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Minotaurus ...
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...   Erstellt am 07.12.2006 - 21:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Reinheitsgebot für die DEUTSCHE SPRACHE - KONSEQUENZ?

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Von einer Autorin aus den neuen Bundesländern wurde in einem anderen Forum dazu einmal folgende Frage gestellt:

Sie schrieb
    Hallo,
    immer wieder wird kritisiert, dass die deutsche Sprache zunehmend durch Fremdwörter (hauptsächlich Angliszismen) verunreinigt wurde und wird.
    Wie steht ihr dazu, was haltet ihr von einem „Verein für die Abschaffung jedes engl. Wort" (gegründet im Januar) ?
    Wie sollte so etwas umgesetzt werden, mit welchen Konsequenzen?



Meine Antwort darauf: (Achtung, Satire!)

Ich bin absolut dafür und würde diesen Verein mit allen Mitteln unterstützen, falls er jemals gegründet wird.
Da dieser Vorschlag aus dem tiefsten Osten kommt, bin ich für die sofortige Wiedereinsetzung der STASI und deren anschließende Verhör- und Foltermethoden für unbelehrbare Falschschreiber und Falschsprecher.
Als äußerst grausames (und somit wirksames) Folterinstrument hat es sich bewährt, den ganzen Tag über nur breites Sächsisch zu Ohren zu bekommen und zwar so lange, bis der Verdächtigte selbst in der Lage ist, diesen verd... Dialekt zu sprechen.
Erst dann kann zur korrekten Sächsischen (nein, nicht Angelsächsischen!) Schreibweise übergegangen werden, die ich aber (leider) noch nicht beherrsche.
Diese Maßnahme hätte neben dem unvergleichlich hohen Wert der deutschen Sprachreinheit einen nicht weniger hohen wirtschaftlichen und sozialpolitischen Nutzen:
Die hohe Arbeitslosigkeit in den östlichen Randbezirken unseres geliebten Vaterlandes "Z.O.N.E" (= zwischen Oder, Neiße und Elbe) wäre mit einem Schlage beseitigt, da genügend freiwillige und kampferprobte Kameraden mit Glatze und Springerstiefeln zur Verfügung ständen, die jeden leisesten Anflug von Anglizismen oder anderen ausländischen Unwörtern sofort - mit den bisher schon sehr bewährten Mitteln - bereits im Keime ersticken würden.
Ja, ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen:
Bei diese Gelegenheit könnte endlich auch mit dem Unwesen von fremdartiger Negermusik und artentfremdeter Kunst ein für alle Mal aufgeräumt werden, sowie eine neue Lichterkette aus brennenden Büchern und Synagogen errichtet werden. Ein herrlicher und erbauender Anblick ohnegleichen, glauben Sie mir!
Wenn wir alle Bücher und Schriften, die Anglizismen oder sonstigen Schund enthalten, sofort verbrennen würden, so könnten wir außerdem die enormen Heizkosten sparen, die nur dadurch so hoch sind, weil wir - derzeit noch - englisches und arabisches Öl verheizen müssen.
Für die sogenannten „Schriftsteller" von solchen Machwerken gibt es genügend stillgelegte Kohlezechen, in denen man dieses verbrecherische Gesindel einer sinnvollen und gemeinnützigen Beschäftigung zuführen könnte.
Deutsche Brüder und Schwestern, Kameraden und Volksgenossen vereinigt euch! Lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen, die deutsche Sprache und das deutsche Volksempfinden von Unrat jeglicher Art zu säubern!
Deutschland gehört dem deutschen Volke und die Zukunft gehört nicht dem Computer, sondern der PDRM! (persönliche deutsche Rechenmaschine)
Dieser Hinweis für alle (derzeit noch vorhandenen) Nicht-Arier.

Mit Deutschem Gruß (klack): Reinhard Heydr..
(verd..., der Nachname wäre mir jetzt beinahe einfach so rausgerutscht.)





