagt, ein Psalm, auf diese Weise gebetet, wirke mehr, als sonst fünfzig, die nachlässig hergesagt werden. Deswegen sind die kurzen Stoßgebetlein sehr kostbar und empfehlenswert, durch welche man z.B. das Blut Jesu mit heiliger Inbrunst für sie aufopfert, die Fürbitte Mariens und der Heiligen usw., was den Tag über oft und zwar ohne Mühe, wie z.B. beim Stundenschlag, geschehen kann. Denn erstaunlich sind hier die Wirkungen eines eifrigen Gebetes und tröstlich die Verheißungen, die demselben von der unendlich großen Güte Gottes gegeben sind. Er tut. wie der königliche Prophet sagt, den Willen derjenigen, die ihn fürchten, und erhört ihr Gebet und erlöst sie (Ps. 144. 19). Und der hl. Jakobus sagt (Jak. 5, 16): " Das beharrliche Gehet des Gerechten vermag vieles." Auch der göttliche Heiland spricht (Joh. 15,7): "Wenn ihr in mir bleibt and meine Worte in euch bleiben, so bittet, um was ihr immer wollt, es wird euch gegeben werden." Traurig hingegen sind die Erfahrungen über das nachlässige und das in der Sünde verrichtete Gebet.

Beispiele über den Gebetseifer der Heiligen für die Verstorbenen

Der hl. Bischof und Kirchenvater Ambrosius sprach in seiner Trauerrede über den römischen Kaiser Valentinian mit heiligem Eifer: "Lasst uns die heiligen Geheimnisse für denjenigen darbringen, dessen Verlust wir beweinen! Lasst uns mit glühender Andacht für seine Seelenruhe beten... Erhebt eure Hände mit mir, damit wir wenigstens durch diese Pflichterfüllung einen Beweis unserer Dankbarkeit für die empfangenen Wohltaten geben können." Dann an dessen früher verstorbenen Bruder Gratian erinnernd: "Ihr werdet beide selig sein, wenn meine Gebete etwas vermögen. Ich werde keinen Tag vorübergehen lassen, ohne mich eurer zu erinnern. Jede Nacht werdet ihr der Gegenstand meines Flehens sein. An allen meinen Opfern werdet ihr teilnehmen. Wenn ich euer vergesse, so soll auch meine Rechte vergessen sein."

So sprach er auch das folgende Gebet in der Trauerrede auf den Kaiser Theodosius den Großen: "Gib deinem Diener Theodosius eine vollkommene Ruhe, jene Ruhe, welche du deinen Heiligen bereitet hast. Ich werde von meinen Tränen und Bitten nicht ablassen, bis ich ihn hinführe auf den heiligen Berg des Herrn, wohin ihn seine Verdienste rufen."

Mit gleichem Eifer brach einst der hl. Abt und Kirchenlehrer Bernhard in folgende Worte aus: "Auf, ihnen zu helfen! Ich will den Herrn mit Wehklagen beschwören, mit Seufzern will ich in ihn dringen: mit meinen Gebeten will ich ihr Fürbitter sein; ich will zu ihrer Beruhigung ein besonderes heiliges Messopfer darbringen, in der Hoffnung, dass der Herr sie seines gnädigen Blickes würdigen, ihre Qualen in Ruhe, ihr Elend in Glorie und ihre Feinen in Lohn verwandeln wolle. Durch solche und ähnliche Werke kann ihre Bußzeit abgekürzt, ihre Mühsal geendet und ihre Qual aufgehoben werden.

Durchlaufe, gläubige Seele, welche du immer bist, diese Gefilde der Abbüßung und betrachte, was darin vorgeht. Mache auf diesem Markt deinen Ankauf zu Werken der Barmherzigkeit."

Beispiele, wie schnell das Gebet für die Verstorbenen erhört wird

In der Chronik der minderen Brüder liest man folgendes: P. Konrad von Offida aus diesem Orden erwachte einst betend vor einem Altar in der Kirche und sah dort einen Bruder seines Klosters, der kurze Zeit vorher gestorben war. Dieser klagte ihm dann, dass er da ein schmerzliches Fegfeuer leide, und bat ihn dringend um sein Gebet, das viel vor Gott vermöge. Er betete daher sogleich inbrünstig das Vater unser für ihn und setzte den Vers: Herr gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen, hinzu.

Darauf sagte der Bruder zu ihm: "O Vater, wenn du wüsstest, welch eine große Erleichterung meiner Pein ich durch dein kurzes Gebet empfinde, deine große Liehe würde dich bewegen, es noch einmal für mich zu verrichten." Er tat es. und da der Verstorbene wieder eine gleiche Linderung der Schmerzen empfand, sagte er noch einmal bittend zu ihm: "Ach Vater, um Gottes Barmherzigkeit willen fahre, bitte, in diesem so wertvollen Gebet, das mein Leiden in Trost umwandelt, fort!" Der Diener Gottes setzte darauf dieses Gebet ununterbrochen fort, wodurch nach und nach die Traurigkeit des Verstorbenen in Freude, seine bleiche Farbe in Glanz und sein aschenfarbiges Kleid in ein schneeweißes umgewandelt wurde; und nachdem es jener hundertmal gebetet hatte, stand die Seele desselben voll Freude ganz glorreich vor ihm. dankte ihm unaussprechlich für ihre schnelle Erlösung und fuhr dann jubelnd zum Himmel. Ein ähnliches Beispiel liest man in der gleichen Chronik von einem P. Stephan, der mit gleichem Erfolg vielmal nacheinander den Psalm: "Aus der Tiefe rufe ich zu Dir" für eine ihm erschienene Seele gebetet hatte.

Auch ein kurzes Gebet kann den Verstorbenen sehr
nützen


Ein gottseliger Bischof sah einst, als er bei Tag in einen leichten Schlaf fiel, im Traum einen Knaben, der mit einer goldenen Angel an einer silbernen Schnur eine schöne Frau aus einem tiefen Brunnen herauszog, und da er hierauf nach seinem Erwachen ans Fenster ging, sah er den nämlichen Knaben auf dem Kirchhof bei einem Grab stehen. Als er ihn nun fragte, was er dort mache, antwortete dieser, er bete für die Seele seiner Mutter, welche da begraben liege, das Vater unser und den Psalm Miserere. Daraus erkannte der Mann Gottes, dass die Seele dieser Frau durch das Gebet dieses Knaben aus dem Fegfeuer erlöst worden sei und dass die goldene Angel das Vater unser, die silberne Schnur aber das Miserere bedeutet haben.

Folgendes Beispiel liest man in der Chronik der Karthäuser. Ein Edelmann brachte einst eine große Summe Geldes in ein Kloster dieses Ordens, um da für seinen verstorbenen Vater beten zu lassen, und als darauf der versammelte Chor nur die Worte: Requiescat in pace. Amen. (Er ruhe im Frieden. Amen.) für ihn sang, beklagte sich jener darüber, weil er dieses kurze Gebet für das mitgebrachte Geld für viel zu wenig hielt. Allein der erleuchtete Prior ließ sogleich von jedem Geistlichen auf ein Zettelchen jene Worte schreib ;n und zugleich auch eine Waage bringen, und sagte darauf zu dem Edelmann, er wolle nun beides gegeneinander abwiegen, und siehe, o Wunder, nachdem er in eine Schale das Geld, in die andere aber die Zettelchen gelegt hatte, ging jene lederleicht in die Höhe, diese aber zog bleischwer hinunter. Dieses Ereignis beschämte und tröstete den Edelmann zugleich. Papst Benedikt XIII. erwähnte auch dergleichen in seinen Erbauungssreden.







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...   Erstellt am 10.08.2010 - 20:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Wie wirksam es ist, die Muttergottes für die Verstorbenen anzurufen

Die Muttergottes, welche von der streitenden Kirche die Mutter der Barmherzigkeit genannt wird, erweist sich in dieser liebevollen Eigenschaft nicht weniger zärtlich gegen die leidende Kirche im Fegfeuer. Sie sagte selbst einmal der hl. Birgitta, wie man in den Offenbarungen derselben liest: "Ich hin die Muller aller derjenigen, die im Fegfeuer sind: denn alle ihre Leiden werden auf meine Fürbitte jede Stunde etwas gemildert." So bezeugt noch weiter diese heilige Ordensstifterin ebenda, "sie habe aus göttlicher Eingebung erkannt, dass Maria die Trösterin aller derjenigen sei, die sich im Fegfeuer befinden. "

Der hl. Alphons Liguori sagt daher: "Glücklich, dreimal glücklich sind die Diener dieser Mutter der Barmherzigkeit, indem ihr Schulz sie nicht nur in diesem Leben begleitet, sondern ihnen auch über das Grab in das Fegfeuer nachfolgt. Je unvermögender dann die Seelen sind, sich selbst zu helfen, desto mehr verdoppelt sie für dieselben ihre Sorgfalt und Güte." Daraus lässt sich leicht schließen, wie angenehm der Himmelskönigin und zugleich wie wirksam für die Armen Seelen es sein müsse, wenn man Maria andächtig für dieselben anruft.

Der fromme Boudon empfiehlt deswegen nicht nur. sie sehr oft um ihre Fürbitte für diese Seelen eifrig anzurufen, sondern auch, dass wir alle unsere übrigen guten Werke und Gebete für dieselben vertrauensvoll in ihre gebenedeiten Hände legen. "Denn," sagt er. "niemand kann heiliger darüber verfügen; außerdem ist dies einer der stärksten Beweise der wahren Liehe, die man zu ihr hat."

Die Muttergottes übt über das Fegfeuer eine besondere Macht aus

Es unterliegt keinem Zweifel, dass die Königin des Himmels und der Erde, wie über die triumphierende und streitende Kirche, so auch, wie der hl. Bernaidin bemerkt, über die leidende Kirche eine vorzügliche Herrschaft ausübe, so zwar, dass sie die erste an den Schätzen ihrer Glorie, die zweite an denen ihrer Gnaden und die dritte an den Wirkungen ihrer Fürbitten teilnehmen lässt, deswegen der Heilige auf sie den Spruch der heiligen Schrift anwendet: "Ich bin auf den Fluten des Meeres gewandelt," (Sir. 24. 8). indem sie nämlich durch jenes stürmische Feuermeer geht und die schreckliche Hitze der Armen Seelen mildert.

Der hl. Dionysius der Karthäuser sagt nach einer Offenbarung, "dass, wenn nur ihr Name im Fegfeuer ertöne, diese Seelen jene Freude empfinden, die ein Kranker auf seinem Schmerzenslager fühle, wenn er Worte besonderen Trostes hört." Auch der gelehrte Novarin, bezeugt, "dass ihre Fürbitte für sie wie kühlender Maitau auf ihre verzehrenden Flammen herabfalle und sie lindere."

Nach Salmeron ist es eine Meinung vieler Gottesgelehrten. es habe die allerseligste Jungfrau, bevor sie starb, ihren göttlichen Sohn noch um die Gnade gebeten und sie auch erlangt, dass alle Seelen, welche sich damals im Fegfeuer befanden, erlöst wurden und sie in den Himmel begleiteten, "weil sie gerade dazumal," wie der fromme Gerson sagt, "als Königin, und zwar als Königin der Barmherzigkeit, als Mutter der Gnaden gekrönt worden war, wobei es wohl schicklich war, für die Gefangenen Begnadigung zu erhalten." Dies ist eine Meinung, der andere Meinungen und Fakten gegenüberstehen. Siehe in "Was wissen wir vom Fegfeuer" bzgl. Salomon.

Auch fügt der hl. Bernardin bei. "dass sie eine besondere Herrschaft über das Fegfeuer erlangt habe und vorzüglich ihre treuen Verehrer daraus erlöse."

Von der Kraft des heiligen Rosenkranzgebetes zum Trost der Armen Seelen

Diese Kraft geben schon die eigenen Worte der Himmelskönigin zu erkennen, die sie nach dem Zeugnis des sei. Alanus einst in einer Erscheinung zum hl. Dominikus sprach, dass nämlich eine der Hauptwirkungen des heiligen Rosenkranzes die Erlösung der Armen Seelen im Fegfeuer sei.

Dies bestätigt auch das folgende Beispiel: Durch die Predigten des hl. Dominikus wurde in Rom eine Frau von üblem Rufnamens Katharina bekehrt und verlegte sich dann mit besonderem Eifer auf diese Gebetsübung, die sie meistens für die Armen Seelen im Fegfeuer aufopferte. Um nun zu zeigen, welchen Nutzen diese Andacht jenen Seelen verschaffe, ließ der Herr einst den genannten Heiligen sehen, dass, während Katharina eines Tages zum Heil derselben den schmerzhaften Rosenkranz betrachtend betete, aus den Gliedern eines wunderschönen Knäbleins, das unseren Herrn Jesus Christus vorstellte, fünfundfünfzig Quellen emporsprangen, so viele nämlich, als Vater unser und Ave Maria in demselben enthalten sind. Diese Quellen gaben in großer Menge das hellste Wasser von sich, und alle ergossen sich in das Fegfeuer zu einer solchen Erquickung der leidenden Seelen, dass sie beinahe keine Pein mehr fühlten, lauter Jubeltöne hören ließen und voll Dank ihre mitleidige Wohltäterin Katharina lobpriesen. (Compadelli.)

Der sel. Alanus schreibt: "Viele Brüder und Schwestern im Herrn haben ihm eidlich bezeugt, dass ihnen während des Rosenkranzgebetes viele Seelen erschienen seien und dankend versichert haben, es gehe nach dem heiligen Messopfer kein kräftigeres Hilfsmittel für die Seelen im Fegfeuer, als das heilige Rosenkranzgebet, und dass täglich viele dadurch aus diesem erlöst werden, welche sonst noch viele Jahre darin bleiben müssten." Darum sagt auch der hl. Alphons Maria von Liguori: "Wollen wir demnach den Seelen im Fegfeuer kräftig helfen, so müssen wir dieselben immer in unseren Gebeten der allerseligsten Jungfrau anempfehlen und ihnen besonders den heiligen Rosenkranz aufopfern, wodurch sie sehr getröstet werden." (Herrlichkeiten Mariens.)

Wie mächtig die Anrufung der heiligen Engel für die Verstorbenen ist

Die heiligen Engel verlassen ihre Pflegekinder keineswegs, wenn diese, nachdem sie durch ihren treuen Beistand ihren gefährlichen Lebenslauf glücklich vollendet und auf immer der Hölle entgangen sind, noch ihre Sündenschulden in den Flammen des Fegfeuers büßen müssen; sondern sie erweisen ihnen vielmehr dann, wenn möglich, eine noch größere Liebe und Sorgfalt. Sie besuchen sie nämlich oft, zeigen sich ihnen sichtbar, trösten sie und unterlassen nicht, ihnen überall auf Erden, wo sie dafür empfängliche Gemüter antreffen, Hilfe zu verschaffen, indem sie dieselben an sie erinnern und zu einem tätigen Eifer für sie entflammen.

