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<Minotaurus>
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...   Erstellt am 26.02.2009 - 13:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lavida schrieb
    Dank der Hospizbewegung dürfen wir dem Tod in unserem Bewusstsein wieder einen neuen Platz einräumen, den Schrecken nehmen, den er durch religiöse Dogmatiker in unserer christlichen Kultur und der islamischen Religion eingenommen hat.
    Wir müssen es nicht mehr fürchten das Leben nach dem Tod.
    Wir müssen auch nicht mehr zu Lebzeiten auf leben verzichten, nur weil wir den naiven Versprechungen von Hölle und Paradies, Glauben schenken.
    Unser Leben ist ständig in Bewegung und besteht aus vielen Geburts-, Wachstums- und Sterbeprozessen. Trauer und Abschied, Trauer und Abschiedsrituale haben die Menschheit seit ihrem Bestehen begleitet.
    Es gilt neue Wege zu finden, um Menschen zu begleiten in einen liebevollen, würdigen Tod in Ruhe und Liebe im Kreise ihrer Familie oder Freunden.
    Wir müssen dem Tod wieder seinen Platz in unserem Leben zurückgeben.
    Neue Wege finden und sich dem Unabänderbarem öffnen, denn alles was unser Leben ausmacht, lebt weiter.

Dazu brauchen wir nicht unbedingt die institutionellen Kirchen und auch nicht die Hospizbewegung. Es würde völlig ausreichen, wenn wir uns selbst mal einige Gedanken darüber machen würden.

Tagträumerin hat es bereits recht eindrucksvoll geschildert, wie man damit umgehen kann und auch der Mino hat HIER zum Thema Tod und Trauer mal einige Denkansätze geschrieben.

Übrigens: Ein Mensch ist solange unsterblich, solange sich noch ein Lebender an seinen Namen erinnern kann.

Unsterbliche Grüße vom Mino.




Fidelis
unregistriert

...   Erstellt am 26.02.2009 - 14:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jetzt kapier ich endlich, warum du dich immer so in das Rampenlicht zu stellen bemüht bist. Man erinnert sich Deiner, wie und auf welche Weise ist ja hier völlig egal und du bleibst unsterblich.

Fidelis




HollyvanMekeren 



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Beiträge: 116
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...   Erstellt am 26.02.2009 - 15:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb
    26.02.2009
    Dazu brauchen wir nicht unbedingt die institutionellen Kirchen und auch nicht die Hospizbewegung. Es würde völlig ausreichen, wenn wir uns selbst mal einige Gedanken darüber machen würden.


Lavida schrieb
    24.2.2008Liebe Susanne,
    mir ging es in meinem Beitrag um die Lebenden, die den Tod als etwas ganz Normales akzeptieren sollen.
    Sich seinem Leben zu stellen, heißt eben auch, sich seinem Tod zu stellen, und den Tod zu bejahren heißt, sich diesem Thema nicht zu verschließen.
    Erst wenn wir dieses Thema wieder gesellschaftsfähig machen, werden wir unsere Lieben nicht in Abstellkammern eines Krankenhauses sterben lassen. Wir werden sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung holen, und sie durch Magensonden am Leben halten, statt sie in Würde sterben zu lassen.
    Das Thema Tod ist ein Tabuthema. Unsere Werbung suggestiert uns das Ideal-fatal-Bild der ewigen Jugend.
    Manchmal braucht es bestimmte Ereignisse, um auf einen anderen Lebenskurs zu kommen. An solchen Entwicklungen können wir wachsen, wenn wir lernen sie zuzulassen.
    Was spricht dagegen, wenn ich meinem Mann, meinen Kindern heute schon sage, wie ich mir mein Sterben, meine Beerdigung, mein Grab und Grabstein vorstelle?
    Ist es nicht für die Angehörigen eine Erleichterung zu wissen, alles im Sinne der Verstorbenen gemacht zu haben? Sterben ist keine Frage des Alters.


Carpenoctem schrieb
    22.2.2009

    Sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen, hilft die Kostbarkeit des eigenen Lebens zu sehen, ohne jetzt der Hektik und der Angst zu verfallen,aber wir sind oft näher dem Leiden als der Wahrnehmung des Glücks.