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johnnyrebel ...
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...   Erstellt am 17.12.2006 - 09:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb


    Dieser Hinweis für alle (derzeit noch vorhandenen) Nicht-Arier.



So,

Hallo ihr alle wieder. Als erstes hoffe ich, Mino befindet sich wieder auf dem Wege der Besserung und hat alles soweit unbeschadet überstanden. Ansonsten, falls Mino mag, ein Stück Meniskus hätte ich noch im Angebot für Dich. Wenn Du es noch brauchst, meine Knie klappern eh *lach*.

Und nun ja, jedesmal wieder lässt mich das Wörtchen "Arier" mit dem Köpfchen auf die Tastatur sinken, oder zumindest lauthals auflachen. Ist es doch nicht ein bezeichnendes Wörtchen für die, die es benutzen?
Jaja, Mino, ich weiss. Dein Statement ist Ironie.

Doch kann ich mich an einen Auflauf im Jahr 2002 erinnern. Vor unserer Base liefen, unter grossem Polizeischutz, sogenannte "Arier" mit blankpolierten Stiefelchen, rot-weiss-schwarzen Fähnchen (Nein, es war nicht die Vereinigung internationaler Weihnachtsmänner)und lauthals gröhlende Menschenmassen zu einer Kundgebung. Da wir dachten, wir passen mit unseren Stiefeln und Einheitsuniformen doch schön in dieses Bild, begaben wir uns geschlossen auch dorthin, um zu hören, was diese verkünden möchten.

Tja, was sie verkündeten, habe ich bis heute weder begriffen, noch habe ich wirklich zugehört. Doch eines ist in meiner Erinnerung verblieben:

Ein Kollege von mir wie auch ich kamen mit einer Gruppe dieser Hohlbirnen (sorry, wollte hochgeistig sagen *fg) ins Gespräch und verwiesen auf das Wörtchen "Arier" und dass wir es doch ganz toll fänden, wie offen sie doch gegenüber Ausländern seien, da sie sich als Deutsche sogar als Ausländer bezeichnen.

Und was soll ich sagen? Die Gruppe zog beschämt ab, ohne das Bier auszutrinken. Und ich glaube, bei dem einen kam sogar etwas an. Zumindest wechselte die Gesichtsfarbe leicht ins grünliche und ich vernahm ihn etwas würgen

Zur Erklärung: Arier = das Wort stammt aus dem Urbegriff aryāna. Die Arier waren ein Ur- Mischvolk, welche ca. welche 2000 v. Chr. ins Iranische Hochland und nach Indien einwanderten. Sie waren im allgemeinen leicht untersetzt, dunkelhäutig, langhaarig mit dunklen Haaren und nicht kriegerisch veranlagt, sondern übernahmen innerhalb der Dorfgemeinschaft eher den weiblichen Part wie Kindererziehung, Kochen, Putzen und Gemüseanbau, während der weibliche Teil die Wache, das Jagen sowie diplomatische Tätigkeiten wahrnahm.

In diesem Sinne.... Ein hoch auf alle Arier

das Johnny





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Minotaurus ...
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...   Erstellt am 17.12.2006 - 14:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo zusammen,
meine politische Einstellung zu dieser Thematik dürfte inzwischen allgemein bekannt sein und ich freue mich sehr, daß Johnny wenigstens die Ironie in meinem letzten Beitrag erkannt hat.
Was unsere "arischen Kameraden" angeht, so habe ich es bereits vor langer Zeit aufgegeben, mich mit ihnen Inhaltlich auseinanderzusetzen, es hat einfach keinen Sinn. Genausogut könnte man es mit einem Schaf versuchen.

Johnny schrieb
    Und was soll ich sagen? Die Gruppe zog beschämt ab, ohne das Bier auszutrinken. Und ich glaube, bei dem einen kam sogar etwas an. Zumindest wechselte die Gesichtsfarbe leicht ins grünliche und ich vernahm ihn etwas würgen.

