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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3911 Nachricht senden | Erstellt am 24.02.2008 - 20:23 |  |
Alles, was dein Leben ausmacht, bleibt am Leben.
Ein schöner, hoffnungsvoller Gedanke von Frida Kahlo. Ein Gedanke, der uns friedvoll stimmen sollte, den Tod als lebensnotwendig anzusehen.
Leben und Tod gehören zusammen, bestimmen unser Leben.
Mit unserer Geburt tauchen wir in ein Leben auf Mutter Gaja ein, die wir durch das Tor des Todes in unbekannte Dimensionen verlassen.
Dank der Hospizbewegung dürfen wir dem Tod in unserem Bewusstsein wieder einen neuen Platz einräumen, den Schrecken nehmen, den er durch religiöse Dogmatiker in unserer christlichen Kultur und der islamischen Religion eingenommen hat.
Wir müssen es nicht mehr fürchten das Leben nach dem Tod.
Wir müssen auch nicht mehr zu Lebzeiten auf leben verzichten, nur weil wir den naiven Versprechungen von Hölle und Paradies, Glauben schenken.
Unser Leben ist ständig in Bewegung und besteht aus vielen Geburts-, Wachstums- und Sterbeprozessen. Trauer und Abschied, Trauer und Abschiedsrituale haben die Menschheit seit ihrem Bestehen begleitet.
Es gilt neue Wege zu finden, um Menschen zu begleiten in einen liebevollen, würdigen Tod in Ruhe und Liebe im Kreise ihrer Familie oder Freunden.
Wir müssen dem Tod wieder seinen Platz in unserem Leben zurückgeben.
Neue Wege finden und sich dem Unabänderbarem öffnen, denn alles was unser Leben ausmacht, lebt weiter.
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Delfin unregistriert
| Erstellt am 24.02.2008 - 20:49 |  |
schrieb
Wir müssen dem Tod wieder seinen Platz in unserem Leben zurückgeben.
Neue Wege finden und sich dem Unabänderbarem öffnen, |
Das, liebe Lisa, ist erst möglich,
nachdem der Schmerz, des endgültigen Abschiedes
des geliebten Menschen, nachlässt
und man in der Lage ist, das Unabänderliche
zu akzeptieren.
Dann machen die Erinnerungen nicht mehr traurig
und dieser Spruch kommt zum Tragen
schrieb
Alles, was dein Leben ausmacht, bleibt am Leben.
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Danke für diese wunderbaren Beitrag.
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ART unregistriert
| Erstellt am 25.02.2008 - 00:16 |  |
Lavida schrieb
Alles, was dein Leben ausmacht, bleibt am Leben.
Ein schöner, hoffnungsvoller Gedanke von Frida Kahlo. Ein Gedanke, der uns friedvoll stimmen sollte, den Tod als lebensnotwendig anzusehen.
Leben und Tod gehören zusammen, bestimmen unser Leben.
Mit unserer Geburt tauchen wir in ein Leben auf Mutter Gaja ein, die wir durch das Tor des Todes in unbekannte Dimensionen verlassen.
Dank der Hospizbewegung dürfen wir dem Tod in unserem Bewusstsein wieder einen neuen Platz einräumen, .......
Es gilt neue Wege zu finden, um Menschen zu begleiten in einen liebevollen, würdigen Tod in Ruhe und Liebe im Kreise ihrer Familie oder Freunden.....
Wir müssen dem Tod wieder seinen Platz in unserem Leben zurückgeben.
Neue Wege finden und sich dem Unabänderbarem öffnen, denn alles was unser Leben ausmacht, lebt weiter.
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Neue Wege finden, um in Würde zu sterben.
Das hast du gut formuliert.
Es gibt viele Hospizbewegungen in Deutschland. Es sind Orte der besonderen Begegnung sterblicher Menschen am Ende oder in der Mitte des Lebens. Um so wichtiger ist es, dass diese Häuser nicht einem sterilem Krankenhaus oder Pflegeheim gleichen, sondern Wärme und Geborgenheit ausstrahlen.
