derMitternachtstraum  Board Cherrif
        

Status: Offline Registriert seit: 07.01.2006 Beiträge: 57 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2006 - 18:09 |  |
Aber damit ihr das jetzt auch alle schafft, ein Beispiel, bei dem wir alle 10 Punkte berücksichtigen. Unser fiktives Ich heißt heute Naomi und kommt aus dem schönen Hamburg nach Magdeburg, um eine Freundin zu besuchen. Leider wird es kein schöner Besuch. Oder doch? Zu allererst ist klar, wir müssen dem Leser Naomis Modelqualität vermitteln (Regel 3). Wie das geht? Ganz einfach. Ganz beiläufig einfließen lassen:
Erschöpft strich ich mir mit meinen schlanken Finger das mahagonifarbene, glänzende Haar aus der Stirn. Meine wasserblauen Augen waren von einer Sonnenbrille verdeckt.
Jetzt ist es amtlich: Naomi ist nicht nur super, sie ist rat-ten-scharf. Aber rattenscharfe fiktive Ichs haben auch kein schönes Leben... (Regel 7)
Ich hatte mir den Besuch bei meiner Freundin Kathi eigentlich anders vorgestellt. Ich hatte sie in einer Therapie für Mobbingopfer kennengelernt. Ja, ihr habt richtig gelesen, Mobbingopfer. Mich hatten meine Mitschüler zwei lange Jahre fertiggemacht, bis ich die Schule schwänzte, vor lauter Angst, und floh. Die Polizei fand mich wieder und meine Familie zog um. Dann wurde es besser. Aber ich musste in eine Therapie, weil ich ein bestimmtes Problem hatte: Ich wusste einfach nicht, warum sie mich gemobbt hatten. Daran verzweifelte ich so sehr, dass ich manchmal nur wie irre vor mich hinstarrte und murmelte. Ich hatte ihnen doch nie was getan!! Naja, egal, auf jeden Fall wollte ich Kathi besuchen, doch stattdessen schnappte mich ihr Freund und der war ein Arschloch sondersgleichen. Er verprügelte mich dauernd und dann sollte ich für ihn Drogen verkaufen. Heute, am dritten Tag hatte ich es geschafft und war geflohen. Ich konnte dennoch nicht zur Polizei gehen, ich konnte einfach nicht. Lieber schaute ich mich jetzt um, wo ich war. Es war eine Straße. Aber dort gab es auch eine Telefonzelle. Ich kratzte meinen letzten Rest Kleingeld zusammen und rief erschöpft zuhause an. Mein Vater ging dran und ich erzählte ihm alles. Er war entsetzt und versprach mir, mich sofort abzuholen. Ich solle mich nur nicht von der Stelle rühren.
Und was jetzt? Hm... von TH gerettet werden ist gut. TH retten ist auch gut. Beides ist supergut! Und Regel 6! Da TH jetzt natürlich die arme Naomi von ihrem Trauma befreien werden, kann Naomi sie erst einmal retten... nämlich vor wilden Fans!
Plötzlich hörte ich ein lautes Geräusch. Jemand schrie. Ich drehte mich um und sah einen Jungen mit seltsamen schwarzen Haaren. Seine Frisur war echt komisch, aber irgendwie gefiel sie mir. "Hallo, kannst du mir helfen?", keuchte er. "Tu einfach so, als wärst du meine Freundin!" Er legte einen Arm um meine Schultern und kauerte sich mit mir auf eine Bank, die dort stand. Dann bog eine Gruppe kreischender Mädchen um die Ecke. "Bill, bist du es wirklich?", brüllte eines. "Nein, ich weiß nicht, wen ihr meint!", rief der Junge. "Mein Name ist Torben und ich bin nur mit meiner Freundin hier!" das Mädchen guckte mich böse an. "Stimmt das?" Ich nickte verdattert. "Ja, das ist Torben und ich bin Naomi!", sagte ich dann fest. Die Mädchen trollten sich maulend.
Das hat ja prima geklappt. Fiktive Fans sind wirklich unheimlich pflegeleicht... Jetzt ist es an der Zeit, dass Naomi sich verabschiedet. WAS? brüllt ihr jetzt alle? Ja, aber WAS? werden auch die Leser brüllen. Schließlich brauchen wir Ablenkung, denn wir sind ja keine MS-Schreiber, wo alles von Anfang an feststeht und die Handlung langweilt. Niemals!!!
"Danke, dass du mir geholfen hast!", sagte der Junge. "Kein Problem", sagte ich sofort. "Ich bin übrigens Bill, Bill Kaulitz." "Ich bin Naomi Gellert", antwortete ich ihm. Er musterte mich auf eine seltsame Art und Weise. "Wohnst du hier in Loitsche?" Ich wollte gerade antworten, da quietschten Reifen und mein Vater hielt neben uns. "Naomi, Schatz, geht es dir gut?" Er bestand darauf, sofort zum Arzt zu fahren und ich verabschiedete mich von Bill, was ich bedauerte und ich hatte das Gefühl, er auch.