Ich möchte bezweifeln, daß auch nur ein einziger von Johnnys "Gesprächspartnern" irgendetwas verstanden hat, die grüne Gesichtsfarbe und das Würgen hatte ganz sicher andere Gründe.
Wer etwas zum Lachen benötigt, der braucht sich nur auf der öffiziellen Homepage der NPD mal kurz umzusehen. Dort gibt es die abstrusesten Ideologien zu diversen Themenbereichen zu lesen, so daß man sich anschließend die Frage stellt, welches Zeug wohl in diesen Kreisen derzeit gekifft wird, um derartigen Blödsinn von sich geben zu können.
Ich hatte an anderer Stelle schon mal darauf hingewiesen und die besten Stücke wurden leider inzwischen wieder von dort entfernt. Wie schade...
Eines aber ist sicher: In dieser geistigen Verfassung geht keinerlei Gefahr für eine Demokratie aus, dessen bin ich mir ganz sicher.
(auch wenn es von diversen Kreisen immer wieder befürchtet wird)
Zum Begriff des Ariers hier noch eine Erklärung von Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Arier

Gut, soweit zu diesem Thema, aber eigentlich sollte es in diesem Thread ja nicht um diverse Dumpfbacken, sondern eher um unseren Sprachgebrauch gehen, um (überflüssige?) Anglizismen, Denglisch und andere Veränderungen unserer Muttersprache. Und dieses Thema ist unabhängig von der jeweiligen, politischen Gesinnung. Hoffe ich zumindest.
Falls Johnny also sein Köpfchen wieder von seiner Tastatur lösen kann, würde ich mich ebenso über seine themenbezogenen Beiträge freuen wie über seine persönlichen Erlebnisse.

Denglische Grüße vom Mino





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johnnyrebel ...
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...   Erstellt am 06.01.2007 - 12:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb

    Falls Johnny also sein Köpfchen wieder von seiner Tastatur lösen kann, würde ich mich ebenso über seine themenbezogenen Beiträge freuen wie über seine persönlichen Erlebnisse.


Nun, lieber Mino,

gehen wir doch mal wieder ernsthaft auf dieses Thema ein. Ich hatte damals als Kind das grosse Glück, tatsächlich Bi-Lingual aufwachsen zu können. Dementsprechend leichter fiel mir auch die sprachliche Angleichung und Vorbereitung auf meine Stationierung in Deutschland. Selbst die Anpassung an die verschiedenen Sprachgebräuche in den verschiedenen Bundesländern war relativ schnell nachvollziehbar.

Somit konnte ich also auch mitbekommen, wie sich das deutsche veränderte (alte Rechtschreibung, neue Rechtschreibung, Denglizismus etc...). Zwar habe ich noch heute so einige Probleme mit der Grammatik, auch stelle ich fest, dass ich trotz meines langen Aufenthaltes noch immer nicht alle deutschen Begriffe kenne. Doch eine grosse, sprachliche Veränderung stelle ich nicht wirklich fest bzw. ich halte diese für einen natürlichen Vorgang. Denn vergleichst Du mal das deutsche mit dem amerkinanischen, stellst Du sehr schnell fest, wie "rein" und "sauber" eigentlich Eure Sprache noch ist

John





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Minotaurus ...
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...   Erstellt am 06.01.2007 - 23:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Johnny schrieb
    Ich hatte damals als Kind das grosse Glück, tatsächlich Bi-Lingual aufwachsen zu können.
    Denn vergleichst Du mal das deutsche mit dem amerkinanischen, stellst Du sehr schnell fest, wie "rein" und "sauber" eigentlich Eure Sprache noch ist

Ganz unbestritten ist es ein großer Vorteil, bilingual oder gar mehrsprachig aufwachsen zu dürfen. Trotzdem sollten wir dabei nicht außer Acht lassen, daß ein sehr großer Teil der Bevölkerung - davon vor allem ältere Menschen - diese Vorteile nicht genießen. Und für diese ist es nicht sehr hilfreich, sich am Service-Point der Deutschen Bahn über den Travel-Plan informieren zu müssen, um dann die Message zu erhalten, daß seine Connection wegen eines Crashs gecancelt wurde.
Dies möchte ich nur als ein kleines Beispiel von unzählig vielen nennen.
Ich würde sowas bestenfalls als "Bullshit" bezeichnen!

