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Sheelagh ...
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...   Erstellt am 26.11.2006 - 01:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo zusammen!

Vor kurzem war an vielen Stellen wieder Kritik an den immer mehr werdenden englischen Begriffen in der deutschen Sprache laut geworden.
Manch einer meint sogar, unsere Sprache verkäme zu einem wilden Mischmasch aus Deutsch und Englisch.
Sicher ist, dass jedes Jahr viele englische Wörter oder Redewendungen Einzug in den normalen Sprachgebrauch halten und dass diese Entwicklung noch nicht abreißen wird.
Was sagt Ihr dazu?
Wird das Deutsche langsam eine aussterbende Sprache?
Oder seht Ihr die Benutzung englischer Begriffe nicht so eng?
Ist es nicht eine Anmaßung, dass ältere Leute in manchen Dingen kaum noch etwas verstehen oder müssten sich diese einfach nur besser anpassen und informieren?
Seid Ihr wahre Freunde der deutschen Sprache oder ist sie für Euch nur das alltägliche Mittel zum Zweck?

Viele Fragen und hoffentlich auch viele Antworten.
Ich freue mich schon auf Eure Meinungen.



Mit zweckdienlich-deutschen Grüßen

Sheelagh





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Ein Fremder ist ein Freund, dem du noch nie begegnet bist. (Irisches Sprichwort)

Anjab ...
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...   Erstellt am 28.11.2006 - 08:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sheelagh schrieb
    Sicher ist, dass jedes Jahr viele englische Wörter oder Redewendungen Einzug in den normalen Sprachgebrauch halten und dass diese Entwicklung noch nicht abreißen wird.


Ich denke, viele Wörter aus dem Englischen werden ganz unbewußt in den täglichen Sprachgebrauch übernommen und niemand macht sich wirklich Gedanken darüber.
Auch ich rede von "Shopping-Tour"(ausgedehnter Einkaufs-Bummel), "Surfboard"(mein Internet-Rechner), "Workshop"(ähm ja...
Seminar??), "Step-Sheet"(gemeint ist eine
Tanzbeschreibung), "Flyer"(Informations-Blatt), etc.

Sheelagh schrieb
    Wird das Deutsche langsam eine aussterbende Sprache?


DAS glaube ich nun nicht, denn ich z. B. kann mich nur in Deutsch "richtig" ausdrücken, mich mit meinen Mitmenschen austauschen, schreiben, meiner Tochter etwas erklären. Wollte ich DIESES auf Englisch versuchen
oder mit vielen aus dem englischen übernommenen Vokabeln, käme ich glaube ich nicht weit.
Ich habe vorhin einen Text gelesen, in dem sehr viele englische Fach-Begriffe vorkamen(es ging um Weihnachtsvorbereitungen des Weihnachtsmannes): HIMMEL!!!!!!! Nur aus dem Zusammenhang heraus konnte ich einiges verstehen.

Sheelagh schrieb
    Ist es nicht eine Anmaßung, dass ältere Leute in manchen Dingen kaum noch etwas verstehen oder müssten sich diese einfach nur besser anpassen und informieren?


Ich glaube schon, daß viele ältere Menschen in manchen Bereichen von den englischen Ausdrücken verwirrt sind oder werden. Wenn sie z. B. eine "Auskunft" suchen und einen "Service-Point" vorfinden. Oder auch in manchen Zeitungsartikeln(z. B. Wirtschaftsteil), da finde ICH teilweise schon nicht mehr durch.
Also nicht nur Ältere werden "übergangen", sondern sicher auch viele Jugendliche, die sich sonst vielleicht öfters mal mit dem Wirtschaftsteil auseinandersetzen würden. Da liegt es sicher an den Redakteuren, dieses zu ändern, sich also verständlicher auszudrücken.

Sheelagh schrieb
    Seid Ihr wahre Freunde der deutschen Sprache oder ist sie für Euch nur das alltägliche Mittel zum Zweck?


Ich würde meine Muttersprache nicht als "Mittel zum Zweck" bezeichnen, das klingt irgendwie kalt, lieblos. Ich liebe die deutsche Sprache, denn in keiner anderen kann ich mich SO verständlich machen wie in dieser.

Hier ein paar "schöne" Beispiele für "Denglisch"..klickt mal die Rezepte an dort:

http://www.funnydancer.de/Hello_Friends … oking.html

In einem Portal für Web-Entwickler habe ich folgende Diskussion um EIN Wort entdeckt:
http://www.devshare.de/viewtopic.php?pid=33225

Mit hoffentlich verständlichen Grüßen,

Anja

[Dieser Beitrag wurde am 28.11.2006 - 08:53 von Anjab aktualisiert]





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"Du kannst Dir eines Erfolges nie sicher sein, doch Du bist Dir des Scheiterns sicher, wenn Du es nicht versuchst."

johnnyrebel ...
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...   Erstellt am 28.11.2006 - 19:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun,

soweit mir bekannt, ist das "deutsche" ja eigentlich nicht eine Ursprache, sondern entstanden aus der Vermischung aus dem germanisch-romanischem und dem althochdeutschen, was sich dann später durch den angelsächsischen Einfluss weiterprägen liess.