Sowie einst der hl. Erzengel Raphael, wie er selbst sagte (Tob. 12, 12), die Gebete des alten Tobias vor den Thron Gottes brachte, wenn dieser unter Tränen betete und den Tisch verließ, um die Toten zu begraben, so tragen die heiligen Engel auch beständig diese Gebete und guten Werke dahin und bringen die reichen Gnaden, die sie dort dafür einlösen, diesen verlassenen Seelen ins Fegfeuer. Wie Boudon sagt, melden sie denselben, was in Bezug auf sie auf der Erde vorgeht, zeigen ihnen die Wohltäter an und ermahnen sie, für sie zu beten, wobei diese liebevollen Geister selbst nie versäumen, all das ihrige eifrig beizutragen. Es muss daher die Anrufung der heiligen Engel für die Verstorbenen sehr wirksam sein. Auch muntert uns die Kirche selbst zum Vertrauen dazu auf. indem sie von dem hl. Michael, im Namen des Herrn, singt: Ich habe dich zum Fürsten eingesetzt, um alle Seelen aufzunehmen, und in den Totenmessen heißt es vom hl. Erzengel Michael; dass er jene Seelen in die Herrlichkeit jenes göttlichen Lichtes führen möge, das dem Abraham und seiner ganzen Nachkommenschaft verheißen war.

Wie wirksam die Anrufung der Heiligen für die Armen Seelen ist

"Es ist," wie der hl. Augustinus und der hl. Thomas von Aquin lehren, "eine ausgemachte Sache, dass die Heiligen im Himmel durch ihre Fürbitte eine große Macht haben, den Armen Seelen die Erlösung aus dem Fegefeuer zu bewirken;" und man darf nicht zweifeln, dass sie diese Liebe ihren im Fegfeuer büßenden Brüder im ausgedehntesten Maß erweisen, und diese zwar um so mehr, da sie ihre schrecklichen Leiden besser kennen. Denn der Himmel ändert ihre Gesinnung nicht, sondern vermehrt vielmehr ihre Liebe; und waren sie während ihres sterblichen Lebens schon so eifrig und mächtig, ihren Mitbrüdern, wenn diese auch ganz lasterhaft waren, in jeder Not Hilfe und Gnade zu erbitten, wie sollten sie jetzt nicht eine noch viel inbrünstigere Liebe mit weit sicherem Erfolg gegen diese Seelen ausüben, die mit der Gnade Gottes geschmückt und bestimmt sind, durch die ganze Ewigkeit ihre glückselige Gesellschaft zu genießen! Ja, obschon sie nicht mehr fähig sind, zu leiden, so sind sie doch immer des Mitleidens empfänglich, und da sie vor dem Thron des barmherzigen Gottes stehen, müssen sie auch notwendig Barmherzigkeit fühlen.

Wenn uns daher die heilige Kirche so dringend empfiehlt, uns in allen Nöten an die Heiligen zu wenden, und wir selbst in allen Ereignissen des Lebens so oft ihren kräftigen Beistand erfahren, so erhellt von selbst, dass die eifrige Anrufung derselben für die Annen Seelen ein höchst heilsames Werk ist und zu deren Erquickung und Erlösung sehr hilfreich sein muss.

Beispiele über die Hilfe, welche Engel und Heilige den Verstorbenen erweisen


Im Leben der sei. Cäcilia Lampugnana liest man, sie sei drei Tage nach ihrem Tod erschienen und habe bezeugt, dass sie im Fegfeuer von ihrem Schutzengel, den sie sehe, sehr erquickt werde. Auch fügte sie hinzu, dass sie ihn bitten wolle, sich bald zum Vorsteher der Kirche des heiligen Grabes zu begeben, damit er Seelenämter für sie halte, wodurch sie großen Nachlass ihrer Leiden erhalten werde.

Ferner liest man von der sel. Cäcilia, einer Dominikanerin, dass sie in ihrem Leben die Gewohnheit gehabt habe, allzeit etwas von ihrem Trank abzubrechen.

Um damit den dürstenden Heiland am Kreuz zu trösten; nachdem sie nun nach ihrem Tod ins Fegfeuer verurteilt wurde, sei sogleich ein Engel mit einer goldenen Schale voll Wasser gekommen, habe die Flammen um sie her ausgelöscht und sie in den Himmel eingeführt. Schließlich liest man auch, dass ein Jüngling, der sich schlafen gelegt, ohne seinen gewöhnlichen Rosenkranz für die Armen Seelen gebetet zu haben, von seinem Engel geweckt wurde, indem diese Seelen täglich ein Opfer von ihm verlangten.

Bzgl. der Heiligen hingegen schreiben, Franziskus Gonzaga, Bischof von Mantua. P. Johann de Via. aus dem Orden des heiligen Franziskus, sei einem Novizen, dem er sich schon früher kund gegeben hatte und der darauf seine Erlösung bewirkte, glanzvoll erschienen, um ihm dafür zu danken, und da der hl. Franziskus ihm zur Rechten, der hl. Bernardin aber zur Linken stand, sagte er ihm auch, diese beiden Heiligen seien herabgestiegen, um ihn zu empfangen, weil er ihren höchsten Tugenden allzeit fleißig nachgestrebt habe. In der Heiligsprechungsbeschreibung des hl. Bernardin liest man von einem Toten, der wieder zum Leben auferweckt wurde, dass er den hl. Franziskus im Himmel von unzähligen Ordenskindern, deren er selber viele aus dem Fegfeuer erlöst, umgeben gesehen habe.

Ferner schreibt Baronius in seinen Jahrbüchern vom Jahr 647, dass der hl. Dionysius, der hl. Mauritius und der hl. Martin den König Dagobert von Frankreich, der zu ihrer Ehre drei Kirchen hatte erbauen lassen, aus dem Fegfeuer befreit haben. Schließlich erzählt man. wie Boudon schreibt, nach einer himmlischen Offenbarung, dass nachdem einst der hl. Johannes die allerseligste Jungfrau gebeten, sich einer Seele, die in den Flammen des Fegfeuers litt und große Andacht zu ihr gehabt hatte, zu erbarmen, der allgütige Gott diese sogleich daraus erlöst habe.

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...   Erstellt am 02.11.2010 - 01:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Von der Kraft der Bußwerke für die Verstorbenen

Es ist bekannt, dass die Heiligen sich der Bußwerke aller Art. wie übrigens auch die katholische Kirche in ihren Anliegen zu tun pflegt, als der geeignetsten Mittel bedienten, um für sich und andere von Gott außerordentliche Gnaden zu erlangen. Es lässt sich, wie auch viele Beispiele dafür zeugen, nicht daran zweifeln, dass dieselben auch für die Verstorbenen die heilsamste Kraft haben. Boudon sagt, von deren wundersamen Wirkungen auf sie gerührt, dass, wenn wir nur ein wenig Glauben hätten, das Fasten, die Bußgürtel, die Geißelungen und andere Bußwerke unsere gewöhnlichen Übungen wären, um dadurch den Armen Seelen Hilfe zu verschaffen. Da aber der Eifer hierfür nicht bei jedermann so weit reichen kann, so ist doch niemand, der zu diesem Zweck sich nicht bisweilen eine bessere Speise, einen Trank oder ein anderes Vergnügen versagen, seine Sinne, besonders die Augen, die Ohren, die Zunge abtöten, einige Zeit des Stillschweigens beobachten, die Krankheiten, die Kälte und Hitze und anderes Ungemach geduldig ertragen, seine Gemütsart, seinen Eigenwillen bezähmen, kurz alles, was äußerlich und innerlich Leiden und Mühe verursacht, mit Unterwürfigkeit und Dank gegen Gott verdienstlich erdulden könnte. So haben die Bauern, die Handwerker, die Dienstboten sowie alle, welche körperliche und geistige Leiden haben, vieles, das sie für diese Seelen aufopfern können, und zugleich würde diese christliche Liebe, die sie den Armen Seelen erweisen, ihnen einen reichlichen Segen und Kraft in ihren eigenen Leiden herabziehen. Boudon erzählt, dass Leute, die alle Beschwerden einer Reise, die sie machten. Gott für die Armen Seelen aufopferten, als sie auf derselben in große Gefahren gerieten, außerordentlicherweise daraus errettet worden sind, indem Gott so ihre Liebe durch einen besonderen Beistand seiner liebevollen Vorsehung belohnte.

Das Gebet mit Fasten oder andere Bußwerke haben große Kraft für die Armen Seelen

Im Buch Judith (4. 12) liest man: "Wisst, dass der Herr euere Gebete erhören wird, wenn ihr im Fasten und Beten vor dem Angesicht des Herrn bleibt und verharrt." Dieses bestätigt das folgende rührende Beispiel: Sancio, König von Leon, starb durch Verrat an Gift. Nun legte die Königin Guda, seine Gemahlin, die ihn zärtlich liebte, ihren königlichen Schmuck ab und ging in ein Kloster, um da Gott zu dienen und mit größerem Nutzen seiner Seele helfen zu können. Tag und Nacht betete sie eifrig, und an den Samstagen fastete sie jedesmal zu Ehren der Muttergottes.

Und siehe, gerade an einem Samstag, da sie für ihn betete, erschien ihr Sancio in einem schwarzen Trauerkleid, mit einem Ausdruck schrecklicher Pein. Er dankte ihr für ihr Gebet und bat sie. damit fortzufahren und es noch zu vermehren. "Ach, „ sagte er. wenn ich dir, teure Gattin, sagen könnte, wie schrecklich meine Qualen im Fegfeuer sind, o wie würde da dein Mitleid mit deinem Sancio noch zunehmen! Ach, bei der göttlichen Barmherzigkeit, hilf mir, Guda, hilf mir!" Nach dieser Erscheinung widmete sich die Königin vierzig Tage lang ununterbrochen dem Gebet und dem Fasten, und nach Verlauf dieser Zeit sah sie ihn wieder mit himmlischem Glanz umgeben, und er sprach zu ihr: "Jetzt bin ich befreit von meinen Feinen. Dieses verdanke ich dir, fromme Königin! Sei dafür ewig von Gott gesegnet! Verharre in deinen heiligen Übungen! Betrachte die Strafen im anderen Leben und vor allem die Herrlichkeit des Himmels, wohin ich vorausgehe, um dich dort zu erwarten und dein kräftiger Fürbitter zu sein."

Geduldig für die Verstorbenen leiden, hilft ihnen

In den Jahrbüchern des Klosters des hl. Trudo liest man folgendes: Eine gute Frau wurde von ihrem betrunkenen Mann sehr oft nicht nur mit Schimpfworten, sondern auch noch mit harten Schlägen unschuldigerweise sehr misshandelt. Sie klagte daher einst diese ihre Not einem gottseligen Abt. der ihr den Rat gab. alle ihre Leiden mit der größten Geduld zu ertragen und Gott dem Herrn zu einem angenehmen Opfer für die Armen Seelen darzubringen, wodurch sie gewiss bald werde getröstet werden. Sie befolgte diesen guten Rat und opferte alle ihre Trübsale für eine gewisse Seele im Fegfeuer auf. Nun erschien diese bald darauf dem genannten Abt, um ihm für den vortrefflichen Rat, den er ihrer großmütigen Retterin gegeben hatte, zu danken, durch welchen sie von ihrer Pein befreit worden sei und jetzt in die ewige Freude aufgenommen werde.

Als hierauf dieser Abt jener Frau diese Nachricht mitteilte, wurde sie davon überschwänglich getröstet und erfreut, fuhr dann bei allem ihrem Leiden in dem gottseligen Liebeseifer fort und erlöste dadurch in der Folge noch viele andere Seelen. Es erschien sogar ein Bruder aus diesem Kloster bald nach seinem Tod jenem Abt und sagte ihm. dass ihm am besten durch die Bußwerke dieser Frau geholfen würde. Nachdem nun sogleich der Abt sie dafür angesprochen und sie ihre Verdienste für ihn aufgeopfert hatte, erschien er in der folgenden Nacht wieder und war erlöst.

Großmütig für die Armen Seelen übernommene Leiden helfen ihnen

Die sel. Ursula aus dem Theatinerorden hatte, wie man in ihrem Leben liest, ein großes Mitleid mit einer sterbenden Mitschwester Christiana wegen der Peinen. die ihr im Fegfeuer bevorstehen würden, und da sie aus dem Beispiel der hl. Katharina von Siena wusste, dass ein lebender Mensch die Strafe einer abgeschiedenen Seele leiden könne, so bat sie ihren göttlichen Bräutigam um die Gnade, dieses für jene tun zu können. Sie wurde erhört, und als die Sterbende ihren Geist aufgab, wurde sie verzückt, und nachdem sie wieder zu sich gekommen war. brach sie freudig in die Worte aus: "Ich danke dir, mein Herr und Gott, für die große Barmherzigkeit, welche du meiner Schwester Christiana erzeigt hast, indem du zu ihrer Hilfe und Erlösung mein Anerbieten angenommen hast." Hierauf ließ sie das Te Deum laudamus singen und wurde sogleich plötzlich mit sehr großen Schmerzen befallen, die ihr ganzes Leben hindurch nicht mehr von ihr wichen.

Man liest auch von dem hl. Philipp Neri, dem Stifter der Kongregation des Oratoriums, dass er zum Trost der Armen Seelen, deren eifriger Liebhaber er war. von Gott die Gnade erlangte, an einem Fuß an einem langwierigen, schmerzhaften Übel zu leiden, das jenen zur Erleichterung ihrer Peinen. ihm aber zur Erinnerung dienen sollte, an dieselben fortwährend zu denken. Boudon erzählt auch, es sei zu seiner Zeit ein Mann aus seiner Verwandtschaft erschienen, der bezeugte, dass seine Enkelin, die noch sehr jung und seil seinem Tod allzeit krank gewesen war. nach einer besonderen Fügung der göttlichen Vorsehung, für ihn leide. Zum Beweis der Wahrheit dessen fügte er hinzu, dass sie sterben werde, sobald die Person, der er erschienen war. sie sehen werde. Dies traf auch so ein.

Von dem Bußeifer der hl. Ludwina für die Armen Seelen

Der unvergleichliche Geisteslehrer Thomas von Kempen, Verfasser der Nachfolge Christi, schreibt von der heiligen Jungfrau Ludwina, die zu seiner Zeit und in seiner Gegend lebte, in ihrem Leben, das er verfasst hat. folgendes: Diese große Dulderin wurde während 34 Jahren. da sie ununterbrochen die schmerzhaftesten Krankheiten litt, in ihren öfteren Verzückungen von ihrem heiligen Schutzengel vielfach in das Fegfeuer geführt, wo sie die Armen Seelen in unzähligen Abteilungen nach der Verschiedenheit ihrer Schuld auf vielfache und schwere Weise gequält sah und unter denselben viele ihrer Freunde erkannte. Dies veranlasste sie, dass sie nicht nur ihre eigenen unerhörten Leiden für nichts achtete, sondern dazu noch viele andere sehr peinliche aus Bußeifer übernahm. Unaufhörlich flehte sie Gottes unendliche Barmherzigkeit für die Armen Seelen an und weinte über das äußerst große Elend derselben so oft und viel, dass, wenn ihr die natürlichen Tränen ausgingen, blutige darauf folgten, und zwar in solchem Maß, dass man sie, als sie getrocknet waren, weghob, um sie als Reliquien aufzubewahren. Der gottselige Schriftsteller berichtet, dass obschon sie allezeit viele Seelen erlöste, ihr dieses doch an den vorzüglichsten Festtagen in viel größerer Anzahl gelang.