Mino, Deine Kurzgeschichte, die mir übrigens gut gefällt, aus dem Jahr 2006 bringt es ebenfalls auf den Punkt.

Der Tod ist Teil des Lebens!
Der Tote sollte nicht verdrängt, aufgebahrt und weggesperrt werden, damit kein unbekanntes Mysterium geschaffen wird.
- Zitat Minotaurus

Fidelis, möchtest Du nicht unsterblich bleiben in der Erinnerung und in den Herzen der Menschen, die Dir begegnet sind, die mit Dir gelebt haben, die Du getauft hast ?

Uns immer wieder ins Rampenlicht stellen, ist eine Überlebensform gegen das Vergessen.




Epikur ...



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Registriert seit: 04.02.2007
Beiträge: 479
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...   Erstellt am 26.02.2009 - 17:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Carpenoctem schrieb

    Und da ist die Frage, sollen wir uns beizeiten tot denken, also den eigenen Tod meditieren oder sollen wir den Tod zu Lebzeiten ganz von uns fernhalten?
    Oder den Gedanken an den eigenen Tod erst zulassen, wenn wir schwer erkrankt oder alt und gebrechlich sind?


Als Epikur muss ich antworten, dass die ganzen Sorgen, diese Ängste, die man sich mit dem Tod verbinden, sind grundlos.
Der Tod geht uns eigentlich nichts an, weil die Empfindung fehlt, so lange ich lebe, bin ich nicht tot.
Wenn ich tot bin, habe ich die Empfindung nicht.




<Gästin>
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...   Erstellt am 26.02.2009 - 19:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


schrieb

    Unsterbliche Grüße vom Mino.

Wir leben alle im Alltag als seien wir unsterblich.
Wir sind gewohnt mit unserem Leben so umzugehen, dass wir sagen, es geht schon irgendwie weiter, morgen geht die Sonne wieder auf.
Ich finde das sinnvoll. Wie sonst könnten wir unbeschadet mit Schicksalsschlägen wie Krankheit,Scheidung, Kündigungen, Arbeitslosigkeit, Kinderlosigkeit, Unfällen und dem Tod umgehen?




Fidelis
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...   Erstellt am 26.02.2009 - 23:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


In der Erinnerung anderer weiterleben, das ist ja nichts Verkehrtes, es ist etwas Schönes und in gewisser Weise auch etwas wertvolles. Dass ich aber deswegen zu meinen Lebzeiten darauf schaue, wie und ob ich mit meinem Leben, mit meinem Handeln und Tun auch in würde- oder respektvoller Erinnerung bleibe und in solcher Erinnerung gar unsterblich erscheine, das will ich nicht unbedingt erreichen.
Nach dem schwäbischen Motto "nix gsagt, isch gnue globet", bin ich schon zufrieden wenn man mich nicht nur in schlechter Erinnerung behält.
Fidelis




Anne ...



...

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...   Erstellt am 27.02.2009 - 12:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ganz schön kompliziert schreibt ihr über etwas ganz normales.

Jetzt so leben, dass wir in guter Erinnerung unsterblich bleiben und nicht vergessen, dass wir alle sterben müssen.

Wie wir sterben wollen, darüber sollten wir uns rechtzeitig Gedanken machen.

Das Wissen, das alles, was unser Leben ausmachte, am Leben bleibt, macht es uns leichter
unser Sterben zu planen.




Romi ...



...

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Beiträge: 2149
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...   Erstellt am 28.02.2009 - 09:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Epikur schrieb

    Als Epikur muss ich antworten, dass die ganzen Sorgen, diese Ängste, die man sich mit dem Tod verbinden, sind grundlos.
    Der Tod geht uns eigentlich nichts an, weil die Empfindung fehlt, so lange ich lebe, bin ich nicht tot.
    Wenn ich tot bin, habe ich die Empfindung nicht.


Genau DAS meinte ich auch mit meinem Posting.
Mit dem Sterben selbst kann ich mich nur dann
beschäftigen, wenn mir der nahende Tod bewusst
ist. Bei einem Sekundentod erübrigt sich dies.

Etwas ganz anderes ist es, jemanden in den Tod zu
begleiten, ihn im Sterben nicht allein zu lassen.