Wochen später, mir ging es längst wieder gut, zeigte mir meine beste Freundin Kristie einen Artikel über eine Band. "Tokio Hotel! Sie sind total genial und der Drummer ist soooo süß!" Ich sah etwas desinteressiert auf das Bild und zuckte zusammen. Den Sänger, der mich mit schmerzlich verzogenem Mund ansah, den kannte ich doch! Das war dieser Bill aus Magdeburg von neulich! Unverkennbar! Unter dem Bild stand auch sein Name... ich dachte, ich sah nicht richtig. Ich hatte einen Star kennengelernt und es nicht mal gemerkt. Kristie gab mir einige Songs von Tokio Hotel zu hören und es passierte etwas seltsames mit mir: Ich hatte das Gefühl, dass ich Teil dieser Lieder wäre, dass sie über mich sangen oder besser gesagt, Bill. Ich war süchtig nach dieser Stimme und egal, was passierte, ich musste nur seine Lieder hören und es ging mir besser.
Natürlich. Die berühmte Heilmittelversion. Tritt besonders bei 13 - 18 Jahre alten, weiblichen Fans auf. Lassen wir das. Gerade haben wir übrigens Regel 1 befolgt! Wer hat es gemerkt? Gut... Dann sollte Naomi sich den TH-Leuten erstmal nähern...
Ich war super aufgeregt: Gleich würde das Konzert von Tokio Hotel losgehen! Ich hatte zusammen mit Kristie einen Standort ganz vorne erbeutet und - da kamen sie auch schon. Die Menge kreischte los, nur ich schwieg. Dort vorne, auf der Bühne, keine drei Meter entfernt, dort stand - nein, ich rede nicht von Bill - ein Junge, der ihm verdammt ähnlich sah. Das war Tom, Bills Bruder. Ich kannte seinen Namen und ich wusste von Postern, dass er gut aussah... aber jetzt von Angesicht zu Angesicht war er unglaublich. Ein Gefühl schoss in mir hoch und ich wusste einen verzweifelten Moment lang: Ich hatte mich soeben verliebt. Und es war nicht die stumpfe Starliebe, weil der Typ gut aussah... dessen war ich mir sicher.
Sicher. Aber da das Leben hart ist, kann sie nicht gleich zu Tom. Erstmal muss sie natürlich leiden...
Einmal sah er mich direkt an und ich fühlte, wie ich rot wurde. Ich lächelte ihn an und er lächelte zurück. Sofort begannen die Mädchen neben mir zu streiten, wen er denn nun angelächelt hatte. Nach dem Konzert, das einfach nur grandios gewesen war, überkam mich eine plötzlicher Übelkeit. Ich fühlte mich auf einmal düster und traurig. Meine große Liebe war endlos weit weg von mir und unerreichbar - ein Superstar. Da bemerkte ich, dass ich auch noch Kristie verloren hatte. Müde und erschöpft trottete ich durch einen Gang. Da packte mich jemand und drückte mich an die Wand. Ich quietschte auf und fand mich Nase an Nase mit einem hässlichen Pickelgesicht wieder. "Na, Baby, du bist ja richtig geil auf mich!", schleimte er und versuchte mich zu küssen. Ich duckte mich weg und wollte schreien, doch er hielt mir den Mund zu. "Lass doch Püppchen, du willst es doch auch!" Ganz und gar nicht! Aber er riss mich herum und zerrte so fest an meinem Top, dass es zerriss und ich auf einmal nur noch mit einem schwarzen BH obenrum herumstand. Ich schluchzte auf und versuchte noch einmal zu flüchten, aber da hatte er schon meinem Minirock geöffnet und ihn weggerissen. Mit letzter Kraft schlug ich ihm ins Gesicht und rannte weg so schnell ich konnte. Außer Atem hockte ich mich dann in eine Ecke und fühlte mich so schlecht, wie noch nie zuvor. `Ich bin nur ein Miststück, dreckig und benutzt!, dachte ich und mir liefen Tränen über das Gesicht.
Schuldgefühle sind natürlich auch sehr wichtig, das hilft später bei Regel 8! Wie auch immer, Regel 4 wurde auch ansatzweise befolgt! Weiter geht es, denn mit 4 sind wir noch nicht fertig!
Plötzlich hörte ich Schritte. Ich hielt mir die Hände vors Gesicht, denn keiner sollte mein Weinen sehen. Doch ich konnte das Schluchzen nicht unterdrücken. "Was ist denn los mit dir?", fragte mich jemand besorgt. Ich schaute auf - es war Tom! Oh Gott, Tom von Tokio Hotel, ich begegnete ihm und trug... nichts als BH und Slip. Das war unglaublich peinlich... ich wäre am liebsten gestorben in diesem Moment, doch da sah ich, dass er auch nicht besonders viel anhatte: Ein Handtuch umgewickelt und Boxershorts. Als er meinen Blick bemerkte, sagte er entschuldigend: "Sorry, habe gerade geduscht."
Ich sagte ja, es ist völlig natürlich, dass solche Leute nackt durch ein öffentliches Gebäude rennen... vor allem, wenn dort auch Superbienen sind. Ich meine, nicht, dass TH sich eher vor Blicken schützen sollen, weil sie auch megafanatische Fans haben, denen sie halbnackt über den Weg laufen könnten... man muss ja auch unbedingt nach einem Konzert direkt duschen... ausruhen, das brauchen die Vier nicht... ich meine, es ist Tokio Hotel! Und weil es Tom von Tokio Hotel ist, muss er unsere arme Mary S-...ähm, Naomi in seinen persönlichen Armen zur Ambulanz tragen.
