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Mieze ...





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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


soooo :D Ich erlaube mir mal die beste FF hier reinzustellen, die ich je gelesen hab - & glaubt mir ich habe viele gelesen :D Diese FF hier stammt von der Nikki - einer alten guten Freundin, die ich hier mal kenengelernt habe ich wuensche euch viel spaß beim lesen ..
lg, vikki

All diese Jahre warst du Teil meiner Seele


Langsam lief sie durch den kühlen Park. Das feuchte Laub hatte sich schon richtig am Boden festgetreten und vereinzelte farbige Blätter fielen noch von den dürren Bäumen, die schon den Wintereinbruch zeichneten. Ihr Mund war fast vollkommen mit dem warmen Schal bedeckt und ihre Hände waren in Handschuhen vermummt die dann in der Jackentasche platziert waren. Immer wieder wehte ihr der Wind durch ihre langen, schönen braunen Haare und mit den Blättern wurden auch ihre Tränen weggeweht. Für sie war das alles die größte Qual. Ihn nicht mehr an ihrer Seite zu haben, er war plötzlich weg. Einfach so aus ihrem Leben getreten. Doch nur aus ihrem Leben, in ihrem Herzen hatte er noch immer den Ehrenplatz. Ihre Schritte stoppten als sie ein verliebtes Paar auf der Parkbank sitzen sah, wie sie sich anlächelten und gegenseitig wärmten. Das hatten sie damals auch noch...
"Nikki! Hey Nikki warte doch mal!", rief plötzlich jemand. Sie drehte ihren Kopf über die linke Schulter und sah Fiona, eine enge Freundin von ihr. "Was machst du denn hier so alleine?"
"Nichts...", murmelte sie durch ihren Schal und blickte wieder zu Boden.
"Ist irgendwas passiert oder warum bist du so geknickt?", fragte sie besorgt und legte ihre Hand auf Nikki's Schulter ab. Doch sie bekam einfach keine Antwort. Nikki hielt für die nächsten Minuten inne und hoffte, dass dies alles nur ein grauenhafter Albtraum war, von dem sie schon bald wieder aufwachen würde.
"Ich glaube, ich gehe zurück nach Manchester, zu meinen Eltern.", sagte sie, während sie mit neuen Tränen zu kämpfen hatte.
"Was? Aber...warum?" Fiona's Geduld hing an einen seidenen Faden. Sie wusste absolut nicht was mit ihrer Freundin los war und bekam es auch nicht heraus.
"Ich muss hier weg...Das ist alles zu viel für mich.", fügte sie nur weinend hinzu. Fiona war ratlos. Was sollte sie nur tun?? Kurzerhand nahm sie Nikki in den Arm, was Nikki nur noch mehr zum Weinen brachte.
"Jetzt erzähl mir doch bitte was passiert ist. Ich fühl mich so...nutzlos." Und wieder konnte Nikki nichts sagen. Es brach ihr einfach schon das Herz, wenn sie darüber nachdachte. Sie wollte es vergessen, verdrängen und einfach von vorne beginnen, doch das ging nicht ohne ihn. Sie brauchte ihn mehr als alles andere und hätte ihn für nichts und niemanden wieder hergegeben. Doch er ging einfach so, ohne Erklärung. Mitten in der Nacht packte er seine Sachen und hinterließ Nikki nur seinen Duft, seine mentale Anwesendheit, doch sonst nichts. Nicht mal eine Notiz auf einem Zettel, wie er es sonst immer tat wenn er KURZ das Haus verließ, doch hier schien es für immer zu sein.
"Willst du mit zu mir? Ich mach dir eine heiße Schokolade und du kannst mir alles erzählen?!", schlug Fiona vor während sie ein Stück weiterliefen.
"Danke Fiona, doch ich denke, ich brauch einfach etwas Zeit für mich alleine.", schluchzte Nikki unter ihren Tränen.
"Okay, doch falls etwas ist, passieren sollte oder dir es nicht gut geht, ruf mich an ja?", bat sie.
"Natürlich, danke schön Fiona. Das bedeutet mir wirklich viel!", sagte sie während sie Fio umarmte, einen Kuss auf die Wange gab und dann langsam davon lief.

Jeder Schritt wurde schwerer für sie. Ihre Gedanken waren vollkommen bei ihm. Sie verschwendete keinen an irgendetwas anderem. Ihre Nase war schon richtig kalt und sie spürte wie sich ein kleines Niesen anbahnte. Er hätte ihre Nase nun immer wieder mit Küsschen gewärmt, doch...er war ja leider nicht hier. Warum hatte er ihr das angetan? Für sie war das so unverständlich. Sie waren glücklich und liebten einander wie kein zweites Pärchen dieser Erde, doch er ging. Vielleicht hing es damit zusammen, dass er immer wieder sagte, man solle aufhören wenn es am Schönste sei. Aber er wusste doch nicht, dass dies die schönste Zeit ihres gemeinsamen Lebens war. Es hätte noch so viel schöner sein können, wenn er nicht gegangen wäre. Ihre schwarze Baggy schleifte leicht am Boden unter ihren Sneakers und war schon etwas durchnässt, doch diese Dinge zählten nicht mehr für sie. In der Nacht vor 4 Tagen änderte sich ihr ganzes Leben. Dies war der erste Nachmittag seit dieser besagten Nacht, an dem sie das Haus verließ, denn selbst dies hing mit Erinnerungen zusammen. Alles schien noch zu frisch um etwas anderes zu denken. Alles drehte sich um ihn. Sie konnte die Zeit nicht vergessen, in der sie sich kennen gelernt haben. Es war so schön immer in seiner Nähe zu sein. In diesem Park küssten sie sich das erste Mal, darum ging sie auch hier spazieren. Er gestand ihr seine Liebe an der Bank, auf welcher nun ein anderes Pärchen Liebkosungen schenkte. Nun spürte sie ein leichtes Vibrieren in ihrer Hosentasche, was von ihrem Handy kam. Sie zog es heraus, klappte es auf und auf dem Display stand: "Lee's calling". Lee war ihr Halbbruder und wurde von seinen Kumpels immer Krazy genannt, da er wirklich ein verrückter Kerl war. Nikki jedoch war gar nicht in der Stimmung mit ihm zu reden, somit drückte sie ihn weg und steckte ihr Handy zurück in die Tasche.

Zur gleichen Zeit zu Hause bei den Baileys...

"Sie hat mich weggedrückt...", seufzte Lee und legte das Telefon auf den Tisch. Mit einem leichten Schub gegen den Tisch fing er wieder an mit dem Stuhl zu kippen, was seine Mum gar nicht leiden konnte.
"Setz dich richtig auf den Stuhl, Lee.", schimpfte sie während sie das Essen auf einen anderen Teller transportierte. Er sah ihr grimmig hinterher und ließ sich etwas nach vorne fallen, sodass er normal auf dem Stuhl saß.
"Warum hat sie mich weggedrückt?", fragte er.
"Das weiß ich nicht. Versteh sie doch, ihr geht's nicht gut. Er ist ja auch einfach so gegangen.", brachte sie ihm näher und setzte sich ebenfalls an den Tisch. "Sie liebt ihn." Lee's Blicke waren nun nicht mehr besorgt, sondern etwas enttäuscht und wütend. Er verstand nicht, warum einer seiner besten Kumpels seine Schwester so verarscht hat.
"Er ist normalerweise nicht so...Ich weiß nicht was mit ihm los ist, ich kann ihn nicht erreichen.", sagte er fast vorwurfsvoll.
"Ach Lee, mach dich nicht verrückt. Er wird sicher wieder kommen. Ich weiß dass er ein toller Kerl ist.", versuchte seine Mum ihn zu beruhigen, doch leider schlug das fehl. Nun versuchte er es erneut, doch jetzt schien ihr Handy aus zu sein.
"Es ist aus.", schmunzelte er, worauf seine Mum nur ein "Oh" gab. Einige Minuten brach Stille über den Raum, bis das Telefon läutete. Schnell griff er danach, in der Hoffnung, dass Nikki sich meldet, doch sie war es nicht.
"Hey, ich bin's, Kenzie. Schon was von Nikki gehört?", fragte er bekümmert.
"Hey Kenz. Nein, leider nicht. Ihr Handy ist jetzt aus und ich weiß absolut nicht wo sie hin ist."
"Wollen wir sie suchen gehen?"
"Sie könnte überall sein Kenzie." Das Gespräch verlief lange hin und her, bis sie zu dem Entschluss kamen, einfach zu warten. Seine Mum machte sich nicht so große Sorgen wie er, da sie wusste, dass Nikki sehr vernünftig war. Doch er wusste, dass sie James über alles liebt und ihn sicher nicht einfach so gehen lassen konnte. Er sagte nicht mal seinen Jungs, wo er hin ging...er war plötzlich verschwunden.

"Lee, ich geh jetzt noch mit Megan weg. Ich bin auch nicht zu spät zurück ja?", rief seine Mum von der Eingangslobby in die Küche, wo Lee schon wieder mit dem Stuhl kippelte.
"Ja geht klar. Bye Mum!", rief er zurück und nachdem die Türe geschlossen war, stand er auf, nahm das Telefon und lief, während er ihre Nummer wieder wählte, ins Wohnzimmer. Jedoch war es noch immer ausgeschaltet. Er macht sich ernsthafte Sorgen, denn er wusste, Nikki liebte seinen Kumpel über alles. Sie wäre wohl zu allem im Stande.
Plötzlich klingelte es an der Türe. Er stand so zwischen Tür und Angel von Küche zu Wohnzimmer und sah dann in Richtung Hintertüre, worauf es wieder läutete. Kurz verdrehte Lee die Augen und lief dann zur Türe. Wer hätte es anderes sein können außer Chris, Kenzie und sein bester Kumpel Mus?? Niemand!
"Hey Alter. Was von Nikki gehört?", fragten die drei durcheinander und liefen ins Haus.
"Nein noch nicht. Ich mache mir echt sorgen. Sie hat mich vorhin weggedrückt."
"Mensch, sie wird doch nichts Dummes machen oder?", flüsterte Kenzie schon fast, während er zu Lee schielte.
"Du kannst ruhig laut reden. Es ist niemand zu hause.", beteuerte Lee als er sich auf die Couch fallen ließ. "Wollt ihr was trinken?"
"Gern.", antworteten die Drei und setzten sich verteilt auf die zwei Sofas. Lee kam mit vier Gläsern und zwei Falschen zurück- eine Wasser- und eine Colaflasche.
"Ist schon komisch wenn er nicht da ist.“, nuschelte Chris und blickte in das Wasserglas. Er und James kannten sich schon ihr ganzes Leben lang, darum war es für ihn komisch plötzlich ohne ihn zu leben.
"Stimmt. So vollkommen ruhig und keiner schläft fast ein wenn er was erzählt...", ergänzte Mus lachend, worauf alle mitlachten.
"Mensch, wo ist sie nur?", fragte Lee, völlig aus der Reihe fallend. Es ist schon elf mittlerweile."
"Jetzt mach dich nicht verrückt. Sie wird schon bald kommen, glaub mir.", versicherte Kenzie und sah aus dem Fenster, da er sich selbst nicht sicher war.
"Sie ist junge 16 Jahre. Ich mach mir verdammte Sorgen. Du kennst die Kerle hier in der Umgebung..." Lee machte sich gerade selbst verrückt. Intuitiv wusste er, es ist nichts passiert doch er wollte sich auf das Schlimmste einstellen, denn schlimmer hätte es danach ja nicht kommen können.

Gegen 11.30 Pm öffnete sich die Türe und jeder sah zu ihr- Nikki! Sie bemerkte sie Jungs erst, als sie die Türe schloss und wieder nach vorne sah.
"Oh, Hey Jungs.", versuchte sie mit verheulter Stimme zu sagen, doch man konnte nur vereinzelte Brocken verstehen.
"Nikki, wo warst du? Wir haben uns sorgen gemacht.", sagte Lee während er aufstand und zu ihr hinlief um sie in den Arm zu nehmen.
"Ich...war spazieren.", schniefte sie und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
"Was ist los mit dir? Warum weinst du?", fragte Chris besorgt. Sie gab ihm nur einen verstohlenen Blick und rannte die Stufen nach oben. "Ich wollte nichts Falsches sagen."
"Hast du ja auch nicht.", beruhigte ihn Lee, was das einzige war, das da zählte. "Ich seh mal eben nach ihr."
"Sie ist bestimmt in der Dusche.", erwähnte Kenzie.
"Wie kommst du darauf?", fragte Lee etwas verwundert.
"Ja, hast du denn nicht gesehen dass sie völlig durchnässt war? Es regnet mal wieder Lee...", fügte er hinzu. Lee warf einen kurzen Blick aus dem Fenster und ... tatsächlich, es regnete schon wieder wie aus Eimern.
"Du hast wahrscheinlich recht.", meinte er und ließ sich wieder auf die Couch fallen. Ihm fiel es schwer nun einfach ruhig zu sitzen, denn er wollte wissen wie es seiner Schwester geht und vor allem wollte er wissen, wo James ist. Das ließ ihm absolut keine Ruhe, denn er hatte sich einfach so aus dem Staub gemacht, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren.

Nikki rannte in ihr Zimmer, das gleich neben Leeds war. Leise schloss sie die Türe, lehnte sich mit dem Oberkörper und Kopf dagegen und glitt langsam daran herunter. Erneut bahnten sich Tränen ihren Weg in die Augen und keine weitere Sekunde später rollten sie über ihre Wangen. Sie spürte, der Drang ihn wieder zu spüren, wieder seine Nähe zu haben und in seinen Armen liegen zu können. All das war plötzlich nicht mehr zu haben und sie hatte absolut keine Ahnung WARUM? Für sie schien einfach alles so aussichtslos. Sie winkelte ihre Beine an, ganz nah zu ihrem Kinn, klammerte die Arme um ihre Knie und legte den Kopf darauf. Ihr fiel das Atmen nicht gerade einfach, ihr fiel um ehrlich zu sein alles schwer. Er war die Luft, die sie zum Leben brauchte. Das Herz, das für ihren Zyklus schlagen musste. Die Seele, die sie am Leben hielt. Nun ist sie nur noch der Körper eines verlassenen Mädchens, das krampfhaft versucht weiter zu leben, es aber ohne ihn nicht schafft. Ihre Nerven lagen blank, für sie war das Leben nur noch eine Qual. Sie spürte, dass ihr Kreislauf ineinander fiel und ihr wurde schon ganz schwarz vor Augen, doch sie versuchte stark zu sein, stark für sich selbst um Ihm zu zeigen, dass sie nicht von ihm abhängig ist. Doch leider war sie es. Er war wie ihre Droge, die Droge, von der sie nicht mehr abkam. Das Mädchen bemerkte gerade, wie das Suchtmittel nachlässt, einfach die Wirkung verliert.
Kurzerhand versuchte sie sich auf ihre Beine zu stellen, doch diese zitterten. Langsam griff sie sich immer weiter nach oben und stand schließlich, sie ging auch ein paar Schritte, doch dann kollabierte sie auf ihr Bett und weinte in ihr Kissen. Nun musste alles raus. Es war nicht nur ein paar Tränchen die ihr über die Wangen rollten, sondern sie schluchzte, konnte kaum noch atmen. Ihre Hoffnung, dass es ein schlechter, richtig böser Traum ist, stand immer noch, doch sie wurde immer mehr zurück in die Realität gerissen. Ihr Verstand war zertrümmert, ihre Würde am Boden. Warum hatte er ihr das nur angetan?? Warum ging er denn um Himmelswillen? Sie verstand gar nichts, ihr Leben zerfiel, zerfiel wie Tausend Puzzleteile. Einfach nichts schien mehr gut zu gehen, alles verschob sich in die falsche Bahn. Plötzlich hörte sie ein leises Klopfen an der Türe, da wusste wohl jemand, dass sie noch nicht im Bad ist. Aber sie konnte nicht antworten, sie konnte einfach nichts sagen, da ihr schon allein das Weinen so schwer fiel. Schließlich öffnete sich dann einfach die Türe, aber sie wandte keinen Blick zu ihm. Er setzte sich neben sie und streichelte ihr über den Rücken, dann durch die Haare und natürlich sah sie dann auf, um sicher zu gehen, wer es denn nun war. Ein leichtes Grinsen schmückte sein Gesicht - es war Kenzie. Sie setzte sich erst aufrecht neben ihn, doch dann brach sie wieder in Tränen zusammen und lehnte ihren Kopf gegen seinen Brustkorb. Seine Arme schlangen sich um ihren Körper und gaben ihr dieses beruhigende Gefühl, sie fühlte sich endlich mal wieder geborgen. Ihre Augen und ihr Körper fühlten sich plötzlich so schwer an, sie wollte einfach nur Ruhen in diesem Moment. Sie schloss ihre Augen und kurz darauf schlief sie auch schon ein. Nun öffnete sich erneut die Türe und ihr Bruder, Lee, kam in den Raum.
"Sie schläft.", flüsterte Kenzie und legte sie auf ihr Bett, deckte sie zu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Somit ließen die beiden sie in Ruhe schlafen und verließen das Zimmer.
"Wie geht es ihr?", fragte Lee besorgt als sie vor ihrer Türe standen.
"Na ja, sie hat jetzt nur geweint. Ich mache mir echt große Sorgen um sie Lee.", seufzte Kenzie nur.
"Oh Mann, was soll dann ich sagen? Mum müsste auch bald auftauchen. Mann Kenzie, ich kann sie nicht so leiden sehen. Das tut mir echt so Leid für sie.", stammelte Lee nervös und enttäuscht wie auch hilflos, genauso fühlte er sich auch.
"Ich weiß Lee, mir tut es auch so Leid, so etwas hat sie nicht verdient. Wir müssen James finden und zwar so schnell wie möglich."
"Oh ja, das müssen wir...", antwortete Lee und die beiden liefen wieder nach unten zu Chris und Mus.


"Wie geht’s ihr?", wollte Mus wissen und sah die beiden hoffnungsvoll an.
"Sie hat die ganze Zeit nur geweint. Ich konnte sie gar nicht beruhigen.", antwortete Kenzie noch immer sehr besorgt. Plötzlich hörten sie den Klang eines Schlüssels und kurz darauf öffnete Lee’s Mum die Türe.
"Oh, Hey Jungs.", sagte sie freundlich.
"Guten Abend Mrs Bailey.", entgegneten die drei freundlich und versuchten ein Lächeln auf deren Gesicht zu zaubern, doch das war einfach zwecklos.
"Was ist denn mit dir los Lee?", entgeisterte sie.
"Nikki weint die ganze Zeit. Wir konnten sie gar nicht beruhigen. Sie schläft jetzt endlich.", nuschelte er mit tränenbesetzten Augen.
"Ihr geht es sicherlich bald besser. Es ist nun mal schwer einfach so loszulassen. Das kann sie nicht, das weißt du selbst Lee. Für sie war es auch nicht einfach hierher zu ziehen weil sie zu sesshaft ist." Gerade stellte sie die Tasche ab, hängte ihren Mantel an die Garderobe und setzte sich dann erst mal kurz auf den Sessel.
"Mum, du siehst nicht wie ernst das ist. Sie leidet so sehr wie noch niemals zuvor. Sie hat ihn über alles geliebt.", fuhr Lee enttäuscht aus sich heraus.
"Ich weiß mein Sohn, doch du musst auch verstehen, dass es jetzt einfach noch zu schwer ist. Du wirst sehen, sie ist sehr vernünftig und kriegt ihr Leben wieder auf die Reihe. Entschuldigt mich." Nun stand sie auf, fuhr sich kurz mit gedanklichem Blick durch die Haare, schenkte den Jungs ein Lächeln und lief dann nach oben.
"Mein Gott, sie ist total fertig wegen Nikki.", sprach Lee als er mit den Jungs in die Küche lief. Alle setzten sich um den Tisch, außer Lee. Dieser setzte sich wieder auf die Arbeitsplatte, wie immer wenn er in der Küche war.
"Wir können doch nicht so einfach Rumsitzen...", unterbrach Chris eine ganz andere Unterhaltung.
"Was sollen wir denn deiner Meinung nach tun?", wollte Mus nun wissen.
"Ich kenne James schon länger als ihr alle. Er ist mein bester Freund und ich weiß ungefähr was in seinem Kopf vorgeht.", wies er gar vorwurfsvoll hin.
"Das ist uns ja alles bewusst Chris, doch weißt du auch, warum er gegangen ist?", hakte Lee nach und zog seine linke Augenbraue nach oben.
"Nicht direkt, doch es gab heftigst Ärger“, fügte er entsetzt dazu.
"Ärger wegen oder mit was?", war nun die Frage, die Mus stellte.
"Na ja, seine Eltern haben mal wieder Druck gemacht. Ihr wisst doch, wegen der Sache mit seinem Onkel, der da so ein Graf oder so etwas in Schottland ist.", prasselte er nun.
"Oh nein, nicht schon wieder.", drang aus Lee heraus, der schüttelnd den Kopf sank und nun eigentlich alles verstand.

James’ Eltern machten immer unheimlichen Druck, da sie so etwas wie eine adelige Familie sind, denn der Onkel von James ist ein Graf in Schottland und somit breitete sich das auf die ganze restliche Familie aus. Seine Eltern wollten somit, dass er in „besseren Umständen“ aufwächst und nicht mit Leuten, die auf eine öffentliche Schule gehen und auch spaß haben. Darum bekam er meistens Privatunterricht.

"Oh doch, ich glaube, darum wurde er nach Schottland geschickt und zwar für immer."
"Das können sie doch nicht machen!", protestierte Lee.
"Und schon gar nicht, gegen seinen Willen!", fügte Mus wütend hinzu.
"Seht ihr doch. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um ihn wieder hierher zurückzuholen. Nikki ist nicht die einzige, die ihn wieder braucht!", stellte Chris klar und nahm einen letzten Schluck von seinem Glas mit Wasser. "Ich mach mich jetzt mal auf den Weg nach hause. Ich hab zu Mum gesagt, dass ich nicht zu spät komme. Bis morgen in der Schule Jungs." Somit verließ Chris das Haus.
"Ich werde mich dann auch langsam mal auf den Weg machen. Mum meinte ich soll nicht all zu spät nach Hause kommen. Wir sehen uns morgen und falls etwas ist, ruf mich an." Er nahm Lee in den Arm und war der nächste, der ging. Nun war Lee alleine, im Wohnzimmer auf dem Sofa und zappte durch die tausend verschiedenen Kanäle, doch es lief einfach nichts Sehenswertes.


"Lee, Nikki, aufstehen!!", rief ihre Mum durchs ganze Haus um Lee und Nikki wach zu kriegen, was heute keine Kunst war, da er auf der Couch eingeschlafen war und sie von dort aus immer rief. Langsam öffnete er seine Augen, rieb sie kurz, stellte die Beine auf den Boden und sah sie an.
"Könntest du das nächste Mal etwas rücksichtsvoller sein?"
"Tut mir leid, ich hab nicht gesehen, dass du auf dem Sofa geschlafen hast.", einen Moment stoppte sie, "Warum hast du eigentlich auf dem Sofa geschlafen?"
"Keine Ahnung. Ich bin einfach eingeschlafen.", erklärte Lee ihr und stand auf. Schrittweise lief er die Stufen nach oben, um dann eine kalte Dusche zu nehmen, doch die Musik aus Nikki’s Zimmer hielt ihn auf. Kurz blieb er stehen und lauschte, worauf er keinen Ton von ihr hörte, sondern nur von einem Song, der ihm sehr bekannt vorkam. Natürlich, jetzt fiel es Lee ein. Den Song hat James damals für seine Schwester geschrieben und die Jungs haben ihn dann aufgenommen. Er heißt "Still thinking about you" und drückt sehr viel aus, was in den letzten Wochen in ihm vorging. Nikki war nicht gerade ein Mädchen, mit dem es leicht war, umzugehen. Sie war oft schnell zickig, bockig und wusste genau, wie man jemanden auf die Palme bringt. Aber sie hatte auch diese liebevolle, süße und einfach wundervolle Seite in sich, die sie jedoch versucht zu verbergen, da sie dadurch viel zu verletzlich scheint.
Er klopfte an die Türe und wartete und hoffte auf ein Zeichen, dass er reinkommen könne, doch es kam nichts. Somit wusste Lee auch nicht so recht, was er tun sollte. Selbst mochte er es nicht, wenn man einfach in sein Zimmer kam, darum tat er es auch bei anderen nicht. Doch er machte sich auch ernsthafte Sorgen um sie, ihr ging’s schon die ganze Zeit nicht so gut und dann auch noch das. Noch einen weiteren Moment blieb er stehen, doch dann drehte er sich um und lief ins Badezimmer, um kühl zu duschen.