Ein anderer Schriftsteller schreibt von ihr, dass sie einst den heldenmütigen Entschluss gefasst habe, lieber ihre entsetzlichen Leiden, wenn es ihr gestattet werde, bis an den jüngsten Tag für die Erlösung der Armen Seelen zu ertragen, als sogleich in den Himmel aufgenommen zu werden. Dazu hatte ihr Gott die Wahl gelassen, und dadurch alle ihr bekannten Seelen, worunter sich auch die ihrer Eltern und aller ihrer Verwandten bis auf den neunten Grad befanden, befreit.

Von der Kraft der Werke der Barmherzigkeit für die Verstorbenen

Man kann die wohltätige Kraft der Werke der Barmherzigkeit für die Armen Seelen im Fegfeuer nicht genug preisen. Mit Recht lobte der hl. Paulinus von Trier den römischen Edelmann Pammachius, der nach dem Tod seiner Gattin alle Armen der Stadt in der St. Peterskirche versammelte und ihnen Speisen austeilte, um durch solche Almosenspenden die Seelen derjenigen zu erquicken, deren Verlust er beweinte. Schon der alte Tobias sagte zu seinem Sohn (4. 18): "Setze dein Brot und deinen Wein auf das Begräbnis des Gerechten;" d.h.. wie Allioli bemerkt, "wenn ein Gerechter stirbt, so halte ihm das Totenmahl bei seinem Grab und speise die Armen."

Ferner liest man in der heiligen Schrift (Sir. 3, 33): "So wie das Wasser das Feuer löscht, so tilgt das Almosen die Sünden" d.h. die für die begangenen Sünden nicht genug abgebüßten Strafen. Endlich sagt ja Jesus Christus (Mark. 9, 40): "Wer euch immer in meinem Namen einen Becher Wasser zu trinken gehen wird darum, weil ihr Christus angehört, wahrlich, sage ich euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren."

Der hl. Thomas von Aquin scheute sich nicht zu sagen, dass "das Almosen, „ worunter überhaupt alle leiblichen Werke der Barmherzigkeit verstanden werden, "Eine größere Kraft der Genugtuung habe, als das Gehet, und dieses eine größere, als das Fasten." Noch mehr lobt dieser heilige Kirchenlehrer die geistlichen Werke der Barmherzigkeit, indem er lehrt, dass sie die leiblichen so weit übertreffen, als der Geist an Vortrefflichkeit den Leib übertrifft.

Darum nimmt Boudon dies zum Anlass eifrigst zu ermahnen: "Tröste die Betrübten, rate denjenigen, die es nötig haben, unterrichte die Unwissenden, arbeite an der Bekehrung der Sünder, sei auf eine heilige Weise willfährig gegen die Personen, welche Gemütsleiden haben, hilf ihnen von ihrem Fall wieder aufstehen. Tue alles dieses für die Seelen, welche im Fegfeuer sind, und Gott wird ihnen Barmherzigkeit erweisen."

Das Almosen verschafft den Verstorbenen große Hilfe

Merkwürdig ist, was man hierüber in der Geschichte der hl. Ida von Toggenburg liest. Nachdem nämlich der Bruder ihrer Mutter gestorben war, sprach sie zu seinen Kindern: "Ach, auf welch entsetzliche Weise wird euer Vater gequält! Ich weiß dieses aus einer göttlichen Offenbarung. Ich bitte euch also in seinem Namen, gebt ein ganzes Jahr lang den Armen, Fleisch, Brot und Butter als Almosen." Als dies geschehen war. vernahmen sie, dass ihr Vater wegen ihrer geübten Freigebigkeit und des Gebetes der hl. Ida schon von der Hälfte seiner Pein befreit worden sei. Sie übten daher noch ein Jahr lang die gleichen Liebeswerke für ihn aus. Nach dessen Ablauf sagte ihnen die Heilige, dass ihr Vater jetzt von seiner Pein erlöst sei; nur habe er noch ein Kleid von Nöten. Deswegen bekleideten sie noch ein Jahr lang die Armen, worauf sie ihnen die tröstliche Nachricht gab, dass er jetzt die ewige Ruhe genieße. Bolandus sagt im Leben dieser Heiligen, das Kleid, welches ihm noch fehlte, sei das Kleid der ewigen Glorie gewesen, deren beraubt zu sein ihm einzig noch Leiden verursacht habe.

In den Offenbarungen der hl. Birgitta wird erzählt, dass ihr Gemahl Ulpho ihr nach seinem Tod erschienen sei und sie gebeten habe, das hinterlassene Silbergerät und die Pferde, an denen er zu viel Vergnügen gehabt habe, zu seiner Erlösung zu verkaufen, und das Geld dafür den Armen auszuteilen und so auch die silbernen Becher an dürftige Kirchen zum Dienst des Altares zu verschenken, indem solches Almosen Gott höchst angenehm sei.

Schließlich steht auch im Leben der hl. Margareta von Cortona, dab Roy Gomez. Herzog von Pasterna, ihr erschienen sei und gesagt habe: "(), wenn die Menschen wüssten, aus welch großen Peinen die Freigebigkeit gegen die Annen und welch großen Schatz sie mit sich bringt, sie würden alles unter die Armen und die gottseligen Leute austeilen, damit sie der Gebete derselben teilhaftig würden!"

Große Hilfe bringt es den Armen Seelen, wenn ihre Schulden bezahlt werden

Papst Benedikt XIII. erzählt folgenden Fall, der sich hierauf bezieht. Der Vater eines Bruders aus dem Predigerorden, ein mächtiger und angesehener Herr, war einem Schmied, von dem er seine Pferde halte beschlagen lassen, als er starb, für die Arbeit, die er ihm seit Jahren geleistet hatte, noch eine Summe schuldig. Nach seinem Tod erschien er einem seiner treuen Diener und hatte einen Hammer und eine Zange von diesem Schmied samt einigen glühenden Nägeln in der Hand. "Geh, „ sagte er, "und bitte meine Gattin, dass sie so gut sein wolle, die Schuld zu bezahlen, um derentwillen ich im Fegfeuer leide."

Die fromme Gattin tat es und befriedigte nicht nur diesen Schmied, sondern auch alle übrigen Gläubiger ihres Gemahls. Nachher erschien er auch ihr. wie in ein Meer von Qualen versenkt, vom Kopf bis zu den Füßen mit einem dicken Strick gebunden, und rief ihr zu: "Binde mich los, o Gattin, binde mich los!" Sogleich ergriff die gute Frau den Knopf des Strickes und band ihn auf. worauf er ihr dankte und sprach: "So war ich gebunden in der Pein, bis du für mich bezahlt hast, was ich schuldig war." Jedoch darf, wie dieser fromme Papst hierbei bemerkt, daraus nicht gefolgert werden, dass die Seelen, wenn ihre hinterlassenen Schulden gar nicht bezahlt würden, deswegen fortwährend im Fegfeuer bleiben müssten, sondern nur, dass sie durch solche aus Liebe für sie geleisteten Erstattungen viel geschwinder, oft ganz schnell erlöst werden.

Die Feindesliebe ist für die Verstorbenen sehr wirksam

Der hl. Franz von Sales, Bischof von Genf, erzählte oft folgende Begebenheit, die sich in Padua, wo er studierte, zugetragen hat. Die Studenten dieser Stadt hatten die üble Sitte, nachts die Straßen bewaffnet zu durchwandern und den ihnen Begegnenden "wer da?" zuzurufen, und fiel die Antwort nicht nach ihrem Geschmack aus. so gaben sie Feuer. Auf diese Weise erschoss einer seinen besten Freund, ohne ihn zu kennen, und flüchtete sich darauf zu dessen Mutter, die Witwe war. Nachdem bald danach der Leichnam ihres einzigen Sohnes zu ihr in das Haus gebracht wurde, erkannte die betrübte Mutter sogleich, dass sie den unglücklichen Mörder desselben selbst verborgen halte. Da sie aber eine gottselige Person war, verzieh sie ihm von seinen unbeschreiblichen Schmerzen gerührt, von Herzen und beschützte ihn sogar. Darauf erschien ihr der Sohn und sagte ihr: "Ihre großmütige Handlung habe Gott so Wohlgefallen, dass er ihm alle Strafe des Fegfeuers, wo er sonst noch sehr lange hätte leiden müssen, nachgelassen habe." (Geist des hl. Franz von Sales.)

P. Mansius schreibt, dass ein Edelmann dem Mörder seines Bruders, der ihn an einem Karfreitag um denjenigen willen, der an diesem Tag aus Liebe für uns alle starb, um Gnade bat, von Herzen verziehen und ihn sogar seiner Freundschaft versichert habe: hernach sei diesem Christus erschienen und habe ihm gesagt, dass er dafür die Seele seines Bruders und die seines Vaters aus dem Fegfeuer erlöst habe und ihn überdies nach acht Tagen zum ewigen Gastmahl einlade. Dieser ist dann wirklich um jene Zeit gestorben.

Die Aufopferung der eigenen Verdienste kommt den Verstorbenen sehr zu Nutzen

Obschon die Wirksamkeit des gottseligen Niklaus Wolf bei seiner himmlischen Gabe der Heilungen durch Glaube und Gebet fast ausschließlich für lebende Leidende in Anspruch genommen war. so fand dennoch seine Liebe Mittel, nicht weniger auch für die Verstorbenen zu tun. indem er alles, was er tat, für sie aufopferte. Er sagte nämlich: "Bete ich oder tue ich ein gutes Werk, so habe ich davon vor Gott ein Verdienst; ich kann ihnen also dieses schenken." Dazu wurde er durch das folgende Beispiel aufgemuntert: Als ein junger Mann dem Tod nahe war. fing er an zu jammern und sagte zu seinem Freund, nun müsse er vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen und habe so nichts Gutes mitzunehmen. Allein dieser tröstete ihn und sagte: "Sei guten Mutes! Ich gebe dir alles, was ich bis jetzt Gutes getan habe; du kannst es mit dir nehmen!" Nachdem aber jener gestorben war. fing es diesen zu reuen an, indem er sich deswegen Kummer machte, dass er jetzt nichts mehr besitze und wieder von vorn anfangen müsse. Allein bald erschien ihm der Verstorbene und sagte zu ihm: "Sei getrost, mein Freund, und lass dich dein Geschenk nicht gereuen; denn es ist mir wohl gekommen, und Gott hatte ein so großes Wohlgefallen daran, dass er dir noch einmal so viel dazu gegeben hat."

Auf gleiche Weise erzählt Boudon: Nachdem ein Dominikaner alle seine guten Werke für eine Seele aufgeopfert hatte, erschien ihm diese und sagte zu ihm: "Dein Opfer reicht für dich und mich aus." Auch schreibt Pennequin von einem verzweifelnden Sterbenden, dem ein Priester von heldenmütiger Liebe, um ihn aufzurichten, alle seine Sünden abnahm und hingegen alle seine guten Werke schenkte, dass er, nachdem er hierauf tröstlich verschieden, nach einem Monat erschienen ist und ihm dankend versichert hat. er genieße jetzt die ewige Ruhe.

Die hl. Theresia hat durch die Aufopferung ihrer Verdienste eine Seele erlöst

Die hl. Mutter Theresia von Jesu schreibt folgendes von sich selbst: "Ein Geistlicher, dem ich vielen Dank schuldig war und der ehemals hier die Stelle eines Provinzials bekleidet hatte, starb. Als ich nun seinen Tod vernahm, wurde ich darüber sehr betrübt und um sein Seelenheil besorgt, obschon er fromm und tugendhaft gewesen war; denn da ich wusste, wie gefährlich das Amt der Seelenführung ist und wie schwer die Verantwortung, die auf demselben haftet, und da er zwanzig Jahre in der Ausübung desselben zugebracht hatte, konnte ich mich einiger Furcht für ihn nicht erwehren.

Ich eilte also in meinen Gebetsraum, um den Herrn zu bitten, dass er alles, was ich in meinem Leben Gutes getan, ihm anzurechnen und das Fehlende aus dem Schatz der Verdienste seines Lebens ersetzen möge, um ihn aus den Qualen des Fegfeuers zu erretten. Nachdem ich auf diese Weise von Grund des Herzens gebetet hatte, war mir, als sähe ich diese Seele zu meiner Rechten aus der Tiefe der Erde heraufsteigen und mit dem Ausdruck der höchsten Freude zum Himmel auffahren. Obschon dieser Priester in ziemlich hohem Alter starb, schien mir doch die Gestalt, die ich sah. wie die eines Mannes von weniger als dreißig Jahren, mit jugendlich glänzendem Angesicht. Die Erscheinung währte nur kurze Zeit, ließ mich aber getröstet zurück, weil ich von der Wahrheit derselben überzeugt war: und ich konnte mich über seinen Tod nicht mehr betrüben, wie es viele andere taten, die ihm mit der gleichen Liebe, wie ich. zugetan waren. Da er an einem sehr entfernten Ort starb, erfuhr ich erst später die näheren Umstände seines frommen Hinscheidens."

Vom großen Wert der Ablässe für die Armen Seelen

Um den Wert der heiligen Ablässe, welche fürbittweise auch diesen Seelen geschenkt werden können, zu erkennen, darf man nur erwägen, was sie sind, nämlich eine Zueignung der Genugtuung Jesu Christi. Wir können für diese hilfsbedürftigen Seelen wohl beten. Bußwerke. Werke der Barmherzigkeit verrichten usw.. allein alles, was wir tun können, ist beschränkt, wenig; hingegen ist die geringste der Genugtuungen Jesu Christi von unendlichem Wert, womit sich ihre Schulden also sehr gut bezahlen lassen.

Nichts gibt einen klareren Begriff von der Kostbarkeit der Ablässe, als die eigenen Worte unseres Herrn, die er einst durch die hl. Birgitta, wie wir in ihren Offenbarungen lesen, einer frommen Frau in Rom, die eben über den großen Wert der Ablässe dieser Stadt nachdachte, bzgl. derselben mitteilen ließ: "Sage dieser Frau," sprach Er zu jener Heiligen, "dass die Ablasse der Kirchen der Stadt Rom bei Gott größer sind, als man glaubt; denn wenn sich auch ein Mensch tausendmal für Gott töten lassen könnte, so wurde er doch dadurch nicht der geringsten Herrlichkeit würdig, die den Heiligen gegeben wird; und obschon der Mensch nicht so viele tausend Jahre leben kann, so geschieht es doch, dass, weil für unendliche Sünden unendliche Strafen gebühren, für die es den Menschen unmöglich ist, genug zu tun, der Ablässe wegen viele und sehr schwere Strafen nachgelassen und sehr große in sehr geringe verändert werden, und diejenigen, die nach dem Empfang der heiligen Ablässe mit vollkommener Liebe und wahrer Reue aus dieser Welt scheiden, nicht nur von ihren Sünden, sondern auch von ihren Strafen losgesprochen werden."

Es ist daher, wie Boudon es nennt, eine Art Grausamkeit, wenn man diese himmlischen Schätze nicht eifrig zu empfangen sucht und sie nicht so häufig, als möglich, diesen so sehr bedürftigen Seelen verschafft. Boudon klagt auch über Mitglieder von Bruderschaften u.a., welche die reichlichen Ablässe, die in denselben auch für die Armen Seelen gewonnen werden können, entweder nicht kennen oder vernachlässigen. Deshalb sagt er: "Da die Päpste bestimmten Altären, die man privilegiert nennt, außerordentliche Ablässe für die Seelen im Fegfeuer verliehen haben, so sollte man vor allem dafür besorgt sein, die heiligen Messen für dieselben auf solchen Altären lesen zu lassen."