Ich versuchte aufzustehen, doch er winkte ab. "Du bist viel zu schwach... ich trag dich, ist kein Problem." Ich wollte widersprechen, aber ich hatte nicht die Kraft dazu. Also nahm Tom mich einfach so auf den Arm. Er keuchte nicht mal unter meiner Last. Auf seinen starken Armen trug er mich in ein Zimmer und legte mich dort auf ein Sofa. "Sollen wir einen Krankenwagen rufen?", fragte er mich sanft.
Aber auf jeden Fall! Immerhin musste sie wegrennen, nachdem ihr ein Junge die Kleider vom Leib gerissen hat... und jetzt ist sie sicher reif für die Intensivstation.
"Nein...", flüsterte ich kraftlos. "Bitte keine Umstände..." "Quatsch, das ist doch selbstverständlich!", sagte Tom lässig. Plötzlich rutschte er aus. "AHHH!" Und fiel - direkt auf mich. Er - halbnackt, ich - halbnackt. Für Sekunden starrten wir uns an. Dann senkten sich Toms Lippen auf die meinen und er küsste mich, wie mich noch nie jemand geküsst hatte. Ich genoss das sanfte Streicheln seiner Zunge und war glücklich wie noch nie!!! Plötzlich löste er sich von mir. "Tschuldigung!", murmelte er und wollte rauslaufen, aber dann sagte er noch: "Ist bei dir alles okay?" Ich wollte ja sagen, aber da fiel ich in Ohnmacht.
Taddada! Der erste Kuss! Wunderschön!!!
Als ich aufwachte, hörte ich ein seltsames Rattern. Ich öffnete die Augen und sah in zwei braune Augen. "Bist du wach?" Mühsam setzte ich mich auf. "Wo bin ich?" Der Junge, dem die Augen gehörten, grinste mich an. "Ich bin Bill Kaulitz. Du sitzt in usnerem Tourbus, dir ging´s gestern so scheiße, da haben wir dich mitgenommen!"
Bestechende Logik, wenn du mich fragst, Junge. Gestern die Ambulanz, heute der Tourbus. Ich muss schon sagen...
"Danke, ich bin Naomi...", sagte ich. ""Ich bin Gustav", sagte der blonde Junge. "Und ich Georg", fügte der Braunhaarige hinzu. Beide saßen mir gegenüber und guckten mich an. "Danke... danke für alles...", wisperte ich. Dann war ich so müde, dass ich wieder die Augen schloss. Aber ich schlief nicht. Zehn Minuten später hörte ich Bill, Gustav und Georg anfangen zu reden. "Sieht ja echt megasüß aus, die Kleine!", sagte Georg grinsend. "Ja, find ich auch. Die würde ich nicht auch nicht wegschicken", antwortete Gustav. "Hm, ich auch nicht!", sagte Bill und lachte laut.
Man beachte, dass sie in der Ich-Perspektive erzählt, die Augen zu hat und Georg grinsen sieht/hört/was auch immer. Naomi ist wirklich klasse!!!
Dann döste ich wieder weg. Ein paar Stunden später weckte Bill mich sanft und stellte ein Tablett vor mich hin, auf dem Sandwiches und Cola standen. "Hier, damit du nicht verhungerst!" "Danke!" Hungrig aß ich und dachte nach. Ich saß gerade mit meiner aboluten Lieblingsband im Tourbus Richtung Konzert und bekam von denen was zu essen. Und Tom hatte mich gestern geküsst... hm, wahrscheinlich war er einfach nur fertig nach dem Konzert, immerhin war ich selber danach ein bisschen durch den Wind gewesen... da passierte sowas wohl schon mal. Trotzdem: Ich hatte ich bestimmt tierisch in Verlegenheit gebracht... außerdem war ich gerade dabei, den Members von TH total auf den Nerv zu gehen. Ich versaute sicher total ihre Pläne! Ich schaute sie an. "Hm, tut mir echt megaleid, dass ich euch so zur Last falle! Setzt mich ruhig wo raus!"
Erste Zeile der Entschuldigung und somit Regel 8!
"Kommt gar nicht in Frage!", sagten Bill, Gustav und Georg gleichzeitig. "Du gehst uns nicht auf den Nerv, das geht klar. Und außerdem: So´ne hübsche Begeleitung hat uns immer gefehlt!", sagte Gustav grinsend. Ich wurde rot, obwohl ich wusste, dass er das nur so gesagt hatte. "Sag mal", stutzte Bill da. "kennen wir uns nicht? Du hast mir doch damals geholfen!" Er grinste und umarmte mich kurz. "Thanks nochmal!" "Kein Problem", sagte ich. "Warum warst du damals eigentlich so fertig?", fragte er dann besorgt. "Ich...", fing ich an und brach dann in Tränen aus. Ich konnte es nicht erzählen, das konnte ich niemandem sagen, was mir geschehen war. "Tut mir wahnsinnig leid, aber ich kann es nicht sagen!", schluchzte ich. "Ganz ruhig, Süße, du brauchst es nicht zu sagen, wenn du nicht willst!", meinte Bill und streichelte mir total lieb über den Kopf.
Laaaaaangweilig. Zeit für einen megageilen Tom-Auftritt. Übrigens haben wir die zweite Zeile der Entschuldigung. Hällelujah!