Eine halbe Stunde später war der Junge fix und fertig für die Schule und lief aus dem Bad nach unten um nachzusehen, ob Nikki nun schon auf war, doch von ihr gab’s noch immer keine Spur.
"Mum, wo ist Nikki?", fragte Lee während er seine Haare trocken rubbelte.
"Ich weiß nicht, ich dachte sie wäre im Bad.", ergänzte sie auf seine Frage, worauf er sie nur fragend ansah. "Was schaust du so?"
"Mum, ich kam gerade aus dem Bad, wie man unschwer erkennen kann.", maulte ihr Sohn, während er auf seine noch nassen Haare aufmerksam machte.
"Ja, dann weiß ich auch nicht. Sieh doch mal nach Lee. Ich muss jetzt los. Bis heute Abend.", schrie sie ihm hinterher als sie aus der Türe rauslief. Lächelnd schüttelte er den Kopf und rannte dann wieder nach oben, um nach ihr zu sehen. Jetzt jedoch lief keine Musik mehr, darum klopfte er nicht so kräftig, sondern gesänftigt gegen ihre Tür.
"Nikki?" Doch er bekam wiederum nichts zurück. Nun war es ihm ziemlich egal, ob er wieder einen Schuh gegen den Kopf bekam und öffnete einfach ihre Türe zu ihrem Zimmer. Wie er sich schon dachte, war sie nicht darin. Ihr Fenster war, wie immer, speerangelweit offen, ihr Bett gemacht und Bilder + ihr Tagebuch lagen darauf. Gerade so konnte er seine Neugier im Zaun halten, was ihm jedoch sehr schwer fiel. Aber er würde niemals ihr Tagebuch lesen, das war Nikki schon immer sehr heilig. Gerade nahm Lee ein Bild, das sich auf ihrem Bett befand in die Hand, klingelte es an der Haustüre. Schnell legte er das Bild wieder zurück aufs Bett und rannte dann die Stufen hinunter.
"Bin schon da!", rief er, während er das Geländer herunter rutschte und dann die Tür öffnete. Dort standen, wie jeden Morgen, Mus, Stuart und Chris.
"Morgen ihr. Kommt noch mal kurz rein, ich muss meine Tasche oben holen und noch Nikki finden..." Kurz rannte er noch in die Küche, warf seine Blicke darin herum, doch Nikki war einfach nicht zu finden. Dann lief er nach oben, holte seine Schultasche und verließ dann mit den Jungs das Haus – ohne zu wissen wo seine Schwester war…


"Was ist denn mit dir los, Lee?", fragte Chris etwas besorgt, als sie noch auf dem Schulweg waren.
"Nikki war nicht mehr zu Hause und ich hab auch gar keine Ahnung wo sie ist.", erklärte er niedergeschlagen und legte seine Hände in die Hosentaschen.
"Nun mach dir mal keine Sorgen, du kennst deine Schwester. Sie ist sicher nicht weit.", beruhigte ihn Mus, der sich jedoch selbst nicht wirklich sicher war, was er da gerade von sich gab. Lee wiederum erwiderte das alles nur mit einem Nicken und sah auf den Boden.
An der Schule angekommen trafen sie dort die anderen Jungs, wie immer, vor der alten Kirche.
"Hey Jungs. Alles klar?", fragte Sam und begrüßte sie alle.
"Klar. Habt ihr Nikki gesehen?", wollte Lee schnell wissen und war schon wieder auf der Suche nach ihr.
"Nee, tut mir Leid Alter, aber die haben wir heute noch nicht gesehen."
"Oh, na ja. Ich geh sie mal eben suchen. Mir lässt das alles keine Ruhe.", meinte er und lief zu einigen Mädels, die Freundinnen von Nick waren.
"Hey ihr. Sagt mal, habt ihr Nikki heute schon gesehen?"
"Ähm, nein. Tut mir Leid. War sie denn nicht zu Hause?", fragte Sherene neugierig und sah ihn etwas seltsam an.
"Na ja, gestern Abend war sie schon zu Hause, doch heute morgen nicht mehr."
"Oh, dann tut es uns Leid. Doch sobald wir sie finden, werden wir sie zu dir schicken.", ergänzte Shelina und Lee verabschiedete sich wieder. Er befragte noch mehrere, doch keiner hatte sie bisher gesehen. Er hoffte nur, dass ihr nichts zugestoßen ist, denn das würde er sich selbst nicht verzeihen. Als es läutete, lief er mit Stuart, Chris und Sam zur ersten Stunde, die sie bei Ms Ryan hatten.
"Guten Morgen meine Lieben.", sagte sie gar nicht interessiert und legte ihren Mantel über den Stuhl.
"Morgen.", rief jeder durcheinander, jedoch noch sehr müde. Kurz sah sie durch die Reihen und was sehr auffiel war, das Nikki fehlte.
"Mr Bailey, können Sie mir sagen, wo Ihre Schwester ist?"
"Tut mir Leid Ms Ryan, ich kann es Ihnen auch nicht sagen, ich weiß leider auch nicht wo sie ist. Ich suche sie schon den ganzen Morgen.", erklärte Lee ihr.
"Oh, na dann sollten wir nachher mal zum Rektor und nachfragen, ob sie krankgemeldet wurde." Er kam ihr mit einem Nicken entgegen und nahm wieder auf seinem Stuhl platz.
Die ganze Stunde lang, dachte er an sie. Wo war sie nur hingegangen? Wo sollte er sie denn finden? Er war wirklich ratlos in dieser Stunde und hoffte, dass die nächste erfolgreicher in der Suche nach Nick wird.
Endlich klingelte es, er packte seine Sachen und lief mit Stuart, Chris und Sam raus.
"Was soll ich denn jetzt machen, ich hab null Ahnung wo sie ist oder sein könnte...", sagte er vorwurfsvoll und blickte sich um. Nun stieß eine weitere Person zum Zehnerpack – Daniela.
"Hey Babe.", lachte sie und küsste Kenzie mit einer Hingabe, wie man es zuvor noch nicht gesehen hat. "Hey Jungs."
"Hey Dan. Wie geht’s?", fragte Stuart leise. Die Beiden hatten vor kurzem richtig heftigen Streit und ihm tat es auch wirklich Leid, doch er war einfach zu feige, um sich ernsthaft bei ihr zu entschuldigen.
"Danke, ganz gut. Wie geht’s euch? Ihr seht etwas bedrückt aus...", erforschte sie mit Blicken in deren Gesichter.
"Nikki ist verschwunden.", erklärte Lee erneut.
"Was? Wo ist sie denn hin?"
"Das wissen wir ja nicht. Lee sucht sie schon den ganzen Morgen doch sie ist nicht mal in der Schule zu finden.", klärte Chris Daniela auf.
"Oh, das hört sich nicht gut an. Habt ihr schon mal auf dem Spielplatz nachgeschaut, auf dem sie sich sonst immer mit uns getroffen hat?", wollte sie neugierig wissen. Man konnte sehen, wie Lee hellhörig wurde und sogleich loslief.
"Entschuldigt mich bei Shawn, ja?", rief er noch, bevor man ihn nicht mehr sehen konnte.

Lee lief also los um sie auf dem Spielplatz zu suchen, in der Hoffnung sie dort auch zu finden. Gerade lief er auf ihn zu, sah er auch schon jemanden auf der Schaukel sitzen. Langsam lief er auf diesen „Jemand“ zu und setzte sich daneben, als er erkannte, dass es seine Schwester war. Kurz blickte sie zu ihm auf, doch dann senkte sie gleich wieder den Kopf. Wie elendig sie dort saß, wie ein kleines Kind, zusammengekrümmt und hilflos.
"Wann bist du heute morgen aus dem Haus gegangen?", fragte er leise, um das Schweigen zu brechen. Sie brauchte einige Momente um sich aufzurappeln und zu antworten.
"Ich glaube...so etwa gegen 5 Uhr.", erklärte sie ihm. Geschockt sah er zu ihr rüber und verstand nicht, warum.
"Wieso bist du schon so bald gegangen? Deine Musik lief doch dann noch."
"Wenn du auf die Anlage gesehen hättest, dann hättest du gemerkt, dass sie an war, denn ich stell doch immer den Timer an."
"Ach ja, hab ich ganz vergessen. Aber warum bist du schon so bald gegangen?"
"Ich...brauchte einfach etwas Zeit.", sagte sich und wieder verfiel sie einem tiefen Heulanfall. Er dachte nicht lange darüber nach, stand auf und nahm sie fest in den Arm. Es war nicht leicht für Lee seine Schwester so leiden zu sehen, denn, auch wenn sie eigentlich nur Halbgeschwister waren, war sie ein Teil von ihm.
"Soll ich dich nach Hause bringen?", fragte er besorgt. Sie schüttelte mit dem Kopf und bat ihn, sie etwas alleine zu lassen. Somit stand er auf, gab ihr ein Küsschen auf die Stirn und lief mit langsamen Schritten davon.
Nikki blieb noch für einige Minuten auf dem Spielplatz. Hier fühlte sie sich einfach wohl, denn jedes Kind ist unbesorgt, sieht den Ernst der Dinge erst mit kommendem Alter und ist unbeholfen wohlfühlend. Sie wünschte sich in dieser Zeit auch wieder ein Kind zu sein, denn dann wäre alles viel einfacher. Kurzgebunden stand sie auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, sah sich um und schon fing es an zu Regnen. Das war ja nur so üblich für England, somit störte sie das gar nicht mehr. Wieder gingen ihre Tränen im Regen verloren, sie gingen einfach unter wie viele dieser Regentropfen. In diesem Moment fragte sie sich wieder, ob der Schmerz jemals verheilen wird, ob er sie jemals wieder glücklich werden lässt oder ob sie bis ans Ende ihres Lebens unglücklich wegen dem Kerl, vielleicht ihrer großen Liebe, der sie verarscht hat, sein wird. Sie hoffte natürlich, irgendwann wieder glücklich sein zu können, doch wie sollte das gehen, wenn er nicht hier ist? Sie brauchte ihn doch für jeden Herzschlag, für jeden Atemzug und Augenschlag. Warum zur Hölle ging er denn? Warum hat er ihr keine Erklärung geschenkt, wie sie es verdient hätte? Vielleicht hätte sie es dann verstanden, doch so fand sie ihn mehr als feige. Völlig in Gedanken lief sie durch die menschenleere Straße, sie war wie ausgekehrt. Für sie drehte sich die Welt plötzlich langsamer, alles war plötzlich langsamer.

6 Monate später...

"Nein, nein Stu hör auf!", rief Nikki lachend während sie versuchte sich vor ihm zu retten, da er mit einem Eimer kaltem Wasser hinter ihr her war. Stu lachte nur, genau wie die anderen alle und amüsierten sich bei dem Anblick, wie Nick eiskalte Wasser über ihren gesamten Körper bekam.
"Ihr seit wirklich so unfair!", lachte sie laut und deutete auf die Jungs.
"Wir lieben dich auch.", grinste Lee nur frech und tätschelte ihr über die Schulter. Mittlerweile hatte sich alles etwas normalisiert, Nikki dachte einfach nicht mehr über ihn nach und versuchte auch ihre Gefühle zu verdrängen, was in manchem Moment nicht gerade einfach war, doch sie gab ihr Bestes. Sie waren gerade alle zusammen beim Schwimmen im Freibad und hatten jede Menge spaß.
"Hey Nikki willst du auch was trinken?", rief Lee während er Geld aus seinem Geldbeutel entnahm.
"Ähm ja, bitte so n Eisgetränk...Kirsch!", antwortete sie ihm und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder dem Mückenstich zu, den sie gerade bekam.
"Was hast du denn da?", wollte Stu wissen und stellte sich vor sie.
"Geh weg Stu, du stehst in der Sonne, so seh ich nichts.", schimpfte sie und schob ihn aus dem Licht.
"Nur die Ruhe Kleines, alles ist okay."
"Stimmt.", lachte sie ihm ins Gesicht, worauf er auch glücklich lachte. Es war so schön für alle, Nikki endlich wieder lachen zu sehen. Endlich, dachte man, hatte sie es verarbeitet, doch sie dachte immer noch oft an ihn und hatte ihn natürlich nicht vergessen. Sie glaubte fest daran, dass er irgendwann wieder zurückkommen würde und eine Erklärung vorlegen konnte. Langsam und nachdenklich lief Nick zum Schwimmerbecken und ließ ihre Füße kurz ins Wasser, zog sie wieder raus und blieb stehen. Leise stellten sich Mus und Stu hinter sie, worauf Mus eine Räuberleiter machte, Stu sich darauf stellte und sich dann über sie warf, sodass er sie erschrecken und im Wasser landen konnte. Tatsächlich erschrak Nikki sehr und zuckte zusammen. Stu lächelte nur als er wieder aus dem Wasser auftauchte.
"Das bekommst du zurück.", lachte sie verkniffen, denn der Schock saß etwas tief. Sie setzte sich auf den Rand und unterhielt sich kurz mit Stu, bis der ihr gefährlich nahe kam: Er stemmte seine Hände neben ihren Beinen ab und zog sich etwas aus dem Wasser, bis sie kurz davor waren, dass sich ihre Lippen trafen, doch stattdessen warf er sie ins Wasser und tauchte sie kurz darauf. Als sie wieder auftauchte rang sie nach Luft und fuhr sich mit ihren Händen durch die nassen Haare.
"Du bist so ein Miststück!", lachte sie und drückte ihn mit ihren Händen auf seinen Schultern unter das Wasser – Immer wieder, bis die anderen auch ins Wasser kamen. Nun waren auch endlich Kenzie und Dani da gewesen.
"Na ihr, schon wieder fleißig am Blödeln?!", lachte Dani während sie nicht von der Seite Kenzie’s wich.
"Natürlich.", lachte Nikki und ließ kurze Zeit von Stu ab.
"Sie hat angefangen!", rief Stu während er schon dabei war abzuhauen.
"Nix da, du bleibst schön hier!", antwortete sie während sie versuchte ihm die Badehose zu klauen.
"Hey, das ist meine!", protestierte er und blieb stehen. Er nahm ihre Hände in seine, legte sie neben ihren Körper und rückte seine Hose zurecht.
Nach langem hin und her zwischen Nikki und Stuart, nach weiteren Blödeleien der anderen und langen Diskussionen über das Essen setzten sich alle zurück auf ihr Handtuch und unterhielten sich weiterhin, bis sie merkten, dass die Sonne schon langsam unterging.
"Ich glaube wir sollten uns mal langsam auf den Weg machen, oder?", fragte Lee und sah seine Schwester an, doch die war gerade viel zu sehr damit beschäftigt, Stuart mit Sonnencreme voll zuspritzen.
"Ihr seit solche Kinder...", schüttelte Sam mit dem Kopf und lachte mit Kenzie und Mus um die Wette.
"Redet ihr mit uns?", fragte Nikki unschuldig und mit einem Lächeln im Gesicht.
"Nein, wir reden mit dem Baum der hinter dir ist, Nick.", lachte Sam erneut und deutete darauf.
"Ach so.", antwortete sie uninteressiert und hatte dieses freche Grinsen.
"Nikki, kommst du mit? Ich gehe jetzt.", fragte Lee erneut worauf sie nickte und aufstand.
"Wir sehen uns ja dann morgen wieder. Ich freue mich schon.", lächelte sie und packte ihre Sachen. "Bye ihr Süßen.", winkte sie und verschwand mit Lee aus der Augenlinie der anderen.

"Du verstehst dich ziemlich gut mit Stu, huh?", lachte Lee seine Schwester, worauf sie ebenfalls anfing.
"Er ist echt süß. Ich versteh mich wirklich super mit ihm.", antwortete sie freudig.
"Das freut mich für dich. Mich freut es erst recht, dich wieder so glücklich zu sehen. Das tut mir richtig gut."
"Und mir erst. Aber...ich hab ihn nicht vergessen.", flüsterte sie etwas bedrückt und ihre Blicke fielen auf den Boden.
"Denk nicht daran was vor einem halben Jahr war. Denk daran, was jetzt ist und es ist toll."
"Ja, das ist es wirklich." Sie liefen ins Haus und stellten erst mal die Taschen ab.
"Hey Mum, hey Dad wir sind wieder zu Hause!", rief Lee und lief ins Wohnzimmer, wo er nur seine Mum fand. "Wo ist Dad?"
"Er ist noch arbeiten. Hey ihr zwei erst mal. Wie war’s denn?"
"Super. Es war richtig witzig.", lachte Nikki und holte sich aus dem Kühlschrank eine kalte Cola. Sie und ihr Bruder setzten sich zu ihrer Mum und unterhielten sich Ewigkeiten mit ihr, bis ihr Handy anfing zu klingeln.
"Entschuldigt mich einen Moment.", lächelte sie verschmirckt und stand auf um ihr Handy aus der Tasche zu nehmen. Ihr Display zeigte an, dass sie eine Kurzmitteilung bekam. Kurzerhand öffnete sie diese und musste anfangen zu grinsen.

Hey Süße. Ich wollte mich nur für den tollen Tag bedanken, war wirklich lustig mit dir. Ich hoffe wir sehen uns morgen wieder. Schlaf schön und träum süß. Ich werd sicher von dir Träumen xxx Stu

Sie fand das wirklich süß von ihm und freute sich, denn sie hat den Tag mit ihm auch sehr genossen. Sie beschloss ihm zu antworten:

Hey Süßer. Danke, ich hab den Tag auch sehr genossen und ja, ich hoffe wir sehen uns morgen wirklich wieder. Schlaf auch schön und träum noch süßer. Ich hoffe du kommst in meinem Traum vor. xxx Nick

Dann packte sie das Telephon zurück in die Tasche und setzte sich wieder zu Lee und ihrer Mum.
"Was war denn?", wollte er wissen.
"Ich hab eine SMS bekommen, mehr nicht.", lachte sie ihn an, worauf er wusste, dass sie von Stu war.
So gegen 11 kam dann auch Lee’s Dad nach Hause und sie unterhielten sich alle noch etwas, doch Nikki war geistesabwesend. Sie musste die ganze Zeit an Stu denken, was war nur los mit ihr? Ihre Gefühle spielten ebenfalls verrückt, sie war nun vollkommen verwirrt. Empfand sie etwa mehr für ihn als nur Freundschaft? Waren da Gefühle, die denen für James glichen? Sie konnte doch nicht plötzlich mit einem seiner besten Freunde ausgehen, das ging doch nicht.
"Ich glaub ich gehe schlafen.", meinte sie so gegen 12.30 in der Nacht. Jeder nickte, wünschte ihr eine gute Nacht und sie verschwand auch schon in ihrem Zimmer. Ausatmend ließ sie sich auf ihr Bett fallen und machte den CD Spieler an. Ihre Gedanken kreisten weiterhin um Stu, sie verstand sich selbst nicht mehr. Ihr war klar, sie musste etwas unternehmen und zwar so schnell wie möglich. Sie musste etwas unternehmen, um herauszufinden, was mit ihr geschieht. Darum lief sie aus ihrem Zimmer, sah nach ob noch jemand wach war, doch glücklicherweise waren schon alle zu Bett gegangen. So lief sie also mit ihrem Minirock, ihrem weißen D&G Shirt, darunter ihr Bikinioberteil und Trainers aus dem Haus um Stu zu besuchen – mitten in der Nacht. Sie lief die leeren Straßen entlang, so lange, bis sie an seinem Haus ankam. Sie sah, dass bei den Bakers noch Licht im Wohnzimmer brannte, darum klopfte sie einfach und fuhr sich noch mal durch die Haare. Doch nicht Stu oder einer seiner Eltern öffnete die Türe, sondern sein kleiner Bruder. Er sah Nikki etwas geschockt und verwirrt an, grinste dann aber.
"Hey Stephen, ähm, ist Stu zu hause?", fragte sie etwas unsicher.
"Ja warte ich hol ihn mal." Er rannte nach oben, so schnell er konnte, und öffnete einfach die Zimmertür seines Bruders. "Hey Stuart da draußen ist jemand für dich!" Stu packte seine Zeitschrift weg, setzte die Beine auf den Boden und sah ihn etwas eigenartig an.
"Wer denn?", wollte er wissen.
"Ich glaube diese ... Nikki?! Kann das sein?" Stu bekam dieses Grinsen im Gesicht, ihm gefiel, dass sie hier war. Er nahm ein Shirt in die Hand und zog es sich während er die Treppen runter lief über. Nikki sah das und kam etwas ins Schwärmen, denn sein Körper war toll.
"Hey Nick.", lachte Stu.
"Hey.", strahlte sie ihn an.
"Komm doch erst mal rein.", bot er ihr an, worauf sie ins Haus lief und sich ein paar Blicke erlaubte. "Kann ich dir irgendwie helfen? Ich meine, ich freue mich dich zu sehen aber es ist ja nicht normal dass man mitten in der Nacht jemanden besucht oder?"
"Ich...weiß auch nicht warum ich hier bin. Vielleicht einfach um dich zu sehen...", flüsterte sie fast und sah ihn an. Er verstand nun auch nichts mehr, aber bei ihm war es so, dass er nie so etwas verstand.

Sie lief ein paar kleine Schritte auf ihn zu, legte ihr Hände auf seine Hüften und zog ihn näher an sich. Ihre Lippen waren kurz davor sich zu treffen, doch dann sah er zu seinem Bruder.
„Stephen, warum bist du eigentlich noch wach? Hast du schon mal auf die Uhr gesehen? Morgen ist Schule junger Mann!“
„Ja, ja schon gut. Du hättest auch einfach nur sagen müssen, dass du mit ihr alleine sein willst. Gute Nacht.“, er stand auf, sah die Beiden noch kurz an und verschwand dann in sein Zimmer. Nikki lachte, worauf er zwar auch grinste, doch sie etwas verdutzt ansah.
„Warum lachst du?“, wollte er wissen.
„Keine Ahnung. Ich seh dich gerne lachen...“, erklärte sie und fuhr mit ihrem Zeigefinger über seine Lippen.
„Ach und du weißt, wenn du lachst, lach ich ebenfalls?“, hinterfragte er ihre Aussage.
„Klar. Du liebst es mich lachen zu sehen.“, lachte sie und fiel etwas zurück.
„Stimmt.“, antwortete er und hielt sie am Rücken auf, um nicht umzufallen. Nah zog er sie an sich und er spürte, wie sein Herz raste. Es fing an so schnell wie noch niemals zu vor zu schlagen, sie hätte es spüren können. Doch ihres war kurz davor stehen zu bleiben. Ihr Herz...war wie weggefegt. Sie spürte es kaum noch, so aufgeregt war sie. Nur noch ein paar Millimeter trennten ihre Lippen, doch plötzlich nahm sie seine Hand und lief mit ihm die einzelnen Stufen nach oben.
In seinem Zimmer drückte er sie zärtlich gegen die Türe und küsste sie gefühlvoll am Hals, worauf sie nur leicht aufstöhnte. Ihre Hände lagen auf seinem Rücken und krallten sich förmlich durch sein Shirt. Diese, fast wie Nadelstiche, verspürte er aber nicht als Schmerz, sondern als ein Zeichen, dass sie verrückt nach ihm war. Sie hob ihr eines Bein zu seiner Hüfte, worauf er seine Hand darauf legte um ihr Halt zu geben.
„Ich will dich...“, flüsterte sie, während sie ihm tief in die Augen sah und sich auf die Lippe biss. Somit hob er sie hoch und trug sie zu seinem Bett, wo er sie niederließ. Dort fielen dann die ersten Kleidungsstücke, worauf beide immer verrückter nacheinander wurden. Sie konnte es beide schon kaum noch verbergen, warum sollten sie das auch tun? Schließlich wollten sie es beide, somit stand ihnen doch nichts im Weg. Er legte sich auf sie, hatte ein weißes Laken über seinen Hintern gelegt und schon passierte, was beide nie für möglich gehalten hätten...

„Stu, aufstehen!“, rief seine Mum, worauf er nur langsam die Augen öffnete und bemerkte, dass noch jemand neben ihm lag – Nikki! Leicht grinste er, freute sich, dass es wirklich passierte und nicht nur ein Traum war. „Stu, jetzt steh endlich auf!“
„Ja ist gut!“, rief er zurück und versuchte, seinen Arm unter Nikki’s Kopf wegzukriegen, ohne sie zu wecken, was ihm auch gelang. Zuerst verschwand er im Bad, nahm eine Dusche und zog sich dann an. Daraufhin lief er zurück in sein Zimmer und kniete sich neben sein Bett.
„Aufwachen, Prinzessin.“, flüsterte er ihr zu während er sie mit seiner linken Hand im Gesicht streichelte. Sie drehte sich nur etwas auf die andere Seite, zog die Decke weiter über ihr Gesicht und schnaufte kurz tief ein, was ihn zum Lachen brachte. „Komm schon meine Schöne, wach auf. Wir müssen zur Schule.“ Plötzlich schreckte sie auf und sah Stuart an.
„Ich muss zu Hause noch meine Sachen holen. Wenn Mum mitbekommt, dass ich nicht zu Hause war, bringt sie mich um. Wie viel Uhr haben wir?“, fragte sie hektisch während sie sich anzog.
„Wir haben kurz vor acht. Du hast also noch eine knappe dreiviertel Stunde Zeit.“, grinste er und küsste sie mit voller Leidenschaft. Natürlich wehrte sie sich nicht dagegen und gab sich ihm noch mal vollkommen hin, bis sich die Tür öffnete und seine Mum dort stand.
„Oh, tut mir leid Stu, ich wusste nicht, dass du Besuch hast.“, meinte sie etwas verlegen.
„Ist schon gut Mum. Du kennst doch noch Nikki, oder?“ Fragend sah er sie an und blickte dann kurz zu ihr.
„Oh tut mir leid, ich bin Nikki.“ Sie streckte ihr die Hand entgegen und sie nahm sie freudig an.
„Ich lass euch dann mal wieder alleine.“, grinste sie und verließ wieder das Zimmer.
„Ich geh jetzt eben schnell nach Hause, hol mach mich fertig und komm wieder hierher okay?“, murmelte Nick und zog sich ihren Rock gerade wieder an.
„Okay, geht klar. Du kannst ja Krazy gleich mitbringen. Bevor er denkt, wir hätten was miteinander!“ Er zwinkerte ihr zu und nahm sie in den Arm. „Das war schön.“
„Sehr.“, stimmte sie mit ein, gab ihm einen Kuss und rannte nach unten. „Wiedersehen!“, rief sie, als sie an den Eltern von Stu und Stephen vorbei rannte und einfach das Haus verließ.