Einem Menschen, der sowohl Englisch, als auch Deutsch spricht, fallen solche Dinge wahrscheinlich gar nicht auf, da er sie zumeist sofort richtig zuordnen kann. Zumindest dann, wenn es sich dabei wirklich um englischsprachliche Ausdrücke handelt.
Schwieriger wird es schon mit "Denglisch", also eigenen Wortschöpfungen und Satzgebilden, die sich zwar am englischen (oder amerikanischen) Sprachschatz zu orientieren scheinen, jedoch mit diesem nichts mehr gemeinsam haben.
Ein Beispiel, das mir dazu gerade einfällt, ist der Showmaster. Diesen Begriff gibt es im Englischen überhaupt nicht, obwohl er aus diesem Sprachraum zu stammen scheint.

Allerdings möchte ich nicht falsch verstanden werden: Ich habe überhaupt nichts gegen eine kontinuierliche Veränderung und Anpassung unserer Muttersprache einzuwenden; das ist immer schon passiert, seit es Sprachen gibt.
Trotzdem halte ich es für völlig unnötig, nur aus einer Modeerscheinung (oder auch aus einem falsch interpretierten "Weltbürgertum") heraus fremdsprachliche Begriffe zu adoptieren, für deren Verwendung keinerlei praktische Notwendigkeit besteht.
Eine Bereicherung unseres Sprachschatzes kann ich darin nicht erkennen, aber das sagte ich bereits.

Zu unserem Thema "Anglizismen und Denglisch" habe ich soeben die Meinung von "Zwiebelfisch" Bastian Sick eingeholt und der beschreibt es so:

Bastian Sick schrieb
    Was genau sind Anglizismen? Wörter wie "Sale", "U-Turn" und "Chicken Wings" sind englische Fremdwörter.
    Anglizismen sind etwas anderes: Frühe Vögel zum Beispiel. Oder Dinge, die eine Meinung haben. Kürbisse mit Fratzen. Und Rehe mit Hirschgeweih.

    Unter einem Anglizismus versteht der Sprachwissenschaftler ein sprachliches Muster, das aus dem Englischen übernommen wurde und auf den ersten Blick gar nicht unbedingt als englisch zu erkennen ist. Eine Redewendung wie "Der frühe Vogel fängt den Wurm" zum Beispiel ist ein Anglizismus. Sie entstand durch Übersetzung aus dem Englischen ("The early bird catches the worm") und kommt nun als scheinbar deutsche Weisheit daher. Die deutsche Entsprechung lautet nämlich ganz anders: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst."

    Auch die immer häufiger zu hörende Phrase "das meint" ist ein Anglizismus. Zitat aus einer Veröffentlichung des Goethe-Instituts: "Die Fort- und Weiterbildung der Älteren, und das meint bereits die über Vierzigjährigen, wird sehr stark vernachlässigt."

    Vorbild für diese Konstruktion ist das englische Idiom "that means", und das bedeutet "das bedeutet". Worte, Zeichen und Ereignisse haben keine Meinung, sondern eine Bedeutung. Wer "that means" mit "das meint" übersetzt, ist sich des Bedeutungsunterschiedes zwischen "Bedeutung" (engl. "meaning") und "Meinung" (engl. "opinion") offenbar nicht bewusst. "Kinderarmut, das meint laut Deutschem Kinderschutzbund ein Leben auf Sozialhilfe-Niveau", meinte die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) in einem Artikel, der sogar noch mit "Armut meint ..." überschrieben war. Dass Armut zwar Ursachen und Auswirkungen, aber keine Meinung haben kann, weil sie kein denkendes Wesen ist, ist offenbar niemandem in den Sinn gekommen. Für die WAZ-Redakteure schien die Phrase "Sinn zu machen".