Plötzlich steckte Tom seinen Kopf durch die Tür. Bei meinem Anblick wurde er sofort knallrot. "Ähm...hi, ich wollte nur sagen, Bill, Georg und Gustav sollen mal was mit dem Manager belabern..." "Okay", sagte Bill. "Aber pass du mal auf Naomi auf, der geht es nicht so gut." "Mh... okay, mach ich", sagte er zögerlich. Die drei gingen und er setzte sich neben dich. "He, warum weinst du denn?", fragte er dann total besorgt. "Nichts, ist schon gut!", schluchzte ich. "das stimmt doch nicht... hey, bitte erzähl´s mir, das hilft bestimmt!" Plötzlich fühlte ich, dass ich ihm vertrauen konnte. Ich kuschelte mich eng an ihn und erzählte ihm stockend meine Geschichte: Wie ich verprügelt worden war und wie ich beschimpft und ausgelacht worden war. Er war entsetzt: "Oh Gott, du musst zur Polizei gehen!" "Nein, das kann ich nicht!", weinte ich. Er wurde ruhiger. "Ich werde dir helfen!" Er drückte mich an sich. "Oh, Gott, wie kann man einem wunderschönen Menschen wie du so etwas nur antun? Weißt du, warum ich dich gestern geküsst habe?", flüsterte er dicht an meinem Ohr. "Mh, nein...", sagte ich leise. "Ich hab dich im Publikum gesehen und mich auf den ersten Blick in dich verliebt..." Dann küsste er mich zum zweiten Mal und fühlte mich, als würde ich schweben...
Jaaa, aber ihr glaubt doch nicht, dass alles vorbei ist? Happyend oder was? Nein, troubles, aber sofort!
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen und die drei anderen kamen wieder. Sofort sprangen Tom und ich auseinader und taten so unschuldig wie möglich. Aber Bill zwinkerte seinem Brurder und mir heimlich zu. Dann fuhren wir weiter bis abends, nach Köln, wo die Jungs ihren nächsten Gig starteten. Der Bus hielt und alle Sachen wurden in die Garderoben des Gebäudes geschleppt. Tom und ich blieben noch als letzte zurück. Er sah mir tief in die Augen und legte die Arme um mich. "Ich liebe dich, Naomi!" Ich wollte antworten, doch er küsste mich und wir landeten auf dem großen Sofa. Er zog mich an sich, aber plötzlich geriet ich in Panik. Zu groß war noch die Angst vor dem ekelhaften Typen von gestern. Ich zappelte und er ließ mich los. Tränen schienen in seinen Augen zu stehen. "Ich dachte, du liebst mich auch! Aber wahrscheinlich bist du auch nur eine von denen, die mich einfach mal knutschen wollte und dann später sagen, dass du Tom von Tokio Hotel im Arm hattest!"
Unheimlich scharfsinnig, der Junge, das muss man ihm lassen. Und so altersauthentisch.
Er rannte davon und ich blieb zurück. Tränen schimmerten in meinen Augen. Leise wisperte ich: "Ich liebe dich auch, Tom!"
Den Rest der Zeit vor dem Konzert sah ich Tom nicht mehr und auch die anderen Jungs nicht. Ich überlegte, wie ich Tom davon überzeugen konnte, dass ich ihn wirklich liebte. Abends um halb zwölf saß ich vor dem Tourbus. Die Show der Jungs war bald zuende. Da kam mir plötzlich eine Idee. Ich raste in den Bus, stylte und schminkte mich schnell und rannte dann hoch in den Konzertsaal. Da ich einen VIP-Pass umhatte, ließ die Security mich durch. Ich sprang an den letzten Mänenrn vor bei, in der Hand ein Mikro, dass ich gefunden und heimlich angeschlossen hatte, direkt auf die Bühne, wo Tokio Hotel gerade ihr letztes Lied, "Durch den Monsun", beendet hatten. Alle starrten mich überrascht an. "Hallo, sorry, dass ich hier so reinkomme, aber ich will etwas ganz wichtiges sagen und zwar zu dem Menschen, den ich auf der Welt am meisten liebe! Dann hob ich das Mikro und begann zu singen. Es war mein eigenes Lied, ich hatte es selbst gedichtet und darin ging es um Liebe und Probleme. Mit diesem Lied entschuldigte ich mich bei Tom, ich sah ihn beim Singen die ganze Zeit an. Als ich geendet hatte, war es totenstill. Es schien sich nichts zu bewegen. Dann kam Leben in Bill. Er ließ sein Mikro los, ging zu seinem Bruder und nahm ihm die Gitarre ab. "Los, tu, was du tun musst!", sagte er fest und schubste Tom zu mir. Tom sah mir einen Moment in die Augen, dann lächelte er und küsste mich vor dem gesamten Publikum. Ein tosender Beifall kam auf, die Leutebrüllten Zugabe und Bill hob sein Mikro und sagte: "Darf ich vorstellen: Das ist Naomi und sie ist Toms frischgebackene neue Freundin!" Er lachte und im Saal brüllten alle: "Naomi! Naomi! Zugabe! Zugabe!"
*tränen wegwisch* Wie süüüüüüüß!