Leise lief sie ins Haus, versuchte keine Laute von sich zu geben, doch gerade hatte sie die Türe geschlossen, stand Lee schon vor ihr. Ein Schauer von Schock jagte ihr durch den Körper als sie ihn sah und tastete sich zu ihrem Herz.
„Mann, hast du mich jetzt erschreckt.“, warf sie ihm vor und sah ihn nur wiederwillig an.
„Wo warst du?“, wollte er dann wissen.
„Ich war...draußen.“, versuchte sie sich rauszureden – doch erfolglos.
„Sag schon, du warst die ganze Nacht nicht zu Hause.“
„Spionierst du mir etwa schon hinterher?“, fragte empört.
„Nein, aber ich hab mitbekommen wie du heute Nacht aus dem Haus gegangen bist, wahrscheinlich zu Stu, hm?“, fragte er verzwickt.
„Ähm, also...Lee!“ Lee lachte darauf nur, denn er wusste, seine Schwester hatte sich erneut in einen seiner besten Freunde verliebt. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Lass dir nicht wieder so wehtun.“ Und damit verließ er sie einfach, denn er lief wieder nach oben. Kurz hielt sie inne, sagte kein Wort und dachte über diesen Satz nach, der ihr etwas angst machte.
„Ach, Kleines da bist du ja. Ich hab gar nicht gemerkt wie du aufgestanden bist.“, meinte ihre Mum plötzlich, womit sie Nikki aus ihren Gedanken riss.
„Oh, hey Mum. Ähm na ja, ich war eben sehr leise.”, grinste sie etwas unecht. „Aber ich muss noch eben was machen.“ Somit rannte auch sie die Stufen nach oben und verschwand sofort im Bad, nahm eine Dusche, putze sich ihre Zähne und lief dann in ihr Zimmer. Gerade zog sie sich einen frischen BH an, als Lee wieder ihr Zimmer enterte. Sie sah ihn an, er sah sie an, doch keiner sagte was.
„Hallo?“, fragte sie dann, worauf er nur mit den Axeln zuckte.
„Was ist?“
„Könntest du dich noch mal kurz umdrehen? Schließlich bist du nur mein Halbbruder.“, lachte sie.
„Geht klar.“ Er drehte sich kurz um, bis sie dann auch noch ihr Oberteil anhatte und ihren Rock. „Kann ich mich wieder umdrehen?“
„Ja.“, sagte sie schnippisch und zog sich ihre weißen Stiefel gerade an. „Was gibt’s denn Lee?“
„Ach ja, ähm also. Bist du fertig?“, grinste er sie lieb an, worauf sie nickte.
„Ich denke schon.“ Sie fuhr sich geschwind durch die Haare, nahm ihre Tasche und lief dann mit Lee aus dem Haus. „Bye Mum.“
„Bye ihr zwei. Bis heute Abend.“, rief sie zurück und die beiden verließen das Haus.
Nikki lenkte in die Richtung von Stuart, die einen Umweg zur Schule verrichtete.
„Wo läufst du hin?“, wollte Lee wissen als er kurz stehen blieb um die Lage zu kontrollieren.
„Zu Stu. Ich hab gesagt, dass wir dann wieder zu ihm kommen.“ Nickend stimmte er zu und sie liefen zu seinem Haus. Dort klopfte sie dann und seine Mum öffnete wieder die Tür.
„Ach, hey Nikki.“, lachte sie und ließ die beiden ins Haus.
„Na endlich. Ich dachte schon ihr kommt gar nicht mehr.“ Gerade standen Nikki und Lee im Haus kam auch schon Stu die Treppen runter – na ja, nicht gerade gerannt, mehr oder weniger geflogen.
„Nur die Ruhe.“, lachte Nikki und hielt ihn etwas am Arm zurück, worauf er dann nah bei ihr stand und ihr tief in die Augen sah. Plötzlich jedoch stand Stephen neben den beiden und umarmte sich selbst, sodass man hätte denken können, er knutscht mit jemandem.
„Lass das.“, schimpfte Stu und jagte ihn bis in sein Zimmer. „Mach das nicht noch mal!“
„Mal sehen!“, rief Stephen nach unten, wobei Lee noch immer lachte.
„Warum lachst du?“, befragte seine Schwester ihn.
„Einfach so.“ Kopfschüttelnd verließ er das Haus mit Stu und Nick, nachdem sie sich von seiner Mum verabschiedeten.
Zuerst sagte keiner einen Ton auf dem Weg zur Schule, doch Nikki himmelte immer wieder zu Stu, welcher das gleiche in ihre Richtung tat. Vorsichtig und völlig unsicher griff er dann nach ihrer Hand, was sie wirklich freute. Lee grinste nur so vor sich hin, wie die meiste Zeit des Tages.
„Was ist denn schon wieder mit dir Grinskiste los?“, fragte sie ihren Bruder.
„Nichts nichts.“, schüttelte er seinen Kopf und schon kamen sie endlich an der Schule an.

Die ganze Schulzeit über versuchte Nikki so viel Zeit wie möglich mit Stu zu verbringen, doch es war schwer, da sie unterschiedliche Kurse hatten.

Nach der Schule warteten die Jungs noch auf Nikki, die ewig nicht kam.
"Mensch, wo bleibt sie denn nur?", heulte Chris etwas herum und sprang von einem Bein aufs andere.
"Was ist los, Springmaus?", lachte Sam und winkte Kenzie mit Daniela zu, die dann auch kamen.
"Da seit ihr zwei ja endlich.", grinste Lee und umarmte Dani kurz, worauf sie dann erstmal die anderen begrüßte.
"Da kommt sie doch schon!", schrie Mus schon fast, denn er freute sich immer wieder, wenn sie kam. Doch sie war nicht alleine - Baby. Sie war Nikki's Seelenverwandte, beste Freundin seit über 10 Jahren. Doch sie war für einige Zeit in L.A. um eine Tanzausbildung zu machen, welche sie mit Bravur bestand! Lee's Herz schlug einige Takte höher, denn er hatte schon immer sehr viel für Baby übrig.
"Hey Jungs." Nikki küsste Stu innig mit Zunge und ließ dann kurz von ihm ab. "Kennt ihr meine reizende Begleitung noch?" Lachend sah sie wieder zu Baby und drückte ihr einen lieben Kuss auf die Wange. Zuerst zögerten die Jungs, doch nach einiger Zeit wussten sie, es war Baby! Alle 10 begannen zu jubeln und drückten - fast ERdrückten - sie. Natürlich freute es sie, dass sie so herzlich wieder aufgenommen wurde, denn für Baby war das sehr wichtig.
"Wie geht's dir? Was machst du so? Wie war's?", überrumpelte Mus sie mit seinen Fragen, worauf sie nur kicherte.
"Es war super. Aber den Rest erzähl ich euch später. Mein Gott, ihr seht toll aus!" Sie betrachtete jeden nochmal aufs Neue und blieb dann für einige Minuten bei Lee stehen, der sie schon fast wieder anhimmelte. "Ich hab dich vermisst!" Ganz lasziv ließ sie ihre Zunge über ihre Lippen gleiten, was ihn noch nervöser machte.
"Äh...was...wollten wir jetzt eigentlich...machen?", stammelte er vor sich hin. Jeder lachte, denn alle wussten, dass Lee etwas für sie empfand.


"Wir wollten gerade alle zu Sam und Hausaufgaben machen.", seufzte Nick und ließ sich auf Stu fallen, der sie in den Arm nahm.
"Oh neeeeeeeeeeeeeeeein!", schrieen die Jungs durcheinander und verzogen ihre Gesichter wie ein paar Irre.
"Am Besten wir bringen die erstmal in die Klappse, danach wird auch unser Leben wieder besser.", lachte Nikki zu Baby und Dani, die ebenfalls zu lachen anfingen.
"Das war nicht sehr lieb von dir, Nick.", protestierte Lee und knuffte ihr etwas in die Seite.
"Tut mir leeeeeeeeid mein Schatz.", lachte sie und gab ihm ein Küsschen. Somit machten die 13 sich auf den Weg zu Sam. Doch mitten auf der Straße stoppte Nikki dann zwischen dem Getanze von Kenzie, Baby und Mus. Erst als Stu bemerkte, dass etwas nicht stimmte, stoppte jeder.
"Was ist los Nick?", fragte Chris nach und jeder sah sie an. Nikki's Blicke hingegen schweiften nur herum, denn sicher war sie sich selbst nicht. "Nikki?" Kurz starrten ihre Augen ihn an, doch dann lösten sie sich und wanderten auf den Boden.
"Nichts...alles...alles okay.", stammelte sie und lief langsam weiter, griff - nachdem sie neben Stu stand - nach seiner Hand und lief einfach weiter. Keiner wusste so recht was in ihr vorging, keiner wusste, was los war, warum sie stoppte oder ähnliches. Jeder der 12 war ahnungslos.

Zu Hause bei Sam...

"Hey Mum, ich bin wieder zu Hause und hab meine Leute dabei.", schrie Sam als er die Türe aufschloss und seine Tasche fallen ließ.
"Hey mein Schatz. Oh und hey Jungs, Dani, Nick...oooooh, hey Baby. Du bist ja auch wieder zurück." Freudig schloss sie Baby in ihre Arme und drückte sie mal fest.
"Ja Mrs Foulkes, ich bin wieder hier.", lachte sie und entfernte sich dann etwas.
"Ähm Sam...komm doch mal bitte mit in die Küche.", forderte sie ihren Sohn auf, der die Jungs und Mädels ansah und dann mit ihr in der Küche verschwand. Als die weiteren 12 die Treppen nach oben liefen um in Sam's Zimmer zu gelangen, liefen ihnen noch die zwei Brüder von ihm - Nick und Jamie - über den Weg.
"Oh nein, Sam's kleine Freunde sind wieder hier.", stöhnte Nick genervt und verdrehte sogleich die Augen. Jamie hingegen lief auf Nikki zu, grabschte nach ihrem Arm und zog sie an sich.
"Lass mich los.", weigerte sie sich, was Stu natürlich mitbekam.
"Hey, lass sie in ruhe, ist das klar?", drohte er ihnen und zog sie an sich.
"Oh, der Kleine wird wohl aufmüpfig hm?", plapperte Jamie und sah seinen Bruder an.
"Erst James und jetzt du oder wie? Nimmst du nur verbrauchte Ware, die deine Freunde nicht mehr wollen?", provozierte Nick Stu. Das jedoch hätte er nicht tun sollen, denn sogleich ging er mit seiner Faust auf ihn los und schlug ihm genau ins Gesicht.
"Whoa, whoa, whoa!", schrieen die Jungs und versuchten, die beiden Streithähne wieder auseinander zu bekommen, was gar nicht so einfach war. Als dann auch Sam wieder hochgerannt kam, stemmte er sich zwischen die Zwei, worauf Jamie Nick unter die Arme griff und die anderen Jungs Stu zurückhielten.
"Rede nicht so über meine Freundin, ist das klar?", schimpfte Stu im lautstarken Ton und wollte schon wieder los gehen, nachdem er dieses blöde Grinsen in Nick's Gesicht sah.
"Jetzt mal ganz ruhig Jungs. Was war schon wieder los? Könnt ihr meine Freunde nicht einmal in Ruhe lassen?", motzte Sam und sah seine Brüder an.
"Freunde...Sam, lern endlich dass du nur dir selbst vertrauen kannst.", schüttelte Jamie den Kopf.
"Ach ja?? Ich weiß nur, dass ich EUCH nicht vertrauen kann, aber meinen Freunden schon. Und jetzt haut bitte einfach ab!", schrie Sam und wartete, bis die beiden weg stolzierten. "Tut mir Leid Stu." Stu schüttelte behütend den Kopf und ließ seinen linken Zeigefinger über seine Lippe fahren.
"Verdammt.", stampfte er mit dem Fuß als er das Blut auf seinem Finger sah.
"Stu, du blutest.", war Nikki den Tränen nahe. Er nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich.
"Ist schon gut Nick, alles ist gut.", beruhigte er sie etwas.
"Was ist eigentlich passiert?", wollte Sam nach einiger Zeit wissen - nachdem sie auch im Zimmer angekommen waren. Nun erklärte Stu ihm alles und Nikki war total abwesend.
Nach einigen Minuten Schweigen, klingelte Dani's Handy. Sie holte es aus ihrer Tasche und sah drauf.
"Mum's calling.", flüsterte sie etwas und stand auf. "Ja? Oh...ja klar okay. Kann ich Kenzie mitbringen?? Wieso nicht??...Okay." Böse legte sie wieder auf und lief zu Kenzie. "Schatz, tut mir leid aber ich muss los." Sie gab ihm einen innigen Kuss und verabschiedete sich noch von den Anderen. Doch natürlich begleitete Kenzie sie bis nach Hause, worauf er also ein paar Minuten brauchte, wieder dort zu sein.
"Was wollte deine Mum jetzt eigentlich?", fragte Marcel dann neugierig. Die Frage hätte Sam am liebsten überhört, doch was sollte er tun?? Für einige Sekunden schwieg er weiterhin, doch als er die Blicke seiner Freunde sah, wusste er nicht so recht. War es denn die richtige Entscheidung ihnen alles zu erzählen, oder sollte er es einfach nur für sich behalten?


"Sam, was ist los?? Wieso antwortest du nicht?", hackte Tommy nach und alle Augen richteten sich auf ihn. Doch weiterhin schwieg er nur, schnaufte lang ein und sehr lange auch wieder aus, nicht gerade leise. Somit wusste jeder, dass es ihm schwer fiel, zumindest in diesem Moment. Er stemmte seine Arme auf den Knien ab und fuhr sich immer wieder mit seinen Händen durch seinen Löckchen.
"Sam...", erwähnte Stu noch mal seinen Namen, aber keine Reaktion. Nun fing das Handy von Baby an zu läuten.
"Entschuldigt mich.", lächelte sie, stand auf und hob erst mal ab. Plötzlich winkte sie Nikki zu, dass sie mal zu ihr kommen sollte, was für Sam DIE Chance war.
"Jungs...", fing er an und stoppte danach sofort wieder, da er spürte, wie die Tränen schon im Hintergrund seiner Augen standen. Alle rückten näher zu ihm, die Blicke zerrissen ihn fast, da alle so neugierig waren.
"Sag schon Sam, was ist los?", forderte Lee ihn erneut auf, worauf Kenzie wieder ins Zimmer gestürmt kam.
"Jungs, da bin ich wieder...", prustete er immer zwischen seinem schweren Atem raus, da er außer Puste war. Chris zog ihn am Arm nach unten, sodass er da saß und verkrümmt drein sah. "Was ist los Jungs?"
"Ho Gott...", fing Sam an zu weinen, krümmte seinen gesamten Körper in die Babyhaltung, sodass ihn jemand in den Arm nehmen sollte. Sogleich legte Kenzie – sein bester Freund – seine Arme um ihn und flüsterte ihm etwas Mut zu.
"Oh Mann Sam sag uns doch bitte was los ist.", heulte Lee fast schon mit, unterdrückte es aber etwas. Innerhalb einiger Minuten rappelte er sich wieder auf, setzte sich aufrecht hin und ließ seinen Kopf wieder in seine Hände fallen. Nun nahm er einen letzten tiefen Atem und sah in die Gesichter seiner besten Freunde. Erneut lief ihm eine Träne über die Wange als er schon mal etwas seinen Mund öffnete.
"James...", flüsterte er. "Er ist...Chris...dein bester Freund er ist ... James ist ... tot." Die Jungs waren geschockt. Keiner verstand diese Worte, sie waren einfach zu hart. Chris konnte gar nichts realisieren in diesem Moment und starrte mit seinen schönen Augen ins Leere. Im Hintergrund konnte man zwar die Mädels kichern hören, doch das nahmen die 9 Nordlondoner Jungs nicht mehr wahr. Für sie blieb die Erde nun stehen – für einige lange Minuten, bis jeder außer Chris in einem Tränenfluss versank. Kurzerhand jedoch rannte Chris aus dem Zimmer und man hörte einige Sekunden später wie die Haustüre unten zuknallte. Stu und Lee standen auf und gingen ihm hinterher, worauf Baby und Nikki die restlichen Jungs ansahen.
"Was ist los?", fragte Nikki vorwurfsvoll. Keiner antwortete ihr, denn sie wussten, würde sie das nun erfahren, würde sie daran zerbrechen.
Auch die anderen standen auf und liefen ihnen hinterher denn sie wussten - nun haben sie mit James auch noch Chris verloren. Die Beiden hingen einander wie sonst niemand der Jungs, sie waren ein Herz und eine Seele wobei Chris immer das Herz trug, wovon ihm die Seele gerissen wurde. Somit standen Baby und Nick alleine im Zimmer, kamen sich ziemlich blöd vor und hätten die Jungs am liebsten erschlagen, da sie ihnen keinen Antwort gaben.

"Chris, Chris bitte warte doch mal!", riefen sie ihm hinterher, doch Chris lief einfach weiter. Er lief, ganz recht, er setzte einen Fuß ganz langsam vor den anderen und weinte, eine Träne nach der anderen. Doch er war ein ganzes Stück den Jungs voraus, somit rannten sie zu ihm und hielten ihn an den Schultern zurück. Von wegen aufhalten, sie machten ihn nur noch wütender. Er schleuderte seinen Oberkörper etwas zur Seite, womit er andeuten wollte, dass die Jungs ihre Hände von ihm nehmen sollen.
"Lasst mich.", forderte er wütend und lief ihnen wieder ein ganzes Stück weiter vorraus.
"Chris...", ertönte Tommy's Stimme nun. Das war zu viel für ihn und er brach mit tränenüberströmten Gesicht auf den Boden. Seine Hände hielt er schützend - als Zeichen der Ergebung - vor sein Gesicht und schluzte immer nur, denn er konnte es einfach nicht verstehen. Wieso hat Gott seinen besten Freund zurück geholt zu sich, wo er ihn doch hier bräuchte?? Wieso hat er das getan? Mit diesem "Ereignis" schwand der Glaube an Gott nun vollkommen von Chris' Geist. Für ihn schien ab diesem Tage an alles aussichtlos.

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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Plötzlich tropften einzelne Tröpfchen vom Himmel, was die anderen dazu brachte, in den Himmel zu schauen. Doch es kam ihnen vor, als würde es mit jedem Schluchzten von Chris Millionen Tropfen mehr fallen. Alle liefen zu ihm hin und legten ihre Hände auf seinen Rücken, versuchten sein Gesicht etwas aufzurichten, doch das war vergebens. Chris war so stur, wütend und traurig zu gleich, dass er einfach nur weinen konnte.
Nach einiger Zeit richteten die anderen ihn auf und da stand er nun – immer noch etwas zusammengekrümmt und total fertig, bloßgestellt und allein gelassen – so fühlte er sich zumindest. Keiner verstand was vor sich ging. Zuerst ging James einfach und jetzt soll er einfach tot sein?? Das war so unvorstellbar für die Jungs. Lee hatte keine Ahnung, wie er das Nikki beibringen sollte, doch er wusste, irgendwie musste es passieren. Irgendwie und irgendjemand sollte oder besser gesagt musste ihr das beibringen, auch wenn sie die Folgen davon wussten.
Chris’ ganzer Körper zitterte, es war schon fast wie eine Vibration eines Handys, doch bei ihm war es am gesamten Körper.
"Wir bringen dich am besten nach Hause Chris.", versuchte Kenzie zu stottern, doch nicht mal das brachte er noch hin. Jedoch wussten die Jungs, was er sagen wollten und nickten einstimmig. Langsam liefen sie also im Regen in Richtung Chris’ Haus. Ihre Tränen gingen im heftigen Regen verloren, somit wusste man nicht, was Tränen oder Tropfen waren, war ja auch egal, denn sie haben gerade einen Menschen verloren den sie sehr liebten oder immer noch lieben.
Zu Hause bei Chris blieb er vor der Türe stehen und blickte nur auf den Boden.
"Hey geh rein. Du wirst sonst noch krank.", schniefte Stu und schob in etwas in Richtung Türe. Keinen Ton hörte man von ihm, seitdem er das erfahren hatte. Er schwieg nur so vor sich hin und weinte eine Träne nach der anderen aus sich heraus. Sam lief zu ihm hin, umarmte ihn fest und weinte noch mal kurz mit ihm, bis er ihm dann einen Kuss auf die Wange gab und Chris die Türe öffnete. Klar, es war nicht üblich dass sich Jungs untereinander Küsse gaben, doch jetzt erst merkten sie, WIE wichtig diese Jungs füreinander waren. Sam stand noch kurz auf den Stufen zur Eingangstüre und sah sich um. Oft waren die Jungs hier zu zehnt und hatten eine ganze Menge Spaß im Garten oder vor der Türe, eben im Hof. Spielten Basketball, Football oder solche Spielchen wie Verstecken oder Fangen. Die Freundschaften untereinander waren ihnen allen zu heilig um jemals aufzugeben, darum deuteten sie James noch immer als einen Freund von ihnen. Es war jetzt auch einfach noch viel zu früh um das alles zu verarbeiten, schließlich haben sie es erst heute erfahren. Verzweifelt stampfte Sam die Stufen nach unten und vergoss Tränen aus Wut, wohl auch verständlich. Er drängelte sich durch die anderen 7 und rannte auf die Straße, setzte sich jedoch dann gleich an den Bordstein. Das hübsche Gesicht in seinen Händen liegend weinte er weiterhin, doch die Nässe des Regens liefen zwischen seine Finger, in den Kragen seiner Jacke und auch sein ganzes Gesicht wurde dadurch nass. Nun hielt ein Wagen vor der Türe, ein weißer Mercedes. Die Jungs sahen das Auto verunsichert an, denn sie kannten ihn nicht. Weder das Auto noch den Besitzer davon. Ein etwas älterer Herr stieg aus und stellte sich mit seinem Nadelstreifenanzug vor sie hin - aber natürlich auch mit Schirm.
"Und wer seit ihr?"
"Die Frage ist ja wohl: Wer sind Sie?", motzte Sam wütend und stellte sich protzig vor ihn.
"Nur die Ruhe mein Junge ich..."
"Nennen Sie mich nicht 'mein Junge'. Wer sind Sie und was wollen Sie hier?", schimpfte er wieder.
"Ich bin Mr Murray." Die Stimmen stockten, der Atem hielt inne. Die Gedanken waren gleich doch keiner wusste genau, was er selbst dachte. "Ich bin James' Grandpa und wollte nur etwas vorbei bringen."
"Stimmt das?", weinte Lee und war kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Mr Murray hingegen schlug ihn auf den Hinterkopf und stellte sich strammer hin.
"Was soll der Scheiß?", schrie er fast.
"Hör auf zu heulen. Du bist doch keine Memme, oder? Ja, er ist gestorben. Aber das ist noch lange kein Grund um hier rum zu heulen wie ein paar kleine Kinder. James wollte sicherlich nicht, dass ihr hier heult. Er wollte dass ihr stark seit und weiterhin lebt.", maulte er zurück und warnte mit seinem Zeigefinger. Sam war kurz davor diesem Kerl eine zu knallen. Was fiel dem eigentlich ein?
"Wie können Sie so etwas sagen. Er war ihr Enkelkind!", schrie Mus lauthals worauf eine weitere Träne über seine rosigen, kalten Wangen lief.

„Ja, er war tatsächlich mein Enkelsohn, doch das ändert gar nichts daran, dass er tot ist.“, erwiderte er nur und wollte zwischen ihnen durchlaufen, doch Stu und Lee stellten sich mit Sam vor ihn, sodass er nicht durch kam.
„Was ist das für ein Päckchen?“, fragte Sam während er es etwas anschielte.
„Das sind Sachen von James die ich Chris und ... einer Ms Bailey geben soll.“ Die Jungs starrten nur traurig auf dieses Päckchen und kurzerhand darauf riss Sam ihm dieses aus der Hand.
„WIR werden es ihm geben. Aber nicht heute, ein anderes mal. Auf Wiedersehen.“ Er schob ihn etwas von sich, worauf er wütend drein sah, doch zurück in sein Auto stieg und wieder davon fuhr. „Gott, ich hasse solche Lackaffen.“
„Sollen wir das Päckchen aufmachen?“, fragte Tommy und wischte sich die nächsten Tränen weg. Doch bevor noch irgendjemand was dazu sagen konnte, ging die Türe von den McKeckneys auf und jeder blickte zurück – Chris! Er sah die Jungs mit seinen tränenbesetzten und leeren Augen an und dann erst das Päckchen. Ihnen war klar, er würde nichts sagen, somit fingen sie an.
„Das ist ein Päckchen von ... Jay.“, weinte Marcel verbittert und senkte den Kopf. Sam reichte Chris das Packet, worauf er danach griff.
„Darin sind auch einige Dinge für Nikki, gib sie ihr aber bitte erst, wenn sie davon weiß.“, flüsterte Lee, da er nicht laut reden konnte, wegen seinen Tränen. Chris nickte, blickte zu den Jungs und stieß nur ein kleines: „Ich liebe euch.“ heraus. Damit verließ er sie auch wieder. Einige Minuten blickten sie ihm noch hinterher, bis er dann vollkommen wieder im Haus verschwand. Keiner wusste genau, was jetzt zu tun war. Es war wirklich komisch, den Verlust eines geliebten Menschen zu erleiden, doch ihnen blieb gar nichts anderes übrig. James war ein 10 Brüder für sie, den sie nie wieder missen wollten, doch dann verschwand er einfach so – ohne ein Wort zu sagen. Keiner verstand, warum, weshalb oder wieso. Er ging im Rätsel.
Das Tageslicht dämmerte nur noch dahin. Es wurde immer dunkler und die Jungs liefen nur durch den Regen. Mittlerweile trennten sich jedoch die Wege.
Als Sam zurück bei sich zu Hause ankam, waren Baby und Nikki noch immer dort. Völlig durchnässt betrat er das Haus und seine Mum lief auf ihn zu.
„Es tut mir so leid Sam.“ Sie nahm ihn fest in den Arm, selbst da war es ihr egal, dass er nass war. Sam hingegen sagte nichts, sondern ging mit einem sehr betroffenem Gesicht hoch in sein Zimmer. Er warf die Jacke einfach auf der Treppe ab und schleppte sich an seinen Brüdern vorbei, die schon wieder irgendwas wegen seinen Freunden sagen – sie wussten jedoch nicht, dass James verunglückt war. Als er seine Tür öffnete, sah er Nikki und Baby auf seinem Sofa sitzen. Zuerst geschockt sah er sie an, doch dann war es ihm ja klar, warum sie noch da waren.
„Wo warst du? Und wo sind die anderen?“, überrumpelte Nikki ihn mit Fragen. Er antwortete erstmal gar nicht, denn er wusste nicht, ob er es ihr nun schon sagen sollte. Doch das solle am besten Chris oder ihr Bruder machen. „Sam, bitte sag doch was.“
„Ich war nur...mit den Jungs draußen. Chris ging’s nicht so gut.“, log er.
„Was hat er denn?“, wollte Baby somit wissen.
„Er...sein Bruder hatte einen Unfall und war eben im Krankenhaus, das hat ihn schon mitgenommen.“ Die Gesichter der Mädchen dämmerten sich, denn es tat ihnen leid, was angeblich mit Chris’ Bruder passiert sein soll.
„Das tut mir leid. Wo ist Chris jetzt?“, fragte Nikki.
„Er ist jetzt zu Hause bei sich, sein Bruder durfte auch schon wieder mit nach Hause.“, erklärte er im überzeugenden Ton.
„Verstehe. Wir sollten dann auch langsam mal gehen. Sag mal, hat Stu noch irgendwas gesagt?“
„Nein, aber ruf ihn doch mal an. Das wird ihm sicher gut tun.“, nickte Sam leicht. Baby und Nick verabschiedeten sich von ihm und liefen aus dem Zimmer, dann vollkommen aus dem Haus.