Somit existieren heute noch deutsche Begriffe aus dem arabischen (Zigeuner), aus dem französischen (tschüss=adschüs), aus dem tschechischen (Wahn=wân), dem englischen (Haus=hus/house) und vieles mehr.

Also alles in allem die wahrscheinlich interessanteste Sprache, die ich, neben dem chinesischen kenne

das Johnny





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Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind seid: ihr selbst...

<rumpelstilz>
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...   Erstellt am 30.11.2006 - 19:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


und auch noch vieles andere:
Da ist das gute alte Chaiselonge auf dem man sich herumfläzt, das Trottoir, unser Portemonnaie in dem allzuselten genug drin ist Tschüss kommt im Übrigen soviel ich weiss von Adieu .
Dann lassen wir uns den Bonbon gut schmecken, verspeisen ein herzhaftes saftiges Steak, essen den sämigen Brie mit einem Baguette.
Wir haben manchmal Zores mit dem Nachbarn.
So gibt es vieles was seit Jahrzehnten schon im Sprachgebrauch unserer Eltern und Grosseltern lebte. Und dann ganz selbstverständlich wurde.
Ich denke, in jeder Generation drängen sich ganz normal Worte aus anderen Sprachen ein. Dass es in den letzten Jahren einfach mehr geworden ist liegt eben auch an der Globalisierung. An der viel schnelleren Vermischung der Kulturen.
Alleine schon dadurch, dass im Internetzeitalter( und den betreffenden Berufen) sowie in der Wirtschaft englisch die Umgangssprache ist kann man in der Sprache ja keine Grenze ziehen und mit Zwang vorschreiben: Wir wollen keine Anglizismen.
Wo wollte man da eine Grenze ziehen, und ist nicht im Grunde eine Vermischung der Sprachen für die Globalisierung ein Erfolg??
Gruss
Rumpelstilz




Stefan
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...   Erstellt am 30.11.2006 - 21:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sheelagh schrieb
    Oder seht Ihr die Benutzung englischer Begriffe nicht so eng?
    Ist es nicht eine Anmaßung, dass ältere Leute in manchen Dingen kaum noch etwas verstehen oder müssten sich diese einfach nur besser anpassen und informieren?


Manchmal finde ich es schon sehr nervend. Ganz besonders diese "Hi"! Auf meine Frage wo, ernte ich dann nur verständnislose Blicke.
Dann gibt es noch sehr interessante Stellenanzeigen, wo ich nicht weiß, was die Leute überhaupt suchen. Salesmanager, hört sich schonmal wichtig an, da kann ich mir ja noch was drunter vorstellen.

In 10 Jahren lernen wir dann vielleicht alle chinesisch. Wegen der Globalisierung.

Wenn ich englisch sprechen will, fahre ich nach Irland!

Irre Grüße

Stefan




johnnyrebel ...
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...   Erstellt am 01.12.2006 - 22:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stefan schrieb


    Dann gibt es noch sehr interessante Stellenanzeigen, wo ich nicht weiß, was die Leute überhaupt suchen.


Na, dann stell ich doch Dir, Stefan, mal die Frage, was wird gesucht, wenn Du eine Stellenanzeige mit folgender Suchbezeichung siehst:

gesucht wird ein - Container Terminal Manager

gespannte Grüsse

das Johnny





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Stefan
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...   Erstellt am 01.12.2006 - 23:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


das Johnny schrieb
    gesucht wird ein - Container Terminal Manager


Oh, ein neues Rätsel.

Das finde ich aber einfach! Mit meinen bescheidenen Englischkenntnissen würde ich sagen, es ist der Chefcontainer auf dem Sammelplatz. Also soetwas wie der Häuptling der Container.
Da stellt sich mir jetzt spontan die Frage, wird er gewählt, oder macht ihn die Farbe oder Größe automatisch zum Chef? Und gibt es auch weibliche Chefs?

Habe gerade mal in der Zeitung geguckt und fand folgende interessante Berufe gefunden:
Crew-Operator (m/w)
Berater (m/w) für Business Intelligence

Was gibt es eigentlich bei Deinem Rätsel zu gewinnen? Ein Schweinchen wie bei Robert Lembke?

Gewinnsüchtige Grüße

Stefan




johnnyrebel ...
Moderator a.D.
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...   Erstellt am 02.12.2006 - 21:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Stefan schrieb

    Ein Schweinchen wie bei Robert Lembke?

Na Stefan,

dann hättest Du nicht mal einen Knochen gewonnen *lach*.. Nachdem ich mir auch niemals etwas darunter vorstellen konnte, und das, obwohl ich selbst der englischen Sprache mächtig bin, rief ich ich bei der betreffenden Sachbearbeiterin an, die diese Anzeige in der FAZ aufgegeben hatte und fragte nach, was das genau bedeuten soll: Und siehe, betretenes Schweigen.