Nach dem Konzert lobte mich Bill. "Du kannst echt saugut singen! Von wem war das Lied?" "Von mir", gestand ich. "Boah, nee, ne?! Das war megageil, vielleicht könnten wir das etwas verändern und auf unserenächste Platte schmeißen!", überlegte Gustav. Ich lächelte. Ich war überglücklich. Vorhin hatte sogar eine Gruppe Mädchen Autogramme von mir gewollt. Plötzlich kam ein Mann auf mich zu: "Hey, Naomi, ich bin Herr Smith, ich bin Plattenboss von ´nem echt guten Label. Hast du nicht Lust, für und was zu singen? Du bist echt gut und du siehst auch super aus!" "Klar!", freute ich mich. "Danke!". Er gab mir seine Visitenkarte. "Ruf mich an!" Dann ging er wieder. Tom nahm mich fest in den Arm. "Tut mir echt leid, dass ich dich so angeschissen habe!", flüsterte er. "Nein, MIR tut es leid!", sagte ich leise. "Echt! Tut mir megaleid, aber... ich musste plötzlich an den Typen von gestern denken..." "Ist schon gut, ich war echt rücksichtslos!", sagte er verlegen. "Quatsch!" Ich sah ihn verliebt an. Ich war restlos glücklich: Ich hatte drei supergute neue Freunde, nämlich Georg, Gustav und natürlich Bill, ich hatte vielleicht einen Plattenvertrag, schon einige Fans und die große Liebe meines Lebens: Tom! Ich sah ihn an und wir küssten uns leidenschaftlich! Dann nahm er mich an die Hand und wir gingen gemeinsam in den Sonnenuntergang.
Ende... finish...owari...the end... finito...huhuhu! Es war so wunderschön.... alle Regeln beachtet und... alle sind glücklich! HEUL! Das war sooo unheimlich gut... macht es nach und ihr werdet klasse! Und für die ganz Wissbegierigen gibt es noch die ganze Geschichte ohne Kommentare im nächsten Kapitel und im übernächsten ein Nachwort. Das bitte lesen!
Signatur Lebe die Sekunde, lebe jeden tag. Lebe jede Stunde wie dus auch magst... das sagt glaub ich alles... |
derMitternachtstraum  Board Cherrif
        

Status: Offline Registriert seit: 07.01.2006 Beiträge: 57 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2006 - 18:11 |  |
Erschöpft strich ich mir mit meinen schlanken Finger das mahagonifarbene, glänzende Haar aus der Stirn. Meine wasserblauen Augen waren von einer Sonnenbrille verdeckt. Ich hatte mir den Besuch bei meiner Freundin Kathi eigentlich anders vorgestellt. Ich hatte sie in einer Therapie für Mobbingopfer kennengelernt.
Ja, ihr habt richtig gelesen, Mobbingopfer. Mich hatten meine Mitschüler zwei lange Jahre fertiggemacht, bis ich die Schule schwänzte, vor lauter Angst, und floh. Die Polizei fand mich wieder und meine Familie zog um. Dann wurde es besser. Aber ich musste in eine Therapie, weil ich ein bestimmtes Problem hatte:
Ich wusste einfach nicht, warum sie mich gemobbt hatten. Daran verzweifelte ich so sehr, dass ich manchmal nur wie irre vor mich hinstarrte und murmelte. Ich hatte ihnen doch nie was getan!!
Naja, egal, auf jeden Fall wollte ich Kathi besuchen, doch stattdessen schnappte mich ihr Freund und der war ein Arschloch sondersgleichen. Er verprügelte mich dauernd und dann sollte ich für ihn Drogen verkaufen. Heute, am dritten Tag hatte ich es geschafft und war geflohen. Ich konnte dennoch nicht zur Polizei gehen, ich konnte einfach nicht.
Lieber schaute ich mich jetzt um, wo ich war. Es war eine Straße. Aber dort gab es auch eine Telefonzelle. Ich kratzte meinen letzten Rest Kleingeld zusammen und rief erschöpft zuhause an. Mein Vater ging dran und ich erzählte ihm alles. Er war entsetzt und versprach mir, mich sofort abzuholen. Ich solle mich nur nicht von der Stelle rühren.
Plötzlich hörte ich ein lautes Geräusch. Jemand schrie. Ich drehte mich um und sah einen Jungen mit seltsamen schwarzen Haaren. Seine Frisur war echt komisch, aber irgendwie gefiel sie mir. "Hallo, kannst du mir helfen?", keuchte er. "Tu einfach so, als wärst du meine Freundin!" Er legte einen Arm um meine Schultern und kauerte sich mit mir auf eine Bank, die dort stand.
Dann bog eine Gruppe kreischender Mädchen um die Ecke. "Bill, bist du es wirklich?", brüllte eines. "Nein, ich weiß nicht, wen ihr meint!", rief der Junge. "Mein Name ist Torben und ich bin nur mit meiner Freundin hier!" das Mädchen guckte mich böse an. "Stimmt das?" Ich nickte verdattert. "Ja, das ist Torben und ich bin Naomi!", sagte ich dann fest. Die Mädchen trollten sich maulend.