Stu’s Weg nach Hause...


Da lief er, im Regen und vollkommen alleine. Seine Hände hatte er in seinen Hosentaschen vergraben, den Kopf gesenkt und ging Schritt für Schritt mitten auf der seelenruhigen Straße in die Richtung seines Hauses. Immer wieder plätscherten die Tropfen an sein Genick, prallten dort ab oder kugelten langsam seinen schönen Rücken entlang. Auch seine Haare waren total genässt, die Tröpfchen rollten von dort aus in sein wunderschönes Gesicht und genau in diesen Momenten gingen seine verzweifelten Tränen unter. Er verstand die Welt nicht mehr, wieso gerade einer seiner Jungs? Klar, er wünschte keinen den Tod, doch das war aus seiner Sicht wirklich nicht fair. In seinem Kopf gingen so viele Dinge vor sich, doch er konnte sie weder ordnen noch erklären, denn er verstand es nicht wirklich und klar sehen konnte er auch nicht. Er trat gegen die Steinen, die dort lagen und krachte verzweifelt auf seine Knie. Gleich darauf legte er seine nassen Hände in sein Gesicht, um es beschützend einzuhüten. Was war nur los, wieso geschah dies alles so plötzlich, so...unerwartet? Einige Minuten saß er so da, bis jemand auf ihn zu lief. Er streckte ihm die Hand entgegen und erst als er diese bemerkte, blickte er auf. Er sah dort jemanden, konnte sein familiäres Gesicht jedoch nicht unterordnen. Stu nahm diese Hand entgegen und stand auf, konnte das Gesicht trotzdem noch nicht realisieren. Es war zu dunkel, um zu sehen, wer es war. Doch er spürte, er kannte ihn, diesen Jemand. Kurzgebunden drehte „er“ sich um und lief wieder davon, genauso schnell, wie er auch hier war. Stu kam das alles etwas eigenartig vor, aber es war wohl einfach nur jemand, der freundlich sein wollte und vor allem hilfsbereit, denn wer nicht sah, dass er vollkommen zertrümmert war, hatte keine Augen im Kopf oder einfach nur ein Herz aus Stein...

Lee’s Weg nach Hause...

Die Hände auf den Kopf gelegt saß er am Straßenrand und dachte über sein gesamtes Leben nach. Einiges gerat einfach aus der Bahn, rückte aber dann zurück ins helle Licht. Doch nun schien einiges falsch zu laufen. Die Füße seines standen in einer Pfütze und er konnte hören, wie der Regen sich verstärkte und den Abfluss entlang rinnte. Kein einziges Auto schoss an ihm vorbei, ihm war, als würde die Welt stehen bleiben. Alles passierte für ihn in Zeitlupe, außer der Zeitablauf. Dies schien davon zu rennen, ohne dass er eine weitere Sekunde lebte. Er versuchte die richtigen Worte zu finden, um das alles Nikki beizubringen. Ihm war klar, sie würde daran noch mehr kaputt gehen, jetzt, wo sich ihre Seele endlich etwas erholt hatte. Für sie waren die letzten Monate schon so schwer, darum wollte er es nicht noch schwerer machen oder einfach wieder verschlimmern, doch ihm war klar, dass er es nicht ewig vor ihr geheim halten konnte. Seine Tränen rollten sein kantiges Gesicht entlang und tropften von dort auf die Straße, worin sie mit dem Regenwasser vermischt wurden. Nun spürte er zwei Hände auf seinen Schultern liegen, was sich toll anfühlte, denn diese Hände waren vertraut. Er legte seinen Kopf auf die linke Hand, die auf seiner Schulter platziert war und weinte weiterhin. Sie ging in die Knie und nahm ihn von hinten in den Arm. In die Babyhaltung gekrümmt weinte er verbittert in die Arme seiner Mum und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Sie stand auf und zog ihn etwas mit sich, worauf auch er auf seinen zittrigen Knien stand und mit ihr ins Haus lief. Dort legte er die Jacke ab und lief ohne ein weiteres Wort zu sagen in sein Zimmer. Die aller erste Tat, die er dort vollbrachte, war, sein Fenster zu öffnen, eine alte CD, die er mit den Jungs in Jay’s Zimmer aufgenommen hatten, in den CD Player zu legen und einfach nur zu lauschen, was sie zusammenschweißte.

Kenzie’s Weg nach Hause...

Er bog um die Ecke die zu seinem Haus führte und war nur noch einige Blocks davon entfernt. Das Schniefen von ihm wurde mit den Tropfen die auf die Autos und Dächer der Häuser trommelte übertönt, was ihm vom Vorteil war. Er wurde nicht gerne weinend gesehen, wenn er überhaupt mal weinte. Doch das war hier auch nicht der Fall, denn niemand war auf der Straße. Keine Menschenseele war zu sehen, nur die Lichter in den Wohnzimmern war zu erkennen, doch sonst auch nichts. Seine kalten Hände versuchten sich in den Jackentaschen aufzuwärmen, doch zwecklos. Er war zu nervös, aufgeregt, wütend, traurig und enttäuscht zu gleich, dass sein Kreislauf das alles gar nicht mehr wirklich realisieren konnte. Sein gesamter Körper zitterte, er hatte angst, angst davor nun auch noch seine anderen Freunde zu verlieren. Klar, es hörte sich absurd an, doch warum ging Jay?? Keiner wusste den Grund, er nannten keinen und von den Jungs zu folgern, hatte er auch keinen richtigen. Er ging einfach so, obwohl gerade alles so toll zu laufen schien. Somit war es absolut nicht ausgeschlossen, dass plötzlich alle anderen auch verschwanden. Vor seinem Haus kramte er nach seinem Schlüssel, öffnete die Türe und dort stand schon seine Mum, mit Tränen im Gesicht. Als er das wahrnahm, konnte er nicht noch länger die Tränen im Hintergrund seiner Augen halten und lief auf sie zu, mit verkrümmtem Gesicht, denn nun kam endlich der Schmerz raus, den er versuchte, in sich zu halten. Lieb strich seine Mum ihm durch die Haare und weinte mit ihm, nicht nur, weil sie James und wahrscheinlich mochte, sondern auch, weil sie ihren Sohn nicht leiden sehen konnte. Einige Minuten standen sie so da, doch dann riss er sich für weitere Sekunden zusammen, sah sie kurz an und lief dann in sein Zimmer. Dort legte er sich aufs Bett, mit dem Bauch auf die Matratze und ließ seinen Gefühlen das erstemal seitdem er ein Jugendlicher war freien lauf.


Mus’ Weg nach Hause...

Noch immer Regnet es wie aus Eimern. Mus’ Weg war der kürzeste von Chris’ Haus aus, darum war er der erste, der zu Hause ankam. Er stellte sich auf die Eingangstufen zur Haustüre und atmete tief ein und nur sehr langsam wieder aus. Die Tränen verschwammen mit den Tröpfchen des Regens und glitten über sein Sweatshirt weiter auf den Boden. Seine Blicke wand er dem Himmel zu, was natürlich gar nicht so einfach war, da es ja regnete. Jeder einzelne Gedanke war an Jay gerichtet, keiner wurde an etwas anderes, etwas unwichtiges, verschwendet. Er hatte Tausend Fragen, die er James noch gerne gestellt hätte, doch er wusste ja verdammt nochmal nicht wo er sich befand. Der Gedanke, dass einer seiner engsten Freunde nun nie wieder zurückkommen würde, war unerträglich für ihn. Plötzlich öffnete sich hinter ihm die Türe und sein kleiner Bruder Chris kam raus, sah ihn mit Tränen in den Augen an und klammerte sich dann an ihn. Mus legte seine Hand beschützend auf seinen Kopf und drückte ihn fest an sich, worauf ihm ebenfalls wieder tausend Tränen herunterliefen. Somit war klar, auch Chris und seine Mum wussten bescheid, was geschehen ist. Einige Minuten später verschwand Chris wieder und ließ die Türe offen. Doch Mus setzte sich wieder auf die Eingangstufen und sank den Kopf in seine Hände – voller Verzweiflung. Er wusste gar nicht, wie er sich nun den anderen gegenüber verhalten sollte, ihm schien das alles viel zu kompliziert als Machbar. Seine Fingerspitzen berührten immer wieder die Pfütze, die sich vor ihm zusammenbraute. Er konnte sich darin zwar erkennen, aber nur verschwommen, denn die Tropfen kreisten sich darin. So wie er sich darin sehen konnte, so fühlte er sich auch. Alles schien so aussichtslos, völlig unwichtig denn nun war er weg. Das letzte, was er zu ihm sagte, war: „Lass es einfach, auf dich kann ich auch verzichten!“ Die Beiden gingen somit im Streit auseinander. Mus machte sich dafür verantwortlich, dass Jay ging.

Tommy’s Weg nach Hause...

Er stapfte die Anfangsstufen nach oben und lehnte sich mit dem Kopf gegen die Türe. Seine Wut stieg so in ihm hoch, dass er mit den Fäusten gegen die Türe hämmerte, dann mit dem Kopf. Als der Kopf normal gegen der Tür lag, öffnete sie sich und sein kleiner Bruder starrte ihn traurig an. Diese Blicke...es war grauenhaft für ihn. Es tat ihm weh Elliott so leiden zu sehen, er konnte es nicht ertragen. Jay und er spielten oft Fußball...Elliott hing wirklich total an ihm. Vorsichtig und behütend legte er seine Hand auf den Kopf und strich ihm etwas durch die Haare, worauf er ihn dann hochnahm und seine Arme um ihn schloss. Verzweifelt flossen seine Träne über sein hübsches Gesicht und gingen – wie auch die Tränen der anderen – im Regen unter. Langsam lief Tommy mit Elliott in die Wohnung und ließ ihn da wieder nach unten. Leise schniefte er, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und schon sah er seine Mum vor sich. Sie öffnete die Arme und er lief auf sie zu, umarmte sie innig und weinte wieder. Doch so blieben sie nicht lange, denn Tommy löste sich von ihr, schenkte ihr ein verstohlenes und unehrliches Lächeln, legte die Jacke von seinen Schultern und lief nach oben in sein Zimmer. Dort schmiss er die Jacke auf den Boden und wusste vor Wut gar nicht, was er nun tun sollte. Weinend schmiss er sein kleines Kissen gegen die Wand und hätte am liebsten den TV aus dem Fenster geworfen, doch dadurch würde er auch nicht wieder kommen. Langsam lief er zum Schalter und knipste das Licht an. Seine Gedanken waren so vollkommen leer, er wusste gar nicht, was in ihm vorging. Erneut liefen tausend Tränen über sein rosiges Gesicht und setzte sich aufs Bett, wo er auf sein Nachtschränkchen sah und die Bilder entgegenlachten. Jay, Stu, Lee, Chris und er in Spanien bei seiner Tante. Dieses Bild mochte er besonders gerne, denn sie hatten in diesen Ferien ne Menge spaß. Er verstand das nicht...

Chris’...

Er stand am Fenster, lauschte dem Klang des Regens und wusste, nun war er alleine. Klar, er hatte noch die anderen doch es war einfach nicht das Gleiche. Jay fehlte ihm schon jetzt und er konnte nichts tun, um ihn wieder zurück zu holen. Er fühlte sich alleine, leer...verlassen. Einige Minuten lang konnte er seine Tränen unterdrücken, doch sobald er wieder an etwas dachte, was er mit ihm erlebt hatte, konnte er sie nicht mehr kontrollieren. Er wuchs mit ihm auf, er war mit ihm im Kindergarten, wo sie enge Freunde wurden. Dort spielten sie dieses Spiel: Man ist ein kleiner Hund und sitzt winselnd in der Ecke, bis ein anderer Hund kommt und mit ihm spielt. Damals saß Chris in der Ecke und keiner kam auf ihn zu, bis Jay dann im Kindergarten auftauchte. Wer hätte schon gedacht, dass es durch so was so groß werden kann. Jeden Tag waren sie zusammen, keine Sekunde getrennt. Nicht mal in der Nacht denn sie hatten Walkie Talkies und wenn einer nicht schlafen konnte, sollte er einfach nur reden und der andere würde schon irgendwann aufwachen. In der Schule teilten sie sich alles, ja sogar schon fast die Ladies. Doch dann trat plötzlich Nikki in sein Leben und alles änderte sich. Anfangs kam Chris damit nicht zurecht, doch er sah, wie sehr Jay sie liebte, also kam er damit doch irgendwann klar – James zuliebe. Nach einiger Zeit merkte er, was für ein toller Mensch Nikki war und was für einen Menschen sie aus James machte, einen noch besseren. Seine Tränen flossen vor sich hin und sein Gefühle verschlimmerte sich mit jedem Regentropfen der vom Himmel fiel. Wie konnte das nur gerade im passieren?? Er war so ein fröhlicher Mensch und nun das. Er fuhr sich mit seinen Händen über den Kopf und weinte verbittert, immer weiter und weiter. Sein Schmerz war so groß, dass es sich anfühlte, als würde ihm jemand Nadeln ins Herz rammen. Er verstand das nicht...Sein Atem war schwer, er konnte kaum noch Luftholen. Alles fiel ihm schwer, verständlich: Denn James und er waren wie ein Herz und eine Seele. Er war das Herz und diesem Herz wurde nun die Seele genommen. Wie soll es da weiterschlagen können, wenn der wichtigste Teil fehlt?

Es war schon 12.47 Uhr in der Nacht doch Stu hielt es keine Minute länger im Haus aus. Gerade wollte er es verlassen, klingelte sein Handy. „Nikki’s Calling“ stand auf seinem Display. Ihm war klar, er konnte sie nicht einfach so wegdrücken, somit hob er ab.
„Hey Baby.“
„Hey Stu. Wie geht’s dir Schatz?“
„Ach na ja danke. Schön das du angerufen hast. Wie geht’s dir Babe?“
„Na ja...wie soll’s mir gehen? Du bist nicht bei mir.“
„Tut mir leid, wir sehen uns morgen wieder ja?“
„Okay. Dann schlaf mal schön. Morgen müssen wir wieder bald raus.“
„Okay. Schlaf gut mein Engel. Träum süß.“
„Danke, du auch mein Schatz.“
„Ich liebe dich Nikki.“ Wow, das war ein Schlag. Nikki hatte mit diesen drei Worten nun doch nicht gerechnet. Aber seine Gefühle waren ja auch nicht erst seit Gestern da...Sie wusste gar nicht was sie sagen sollte. „Sag nichts, es ist okay. Bis morgen Nikki.“
„Danke Stu. Bis morgen.“ Er wartete noch, bis das Besetztzeichen zu hören war, dann erst legte er auf. Er prustete die Luft aus und ihm fiel es wirklich so schwer normal mit ihr zu reden, denn er hätte sofort wieder zu weinen angefangen. Nun packte er seine Jacke, lief aus seinem Zimmer und rannte leise die Treppen nach unten um dort dann einen letzten Blick zu verrichten und nach draußen zu laufen. Der Regen ließ immer noch nicht nach, es goss noch immer wie aus Eimern, doch das störte Stu gar nicht. Er stopfte seine Hände wieder in die Hosentaschen und lief mit gesenktem Kopf die nasse Straße entlang. Er dachte gründlichst über sein Leben nach und darüber, wie es weitergehen soll. Er lief einige Blocks weiter, bis er ein Schluchzen durch den Regen, was seine Aufmerksamkeit erregte. Sein Blick schweifte auf die linke Seite wo er Kenzie weinen sah, sitzend auf einer alten Back. Langsam lief er auf ihn zu und legte den Arm um ihn, worauf er zu ihm aufsah.
„Stu...“, flüsterte er. Stu setzte sich neben ihn und begann etwas beruhigendes auszustrahlen. „Warum er?? Warum Stu...“, weinte er verbittert weiter. Leider konnte Stu ihm darauf keine Antwort bieten, denn er wusste es ja selbst nicht.
„Lass uns weitergehen bitte. Ich kann jetzt nicht sitzen bleiben.“, forderte Stu ruhig und stand schon auf. Kenzie folgte ihm doch schon das fiel ihm so schwer. Langsam ließ der Regen etwas nach, doch die zwei Jungs froren immer noch wie zwei Eskimos. Sie bogen um die nächste Ecke und dort trafen sie auf Marcel und Ollie.
„Jungs...“ Kenzie war erleichtert auch diese Beiden zu treffen. Er rannte auf sie zu und nahm sie beide in den Arm. Dies alles zeigte den 9 Verbleibenden was es heißt, seine Freunde zu lieben. Man weiß schließlich nie, wann es endet...
Keiner sagte ein Wort, als Stu dann auch da war. Es fühlte sich einfach eigenartig an irgendwas zu machen. Somit liefen sie weiter, doch alle vier schwiegen vor sich hin. Sie kamen gerade an der alten Hütte an, in der sie sich als kleine Jungs immer trafen, es war wie ein Baumhaus, nur nicht auf einem Baum. Sie setzten sich davor auf die Steine, die schon seit Jahren davor standen. Endlich hörte es vollkommen auf zu Regnen und die Jungs konnten in den sternenklaren Himmel sehen.
„Ob er jetzt...dort oben ist?“, fragte Stu wieder den Tränen nahe.
„Bestimmt. Er schaut bestimmt gerade zu uns herunter.“, weinte Kenzie und sah nach oben. Seine kleinen Tränchen funkelten im Mondlicht, es sah bezaubernd aus.
„Hey was macht ihr denn hier?“, fragte plötzlich eine weitere Stimme. Natürlich war diese familiär und von keinem geringeren als Mus. Die Jungs standen auf und begrüßten ihn erstmal, danach setzte auch er sich erstmal nieder und betrachtete den schönen Himmel. „Ich bin schuld. Ich hab mich davor mit ihm gestritten.“ Weinend knallte er sich auf die Knie und war wieder so wütend.
„Nein, nein Mus es ist nicht deine schuld. Sag das nicht...wir können alle nichts dafür.“, versuchte Marcel ihn zu beruhigen. Leider erfolglos.
„Stimmt...wir können alle nichts dafür.“, wiederholte Tommy und fiel Stu weinend in die Arme. Es war noch nicht mal einen Tag her...es musste einfach raus. Langsam brach er mit seinen Beinen auf den Boden, doch sein Gesicht war noch immer an die Schulter seines besten Freundes gelehnt und verdeckt – einfach beschützt.
Langsam lief ein weiteres Gesicht zu ihnen, dass sie kannten.
„Lee...“ Mus sprang etwas erleichtert auf und nahm ihn in den Arm.
„Das ist wohl wirklich immer der Ort, an dem wir Zuflucht suchen hm?“ Seine Augen waren knallrot, was vom Weinen kam. Er konnte kaum noch geradeaus sehen, denn er war müde, vom Weinen, vom langen Tag. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten.
„Ja, das war es doch schon immer.“, lächelte Stu ein klitzeklein wenig, worauf auch die anderen etwas grinsen mussten.



„Wir hatten echt schon tolle Zeiten. Dabei sind wir echt noch jung.“, stellte Lee fest und sah die Gesichter seiner besten Freunde an. Jedes hatte einen anderen Ausdruck, aber doch waren alle gleich. Es waren seine Freunde, seine Familie, sein Ein und Alles. Die Jungs stimmten mit Nicken und einem „Ja“ ein. Nun kam ein total vermummter Kerl dazu: Cappy, Jacke und die Kapuze über dem Kopf und die Hände in den Hosentaschen. Erst als er aufsah, war klar, wer er war. Seine Blicke trafen die seiner und er weinte weiterhin verbittert. Die Jungs sahen ihn an und Kenzie stand natürlich sofort auf und nahm seinen besten Freund in den Arm – Sam!
„Wir schaffen das.“ Immer wieder flüsterte Kenzie ihm Mut zu und strich ihm über den Kopf. Nach einigen Minuten beruhigte er sich glücklicherweise und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Dass ihr alle hier seit?!“, fuhr es plötzlich aus ihm heraus.
„Das war doch schon immer unser Treffpunkt.“, erklärte Stu wieder, genau wie zuvor.
„Stimm wohl.“ Sam setzte sich mit Kenzie auf die nasse Wiese – doch was zählte das schon?? Jay war weg...Er zupfte die ganze Zeit im Gras herum und immer wieder huschte mal eine Träne aus seinem Gesicht, wie auch bei den anderen.
„Wie soll es jetzt weitergehen?“, fragte Ollie nach einiger Sprachlosigkeit. Keiner der 8 reagierte, sahen sich erst einige Minuten an doch schwiegen weiterhin.
„Warte mal...wir sind praktisch ... komplett. Doch wo ist ... Chris?“, stotterte Marcel etwas.
„Er wird sicher nicht kommen. Es ist einfach...alles zu frisch.“ Tommy konnte nicht anders und brach wieder in einem Tränenanfall zusammen. Die Jungs kamen damit gar nicht zurecht, jeder weinte mit, litten...genau wie er. Stu nahm ihn in den Arm und versuchte ihn zu beruhigen, was ihm binnen von Minuten auch gelang.
„Ich weiß gar nicht wie wir das schaffen sollen. Ohne ihn ist nichts mehr wie es war. Alles schien eine Zeit lang perfekt bis er einfach abhaute. Was ging nur in ihm vor?“, fragte Lee und fuhr sich mit seinen Händen durch die Haare. Diese Frage hätte Mus am liebsten überhört, denn er fühlte sich noch immer schuldig. Er stritt sich manchmal Tag und Nacht mit ihm, er wusste gar nicht zu schätzen, was für ein toller Freund er war.
„Das weiß wohl niemand.“, stieß Chris’ Stimme dazu. Jeder blickte zu ihm auf, denn er stand am Laternenmast der gleich vor dieser Hütte platziert war.
„Chris...“, stieß Sam von sich und erneute Tränen stiegen ihm ins Auge.
„Was machst du denn hier?“, fragte Mus sogleich.
„Ich hab es in der Wohnung nicht ausgehalten und ich wusste, ich würde euch hier finden.“, erklärte er und lief zu ihnen, setzte sich auf die Wiese neben Sam.
„Wie geht’s dir?“, wollte Marcel wissen. Verstörte Blicke und leicht missverstanden sah er ihn an und schüttelte nur seinen Kopf. „Tut mir Leid.“
„Muss es nicht Marcel. Ist schon okay.“, nickte er leicht und wischte sich Tränen davon. „Ihr seit nun alles was ich habe.“
„Und wir sind immer für dich da.“, stellte Lee fest und alle nickten einstimmig.
„Ihr seit echt wundervolle beste Freunde. Wisst ihr, nachdem James ging dachte ich nur ... wie es weitergehen sollte. Mir ging es schlecht aber ich dachte, er würde wieder kommen. Ich sah Nikki leiden und dachte mir: Ihr geht es sicher schlechter als mir. Ich war vorerst noch optimistisch, doch mit dieser Nacht änderte sich alles.“ Keiner antwortete, sondern senkte den Kopf.
„Hat es nun schon jemand Nikki gesagt?“, war Ollie neugierig.
„Ich glaube nicht.“, fragte Lee in die Menge, worauf jeder mit dem Kopf schüttelte.
„Wir sollten es ihr sagen.“, fügte Stu hinzu.
„Das kannst du ja gleich tun!“, flüsterte Kenzie, denn er sah Nikki die kalte, nasse Straße ein wenig von der Hütte entfernt entlang laufen.
„Ho nein Jungs ich kann das nicht.“, schüttelte Stu mit den Händen und ebenfalls mit dem Kopf.
„Du bist ihr Freund.“, erklärte Chris geknickt und sah erneut zu ihr. Sie sah sehr traurig aus, als wüsste sie es schon.
„Was macht sie eigentlich noch draußen?“, regte Lee sich schon wieder fast auf. Er war nicht begeistert davon, dass sie Nachts draußen war.
„Sie denkt sicher nach. Es war mehr als offensichtlich dass etwas passiert ist, nachdem wir alle abgehauen sind.“, erklärte Sam. Nach einigen Gedanken über alles stand Stu langsam auf und alle sahen ihm nach, wie er sich langsam den Weg zu seiner Freundin bahnte. Sehr vorsichtig lief er auf sie zu und als er dann hinter ihr stand, legte er seine Arme um ihre Hüften und platzierte seinen Kopf auf der Schulter.
„Hey Babe.“, schnaufte er ihr an den Hals. Sie legte ihre Arme, nach einem kurzen Schock, auf seine und drehte den Kopf zu seinem hübschen Gesicht.
„Hey Stu. Was machst du denn hier?“ Überrascht fragte sie ihn und drehte sich dann zu ihm um. Binnen Sekunden – ohne das er reagieren konnte – konnte er ihre Lippen auf seinen spüren. Ihre Zunge in seinem Mund ließ ihn fast durchdrehen, doch er stoppte diese Gefühle in dem er sie etwas von sich stieß.
„Stimmt was nicht?“ Ihr Gesicht sprach Bände. Er wollte ihr doch nicht wehtun, aber es ging nicht anders.
„Nikki...ich muss dir etwas...erzählen.“ Seine Augen füllten sich schon wieder mit Tränen und sein Atem war schwer und gequält.
„Stuart, was ist los? Was ist denn?“, fragte sie besorgt und legte ihre Hände um seinen Hals. Verweigernd ging er einen Schritt zurück und plötzlich kamen alle Gefühle aus ihm heraus. Weinend brach er zusammen, auf den Boden, mit dem Knie genau in eine Wasserpfütze, worauf das Wasser nach oben sprang und im Mondlicht funkelte. Wie sollte Nikki das jetzt verstehen?

