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    chris ...
    Motz Sack




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    ...   Erstellt am 08.07.2005 - 13:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    heute übers fliegenfischen (meine leidenschaft) an einem bergbach

    Fliegenfischen wild

    Ein Bergbach kann trügerisch sein – oft sieht man kaum einen Fisch! Die schönste Art herauszufinden, ob schöne Farios im wilden Wasser hausen, ist die Pirsch mit der Trockenfliege.

    In grösseren Bergbächen können auch kapitale Farios an die Fliege gehen. Ihr Drill im wilden Wasser ist ein fantastisches Erlebnis und nur mit Glück und Geschick zu gewinnen.

    Wenn ihnen nicht Kraftwerke ihr Wasser wegnehmen oder regelmässige Hochwasser alles ins Tal spülen, haben grössere Bergbäche einen beachtlichen Bestand an Bachforellen.
    Wildbachforellen sind temperamentvolle Fische und eine Herausforderung für jeden Petrijünger, auch wenn das Grössenwachstum dieser Forellen durch die niedrigen Temperaturen des Gewässers und das unregelmässige Nahrungsangebot eingeschränkt ist.
    Viele Fischer fischen im Bergbach mit der Tipprute und verschiedenen Lebendködern. Auch Spinnfischer sind mit Köderfisch am System oder Spinner am Bach erfolgreich. Seltener wird dagegen in den Bergen mit der Fliege gepirscht. Dabei ist das eine der schönsten Arten des Forellenfischens! Und die Fario frisst hier auch zum Grossteil Insekten. Es gibt in vielen Bächen eine vielseitige Nährtierfauna, und nicht selten sieht man an einem Tag verschiedene Arten, die gleichzeitig schlüpfen. Zudem treibt vor allem im Sommer viel Anflug im Bach: Käfer, Heuschrecken, Ameisen und vieles andere mit sechs Beinen und Flügeln…
    Obwohl also Insekten in beachtlicher Vielfalt vorkommen, ist die Futtermenge in alpinen Höhenlagen doch begrenzt und die oft schnelle Strömung vereinfacht das Fressen auch nicht gerade. Die Forellen können es sich in dieser Umgebung also nicht leisten, sehr wählerisch zu sein. Deshalb lassen sie auch nur sehr selten eine leichte Beute lange auf der Oberfläche treiben. Und das macht die Fliegenfischerei oft kurzweilig und erfolgreich.

    Überall Standplätze
    Wenn ein Fliegenfischer zum ersten Mal an einem wilden Abschnitt eines Gebirgsbaches ankommt, wird er Mühe haben, klare Standplätze zu erkennen. Selbst die besten Einstände sind in so einem Gewässer manchmal nur sehr klein. Schon ein Gumpen von 50 x 50 cm kann einen schönen Fisch beherbergen. Man muss hier sein Auge neu justieren und wenn man kleinräumiger denkt, sieht man plötzlich viel mehr «fischige» Stellen.
    Wenn man in den kristallklaren Gewässern einen Gumpen oder eine Rinne findet, kann man sicher sein, dass dort eine Forelle auf Futter wartet. Dennoch sollte man sich nicht voreilig auf die wenigen so offensichtlichen Standplätze stürzen, sondern auch die vielen unscheinbareren Stellen versuchen, die auf dem Weg dorthin liegen. Ich empfinde dieses Lesen des Bachs, das ständige Schauen, Probieren und Fangen als ungeheuer entspannend, weil immer etwas läuft.
    Ganz so simpel, wie es jetzt tönt, ist es allerdings nicht. Man muss schon geschickt und konzentriert fischen. Wenn man beispielsweise eine Forelle überwirft und ihr die Schnur über den Kopf legt, führt das oft dazu, dass man jegliche Chancen einbüsst, sie und ihre Nachbarinnen zum Beissen zu bringen. Man sieht vielleicht noch ihren fliehenden Schatten. Und die Präzision der Würfe ist oft entscheidend, zum Beispiel, wenn man einen kleinen Gumpen oder eine schmale Rinne befischen möchte.
    Angesichts der hohen Fliessgeschwindigkeit der Gewässer neigt man dazu, die Fliege vorwiegend an den ruhigen Stellen abzulegen. Dadurch bringt man viele, aber vor allem kleinere Fische zum Steigen. Die interessanteren Forellen bleiben aber erfahrungsgemäss lieber in der Strömung, wo ihnen mehr Nahrung zugetrieben wird. Die Forellen haben dort nur eine kurze Reaktionszeit, denn ihnen bleibt nur der Bruchteil einer Sekunde, um sich zu entscheiden und zuzupacken.
    Im Allgemeinen sieht man im Bach kaum einmal, dass grössere Forellen steigen. Nur die kleinen Fische durchbrechen ab und zu in vollem Schwung die Oberfläche und verraten sich dadurch bei der Nahrungsaufnahme. Dennoch lassen sich auch grosse Kaliber an die Trockenfliege locken.