Beispiele über den großen Wert der heiligen Ablässe für die Verstorbenen

Gott ließ einst, wie Segneri schreibt, die sei. Maria von Quiro den großen Wert der heiligen Ablässe in einem Bild sehen, indem er ihr auf einem öffentlichen Platz einen großen Tisch zeigte, auf dem eine große Menge Gold- und Silberstücke mit einer ebenso großen Menge Diamanten und Edelsteine aller Art aufgehäuft war. und zu ihr sagte: "Dieser Schatz steht offen, und jeder kann davon nehmen, was ihm beliebt oder was er vonnöten hat." Im Leben der hl. Magdalena von Pazzis liest man. sie habe in einer Verzückung erkannt, dass eine Mitschwester kraft der heiligen Ablässe, durch welche ihr die Verdienste des Lebens und Leidens Jesu Christi zugewendet worden waren, nach 15-stündigem Fegfeuer daraus befreit worden sei. Da, wie bekannt, die Päpste der Kreuzwegandacht die gleichen reichen Ablässe verliehen haben, welche man mit dem Besuch der heiligen Orte in Jerusalem selbst gewinnt, und alle diese den Armen Seelen im Fegfeuer fürbittweise geschenkt werden können, so erhellt von selbst, von welch großem Gewinn diese Andacht für sie sei.

So leuchtend als rührend ist hierfür aber noch, was man von der Dienerin Gottes. Anna Katharina Emmerich in ihrem Lebensabriss liest. "Diese Klosterfrau," heißt es dort, "stand ihr ganzes Leben lang mit den Armen Seelen auf die innigst mitleidigste Weise in Verbindung; sie tat und opferte, alles für dieselben; fühlte sich von ihnen um Hilfe angefleht und, wenn sie es vergaß, wurde sie auf die rührendste Weise dazu ermahnt. Oft fühlte sie noch als junges Mädchen sich von Scharen Armer Seelen aus dem Schlaf erweckt und ging mit ihnen in strenger Winternacht barfuß den wohl ein paar Stunden langen Kreuzweg bei Coesfeld durch den Schnee."

Von der Kraft des Weihwassers für die Verstorbenen

Es ist eine allgemeine Meinung der Gottesgelehrten, dass das Weihwasser, im Glauben und reumütigen Gebet angewendet, die lässlichen Sünden austilge: und da die Armen Seelen großteils für solche leiden, so lässt sich leicht einsehen, dass dieses auch eine sehr heilsame Kraft für sie haben müsse. Ferner ist dasselbe seiner Natur nach, d.h. vermöge der Kraft, die ihm durch die Anrufung des göttlichen Namens und durch die kirchlichen Gebete und Beschwörung der Teufel verliehen ist, ein starkes Mittel wider diese bösen Geister, deren Quälungen sie auch häufig ausgesetzt sind. Welch großen Wert endlich die Kirche auf den Gebrauch desselben zum Trost der leidenden Seelen setzt, gibt sie selbst dadurch zu erkennen, dass sie sich fast in allen ihren Gebräuchen und Andachtsübungen zu deren Hilfe desselben vielfach bedient. Viele gemachte Erfahrungen bestätigen dies.

So sagt der hl. Deodatus im Leben der Allvater: "Gleichwie ein milder Regen die von der Sonnenhitze verwelkten Blumen erfrischt, ebenso erquickt das Weihwasser die im Fegfeuer brennenden Himmelsblumen der Armen Seelen." P. Felix Fossa berichtet, ein Priester, der erschienen sei. habe gesagt: "Wo die Orte, in denen unsere Leiber ruhen, mit Weihwasser besprengt werden, empfinden wir eine solche Erleichterung, als wenn wir schon ins Paradies versetzt wären." Deswegen spricht auch der Priester bei Besprengungen des Leichnams mit Weihwasser: "Gott erquicke deine Seele mit dem Tau des Himmels." Sehr erbauend ist daher an vielen Orten die Sitte des frommen Volkes, diese himmlische Labung den lieben Toten bei allen Kirchenbesuchen zukommen zu lassen. Es machen deswegen die Kirchenväter zur Pflicht, auf den Kirchhöfen echtes Weihwasser zu unterhalten. Auch ist es sonst noch ein sehr heilsamer Gebrauch, den Armen Seelen bei allen Gelegenheiten, besonders morgens und abends, das Weihwasser zu geben.

Der gottselige Niklaus Wolf gab es ihnen, wenn er zu Hause den Rosenkranz betete, nach jedem Gesetzlein desselben mit den Worten: "Es sollen die lieben Seelen besprengt sein mit dem Blut und Wasser Jesu Christi zu ihrer Erlösung."

Von dem Brauch, ein Licht für die Verstorbenen brennen zu lassen

Es scheint, dieser rührende Gebrauch sei aus dem alten Bund auf uns herübergekommen, weil die Juden ihn jetzt noch haben. Boudon erzählt, dass, als er einst in eine jüdische Synagoge kam und darin mehrere angezündete Lampen bemerkte, ihm gesagt wurde, man zünde sie immer an. wenn für die Verstorbenen gebetet werde.

Immerhin ist dieser Gebrauch in der Kirche unerforschlich alt; denn schon der hl. Athanasius, der im vierten Jahrhundert lebte, schreibt davon und scheint einen großen Wert darauf zu legen. Dieser große Patriarch und Kirchenvater sagt: "Wenn auch der fromm Verstorbene unter freiem Himmel ausgesetzt wird, so darfst du dennoch nicht unterlassen, unter Anrufung Christi, des Sohnes Gottes, am Grab Öl und Wachs anzuzünden, denn dies ist Gott angenehm und erwirkt von ihm sehr große Vergeltung. Denn Öl und Wachs sind eine Opfergabe, die Darbringung des unblutigen Opfers aber ist eine Versöhnung, das Almosen hingegen, das den Armen gespendet wird, eine Vermehrung jeder guten Vergeltung." Es gibt aber auch die Kirche ihre Hochschätzung über diese uralte Übung dadurch zu erkennen, dass sie bisher immer Stiftungen zu ewigen Lichtem für die Verstorbenen angenommen und gutgeheißen hat und überhaupt überall bei Feierlichkeiten für dieselbe viele Lichter brennen lässt. Dies sieht man besonders in den Klöstern, wo es in vielen Vorschrift ist, bei Gottesdienstfeiern für die Toten immer mehrere Lampen brennen zu lassen. Ebenfalls ist es auf der ganzen Welt üblich, für die Verstorbenen, wenigstens allzeit bei den Leichnamen, bevor sie begraben sind, ein Licht brennen zu lassen.

Es gibt Beispiele, wodurch man erkennt, wie wertvoll dieser fromme Gebrauch für den Verstorbenen ist. Boudon schreibt: Es sei ihm ein Verwandter erschienen und habe sich beklagt, dass seine Kinder zu den Seelenmessen, die man nach dem Gebrauch des Ortes für ihn gelesen habe, keine Kerzen geopfert hätten. Auch geschah in einem frommen Haus, wo man die Gewohnheit hatte, in der Nacht vom Samstag das Licht für die Annen Seelen brennen zu lassen, dass, als der Hausvater dieselbe einstellte, man an jenen Abenden jedesmal ein starkes Ächzen hörte, bis man das Licht wieder brannte. Mag vielleicht den Annen Seelen neben dem. was sie durch dieses Liebesopfer gewinnen, noch der Trost vergönnt sein, so ein Licht, das ihnen gewidmet wird, zu sehen, da sie sonst zur fortwährenden Finsternis verurteilt sind?

Wallfahrten für die Armen Seelen

P. Theophilus Raymundus, der durch seine Schriften bekannt ist und vorzüglich vieles über die Verstorbenen geschrieben hat. erzählt, eine Frau sei zu seiner Zeit in Dole in Frankreich erschienen, habe drei Wallfahrten zu Kirchen unserer lieben Frau verlangt und sei. als sie verrichtet waren, erlöst gewesen. Eine ähnliche Begebenheit vom Jahr 1827 schreibt auch Simon Buchfeiner: Eine Dame erschien sogleich nach ihrem Tod einem Mädchen und verlangte von ihm zu ihrer Erlösung eine Wallfahrt nach Altötting und eine hl. Messe. Schließlich schreibt der gelehrte Schriftausleger Augustin Kaimet, Benediktinerabt in Senones, nebst mehreren Geschichten dieser Art, dass eine verstorbene Person sieben Wallfahrten verlangte; bei der ersten habe sie sich selbst eingefunden und den Leuten, die sie unternahmen, beim Antritt derselben gesagt, sie sollten sich beeilen und sich durch die Beschwerden der Reise nicht davon abschrecken lassen.

Die heilige Kommunion ist für die Armen Seelen sehr nützlich

Der hl. Kardinal und Kirchenlehrer Bonaventura, aus dem Orden des heiligen Franziskus, der in seinen Werken viel von den Armen Seelen spricht, ermahnt besonders zur öfteren heiligen Kommunion für sie: "Die Liehe und das Mitleid mit deinem Nächsten," sagt er. "treibe dich zum heiligen Tisch; denn nichts ist so wirksam, für die Seelen Ruhe zu erlangen."

Das folgende Beispiel bestätigt das Gesagte: Ludwig Blosius erzählt, einem frommen Diener Gottes, den er wohl kannte, sei einst ein Verstorbener, der ganz in Flammen eingehüllt war, erschienen und habe ihm mitgeteilt, dass er schrecklich leiden müsse, weil er mit zu wenig Vorbereitung den göttlichen Heiland unter den sakramentalen Gestalten empfangen habe. "Darum bitte ich dich," fügte er hinzu, "mein lieber Freund, sei doch so gut um der Liebe willen, die wir zueinander hatten, und kommuniziere einmal zum Heil meiner Seele, aber mit andächtiger Vorbereitung und großem Eifer; so hoffe ich sicher, von den fürchterlichen Feinen befreit zu werden, die ich für meine Lauigkeit gegen das allerheiligste Sakrament des Altares wohl verdient habe."

Jener erfüllte unverzüglich diese fromme Bitte, und nachdem er die heilige Kommunion mit der gehörigen Vorbereitung empfangen hatte, erschien ihm diese Seele noch einmal mit glänzendem Licht umgeben, wie sie in festlichem Flug sich emporschwang, um unverhüllten Angesichtes den König der ewigen Glorie zu schauen.

Von der Kraft des heiligen Messopfers für die Verstorbenen

Die heiligen Väter sprechen sich vielfach mit Eifer über die unermessliche Wirkung des heiligen Messopfers für die Verstorbenen aus. Der hl. Cyrill von Jerusalem sagt, als er jenen, die von ihm im Christentum unterrichtet wurden, mehrere Stellen der Messordnung erklärt, dass wir darin für unsere Väter und überhaupt für alle Verstorbenen in der zuversichtlichen Hoffnung beten, dass ihnen durch die Gebete, die man im heiligen Opfer für sie darbringe, große Linderung zuteil werde, und fügt, um dies zu erklären, bei: "Wenn einem König, für jene, die ihn beleidigt hatten, und deshalb bestraft wurden, die Freunde oder Verwandten der Beleidiger irgend ein Geschenk von hohem Wert, wie z.B. eine Krone, zur Besänftigung seines Zornes darbrächten, glaubt ihr nicht, dass der Fürst die Schuldigen begnadigen oder doch ihre Strafe mildern würde? Ebenso richten wir unsere Gebete zu Gott für die Verstorbenen, obschon wir Sünder sind; nicht zwar, als könnten wir ihm eine Krone anbieten, sondern indem wir ihm Jesus Christus selbst darbringen, der für unsere Sünden geblutet hat, damit der so gütige und barmherzige Gott ihnen und uns gnädig sein möge" (Katech.19,9).

"Nicht umsonst," sagt der hl. Chrysostomus, "haben die Apostel das Gedächtnis an die Toten bei den heiligen erfurchtsgebietenden Geheimnissen verordnet, denn sie wussten, welche Vorteile denselben aus dieser Übung zuströmen. Wenn die Gemeinde mit dem Priester die Hände ausstreckt in Gegenwart des heiligen Opfers, welche Kraft müssen dann unsere Gebete haben Wer am Altar steht, ruft nicht vergebens: Lasst uns für die Entschlafenen beten.'

Sehr schön sagt auch ein frommer Schriftsteller unserer Zeit: "Das heiligt Messopfer ist Gott weit angenehmer, als wenn wir ihm tausend Welten zur, Opfer brächten, die alle mit Seraphinen angefüllt wären; Welten voll Seraphinen, was sind sie im Vergleich mit Jesus, dem eingeborenen, geliebte Sohn Gottes? Und gibt es wohl etwas, das wir durch Jesus durch seine Vermittlung bei Gott nicht erhalten könnten? Wäre eine Seele im Fegfeuer s tief verschuldet, dass das Blut Jesu diese Schuld heim Vater nicht bezahlen könnte? Könnten sich diese Seelen jetzt noch die Verdienste Jesu aneignen, so würde sofort eine allgemeine Erlösung stattfinden."

Beispiele, wie hilfreich das heilige Messopfer für die Armen Seelen wirkt

Der hl. Abt und Kirchenvater Bernhard schreibt in dem Leben des hl. Malachias: "Einst hörte dieser heilige Bischof im Traum eine Stimme, die ihm sagte, seine Schwester, die unlängst gestorben war, stehe im Vorhof und habe schon 30 Tage lang nichts mehr verkostet. Beim Erwachen verstand er sogleich, welche Speise ihr abging, denn es waren ebenso viele Tage, dass er das lebendige Himmelsbrot nicht mehr für sie dargebracht hatte. Er fuhr hernach ununterbrochen fort, ihr diese himmlische Wohltat wieder zu erweisen, worauf er sie bald einmal in einem Trauerkleid zur Kirche kommen sah; sie durfte aber nicht hinein. Später sah er sie in einem etwas weißen Gewand in der Kirche: allein sie durfte sich dem Altar nicht nähern. Endlich sah er sie das dritte Mal in einem weißen Gewand unter einer Schar Weißgekleideter, was ihm ihre Erlösung bedeutete."

Der hl. Bernhard schließt diese Erzählung mit folgenden Worten: "Offenbar hat dieses Sakrament die Kraft, die Sünden zu tilgen, die feindlichen Mächte zu überwältigen und den von der Erde Heimkehrenden den Himmel aufzuschließen.“

Der hl. Antonius erzählt: "Als einst der hl. Johannes von Alvernia, aus dem Minoritenorden, an einem Allerseelentag bei der heiligen Wandlung den allerheiligsten Leib unseres Herrn dem ewigen Vater aufopferte und ihn inbrünstig bat, die Seelen im Fegfeuer durch das Blut und die Verdienste seines eingeborenen Sohnes daraus zu befreien, sah er deren eine große Menge, gleich unzählig vielen Feuerfunken aus einem Ofen, sich in den Himmel emporschwingen."