Die anderen beobachteten ihn natürlich und Chris rannte sofort los, als er sah, dass Stu zusammenbrach. Bei ihm legte er seine Arme um seinen Körper und baute ihn erstmal wieder auf seine Beine, was einige Sekunden im Nutzen nahm.
„Sagt mir bitte was los ist. Warum weint er?“, flossen bei Nikki ebenfalls die Tränen. Chris konnte auch nicht anders und weinte ebenfalls. „Was zur Hölle ist los Chris?“ Immer wieder sah er sie an, doch dann sah er wieder zu Stu der vergebens versuchte wieder zu atmen, doch es war durch diesen Tränenkampf unmöglich. Er krümmte sich schon, denn sein Magen zog sich richtig zusammen. Chris versuchte derzeit einfach nur mal stark zu sein, obwohl ihm einfach nach Weinen zumute war. Für ihn brach die heile Welt gerade wieder zusammen, genau wie für all die anderen. Plötzlich kamen auch die anderen mit ihren verheulten Gesichtern und sahen Nikki an. Nun stieg Angst in ihr hoch, sie hatte schon fast Panik. „Jungs, seht mich nicht so an. Bitte sagt mir was los ist. Ihr macht mir angst!“ Verbitterte Tränen liefen ihr Gesicht herab und tropften dann in die Pfütze, die vor ihr gesammelt war.
„Nikki...“, fing Lee an, doch konnte nicht weiterreden. Es fiel ihm zu schwer.
„Was? Was Lee? Redet doch jetzt bitte mit mir.“ Ihr Gefühl schlimmerte sich mit jeder Träne, die vergossen wurde.
„Er ist tot.“, fuhr Sam plötzlich knallhart fort. Zuerst stockte ihr der Atem, wen meinten sie nur? Ihr Gesicht wurde blass und ihr Magen drehte sich tausend mal in der Sekunde um. Es fühlte sich grauenhaft an.
„Wer?“, flüsterte sie und natürlich wusste sie es – zwar unbewusst – aber sie wusste von wem gesprochen wurde. Die Jungs sahen sich in ihre Gesichter und wusste nicht, ob sie ihr nun wirklich auch noch den Rest antun sollten. „Wer?“, fragte sie erneut und die nächsten Tränen liefen über ihre blassen Wangen.
„J...Jay.“, antwortete Chris leise und seine Augen hatten diese Leere. Jeder hatte auf eine Reaktion von ihr gewartet, doch sie stand wie versteinert da und starrte in die Luft. Ihr Kopf war leicht gesenkt und ihre Arme lagen neben dem Körper, die dort mit der Jacke spielten. In den nächsten Momenten schien die Welt wirklich erfroren. Es war als würde keiner mehr Atmen, sich bewegen, die Augen öffnen oder schließen, etwas denken...Es war einfach alles leise – bis der Regen wieder vom Himmel fiel. Und genau in dieser Sekunde konnte man mit ansehen, wie Nikki ganz langsam in sich zusammenbrach. Ihre Hände lagen auf ihrem Gesicht und beschützten es, worauf ihre Beine immer zittriger wurden und somit auf den Boden krachten. Lee rannte zu ihr und nahm sie in den Arm, doch sie stieß ihn etwas weg und legte ihren Kopf auf den Boden. Die Jungs wussten nicht was zu tun war, wie sollten sie jetzt mit ihr umgehen?? Was sollten sie jetzt mit ihr machen? Sie saß auf ihren Beinen und hatte den Kopf auf dem Gehweg, worauf der Regen immer auf ihrem Rücken abprallte. Lee kniete sich neben sie und legte seine Hand auf ihren Rücken, worauf sie gar nicht erst reagierte.
„Komm wir gehen nach Hause Nick.“, forderte er, doch er hörte nur ihr Schluchzen. Als Stu sich dann endlich wieder aus den Armen von Chris lösen konnte, drehte er sich zu ihr, kniete sich neben sie und legte sein Gesicht genau neben ihres.
„Alles wird gut Nikki. Alles wird gut.“, flüsterte er ihr zu, doch sie reagierte darauf nur noch schlimmer. Ihr Weinen war für keinen der Jungs zu ertragen, denn dieses Mädchen bedeutete jedem die Welt. Vorsichtig stand Stu wieder auf und nahm sie auf seinen Arm.
„Ich nehm sie mit zu mir.“, legte er fest und lief langsam los.
„Pass bitte auf sie auf Stu.“, weinte Lee und verabschiedete sich mit einem Kuss von ihr. Somit lief jeder der 9 wieder seinen Weg nach Hause...


Zu Hause bei den Bakers...

Vor der Türe hielt er sie weiterhin und klingelte dann, denn sie schlief bereits ein. Seine Mum öffnete etwas verstört die Türe und wunderte sich, ihren Sohn dort stehen zu sehen.
„Stu....was hast du noch draußen gemacht?“, fragte sie empört. Er antwortete jedoch nicht. Somit war Carol klar, dass es wegen Jay war. Leise schloss sie wieder die Türe und sah zu, wie Stu seine geliebte Freundin in sein Zimmer trug. Danach kam er noch mal kurz runter, um sich bei ihr zu bedanken.
„Für was?“, wollte sie dann neugierig wissen.
„Dafür, dass du so eine tolle Mum bist.“, antwortete er mit glasigen Augen.
„Ich liebe dich mein Junge. Ich könnte mir keinen besseren großen Sohn vorstellen. Wie geht es ihr?“
„Sie hat gerade erfahren, dass er ...“ Er konnte es nicht sagen, es tat ihm einfach zu sehr weh. Jedes Mal daran zu denken versetzte ihm Stiche im Herzen, wie er es nicht für möglich hielt.
„Die Arme...Sie tut mir wirklich leid.“ Er wiederum nickte nur. Hier wurde doch bewiesen, dass sie nie über ihn hinwegkam. Er dachte, er konnte sie davon überzeugen, dass er auch ein toller Kerl ist, doch Jay stand für sie immer an erster Stelle.
„Mach dir keinen Kopf darüber Stu. Es ist schwer, sie hätte ihn wohl nie verlassen, wenn er nicht gegangen wäre. Doch wie du merkst, hat sie sich in dich verliebt. Es ist einfach nur ein Schock so etwas zu hören, denn James war ihr nie egal.“, fügte sie hinzu. Er wusste, dass seine Mum Gedankenlesen konnte – hier stellte sie es mal wieder unter Beweis.
„Hmm.“ Ein einstimmiges Nicken musste ihr reichen. Er umarmte sie kurz und lief dann wieder nach oben in sein Zimmer. Dort knipste er das kleine Schreibtischlicht an und setzte sich auf den Stuhl der davor stand. Die gesamte Zeit beobachtete er Nikki, so fiel ihm auf, wie wunderschön sie war. Er hätte das alles, was er gerade durchlebte, nie für möglich gehalten. Doch er sah, dass irgendwas nicht mit ihr stimmte. Sie konnte wohl nicht mal im Schlaf ruhen. Immer wieder flossen kleine Tränchen über ihre Wangen runter und sie drehte sich in einer Minute wohl knapp 30 Mal um. Kurzerhand stand er auf, packte sein Shirt am Kragen an und zog es sich dann von hinten über den Kopf. Binnen von Sekunden hatte er auch nur noch Shorts an und ließ dann das Licht erlischen. Vorsichtig und langsam lief er auf sein Bett zu und legte sich neben sie. Sein vollkommener Körper zitterte – ihm war nicht klar ob es aus angst war sie zu verlieren, aus angst dass er die anderen noch verlieren würde oder weil ihm einfach kalt war. Was war der Grund dafür? Endlich drehte Nikki ihr Gesicht zu ihm, hatte jedoch weiterhin die Augen geschlossen und legte ihre Nasenspitze genau auf seinen Brustkorb. Stu sah sie erst etwas an, denn er wusste, nun hatte er sie schon wieder verloren. Doch dann legte er seine Arme um sie und drückte sie zärtlich an sich. Sie spürte, dass er bei ihr war, dass er sie liebte und brauchte. Kitzelnd fuhr sie mit ihrer Hand über seinen Körper bis hoch zu seinem Hals und legte sie dort ab. Ein kurzer Kuss auf seine Lippen und sie war wieder vollkommen in ihre Traumwelt geflüchtet. Er wusste nicht, ob sie in Trance war und morgen nichts mehr davon weiß, oder ob sie vollkommen geistige Anwesendheit hatte. Ihm war nur klar, dass sie nicht an Jay dachte, sondern einzig und allein nur an ihn. Dieser Gedanke gefiel ihm, doch das mit seinem tollen Kumpel machte ihn nach wie vor Stück für Stück mehr kaputt.

Mitten in der Nacht, als es 4 Uhr auf der Kirchenuhrglocke läutete schrak Nikki auf und saß senkrecht im Bett. Neben ihr schlief ihr schöner Freund, seelenruhig. Ihre Blicke waren traurig und gequält, es war kein bisschen Hoffnung darin zu spiegeln. Kurzgebunden stieg sie über ihren Stu und zog sich ihre Hose an, worauf sie überlegte, wo ihr Oberteil war. Natürlich wusste sie, dass es draußen sehr kühl sein würde, darum zog sie nicht ihr Top und ihre Jacke an, sondern einen Pullover von Stu. Mit diesem Aufzug verließ sie erst sein Zimmer, schenkte ihm davor aber noch einen Kuss, und dann das gesamte Haus. Sie rannte die leere, nasse Straße entlang und irgendwann, an einer Kreuzung, stoppte sie, denn sie war außer Puste. Die Tränen konnte sie nicht aufhalten, die flossen Tröpfchen für Tröpfchen über ihr hübsches Gesicht und die nächsten bahnten sich den gleichen Weg. Gegenüber von dieser Kreuzung konnte sie den Park sehen, in dem sie spazieren ging, als er ging. Nun war es an der Zeit, das gleiche wieder zu tun – doch dieses Mal wusste sie: Er kommt nie wieder zurück! Sie rannte über die Straße und lief dann Schritt nach Schritt auf dem steinigen Weg des Parks. Die Laute der Blätter an den Bäumen die durch den heftigen Wind geschwungen werden klang wirklich beruhigend, doch es verschaffte ihr etwas angst, denn sie war ganz alleine. Als sie an einer Bank ankam setzte sie sich darauf, doch nur für einige Sekunden, denn dann ließ sie ihren Oberkörper nach unten fallen. Sie konnte kaum noch ihre Augen offen halten, es war ja gerade mal 4.25 Uhr und vom Weinen wird man auch so schnell müde. Ihre leeren Augen starrten in den schönen, klaren Sternenhimmel, was ihr Gefühl schlimmer machte. Völlig in Gedanken an Jay schloss sie ihre Augen und summte ein Lied vor sich hin:

Nothing is so good it lasts eternally
Perfect situations must go wrong
But this has never yet prevented me
Wanting far too much for far too long

Looking back I could have played it differently
Won a few more moments, who can tell
But it took time to understand the man
Now at least I know I know him well

Wasn't it good
Oh so good
Wasn't he fine
Oh so fine
Isn't it madness
He can't be mine
But in the end he needs a little bit more than me
More security
He needs his fantasy and freedom
I know him so well

No one in your life is with you constantly
No one is completely on your side
And though I move my world to be with him
Still the gap between us is too wide

Looking back I could have played it differently
(Looking back I could have played things some other way)
Learned about the man before I fell
(I was just a little careless maybe)
But I was ever so much younger then
(Much younger then)
Now at least I know him well
Now at least I know I know him well

Wasn't it good
Oh so good
Wasn't he fine
Oh so fine
Isn't it madness
He won't be mine
Didn't I know how it would go
If I knew from the start
Why am I falling apart

Diese Zeilen trafen absolut ins Schwarze. Erst nachdem man etwas verloren hat, dass man sehr liebte, weiß man, wie sehr man es braucht. Doch man macht so viele Fehler, bevor man irgendwas registrierte. Nach geraumer Zeit schlief sie auf dieser Parkbank ein und fror weiterhin, denn der Wind wurde immer stärker.
Sie spürte eine warme Hand an ihrer Wange und einen zärtlichen Atem. Sie fühlte sich in diesem Moment sehr wohl, konnte von all ihren Sorgen ablassen und für eine kurze Zeit leben. Sie drehte sich etwas zur Seite und grinste dann leicht, denn sie merkte etwas.
„Jay...“, flüsterte sie.
„Ja, ich bin hier.“, konterte er. Vorsichtig legte sie ihre Hand in sein Genick.
„Verlass mich bitte nicht mehr.“, bat sie ihn, doch es kam nichts zurück. Sie zog ihn an sich und küsste ihn mit einer Hingabe, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen hat. Leicht strich er über ihr Gesicht – nach diesem Kuss – und lief dann davon.
Sie schreckte auf, setzte sich aufrecht hin und sah sich um. Er war weg. Er war wohl nie hier gewesen, sondern sie hatte nur geträumt. Weinend stand sie auf und lief einfach durch die Straßen, gedankenverloren und unsicher. Es schien so real...

Kurz vor acht klingelte Stu’s Wecker. Auf dem Bauch liegend suchte er ihn mit der Hand und knipste dann irgendwann drauf. Er nahm ihn in die Hand, öffnete seine Augen ein bisschen und versuchte dann, die Uhrzeit zu erkennen. Eigentlich war ihm das ziemlich egal, denn er würde heute sowieso nicht zur Schule gehen. Nachdem er ihn wieder abstellte, drehte er sich über den Rücken auf die andere Seite und wollte nach Nikki sehen, doch diese lag nicht mehr neben ihm. Hektisch und nervös stand er auf und suchte sie im ganzen Haus, doch sie war nirgends zu finden. Wieder zurück in seinem Zimmer bemerkte er, wie ihre Hose und sein Pulli weg war, den sie so liebte. Fassungslos fuhr er sich mit der Hand durch die Haare wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen, doch das half auch nichts. Kurzerhand zog er sich an und rannte die Treppen nach unten. Bereit zu gehen wurde er jedoch aufgehalten.
„Stu wo willst du hin?“, fragte seine Mum als er schon knapp aus dem Haus stand.
„Nikki ist weg.“, stotterte er nur.
„Was?? Wo ist sie?“, stieß sie empört aus sich.
„Keine Ahnung. Ich muss sie suchen.“, sagte er nur noch, bevor er verschwand. Er rannte die Straße runter und hatte keine Ahnung, wo er anfangen sollte. Vielleicht sollte er den anderen bescheid geben, oder einfach Baby fragen, denn sie wusste immer, wo Nikki in solchen Situationen hinginge.
Also rannte er schon los, in die Richtung zu ihrem Haus. Dort klopfte er eilig und schon öffnete ihre Mum Brooke die Tür.
„Oh, hey Stuart. Wie geht’s dir?”, fragte sie sehr freundlich.
„Hallo Mrs Anderson. Danke mir geht es gut. Wie geht es Ihnen?“ Er wollte gar nicht so viel reden, sondern einfach nur wissen, wo Baby ist.
„Danke mir ebenfalls. Wie kann ich dir helfen? Komm erstmal rein. Du willst sicherlich zu Baby hm?“, lachte sie ihn an und schloss hinter ihm die Türe.
„Ja genau.“, antwortete er knapp.
„Sie ist oben in ihrem Zimmer. Du weißt ja wo es ist.“ Er nickte einstimmig und rannte dann nach oben. Doch er klopfte nicht, sondern knallte einfach nur die Türe auf. Dort sah er dann sie – mit ihrem Freund Ryan.
„Oh, tut mir leid Baby. Hey Ryan.“ Mit seinem leicht angeröteten Gesicht stand er dann vor ihnen. Sie legte ihre Hand von seiner Wange ab runter auf seine Schulter, denn er störte sie gerade bei innigen Küssen.
„Hey Stu. Was gibt’s denn so wichtiges, dass du nicht mal anklopfen kannst?“, fragte sie etwas schnippisch, was ihm wieder Tränen in die Augen fügte. Nun fühlte sie sich etwas schuldig und stand auf. „Was ist los Stu?“ Die ersten Tränen rollten über sein Gesicht und sie fühlte sich mies, war es etwa weil sie so schnippisch war?
„James er ist ... er ist ... tot.“, weinte er. Baby verstand nichts. Was wollte er damit sagen?
„Was?“, fragte sie geschockt. Die ersten Tränen schossen ebenfalls ihr in die Augen.
„Er ist tot...“, wiederholte er noch immer weinend. Beschützend und mitleidend legte sie ihre Arme um ihn und drückte ihn fest an sich. Ihre Gedanken waren völlig leer und Ryan fühlte sich in diesem Moment.
„Wann...ist das denn...passiert?“, stotterte sie unter Tränen.
„Ich weiß es nicht...gestern...glaub ich. Gestern haben wir es erfahren und ... deswegen sind wir Chris hinterher gerannt.“, erklärte er. Sie nickte, denn nun war alles klar.
„Oh mein Gott. Das gibt’s doch nicht.“ Sie schüttelte etwas ihren hübschen Kopf und legte ihre Hände, um ihr Gesicht zu verdecken, über ihre Augen.
„Wo...wird wohl nun Nikki sein?? Sie ist heute morgen sehr bald verschwunden, denke ich.“, fügte er nun hinzu.
„Sie weiß es also schon?“ Fragend waren ihre Augen auf ihn gerichtet.
„Hmm.“, stieß er einstimmend aus sich und wischte sich die nächsten Tränen aus dem Gesicht.
„Mal überlegen...wo könnte sie sein?“ Überlegend legte sie ihren Zeigefinger über ihre Lippen und ihre Stimme klang immer verheulter. „Vielleicht im Park oder...vielleicht in der Kirche...sie könnte aber auch einfach irgendwo sein.“, erklärte sie. „Mir ist nicht klar wie sie sich jetzt fühlt. Damit hab ich nicht gerechnet. Aber ich denke, sie wird an einem Ort sein, wo sie oft mit Jay war.“ Er nickte, küsste sie auf die Wange und verabschiedete sich von Ryan und ihren Eltern. Somit verließ er wieder das Haus und fühlte sich genauso wie vorher – hilflos. Also rannte er los und holte seine Jungs ab.
„Hey Mrs Bailey, ist Lee zu Hause?“
„Guten Morgen Mrs McKenzie, könnten Sie Kenz bitte zu mir schicken?“
„Hallo Mr Georgiou. Wo kann ich denn Ollie finden?”
„Schön Sie zu sehen, Mrs McKeckney. Könnten Sie Chris holen, bitte?“
„Mr Somerville, ich muss dringend mit Marcel reden, bitte.“
„Morgen Mrs Foulkes. Wo kann ich Ihren Sohn finden?”
„Chris, schick doch mal bitte Mus zu mir, es ist dringend.“
„Morgen Tom’s Mum. Kann ich zu Tommy?“ Er redete Tommy’s Mum immer als „Tom’s Mum“ an, obwohl er ihren richtigen Namen wusste.
Nachdem er all die Jungs beisammen hatte, klärte er sie erstmal auf.

„Und wo sollen wir jetzt zuerst suchen?“, fragte Lee etwas wütend. Er verstand nicht, wie Stu nichts davon mitbekommen konnte.
„Wir sollten uns aufteilen und sie suchen. An allen Orten, an denen sie sein könnte.“, erklärte Stu und war den Tränen wieder mal nahe.
„Sie könnte überall sein.“, konterte Ollie und sah sich schon um.
„Dann müssen wir eben ganz London oder ganz England auf den Kopf stellen. Sie ist meine Schwester und ich darf nicht auch noch sie verlieren.“, warf Lee Stu fast vor.
„Tut mir leid Lee, bitte sei nicht böse auf mich. Ich hab es wirklich nicht mitbekommen.“, beschützte sich Stu etwas, doch das ließ Lee kalt.
„Jetzt streitet nicht.“, warf Kenzie etwas genervt ein. „Wir sollten Nikki suchen und nicht hier rumstreiten.“
„Halt die Klappe Kenzie. Für dich ist das alles ein Kinderspiel, für mich nicht. Wir haben gerade James verloren und ihr müsst daran denken, dass sie ihn geliebt hat. Ich bin mir sicher, dass sie zu allem im Stande ist.“, maulte Lee wütend zurück, was Kenzie fast zum Explodieren brachte.
„Du denkst also, dass es für mich ein Kinderspiel ist ja?? Du denkst also, dass mir Jay und Nikki egal waren oder sind ja?? So was denkst du von mir also?“ Kenzie war schon so wütend, dass ihm Tränen in die Augen schossen.
„Hört jetzt auf ihr Zwei. Das bringt nichts.“, versuchte Chris den Streit zu brechen, doch sie waren beide zu stur um nachzugeben.
„Mir ist egal was ihr jetzt macht, ich such jetzt auf jeden Fall meine Freundin.“, sprach Stu worauf Lee kurz davor war, ihm eine zu Knallen.
„Hey ganz ruhig Lee. Was ist denn los mit dir?“, hielt ihn Mus zurück in dem er seine Arme hinter seinen Rücken hielt.
„Der Kerl geht mir auf den Sack. Du sagst, dass du sie liebst, aber kriegst nicht mal mit, dass sie abhaut?“
„Jetzt bleib mal cool Lee. Wenn du tief und fest schläfst, bekommst du das eben nicht mit. Du hättest es doch eh gar nicht mitbekommen, weil du in nem anderen Zimmer schläfst!“, schrie Stu zurück. Lee platzte nun fast der Kragen. Er war so wütend auf ihn und auf den Rest der Welt, er hatte aber nur angst, nun auch noch seine geliebte Schwester zu verlieren. Sein Blick war gereizt und er drehte sich einfach von den anderen weg und fing an sie zu suchen. Mus blickte in die Gesichter der anderen, gab Stu ein beruhigendes Zeichen und rannte Lee nach. Nun teilten sich auch die anderen in verschiedenen Richtungen auf.
Stu rannte zuerst in den Park, doch dort war sie nicht zu finden. Als er sich auf einer Bank kurz niederließ, um nachzudenken, fand er eine Halskette mit einem Kreuzanhänger. Er nahm sie in die Hand und betrachtete sie genau.
„Nikki...“, flüsterte er, denn es war ihre Kette. Schnell sprang er wieder auf und rannte los, denn weit konnte sie wohl noch nicht sein. Doch wer weiß, wann sie die Kette verlor. Er fühlte sich in diesem Zeitraum wieder mehr als hilflos, er hatte absolut keine Ahnung wo er hingehen sollte. Nun setzte ihm auch noch der Krach mit Lee richtig zu, wieso geriet nun alles aus den rechten Fugen?
Nach tausend kopfzerbrechenden Gedanken war im klar: Er würde sie wohl auf einem Spielplatz finden. Nikki war gerne dort, denn Kinder – sagte sie immer – haben keine Sorgen. Sie leben noch unbeschwert und müssen leider auch den Kampf im Leben überstehen, doch erst im zunehmenden Alter. Er rannte also gleich los und kam einige Minuten später an ihrem Lieblingsspielplatz an. Zuerst sah er sich etwas um, bis er sie dann auf der Schaukel sitzend fand. Mit leisen kleinen Schritten lief er auf sie zu und setzte sich dann neben sie auf die Schaukel. Die Tränen, die aus ihrem Gesicht tropften hinterließen kleine Spuren im Sand und ihr Schniefen war nur leicht zu hören.
„Warum bist du weggelaufen?“, brach Stu das Schweigen nach einiger Zeit. Es dauert einige Minuten, bis Nikki so weit war, um zu antworten.
„Ich...hab einfach etwas...frische Luft gebraucht.“, stammelte sie. Stu fühlte sich mieser als zuvor und weinte ebenfalls mit.
„Die anderen suchen dich auch.“
„Jetzt wisst ihr ja wo ich bin.“, antwortete sie darauf nur. Plötzlich hörte man auch die Stimmen der anderen, doch sie kamen nicht zusammen, sondern vier – fünf getrennt. Es war wie in alten Zeiten – Blazin Squad und die Incredible Crew.
„Nikki, da bist du ja.“, rief Lee etwas erleichtert und ging auf sie zu. Lieb drückte er sie an sich und wischte ihr einzelte Tränen aus dem Gesicht. „Lass uns nach Hause gehen.“
„Wieso...kommt ihr von zwei verschiedenen Richtungen? Und wieso seit ihr wieder 5 – 5 geteilt?“, fragte etwas verstört. Stu berechtigte die Frage, denn er wusste, irgendwas ist passiert. Kenzie hatte ein blaues Auge und Lee eine blutige Lippe. „Was ist passiert Jungs?“, weinte sie. Lee schielte böse zu Kenzie, der abgeneigt wegsah.
„Redet Klartext.“, forderte Stu und stand wieder auf.
„Was willst du hören, Incredibler? Es ist einfach an der Zeit, dass aufgeräumt wird.“, schimpfte Kenzie.
„Was meinst du damit? Und wieso nennst du mich Incredibler?“ Stu verstand die Welt nicht mehr. Es ist also wieder so weit gekommen...die Crews haben sich geteilt.


