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malcolmblackwall ...
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...   Erstellt am 31.07.2006 - 14:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Historische Einordnung
Nachdem die mexikanische Provinz Tejas nach der berühmten Belagerung von the Alamo durch die Mexikaner und der siegreichen Schlacht bei San Jacinto über ein mexikanisches Strafheer unter dem Befehl des Präsidenten Santa Anna im Jahre 1836 die Unabhängigkeit von Mexiko erlangt, wurde die Provinz zur Republik Texas, welche von Mexiko jedoch ausdrücklich nur anerkannt wurde, solange Texas unabhängig bliebe. Nach knapp zehn Jahren wurde Texas jedoch im Dezember 1845 als neuer Bundesstaat in die USA aufgenommen. Mexiko brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu den USA ab, während U.S.-Truppen am Rio Grande in der Nähe von Corpus Christi zur Sicherung abkommandiert wurde (Army of Observation). Da Mexiko jedoch den Nueces als Grenze proklamierte, während die USA das Gebiet bis zum Rio Grande beanspruchte, standen die amerikanischen Truppen aus mexikanischer Sicht auf dem Boden der Republik Mexiko. Nach einigen Scharmützeln explodierte das Pulverfass am Rio Grande - der Krieg hatte begonnen, noch bevor er offiziell erklärt worden war. Aus der Army of Observation wurde die Army of Occupation.

Kurzer historischer Abriss der Schlacht

Nach den Eröffnungssiegen der Amerikaner über die Mexikaner bei Palo Alto und Resaca de la Palma drang die Army of Occupation unter General Zachary Taylor in Mexico ein und begann mit ca. 6.000 - 7.000 Mann gegen Monterrey zu marschieren. Monterrey wurde von General Pedro de Ampudia verteidigt, dem (unterschiedliche Quellenlage) ca. 10.000 Mann zur Verfügung standen.

Monterrey selbst war eine befestigte Stadt mit Hügeln im Rücken und der linken Flanke. Auf diesen Hügeln waren diverse Forts, im Osten der Stadt waren weitere zwei Forts, eine Brücke an der nördlichen Stadtgrenze war mit Schanzen gesichert worden. Unmittelbar nördlich der Stadt stand zudem eine die Ebene dominierende Festung ("Black Fort" oder "la citadela"). Auf dem Hügel westlich von Monterrey stand der Bischoffs-Palast ("Obispado"), der zusätzlich mit Befestigungen und Schanzen gesichert war.

An der Südgrenze wurde die Stadt vom Rio Santa Catarina umflossen.

Link zur Karte (ist im "Gelände"-Thread)

Es sprach alles für die Mexikaner: eine Überzahl an Soldaten, Artillerieübermacht in befestigten Positionen, eine Bollwerkfestung im Norden und der Vorteil des Verteidigers. Die Amerikaner mussten in weiten Teilen über freies Feld vorrücken, hatten keine Belagerungsartillerie mitgeführt und waren in der Unterzahl.

Während sie am ersten Tag deutliche Verluste durch die gegnerische Artillerie hinnehmen mussten, konnten sie am zweiten Tag die Artillerieforts auf den rückseitigen Höhen einnehmen und von diesen aus auch in die Stadt schiessen. Schliesslich kam es zu Strassenkämpfen, in welchen die Amerikaner unter nicht unerheblichen Verlusten Haus für Haus, Block für Block die Mexikaner bis auf den Plaza Principal zurückdrängen konnten. Am dritten Tag kapitulierte General de Ampudia.

[Dieser Beitrag wurde am 02.08.2006 - 09:49 von malcolmblackwall aktualisiert]





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malcolmblackwall ...
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...   Erstellt am 01.08.2006 - 13:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Die Übertragung der Schlacht in ein spielbares Tabletop-Szenario

Zunächst einmal musste ich mir Gedanken machen, welchen Anspruch ich an ein Monterrey-Tabletop stelle. Wie exakt sollte die Vorgabe auf den Spieltisch übertragen werden (Truppen, Gelände etc.). Dabei traf ich bereits recht früh auf folgendes Problem:

Oben habe ich aufgeführt, dass eigentlich alle Umstände für einen Sieg der Mexikaner sprachen. Dennoch ging das Bollwerk Monterrey nach drei Tagen verloren. Bei meinen Recherchen fand ich die Aussage eines Zeitgenossen, der über die Schlacht von Monterrey schrieb, dass die Mexikaner sie nur verloren, weil sie sie verliern wollten. Wie fast alle Schlachten des amerikanisch-mexikanischen Krieges fochten die Amerikaner in Unterzahl und hier insbesondere "against all odds". Eine allgemein anerkannte Tatsache war, dass die mexikanische Armee schlechter ausgerüstet und ausgebildet war (Ausnahme die Kavallerie) und vor allem ein sehr niedrige Kampfmoral hatte.