Das heilige Messopfer ist das kräftigste Heilmitteln für die Armen Seelen

Der sel. Heinrich Suso, aus dem Predigerorden, war. wie er selbst schreibt, mit einem Ordensmann, der in Köln sein Studiengefährte war, das gegenseitige Versprechen eingegangen, dass derjenige von ihnen, der den anderen überleben würde, ein Jahr lang wöchentlich zwei heilige Messen für den anderen lesen müsse. Nachdem nun der Ordensmann gestorben war. vergaß zwar Heinrich Suso für ihn die schuldigen Messen zu lesen, betete aber und opferte seine äußerst strengen Bußwerke fortwährend für ihn auf. Allein der Verstorbene erschien ihm darauf in einem ganz traurigen und abgehärmten Aussehen und beklagte sich bei ihm jämmerlich darüber, dass er versäumt habe, ihm durch Entrichtung des heiligen Messopfers beizustehen. Suso entschuldigte sich damit, dass er ihn doch beständig dem Herrn empfohlen und für ihn Buße getan habe. Jetzt schrie der Verstorbene: "Blut, Blut, Bruder, ist nötig, damit mir Linderung werde! Messen, Messen, wie wir einander versprochen haben, sollen gelesen werden!" Und in der Tat. nachdem der Selige mehrere Messen für ihn gelesen hatte, sah er ihn bald darauf als eine Lichtgestalt gen Himmel steigen.

Denn es ist nur allzuwahr, dass, wie der fromme Papst Benedikt XIII. hierbei bemerkt, nur Jesus Christus uns in seinem Blut von unseren Sünden rein gewaschen hat. Es sagt daher das heilige Konzil von Trient (25. Sitzung), dass die im Fegfeuer behaltenen Seelen die kräftigste Hilfe durch das heilige Opfer des Altares erhalten.

Vom Ursprung der 30 Messen oder der sogenannten Gregorianischen Messen

Der hl. Papst Gregor der Große erzählt selbst in seinen Gesprächen folgende Geschichte, die sich in seinem eigenen Kloster in Rom zugetragen und zu diesen Messen Anlass gegeben hat. Ein Bruder namens Justus war gestorben. Da er aber gegen die Ordensregel sich einige Goldstücke angeeignet hatte, befahl der heilige Papst, ihm zur Straft; und den anderen zur Warnung, dass ihm kein Baider im Tod beistehen und sein Leichnam außerhalb des Kirchhofes mit diesem Geld in eine Grube geworfen werden solle. Dieses geschah wirklich. Aber dreißig Tage später erbannte sich der Heilige seiner und ließ eben so viele Tage nacheinander eine heilige Messe für ihn lesen. Als diese nun verrichtet waren, erschien der Verstorbene seinem leiblichen Bruder Copiosus, der Arzt in der Stadt war, und sagte ihm auf dessen Frage, wie es ihm gehe: Bisher ging es schlecht: allein jetzt steht es gut um mich; denn heute habe ich die Gemeinschaft erhalten. Nachdem Copiosus diese Nachricht ins Kloster gebracht hatte, zählte man die Tage, seit denen man das heilige Opfer für ihn dargebracht hatte (denn man hatte ihrer nicht geachtet), und es fand sich, dass es gerade der dreißigste war.

Der heilige Papst schließt diese Erzählung mit den Worten: "Da Copiosus nicht wusste, was die Brüder für ihn getan, noch diese Brüder, was er gesehen hat, und da die Erscheinung mit dem heiligen Opfer übereinstimmte, so zeigte sich klar, dass der gestorbene Bruder durch die Darbringung des heilsamen Opfers der Pein entkommen sei." Von da an wurde dieser Gebrauch der 3.0 Messen allgemein; und mehrere Beispiele zeugen von der großen Kraft derselben für die Verstorbenen.

Vom Nutzen der gestifteten Jahrzeiten für die Verstorbenen

P. Gottfried Henschenius, der Fortsetzer der Bolandisten, schreibt im Leben des hl. Dionysius, des Kartäusers, den folgenden Vorfall, der sich hierauf bezieht und die Sache beleuchtet: Johannes von Löwen, ein großer und angesehener Herr, der sich sehr den Werken der Gottseligkeit ergeben hatte und vorzüglich ein großer Wohltäter der Karthause von Rumonde war, stiftete zum Trost seiner Seele eine Jahrzeit in diesem Kloster und wurde auch seinem Willen gemäß darin begraben.

Da nun nach einem Jahr die erste Feierlichkeit dafür begangen wurde, umschattete eine Wolke von düsterem Feuer und üblem Schwefelgeruch den vorgestellten Sarg, wodurch der hl. Dionysius in große Besorgnis über dessen Rettung geriet, indem er befürchtete, diese Erscheinung möchte ein Anzeichen seiner Verdammnis sein. Nichtsdestoweniger fuhr er mit den übrigen Geistlichen in seinen Gebeten und Bußwerken für ihn eifrig fort. Am zweiten Jahrestag erschien während der gleichen Feierlichkeit eine feurige Kugel die heller war und nicht übel roch, über dem Sarg, was großen Trost brachte und zugleich zur ferneren eifrigen Fortsetzung der Liebeswerke für ihn aufmunterte, weil man jetzt zwar über sein Heil beruhigt war, aber doch erkannte, dass er noch der Reinigung bedürfe. Schließlich erschien im dritten Jahr bei diesem Anlass das hellste Licht, wodurch der hl. Dionysius die gänzliche Erlösung und Aufnahme desselben in die himmlische Glorie wahrnahm. Ein wichtiges Zeugnis für den Nutzen dieser Jahrzeiten zeigt sich auch darin, dass die ganze Kirche von den frühesten Zeiten her den Gebrauch, sie zu halten, beobachtet hat.

Über den Ursprung des Allerseelentages

Der große kirchliche Geschichtsforscher P. Surius, aus dem Karthäuserorden, führt als Ursprung dieses allgemeinen Gedächtnistages folgende Begebenheit an, welche der hl. Petrus Damiani im Leben des hl. Abtes Odilo Cluny beschreibt: Ein frommer Ordensmann aus Frankreich, der auf seiner Heimkehr von einer Pilgerreise nach dem gelobten Land auf dem Meer durch einen Sturm auf eine unbekannte Insel geworfen wurde, traf da einen gottseligen Einsiedler an. der ihm sagte, er höre in der Nähe seiner Zelle oft ein seltsames und schreckliches Geheul der bösen Geister, die sich beklagten, dass ihnen durch die Gebete und guten Werke der Christen für die Verstorbenen ein so großer Schaden zugefügt werde, indem dadurch die ihnen zur Quälung übergebenen Seelen erlöst oder wenigstens in ihren Peinen stark erleichtert werden.

Besonders äußerten sie deswegen einen großen Hass gegen den Abt Odilo von Cluny und dessen Mönche. Nach seiner Rückkehr teilte dieser Ordensmann, gemäß dem Verlangen des Einsiedlers, diese Nachricht dem heiligen Abt von Cluny mit. der. dadurch noch mehr entflammt, um dieses Werk so ausgezeichneter Liebe noch mehr zu verbreiten, um das Jahr 1030 in allen Klöstern seines Ordens auf den zweiten Wintermonat einen jährlichen Gedächtnistag für alle Seelen im Fegfeuer einführte.

Nachdem er später mit dem Papst Johannes XIX. davon gesprochen hatte, führte der Papst diesen Brauch in der ganzen Kirche ein. Zwar meldet schon Tertullian im dritten Jahrhundert, dass die Christen seiner Zeit ein jährliches Gedächtnis der Verstorbenen gehalten haben; und der Bischof Amalarius von Trier hatte eine solche schon zwei Jahrhunderte vor Odilo in seinem Sprengel eingeführt, allein erst infolge des genannten Ereignisses wurde dieser Brauch, wie gesagt, auf die ganze Kirche ausgedehnt.







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...   Erstellt am 09.11.2010 - 01:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Armen Seelen wünschen schnelle Hilfe

Ein Dominikaner bat auf seinem Totenbett einen Priester, der sein Freund war, inständig um die Güte, sogleich nach seinem Hinscheiden eine heilige Messe für ihn zu lesen. Kaum war er verschieden, so fing dieser schon an diese zu lesen. Als er sich aber wieder auskleidete, erschien ihm schon der Verstorbene und beklagte sich bitter bei ihm, er habe ihn 30 Jahre lang im Fegefeuer hilflos brennen lassen. "Wie, dreißig Jahre?" erwiderte der gute Priester erstaunt, "es ist ja noch keine Stunde verflossen, seitdem du gestorben bist; dein Leichnam ist ja noch warm!" Hierauf antwortete betroffen der Erschienene. "Lerne daraus, o Freund, wie peinigend die Qual des Fegfeuers ist, da eine Stunde, die man darin leidet, schon dreißig Jahre zu dauern scheint, und lerne mit uns Mitleid haben."

Boudon bemerkt, dass man sich im Hinblick auf die äußerste Heftigkeit der Schmerzen dieser Seelen nicht verwundern müsse, dass einige derselben, da sie kurz nach ihrem Tod erschienen, geglaubt haben, schon viele Jahre im Fegfeuer zugebracht zu haben; denn eine ähnliche Bewandtnis habe es auch bei den Lebenden in großen Schmerzen, die doch mit jenen in keinem Vergleich stehen können; auch kann man hier mit der heiligen Schrift sagen, dass ein Tag wie tausend sei. Es kann daher nicht genug empfohlen werden, dass man alles Gute, das man den Verstorbenen leisten will, ihnen so schnell als möglich zukommen lasse.

Hätte man z.B. die Liebe, für einen Mann, der für Schulden in der Gefangenschaft sitzt, tausend Taler zu seinem Loskauf zu verwenden, so müsste er dennoch mehrere Jahre darin schmachten, wenn man täglich nur einen Taler davon für ihn bezahlte; würde man hingegen den ganzen Betrag sogleich für ihn geben, so wäre er auch sogleich frei. Deswegen ist es auch weit besser, dass man die Seelenmessen von einer großen Menge Priester und an verschiedenen Orten lesen lässt, als nur an einem Ort und von wenigen Geistlichen.

"Ach", fügt hier Boudon bei, "wenn man doch gar nicht zögert, zum Feuer herbeizulaufen, wenn ein Haus brennt, was soll man dann erst für Seelen in den Flammen des Fegfeuers tun, die nach dem Ebenbild Gottes erschaffen und bisweilen die Seelen unserer Väter, Mütter und anderer Personen sind, die uns am liebsten sein sollten!"

Die Vermächtnisse der Verstorbenen sollen ohne Verzug vollzogen werden

Wer es aufschiebt, solche Vermächtnisse zu vollziehen, wird oft schon auf dieser Welt dafür bestraft. So erschien einst eine Seele in Mailand, die sagte, sie brenne schon seit zehn Jahren im Fegfeuer, weil einer ihrer Verwandten ihren letzten Willen nicht vollzogen habe; dieser Unmenschlichkeit wegen habe ihn aber das Ungewitter zugrunde gerichtet. Ein anderer wurde mit dem Tod bestraft, weil er es aufgeschoben hatte. Almosen, die man ihm anvertraut hatte, auszuteilen.

Ein Dominikaner aber erschien nach seinem Tod dem hl. Thomas von Aquin, den er wohl gekannt hatte, und versicherte ihm, er habe in den Flammen der göttlichen Gerechtigkeit viel gelitten, weil er die Nachlässigkeit begangen habe, ein Vermächtnis nicht zu vollziehen, das ihm der Erzbischof von Paris empfohlen hatte. Hierbei muss man noch auf einen Irrtum mehrerer aufmerksam machen, die sich deswegen wenig darum bekümmern, die Vermächtnisse zu vollziehen, weil sie sagen, dass der Wille derjenigen, welche sie gemacht haben, schon von Gott angenommen sei; allein diese bedenken nicht, dass dieses wohl in Rücksicht des Verdienstes, nicht aber der völligen Genugtuung stattfinden kann; denn warum schleuderten sonst die heiligen Kirchengesetze den Bann auf diejenigen, die sie nicht vollziehen oder sie verschieben? Es ist doch, wie jedermann einsieht, ein großer Unterschied, ob jemand seine Schulden bezahlen wolle oder dieses auch wirklich tue. (Boudon.)

Man muss selbst büßen, wenn man es versäumt, die Vermächtnisse der Verstorbenen zu vollziehen

Ein ergrauter Kriegsmann sagte vor seinem Tod seinem Enkel: "Ich habe nun 60 Jahre dem König gedient und nichts erübrigt, über das ich jetzt verfügen kann, als meine Waffen und mein Pferd. Ich befehle dir daher, dieses Pferd sogleich nach meinem Tod zu verkaufen und den Erlös davon den Priestern und den Armen zu geben, damit mir durch heilige Messen und Gebete Hilfe in der anderen Welt zukomme."

Der Enkel versprach es zu tun; allem nach dem Tod desselben unternahm dieser mit dem Pferd einige Reisen und behielt es endlich ganz für sich, ohne des Oheims mehr zu gedenken. Nach sechs Monaten erschien ihm aber der Verstorbene und bestrafte ihn mit folgenden scharfen Worten: "Treuloser, der du deine Schuldigkeit unterlassen und das Werk, welches ich dir aufgetragen und du mir versprochen, nicht vollzogen hast! Nun aber hat Gott sich meiner erbarmt; ihm sei ewiger Dank dafür! Meine Seele ist jetzt von der Qual befreit und fährt zur ewigen Freude. Du aber wirst aus gerechtem Urteil Gottes bald sterben und an eben diesen Ort der Peinen kommen, um so lange an meiner statt zu büßen, als meine Strafe noch gedauert hätte, wenn sie mir Gott nicht gnädig würde nachgelassen haben. Außerdem wirst du noch bezahlen müssen, was du für deine eigenen Schulden verdient hast." Nach dieser Erscheinung legte der erschütterte Enkel sogleich eine reumütige Beichte ab und starb bald darauf. (Thomas Cantimpre, Bischof.)

Man soll für die Stiftungen der Verstorbenen gewissenhafte Sorge tragen

Wenn es schon eine strenge Pflicht ist, für die genaue Vollziehung der Vermächtnisse zu wachen, so ist man jedenfalls noch viel strenger verpflichtet, gewissenhaft dafür zu sorgen, dass ewige Stiftungen zu Hilfe und Trost der Armen Seelen aufrecht erhalten werden. Es werden daher die kirchlichen Oberen oder Vorsteher Gott eine furchtbare Rechenschaft ablegen müssen, wenn aus ihrer Nachlässigkeit solche nicht beobachtet werden oder gar verloren gehen. Es ist ein schwerer Missgriff, wenn man das Geld davon zu anderen, obschon nützlichen Zwecken, wie z.B. zu Kirchenausbesserungen oder auf den Ankauf von Kirchenschmuck u. dgl., verwendet. Aus Saumseligkeit ist aber schon oft geschehen, dass Stiftungsbriefe verlegt wurden. Man überlegt aber nicht, welch schreckliche Folge solch eine strafbare Nachlässigkeit hat; denn auf diese Art kann eine Stiftung aufhören, die vielleicht bis an das Ende der Welt fortgedauert hätte, und diejenigen, welche die Ursachen davon sind, sei es dann aus Nachlässigkeit oder Bosheit geschehen, rauben dadurch den Annen Seelen, die im Fegfeuer brennen, einen Beistand, der immer fortgedauert hätte.

Man kann sich keine größere Grausamkeit denken. Was würde man wohl von einem Menschen sagen, der allen Armen auf der Erde in den Nöten dieses flüchtigen Lebens eine bedeutende Hilfe, die immer fortdauern sollte, entzöge? Jenes ist aber eine Grausamkeit, die sowohl in Hinsicht auf die Not der leidenden
Seelen, als der Folgen wegen noch strafbarer ist. (Boudon.)

