witchi  Der Burgherr (Admin) freier Ritter
       

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 2880 Nachricht senden | Erstellt am 20.07.2005 - 07:56 |  |
Anlegen eines Kräuter-Rundbeets
Grundsätzlich gilt: Küchenkräuter kann man im Garten überall hinpflanzen, wo ein bißchen Platz frei ist - an Wegen, an Ecken, an Durchgängen. So lassen sich die Kräuter leicht ernten und wenn man an ihnen vorbeistreift, steigt einem ihr Duft in die Nase. Bester Pflanztermin ist Ende April.
Den äußeren Ring bepflanzen wir mit Lavendel, im Abstand von 40 cm. Lavendel hat hier zum einen die Funktion als Zierhecke, zum anderen hält er mit seinem Duft Schädlinge von den Salatpflanzen in der Mitte des Beetes fern.
Die Kräuterpflanzen werden auf die vier gerundeten Segmente verteilt. Wer gleich im ersten Jahr ernten will, sollte von jedem Kraut zwei oder drei Pflänzchen kaufen. Am besten Mutterpflanzen, da man sich so die erste Anwachs-Saison spart und gleich den richtigen Abstand zwischen den Pflanzen schafft. Kräuter mögen am liebsten lockeren Boden.
In das Quadrat in der Mitte geben wir Salat und fassen es mit Aluminiumblechen ein. Die oben gerundeten Bleche dienen als Schutz vor Schnecken. Eine kleine Auswahl aus der riesigen Palette der Küchenkräuter
Schnittlauch Der Schnittlauch gehört in die Familie der Liliengewächse. Er ist mit Zwiebeln und Knoblauch verwandt. Aus seinen dichtbewurzelten Ballen wachsen unzählige grüne, röhrenförmige Blätter. Von Juni bis August steht er in Blüte. Die blühende Staude erreicht etwa 30 cm Höhe. Wenn es friert, sterben alle Halme ab. Die grünen Röhren enthalten ätherische Öle, Vitamin C sowie verschiedene Mineralstoffe. Schnittlauch wirkt appetitanregend, er senkt den Blutdruck und hilft bei Blutarmut. Er kann von Frühjahr bis zum Herbst laufend geerntet werden, am würzigsten und saftigsten sind allerdings die Blätter des ersten Frühlingsaustriebs. Zum Konservieren eignet er sich nicht, er wird dadurch unansehnlich und fade.
Basilikum Basilikum gehört in die Familie der Lippenblütler. Er hat aufrechte, stark verzweigte, kantige Stengel und weiche, gewölbte hellgrüne Blätter. Die Blätter können sehr verschiedenartig aussehen, je nachdem, unter welchen klimatischen Bedingungen das Kraut aufwächst. Auch die Höhe variiert, Basilikum kann zwischen 15 und 60 cm hoch werden. Im Handel sind hauptsächlich zwei für unser Klima geeignete Basilikumsorten: das Kleinblättrige Basilikum, das niedrige Büsche bildet und ein feines Aroma hat und das Großblättrige Basilikum, das in allen Pflanzenteilen größer wird, widerstandsfähiger ist und nicht so stark duftet. Inzwischen gibt es auch andere Arten mit vielfältigen Duftnoten und unterschiedlichen Wuchsformen, zum Beispiel Anisbasilikum, Zimtbasilikum, Zitronenbasilikum, Mexikanisches Gewürzbasilikum, Thai-Basilikum oder Griechisches Strauchbasilikum. Basilikum ist sehr wärmebedürftig und darf erst in der zweiten Maihälfte in den Garten gepflanzt werden, am besten mit zum Salat, der durch die Aluminiumbleche vor Schneckenfraß geschützt ist. Auch Basilikum gehört zur Lieblingsspeise der Schnecken. Basilikum enthält vor allem ätherische Öle und Gerbstoffe, aber auch Glykosid und Saponin. Basilikum wirkt wassertreibend, entkrampfend auf den Magen-Darm-Bereich und nervenberuhigend.