Das Problem bestand nun darin, dass selbst, wenn ich die mexikanischen Truppen gemäss dem Regelsystem in eine erheblich schlechtere Moralklasse einordnen würde, sie dennoch kaum Mühe haben würde, die amerikanischen Angriffe zurück zu werfen.

Zudem wollte ich ein Szenario anbieten, welches für beide Spielerseiten die Möglichkeit eines Sieges beinhaltet, ohne das eine Seite von vorneherein gefechtsentscheidende Vorteile erhielt. Also musste ich sowohl Truppenzahl und -qualität beider Seiten anpassen, als auch das Gelände. Dies jedoch in einem Masse, dass dabei nicht das echte Monterrey-Szenario bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird.

.....to be continued!





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...   Erstellt am 02.08.2006 - 12:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Ereignisskarten:

Bei der Sichtung der Quellen fanden sich unter anderem auch besondere Ereignisse wieder, die im Regelfalle auf einem Tabletop so niemals stattfinden. Diese Ereignisse, obgleich nicht schlachtentscheidend, gaben mir aber ein bestimmtes Gefühl für die Kampfatmosphäre der Schlacht um Monterrey. Insbesondere hatten es mir folgende tatsächliche Ereignisse angetan, so dass ich sie irgendwie in das Spiel einbauen wollte:

1)Grant's Teufelsritt:
Während der Häuserkämpfe in Monterrey befand sich der damalige Lieutnant Ulysses S. Grant (hallo, Marc, wird interessant für Dich) bei einer Einheit, der die Munition auszugehen drohte. Daraufhin stieg er auf sein Pferd, hängte sich nach Inianerart seitlich ans Pferd und ritt, wie in einem Film von Kugeleinschlägen begleitet) quer durch die Strassen von Monterrey zu einem Befehlsstand, wo er schliesslich Munitionsnachschub anfordern konnte.

2)Mauerdurchbrüche der U.S.-Amerikaner
Die Amerikaner erlitten im Vorgehen durch die Strassen von Monterrey empfindliches Kreuzfeuer von den Dächern und von Barrikaden an Kreuzungen. Daraufhin begannen die Amerikaner an manchen Stellen, statt auf den Straßen vorzurücken, die Wände von Wohnhäusern zu durchbrechen - also im wahrsten Sinne des Wortes durch die Häuser vorzustossen.

Mexikanischer Rückzugsbefehl:
Am zweiten Tag der Schlacht erhielt die Artillerie auf dem Hügel des Fortin Soldado von General Ampudia den Befehl, die Stellung zu räumen. Dies geschah jedoch in einer Situation, wo keine unmittelbare militärische Notwendigkeit dazu vorlag. Selbst amerikanische Zeitzeugen erwähnten ausdrücklich, dass sie froh waren, dass die Mexikaner die Position so unvorhergesehen aufgaben.

Gefährliches Vorrücken:
In seinen Memoiren schreibt Grant, er habe während der Gefechte irritiert mit angesehen, dass eine amerikanische Einheit den Befehl erhielt, über offenes Feld auf das nordöstliche Monterrey vorzugehen, obwohl es seiner Aussage nach eindeutig Möglichkeiten in dem Terrain gegeben haben soll, im Umfeld gelegene Routen mit Deckungen zu nutzen.

San Patricios:
Vor Beginn des Krieges desertierte ein irischer Sergeant der U.S.-Infanterie, Sergeant Sean O'Riley, mit ca. vierzig weiteren irischen Soldaten und floh nach Mexiko, da er Zeuge wurde, dass die Iren in Texas insbesondere wegen ihres katholischen Glaubens sehr schlecht behandelt wurden (bis hin zu Texas Rangers, die auf ihre Altäre urinierten, kein Witz). Unter anderem wurde irischen Soldaten in der U.S.-Armee die Teilnahme an katholischen Gottesdiensten per Befehl untersagt. Später, aber immer noch vor Beginn des Krieges, bildeten diese Iren das Kernstück einer neuen mexikanische Artillerieeinheit - den San Patricios (Schutzpatron St. Patrick) - welche während des Krieges beachtliche Leistungen erzielten und heute noch in Mexiko als Nationalhelden verehrt werden.

Diese und weitere Elemente habe ich schliesslich in Ereigniskarten gepackt, welche während des Spieles regelmässig gezogen und befolgt werden müssen:

Vorderseite:


Rückseite:


[Dieser Beitrag wurde am 02.08.2006 - 12:41 von malcolmblackwall aktualisiert]





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