„Es ist eure Schuld, dass Jay tot ist. Ihr habt ihn so weit getrieben!“ Schock! Mit dieser Aussage von Kenzie hätte keiner gerechnet. Da Mus sich eh schon Vorwürfe machte und auch noch zu den Incredibler gehörte, schockte ihn das noch mehr. Es trat totenstille ein. Niemand atmete oder sagte auch nur ein Wort. Jeder stand stillschweigend da und rührte sich nicht mal. Nikki brach weinend zusammen, sie konnte nicht fassen, was sie nun taten. Lee lief wieder zu ihr hin und nahm sie auf den Arm.
„Lasst uns gehen.“, sagte er wütend zu seinen Jungs, schenkte Kenzie letzte verwütende Blicke und lief dann mit Nikki auf den Armen davon. Stu blieb noch kurz stehen und schüttelte den Kopf.
„Das war’s.“, murmelte Kenz und drehte sich von ihm ab. Chris hingegen stellte sich zu Stu, nahm ihn kurz in den Arm und fing wieder an zu weinen.
„Ich wusste dass es so weit kommt.“, weinte er nur und rannte dann zu den anderen. Stu war so geschockt, dass sein Herz hammerschnell raste. Was war passiert?? Was ist geschehen? Versuchen sie so den Schock mit Jay zu verarbeiten? Das ist doch nicht der richtige Weg dafür. Also rannte er los um die anderen noch einzuholen, er musste mit Lee reden.
Zu Hause bei den Baileys war die gesamte Incredible Crew.
„Gott die regen mich so auf. Das fängt wieder so an wie anfangs in der Schule.“, regte sich Lee auf und knallte seinen Schlüssel in die nächste Ecke seines Zimmers.
„Jetzt bleib mal bitte ruhig Lee. Erzähl mir doch mal bitte was passiert ist.“, quatschte Stu in sein Gemurmel.
„Ja weißt du, wir haben Nikki gesucht und dann sind wir plötzlich aufeinander gestoßen. Erst nur Kenzie und ich. Natürlich pöbelte er mich wieder an und dann ist mir der Kragen geplatzt und wir fingen an uns zu Schlägern. Irgendwann...eine paar Minuten später kamen dann auch die anderen und natürlich versuchten die tollen Blazers wieder alles hinzukriegen.“, maulte er aufgebracht.
„Also gibt’s jetzt nicht mehr uns 10...ich meine 9 besten Freunde sondern einfach wieder Blazin Squad und Incredible Crew?“ Stuart verstand das nicht, was brachte ihnen der Streit?
„Ganz genau und sie werden es nicht leicht haben. Sie haben uns die Schuld an Jay’s Tod gegeben, dabei war er ein Blazer.“
„Gott Lee du regst mich so auf. Von dir hätte ich was anderes erwartet. Zählt für dich nur noch was in der Vergangenheit war?? Denk ab und zu doch mal nach verdammt noch mal. Du sagst ’er war einer von den Blazers.’ Na und?? Er war ein wundervoller Mensch...Er war unglaublich und sicherlich nicht nur ein Blazer. Er war einer deiner besten Freunde und jetzt, nachdem er tot ist, ist er einfach nur noch ’einer dieser Blazers’? Was bist du nur für ein toller Freund Lee, er hat dich so sehr geliebt. Du warst einer der Tollsten für ihn, weil du Menschen nicht auf irgendwas reduziert hast. Wie man sich in sogenannten Freunden täuschen kann.“, weinte Nikki und rannte aus dem Zimmer. In ihr war plötzlich nicht nur Trauer sondern auch unheimlich viel Wut und Enttäuschung.
„Jetzt warte doch Nikki!“, rief er ihr nach, doch bis dahin war die Türe von ihr schon zugeschmissen.
„Sie hat recht Lee. Der Streit bringt nichts.“, fügte Stu mit ein.
„Bist du jetzt einer von ihnen?“, fragte er wütend und stellte sich nah vor ihn.
„Ich bin einfach nur ich. Ich bin keiner von ihnen aber auch keiner von denen. Ich bin einfach nur Stu der einen seiner besten Freunde verloren hat und es nicht einsieht ihn auf so eine beschissene Weise zu vermissen. Wenn ihr nicht solche Sturköpfe wärt, du und Kenzie, würdet ihr das unter euch regeln. Aber nein, ihr zieht uns anderen da auch wieder mit rein. Jay hätte das sicher nicht gewollt.“ Nun konnte sich Lee nicht mehr halten, holte aus und knallte ihm eine. Stu blieb einfach stehen und fasste sich an die Lippe. Enttäuscht sah er in die blauen Augen seines Freundes und war den Tränen nahe. Nicht weil es geschmerzt hat, sondern weil es Lee war, der ihn schlug. Es tat weh zu sehen wie langsam alles zerbröckelte. Er dachte nicht, dass es an James hing, die Truppe zusammen zu halten. Doch wie Nikki schon sagte: Wie man sich in sogenannten Freunden täuschen kann...


„Das hätte nicht sein müssen Lee.“, stellte Tommy schließlich nach einigen Minuten peinlichen Schweigens fest und lief auf Stu zu. Lee hingegen sagte gar nichts, sondern sah Stu traurig an. Er war wohl kurz davor einen Nervenzusammenbruch zu erlegen, doch er wollte stark sein und niemandem zeigen, WIE verletzt er war. Sein Kopf sagte, er müsse Streit mit seinen besten Freunden – Blazin Squad – führen, doch sein Herz meinte, er solle einfach nur weinen, denn er hat soeben einen besten Freund verloren und wie es aussieht seine Schwester noch dazu.

4 Wochen später...

Es ging drunter und drüber in Chingford. Blazin Squad und die Incredible Crew führten Krieg und zwar auf heftigster Hinsicht. Blazin Squad waren zwar nur noch vier, aber das reichte um der Incredible Crew das Leben schwer zu machen.
Nikki hingegen hatte immer noch mit dem Tod von Jay zu kämpfen. Sie versuchte zwar weiter zu leben, aber das war einfach zu schwer. Sie bat auch Stu um ein klein wenig mehr Freiheit, denn sie müsste das erstmal verkraften. Er hatte natürlich Verständnis, versuchte jedoch sie so oft wie möglich zu sehen. Auf ihren Bruder war sie nicht mehr gut zu sprechen, öfters stritten sie sich und redeten manchmal tagelang nicht miteinander.
Es war wieder einer dieser Freitage: grauenhafter, kalter Herbstage auf Londoner Art. Es regnete zwar noch nicht, aber die Wolken hingen schon weit runter, der Wind wehte stark und pfiff laut durch die Gegend. Die Äste der Bäume wehten wie verrückt im Wind und knarrten vor sich hin, die Blätter wedelten herum.
Kenzie rannte ins Haus, schmiss seine Tasche einfach auf der Treppe ab auf dem Weg in sein Zimmer und holte seine Jacke. Auf dem Weg zurück nach unten klingelte sein Handy – „Dani’s calling“ Enttäuscht verdrehte er die Augen, denn er hatte vergessen sie anzurufen. Vorsichtig meldete er sich, nachdem er abhob.
„Hey Babe tut mir leid.“
„Ist schon gut Kenzie. Sehen wir uns nachher?“, fragte sie lieb.
„Ja klar. Komm auf den alten Schrottplatz.“
„Oh nein, aber doch nicht wieder Blazin Squad vs. Incredible Crew?“, sprach sie vorwurfsvoll.
„Du hast es erfasst.“, erwiderte er nur. „Ich muss los. Bis gleich. Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch Kenzie. Bis gleich.“ Der letzte Satz, bevor sie auflegten. Er rannte also die restlichen Stufen nach unten, doch dort begegnete ihm noch seine Mum.
„James, wo gehst du schon wieder hin? Hast du schon deine Hausaufgaben gemacht?“
„Nein Mum, ich geh jetzt zu...Chris. Wir sehen uns heute Abend wieder. Bis dann.“ Damit wollte er gehen, doch seine Mum hielt ihn noch auf.
„James. Was ist los mit dir? Du bist den ganzen Tag weg, deine Noten verschlechtern sich und du hast kaum noch Zeit für deine Freundin.“, zählte ihm seine Mum auf. Kenzie sah enttäuscht zu Boden und hätte seinen Gefühlen am liebsten freien Lauf gelassen, doch er wollte stark sein. Stark für seinen verstorbenen Freund Jay.
„Nichts ist los Mum. Alles ist okay. Ich muss jetzt los.“ Seine Füße waren leider zu schnell für seinen Körper, denn der wurde wieder zurück gezogen.
„Du bleibst jetzt hier. Du gehst jetzt nirgendwo hin James.“, schimpfte sie in einem befehlendem Ton und sah ihn böse an.
„Mum aber...“
„Nichts aber. Ich erkenne dich kaum wieder.“, sagte sie mit zittriger Stimme und hatte schon fast Tränen in seinen Augen.
„Mum...“, wählte er einen vorwurfsvollen Ton. „Lass uns heute Abend reden. Ich bin eh schon zu spät.“
„Zu spät für was, James? Sag mir wohin du gehst.“
„Ich...das Battle.“, stotterte er nur.
„Battle?“, fragte sie nach.
„Blazin Squad und Incredible Crew.“ Er hatte es noch nicht mal richtig ausgesprochen verdrehte sie ihre Augen und drehte sich etwas von ihm weg.
„Das ist doch nicht dein ernst oder? Wieso habt ihr das gemacht? Wieso streitet ihr wieder?“
„Das kann ich dir jetzt nicht erklären. Bis heute Abend.“ Und schon verschwand er aus der Tür. Geradewegs zum Schrottplatz fing es zu allen Ungunsten auch noch an zu regnen. Kurz stoppte er doch rannte zwei Sekunden später schon wieder weiter. Nur noch einige Meter davon entfernt hörte er schon den Bass...verdammt, er kam zu spät. Also rannte er nochmal schneller und plötzlich quietschten Reifen eines Autos...
Sein Herz stoppte. Er war wie erfroren. Sein Gesicht war blass und er zitterte am gesamten Körper. Nach weiteren Minuten des Schreckens schüttelte er seinen Kopf und rannte weiter, denn er durfte nicht noch später kommen.

„Ach kommt, euer ach so toller Kenzie wird doch eh nicht auftauchen. Er ist ein Schisser!“, maulte Lee in den miesesten Tönen.
„Halt die Fresse du Idiot.“, maulte Chris fies zurück. Selbst er hat sich schon gegen sie gestellt, denn er konnte wirklich nie verkraften, was mit Jay passierte und die Incrediblers haben es in der letzten Zeit echt übertrieben.
„Lasst es Jungs...er wird nicht auftauchen.“, funkte Mus in das Gespräch mit ein. Doch plötzlich startete Tommy an den Decks mit der Musik, als er sah das Kenzie auftauchte. Jeder sah zum Eingangszaun und sah ihn dort warten.
„Uuuuuh, Mr McKenzie hat es ja doch geschafft.“, fauchte Stu sarkastisch worauf Kenzie ihn nur wütend ansah. Er war noch immer etwas blass, ließ sich aber nichts anmerken.
„Alles klar mit dir Alter? Du bist total blass...“, brachte Chris näher und hielt ihn am Arm fest.
„Klar.“, antwortete er nur knapp und griff nach dem Mic. „Kann’s losgehen?“ Die Jungs schnappten alle ein Mic und schon fing Tommy an mit dem richtigen Song. Es stand 4 – 4.


(wenn ihr den Song "Nemesis" von Blazin Squad habt dann zieht es euch rein, wenn ihr das lest! )




Mieze ...





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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kenzie: „Basically this is the story, yeah? I've been told you wanna clash with my manz, I've been told all kinds of stories. Which one to believe? Well, I'll just have to think about it. And trust me, I know what the end result's gonna be. Believe me.” Bereits bei diesen Sätzen blickten die Incrediblers schon richtig ungläubig drein. Ihre Gesichter waren richtig fies und ihre dummes Grinsen brachte die Blazers zum Rasen.
Kenzie: „What you sayin? You wanna contest us?“ Die Incrediblers nickten.
Kenzie: „Blazin - we're dangerous.” Darauf gab’s nur ein blödes Lachen von den anderen vier Jungs, denn...na ja, Sarkasmus spielte eine große Rolle.
Kenzie: „You wanna come down, make a fuss. I'll burn you into ashes, I'll blow you like dust.” Alle acht waren bereit sich gegenseitig in Grund und Boden zu rappen.
Chris: „Manz say they gonna come down and battle with my lyrics. Bring their clique, bring their beef, test my clic, spit their shit, what?! They never do, all they ever do is chat shit. Yeh they run their mouths, but they never wanna battle it. How they gonna bring us down, never gonna come around. Always bring the same old sound, let 'em know what's goin down. Blazin manz, you know we stand our ground. But they still bring beef when I diss their sound.” Er lief schrittchenweiße auf Mus zu, stellte sich vor ihn und machte ihn so zu sagen an – richtig mies. Mus stand da, drehte seinen Kopf etwas weg und zog die Augenbraue nach oben, er tat so, als würde es ihn nicht interessieren. Genauso reagierten auch die anderen darauf. Doch plötzlich erhob Mus sein Mic und lief Chris immer näher auf die Pelle.
Mus: „Yo, meet you in the car park, bouts in the dark. Lyrics so loud, yo, you can't hear the dogs bark. Comin with their bikes with the bright lights. Your the dirt, the proper air knights, char. With the hydraulics in my car blasting to a full. Hear the voice in the speakers which about to blow. It's like when you say I'm poor, I'm a goddam pro. I told you before so I think that you know. You can't hack it, wit it, rock it, jacket wit my name printed on it: S-N-I-P-E-R has got it, recognise the name? Bringin the manic, or you'll go down way deeper than the Titanic!” Er stand vor Chris und die gesamte Menge jubelte. Man konnte sagen, dass die gesamte Schule da war. Bei seinem Satz „Or you’ll go down way deeper than the Titanic“ deutete er von Chris’ Kopf nach unten und jeder wusste, was er damit meinte. Chris grinste nur frech, denn er war heute besser als Mus. Seine Rhymes waren schneller und etwas fieser könnte man sagen. Somit ließ er sich das gar nicht gefallen und lief wieder einen Schritt auf ihn zu, tippte ihm auf die Schulter sodass er sich wieder zu ihm drehte und fing gleich erneut an: „Shout yo, this is a Blazin' topic. Yeh, we're a 4 man clic. Flow on this tune and we're all gonna spit. We're goin on phat goin on hectic, check this. With the Blazin' magic, with a trick up my sleeve. Wait – do you really wan' it? I'm gonna give it, you're gonna get it. Stop, rewind, press play, get with it!” Die Incredible Crew war nicht sonderlich beeindruckt, zumindest nicht von außen. Doch sie mussten zugeben: So gut wie Chris heute rappte, tat er es niemals zuvor.
Blazers: „You wanna test us, manz never show up. Blazin' we never fuss coz they just don't compare to us. We're gonna reach the top, and never gonna stop. You wanna clash with this coz you're the unknown Nemesis!” Das war der Chorus von ihnen, der echt hammerkrass klang. Die Melodie dazu war echt laut, schmerzte schon fast in den Ohren doch das hielt niemanden ab. Bei diesem Refrain liefen sie auf die Incrediblers zu und deuteten sie an, machten sie nieder, rappten sie in Grund und Boden – wie sie es vorhatten. Es klappte wirklich super.
Kenzie: „Listen up good, got a few things to say. So sit down, take a seat at the end of the day.” Er drückte Mus auf einen Stein, denn er sollte sich ja hinsetzen. Er blieb weiterhin vor ihm stehen und machte weiter: „I've been told your mans wanna come and try clash. That's fine by me, you're gonna get smashed. You come to my school, wait outside the gate. All thinkin your bad, you heard my dub play. Behind my back, you wanna say it to my face
You say yeh, yeh, yeh, mate, you're going on great. Make up your mind coz I've made up mine. Right here, right now! Me and you, my time, no trying, I know I'm gonna succeed, battle straight to the bone, got everything that I need, you picked the wrong beef, the wrong clic, you just wanna bend the truth. Think I'm dumb, never seen this before, when I go through the door. Why you on the stage thinkin your hardcore?” Nach diesem Stück klatschte er mit seinen Fingerspitzen gegen seine Stirn, was ihn fast zum Kochen brachte. Doch er ließ sich nicht abhalten: „Feet on the floor as I walk up the stairs. Heads turn, feet stamping, my eyes are just glared, back to back, run straight through my head, after this you're gonna bred, nuff said. It's another victory. You must be crazy (crazy, crazy) - to think you can defeat me.” Er schlug vor Mus’ Nase noch gerade so die Luft und drehte sich dann mit einem Schwung um. Mus stand sogleich wieder auf und lief ihm hinterher, drückte an seine Schulter und drehte ihn grob um.
Mus: „Right, Nemesis – inescapable agent of someone's downfall. Especially when deserved, a downfall caused by such an agent.” Lee und Stu nickten, denn es war wahr. Chris ging einige Schritte vor und stellte sich direkt vor Lee, der ihm genau in die Augen sah.
Chris: „So basically, our nemesis are the people who go and say they wanna clash with our crew. As if we've done something to them, but it never happens.” Nach diesem Stück lachte er Lee noch frech ins Gesicht, worauf er nur mit dem Kopf schüttelte und ihm abwinkte. Irgendwas musste getan werden, somit ging Mus gleich wieder an die Front und übernahm diesen Part: „You wanna come crash my Crew, you dunno. Gonna flex you off just like a rhino. On the chat for the flow like a bomb I'm about to blow, it's like ti ti ti ti ti, ayo. I'm a present ranger, the Incredible gangsta. Gonna burn like fire, gonna blaze get me higher. Stepping to me ain't clever, coz Incredible we get you hyper. I battle always this stage, lock me up in a cage. Clashing, fighting with crews – it's like streets are rage. Beating up hesitive, jackin's a craze but your crew, your clic are main meal for the day.” Sein freches Grinsen brachte die Blazers auf die Palme, aber gut, sie waren relaxed denn sie waren besser. Er lief rückwärts wieder zu seinen Jungs und lachte immer noch – genau wie Stu und Lee. Kenzie, Chris und Ollie gingen einige Schritte vor, doch dann blieb Ollie stehen und Kenzie fing wieder an: „I got so stressed, so vexed when I'm writing this rap.” Er schüttelte seinen hübschen Kopf, schenkte den Incrediblers dann nur böse Blicke.
Chris: „Manz are comin down and always chat the same old crap.” Damit deutete er auf die Incredible Crew und zeigte ihnen sogleich den Mittelfinger. Kenzie lachte ins Mic, denn ihm gefiel wie es ablief.
Kenzie: „It gets heated, you know I'm in the process.” Sein Grinsen schwankte über zu Chris, der fortsetzte...
Chris: „Coz when we're goin back to back I'm just too complex.”
Kenzie: „You think you recognise my flow, woah, trust, you don't.”, spuckte er fast zu den anderen Jungs, doch er wollte nicht total unverschämt werden.
Chris: „Try and jack that flow blud, ha, you won't.” Er war mächtig stolz auf sich heute denn er wusste: so gut war er noch nie.
Kenzie: „Step up right now, you're gonna get diminished.” Wieder einen Schritt weiter vorne, näher bei den Incrediblers, winkte er zum Ausgang, was heißen sollte, dass sie abhauen sollen. Doch sie ließen sich nicht abschrecken.
Chris: „Nuff said, you're my Nemesis, that's you finished.” Lächelnd und schadenfroh ließ er die Arme in der Luft und alles applaudierte.
Kenzie: „You're unknown to me, I just hear people talk.” Seine linke Hand wanderte zu seinem Ohr, doch auch das beeindruckte die anderen nicht.
Chris: „Then I come analyze, take a little walk.” Seine Schritte führten zum Ausgang hin, seine Anspielung darauf, dass die Incredible Crew gehen solle, nahm gar kein Ende mehr.
Kenzie: „New lyric, especially for you.” Dieses “You” sprach er explosiv aus und gefährlich, aggressiv noch dazu. Lee und die anderen Beiden verzogen nur immer etwas ihre Münder, und ihre Augen strahlten kein Interesse aus.
Chris: „When I make a late appearance and I bowl straight through.”
Kenzie: „Hear your voice on the stage about to enter.”
Chris: „Sit down, reminisce for half an hour“
Kenzie: „Hear this, next man's my expectations“
Chris: „Hear this, Blazin c-compliation“ Dieses Mal ließ sich das Lee nicht gefallen und trat nach vorne, er brannte sie wirklich in den Untergrund der Hölle:
Lee: „As I step into the place, everybody impressed. Obsessed with the lyrics from my chest when I start to chat fast, that's the way I do best. When I start to rap everybody get vexed long, some manz dessed to like arrest . Try to protest, for the trust of complex - Krazy MC's conquest. Chattin to the North, South, East and West!” Als er die einzelnen Richtung aufzählte, deutete er jeweils dorthin und jeder jubelte auf, wenn er auf ihn deutete. Es war wirklich Hammer, wie sie auf die verschiedenen Crews reagierten. Chingford stand Kopf in dieser Zeit. Die letzten Laute waren so krass, dass die Blazers die Köpfe einzogen.
„Oh Shit mach das aus verdammt!“, schrie Kenzie und hielt sich die Hände auf die Ohren. Tommy und den anderen gefiel das, denn nun hatten sie den Triumph für einige Sekunden gefeiert. Chris, Ollie und Kenzie hielten sich noch immer die Ohren zu, bis sie das Kreischen der anderen hörten. Dann hatten sie wieder das Siegerlächeln im Gesicht, denn alle riefen „Blazin Squad, Blazin Squad, Blazin Squad!“


„Haha Jungs. WIR haben gewonnen!“, prahlte Sam und stellte sich stolz vor die Menge, die immer noch jubelte.
„Wir sind hier nicht bei Street Style. Trotzdem sind wir besser.“, motzte Marcel und schupste ihn von hinten. Sam drehte sich böse um und fing sich an mit ihm zu Schlägern. Die Jungs rannten gleich hin und stellten sich zwischen sie, hielten beide an den Armen zurück.
„Du bist doch nur neidisch!“, schrie Sam und wollte schon wieder auf ihn losgehen, doch wurde weiterhin zurückgehalten.
„Ach führ dich nicht so auf. Du bist nie der gefährlichste MC von uns gewesen, wie du dich so gern bezeichnet hast.“, hackte Marcel nun auf ihm herum. Sam war so wütend – wütend auf sich und die anderen 8 – dass er hätte heulen können, aber nicht hier, nicht hier vor den anderen. Tommy legte die nächste Scheibe auf und wollte gerade wieder anfangen, als man die Ketten des Eingangstores hören konnte. Jeder blickte zu ihr – Nikki! Sie stand dort, mit einem Minirock, einem etwas enger geschnittenen Pullover und ihren Air Force. Ihre Haare wurden vom Wind nach hinten geweht und darunter auch ihre Tränen. Langsam lief sie dann zu ihnen hin, schaute jedem einzelnen ins Gesicht, verzog jedoch keine Miene. Ihr Blick war stur, stramm und sehr ernst. Chris hatte ihr nun schon die Sachen gegeben, die Jay’s Grandpa diesen einen Abend brachte. Für Nikki hatte Jay die Kette reingelegt, die sie an ihm so liebte. Sie war eine dünne Panzerkette mit einem Kreuz daran. Bilder, Texte und das Buch, das er einst las und sie so gerne mochte, schickte er ihr. Niemand durfte bisher einen Blick in dieses Buch werfen, außer sie. Für Jay war dieses Buch heilig. Doch diesen Nachmittag hatte sich für Nikki die Welt geändert. Dieser Traum, den sie damals hatte schien ihr zu real um ein Traum zu sein. Sie trug dieses Buch immer mit sich, denn es bedeutete ihr verdammt viel. Nikki sagte kein einziges Wort zu ihnen, nicht mal ansatzweise. Sie starrte die Jungs einfach nur an und sprach mit ihren Augen Bände. Plötzlich jedoch erklangen wieder die Stimmen der anderen, die immer wieder „Blazin Squad“ und „Incredible Crew“ riefen. Sie wollten mehr von diesen zwei begabten Crews, doch so lange Nikki hier war, ging das nicht.
Noch ein paar Minuten schwieg sie, doch dann drehte sie sich um und verließ den Platz wieder. Jeder wunderte sich, warum sie eigentlich kam, aber das war momentan nur Nebensache. Schon gleich fing Tommy wieder an seinen Decks zu mischen und die Jungs machten sich bereit. Marcel stellte sich vor die Anderen und sah die Blazers gelangweilt an. Schon fing Tommy an mit der krassen Melodie was Marcel ein Grinsen ins Gesicht brachte.
Marcel: „In the beginning there were two decks and a microphone, in the end the Incredible Crew stood alone, we're the Eastends best kept secret, five men in our crew, TNT Xplosive bringing the tunes. We're busting standaer flows.” Sein selbstgefälliger Blick war hassend für die Blazers, doch das ließ ihn eiskalt. Noch bevor ein anderer Incredibler weitermachen konnte, sprang Chris mit einem Satz hervor und fing an:
Chris: „I'm blazin hot like the heat of the sun, no time to loose put the suppressor on the gun, make no mistake cos Melo-D is number one, don’t even wanna step me because the battle has been won, hype up the set 5, 4, 3, 2, 1, better brace yourself for the fight is to become, a battle of all dapa d's fighting for the right to be a garage MC.” Bei seinem “Melo-D is” zog er etwas an seinem Shirt um sich anzudeuten und dann kam dieses “number one” wo er seinen Zeigefinger streckte, somit war er wirklich “Number one”! Natürlich ließ die andere Crew das nicht auf sich sitzen und Mus rappte sich nach vorne.
Mus: „Stop, wait here I go, MC Sniper top of the show. Come step to me im a P-R-O, if you get rude, get peoples elbow. We're coming at ya with the standard flow, you've hit rock bottom, and then I bust the eyebrow. So step to me your get done, don't hesitate just bring it on.” Seine Nase berührte bereits Chris’ Haut, worauf Chris nur wieder lächelte, denn Mus war ein ganzes Stück kleiner als er. Trotzdem bewies Mus mit seinen Rhymes Größe, sonst wären die Incrediblers keine Konkurrenz für sie. Sogleich kam Marcel wieder einen Schritt nach vorne und zeigte ihnen, wo es lang ging.
Marcel: „Standard flow we alert the 5, 0, come with the lyric to make you go woh, come with the lyric to make you say, bo! Rocky B here if you didn't know, standard flow you see us at shows, Incredible Crew upon the radio, 3, 2, 1, and it’s lime to go, who's up next on the microphone?” Sein Gehüpfe von einem aufs andere Bein machte die Blazin Squads verrückt, aber die Incredible Crew fand es klasse, gerade weil es die Blazers so aufregte. Endlich nahm jetzt Stu das Sagen in die Hand und drehte sich einmal, und schon stand er vor den Gegnern.
Stu: „When I come through black suit, white shirt better quit the game, you aint gonna be the one with money to gain. Yo, throw your hands in the air if you wanna test this, ha, thats what I thought so I said you couldn't. And even if you could, you know you really shouldn't, I'll pull it over your eyes and over your face and Reepa’s surprise is what you can taste so don't be late, coz these cats tempt no fate, MCs wanna hate never wanna act bait, so fat, so never sound wack on this track, takin your boys, my crew be down for these cats.” Heute übertraf er sich selbst – genau wie Chris. Sie gaben einfach alles, denn dieses Battle war anders als andere. Es schien mehr besonders zu sein und eine größere Bedeutung zu haben. Die ganze Zeit stand er nah vor Kenzie und deutete ihn in den Boden, doch Kenzie mimte einfach immer wieder, dass es im sage und schreibe am Arsch vorbei ging. Er und Sam waren sonst total eng, doch nun änderte sich das schlagartig. Sam ging etwas in die Knie und lief so nach vorne, hatte das Mic an den Mund gehalten und reimte sich jetzt ebenfalls ganz weit nach oben.
Sam: „Cotched in the back of a blacked out car, with the rythem rolling upon the speaker. Chromed out alloys and a lower bumper, twin exhaust and a private number, Spike-e MC gets your hyper, you think I'm dark well I go deeper, think your quick well I’m just quicker, two spinning decks and a fat mixer, think you're bad well I’m just badder.” Mit diesem “Badder” drückte er Stu genau auf den Brustkorb, sodass es ihm für eine Zehntelsekunde schwer fiel, zu atmen. „Bare fake MCs and I can’t stand ya.” Sam deutete auf Ollie, der nun die Führung übernahm. Die Incrediblers kamen schon gar nicht mehr zum Zug, aber sie waren der festen Überzeugung, dass sie die Blazers mit diesem Song schlagen können.
Ollie: „Oi, it’s my story, how we done this robbery. So listen and listen good, coz Blazin are back in the hood, come across Spike better, better touch wood, you should know, step to Flava get wablo, make sure you don’t wreck Kenzie's show, he'll lick you up from your head to your toe he don’t care about 5,0 all they do is jack his flow. All they do is smoke hi-jo, MC Freek im a lyrical pro, 5, 4, 3, 2, 1 and 0 5, 4, 3, 2, 1 and 0, 5, 4, 3, 2, 1 and 0.” Dieses “O (0)” wiederholten sie dreimal und dann ging es auch schon weiter, mit einem Incredibler. Lee stemmte sich nach vorne, drückte seine Brust gegen die von Sam und pustete ihn ein Stück in den Boden, er war gut drauf heute – zumindest was das Rappen anging.
Lee: „This one's standard this one heavy this is a story all about me the one the Krazy, you know I’m heavy! cos when I’m on the mic I’m a lyrical G, I’m a raver, going further, getting louder.” “Louder” schrie er richtig ins Mic, sodass Sam fast einen Gehörsturz bekam. „For
the one tounge twister, Incredible will get ya hyper.” Das “r” in “Incredible” rollte er lange, bis es jeder mitbekam. Doch das klaute er von den Blazers, denn das taten einst sie. Kenzie war fertig. Diesen Song hatte er mal mit Jay geschrieben, dann verbündeten sie sich mit der Incredible Crew und schon sahen sie es als einen ihrer Songs an. Kenzie stieß sich nach vorne, rammte Lee an und stieß ihm dann seine Meinung in einem Rhyme gegen den Kopf.
Kenzie: „Back in the beginning it was me and Flava, the two best MCs inside your manor, enter the streets with your Dolce & Gabbana. Get the listening raver hy-pper cha hit em with the flash lighter, up middle finger we come and get ya. Enter my H and G selector when im spitting out my lyrics, spitting out my lyrics, pull by the trigger it’s another winner, my lyrical flow will just make you shiver!” Dies prallte hart an Lee ab, denn er wollte ihn eigentlich nieder machen, doch hier passierte es umgekehrt. Lee war kleiner als Kenzie – zumindest für diesen Moment. „ Kenzie MC with the lyrical thriller, westside I just stand and deliver zimm zimmer get up make you quiver cruising right behind you in my bim bimmer, joy riding police man under cover me and my crew we do it proper.” Tommy beendete hiermit den Song und alles jubelte wieder – natürlich über die Blazers. Keiner hätte gedacht, dass die Incrediblers heute leer ausgehen, doch Blazin Squad waren heute wirklich unschlagbar.
„Ihr habt geloost!“, band ihnen Kenzie schadenfroh auf die Nase, nachdem der Beifall etwas nachließ. Lee zog wütend und genervt seine Augenbraue nach oben und drehte sich schnäpfig weg.
„Das war heute bei euch doch nur Glück. Das nächste Mal gewinnen wir!“ Natürlich gönnte Mus ihnen den „Sieg“ nicht, somit war auch klar, dass es jetzt deswegen erneuten Krieg geben würde.