Man soll Stiftungen und andere Leistungen, die man zum Trost seiner Seele zu machen gedenkt, selbst bestimmen, und sich dafür nicht auf die Erben verlassen

Der natürlichen Ordnung der Dinge nach sollten die Erben aus Frömmigkeit und Dankbarkeit Stiftungen zum Trost der Seelen errichten, in deren zeitlichen Besitztum sie treten; allein, o unbegreifliche Härte des menschlichen Herzens, weit entfernt davon, erfüllen sie bisweilen jene nur zum Teil, welche die Verstorbenen verordnet haben. Ja, noch mehr. Wenn die geringste Formalität an den Vermächtnissen fehlt, so vollzieht man sie nicht, und, was unglaublich wäre, wenn uns nicht die Erfahrung allen Zweifel darüber nähme, man führt sogar Prozesse, um nicht dazu gezwungen zu werden.

Wer sollte daher bei solchen Erfahrungen sich in diesem Punkt noch auf die Erben verlassen wollen und so blind sein, zu wähnen, sie werden mehr Liebe und Sorgfalt für uns haben, als wir selbst für uns angewandt haben, da doch das Sprichwort sagt: "Aus den Augen, aus dem Sinn," nur zu richtig ist.

Nicht besser steht es mit den Schulden, die man hinterlässt. Gegen alle natürlichen, menschlichen und göttlichen Gesetze bezahlen so viele Sterbende ihre Schulden nicht, wenn sie es schon könnten, und beschwichtigen sich mit dem Gedanken, dass sie hinlängliches Vermögen zurücklassen, um sie zu tilgen, und dass sie den Auftrag gegenüber den Erben erteilen; allein nachher tun diese es nicht oder schieben es auf die lange Bank. So geschieht es nicht selten, dass für solche Tote zwar eine vornehme Bestattung gehalten und eine Trauerkleidung angelegt wird, die Aufsehen macht, hingegen aber arme Handwerker den Lohn für die Arbeit, die sie ihnen geleistet haben, nicht erhalten und andere Gläubiger ihre Forderungen an ihnen verlieren müssen.

"Freilich," sagt hier Boudon, "wird oft ein so grausames Verfahren zu einer gerechten Strafe von Gott verhängt, entweder um eine so sündhafte Nachlässigkeit zu züchtigen oder um die Ungerechtigkeit solcher zu bestrafen, die sich eben so gegen andere betragen haben. Unterdessen schmachten solche Unglückliche im Feuer, die doch zuweilen Geld und Güter genug hinterlassen, so dass, wenn sie, nachdem sie ihre Schulden vollkommen getilgt haben, noch einen Teil davon den Armen ausgeteilt hätten, sie sich vielleicht schon im Paradies befinden würden."

"Niemals, „ fügt er hinzu, "wenn es sich um das Heil seiner Armen Seele handelt, muss man sich auf andere verlassen. Ich habe einen Geistlichen gekannt, der viel Geld und Korn zusammengehäuft hatte, allein nach seinem Tod warf man seine Leiche inmitten seiner Äcker in eine Grube, und als ein Jahr verflossen war, beschlossen seine Erben mit Stimmenmehrheit, für ihn nicht einmal einen Trauergottesdienst halten zu lassen."
Die Erlösung der Armen Seelen erfolgt oft erst spät

Der hl. Ludwig Bertrand versichert, die Seele seines Vaters sei acht Jahre lang im Fegfeuer gewesen, und doch war sein Vater ein Mann Gottes, der sogar mit außerordentlichen Gnaden, wie z.B. mit mehreren Erscheinungen von Heiligen, die mit ihm Umgang hatten, beehrt wurde; zudem war sein Sohn einer der großen Heiligen der letzten Jahrhunderte, der, als er ihn auf eine Weise leiden sah, die auch die gefühllosesten Herzen rühren würde, nichts unterließ, seine Leiden zu lindern.

Er betete nämlich während dieser Jahre für ihn unendlich viele Psalter und Rosenkränze, fastete außerordentlich streng, geißelte sich alle Tage bis auf das Blut, brachte das heilige Messopfer dar; und doch konnte dieser Heilige, dem Gott sonst alles, um das er ihn bat, so leicht gewährte, die Erlösung seines Vaters, der ein Mann von hoher Tugend war, erst nach acht Jahren erlangen.

Es sagt der englische Lehrer Thomas von Aquin: "Die Seele müsse, um mit ihrem Ursprung im Himmel wieder vereinigt zu werden, eben so rein sein, als sie im Zustand der Unschuld daraus hervorgegangen ist."

Das Ebenbild Gottes muss in ihr vollkommen wieder hergestellt sein, und je höher die Herrlichkeit ist, in die sie aufgenommen werden soll, umso vollkommener muss dieses Ebenbild in ihr sein. Denn je nachdem wie ein Palast werden soll, müssen die Steine dazu mehr behauen und geglättet werden, wie auch die Kirche am Kirchweihfest singt: "Es seien unsere Seelen lebendige Steine, aus denen die himmlische Stadt müsse erbaut werden, und diese müssten dafür durch Leiden geglättet werden."

Die guten Werke kommen oft nicht den Seelen, für die man sie verrichten will, sondern anderen zu

Im Leben des hl. Abtes Rabanus Maurus, dem späteren Erzbischof von Mainz, liest man folgende Begebenheit: In seinem Kloster herrschte die altertümliche Sitte, welche auch jetzt noch in vielen Klöstern besteht, für die Verstorbenen des Hauses 30 Tage lang nach ihrem Hinscheiden alle Speise und Trank, die ihnen am Tisch zugekommen wäre, täglich zu ihrem Trost den Armen auszuteilen. Da aber einst eine ansteckende Krankheit ausbrach und viele Geistliche nacheinander daran starben, entzog ihnen ein karger Pförtner diese Wohltat, oder schob sie über die gehörige Zeit hinaus.

Allein auch er wurde bald vom Tod hinweggerafft, und doch wurde diese Liebestat ungeschmälert für ihn verrichtet. Er erschien aber eines Tages dem seligen Abt und sagte zu ihm: "Ich leide noch schwere Pein, denn obwohl das Gebet des Klosters mir nicht wenig Erleichterung verschafft, so kann ich doch nicht davon befreit werden, bis alle meine Brüder, die meines Geizes und meiner Saumseligkeit wegen im Feuer zurückbehalten werden, erlöst sind; weil das Almosen, welches für mich ausgeteilt wurde, nach einer Anordnung der göttlichen Gerechtigkeit ihnen und nicht mir zugekommen ist. Ich bitte euch aber, es zu verdoppeln; denn auf diese Weise wird der gütige Gott nach den anderen auch mich schneller erlösen." Dies geschah, und nach einem Monat erschien er wieder, und zwar erlöst.

Man muss nicht leicht jemanden für verloren halten

Der hl. Alphons von Liguori erzählt in seinen Herrlichkeiten Mariens folgende Geschichte: An dem Ort. an dem sich die sei. Schwester Katharina vom hl. August aufhielt, wohnte auch eine Frau namens Maria, das von seiner frühen Jugend bis in ihr Alter ein sehr ausschweifendes Leben führte, so zwar, dass die Leute des Ortes sie schließlich aus der Stadt fortjagten und in eine Höhle außerhalb ihres Gebietes verwiesen. Hier starb sie bald hernach ohne Sakramente und jede menschliche Hilfe an einer abscheulichen Krankheit, wodurch ihr Körper in Fetzen zerfiel, und ihr Leichnam wurde, wie der eines Hundes, auf dem Feld verscharrt.

Die Schwester Katharina, welche sonst viel für die Annen Seelen zu beten pflegte, dachte nicht mehr an die arme Sünderin, weil sie, wie jedermann, dieselbe für verdammt hielt. Nach vier Jahren aber erschien ihr. da sie eben betete, eine Seele aus dem Fegfeuer und sagte zu ihr: Schwester Katharina, wie unglücklich bin ich! Du betest für alle Verstorbenen; nur mit mir hast du kein Mitleid." - "Wer bist du denn?" fragte die Dienerin Gottes. "Ich bin, „ antwortete die Seele, "jene arme Maria, die in der Höhle starb. Durch die Barmherzigkeit der Muttergottes hin ich aber gerettet; denn in meinen letzten Augenblicken, da ich mich von der ganzen Welt verlassen und voll Sünden sah, sagte ich von Grund meines Herzens zu ihr: () du Zuflucht der Verlassenen, erbarme dich meiner! Du bist meine einzige Hoffnung! Komm mir zu Hilfe! Und ich betete nicht umsonst; auf die Fürbitte Mariens bin ich nämlich durch eine wahre Reue der Hölle entgangen, und zugleich ist meine Pein abgekürzt; doch muss ich jetzt um so heftiger leiden. Lass aber nur einige Messen für mich lesen, dann werde ich aus dem Fegfeuer erlöst werden; und ich verspreche dir, dass ich einst im Himmel ewig Gott und seine heilige Mutter für dich bitten werde." Katharina ließ die Messen lesen; und einige Tage nachher erschien ihr diese Seele wieder, glänzend wie die Sonne, und dankte ihr für ihre Erlösung.

Man soll nicht glauben, dass jemand keine Hilfe mehr nötig habe

Es bleibt immerhin wahr, dass nichts Unreines in den Himmel eingehen wird. Denn wenn man auch nur mit einer einzigen lässlichen Sünde, die nicht abgebüßt wäre, sterben würde, so müsste man auch doch davon gereinigt werden. Deswegen sind solche, die im Ruf großer Heiligkeit starben, und sogar solche, die im Namen des Herrn Wunder getan, im Fegfeuer gewesen. Zudem kennt Gott allein den inneren Zustand des Menschen. Daher soll man keine Seele unter dem Vorwand, sie sei heilig und bedürfe der Hilfe also nicht, ohne den Beistand der Fürbitte und anderer guten Werke lassen. Dieser Fehler geschieht bisweilen; und während man meint und sagt, sie seien in großer Herrlichkeit im Himmel, brennen sie hilflos in den Gluten des Fegfeuers.

Warnend ist hierfür auch, was der große Kirchengeschichtsforscher Kardinal Baronius in seinen Jahrbüchern aufgezeichnet hat. Im Jahr 874. schreibt er wörtlich, hatte der Kaiser Ludwig II. aus Gottes Fügung diese Erscheinung: Als er einst zur heiligen Fastenzeit seine weltlichen Geschäfte beiseite gelegt hatte, um dem Gebet zu obliegen, sah er in einer Nacht im Traum seinen Vater, den Kaiser Ludwig, beängstigend, der ihn in lateinischer Sprache so anredete: "Ich beschwöre dich durch unseren Herrn Jesus Christus, du wollest mich den Peinen, worin ich mich befinde, entreißen, damit ich doch einmal das ewige Lehen erlangen möge."

Durch dieses Gesicht erschreckt, schickte er in alle Klöster des Reiches Briefe, in denen er sie inständig bat, dass sie einer Seele, die noch im Fegfeuer leide, (und zwar noch nach mehr als dreißig Jahren seit ihrem Hinscheiden) durch ihre Fürbitte bei Gott helfen möchten.

Man muss über den Zustand der Verstorbenen nicht vorwitzig nachforschen

Zur Belehrung hierfür dient folgende Begebenheit, welche P. Gottfried Henschenius im Leben des hl. Dionysius des Karthäusers in der Fortsetzung der Bollandisten erzählt. Als nämlich diesem Heiligen der Tod seines Vaters angekündigt wurde, empfand er das größte Herzeleid darüber, indem er ihm wegen der von ihm sowohl in Bezug auf die Sitten, als auch auf die Wissenschaften erhaltenen vortrefflichen Erziehung mit vorzüglicher Liebe und Dankbarkeit zugetan war. Zugleich war er aber sehr begierig, etwas über dessen Zustand in der anderen Welt zu erforschen; er nahm sich daher vor, darüber ein Zeichen von Gott zu begehren.

Als er sich nun einmal nach der Vesper in seiner Zelle mit besonderem Eifer und Vertrauen zu diesem Zweck im Gebet zu Gott wandte, hörte er eine helle Stimme vom Himmel, die ihm zurief: "Was nützt es, dass du dich durch diesen eitlen Vorwitz so sehr quälen lässt, um zu wissen, wie es mit der Seele deines Vaters stehe, als vielmehr, um sie aus dem Fegfeuer zu erlösen, im Fall, dass sie sich darin befände? Auf diese Weise wird dein Gehet ihr eine erfreuliche Hilfe und dir ein großes Verdienst verschaffen."

Dadurch sehr betroffen, richtete er sein Gebet nun mit verdoppeltem Eifer einzig auf die Befreiung seines Vaters, und schon in der nächsten Nacht sieht er ihn in schrecklichen Qualen, aus denen er zu ihm jämmerlich um Hilfe schrie. Der Heilige hielt dann solange in seinen eifrigen Gebeten und Bußübungen für ihn an, bis er die tröstliche Nachricht von seiner Erlösung erhielt. Der Geschichtsschreiber fügt hinzu, dass er hierauf zu einem außerordentlichen Eifer entzündet worden sei. den Verstorbenen zu helfen, und dass er ihn auch auf seine untergebenen Geistlichen ausgedehnt hat.

Man muss die Hilfe für die Verstorbenen ununterbrochen fortsetzen

Da der Glaube sogar unter denjenigen, die sich Gläubige nennen, und in Bezug auf das Fegfeuer selten lebendig ist, so handelt man bei der Hilfe, die man den Verstorbenen leistet, gewöhnlich nur aus Gewohnheit, und daher ohne ausdauernden Eifer. Man vertröstet sich nur allzu sehr mit dem Spruch, den man gewöhnlich hört, wenn eine Person nach einer schmerzhaften Krankheit gestorben ist: "Nun hat sie es überstanden; es ist ihr gut gegangen; jetzt ist sie glücklich;" ohne der Peinen zu gedenken, die sie vielleicht in der anderen Welt zu erdulden hat und die oft sehr lange dauern. Nach herkömmlichem Gebrauch nimmt man sich ihrer noch eine kurze Zeit lang, vielleicht ein Jahr durch, an; allein nachher denkt man kaum oder nur selten mehr an sie, da doch, wie gezeigt wurde, sogar sehr heilige Seelen viele Jahre im Fegfeuer leiden können.

"Gewöhnlich“, sagt Boudon, "sind diese Peinen nicht von kurzer Dauer. Ich weiß zwar, dass man nicht alles leicht glauben muss, was man nach Offenbarungen hierüber vernimmt; allein wenn diese von sehr gelehrten, ausgezeichneten frommen und klugen Männern geprüft worden sind und uns von ihnen als glaubwürdig dargestellt werden, so muss man doch Rücksicht darauf nehmen. Nun gibt es solche Offenbarungen, die berichten, dass Seelen auf hundert, andere auf fünfhundert Jahre und wieder einige bis zum letzten Gerichtstag zu den Flammen des Fegfeuers verurteilt worden sind." Wir dürfen daher unsere Hilfe für die Verstorbenen nie unterbrechen.

Als der hl. Bernhard die Bußpsalmen, die er täglich für seine verstorbene, sehr fromme Mutter betete, sieben Jahre nach ihrem Tod einst unterließ, wurde sein Abt, der hl. Stephan, durch eine Offenbarung davon in Kenntnis gesetzt und verwies ihm dies dann ernsthaft.