"Danke, dass du mir geholfen hast!", sagte der Junge. "Kein Problem", sagte ich sofort. "Ich bin übrigens Bill, Bill Kaulitz." "Ich bin Naomi Gellert", antwortete ich ihm. Er musterte mich auf eine seltsame Art und Weise. "Wohnst du hier in Loitsche?" Ich wollte gerade antworten, da quietschten Reifen und mein Vater hielt neben uns. "Naomi, Schatz, geht es dir gut?" Er bestand darauf, sofort zum Arzt zu fahren und ich verabschiedete mich von Bill, was ich bedauerte und ich hatte das Gefühl, er auch.
Wochen später, mir ging es längst wieder gut, zeigte mir meine beste Freundin Kristie einen Artikel über eine Band. "Tokio Hotel! Sie sind total genial und der Drummer ist soooo süß!" Ich sah etwas desinteressiert auf das Bild und zuckte zusammen. Den Sänger, der mich mit schmerzlich verzogenem Mund ansah, den kannte ich doch!
Das war dieser Bill aus Magdeburg von neulich! Unverkennbar! Unter dem Bild stand auch sein Name... ich dachte, ich sah nicht richtig. Ich hatte einen Star kennengelernt und es nicht mal gemerkt. Kristie gab mir einige Songs von Tokio Hotel zu hören und es passierte etwas seltsames mit mir:
Ich hatte das Gefühl, dass ich Teil dieser Lieder wäre, dass sie über mich sangen oder besser gesagt, Bill. Ich war süchtig nach dieser Stimme und egal, was passierte, ich musste nur seine Lieder hören und es ging mir besser.
Ich war super aufgeregt: Gleich würde das Konzert von Tokio Hotel losgehen! Ich hatte zusammen mit Kristie einen Standort ganz vorne erbeutet und - da kamen sie auch schon. Die Menge kreischte los, nur ich schwieg.
Dort vorne, auf der Bühne, keine drei Meter entfernt, dort stand - nein, ich rede nicht von Bill - ein Junge, der ihm verdammt ähnlich sah. Das war Tom, Bills Bruder. Ich kannte seinen Namen und ich wusste von Postern, dass er gut aussah... aber jetzt von Angesicht zu Angesicht war er unglaublich.
Ein Gefühl schoss in mir hoch und ich wusste einen verzweifelten Moment lang: Ich hatte mich soeben verliebt. Und es war nicht die stumpfe Starliebe, weil der Typ gut aussah... dessen war ich mir sicher.
Einmal sah er mich direkt an und ich fühlte, wie ich rot wurde. Ich lächelte ihn an und er lächelte zurück. Sofort begannen die Mädchen neben mir zu streiten, wen er denn nun angelächelt hatte.
Nach dem Konzert, das einfach nur grandios gewesen war, überkam mich eine plötzlicher Übelkeit. Ich fühlte mich auf einmal düster und traurig. Meine große Liebe war endlos weit weg von mir und unerreichbar - ein Superstar. Da bemerkte ich, dass ich auch noch Kristie verloren hatte.
Müde und erschöpft trottete ich durch einen Gang. Da packte mich jemand und drückte mich an die Wand. Ich quietschte auf und fand mich Nase an Nase mit einem hässlichen Pickelgesicht wieder. "Na, Baby, du bist ja richtig geil auf mich!", schleimte er und versuchte mich zu küssen. Ich duckte mich weg und wollte schreien, doch er hielt mir den Mund zu. "Lass doch Püppchen, du willst es doch auch!" Ganz und gar nicht!
Aber er riss mich herum und zerrte so fest an meinem Top, dass es zerriss und ich auf einmal nur noch mit einem schwarzen BH obenrum herumstand. Ich schluchzte auf und versuchte noch einmal zu flüchten, aber da hatte er schon meinem Minirock geöffnet und ihn weggerissen.
Mit letzter Kraft schlug ich ihm ins Gesicht und rannte weg so schnell ich konnte. Außer Atem hockte ich mich dann in eine Ecke und fühlte mich so schlecht, wie noch nie zuvor. `Ich bin nur ein Miststück, dreckig und benutzt!, dachte ich und mir liefen Tränen über das Gesicht.
Plötzlich hörte ich Schritte. Ich hielt mir die Hände vors Gesicht, denn keiner sollte mein Weinen sehen. Doch ich konnte das Schluchzen nicht unterdrücken. "Was ist denn los mit dir?", fragte mich jemand besorgt. Ich schaute auf - es war Tom! Oh Gott, Tom von Tokio Hotel, ich begegnete ihm und trug... nichts als BH und Slip.
Das war unglaublich peinlich... ich wäre am liebsten gestorben in diesem Moment, doch da sah ich, dass er auch nicht besonders viel anhatte: Ein Handtuch umgewickelt und Boxershorts. Als er meinen Blick bemerkte, sagte er entschuldigend: "Sorry, habe gerade geduscht."
Ich versuchte aufzustehen, doch er winkte ab. "Du bist viel zu schwach... ich trag dich, ist kein Problem." Ich wollte widersprechen, aber ich hatte nicht die Kraft dazu. Also nahm Tom mich einfach so auf den Arm. Er keuchte nicht mal unter meiner Last. Auf seinen starken Armen trug er mich in ein Zimmer und legte mich dort auf ein Sofa. "Sollen wir einen Krankenwagen rufen?", fragte er mich sanft.
