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Caspilot ...



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...   Erstellt am 01.04.2008 - 18:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kaum sind wir mit unseren Lobpreisungen auf die Sicherheit in der Karibik fertig, schon strafen uns einige Bösewichte Lügen.

In der Nähe der Ölplattform zwischen Trinidad und Grenada wurde ein Segler von einer mit 6 Mann besetzten Piroge mit 3 Außenbordern am Heck (bestimmt keine Fischer!) angegriffen.
Die Angreifer waren zumindest mit einem Gewehr bewaffnet und feuerten auf die Yacht. Die Crew ging im Cockpit in Deckung und schoss mit der Signalpistole zurück, worauf die Gangster ihr Vorhaben (welches auch immer) aufgaben.

So berichtete gestern ein deutscher Segler auf dem deutschsprachigen "Hugo-Netz" und so wird es heute im US Security Net wiederholt. Der Vorfall wird offensichtlich auch in Trinidad wahrgenommen und soll in mehreren Zeitungen veröffentlicht worden sein.

Die Polizei tut offenbar das, was sie immer tut, wenn Segler in derartige Vorfälle involviert sind, nämlich nichts. Das ist der eigentliche Skandal.

Während andere Inseln dazu gelernt haben und z.B. in St. Lucia eine Port Police eingerichtet wurde, die auch nachts Streife fährt, ist man in Trinidad trotz der immensen Bedeutung der Segler für die Wirtschaft in dieser Richtung bisher absolut inaktiv.

Vielleicht kann der TO-Leiter in Trinidad mehr dazu sagen.

Fair winds

Caspilot




triniandy ...



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...   Erstellt am 04.04.2008 - 18:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Caspilot,

ich muss den Vorfall leider bestaetigen. Bezeichnenderweise wurde mir das am Tag nach dem Ueberfall vom Besitzer einer Fischereiflotte erzaehlt. Besorgnis darueber ist also nicht nur bei den Freizeitseglern zu spueren.
Der Vorfall ist bisher einzigartig in dem Sinn, dass Venezulaner in Hoheitsgewaessern von Trinidad und Tobago eine Yacht angegriffen haben.
Bisher "beschraenkten" sich solche Uebergriffe auf den Sueden von Trinidad, wo gelegentlich kleine trinidadische Fischerboote angegriffen wurden, moeglicherweise auch, wenn sie sich zu nahe an Venezuela herangewagt hatten.

Die bisher und in diesem Forum frueher gemeldeten Uebergriffe auf Yachten vor der venezulanischen Nordkueste haben dahingehen eine andere "Qualitaet", weil sie sich in den Hoheitsgewaessern von Venezuela abgespielt haben.

Wie gesagt, die Situation ist neu, und damit moechte ich nicht gleich in das Horn stossen, dass die Polizei "wie ueblich" nichts tut.
Darueber hinaus ist in Trinidad und Tobago auf See nicht die Polizei, sondern die Coastguard zustaendig. Diese hat in den letzten Monaten verstaerkt Aktivitaet gezeigt, um den Verkehr von kleinen Wasserfahrzeugen aller Art zu kontrollieren und vor allem den Transport von Drogen und illegalen Einwanderern (meist Prostituierten aus Venezuela und Kolumbien) zu begrenzen.
Fahrzeuge der Kuestenwache sind seitdem regelmaessig ueberall in T&T Gewaessern zu sehen.
Ausserdem wurden die fuer laengere Zeit defekten Radarstationen zur Ueberwachung der Kuestengewaesser repariert und sind wieder in Betrieb.
Auch wurde die T&T Kuestenwache vor nicht allzulanger Zeit mit modernen Schnellbooten, einem Hubschrauber und mehreren Ueberwachungsflugzeugen ausgeruestet und personell verstaerkt.
Ich gehe davon aus, dass der o.g. Vorfall Wirkung zeigen wird, werde mich aber auch persoenlich bei der Kuestenwache darueber erkundigen.

Leider kann ich eines Deiner Statements nicht bestaetigen: Die Yachtindustrie hat in Trinidad vom Bruttosozialprodukt her eine sehr untergeordenete Bedeutung und liegt bei ca. einem Prozent.
In der Yachtservice-Industrie sind insgesamt ca. 2000 Arbeitsplaetze, die natuerlich aber auch die kommerzielle Schiffahrt und Berufsfischerei bedienen.
Die Yachtservice-Industrie hat viele Jahre gebraucht, um bei der Regierung als einer der 12 foerderungswuerdigen Industriezweige anerkannt zu werden. Seitdem erst wird ein Vertreter des Berufsverbandes (YSATT) zu bestimmten Besprechungen mit Regierungsstellen eingeladen.

Auf jeden Fall ist nach diesem Vorfall Handlungsbedarf gegeben und ich werde die Sache von meiner Seite weiter beobachten.

Gruesse aus Trinidad,

Andy





Signatur
Andreas "Andy" Kretzschmar
Trans Ocean e.V., Trinidad W.I.
ELECTROPICS Marine Services Ltd.
Chaguaramas, Trinidad

Caspilot ...



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...   Erstellt am 05.04.2008 - 00:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Andy,

danke für die Info. Klar, dass die Ölindustrie den Rest des BIP so ziemlich erschlägt, was aber offenbar nicht genug Geld in die Kassen von TT spült, um die Probleme zu lösen, die Du besser kennst als ich.
2000 Arbeitsplätze sind bei einem so kleinen Land so schlecht auch wieder nicht. In wieweit die Zuordnung der Einnahmen korrekt ist, ist noch einmal eine andere Sache. Wenn Segler am Carnival teilnehmen, sind sie zwar immer noch Segler, geben ihr Geld aber in Port of Spain als Touristen aus.

Ich mache bei den Behörden keine Unterschiede. Tätig war in der Vergangenheit aber kaum eine, wenn es um Yachten ging.
Das kann anders sein, wenn die TT-Fischerei betroffen ist. Ansonsten ist höchstens die Pingeligkeit der TT Behörden berüchtigt, wenn es darum geht, sofort nach dem Ausklarieren das Land zu verlassen, oder umgekehrt, selbst nach einem Nachttörn von Grenada nach Trinidad, die Behörden unverzüglich aufzusuchen. Das ist nur noch in den BWIs ähnlich realitätsfremd geregelt.

Ich erspare mir die Aufzählung von Einzelbeispielen, obwohl ich eine ganze Reihe auf Lager hätte.

Wenn den die von Dir aufgezählten Maßnahmen zu den gewünschten Erfolgen führen, ist man ja möglicherweise auf einem guten Weg.
Nach Venezuela muss man ja auch nicht unbedingt.

Fair winds

Caspilot





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