    Am Ende des Tages...

    In Wirtschaft und Politik wird immer seltener der Blick in die Zukunft gewagt. Die meisten Voraussagen reichen nur noch bis zum "Ende des Tages". So warf der Vorstandsvorsitzende eines Reifenherstellers der Gewerkschaft vor, sie würde ihn zum Buhmann machen, "um sich am Ende des Tages von der Globalisierung abzukapseln". Auch Edmund Stoiber fürchtet das Ende des Tages: "Wenn wir dieses Wahlergebnis nicht sorgfältigst analysieren", sprach er nach der letzten Bundestagswahl vor Parteimitgliedern, "dann besteht die große Gefahr, dass sich die Union, ihre Anhänger, ihre Wähler, ihre aktiven Mitglieder vor Ort und am Ende des Tages ganz Deutschland daran gewöhnt, dass wir immer Wahlergebnisse irgendwo in den Dreißigern bekommen." Die englische Metapher "at the end of the day" bedeutet "letzten Endes", "schließlich". Für die meisten Deutschen ist das "Ende des Tages" keine rhetorische Figur, sondern nichts anderes als der Abend. Die Verwendung im Sinne von "schließlich" ist ein Anglizismus.

    Die meisten heutigen Anglizismen sind in Wahrheit natürlich Amerikanismen, da wir sie nicht aus dem britischen, sondern aus dem amerikanischen Englisch übernommen haben. Und nicht nur Sprachwissenschaftler registrieren Amerikanismen. Auch Landwirte, Förster und Biologielehrer müssen sich mit ihnen auseinandersetzen.

    Reh oder Hirsch?

    Einer der bekanntesten Amerikanismen ist Walt Disneys Bambi. Wir Deutschsprachigen halten Bambi alle für ein Reh, was es in der Romanvorlage des Österreichers Felix Salten auch ist.* Doch als Walt Disney in den dreißiger Jahren den Stoff erwarb, um daraus einen Zeichentrickfilm zu machen, machte er aus Bambi einen Hirsch. Denn in Amerika gibt es keine Rehe. Stattdessen gibt es dort Weißwedelhirsche, benannt nach ihrem weißen Schwanz (= Wedel). Die amerikanischen Kinder sollten ein Tier sehen, das sie kannten, also wurde das Zeichentrick-Bambi, das 1942 auf der Leinwand erschien, nicht von einer Rehricke, sondern von einer Hirschkuh aufgezogen, und am Ende wächst ihm ein prächtiges Hirschgeweih.

    In der deutschen Synchronfassung aus dem Jahre 1950 wurde das Wort "deer" (engl. für Hirsch) wieder mit "Reh" übersetzt. Die Verwechslung wurde durch die Tatsache begünstigt, dass Rehkitze und Weißwedelhirschkälber einander sehr ähnlich sind. Die jungen Kinobesucher schlussfolgerten: Wenn Bambis Mutter ein Reh ist, sein Vater ein Hirschgeweih trägt, dann musste also das Reh das weibliche Pendant zum Hirsch sein. Mehrere Generationen von Schulkindern wuchsen in dem Glauben auf, dass Reh und Hirsch zusammengehören so wie Kater und Katze, Eber und Sau, Erpel und Ente, Bulle und Kuh. Dieser Irrglauben, inzwischen auch als "die Bambi-Lüge" bekannt, hat sich bis heute gehalten. In einer aktuellen Umfrage ermittelte die Deutsche Wildtier Stiftung, dass nahezu zwei Drittel der Kinder (nämlich 62 Prozent) überzeugt sind, das Reh sei die Frau vom Hirsch.