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<LiteraTour> unregistriert
| Erstellt am 25.02.2008 - 11:25 |  |
Der Tod ist heutzutage ein Feind, der uns besiegt. Wir spalten ihn von unserem Leben ab, so wie wir das Männliche vom Weiblichen trennen.
Ajana Holz und Merle von Bredow sind Bestatterin. Mit ihren Mitarbeiterinnen sind sie regelmäßig unterwegs, um bundesweit ihre Dienste anzubieten. Sie bahnen sich den Weg durch bekannte und unbekannte Behörden, kundschaften Wege zu Standesämtern und Krankenhäusern aus und lernen die Friedhofsvorschriften der jeweiligen Bundesländer kennen. Sie bleiben so lange vor Ort. wie sie gebraucht wird.
Allerdings bedeutet dies nicht, dass sie die ganze Zeit um die Angehörigen herum sind. Wenn sie spüren, dass die Familien ihre Ruhe brauchen, ziehen sie sich zurück und nutzen die Zeit, um die Beerdigung vorzubereiten. Vieles regeln die Bestatterinnen auf der Hinfahrt per Handy - und manches machen die Angehörigen - je nach Wunsch - selbst, wie das Aufgeben der Todesanzeigen oder das Formulieren der Abschiedsrede.
Diese mobile Dienstleistung ist nicht das Einzige, was die Barkefrauen in ihrem Gewerbe ungewöhnlich macht. Anders als viele ihrer Berufskolleginnen, die ihrem Geschlecht bei der Ausübung der Bestattertätigkeit keine besondere Bedeutung beimessen, knüpfen Ajana Holz und ihre Mitarbeiterinnen bewusst an eine alte Tradition an. Jahrhundertelang wurden die Toten von Frauen, den Leichenwäscherinnen, versorgt. Diese Frauen waren auch als Hebammen tätig und somit bei Geburt und Tod gleichermaßen gefragt.
Heutzutage klingt diese Berufsverbindung geradezu paradox, ist das Wissen, wie Leben und Tod zusammenhängen, fast gänzlich verloren gegangen.
Ihre Aufgabe als "Seelenhebamme" sehen die Bestatterinnen darin, den Toten ebenso liebevoll zu behandeln wie ein neues Menschenkind.
Sie fühlen sich dazu berufen, diese Fürsorge insbesondere Frauen und Kindern zukommen zu lassen.
Bestattungen in Frauenhände.
Die Barke-Frauen betonen, dass die Angehörigen für sie nicht nur die Blutsverwandten sind, sondern alle, die sich den Toten zugehörig fühlen. Sie unterstützen die Beteiligten darin, Rituale zu finden, die für alle tragbar sind. Denn nicht immer gleichen sich die Vorstellungen von Verwandten und „Wahlverwandten" der Toten. Es braucht Einfühlungsvermögen und Zeit, Kompromisse zu finden
Es ist uns ein Herzensanliegen vor allem Frauen und Kindern nach ihrem Tod einen
geschützten Raum, unseren ganzen Respekt und unsere liebevolle Fürsorge zu
geben bis sie der Erde oder dem Feuer übergeben werden!
Philosophie der Barkefrauen
Die Barke
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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3911 Nachricht senden | Erstellt am 01.03.2008 - 12:51 |  |
Delfin schrieb
Das, liebe Lisa, ist erst möglich,
nachdem der Schmerz, des endgültigen Abschiedes
des geliebten Menschen, nachlässt
und man in der Lage ist, das Unabänderliche
zu akzeptieren.
Dann machen die Erinnerungen nicht mehr traurig
und dieser Spruch kommt zum Tragen
Danke für diese wunderbaren Beitrag.
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Liebe Susanne,
mir ging es in meinem Beitrag um die Lebenden, die den Tod als etwas ganz Normales akzeptieren sollen.