Auf diesen Schlag verschwanden die Incrediblers natürlich sofort und arbeiteten gleich an neuen Tracks. Die Blazers hingegen feierten noch ihren „Erfolg“ mit der gesamten Menge, die auch noch blieb. Chris nahm seine Flasche und trank erstmal riesige Schlücke, da sein Mund schon total trocken war. Sein Handtuch lag im Genick und er hob den Kopf, doch als er dieses Mädchen sah, starrte er nur noch. Er kannte sie, doch er hatte keine Ahnung woher. Eine ganze Zeit lang sah er sie an, bis sie dann ebenfalls zu ihm sah. Ihr verschmitzes Lächeln gefiel ihm, somit hatte er keine Bange davor, zu ihr hinzugehen.
„Hey...“, lachte er etwas schüchtern.
„Hey Chris...“, antwortete sie selbstsicher. Kurz war er etwas verwirrt...Woher kannte sie seinen Namen? „Du kennst mich nicht mehr hm?“ Oh je...was hatte er nun wieder vergessen? Oder besser gefragt: WEN hatte er nun wieder vergessen?? Er rieb sich am Hinterkopf und nahm die Cappy kurz ab.
„Ich bin’s Chris, Sara.“, fügte sie dann noch hinzu. Nun qualmte der Kopf vor Gedanken und plötzlich standen im die Tränen in den Augen.
„Sara...“, wiederholte er und nahm sie in den Arm, drückte sie ganz fest an sich. „Oh mein Gott ich hab dich so vermisst.“
„Ich hab dich auch vermisst Chris.“, lächelte sie etwas und freute sich, wieder hier zu sein.
„Wo warst du die ganze Zeit? Ich meine...Oh mein Gott du siehst toll aus.“ Er überschlug sich fast vor tausend Gedanken und Dingen, die er ihr sagen wollte. Er und Sara waren schon zusammen im Kindergarten und waren so etwas wie die besten Freunde, doch dann zog sie mit ihren Eltern nach Manchester und sah ihn fast gar nicht mehr.
„Nur die Ruhe Süßer.“, grinste sie und strich ihm über die Wange. „Ich hab das mit Jay gehört. Es tut mir wirklich leid Chris.“ Seine Augen traten wieder in eine Welt, die weit weg von hier war. Er hatte es natürlich noch nicht verkraftet und spielte seine Launen jedem vor.
„Hmm.“, stieß er nur aus sich heraus, denn mehr konnte er nicht sagen. Sein Atem stockte fast schon wieder als er an ihn dachte...sein bester Freund einfach so weg. Für ihn war das – selbst nach einem Monat – noch unerklärlich. Erneut nahm sie ihn in den Arm.
„Hey Jungs kommt doch mal her!“, rief er zu den restlichen Blazers und winkte ihnen zu, dass sie sofort herkamen. „Darf ich vorstellen, das ist Sara...“, grinste er. Die Jungs tickten völlig aus, denn natürlich kannten sie Sara. Sie sprangen auf und ab, nahmen sie in den Arm, gaben ihr Küsschen und fragten sie tausend Dinge auf einmal. Sara schmeichelte das, denn sie vermisste die Jungs sehr. Doch die Freude hielt nicht lange an, da Baby plötzlich auf den Platz gerannt kam und ihre Tränen verrieten, dass etwas geschehen ist.
„Baby, was ist los? Warum weinst du?“, fragte Kenzie hektisch und hielt sie an ihren Armen.
„Nikki...sie...das Auto...helft ihr doch!“, stotterte sie unter Tränen und alles war klar: Nikki muss etwas passiert sein! Die Jungs rannten sofort los, doch Chris haute nicht einfach ab, sondern nahm Sara bei der Hand und zog sie mit sich.
Am Ort des Vergehens sah man Nikki auf der nassen Straße liegen, blutüberströmt und zusammengekrümmt vor Schmerz. Geradewegs zu ihr kniete sich Kenzie neben sie und schüttelte sie etwas.
„Nikki, wach auf. Bitte...“, hatte er Tränen in den Augen. Doch bevor auch nur irgendeiner was tun konnte, kam schon die Incredible Crew. Lee stieß Kenzie von ihr und kniete sich nach unten.
„Nikki...mein Gott, was habt ihr mit ihr gemacht?“, fragte er böse und sah die Blazers an.
„Jetzt mal ganz ruhig Alter. Wir haben gar nichts gemacht. Baby hat uns gerade hierher geholt.“, funkte Ollie ein und beschützte die Jungs.
„Natürlich...hat jemand schon einen Krankenwagen gerufen?“ Kaum hatte dies Lee ausgesprochen hörte man schon die Sirenen und der Krankenwagen kam. Der Helfer legte Nikki in den Wagen und Lee durfte mit einsteigen, doch die anderen musste irgendwie anders nachkommen.
„Natürlich war es eure Schuld.“, fauchte Marcel böse. „Hätte sie sich nicht in einen eurer Crew verliebt, wäre es nie so weit gekommen!“ Das ging zu weit! Kenzie ging auf ihn los und schlug mit seiner geballten Faust inmitten seines Gesichtes. Wieder fing eine Prügelei zwischen den Crews an. Stu hielt Marcel an den Armen zurück und Sam Kenzie.
„Das ging zu weit, das muss selbst ich zugeben.“, pfiff Stu genervt und warnte Marcel: „Nochmal so einen Spruch und du kriegst von mir eine geknallt, verstanden?“ Entsetzte sah er ihm in die Augen und verstand nun gar nichts mehr.
„Auf wessen Seite bist du Stu?“, fragte er empört.
„Meinst du etwa, Jay wollte sterben? Er kann auch nichts dafür, es hätte genauso gut mir passieren können!“, schrie er ihn an. Kenzie war etwas verwirrt und außerdem hatte er Kopfweh, durch den Schlag von Marcel.
Baby sah die Jungs nur enttäuscht an.
„Wie könnt ihr euch jetzt Schlägern und Streiten? Habt ihr auch so etwas wie ein Gewissen, oder Verstand?“, fragte sie weinend. Die Jungs sahen traurig zu Boden und wussten nicht was zu antworten.
„Habt ihr so was wie ein Herz? Seht euch an...Ihr wart mal die besten Freunde und jetzt? Jetzt seit ihr nur noch ein Haufen voller Idioten die nicht wissen, wie wichtig es ist, seine Freunde zu haben. Ihr habt einen von euch verloren und jetzt dieser Scheiß hier. Ich würde mich an eurer Stelle nicht mehr im Spiegel ansehen können.“ Somit ließ sie die Jungs stehen und lief zu ihrem Wagen, um nun zu Nikki ins Krankenhaus zu fahren. Wütende Blicke trafen sich mit denen, der Jungs. Doch sie zögerten keine weitere Minute und liefen zur Bushaltestelle, denn sie müssten sofort wissen, wie es ihr geht und was überhaupt passierte.

Als die Jungs dann im Krankenhaus ankamen, liefen sie natürlich getrennt rein.
„Guten Abend. Könnten Sie mir sagen, wo Ms Bailey ist? Sie wurde vor einigen Minuten hier eingeliefert.“, erklärte Stu und zappelte die ganze Zeit herum.
„Sie ist gerade im OP. Warten Sie bitte dort.“ Sie deutete auf die Stühle, wo schon Baby platz nahm. Ihre Beine zitterten vor Angst und sie kaute die ganze Zeit auf ihren Nägeln herum. Die Jungs liefen zu ihr und Kenzie setzte sich erstmal neben sie und nahm sie in den Arm.
„Alles wird gut Kleines. Ihr wird’s sicher bald besser gehen.“, versuchte er sie zu beruhigen. Sie nickte nur unverständlich und wischte sich die nächsten Tränen aus dem Gesicht.
Plötzlich öffneten sich Türen und Lee stand da. Er konnte gar nicht glauben, wen er zu sehen bekam.
„Was wollt ihr Blazers hier?“, fragte er lauthals. Kenzie schüttelte enttäuscht seinen Kopf und sagte einfach gar nichts. „Hast du meine Frage nicht verstanden? Soll ich sie für dich Idioten wiederholen?“
„Jetzt halt mal die Luft an Lee.“, bat Sam nicht gerade freundlich.
„Sag du mir nicht was ich zu tun habe!“, schrie er ihn an.
„Dann halt doch dein Maul. Es geht hier um Nikki...etwas mehr Verständnis wäre nett Lee.“, schrie Sam zurück. Sie waren schon wieder kurz davor, sich gegenseitig zu verprügeln, doch bevor es überhaupt so weit kam, schritt die Oberschwester ein.
„Jetzt mal ganz ruhig Jungs. Schreit euch bitte draußen an. Das hier ist ein Krankenhaus.“ Sie drohte ihnen mit ihrem Zeigefinger und setzte sich dann zurück hinter die Rezeption.

Böse Blicke der beiden kreuzten sich, doch keiner sagte mehr ein Wort, sondern sie warteten, bis der Arzt endlich rauskam. Alle sprangen auf und sahen ihn erwartungsvoll an, doch sein Blick war nicht sehr überzeugend.
„Was ist mit ihr?“, fragte Lee aufgeregt.
„Sind Sie der Bruder?“, wollte der Arzt erst wissen.
„Ja...“ Er sah die anderen alle an.
„Okay. Stört es Sie wenn die anderen das auch hören?“
„Nein...“, flüsterte er enttäuscht und war kurz davor auszuflippen, denn er wollte endlich wissen, was mit seiner Schwester ist.
„Nun gut. Ms Bailey hat schwere innere Blutungen und Verletzungen. Doch soweit ist sie über dem Berg. Und dem Baby geht es auch gut.“ SCHOCK!! Was hatte er da eben gesagt? BABY?? Lee sah ihn entgeistert an.
„Baby??“, fragte er erneut.
„Ja, Ihre Schwester ist schwanger. Wussten Sie das nicht?“, stellte der Arzt fest. Wow, das war ein harter Schlag. Stu wurde schon richtig blass im Gesicht und zitterte. Seine Augen starrten ins Leere. Alle drehten sich zu Stu und am liebsten hätte Lee ihm eine gescheuert, doch das brachte nun auch nichts.
„Das...kann nicht sein.“, stieß es aus ihm. „Wir haben...verhütet.“
„Sie ist bereits in der 9 Woche.“, klärte der Arzt dann noch auf. Stu fing an zurückzurechnen und...ja, da hatten sie das erste Mal miteinander geschlafen. Ihm war plötzlich total anders und darum lief er erstmal nach draußen. Er lief ein Stück in den nahegelegenen Park und setzte sich dort kurz auf die Bank. Die kalte Abendluft wehte ihm an den Ohren vorbei und sein warmer Atem verschmolz richtig in der Kälte. Er war nun kurz davor ein Daddy zu werden...ein kleines Wesen zu erziehen und es zu lieben. Zu hören wie es das erste mal nach ihm ruft und ihm sagt, dass es ihn liebt. Eigentlich war es ein wundervoller Gedanke, aber ein Baby in diesem jungen Alter zu haben war kein Zuckerschlecken. Vor allem: Sie gingen beide noch zur Schule, was das Ganze noch schwerer machte. Nach einiger Zeit kam Tommy zu ihm rausgerannt und setzte sich gleich neben ihn.
„Hey Stu. Alles klar mit dir Alter?“
„Hmm, klar.“, antwortete er nur knapp.
„Komm schon, das schaffst du schon. Wir helfen dir alle.“, baute er Stu auf. Dieser nickte nur, denn er war einfach zu kaputt um nun ein Laut von sich zu geben.
„Wow...ein Baby.“, sagte er nach einigen Minuten, in denen sie dem Wind lauschten.
„Ja, ein süßer kleiner Stu.“, grinste Tommy und kniff ihm in die Wange. Das war das erste mal, dass Stu wieder lachte.
„Oder eine süße kleine Nikki...“, fügte er noch hinzu worauf Tommy grinsend nickte. „Sie wird das doch schaffen oder?“
„Natürlich. Sie will nicht, dass du noch mehr leidest. Sie liebt dich Stu.“ Dieser Satz verfolgte ihn schon seit Monaten, denn sie litt wirklich unter Jay’s Tod. „Sie liebt dich wirklich.“
„Hmm.“, nickte Stuart und stand auf. „Wir sollten wieder rein gehen.“
„Gute Idee Bro.“ Tommy nahm ihn in den Arm und flüsterte ihm noch etwas Mut zu und schon machten sie sich zurück auf den Weg.
Wieder im Krankenhaus liefen die Restlichen immer noch hin und her, auf und ab. Zitterten und waren nervös.
„Da bist du ja wieder.“, kam Lee auf ihn zu und nahm ihn in den Arm. „Das wird schon Stu. Keine Sorge.“ Es war schön zu wissen, dass alle für ihn da waren, vor allem in dieser Situation. Nun kam die Schwester aus dem Zimmer.
„Einige von euch können jetzt rein. Am besten erstmal ihr Bruder, der Vater ihres Kindes und...sie hat nach Baby gefragt.“ Sogleich rannte Baby in ihr Zimmer, Stu und Lee liefen langsam nach. Als sie das Zimmer betraten, lief es ihnen eiskalt den Rücken hinunter: Ihr Gesicht war total blass, ihre Lippen nicht mehr so schön rot wie zuvor und völlig trocken. Tausend Kratzer bedeckten ihren Kopf und ihre Augen konnte sie kaum noch aufschlagen. Baby saß bereits neben ihr und hielt ihre Hand.
„Nikki...“, weinte Lee und setzte sich zu ihr ans Bett. „Was ist nur passiert?“ Nikki drehte ihren Kopf langsam in seine Richtung und starrte durch ihre müden Augen.
„Lee“, flüsterte sie und griff nach seiner Hand.
„Was ist passiert Nick? Was ist mit dir passiert?“, fragte er erneut.
„Ich...bin spazieren gegangen und...dann war da dieses...Auto. Es war so...so schnell Lee...“, erzählte sie leise und müde.
„Es hat dich also überfahren?“ Ihr Nicken reichte. „Und ist dann abgehauen und hat dich liegen gelassen?“ Wieder nickte sie nur. Stu stand nur vor ihrem Bett und betrachte das Mädchen, dass er über alles liebte. Doch er konnte gar nicht glauben, wie entstellt sie aussah. Sie tat ihm verdammt leid und er wünschte, er könnte etwas für sie tun, doch das ging im Moment nicht. Binnen von Minuten entschloss Lee, das Zimmer zu verlassen. Er nahm Baby bei der Hand und klopfte Stu auf die Schulter. Somit waren Stu und Nikki allein. Vorsichtig lief er auf den Stuhl zu, der neben ihrem Bett stand und setzte sich nieder. Seine Hände glitten über ihr schmerzhaftes Gesicht und legten sich dann auf ihren ab.
„Wie geht es dir Babe?“, fragte er leise.
„Mir ging’s schon mal besser.“, grinste sie etwas. Obwohl ihr so etwas schrecklich passierte, konnte sie noch lächeln. „Hast du es...schon...gehört?“, stotterte sie etwas.
„Ja...ja ich hab davon schon gehört.“, nickte er etwas. „Wir schaffen das. Ich lass dich nicht alleine.“
„Ein Baby...“, grinste sie etwas und streichelte sich über den Bauch. Doch kurz darauf änderte sich ihre Miene. „Ich bin doch noch viel zu jung...“

Stu nahm sie in den Arm und tröstete sie etwas. Er wollte nicht wissen, wie sie sich fühlte, denn er fühlte sich schon beschissen, dann ging es ihr sicher noch mieser.
„Hey das ist...unser Baby...eine kleine Nikki...“, erzählte er ihr.
„Oder eben noch so einer wie du.“, grinste sie etwas unter ihren Tränen und grinste leicht.
„Ach, ist das ein Lächeln?“ Er legte seinen Zeigefinger leicht auf ihre Lippen und sie schmunzelte nur etwas, schüttelte dann den Kopf.
„Doch, das war ein Lächeln!“, wiederholte er lachend.
„Nein.“, protestierte sie.
„Doch war es.“, lachte er wieder. Nikki dachte nicht länger nach und legte ihre Zunge auf seinen Lippen ab. Für einige Sekunden stoppte er das Atmen, doch dann fingen sie an sich richtig zärtlich zu küssen. Natürlich kamen Zungenspiele nicht zu kurz, aber der Kuss hatte so viel Leidenschaft und Liebe in sich, dass sie es beide nicht für möglich hielten.
Nach diesem langen Kuss sahen sie sich noch lange an und wurden einander wieder vertrauter.
„Ich liebe dich Nick.“ Plötzlich hatte er diesen Drang ihr das zu sagen, auch wenn er wusste, sie würde es vielleicht nicht erwidern. Leicht senkte sie ihren Kopf und wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Fühlte sie denn Liebe für ihn? Oder war es einfach nur der Drang ihn zu haben, weil er diese tolle Persönlichkeit war?
„Danke.“, erwiderte sie nur und legte ihre Arme um ihn. Natürlich hoffte er, dass noch etwas kommt, aber er war zufrieden damit. Noch einige Zeit saßen sie so da, doch plötzlich bekam Nikki wieder unerträgliche Schmerzen im Magenbereich. Stu sprang auf, rief den Arzt der auch sofort kam. Er bat ihn, den Raum in der Zeit zu verlassen, da es volle Konzentration geben musste. Stu lief langsam und rückwärts aus dem Raum und knallte gegen Lee, der schon wieder nervös war.
„Was ist mit ihr?“
„Sie hat schmerzen.“, antwortete er nur knapp. Lee war fertig mit den Nerven.
„Oh mist. Ich hab Mum noch gar nicht angerufen.“ Schnell rannte er zum nächsten Telefon und rief die Eltern der Beiden an, die sich sofort auf den Weg machten.
„Mir ist etwas schlecht. Ich geh ein Stück ja?“, folgte Sara’s Antwort im Nu.
„Soll ich mit?“, fragte Chris besorgt. Er wäre natürlich hier geblieben, doch er konnte Sara nicht einfach so stehen lassen.
„Nein bleib du hier...sie brauchen dich.“ Kurz blickte er umher und sah, dass er nichts tun konnte.
„Ich begleite dich. Am Besten ich bring dich gleich nach Hause.“, fügte er hinzu und lief mit ihr zum Aufzug, der auch schon gleich kam.

Einige Minuten später kamen dann die Eltern von Lee und Nikki.
„Was ist passiert Lee? Wie geht es ihr?“, überhäuften sie ihn mit Fragen.
„Ich...weiß es nicht.“, klärte er auf. Dann sahen sie zu Baby, die ihnen alles erklärte. Es war ein Kampf für sie, die Tränen unter Beschuss zu halten, doch es musste sein. Nikki brauchte kein Mitleid, sondern aufbauende Worte.
„Mum?“, flüsterte Lee dann etwas. Sie sah zu ihm. „Nikki...sie erwartet ein Baby.“
„Was?“, fragte sie entsetzt und sah Stu an.
„Es tut mir leid. Das war doch keine Absicht.“, sagte er mit weinerlicher Stimme.
„Habt ihr nicht verhütet?“, stockte es ihr der Atem.
„Doch...“, stöhnte er nur etwas.
„Jetzt mach ihn nicht dafür verantwortlich. Das Kondom war wohl einfach nicht dicht.“, versuchte er Stu zu beschützen. Seine Mum sah nach unten und dann in Stu’s Gesicht.
„Tut mir leid, ich bin nur so geschafft wegen Nikki.“, entschuldigte sie sich dann.
„Sie müssen sich nicht entschuldigen.“
„Geht doch nach Hause Jungs. Das hier kann sicher noch etwas dauern und morgen ist Schule.“, fügte Lee’s Dad hinzu.
„Wir können jetzt nicht einfach gehen.“, klagte Marcel mürrisch.
„Ihr solltet aber. Eure Eltern machen sich sicher auch schon sorgen. Es ist schließlich schon halb eins.“ Plötzlich hatte jeder ein entgeistertes Gesicht.
„Wir sollten wirklich gehen.“, meinte Sam. „Ich komm morgen wieder. Bis dann.“ Somit lief er schon Richtung Treppen, bis sich auch die anderen verabschiedeten, doch nur die Blazers liefen die Stufen, die restlichen Incredibler fuhren mit dem Aufzug.
Jedoch kamen sie zur gleichen Zeit am Ausgang an und standen sich wieder mal gegenüber.
„Es ist nach wie vor eure Schuld.“, schritt Marcel’s ein.
„Ist es nicht. Wir können doch auch nichts dafür.“, protestierte Ollie und schüttelte leicht mit dem Kopf.
„Hätte sie sich damals nicht in Jay verknallt wäre es doch nie so weit gekommen.“, fügte Mus wütend hinzu.
„Sie kann doch auch nichts für ihre Gefühle. Es läuft eben nicht alles so wie man es sich wünscht.“, sagte Stu und lief einfach davon.
„Das habt ihr ja wieder super hingekriegt. Ihr vergrault sogar eure eigenen Incredibler. Ich würde mich echt beschissen fühlen.“, zischte Kenzie und lief mit Sam und Ollie aus dem Krankenhaus. Auch Marcel, Tommy und Mus liefen sogleich weiter, um Stu noch einzuholen, doch sie fanden ihn nicht. Natürlich ließ sich Tommy nicht unterkriegen und suchte noch etwas, doch auch er fand ihn nicht. Er versuchte millionenmal ihn auf dem Handy zu erreichen, doch nach einiger Zeit gab wohl der Akku den Geist auf.


Zur gleichen Zeit bei Sara und Chris...