Wenn die Seelen, denen wir diese Hilfe zukommen lassen wollen, sie auch nicht mehr bedürfen, so kommt sie den übrigen zu, die unsere Barmherzigkeit wohl auch verdienen. Dadurch wird unser Liebeswerk nicht minder heilsam und verdienstlich, und wahrlich ist das menschliche Leben nicht zu lang, um diese Liebe immer zu üben.

Von der Beharrlichkeit und dem Eifer, womit der hl. Augustinus für die Verstorbenen betete

Wie überzeugt der hl. Kirchenvater Augustinus davon war, dass man beharrlich für die Verstorbenen beten müsse, und wie eifrig er selbst diese Pflicht erfüllte, zeigt, außerdem dass er während seines ganzen Lebens für seine verstorbene heilige Mutter Monika, ungeachtet ihres vorbildlichen Lebens, inbrünstig betete, noch das folgende Gebet, welches er zwölf Jahre nach ihrem Tod verrichtete und in seinen Bekenntnissen niederschrieb:

"O mein Gott, die Tränen, welche ich in diesem Augenblick für meine Mutter vergieße, sind ganz verschieden von jenen, welche bei ihrem Tod ihr Verlust mir auspresste. Ich weine aus Schrecken, wenn ich bedenke, wie sehr alle Grund zu fürchten haben, welche an der Sünde Adams teilhaben. Freilich ist zwar meine Mutter in Jesus Christus wiedergeboren worden, und so lange sie in dieser sterblichen Hülle wandelte, war ihr Glaube so lebendig und ihre Sitten so rein, dass wir alle Ursache haben, dafür deinen heiligen Namen zu preisen; und dennoch getraue ich mir nicht, zu behaupten, dass seit ihrer Wiedergeburt durch die heilige Taufe ihr nicht auch vielleicht irgend ein Wort entfallen sei, durch welches sie dein heiliges Gesetz übertreten haben könnte. Und ist es denn nicht der Ausspruch der ewigen Wahrheit selbst, dass derjenige, welcher bloß seinen Bruder Narr nennt, schon die Strafe des Feuers verdient? Darum wehe selbst denjenigen, welche rechtschaffen und lobwürdig gelebt haben, wenn du ohne Barmherzigkeit mit ihnen zu Gericht gehst! Deswegen, o Gott meines Herzens, obwohl ich alle Ursache habe, mich in dir zu erfreuen, wenn ich mich an all das Gute erinnere, das meine Mutter während ihres Lebens verrichtete, so will ich lieber jetzt nicht an dasselbe denken und dich einzig nur um Verzeihung der Sünden für sie anflehen. O, erhöre mich durch die Verdienste desjenigen, der aus Liebe zu uns sich ans Kreuz schlagen ließ! Ich weiß, dass sie so viele Werke der Barmherzigkeit verrichtete; ich weiß, dass sie denjenigen, welche sie beleidigt hatten, von ganzem Herzen verzieh; o verzeihe daher auch du ihr die Fehler, durch welche sie während den vielen, seit ihrer Taufe verflossenen Jahren dich beleidigt haben kann. O verzeihe ihr! Ich bitte, ja ich bitte dich echt inständig darum, o Herr! Höre viel mehr auf deine Barmherzigkeit, als auf deine Gerechtigkeit, und gehe nicht mit ihr ins Gericht."

Nach diesem Gebet empfahl er sie dann, wie auch seinen Vater, der viel früher gestorben war, seinen Lesern im Gebet, damit sie ersetzen möchten, was er selbst unterlasse habe oder nicht zu leisten vermöge.

Beispiele über die kurze und lange Dauer des Fegfeuers

Der Schwester des gottseligen Niklaus Wolf erschien, als sie schon bejahrt war. ihre eigene Tochter, welche bei ihren Hinscheiden ebenfalls Mutter gewesen war, bald nach ihrem Tod und sagte zu ihr unter Gebärden und Seufzern, die ein großes Entsetzen ausdrückten, o Tod, o Tod! um anzuzeigen, welch eine schreckliche Sache der Tod sei. Nachher setzte sie aber hinzu, dass er jedoch für sie nicht so fürchterlich ausgefallen sei. denn sie müsse nur etwa acht Tage im Fegfeuer bleiben, dann sei sie erlöst, und wenn sie ihre Leiden und ihren Tod mit dem bitteren Leiden und Tod unseres Herrn vereinigt hätte, so wäre sie sogleich in den Himmel gekommen; worauf sie mit großem Ernst hinzufügte: "Ich wusste dieses nicht, Mutter! Ihr hättet es mir sagen sollen."

So erschien auch eine Frau in der Nähe des erwähnten Seligen, wenige Zeit vor seinem Sterben, bald nach ihrem Tod ihrer Tochter und sagte zu ihr, nachdem sie ungefähr auf die gleiche Weise ihr Entsetzen über die Schrecknisse des Todes geäußert hatte, sie müsse auch nur wenige Tage im Fegfeuer bleiben und habe nicht sehr viel zu leiden. Dann fügte sie hinzu: "Sie solle doch den Leuten, welche ihrer Beerdigung beigewohnt haben, recht sehr danken, es sei dabei so viel für sie gebetet worden, was für sie in der anderen Welt von einem erstaunlichen Nutzen gewesen sei." Diese beiden Ereignisse erzählte der gottselige Niklaus Wolf.

In den Offenbarungen der hl. Mechthild finden wir hingegen folgendes Beispiel über eine lange Dauer im Fegfeuer. Als diese heilige Äbtissin einst darüber nachdachte, wie unermesslich groß die Güte Gottes sei, sagte der Herr zu ihr: "Komme und betrachte den Geringsten von allen Glückseligen, die im Himmel sind, denn in ihm kannst du meine Güte erkennen."

Hierauf wurde sie in den Himmel versetzt, und als sie dort aufmerksam umhersah, um zu erfahren, von wem der Herr gesprochen hatte, siehe, da kam ihr ein Mann von königlicher Pracht und Würde entgegen; er war von blühendem Alter, sein Angesicht war edel, schön und glanzvoll, zudem war er äußerst liebreich. Nun fragte sie ihn, wer er sei und wie er zu einer so hohen Freude und zu einer so großen Herrlichkeit gekommen sei, worauf er antwortete: "Auf der Erde war ich ein Räuber und Übeltäter; allein, da ich das Böse mehr aus einer gewissen Unwissenheit und Gewohnheit, die ich von den Eltern erhalten hatte, als aus Bosheit verübte, so habe ich am Ende durch die Buße Barmherzigkeit erlangt. Ich bin aber hundert Jahre lang in dem Ort der Qualen gewesen und habe viel Peinen zu meiner Reinigung ausgestanden; nun aber bin ich allein durch die unverdiente Güte Gottes hierher in die ewige Ruhe geführt worden.

Jeder hat die Pflicht, den Verstorbenen zu helfen

Neben der allgemeinen Pflicht, welche uns das göttliche Gesetz der Nächstenliebe auferlegt, gibt es für jedermann noch eine besondere Verpflichtung, den Verstorbenen zu helfen, die aus den persönlichen Verhältnissen, in denen man mit ihnen lebte, hervorgeht; denn es ist niemand, der nicht auf eine besondere Weise zur Dankbarkeit gegen sie verpflichtet wäre; so z.B. die Schüler gegen ihre Lehrer für den Unterricht und die Bildung, die sie von ihnen empfangen haben; desgleichen die Blutsverwandten, Amtsbrüder, die Mitglieder eines Ordens und einer Genossenschaft, Kriegsgefährten, Nachbarn, Freunde und Seelsorger usw.; denn in was immer für einem Stand sich jemand befinden mag, so hat er doch unter den Verstorbenen, die im Fegfeuer sein können, solche, denen er Wohltaten und Dienstleistungen zu verdanken hat.

Wann hätten wir aber mehr Grund, uns unseren Wohltätern und Freunden erkenntlich zu erweisen, als zurzeit, da wir ihnen in ihren schrecklichen Qualen im Fegfeuer Linderung und Rettung verschaffen können? Eine besonders strenge Pflicht obliegt aber denjenigen, die sich auf irgendeine Weise im Besitz einer Erbschaft derselben befinden. Diese werden, wenn sie dagegen handeln, von dem vierten Konzil von Karthago geradezu Mörder der Armen genannt, weil sie diesen so hilfsbedürftigen Seelen ihre schuldige Hilfe entziehen; und der hl. Dionysius, der Karthäuser, sagt: "Derjenige hat in der Tat keinen Funken christlicher und brüderlicher Liebe, der aus Nachlässigkeit oder Trägheit zulässt, dass die Armen Seelen seiner Freunde von den Flammen des Fegfeuers gequält werden."

Von der besonderen Pflicht der Kinder gegen ihre verstorbenen Eltern

Die Kinder sind schon von Natur verpflichtet, ihre Eltern zu lieben und zu verehren, da sie von ihnen das Leben erhalten haben. "Ehre deinen Vater, „ sagt die heilige Schrift (Sir. 7, 29-30), "von ganzem Herzen und vergiss nicht der Schmerzen deiner Mutter. Gedenke, dass du ohne sie nicht geboren wärest, und tue ihnen Gutes, so wie sie auch dir erwiesen. "Wie viele zeitliche und geistliche Wohltaten haben aber die Kinder, noch außer dem Leben des Leibes, von ihren Eltern empfangen! Sie sind daher zur zärtlichsten Gegenliebe und zum wohltätigsten Mitleid mit ihnen auch nach ihrem Tod verpflichtet. Viel strenger aber noch geht dieses die Priester an. weil sie besonders als Stellvertreter der Kirche z.B. im heiligen Messopfer u. a. weit mehr für sie leisten können. Deswegen hält man es auch für den größten Trost der Eltern, wenn sie Priestersöhne zurücklassen.

Dem Vater des gottseligen Bischofs Thomas Cantimpre von Cambray aus dem Predigerorden, wie dieser selbst erzählt, sagte ein Beichtvater zu Jerusalem, wohin jener gewallfahrte, er erhalte zwar die Lossprechung von einer sehr großen Sünde, die er beichtete und wofür er die Höllenstrafe verdient hätte, er habe aber zu erwarten, einst bis an den jüngsten Tag im Fegfeuer dafür büßen zu müssen, wenn er nicht das Glück habe, einen Sohn zurückzulassen, der Priester sei und ihn vor der Zeit erlösen könne.

Nachher gab sich dieser sein Vater alle Mühe, ihm zum Priesterstand zu verhelfen. Auch verwandte Thomas Cantrimpre, nachdem er wirklich Priester geworden und sein Vater gestorben war, unablässig all seinen Eifer, besonders in der Darbringung des heiligen Messopfers, für ihn. und mit der Zeit wurde auch ihm der tiefe Trost zuteil, ihn aus dem Fegfeuer erlöst zu wissen. Von dieser Ansicht geht auch die Kirche aus, da sie in den Totenmessen drei Gebete für die Eltern des Priesters beigefügt hat, von denen das erste folgendes ist: "O Gott, der du uns Vater und Mutter zu ehren befohlen hast, erbarme dich gnädig der Seelen meiner Eltern, und verzeihe ihnen ihre Sünden und lass mich sie einst in der Freude der ewigen Herrlichkeit sehen. Durch Jesus Christus. Amen."

Von der besonderen Pflicht der Eheleute gegenüber ihren verstorbenen Ehegatten

Die Eheleute sollen aus Liebe und Mitleid einander noch nach dem Tod beistehen. Denn die eheliche Liebe, die durch die sakramentale Gnade immer erhalten werden soll, verpflichtet sie, sich einander fortwährend so zugeeignet zu sein, wie Jesus Christus seiner Braut, der Kirche, es ist. Wie kann man aber sagen, dass sie eine solche Liebe zueinander haben, wenn eins dem anderen nach dem Tod keinen Beistand leistet? Es sagt daher schon Tertullian: "Eine Witwe betet für die Seele ihres verstorbenen Gemahls; sie fleht für ihn um die Ruhe und um die Vereinigung mit ihm und bringt an den Jahrestagen seines Todesopfer dar. Wenn sie dieses unterlässt, so scheidet sie sich, so viel von ihr abhängt, von dem ehelichen Band ihres Mannes."

Cäsarius schreibt: Eine Frau sagte einst zu einem Bischof, der ihrem verstorbenen Mann, welcher ein Wucherer war, keinen Platz auf dem Kirchhof gestatten wollte: "Ich habe gehört, dass Mann und Weib eins seien und dass der Apostel sagte, ein ungläubiger Mann könne durch ein gläubiges Weib gerettet werden. Was daher mein Mann, mit dem ich einen Leib ausmache, zu wenig getan hat, will ich ersetzen und bin bereit, für ihn bei Gott genug zu tun." Wirklich bezog sie nachher eine Wohnung beim Kirchhof, wo ihr Mann später doch begraben wurde, betete und verrichtete gute Werke Tag und Nacht für ihn.

Nach sieben Jahren erschien er ihr und sagte zu ihr: "Gott lohne es dir! Denn deiner Werke wegen hin ich jetzt von der schwersten Pein befreit; und wenn du mir nur noch sieben Jahre die gleichen Wohltaten erweisest, so werde ich dann ganz erlöst sein." Beides geschah.

Diejenigen, welche den Armen Seelen keine Barmherzigkeit erweisen, haben viel zu fürchten

"Mit dem nämlichen Maß, mit dem ihr messt, wird euch gemessen werden." (Matth. 7, 2.) Es wird jedem einleuchten, dass dieser Ausspruch des göttlichen Heilandes auch auf die Hilfe, die man den Armen Seelen im Fegfeuer leisten soll, anzuwenden ist. Dafür zeugen viele Beispiele von Seelen, welche, weil sie hierbei saumselig waren, entweder selbst dafür büßen mussten, oder von anderen ebenfalls vergessen wurden, oder denen aus diesem Grund die für sie verrichteten guten Werke nicht selbst, sondern anderen zukamen.

So liest man unter anderen Beispielen dieser Art von einem Franziskaner, der längere Zeit nach seinem Tod einem Mitbruder erschien und ihm bekannte, dass er deswegen im Fegfeuer sehr große Schmerzen ausstehen müsse, weil er zu Lebzeiten nachlässig in den Gebeten für die Verstorbenen gewesen sei; und dass alle Gebete und heiligen Messopfer, welche bisher für ihn entrichtet worden seien, ihm nicht zu Nutzen gekommen, sondern von Gott zur Strafe für seine Nachlässigkeit anderen Seelen geschenkt worden seien.

Es sagt daher Kardinal Kajetan: "Jene, welche in diesem Lehen die Verstorbenen vergessen, werden nach meiner Überzeugung einst im Fegefeuer, alle Teilhabe an den guten Werken und andächtigen Gebeten entzogen werden, wenn auch noch viel Gutes von anderen hier für sie geschehen würde; denn die göttliche Gerechtigkeit pflegt auf solche Weise ihre verübte Unbarmherzigkeit und Härte des Herzens zu strafen."

Viele Geisteslehrer gehen aber noch weiter und befürchten für solche Unbarmherzige nicht nur ein viel strengeres Fegfeuer, sondern sogar die ewige Verdammnis. Sie wenden nämlich auf sie den Ausspruch des hl. Jakobus (2, 13) an: "Ohne Barmherzigkeit wird derjenige gerichtet werden, der keine Barmherzigkeit geübt hat." Ferner das Wort des Heiligen Geistes: "Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch rufen, aber nicht erhört werden." (Spr. 21, 13.)

