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<Betonhof>
unregistriert

...   Erstellt am 24.03.2007 - 10:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


An einem wundervollen Frühlingsmorgen, entschied Anna, ein vierzehnzehnjähriges Mädchen aus gutem Hause, nicht in die Schule zu gehen. Nicht, dass sie dort etwas zu befürchten gehabt hätte, eine Schulaufgabe etwa, oder einen unangenehmen Lehrer. Nein, Anna war eine gute, sogar sehr gute Schülerin - es überkam sie einfach nur so.
Sie war selbst erstaunt darüber, als sie nun in Richtung Hain strebte - dem großen Erholungsgebiet der Stadt - dass sie in der Lage war, sich einfach so ratzfatz für eine verbotene Sache zu entscheiden. Das war ihr noch niemals gelungen, immer hatte sie schließlich doch das gemacht, was man von ihr erwartete.
Indes auch heute wäre es nicht passiert, hätte sie nicht eine ganz konkrete Vorstellung davon gehabt, wo sie diesen Tag verbringen wollte, an dem kleinen See im botanischen Garten nämlich, der eingerahmt von blühenden Sträuchern und bunten Blumen ihr um diese Jahreszeit wie das Paradies erschien.
Von dieser Vorstellung verzaubert, schritt sie nun beschwingt durch das Licht und Schattenspiel der die Straße säumenden Alleebäume, bog am Fluss in einen Seitenweg und war nach einer knappen halben Stunde an ihrem Ziel angelangt.
Sie ließ sich auf einer der zahlreichen Bänke nieder, um erst einmal zu verschnaufen, obwohl sie sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass es sich hierbei eher um ein geistiges Bedürfnis, als um ein körperliches handelte, denn irgendwie hatte sie schon das Gefühl mit dem Schuleschwänzen einen Kraftakt zu begehen.

Nach einer Weile gewahrte sie auf der anderen Seite des kleinen Sees - genau ihr gegenüber - einen jungen Mann, der sich eine Zigarette drehte, die er nun langsam und bedächtig zu rauchen begann. Dabei richtete er seinen Blick auf sie und als er den ihren gewahrte, zeigte sich ein dünnes Lächeln auf seinem blassen Gesicht, das zu sagen schien: ich weiß über dich Bescheid, du kannst mir nichts vormachen.
Anna, die sich gegen diese Besitzergreifung zur Wehr setzen wollte und den Versuch unternahm sich abzuwenden, bemerkte, dass sie dazu nicht in der Lage war. Die gletscherblauen Augen des Jungen besaßen eine magische Anziehungskraft und hielten sie fest in ihren Bann. Erst als er seine Zigarette zu Ende geraucht hatte und sich, um eine neue zu drehen von ihr abwandte, gelang ihr die Befreiung.
Nun erst bemerkte Anna, dass alles in ihr sich in höchster Erregung befand. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, ihre Beine zitterten, ihr Magen rebellierte, sie war einer Ohnmacht nahe. Mit aller Gewalt versuchte sie sich wieder zu sammeln, wohlweislich den Blick zur anderen Seite meidend. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich dazu wieder in der Lage fühlte.
Was sie jedoch nun erblickte, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Der junge Mann, dessen langes, blondes Haar in der Morgensonne, die endlich über die Bäume emporgestiegen war, wie flüssiges Gold schimmerte, hielt einen Revolver an seine Schläfe. Er saß kerzengerade, den Arm beinahe militärisch korrekt angewinkelt, den Blick starr auf sie gerichtet. Anna öffnete den Mund, um einen Schrei auszustoßen – da fiel der Schuss.
Der Arm mit der Pistole sank herab, der Körper des jungen Mannes verblieb jedoch weiter aufrecht und seine gletscherblauen Augen schauten sie an, als sei nichts geschehen.

Da erwachte Anna. Während sie sich in die Wirklichkeit zurück zu tasten suchte, hörte sie durch das offene Fenster das fröhliche Konzert der Vögel und ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass es noch viel zu früh am Morgen war, um aufzustehen.
Sie ließ sich zurück in ihre Kissen sinken und wusste, dass sie den Blick seiner gletscherblauen Augen niemals im Leben mehr vergessen würde.