Sich seinem Leben zu stellen, heißt eben auch, sich seinem Tod zu stellen, und den Tod zu bejahren heißt, sich diesem Thema nicht zu verschließen.
Erst wenn wir dieses Thema wieder gesellschaftsfähig machen, werden wir unsere Lieben nicht in Abstellkammern eines Krankenhauses sterben lassen. Wir werden sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung holen, und sie durch Magensonden am Leben halten, statt sie in Würde sterben zu lassen.
Das Thema Tod ist ein Tabuthema. Unsere Werbung suggestiert uns das Ideal-fatal-Bild der ewigen Jugend.
Manchmal braucht es bestimmte Ereignisse, um auf einen anderen Lebenskurs zu kommen. An solchen Entwicklungen können wir wachsen, wenn wir lernen sie zuzulassen.
Was spricht dagegen, wenn ich meinem Mann, meinen Kindern heute schon sage, wie ich mir mein Sterben, meine Beerdigung, mein Grab und Grabstein vorstelle?
Ist es nicht für die Angehörigen eine Erleichterung zu wissen, alles im Sinne der Verstorbenen gemacht zu haben? Sterben ist keine Frage des Alters.
In den Hospizen sind überwiegend Menschen zwischen 35 und 63 Jahre davon 83% Frauen.
Elisabeth Hozpiz
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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2148 Nachricht senden | Erstellt am 21.04.2008 - 22:24 |  |
Zur Zeit erlebe ich ein langsames Sterben aus der Distanz mit, aus der Nähe würde ich es nicht verkraften.
Mein Exmann leidet nun seit 5 Jahren an Mundhöhlenkrebs. Er hat 38 Bestrahlungen hinter sich und 2 Chemos, eine OP mit Transplantation einer Gesichtshälfte aus dem eigenen Hüftgewebe. Vor wenigen Tagen schoss Eiter aus dem Ohr - der nächste Tumor hat sich in Riesengröße gemeldet und tobt sich aus.
Mein Exmann kann nicht mehr essen (wird künstlich ernährt), kann nicht mehr hören und nur schlecht sehen. Durch die vielen Bestrahlungen ist auch das Schlucken nicht mehr funktionsfähig. Der Mann wiegt nur noch 43 kg.
Aber, er kann noch voll denken und schreiben. In all seinem Leid pflegt ihn seine Schwester fürsorglich Tag und Nacht. Sie besprechen den nahenden Tod und seit einer Woche besucht ihn beinahe täglich eine Dame vom Hospiz - quasi als Sterbebegleiterin.
Meine Söhne und ich haben allerhöchsten Respekt vor der pflegenden Schwester. Sie versicherte mir gestern am Telefon, dass sie bis zum letzten Atemzug ihren Bruder betreuen werde. Und sie habe sehr große Angst vor diesem letzten Atemzug.
Ich muss gestehen, dass ich nicht in der Lage wäre, diese schwere Aufgabe zu bewältigen.
Eben holte mein Sohn alle Fotoalben, die er morgen mit seinem Vater gemeinsam ansehen möchte und sie wollen sich dabei an die schönen Zeiten erinnern.
Dies zum Thema 'Sterben'.
Barbara
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<besucherin> unregistriert
| Erstellt am 22.04.2008 - 10:15 |  |
Ich habe innerhalb 5 wochen anfang 2008 meine mutter und meinen fast schwigermutter verloren.