"Nein...", flüsterte ich kraftlos. "Bitte keine Umstände..." "Quatsch, das ist doch selbstverständlich!", sagte Tom lässig. Plötzlich rutschte er aus. "AHHH!" Und fiel - direkt auf mich. Er - halbnackt, ich - halbnackt. Für Sekunden starrten wir uns an.
Dann senkten sich Toms Lippen auf die meinen und er küsste mich, wie mich noch nie jemand geküsst hatte. Ich genoss das sanfte Streicheln seiner Zunge und war glücklich wie noch nie!!! Plötzlich löste er sich von mir. "Tschuldigung!", murmelte er und wollte rauslaufen, aber dann sagte er noch: "Ist bei dir alles okay?" Ich wollte ja sagen, aber da fiel ich in Ohnmacht.
Als ich aufwachte, hörte ich ein seltsames Rattern. Ich öffnete die Augen und sah in zwei braune Augen. "Bist du wach?" Mühsam setzte ich mich auf. "Wo bin ich?" Der Junge, dem die Augen gehörten, grinste mich an. "Ich bin Bill Kaulitz. Du sitzt in usnerem Tourbus, dir ging´s gestern so scheiße, da haben wir dich mitgenommen!"
"Danke, ich bin Naomi...", sagte ich. ""Ich bin Gustav", sagte der blonde Junge. "Und ich Georg", fügte der Braunhaarige hinzu. Beide saßen mir gegenüber und guckten mich an. "Danke... danke für alles...", wisperte ich. Dann war ich so müde, dass ich wieder die Augen schloss. Aber ich schlief nicht.
Zehn Minuten später hörte ich Bill, Gustav und Georg anfangen zu reden. "Sieht ja echt megasüß aus, die Kleine!", sagte Georg grinsend. "Ja, find ich auch. Die würde ich nicht auch nicht wegschicken", antwortete Gustav. "Hm, ich auch nicht!", sagte Bill und lachte laut.
Dann döste ich wieder weg. Ein paar Stunden später weckte Bill mich sanft und stellte ein Tablett vor mich hin, auf dem Sandwiches und Cola standen. "Hier, damit du nicht verhungerst!" "Danke!" Hungrig aß ich und dachte nach. Ich saß gerade mit meiner aboluten Lieblingsband im Tourbus Richtung Konzert und bekam von denen was zu essen.
Und Tom hatte mich gestern geküsst... hm, wahrscheinlich war er einfach nur fertig nach dem Konzert, immerhin war ich selber danach ein bisschen durch den Wind gewesen... da passierte sowas wohl schon mal. Trotzdem: Ich hatte ich bestimmt tierisch in Verlegenheit gebracht... außerdem war ich gerade dabei, den Members von TH total auf den Nerv zu gehen. Ich versaute sicher total ihre Pläne!
Ich schaute sie an. "Hm, tut mir echt megaleid, dass ich euch so zur Last falle! Setzt mich ruhig wo raus!" "Kommt gar nicht in Frage!", sagten Bill, Gustav und Georg gleichzeitig. "Du gehst uns nicht auf den Nerv, das geht klar. Und außerdem: So´ne hübsche Begeleitung hat uns immer gefehlt!", sagte Gustav grinsend. Ich wurde rot, obwohl ich wusste, dass er das nur so gesagt hatte.
"Sag mal", stutzte Bill da. "kennen wir uns nicht? Du hast mir doch damals geholfen!" Er grinste und umarmte mich kurz. "Thanks nochmal!" "Kein Problem", sagte ich. "Warum warst du damals eigentlich so fertig?", fragte er dann besorgt. "Ich...", fing ich an und brach dann in Tränen aus.
Ich konnte es nicht erzählen, das konnte ich niemandem sagen, was mir geschehen war. "Tut mir wahnsinnig leid, aber ich kann es nicht sagen!", schluchzte ich. "Ganz ruhig, Süße, du brauchst es nicht zu sagen, wenn du nicht willst!", meinte Bill und streichelte mir total lieb über den Kopf.
Plötzlich steckte Tom seinen Kopf durch die Tür. Bei meinem Anblick wurde er sofort knallrot. "Ähm...hi, ich wollte nur sagen, Bill, Georg und Gustav sollen mal was mit dem Manager belabern..." "Okay", sagte Bill. "Aber pass du mal auf Naomi auf, der geht es nicht so gut." "Mh... okay, mach ich", sagte er zögerlich.
Die drei gingen und er setzte sich neben dich. "He, warum weinst du denn?", fragte er dann total besorgt. "Nichts, ist schon gut!", schluchzte ich. "das stimmt doch nicht... hey, bitte erzähl´s mir, das hilft bestimmt!" Plötzlich fühlte ich, dass ich ihm vertrauen konnte. Ich kuschelte mich eng an ihn und erzählte ihm stockend meine Geschichte: Wie ich verprügelt worden war und wie ich beschimpft und ausgelacht worden war.
Er war entsetzt: "Oh Gott, du musst zur Polizei gehen!" "Nein, das kann ich nicht!", weinte ich. Er wurde ruhiger. "Ich werde dir helfen!" Er drückte mich an sich. "Oh, Gott, wie kann man einem wunderschönen Menschen wie du so etwas nur antun? Weißt du, warum ich dich gestern geküsst habe?", flüsterte er dicht an meinem Ohr.