Origano Origano gehört in die Familie der Lippenblütler. Er bildet einen reich verzweigten Wurzelstock mit verholzten Ausläufern. Die Pflanze hat vierkantige, meist rötlich-braun gefärbte Stengel, die 30-50 cm hoch werden. Origano, das klassische Pizzagewürz, befindet sich geschmacklich ungefähr zwischen Gartenmajoran und Thymian. Die Würzkraft des Wilden Majorans, wie das Kraut auch genannt wird, ist sehr davon abhängig, unter welchen Bodenverhältnissen und Klimabedingungen er aufwächst. Origano aus Süditalien ist wesentlich aromatischer als seine deutschen Verwandten. Im Kräuterbeet bzw. im Garten braucht er den wärmsten Platz. Die Pflanze enthält Gerb- und Bitterstoffe sowie ätherische Öle mit den Bestandteilen Carvacrol und Thymol. Er wirkt nervenstärkend und krampflösend bei Unterleibsschmerzen, Magenkrämpfen und Husten.
Melisse, Zitronenmelisse Die Melisse gehört in die Familie der Lippenblütler. Sie besitzt einen weitverzweigten Wurzelstock und treibt kurze Ausläufer am Boden. Die vierkantigen, behaarten Stengel wachsen aufrecht, sie verzweigen sich und werden 50-100 cm hoch. Das Kraut hat seinen Namen von dem lieblichen, intensiven Zitronenduft. Auch der würzige Geschmack erinnert an Zitrone. Zitronenmelisse enthält ätherische Öle mit den Hauptbestandteilen Citral, Citronellal, Geraniol und Linalool, außerdem Gerb- und Bitterstoffe. Die Melisse wirkt nervenberuhigend, krampflösend, aufheiternd und erleichtert das Einschlafen.
Thymian Der Gartenthymian gehört in die Familie der Lippenblütler. Er bildet 10 - 40 cm hohe Halbsträucher, die im Inneren stark verholzen. Die Zweige sind stark verästelt. Die Pflanze riecht und schmeckt stark würzig und enthält ein wenig beißende Schärfe. Der Thymian braucht einen trockenen, sonnigen Platz; auf feuchten oder nassen Böden gedeiht er schlecht und verliert stark an Würzkraft. Am besten ist es, man baut im Kräuterbeet einen kleinen steinigen Hügel für ihn. Thymian entwickelt reichlich ätherische Öle, die sich aus Thymol, Carvacrol, Cymol, Pinen, Linalool und Borneol zusammensetzen. Thymian wirkt vor allem schleimlösend und desinfizierend, eignet sich also gut zum Einsatz bei Erkältungen, auch als Badezusatz bei Bronchitis und Asthma. Auch zum Trocknen eignet er sich gut, da er seine intensive Würze lange behält.
Rosmarin Der Rosmarin gehört in die Familie der Lippenblütler. Er ist immergrün und bildet holzige Halbsträucher, die auch in unseren Breitengraden 50-150 cm hoch werden können. Die jungen, vierkantigen Triebe sind samtig behaart. Die schmalen, ledrigen Blätter wirken wie Nadeln. Die Pflanze riecht streng-würzig, etwa nach Kampfer, Weihrauch und Nadelholz. Rosmarin ist sehr wärmebedürftig und bei uns - mit Ausnahme des milden Weinbauklimas - nicht winterhart. Angenehm ist, dass er aufgrund seiner ätherischen Öle Schädlinge vertreibt. In seinen Blättern finden sich reichlich ätherische Öle, die kampferartige Stoffe enthalten, sowie Harz, Säuren, Gerb- und Bitterstoffe. Rosmarin wirkt anregend auf Kreislauf und Nerven und kräftigend bei Erschöpfungszuständen. In der Küche passt er - sparsam verwendet - gut zu Hähnchen, Tomatensuppe, Hammel, Schweine- und Lammbraten. Er wird mitgekocht.
Diese Kräuter und noch sehr viel mehr sind ausführlich beschrieben in: Marie-Luise Kreuter, Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten, blv-Verlag, ISBN 3-405-16209-2.
[Dieser Beitrag wurde am 20.07.2005 - 07:57 von witchi aktualisiert]
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