Der Frühling ist im Anzug...ich spüre es und freue
mich wieder auf dieses (phänomenale) sich wieder-
holende Naturschauspiel. Bin dankbar, dass ich lebe!




<Tikala>
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...   Erstellt am 28.02.2009 - 09:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Wenn jemand, den wir lieben, weg geht,
wollen wir ihn nicht verlieren.
Also schließen wir ihn in unser Herz.
Und so lange dieses eigene Herz schlägt,
ist er nicht tot.
Was dann ist, wissen wir nicht."

Erika Pluhar




Pipasi ...



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...   Erstellt am 06.03.2009 - 07:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Während in Deutschland der Tod etwas ist, was versteckt wird, hinter geschlossenen Türen stattfindet, nur mit dem Verwandten-, Bekannten- und Freundeskreis in Berührung kommt,findet er in Indien unverdeckt vor den Augen aller statt.

Die Toten werden nicht versteckt und in verschlossene Särge eingesperrt, nein, sie werden, auf selbstgebastelten Bahren aus Bambus liegend oder aber auch sitzend, durch die Gassen getragen! Begleitet von zahlreichen Menschen und lauter Musik, manchmal sind es die schmetternden Klänge einer Blaskapelle, manchmal die eindringlichen Schläge von Trommeln.

Indien ist nicht zimperlich mit seinen Besuchern. Unverhohlen präsentiert es bei schönstem Sonnenschein, was der Schöpfung Gottes angehört.

Als ich zum ersten Mal einem solchen Leichenzug begnete, dachte ich wegen der schmissigen Musik: Oh, schon wieder ein Fest! Bis ich wie angewurzelt stehen blieb, weil ich den Toten entdeckte, der auf einem Bambusgestell sitzend, festgeschnürt und mit Blüten geschmückt über der Menge hin und her wackelte.

An den Flussufern kann man beobachten, wie Angehörige ohne die geringste Scheu ihre Verstorbenen waschen, sie in ein schönes Gewand kleiden, mit Blütenkränzen schmücken und sie anschließend auf einem Holzstoß verbrennen. Wenn der Schädel explodiert, gibt es einen lauten Knall, und sie sagen, jetzt sei die Seele frei!
Wer von Almosen lebt, wird nur in ein Leintuch gewickelt, auf einem einen Stein gebunden und im Wasser versenkt

In der Nähe von Benares machte ich einmal eine unglaubliche Beobachtung. Ich stand vor einer Teebude an einem der vielen Treppengänge,die zum Ganges führen, als sich ein Inder in mittleren Jahren mit einem Fahrrad dem Ufer näherte.
Das, was er da in weißes Leinen gewickelt in seinem Fahrradkorb beförderte, zeichnete auf makabre Weise die Umrisse eines Kindes ab.
Es hatte etwa die Größe eines Dreijährigen, und an Hals und Knien zusammengebunden, erinnerte es an eine Zwergenmumie aus einem ägyptischen Geschichtsbuch.
Gebannt schaute ich zu, wie er das Bündel auf eine Steinplatte schnürte. Die Einheimischen schenkten diesem Vorgang keinerlei Beachtung, es schien etwas völlig Alltägliches zu sein.
Er weinte nicht, wartete gefasst neben seinem Fahrrad, bis ein Bootsmann frei war und ihn auf die Mitte des Flusses hinausruderte.
Dort schob er sein Kind eigenhändig ins Wasser, und ans Ufer zurückgekehrt, radelte er mit dem leeren Fahrradkorb wieder heim.
Solche Bilder können dem westlichen Gemüt ziemlich hart zusetzen; in den Bereichen von Krankheit und Tod wird ihm seit langem Schonung gewährt.
Mich hat diese Szene auf sonderbare Weise ergriffen. Hier wurden mir mit einer Direktheit die Dinge des Lebens vor Augen geführt.

Das ist eine Freiheit, die man in der westlichen Kultur nicht mehr kennt: seine engsten Verwandten mit den eigenen Händen den Elementen der Erde zurückzugeben!

[Dieser Beitrag wurde am 06.03.2009 - 07:57 von Pipasi aktualisiert]




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