    Einer der erfolgreichsten kommerziellen Amerikanismen zeigt uns alljährlich im Oktober seine gruselige Fratze: Mit viel Werbung und Rückendeckung aus Hollywood ist es dem deutschen Einzelhandel gelungen, das amerikanische Kinderschreckfest Halloween auch bei uns in Deutschland einzuführen. "Halloween" hat übrigens nichts mit "Hallo" zu tun, sondern ist die Kurzform von "All Hallows Eve(ning)", zu deutsch: der Abend vor Allerheiligen. Seit es das nun auch bei uns gibt, werden immer mehr Kohl- und Rübenäcker zu Kürbisfeldern umgewidmet. Und Fluggäste wundern sich über die leuchtend orangefarbenen Flecken in der norddeutschen Tiefebene. Der Kürbiskult ist schön für die Landwirtschaft, die jeden Profit brauchen kann. Ob die deutsche Kultur Halloween braucht, konnte noch nicht überzeugend beantwortet werden. Den Kindern dürfte es ziemlich egal sein, solange es Süßes gibt. Aber wenn der frühe Vogel bereits Sinn macht, dann wird am Ende des Tages auch Halloween für jedermann etwas meinen.


    * Felix Salten: Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde. Berlin, Ullstein, 1923.

Ich denke, Bastian Sick dürfte sicher jedem von uns ein Begriff sein?

Wer gerne wissen möchte, wie es um sein eigenes Sprachvermögen aussieht, für den habe ich hier seinen Deutschtest eingestellt:

http://www1.spiegel.de/active/spquiz/fc … utschtest3

Viel Spaß dabei!





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(Marcel Reich-Ranicki)

Minotaurus ...
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...   Erstellt am 07.01.2007 - 00:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


...und wer damit gut über die Runden gekommen ist, der kann es hier gleich nochmal mit 50 weiteren Quizfragen versuchen:

http://www1.spiegel.de/active/zwiebelfi … hquiz.fcgi

Und wer noch mehr probieren möchte, der findet hier noch 60 weitere Fragen zu guttem Deitsch:

http://www1.spiegel.de/active/spquiz/fc … utschtest2

Und für die ganz unersättlichen von euch hier noch weitere 17 Fragen zu gängigen Redewendungen:

http://www1.spiegel.de/active/zwiebelfi … quiz2.fcgi

Viel Spaß dabei wünscht euch der Zwiebelfisch und auch der Mino!





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(Marcel Reich-Ranicki)

<Sammy>
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...   Erstellt am 16.11.2007 - 17:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo erstmal!

Ich weis nicht ob Ihr es schon wisst, aber ... ich stimme Euch zu 90% unmissverständlich zu. (Habe mich auch viele Jahre lang gefragt warum diese Kurz-Schnäuzer-Freunde immer nur Braun tragen. Denn so wie sie sich selber sehen müssten sie eigentlich Schneeweiss tragen. Oh, sorry, nee geht ja nicht, dann würde man den Dreck auf den weissen Westen ja sehen. Nee schon klar, war wieder mal mein Fehler!)

Ich persönlich liebe Denglish, vor Allem das von mir selber kreierte. (zu sehen auf www.funnydancer.de) Jedoch sollen meine Kochrezepte nur zu Unterhaltung dienen und beim Kochen einfach nur Spass machen. Und dies erreiche ich auch, laut der Reaktionen der Leser und Hobbyköche, die ich laufend per eMail bekomme.

Aber: was mich hier ein bisschen stört, ist die immerwiederkehrende Äußerung das "ältere Leute" die größten Probleme mit Denglish etc. haben.
Das stimmt so nicht, denn mein Publikum ist teilweise sogar über 70. Ich denke eher dass die jüngeren Generationen, angefangen bei Kleinkindern bis hin zu den Menschen mittleren Alters, die größeren Probleme damit haben, denn sie interpretieren die meißten Fehler in die Bedeutung (wie ja z.T. schon öfter erwähnt). Ältere Leute haben meißt durch langjährige Erfahrung nur Schwierigkeiten mit neu geprägten Worten, die selbst ein Engländer, Ami oder Ire nicht mal kennt (siehe: Handy?? nur als Wortbeispiel zu sehen, was ein Handy ist weis ja wohl jeder Deutsche, oder?) Oder auch Neuprägungen von, schon einige Male zitierten, Berufen. (Früher hieß es "Putzfrau", danach "Fußbodenpflegerin" und morgen heißt es "House- and Room-Manager".) Jedoch, laßt uns ehrlich sein, blicken in diesen allgemeinen Dingen nicht nur Ältere nicht durch, sondern alle Menschen.