************************
Anna
10.01.2008
du bist durch den große tor gegangen
wohin??
ich weiss es nicht
nächste woche begleite ich dich an dein letzte gang
aber dass bist nicht du
was in diese urne ist.
ich höre dein lachen
dein schimpfen
wir hatten so schöne pläne
du warst so glücklich
dein enkel war bei dir am weihnachten
deine große wünsche haben wir dir erfüllt
so gut wir konnten
mein herz fühlt
dass du losgelassen hast
mit ein buch in hand
schliefst du ein
ein lächeln war an dein gesicht
nein mama, ich werde weinen
obwohl du es nicht wolltest
jetzt kann ich noch nicht
es tut so weh
ich nahm von dir abschied seit jahren
beim jeden gespräch und besuch ein wenig
ich war so stolz auf dich
wie munter dein geist war
wie wach du diesen welt wahrgenommen hast
wie zwei kleines mädchen fuhren wir zusammen durch berlin
wie hast du es genossen
und jetzt bist du weg
aber nur für andere
für mich wirst du immer da sein.
lebe wohl meine kleine mama
ich habe dich geliebt
wie ein kind nur lieben kann.
deine tochter
**************************
Frieda
deine augen
früher so lebendig
jetzt leer
deine hände
konnten so vieles
jetzt tatenlos ruhig
dein gesicht
so hübsch war es mal
jetzt wird es zu maske
deine gedanken waren
frisch und munter
jetzt schwinden sie
dein körper
so zierlich und zart
jetzt eine hülse
dein leben
in eiserne umarmung
deine krankheit
( Juli 2006)
**********************************
jetzt hast du losgelassen
all die leiden hinter dir
so weh es tut
ein trost für uns
du hast nicht mehr gelitten
ein aufwachen gab es nicht mehr
zuviel ist all das sterben
nur für mich und ihm
lebe wohl frieda
finde dein frieden.
(Februar 2008)
©by J.B.
6 jahrelang haben wir zugeschaut, wie sie sich verlor.
Sie hatte alzheimer.
dir barbara, wünsche ich viel kraft.
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Lavida 

Status: Offline Registriert seit: 14.12.2006 Beiträge: 3911 Nachricht senden | Erstellt am 22.04.2008 - 10:44 |  |
Liebe Barbara,
auch wenn Du nicht mit ansehen kannst, wie von Deinem geschiedenen Mann jeden Tag ein Stück mehr seines Lebens stirbt,leidest Du mit, tröstest seine Schwester und Deine Söhne. Und wer tröstet Dich?
Fühl Dich innigst umarmt und verstanden.
Genau wie J.B.esucherin, die hilflos miterleben musste, wie bei ihrer Mutter aus einer normalen Vergesslichkeit, eine Demenz und Verhaltensstörung wurde, braucht jeder eine außen stehenden Person,
die zuhören und Tränen trocknen kann.
Eines braucht ihr Zwei nicht zu haben, ein schlechtes Gewissen zu wenig getan zu haben.
mein Lächeln für Euch herzensguten, mutigen Frauen - Barbara und J.B.esucherin
Lisa
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<besucherin> unregistriert
| Erstellt am 22.04.2008 - 11:04 |  |
liebe lavida,
meine mama starb unerwartet, und geistig gesund.
frieda ist die mutter von mein partner.
danke für deinen trost.
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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2148 Nachricht senden | Erstellt am 23.04.2008 - 07:25 |  |
Liebe Lisa,
vielen Dank für Deine Umarmung und Ju. für deinen Trost.
Meine Emotionen bewegen sich zwischen Mitleid,
Hilflosigkeit, Wut und Bewunderung.
Mitleid, weil ich keinem Menschen ein solches
langsames und qualvolles Sterben wünsche,
Hilflosigkeit, weil keiner ihm in gesunden
Zeiten helfen konnte nund in dieser von Krankheit
geprägten auch nicht.
Wut, weil mein Ex-Mann nie gelernt hat, für
sich selbst Verantwortung zu übernehmen und damit
sich und uns sehr geschadet hat.
Bewunderung, weil er es jetzt im Angesicht
des zu erwartenden Todes schafft, sich mit allem
Gewesenen auseinanderzusetzen und zu versöhnen,
auch mit sich selbst.
Mit meinem ersten Beitrag wollte ich vor allem auf
die pflegeintensive und dauerhafte Betreuung der
Schwester meines Ex-Mannes hinweisen. Hospiz-Arbeit
quasi.
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