Heinrich  Schreiberling


Status: Offline Registriert seit: 30.12.2005 Beiträge: 52 Nachricht senden | Erstellt am 14.01.2006 - 12:52 |  |
ARACHNE
Ein schwarzer Regen füllt das Delta alter Zeichen, siehst du sie schwimmen, die faulen Körper wortgewalt`ger Leichen ? Der Sucher taucht zuweilen nach Korallen, aus den Tiefen bricht maßvoller Meißel der Leidenschaft Geröll vom Stein der Weisen.
Früh legt der Tau sein Antlitz auf die grünen Matten – Sieh nur der Sarkophage Silbentanz ! In braunen Kammern glänzt ein Stern sich aus... Wann wird ER Speise sein, gesparte Tode sterben ?
Kommt aus den dunklen Wäldern, auf die korallne Brücke der Phäaken. Seht: Die blauen Zirkel sprechen und rufen – EUCH !
Ein dichtgewebtes Segel flatternd Leben Auf Fadenmeeres Haut, darunter Beben.
Das Bootgezimmer, morsch und moder innen, verrät sogleich: man muß es neu beginnen. Das rote Fadensegel, glimmt es hin zu Küsten Wo es das schwarze Wesen glücklich aufgebahrt ?
Das Totgebinde, aschen aufgeblüht, vergeht im Wüstenwortewind.
Spätes Gedankenkind gellt über Pyramidenvölker hin. Kennt es die stille Wächterin ?
„Weit spannt das Vogelnetz, behängt mit Flüsterperlen, baumwuchsgesprengt und unten abgetrennt.“
Sieh nur den Siegerkranz um ihre kalten Schläfen wehn, sprich: rieselt der Blättersegel Segen noch ins Ohr der Königin ?
„Gefangen bist du, Jäger des Zyklopen, siehst du die Pfeile nicht
die Totenbahn des späten Mondes queren ? In deinen Breiten auch, du weitgereister Bogenschütze, bewahrt kein Schild, kein Helm dich vor dem sich`ren Herzstich.“
Wann wird die letzte Sehne sirrend reißen ? Wer wird den Grabstein weiterwälzen, wer die Pforten peilen ? Auf welchen Pfaden webt` ein Glück dich ein ? O laß es nimmer, nimmer nur bei jenen andern sein !
[Dieser Beitrag wurde am 14.01.2006 - 12:53 von Heinrich aktualisiert]
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