"Mh, nein...", sagte ich leise. "Ich hab dich im Publikum gesehen und mich auf den ersten Blick in dich verliebt..." Dann küsste er mich zum zweiten Mal und fühlte mich, als würde ich schweben...
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen und die drei anderen kamen wieder. Sofort sprangen Tom und ich auseinader und taten so unschuldig wie möglich. Aber Bill zwinkerte seinem Brurder und mir heimlich zu. Dann fuhren wir weiter bis abends, nach Köln, wo die Jungs ihren nächsten Gig starteten. Der Bus hielt und alle Sachen wurden in die Garderoben des Gebäudes geschleppt.
Tom und ich blieben noch als letzte zurück. Er sah mir tief in die Augen und legte die Arme um mich. "Ich liebe dich, Naomi!" Ich wollte antworten, doch er küsste mich und wir landeten auf dem großen Sofa. Er zog mich an sich, aber plötzlich geriet ich in Panik. Zu groß war noch die Angst vor dem ekelhaften Typen von gestern. Ich zappelte und er ließ mich los. Tränen schienen in seinen Augen zu stehen.
"Ich dachte, du liebst mich auch! Aber wahrscheinlich bist du auch nur eine von denen, die mich einfach mal knutschen wollte und dann später sagen, dass du Tom von Tokio Hotel im Arm hattest!" Er rannte davon und ich blieb zurück. Tränen schimmerten in meinen Augen. Leise wisperte ich: "Ich liebe dich auch, Tom!"
Den Rest der Zeit vor dem Konzert sah ich Tom nicht mehr und auch die anderen Jungs nicht. Ich überlegte, wie ich Tom davon überzeugen konnte, dass ich ihn wirklich liebte. Abends um halb zwölf saß ich vor dem Tourbus. Die Show der Jungs war bald zuende. Da kam mir plötzlich eine Idee.
Ich raste in den Bus, stylte und schminkte mich schnell und rannte dann hoch in den Konzertsaal. Da ich einen VIP-Pass umhatte, ließ die Security mich durch. Ich sprang an den letzten Mänenrn vor bei, in der Hand ein Mikro, dass ich gefunden und heimlich angeschlossen hatte, direkt auf die Bühne, wo Tokio Hotel gerade ihr letztes Lied, "Durch den Monsun", beendet hatten.
Alle starrten mich überrascht an. "Hallo, sorry, dass ich hier so reinkomme, aber ich will etwas ganz wichtiges sagen und zwar zu dem Menschen, den ich auf der Welt am meisten liebe! Dann hob ich das Mikro und begann zu singen. Es war mein eigenes Lied, ich hatte es selbst gedichtet und darin ging es um Liebe und Probleme. Mit diesem Lied entschuldigte ich mich bei Tom, ich sah ihn beim Singen die ganze Zeit an.
Als ich geendet hatte, war es totenstill. Es schien sich nichts zu bewegen. Dann kam Leben in Bill. Er ließ sein Mikro los, ging zu seinem Bruder und nahm ihm die Gitarre ab. "Los, tu, was du tun musst!", sagte er fest und schubste Tom zu mir.
Tom sah mir einen Moment in die Augen, dann lächelte er und küsste mich vor dem gesamten Publikum. Ein tosender Beifall kam auf, die Leutebrüllten Zugabe und Bill hob sein Mikro und sagte: "Darf ich vorstellen: Das ist Naomi und sie ist Toms frischgebackene neue Freundin!" Er lachte und im Saal brüllten alle: "Naomi! Naomi! Zugabe! Zugabe!"
Nach dem Konzert lobte mich Bill. "Du kannst echt saugut singen! Von wem war das Lied?" "Von mir", gestand ich. "Boah, nee, ne?! Das war megageil, vielleicht könnten wir das etwas verändern und auf unserenächste Platte schmeißen!", überlegte Gustav. Ich lächelte. Ich war überglücklich. Vorhin hatte sogar eine Gruppe Mädchen Autogramme von mir gewollt.
Plötzlich kam ein Mann auf mich zu: "Hey, Naomi, ich bin Herr Smith, ich bin Plattenboss von ´nem echt guten Label. Hast du nicht Lust, für und was zu singen? Du bist echt gut und du siehst auch super aus!" "Klar!", freute ich mich. "Danke!". Er gab mir seine Visitenkarte. "Ruf mich an!" Dann ging er wieder.
Tom nahm mich fest in den Arm. "Tut mir echt leid, dass ich dich so angeschissen habe!", flüsterte er. "Nein, MIR tut es leid!", sagte ich leise. "Echt! Tut mir megaleid, aber... ich musste plötzlich an den Typen von gestern denken..." "Ist schon gut, ich war echt rücksichtslos!", sagte er verlegen. "Quatsch!" Ich sah ihn verliebt an.
Ich war restlos glücklich: Ich hatte drei supergute neue Freunde, nämlich Georg, Gustav und natürlich Bill, ich hatte vielleicht einen Plattenvertrag, schon einige Fans und die große Liebe meines Lebens: Tom! Ich sah ihn an und wir küssten uns leidenschaftlich! Dann nahm er mich an die Hand und wir gingen gemeinsam in den Sonnenuntergang.
Signatur Lebe die Sekunde, lebe jeden tag. Lebe jede Stunde wie dus auch magst... das sagt glaub ich alles... |