Sorry, aber ich bezeichne mich so langsam auch schon als "älterer Leut" weil ich nun die 50 überschritten habe, was mich persönlich sehr traurig macht aber nun mal Tatsache ist. *schnieeeeff, deshalb fühle ich mich immer ein wenig als Dussel, wenn ich lese, dass die ältere Generation nicht mit diesem und jenem klarkommt. Meißt sind es aber die "Jungen" die nicht mehr Durchblicken und deshalb nur noch irgend einen Blödsinn anstellen, nicht zuletzt, weil sie vieles einfach falsch interpretieren. (So zuletzt an Halloween. Wir waren an diesem Abend nicht zu Hause, wollten einfach nur mal einen schönen Abend genießen. Als wir aber zurück zu unserem Haus kamen, in dem an diesem Abend nun mal niemand war, mussten wir eine absolute Schweinerei in Kauf nehmen. Die Haustüre war total mit Senf beschmiert! Vor zwei oder drei Jahren wurde sogar die Häuserfront mit Eiern beworfen. Sorry, aber die heutige Jugend hat für mich nichts vernünftiges mehr im Kopf. Wir haben auch viel Mist angestellt, aber die Kosten darüber beliefen sich in einem angenehmen Rahmen, heute geht es in die Millionen. Siehe Graffiti etc.!)

Nur so als Anreiz zum Nachdenken!

Liebe Grüße
Oma Sammy




Minotaurus ...
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...   Erstellt am 17.11.2007 - 01:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ups, da hat sich ja wieder mal eine Linedancerin zu uns verirrt?

Die Bemerkung über Graffitis ist natürlich völliger Quatsch, denn das ist natürlich keine Sachbeschädigung, sondern Kunst, wie jeder weiß.
Dieses Thema hatten wir gerade in unserer Rätselsparte.
Wer so etwas frühmorgens an seiner Hauswand vorfindet, der sollte lieber froh sein, daß er dafür nichts bezahlen mußte. Anderswo zahlen die Leute viel Eintrittsgeld, um so etwas zu sehen.

Funnydancer.de schrieb
    Please sign our Guest Book - Bitte singt in unser Gästebuch - ->

Ich war gerade mal ein wenig am Rumstöbern auf euerer lustigen Seite, aber singen kann ich leider nicht.

Dafür habe ich euere Rezeptesammlung mal ein wenig durchgelesen und dabei muß ich gleich mal eine dicke Kritik anbringen:
Der Cowboy-Kaffee (oder Rodeo-Kaffe) ist dort völlig falsch beschrieben!

Funnydancer.de schrieb
    Zutaten für 4 Personen:

    1 L. Quellwasser (Brunnenwasser)

    5 gestrichene EL Kaffeepulver

    Zucker nach Belieben

Und mit so einem Muckefuck wollt ihr Linedancer anlocken?
Und dann noch für vier Personen?

Hier einmal das richtige Rezept für echten Texas-Kaffee:

Man nehme ein Pfund Kaffee und feuchte ihn etwas an (am besten mit Whisky).
Dann mache man die Hufeisenprobe.
Geht das Hufeisen unter, war der Kaffe zu dünn!

So lockt man echte Cowboys an! Unser Texasjohnny kann Dir das sicher bestätigen.
Das Ganze natürlich mal vier, wenn wirklich vier Cowboys damit zufrieden sein sollten.
Außerdem: Zucker ist ohnehin nur etwas für Weicheier, Warmduscher und Leute, die sich zum Scheißen doppellagiges Klopapier kaufen.

Beste Grüße von Jim Beam, ääh, ich meinte natürlich vom Mino.





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