Als sie beim Frühstück endlich die Tageszeitung ergattert hatte, die ihr Vater stets als erster das Privileg hatte zu lesen, traute sie ihren Augen nicht:
„Selbstmord eines Jugendlichen im Botanischen Garten“, stand da auf der ersten Seite –
„das Leben sei viel zu schön, als dass ein Mensch es leben könne“, habe er in einem Abschiedsbrief als Erklärung hinterlassen.
Als sich Annas Mutter besorgt erkundigte, ob sie krank sein, weil sie so blass aussehe, schüttelte sie nur den Kopf.

Dann begab sie sich wie immer, auf den Weg zur Schule.




CCHuber ...

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...   Erstellt am 24.03.2007 - 12:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Betonhof,
Gedanken sind Energie und die Welt, wie wir sie sehen, eine Illusion. Manchmal findet die Energie einen Empfänger und Bilder entstehen von kommenden Ereignissen.
Ich hatte selbst so ein Erlebnis. Ich träumte, ich sei in der Schule und wir hatten in Erdkunde Amerika als Lernobjekt. Vor uns hing eine riesige Karte der USA. Und plötzlich floss aus dieser Karte Blut.
Am gleichen Tag erreichte uns die Nachricht, dass Kennedy ermordet wurde. Ich habe das nie vergessen.

Nachdenkliche Grüss
Christa





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Setze dich an den Fluss und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorbei schwimmen.
(Indianische Weisheit)

Gudrun 

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...   Erstellt am 25.03.2007 - 11:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"das Leben sei viel zu schön, als dass ein Mensch es leben könne"

Meinst Du?




<Betonhof>
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...   Erstellt am 25.03.2007 - 12:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"das Leben sei viel zu schön, als dass ein Mensch es leben könne"

Meinst Du?


Das Leben besteht nich aus einem immergleichen Kontinuum. Daher meine ich, dass es in jedes Menschen Leben Augenblicke gibt, in dem er diesem Satz beipflichten würde.




Gudrun 

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...   Erstellt am 25.03.2007 - 12:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Daher meine ich, dass es in jedes Menschen Leben Augenblicke gibt, in dem er diesem Satz beipflichten würde."

Eben. Da braucht's aber schon einige Augenblicke, einen Abschiedsbrief zu schreiben, eine Pistole zu organisieren, eine Vierzehnjährige durcheinander zu bringen ...




<Betonhof>
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...   Erstellt am 25.03.2007 - 13:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Leben besteht nicht aus einem immergleichen Kontinuum. Daher meine ich, dass es in jedes Menschen Leben Augenblicke gibt, in dem er diesem Satz beipflichten würde.

Es gibt Augenblicke, die stundenlang, tagelang oder gar jahrelang dauern.




Gudrun 

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...   Erstellt am 25.03.2007 - 15:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sieh an, sieh an! Soooo lange Augenblicke gibt's?
Du solltest eine Geschichte darüber schreiben: "Mein Leben, ein Augenblick" oder "Augenblick, ein Leben!"

Apropos Augen: Warum sind denn die von dem blonden Jüngling gletscherblau? Stell ich mir ziemlich kalt vor.




Stefan ...
Admin


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...   Erstellt am 27.03.2007 - 22:28Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Betonhof schrieb
    "das Leben sei viel zu schön, als dass ein Mensch es leben könne"


Aus diesem Grund teile ich mein Leben mit meiner lieben Chrissi. Die hoffentlich bald/gleich wieder ganz gesund ist.

Nein, so ganz stimmt mein erster Satz auch nicht. Denn erst DURCH Chrissi habe ich erkannt, dass das Leben wunderschön ist.





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Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....

<Betonhof>
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...   Erstellt am 27.03.2007 - 22:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Aus diesem Grund teile ich mein Leben mit meiner lieben Chrissi. Die hoffentlich bald/gleich wieder ganz gesund ist.

Nein, so ganz stimmt mein erster Satz auch nicht. Denn erst DURCH Chrissi habe ich erkannt, dass das Leben wunderschön ist.



Also müsste man in deinem Fall den Satz ein wenig ändern in: "das Leben ist viel zu schön, als dass ein Mensch es allein leben könne"




Daggi ...

.....................

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...   Erstellt am 27.03.2007 - 23:01Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Das Leben ist viel zu schön, als dass ein Mensch es allein leben könne"

Ein treffender Satz... und wunderschön!

Doch manch ein Mensch sieht die Schönheit des Lebens wohl nie, da hilft auch der Partner an seiner Seite nicht...





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Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist - sei froh, dass es gewesen ist...

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