    Auf kurze Distanz
    Spätestens nachdem man die Schnur abgelegt hat, bemerkt man, wie schnell das Wasser fliesst, und oft wird es einem viel zu schnell erscheinenl. Sofort furcht die Fliege im Zickzack über die Oberfläche, und die schönste Imitation am feinsten Vorfach verliert so in den Augen der Fische ihre Glaubwürdigkeit. Passendes Gerät hilft diese Hürde zu nehmen. Die Rute muss eine ziemlich schnelle Aktion haben. Das erlaubt präzise Würfe, denn immer wieder wird man die Fliege am Rand der Böschung in einem engen Sichtfenster präsentieren müssen. Zudem ist es angenehm, wenn man die Fliege durch wenige Leerwürfe rasch trocknen kann
    Die Länge der Rute sollte mindestens 9 Fuss (2,70 Meter) betragen, damit man die Drift gut kontrollieren kann. Eine kürzere Rute zwingt einen dazu, den Arm hoch zu halten, und das wird schnell unangenehm.
    Als Flugschnur ist eine DT (Double Taper) der Klasse 3 bis 5 geeignet. Die Flugschnur wird das Wasser oft kaum berühren. Bei schnell fliessendem Wasser fischt man nämlich fast unter der Rutenspitze. Weite Würfe und grossartige Schleifen und Schnörkel in der Luft sind hier unnötig.
    Das Vorfach ist ein wichtiger Teil der Ausrüstung, denn davon hängt massgeblich die Qualität der Präsentation ab. Mehr als zwei Meter Vorfachlänge sind zu viel! Versuchen Sie nur schon diese Länge in einem Wildbach perfekt zu kontrollieren.
    Die Spitze des verjüngten Vorfachs sollte einen Durchmesser von 0,14 Millimeter haben. Kontrollieren Sie Ihr Vorfach immer wieder! Denn es kommt ständig mit Steinen in Kontakt und dadurch kann die Schnur rasch einmal beschädigt werden. Ein Pitzenbauer-Ring erleichtert den regelmässigen Spitzenwechsel.

    Die Strömung meistern
    Der grösste Feind des Trockenfliegenfischers im schnellen Wasser ist das Furchen oder Dreggen. Das Rezept zur Vermeidung der grössten Probleme ist eigentlich einfach: man muss lernen auf kurze Distanz zu fischen Allgemeinen auf Rutenlänge plus 2 bis 4 Meter Flugschnur plus Vorfach. Insgesamt ergibt das eine Distanz von 6 bis 8 Meter, nicht mehr.
    Geworfen wird flussaufwärts, vor allem damit man nicht von den Forellen gesehen wird. An vielen Stellen hat man die beste Wurfposition, wenn man im Bach watet. Nachdem man die Fliege abgelegt hat, treibt sie dann auf einen zu. Je nach Strömung bedeutet das allerdings immer auch rasches Kontrollieren der Schnur, die auf einen zutreibt, was mitunter in ziemliche Arbeit ausartet. Fängiger liegt das Vorfach nicht ganz gestreckt. So treibt die Fliege natürlicher und kleinere Turbulenzen ziehen sie nicht gleich unter Wasser. Allerdings fängt manchmal eine untergetauchte Fliege fast besser, aber das wäre ein anderer Artikel…

    Gute Fliegen
    In stark bewegtem Wasser ist es also gar nicht einfach, eine Trockenfliege zu präsentieren und es wird unmöglich, wenn man sie nicht sieht! Fliegen mit einer kleinen Hechel und weichem Material wie Entenbürzel (CdC) sind trotz guter Schwimmfähigkeit auf dem bewegten Wasser schwierig zu erkennen. Damit man die Fliege während der ganzen Abdrift gut verfolgen kann, muss sie hoch im Wasser schwimmen und gut sichtbare Kontraste bieten.
    Ich bevorzuge für Bergbachfliegen Hecheln vom Hahnenhals oder die hohlen Haare von Hirsch oder Reh. Die passenden Hakengrössen liegen zwischen 10 und 16, am besten feine, leichte Stahlhaken. Ich fische grundsätzlich ohne Widerhaken, mit denen man die kleinen Forellen so unversehrt wie möglich wieder schwimmen lassen kann. Zudem lassen sie sich viel schneller wieder aus Jacke, Hemd oder Feumernetz ziehen – das spart Fischerzeit!
    Auch von der Bindeweise der Fliege hängt die Schwimmfähigkeit ab. Gut geeignet ist der Palmer-Stil. Diese Bindetechnik ergibt eine Fliege, deren Hakenschenkel in voller Länge mit Hecheln umwickelt ist. Dadurch hat die Fliege viele Abstützpunkte auf dem Oberflächenfilm und schwimmt hoch. Eine speziell geeignete Variante ist die Tricolore. Sie hat, wie ihr Name andeutet, Hecheln in drei verschiedenen Farben: Dunkelgrau, Hellgrau und Dunkelbraun. Die verschiedenen Farben erlauben es, sie mit den Augen sicher zu verfolgen, wie immer die Lichtverhältnisse sein mögen. Diese Fliege ist fast immer fängig.
    Mein Geheimtipp sind Rehhaarfliegen. Setzen Sie sie aufs Wasser, und sie fangen an zu leben! Eine fluoreszierende Sichthilfe, beispielsweise ein oranger «Fallschirm» (engl. Parachute) aus Synthetikfaser macht diese Fliegen zur ersten Wahl in wildem Wasser.
    Trotz aller Tricks und Bemühungen wird die Fliege oftmals nicht so laufen, wie man es gerne hätte. Aber das ist auch nicht so tragisch, denn im Wildbach gibt es massenweise Standplätze. Hat es an einem gerade nicht so funktioniert, wie Sie wollten, versuchen Sie es eben am nächsten Platz. Hinter jedem Stein in der Strömung kann eine Forelle stehen. Lassen Sie die Fliege kurz treiben, nehmen Sie sie wieder auf, und präsentieren Sie sie an der nächsten Stelle. Immer wieder haben Sie eine neue Chance. Und von der vielen frischen Luft wollen wir gar nicht reden…


    Gute Schwimmfähigkeit und Sichtbarkeit sind die wichtigsten Eigenschaften der Fliegen im Wildwasser

    Ein Watfeumer erleichtert die Landung grösserer Forellen in der oft harten Strömung sehr. Untermassige Fische löst man im Wasser.





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