Nach ewigen Diskussionen, Weiterleitungen und erfolglosen Anrufen beim Duden (das ist echt kein Scherz), erfuhr ich, was gesucht wird und woher es kommt.

Der Begriff kommt aus dem afrikanischen Seefahrtsgeschäft, ist völlig falsch übersetzt und bedeutet nichts anderes als:

Lagerfacharbeiter für Containerdienste

Also, in diesem Sinne *weglach* ob der Frage der Fremdsprachen

das Johnny (und nen alten Knochen rüberwerf)

[Dieser Beitrag wurde am 02.12.2006 - 21:13 von johnnyrebel aktualisiert]





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Stefan
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...   Erstellt am 03.12.2006 - 12:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke für den alten Knochen. `n bisschen Fleisch hättest Du aber noch dran lassen können.

Das die Firma noch nicht mal weiß, was sie suchen, ist ja wohl der Hammer. Frei nach dem Motto, je geheimnisvoller es sich anhört, desto besser? Sollte nicht zumindest der Chef wissen, welche Aufgaben er zu verteilen hat?

Knochenkauende Grüße

Stefan




Minotaurus ...
Hausherr und Gastgeber
...............



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...   Erstellt am 07.12.2006 - 17:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sowohl Johnny als auch unser Gast Rumpelstilz haben bereits recht gute Denkansätze zur Herkunft und Entwicklung unserer Sprache gemacht. Einen Erfolg der Globalisierung kann ich in einem Sprachen-Mischmasch allerdings nicht erkennen.
Sicher, es ist völlig natürlich, daß auch in unseren Sprachgebrauch immer wieder Worte und Begriffe aus anderen Sprachen mit einfließen. Gerade die - als besonders "urwüchsig" betrachtete - bayrische Sprache ist ein sehr gutes Beispiel dafür, denn besonders sie ist geradezu übersät von Fremdwörtern aus dem welschen, slawischen und französischen Wortschatz. Zudem gibt es noch erhebliche Fremdeinflüsse aus bestimmten Fachsprachen, ob das nun Griechisch, Latein oder Englisch ist.
Auch ich kann mich dieser Entwicklung leider nicht immer völlig entziehen und ich merke sehr oft, daß sich mein Sprachgebrauch und auch meine Aussprache, mein Dialekt sehr oft stark daran orientiert, mit wem ich mich gerade unterhalte. Mit einem Türken klingt es anders als mit einem Tschechen, mit einem Österreicher anders als mit einem Schwaben, Hamburger oder Berliner, usw.
Ob das nun Anpassung, Gewohnheit, Faulheit oder aber Höflichkeit seinem Gesprächspartner gegenüber ist, kann ich nur schwer beurteilen. Tatsache aber ist, daß ich eben auch nicht frei davon bin und ich wurde schon des öfteren daraufhin angesprochen.
(ein Tscheche meinte einmal, mein Tschechisch wäre erbärmlich, aber mein Akzent sei sehr gut)

Trotzdem bin ich immer bemüht, im normalen Sprachgebrauch immer deutsche Worte und Begriffe zu verwenden, denn mit ihnen kann ich fast alles ausdrücken, was es zu sagen gibt. Noch besser geht´s natürlich nur noch im Dialekt.
Im Gegensatz dazu bemerke ich immer wieder, daß sich die Feinheit und Differenziertheit unserer Muttersprache keineswegs durch eine vermehrte Verwendung von Fremdwörtern steigern läßt, es tritt eher das Gegenteil, eine Spracharmut ein. Gerade bei Jugendlichen läßt sich diese Entwickung sehr deutlich beobachten, wenn sie mit wenigen, englischsprachigen Begriffen versuchen, sich mitzuteilen. Die Sätze, bzw. Teilsätze wirken nichtssagend, phrasenhaft, hohl und im besten Falle noch "cool", eine klare Aussage ist darin oftmals nicht mehr erkennbar.
Genau dasselbe Symptom kann man vermehrt in unserer Berufswelt beobachten, wie bereits Johnny und Stefan ganz richtig erkannt haben.
Da werden Berufs- oder Tätigkeitsbereiche anglistiziert, bei denen nicht einmal der Verfasser noch eine blasse Ahnung von deren Bedeutung hat.
Soll das die Zukunft unserer Sprache sein? Ich würde sagen: Nein!
Das Ergebnis wäre nicht eine Bereicherung unseres Sprachschatzes, sondern - im Gegenteil - eine Verarmung und Verwahrlosung unserer Muttersprache.
Darüber sollten wir einmal nachdenken, bevor wir weitere Anglizismen "adoptieren", für deren Verwendung keinerlei praktische Notwendigkeit besteht.
Ob wir irgendwann alle einmal Chinesisch sprechen werden, wage ich zu bezweifeln. Daß sich unsere Sprache weiterentwickeln wird, halte ich dagegen für eine ganz natürliche Erscheinung.

Mit Deutschem Gruß *klack!* vom Minotaurus





Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)

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