Deswegen sagt der hl. Vinzenz Ferrerius: "Auch die Seelen im Fegefeuer rufen zu Gott um Rache gegen jene, die ihnen ihren Beistand versagen." und schließt mit den Worten des hl. Lukas (18,7): "Wird Gott vielleicht seine Auserwählten nicht rächen, die Tag und Nacht zu ihm rufen?"

Diejenigen, welche den Armen Seelen Barmherzigkeit erweisen, haben viel zu hoffen

Da es im Evangelium heißt: "Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen" (Matth. 5, 7), welch eine überschwängliche Barmherzigkeit haben für das andere Leben erst diejenigen zu erhoffen, die gegen die Armen Seelen Barmherzigkeit geübt haben! "Tu Gutes dem Gottesfürchtigen“, heißt es in Sirach 12, 2, "und du findest Vergeltung, wenn nicht von ihm, so vom Allerhöchsten." Die Geisteslehrer versprechen daher solchen Barmherzigen große Linderung und Hilfe im Fegfeuer; und sie sehen überhaupt die tätige Liebe gegen die Armen Seelen für ein zuverlässiges Zeichen der göttlichen Auserwählung zur himmlischen Glückseligkeit an.

Gerson wendet deswegen auf jene die Worte des hl. Augustinus an: "Vor der Pforte der Hölle sitzt die Barmherzigkeit, die nicht zulässt, dass einer eingehe in den Kerker." (Homil. 9.) Und auch der hl. Thomas von Aquin sagt: "Es ist wahr, dass, wer für die Armen Seelen genug tut, für sich selbst noch nicht genug tut; es ist aber andererseits ebenfalls wahr, dass ein solcher noch mehr verdient, als die Nachlassung der Strafen, nämlich das ewige Leben." Endlich spricht Gott selbst durch den Mund seines königlichen Propheten (Ps. 40, 1): "Selig ist, der des Armen und Dürftigen gedenkt; am Tag des Unglücks wird ihn erretten der Herr."

Es ist klug, dass man jetzt für sich vollbringt, was man wünscht, das einst andere für uns tun möchten

"Verlasse dich nicht auf deine Freunde und Verwandten, „ sagt der gottselige Thomas von Kempen (Nachf. Chr. 1. Bd. 23. Hpst.), "denn die Menschen werden deiner viel schneller vergessen, als du glaubst. - Wenn du jetzt für dich selbst nicht besorgt bist, wer wird in Zukunft für dich besorgt sein?" Zudem sind die Werke, die wir selbst im Leben zur Tilgung unserer Strafen verrichten, weit wirksamer als diejenigen, welche einst andere für uns leisten werden. Es sagt daher ein gottseliger Bischof: "Dasjenige, was du bei guter Gesundheit gibst, ist Gold, was du sterbend gibst, ist Silber, und was du nach dem Tod zugrunde gehen lässt, Blei."

Im gleichen Sinn sagt die hl. Katharina von Genua, welche ein eigenes Buch über die Annen Seelen geschrieben hat: "Wer in diesem Leben seine Sünden abbüßt, bezahlt mit wenigen Pfennigen tausend Dukaten; wer aber die Abbüßung derselben in das andere Leben verschiebt, bezahlt mit tausend Dukaten wenige Pfennige."

Schließlich schreibt der hl. Papst und Kirchenvater Gregor, der Große, in seinen Gesprächen (4. B. 58): "Es ist ein viel sicherer Weg, wenn ein jeder, so lange er noch lebt, dasjenige Gute für sich selbst tut, das, wie er hofft, andere für ihn tun werden; da es ein größeres Verdienst ist, schon frei aus diesem Leben zu gehen, als nach dem Tod in den Ketten des Fegfeuers die Freiheit erst zu suchen."

Geduld in Kreuz und Leiden kürzt die Strafen des Fegfeuers ab

Ein Franziskaner lag an einer langwierigen und schmerzhaften Krankheit danieder. Sich und anderen zur Last, bat er nun Gott dringend, ihm seine Leiden abzukürzen. Er wurde erhört; denn ein Engel erschien ihm und ließ ihm die Wahl, entweder sogleich zu sterben und drei Tage im Fegfeuer zu büßen oder seine Krankheit noch ein Jahr geduldig zu ertragen und dann sogleich in den Himmel zu gelangen. Er wählte das Erstere. Kaum war er aber einige Stunden im Fegfeuer, so glaubte er vor Schmerzen, er befinde sich schon viele Jahre darin, und da es ihm der Engel, der ihn besuchte, neuerdings freistellte, wenn ihn die Wahl gereue, wieder in den noch unbegrabenen Leichnam zurückzukehren, nahm er es hastig an und gelangte dann, als er nach einem Jahr geduldig erlittener Krankheit wieder starb, unmittelbar in den Himmel. (Wagindus, Chronik der minderen Brüder vom Jahr 1283.)

Die hl. Theresia erzählt in ihren Bekenntnissen (38. Hpst.) wörtlich folgendes: "Eine Klosterfrau starb in unserem Kloster; eine fromme Seele, eifrig im Gebet und in jeder Pflichterfüllung, die erst achtzehn Jahre all und immer körperlich leidend war. Von dieser glaubte ich, sie würde von den Leiden des Fegfeuers befreit sein, nachdem sie ihr junges Leben so unschuldig in frommer Ergebung und großen Leiden zugebracht hatte; nichtsdestoweniger musste auch sie die Läuterung, obschon in kurzer Zeit, durchgehen; denn vier Stunden vor ihrem Leichenbegräbnis sah ich sie, während ich dem Totenamt beiwohnte, aus der Tiefe zum Himmel emporschweben."

Fromme Stiftungen bereiten eine baldige Erlösung aus dem Fegefeuer


Ein Edelmann von Valadolid in Spanien schenkte der hl. Theresia ein Haus mit einem Garten und Weingelände zu einem Kloster und starb zwei Monate darauf an einer jähen Krankheit, wonach er sogleich die Sprache verlor. Nachher sagte der Herr zu ihr; die Seligkeit dieses Verstorbenen habe in großer Gefahr gestanden; er habe aber Barmherzigkeit erlangt des Dienstes wegen, den er der Muttergottes geleistet, indem er ihr jenes Haus zur Errichtung eines Klosters ihres Ordens vermacht habe; er werde aber nicht aus dem Fegfeuer kommen, bis in jenem die erste Messe werde gelesen werden; dann solle er erlöst werden.

Später sagte ihr der Herr wieder im Gebet, sie solle eilen; denn jene Seele leide sehr große Pein. Als endlich nach vielen Hindernissen die erste Messe darin gelesen wurde, sah sie ihn wirklich mit glänzendem Angesicht fröhlich und mit gefalteten Händen, ihr dankend, zum Himmel aufsteigen. Sie bemerkt dabei, da sie das erste Mal vernommen, dass er sich auf dem Weg der Seligkeit befinde, sei sie noch so sehr um ihn bekümmert gewesen, weil ihr schien, dass um dieselbe zu erlangen, ein ganz anderes Ende notwendig gewesen wäre; denn von anderen Dingen ganz zu schweigen, habe er noch tief in den Eitelkeiten der Welt gesteckt.

"Es ist wunderbar, „ schließt sie, "dass Gott dem Herrn jeder Dienst, der zur Ehre seiner Mutter geschieht, so wohlgefällig ist, und so ist auch seine Barmherzigkeit sehr groß. Er. der unsere sehr geringen, wertlosen, schlechten Werke so groß und kostbar macht und mit dem ewigen Leben belohnt, sei für alles gelobt und gepriesen!" (Klosterstiftung in Valadolid.)

Die genaue Beobachtung der Ordensgelübde bewahrt vor dem Fegefeuer


Die hl. Theresia schreibt in ihren Bekenntnissen (38. Hpst.) wörtlich folgendes: "Ein sehr frommer Religiöse unseres Ordens lag schwer krank darnieder. Als ich nun der heiligen Messe beiwohnte, überfiel mich eine Sammlung des Gemütes, und ich sah, dass er bereits gestorben sei und ohne Fegfeuer zum Himmel auffahre. Er ist in der derselben Stunde, da ich ihn sah, gestorben, wie ich nachher erfahren habe; und ich verwunderte mich, dass er nicht in das Fegfeuer gekommen sei. Da wurde mir zu verstehen gegeben, er habe dieses der gewissenhaften Erfüllung seiner Ordenspflichten zu verdanken; denn die Kirche habe aus ihrem reichen Schatz besondere Gnaden denjenigen zugewandt, welche die Regeln dieser Stiftung treu beobachten. - Gnaden, durch die sie von den Bußübungen des Fegefeuers frei bleiben.

Wahrscheinlich wurde mir zur Belehrung diese Kunde mitgeteilt, damit ich begreife, dass der geistliche Stand und das Ordenskleid noch nicht genügen, sondern dass wir nur durch einen im Innern und Äußern wahrhaft geistlichen Lebenswandel so hohen Lohnes teilhaftig werden." Diesem fügt die Heilige noch folgende Bemerkung bei: "Obschon mir der Herr die Gnade erwiesen, mich noch mehreres dergleichen sehen zu lassen, so begnüge ich mich doch damit, zu sagen, dass von allen Seelen, die ich sah, einzig die oben erwähnte, die einer frommen Klosterfrau und die des hl. Petrus von Alkantara nach ihrem Tod nichts mehr zu büßen hatten."

Die tätige Liebe zu den Verstorbenen verschafft zeitlichen und ewigen Segen

Der fromme Boudon schreibt: "Ich habe eine Person gekannt, die reich war an den köstlichen Gnaden unseres Herrn Jesu Christi, dabei aber entblößt von allen menschlichen Hilfsmitteln. Diese widmete sich in ihrer Armut, indem sie ihrer selbst vergaß, gänzlich den Seelen im Fegefeuer; unaufhörlich sammelte sie Almosen für dieselben, und der allgütige Gott segnete ihre Mühe dermaßen, dass sie zur Zeit einer Pest eine Gemeinde heiliger Ordensleute, die ohne Einkommen waren, durch die große Menge Messen, welche sie in der Meinung für die Armen Seelen hat lesen lassen, erhalten hat; sie vergaß nichts für diese Sache, sie wandte sich deshalb an Vornehme und Geringe und, so gering und schlecht gekleidet sie auch war, sogar an Fürsten; und Gott gab ihr Gnade für alles. Sie ist im Ruf der Heiligkeit zur Zeit eines Jubiläums gestorben, und man hat Grund, zu glauben, die Vorsehung habe gewollt, dass sie den vollkommenen Ablass gewinne, um sie vor dem Feuer zu bewahren, aus dem sie, wie man fest glauben darf, eine große Menge Seelen erlöst hat."

Kurz vor dieser Erzählung sagt dieser große Freund der Armen Seelen in einem Aufruf zu vorzüglichen guten Werken für sie: "Es lässt sich den Seelen im Fegfeuer nicht leicht kräftiger helfen, als wenn man öffentliche Andachten für sie halten lässt, z.B. die allgemeine Kommunion alle Monate an einem Sonntag derselben, nach dem Muster derjenigen, die zu Rom verrichtet wird und welcher der Heilige Vater einen vollkommenen Ablass verliehen hat. Macht eine immerwährende Stiftung für einige Predigten, die alle Jahre für sie gehalten werden sollen
.
(Wie leicht es an vielen Orten wäre, wo die Bruderschaften zum guten Tod, oder zum heiligsten und unbefleckten Herzen Mariens oder andere mit monatlichen Versammlungen eingeführt sind, einige Kommuniontage und Predigten für die Verstorbenen das Jahr durch festzusetzen. Dadurch würde der Zweck der Bruderschaften keineswegs entrückt, zumal bei allen zugleich auch die Absicht vorliegt, der verstorbenen Mitglieder hilfreich zu gedenken; vielmehr würden sie dadurch noch viel wertvoller und anziehender.)

Eines der wirksamsten Mittel aber, ihnen Beistand zu leisten, und zwar ein Liebeswerk, das Gott schon mit Wundern belohnt hat, ist, wenn man Bücher, welche darüber handeln, wie man ihnen helfen kann, austeilt und solche vorzüglich den Seelsorgern, Predigern und anderen eifrigen Personen gibt."

Eine goldene Ermahnung für fromme Seelen, welche das Fegefeuer zu sehr fürchten (von Ludwig Blosius)

Du fürchtest vielleicht, du werdest nach deinem Hinscheiden die Strafen des Fegfeuers zu erdulden haben. Aber auch diese übertriebene Furcht musst du ablegen. Es ist dir heilsam, wenn du dich Gott ganz ergibst und ihn mit dir machen lässt, was ihm gefällt. So wie du seine Barmherzigkeit liebst, so sollst du auch seine Gerechtigkeit lieben. Er hört nicht auf. der allgütigste Vater zu sein, wenn er seine, bereits schon von Herzen von Sünden und Lastern abgekehrten und zu ihm hingewandten Kindern entweder in diesem Leben oder im Fegefeuer züchtigt; er tut dieses nur aus väterlicher Liebe.

Niemals darfst du in die Güte dieses so liebevollen Vaters einen Zweifel setzen. Wenn du wahrhaft verlangst und dich bemühst, ihm zu gefallen, und andererseits auch eine wahre Reue hast, ihn je beleidigt zu haben, so wird er dich, wenn du von hier scheidest, nicht streng, sondern gütig aufnehmen und dich im Schoß seiner Barmherzigkeit bewahren.

Wenn du auch ins Fegfeuer geführt werden solltest, so werden dir darin Trost und Erquickung nicht abgehen; du bist dann deines Heiles und der ewigen Seligkeit sicher, und es wird dir angenehm sein, dich dort, anstatt hier noch zu befinden, wo es so viele Gefahren gibt, Gott zu beleidigen. Deshalb lesen wir, dass ein heiliger Mann die Worte gesprochen hat: "Wenn ich bestimmt wüsste, dass ich nach dem Tod ins Fegefeuer käme, so wäre ich jede Stunde von Herzen bereit, mein Haupt unter das Schwert zu legen, um meines Heiles sicher zu sein."

Es gibt aber Nachlässige, die ihr Leben nicht von Grund auf zu bessern begehren, die gewöhnlich sagen, es genüge ihnen, wenn sie nach dem Tod ins Fegfeuer und nicht in die Hölle kommen. Allein sie reden sehr unverständig und wissen nicht, was sie sagen; denn solche, wenn sie in ihren Nachlässigkeiten und Lastern verharren, haben ein äußerst strenges und schreckliches Fegefeuer zu erwarten, wenn es ihnen noch vergönnt wird, ins Fegefeuer und nicht in die Hölle zu kommen.

Du aber, o Mensch von gutem Willen, der du jetzt schon jede Sünde hasst und Gott zu lieben und zu dienen verlangst, lege alle unmäßige Furcht ab. Denn diejenigen, welche die Liebe haben und Gott von Herzen zugewandt sind, wenn sie auch noch etwas mit sich tragen, wenn sie sterben, das der Reinigung bedarf, sind dennoch glücklich, weil sie nämlich niemals von Gott geschieden werden.

Sind sie aber dort einmal ganz gereinigt worden, so gelangen sie glorreich zum himmlischen Vaterland. Darum steht geschrieben: "Selig die Toten, die im Herrn sterben." (Offb. 14,13.)







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