Sie liefen die nassen Straßen entlang und sagten vorerst kein Wort, doch als sie sich beide entschlossen, etwas zu sagen, vermischten sich ihre Sätze und sie lachten erstmal. Chris hatte seine Hände in den Hosentaschen und seine Cappy wieder so schief auf – wie immer eben. Sie hingegen trug eine Jeans und eine knappe Jacke, die ihre schöne Figur gut betonte. Ihre Hände waren in ihren Jackentaschen vergraben und sie lächelte nur hin und wieder zu ihm rüber.
„Fang du an.“, meinte er entschlossen.
„Nein, rede du zuerst.“, schenkte sie ihm ein süßes Lächeln.
„Lady’s First!“, grinste er dann jedoch und deutete auf sie.
„Okay.“, schweifte ihr ein Lachen übers Gesicht und sie atmete nochmal tief durch. „Ich freu mich wirklich dich wieder zu sehen Chris.“
„Ich wollte das Gleiche sagen. Du hast dich wirklich total verändert – aber natürlich nur zum Positiven hin. Du siehst echt toll aus.“, schmeichelte er ihr.
„Danke. Du auch Chris.“ Beide verfielen dem Reflex Lachen. „Aber es hat sich auch so viel hier verändert. Ich erkenne Chingford kaum wieder.“
„Ja, es hat sich wirklich sehr viel anders entwickelt als wir es wollten. Wie du siehst sind, nachdem Jay...von uns...du weißt schon, die Crews wieder ihre getrennten Wege gegangen. Wir liefern uns nun schon fast täglich Battles.“, seufzte er etwas enttäuscht von sich selbst.
„Warum tut ihr das? Meinst du, Jay wollte das?“, fragte sie neugierig und wollte, dass er ihr in die Augen sieht, doch er wich ab.
„Nein...ich denke nicht dass Jay das wollte...aber sie geben uns die Schuld dafür, seiner eigenen Crew.“, standen ihm die Tränen in den Augen. Er war eigentlich gar nicht so ein sensibler Mensch, sondern es tat einfach nur höllisch weh zu wissen, dass ein Teil von dir nie wieder zurück kommen würde.
„Mensch Chris ihr seid nicht Incredible Crew und Blazin Squad, sondern ihr seid Freunde. Ihr seit keine zwei verschiedenen Crews, sondern eine. Ihr seit doch einander so vertraut, warum habt ihr es kaputt gehen lassen?“ Ihre Augen sprachen ein Band: Vorwurf.
„Ich weiß es nicht.“ Dies war der letzte Satz, den sie auf dem Nachhauseweg wechselten.
An ihrer Tür angekommen stellten sie sich voreinander und sahen sich kurz an.
„Okay, dann sehen wir uns hoffentlich bald wieder. Meine Nummer hast du ja noch.“, flüsterte Chris etwas.
„Ja, hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Ich denke ich werde dich in den nächsten Tagen anrufen, aber zuerst muss ich mich hier in das neue Chingford einleben. Vielleicht kannst du mir ja etwas helfen.“
„Ich helfe dir mit allem was in meiner Macht steht.“, grinste er unehrlich, doch er gab sein Bestes.
„Dann hab ne schöne Nacht Chris. Bis bald.“ Sie schloss die Türe auf und ließ ihn einfach stehen. Er hoffte zumindest auf einen Kuss, doch nichts. Enttäuscht und verärgert lehnte er sich gegen die Wand und griff sich durch die Haare, wobei seine Cappy auf den Boden fiel. Langsam bückte er sich, hob sie auf und lief wieder aus dem Vorgarten raus, doch bevor er über die Straße laufen konnte drehte ihn jemand an der Schulter um, küsste ihn und war schon wieder verschwunden. Er drehte sich noch kurz um und sah, wie Sara die Haustüre wieder schloss. Nun fühlte er sich etwas besser, war jedoch immer noch total verwirrt. Mit kleinen, verzweifelten Schritten lief er nach Hause. Ihm kam es vor als würde jeder Schritt nach vorne zwei zurück in die Vergangenheit ausüben. Er fühlte sich nicht wohl, er fühlte sich nicht wohl mit sich und in seiner Haut. Am liebsten wäre er unter die Dusche und hätte diese sich von der Haut gerieben, doch seine Haut gehörte zu ihm, genau wie Jay.
Als er dann bei sich ankam schloss er die Türe auf und lief rein, wo seine Mum noch wartete.
„Chris, wo warst du?“, fragte sie besorgt.
„Tut mir leid. Ich war im Krankenhaus bei Nikki, sie hatte einen Unfall. Und dann hab ich Sara wieder getroffen und sie eben nach Hause gebracht.“, erzählte er fast in einem Atemzug.
„Hoffentlich geht es Nikki bald besser. Und Sara ist wieder hier?“
„Hmm.“, nickte er nur und lief dann ganz langsam noch oben in sein Zimmer. „Nacht Mum.“, rief er dann noch, bevor er seine Tür schloss.

Im Krankenhaus...

Nachdem der Arzt bei Nikki war, ging es ihr wieder besser. Er gab ihr ein starkes Schmerzmittel, doch eines, dass dem Baby nicht schaden würde.
„Sie können jetzt zu ihr.“, meinte der Arzt zu ihren Eltern, worauf diese sogleich ins Zimmer kamen.
„Nikki mein Schatz...“, stöhnte die Mutter aufgeregt und lief schnell zu ihr hin. „Wie geht es dir?“
„Danke, es geht schon wieder.“, erklärte sie und streichelte etwas über ihren Bauch.
„Ich hab schon gehört. Willst du...es behalten?“
„Natürlich. Es wird zwar nicht einfach...“, ihr Blick wurde erst und traurig. Natürlich hätte sie es lieber abgetrieben, doch es war ein Teil von ihr und Stu, das konnte sie nicht so einfach hinwerfen.
„Jetzt mach dir darüber keine Gedanken. Warten wir erstmal, bis du wieder aus dem Krankenhaus kannst.“, sagte ihr Dad beschützend und strich ihr über die Wange.
„Er meinte ich könne schon bald wieder gehen.“, kam es erleichtert aus ihr heraus.
„Das freut mich zu hören. Wir lassen dich jetzt besser etwas alleine. Wir kommen dann morgen wieder zu dir ja?“
„Okay. Danke, dass ihr gekommen seit.“, nickte sie etwas, worauf die Eltern schon gingen.
Nun war sie alleine in ihrem Zimmer. Immer wieder strich sie sich über den Bauch, doch plötzlich fing sie an darauf einzuschlagen und verbittert zu weinen.
„Geh weg, ich will dich nicht. Geh weg!“, rief sie immer wieder, womit sie das Baby meinte. Letztendlich kam eine Schwester rein und versuchte sie etwas zu beruhigen, was ihr binnen von Sekunden gelang.
„Ganz ruhig Ms Bailey. Das schaffen Sie schon.“, grinste sie noch etwas und wollte gerade aus der Türe laufen, doch da kam der Arzt nochmal.
„Wie geht es Ihnen?“, fragte er fürsorglich.
„Na ja, geht.“, antwortete sie nur und drehte ihren Kopf von ihm. „Wann darf ich gehen?“
„Ich denke ich kann Sie etwa in drei oder vier Tagen entlassen. Aber Sie müssen auch selbst der Genesung helfen.“
„Hmm okay. Werde ich.“, nickte sie einstimmend, worauf der Arzt lächelnd ging. Vorsichtig drehte sie sich auf die Seite – mit dem Rücken zur Tür – und dachte über ihr Leben nach. Sie konnte gar nicht glauben, wie viel in letzter Zeit falsch lief. Warum meinte das Schicksal es nicht gut mit ihr? Warum spielte es ihr immer wieder Streiche und ließ sie so leiden? Weinend fiel sie dann in das Land der Träume, wo ihr Leben noch toll war.
Sie hörte das Knarren der Türe und spürte sobald eine warme Hand auf ihrer Wange. Leise drehte sie sich um, ließ die Augen jedoch geschlossen.
„Jay...“, flüsterte sie.
„Ich bin hier Baby.“, erwiderte er und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen.
„Wo warst du?“, fragte sie.
„Das ist nicht wichtig.“ Gerade wollte sie die Augen öffnen, erhellte grelles Licht. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen, wer da eben in ihr Zimmer kam. Es war eine Schwester die nur mal nach dem Rechten sehen wollte und wie sie merkte, war alles okay.
„Ihnen geht es gut?“, fragte sie nochmals, um sicher zu gehen.
„Ja danke. Mir geht es den Umständen entsprechend gut.“
„Okay, tut mir leid für die Störung. Schlafen Sie gut.“ Und schon verschwand sie wieder. War das etwa schon wieder ein Traum? Hatte sie immer wieder die gleichen Träume? Das kann es doch gar nicht geben...so was gibt es doch nicht. Weinend drehte sie sich wieder um, doch dann hörte sie, dass etwas von ihrem Bett fiel. Erneut drehte sie sich auf die rechte Seite und bückte sich etwas vom Bett wo sie ein Kettchen aufhob und es sich genauer ansah. Nach einiger Zeit wusste sie, woher sie es kannte: Jay! Es war das Kettchen, dass sie ihm mal schenkte, zu Weihnachten. Er nahm es nie ab, nicht mal beim Duschen oder Sport. Es bedeutete ihm so verdammt viel...Wie kam es denn jetzt hierher? War er doch bei ihr? Aber wie sollte das gehen? Er war doch tot...? Tausend Fragen sammelten sich in ihrem Kopf, was ihr Schmerzen bereitete. Weinend schlief sie dann wieder ein und flüchtete in ihr Land der Träume.

Stu lief weiterhin irgendwo in Chingford herum. Er wollte nicht nach Hause, nicht ins Krankenhaus. Um ehrlich zu sein wünschte er sich in diesem Moment da zu sein, wo Jay war. Er hielt das alles nicht mehr aus, es war zu viel für ihn. Verzweifelt lief er zur Hütte, wo er sich sonst mit den Jungs immer traf und betrachtete es für einige Sekunden genauer. Sie ritzten überall etwas rein. Dinge wie „Friends 4 life“, „I’ll b there 4 u!“, „Love u“ und „In the beginning...“ standen dort. Doch es waren noch so viele mehr. Doch plötzlich, als er diese ganzen Dinge las, fiel ihm etwas auf, dass er vorher noch nicht gesehen hatte. Vielleicht achtete er auch noch nie wirklich darauf, doch es schien noch ganz neu zu sein. Also sah es wohl so aus, als würden andere hier auch reinritzen. Stu hatte ne Menge Wut in sich, doch dann erst las er, was dort stand: „Always b there.“ Wer sollte denn so etwas für sie hinschreiben? Völlig perplex lief er Richtung nach Hause und zerbrach sich den Kopf darüber.
Er legte sich in sein Bett, hatte die eine Hand auf dem Bauch gelegt und die andere unter seinem Kopf. Seine Augen waren auf die weiße Decke gerichtet und er sah immer wieder die Bilder von Nikki und Jay. Es ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Er hatte unendlich viel angst sie zu verlieren, aber er hoffte, dass er es schafft, dass es nicht so weit kommt.


„Stu, steh auf, die Schule fängt gleich an!“, rief seine Mum von unten in sein Zimmer, worauf er noch sehr müde die Augen öffnete. Er griff zuerst nach seinem Wecker und erkannte dort, dass es bereits halb neun war. Er sprang aus dem Bett und ihm wurde verdammt schwindelig. Er setzte sich wieder auf sein Bett, wartete einige Minuten bis sich der Schwindelanfall wieder legte. Um ehrlich zu sein hatte er gar keine Lust auf Schule, er wollte gleich zu Nikki. Zuerst nahm ging er in die Dusche und ließ sich dort etliche Zeit, wobei seine Mum gar nicht begeistert war. Er fehlte nun schon knapp eine Woche.
„Stu, bitte beeil dich etwas.“
„Ich will nicht in die Schule Mum. Ich geh dann erstmal zu Nikki.“, protestierte er aus dem Bad heraus.
„Du fehlst nun schon knapp eine Woche. Du musst noch zur Schule.“, erklärte sie etwas verärgert. Plötzlich öffnete er mit einer Hektik die Türe und sah sie enttäuscht an.
„Hier geht es um meine Familie.“ Seine Mum verstand nicht ganz. Seine Familie waren doch sie?
„Was meinst du damit, mein Sohn?“
„Ich werde Daddy.“, erzählte er frei raus, was seine Mum schockte.
„Wie...was?“, stotterte sie entblößt. „Du...wirst...ihr…erwartet ein…Baby?”
„Ja...“, erwiderte er nur und lief zurück in sein Zimmer. Er schnappte sich seine Lieblingsjeans, zog einfach ein weißes Oberteil an und griff nach seinem Handy + Jacke.
„Ich bin irgendwann wieder zurück.“ Das war sein letzter Satz bevor er seine Mum wieder einfach nur stehen ließ. An der Bushaltestelle musste er noch einige Zeit warten. Plötzlich jedoch stieß Kenzie zu ihm. Er setzte sich neben Stu, sah ihn jedoch nicht an.
„Morgen Kenzie.“, meinte Stu jedoch freundlich.
„Morgen.“, antwortete er.
„Gehst du zu Nikki?“, wollte er dann wissen. Kenzie nickte nur. „Okay, dann...sehen wir uns ja jetzt wohl noch einige Zeit.“ Kenzie reagierte gar nicht wirklich darauf, obwohl er jetzt gerne einfach wieder „Kenzie – der Kumpel von Stu“ wäre, aber das verstieß gegen die Regeln.
Als der Bus dann endlich kam stiegen die beiden ein und setzten sich ganz nach hinten. Kein einziges Wort wechselten sie, aber beide fühlten sich gleich mies. Es lag wohl einfach daran, dass es Nikki so schlecht ging und sie vermissten alle noch immer Jay.
Endlich hielt der Bus dann am Krankenhaus. Beide stiegen auf und liefen sogar nebeneinander ins Gebäude, bis zu Nikki’s Zimmer.
„Geh du zuerst rein, ich werde länger brauchen.“, ließ Stu Kenzie den Vorrang. Kenzie sah ihn danken an, nickte etwas und verschwand dann hinter der geschlossenen Tür.
„Hey Süße.“, lächelte er sie etwas an.
„Hey Kenzie. Schön das du hier bist.“ Sie wurde mit einem Küsschen begrüßt und er setzte sich neben sie ans Bett.
„Wie geht es dir Nikki?“, fragte er sehr besorgt.
„Danke, mir geht’s schon besser als gestern.“ Ein leichtes Grinsend fuhr ihr übers Gesicht. Das Kettchen, dass sie heute Nacht auf dem Boden, neben ihrem Bett gefunden hatte, hielt sie noch immer in der Hand. Sie wusste nicht so recht, ob sie Kenzie davon erzählen sollte, denn es ging schließlich um „einen von ihnen“.
- „Nein, nein Nikki, sag es ihm nicht.“ – dachte sie sich und verdrängte den gesamten Gedanken an ihn.
„Wann darfst du denn wieder gehen?“
„Ich denke heute oder morgen. Der Arzt sagte mir, dass es schon wieder gut verheilt ist.“, erzählte sie grinsend.
„Das tut gut zu hören. Du, sei mir nicht böse, aber ich muss jetzt auch schon wieder gehen. Die Schule ruft.“, verdrehte er seine hübschen, großen Augen und gab ihr ein Küsschen. „Ich komm heute nach der Schule nochmal.“ Er strich mit der Hand über ihren Bauch. „Bis bald.“ Lachend verließ er das Zimmer und schloss die Türe. Stu bemerkte nicht, dass er rauskam. Sogleich stellte er sich vor ihn und sah geradewegs an ihm vorbei.
„Pass auf sie auf.“, bat er. Jetzt endlich sah Stu zu Kenzie auf, doch er lief schon davon.
„Werde ich.“, flüsterte Stu, stand auf, sah ihm hinterher, bis er weg war. Dann erst lief auch er ins Zimmer und begrüßte sie mit einem zärtlichen Kuss.
„Hey mein Schatz. Wie geht es dir?“, fragte er.
„Mir geht es auf jeden Fall besser als gestern. Danke, wie geht es dir Stu?“
„Danke, jetzt geht’s mir gleich viel besser.“ Sein verschmitztes Lächeln brachte sie immer noch zum Dahinschmelzen. Doch die Sehnsucht, die sie letzte Nacht kräftig zu spüren bekam, machte sie innerlich kaputt. Es zerriss ihr das Herz zu wissen, Jay würde niemals wieder zurück kehren und sie in den Arm nehmen.
„Warum bist du denn nicht in der Schule?“, fragte sie besorgt.
„Ich kann doch nicht in die Schule gehen wenn du im Krankenhaus liegst Baby.“, erklärte er ihr und gab ihr einen Kuss.
„Ach Stu, mir geht’s doch gut. Ich will nicht dass du so viel vom Unterricht verpasst.“, klagte sie etwas.
„Das ist mir egal. Ich muss nun für dich...euch da sein.“ Süß grinste er und legte seine Hand auf ihren Bauch. Zuerst grinste auch sie, doch das verflog nach einigen Sekunden.
„Ich hab angst.“, flüsterte sie und legte ihre Hand auf seine.
„Ich auch Nikki, aber wir schaffen das schon.“ Wieder gab er ihr einen zärtlichen Kuss, der binnen Minuten erst endete.
„Ich will hier raus.“, protestierte sie mit Tränen in den Augen.
„Du darfst doch sicher bald oder?“
„Ja, heute oder morgen. Aber das ist noch nicht sicher.“, warf sie ein.
„Na siehst du, wenn du heute schon gehen darfst dann hol ich dich ab.“, schlug er ihr vor.
„Das wäre total süß von dir.“, grinste sie und strich mit ihrer Hand über seine Wange. Leicht errötete er, sie konnte nicht glauben, dass er immer noch so in sie verliebt war, dass er bei Berührungen rot wurde.
„Du bist so toll Stu.“, sagte sie ihm und die erste Träne lief über ihre Wange.
„Du bist noch toller.“, lächelte er. „Doch warum weinst du?“
„Es bringt mich fast um...ich...empfinde so unendlich viel für dich Stu.“, weinte sie verzweifelt. Das fühlte sich verdammt gut für Stu an, denn nun wusste er, dass sie noch immer sehr viel für ihn übrig hatte.

3 Monate später...

„Oh hör auf Chris, das bringt nichts!“, schrie Sara, doch die Jungs hörten nicht auf. Sie schlugen aufeinander ein, warfen sich Wörter an den Kopf, die mehr als unverschämt waren. Plötzlich hörte man nur einen Schuss und alles verstummte. Die Jungs gingen auseinander oder blieben zumindest so stehen, wie sie gerade waren und rührten sich kein Stück von der Stelle. Chingford schien eingefroren. Alle sahen sich um, doch nichts war zu sehen. Plötzlich jedoch sah man einen Kerl, der eine Pistole und eine Maske trug, sich aber kein Stück bewegte. Die Jungs standen auf und stellten sich aufrecht hin, verfolgten ihn mit ihren Augen.
„Wer bist du?“, fragte Stu nach einiger Zeit der Stille. Aber dieser Typ dachte nicht mal daran zu antworten.
„Hast du seine Frage nicht verstanden?“, schrie Kenzie ihn an, doch auch darum kümmerte er sich nicht. Langsam lief Nikki durch das Gedränge, lief zwischen Lee und Stu durch und stellte sich dann vor die Jungs. Lange sah sie diesen Kerl an, doch auch da reagierte er nicht. Schritt für Schritt lief sie auf ihn zu und als sie ganz nah vor ihm stand, fühlte sie sich eigenartig. Sie führte ihre Hände zu seinem Gesicht, um ihm die Maske wegzunehmen, doch dann legte er seine Hände, die in Handschuhen vermummt waren, auf ihre und nahm sie weg. Daraufhin schüttelte er mit dem Kopf und lief einen Schritt zurück.
„Zeig dich.“, flüsterte sie ihm zu, doch er drehte sich einfach nur um und lief davon. Sie glaubte fast, dass es ... Nein, er konnte es nicht sein. Er war tot, damit versuchte sie sich nun schon ein knappes Jahr abzufinden. Anfangs dachte sie ja nur, er wäre weg, doch nun war klar, er starb schon bald. Wer auch immer das war, sie wusste, er würde eines Tages zurückkehren und sein Gesicht zeigen. Nikki drehte sich um und sah zu den Jungs.
„Und ihr hört jetzt verdammt nochmal auf damit. Das nervt!“, maulte sie die Jungs an, worauf sie etwas in sich zusammensackte. Man konnte ihr bereits ansehen, dass sie schwanger war. Schließlich war sie schon im 5. Monat. Stu rannte zu ihr und stützte sie etwas, setzte sie dann jedoch auf eine Bank.
„Geht’s wieder?“, fragte er besorgt.
„Ja, danke.“, nickte sie und fuhr sich durch die Haare. Da Nikki ein sehr schlankes Mädchen war, hätte man denken können, dass sie im 3 Monat war. Sie hatte nicht viel Bauch, nur eine kleine Wölbung.
So langsam dämmte es zum Abend und die Crews waren noch immer auf dem alten Sportplatz. Sie standen voreinander, jeder sah einem anderen ins Gesicht.
„Wie lange wollt ihr noch so weitermachen?“, fragte Nikki entsetzt.
„So lange, bis sie aufgeben.“, zischte Kenzie.
„Tz, da könnt ihr aber lange warten. Wir werden euch in die Knie zwingen!“, pfiff Lee zurück und deutete mit seinem Zeigefinger auf den Boden.
„Das werden wir ja noch sehen.“, nuschelte Chris und lief einfach davon. Somit lösten sie sich und liefen alle Richtung nach Hause. Nikki gab Stu noch einen zärtlichen Kuss zum Abschied und lief mit Lee nach Hause.
„Mich nervt das Lee. Könntet ihr nicht aufhören? Was bringt euch das?“, wollte sie auf dem Weg wissen.
„Frag das nicht ständig. Es ist nun einfach mal so wie es ist. Keiner kann es mehr ändern.“, erklärte er etwas traurig.
„Du willst das doch selbst nicht oder?“ Darauf gab Lee keine Antwort, sondern schloss die Türe auf und lief mit ihr ins Haus.
„Hey Mum, hey Dad!“, riefen sie – wie immer – im Chor.
„Hey ihr zwei. Na wie war’s?“, fragte sie fröhlich.
„Na ja, so wie immer.“, sagte Lee, worauf Nikki ihn zickig ansah. Lange unterhielten sie sich zusammen im Wohnzimmer, bis Nikki beschloss, sich in ihr Zimmer zu begeben.
„Gute Nacht Mum, nacht Dad.“ Sie gab den Beiden ein Küsschen und lief dann zu Lee, welchen sie fest in den Arm nahm. „Nacht Bruderherz.“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Lippen und verschwand dann nach oben.
Leise schloss sie die Türe und knipste ihr Licht an. Keine Minute blieb sie stehen, sondern legte sich auf ihr Bett und kramte eine Box unter ihrem Bett hervor. In dieser Box befanden sich sicher Millionen Bilder von ihr, Baby und den Jungs. Eins gefiel ihr schon immer besonders gut: Auf diesem war sie mit Jay, Lee, Chris und Sam. Sie saß bei Chris auf dem Rücken und beugte sich nach vorne, um Jay zu küssen. Lee und Sam standen nur daneben und zogen Grimassen, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Auf der Rückseite dieses Bildes stand eine Message von Jay:

Always keep ur mind clean cos u’ll never know when u need to be the right person. Hand on ur heart and listen to the beat. It will show u the right way! Always be a part of ur soul – I love u, Jay.

Bis heute hat sie noch nicht verstanden, was er damit meinte. Was sollte das bedeuten? Hatte er schon eine leise Vorahnung und sagte nichts? Oder fühlte er, dass etwas passieren würde? Sie sah jedoch schnell wieder ein, dass es unsinnig war darüber nachzudenken. Gerade, zu diesem Zeitpunkt, klingelte auch noch ihr Handy. Sie stand auf, nahm es aus ihrer Jackentasche und sah, dass ihr jemand eine SMS geschrieben hatte. Zuerst öffnete sie diese und las:

Ho Gott ich hab so ein riesen Verlangen nach dir, dass ich das Gefühl habe gleich zu explodieren. Schon nur allein der Gedanke, dich zu berühren macht mich fertig. Ich wünschte du wärst hier bei mir. Ich liebe dich. Stu xxx

Nikki grinste, als sie das las. Ihr gefiel die Art und Weise, wie er war und wie er sie liebte. Ihre Gedanken kreisten um das Thema Zurückschreiben, doch sie entschied sich, ihn einfach etwas zappeln zu lassen. Sie konnte sich genau vorstellen wie er in seinem Bett lag, auf dem Rücken, die Hände unter den Kopf dass er ja nicht in Versuchung kommt. Die Beine überkreuzt und den Blick an die Decke gerichtet. Die Straßenlaternen und der Mond erhellten sein dunkles Zimmer. Obwohl Freitag Nacht war würde er jetzt schon, um 12.36 Uhr in der Nacht, im Bett liegen. Je mehr sie diese Bilder in ihrem Hinterkopf hatte, desto mehr wollte sie auch ihn. Aber sie wusste, wenn sie jetzt das Haus verlassen würde, gäbe es Ärger mit ihren Eltern, somit musste sie noch warten.
30 Minuten später wagte sie einen Blick aus ihrem Zimmer und alle Lichter waren bereits aus. Schnell zog sie sich ihre Jeanshose an, ein Top und darüber einen Pulli, der über ihre linke Schulter hing. Sie griff nach einen Haarband und machte sich schnell einen Zopf. Nun rannte sie leise die Treppen nach unten, nahm ihre Jacke und verschwand nach draußen. Es war manchmal schon unheimlich in Chingford allein – in der Nacht – auf der Straße zu sein, aber Stu war es wert.
Einige Minuten später kam sie schon bei seinem Haus an. Sie blickte erst kurz durch das Wohnzimmerfenster um zu sehen, wer wach war. Natürlich war es wider Stu’s kleiner Bruder Stephen. Sie klopfte also leise an die Türe und Stephen öffnete diese mit einem breiten Grinsen in seinem Gesicht.
„Ich dachte mir schon dass du es bist.“, lachte er leise.
„Warum?“, fragte ich grinsend.
„Schau doch deinen Bauch an.“ Er war schon süß, aber manchmal auch ziemlich frech. Er ließ sie rein und meinte, Stu sei schon in seinem Zimmer. Wenn sie nun nach oben läuft und die Türe öffnet, wusste sie, er würde genau so in seinem Bett liegen, wie sie sich es vorstellen. Sie nahm einen tiefen Atemzug und öffnete dann die Türe, ganz leise, sodass er es gar nicht wahrnehmen konnte. Und genauso leise schloss sie auch wieder die Türe, lief auf ihn zu und fing an ihn zärtlich am Hals zu küssen. Sichtlich erschrocken, da er die Augen geschlossen hatte, zuckte er zusammen und sah sie an.
„Nikki...“, fuhr es aus ihm heraus und sein erschrockener Blick wurde zu einem Lächeln.
„Ja, hier bin ich.“, lächelte sie ebenfalls und legte sich auf ihn drauf. Ihre Gedanken schlossen sich in einem Kreis, der Stu hieß. Für sie war er mittlerweile alles was sie brauchte. Sie versuchte Jay zu vergessen, auch wenn es schwer war. Doch sie hat ihn nicht verlassen, sondern er sie. Seine Hände wanderten langsam unter ihren Pullover und strichen immer wieder über ihren Rücken. Die Küsse der Zwei wurden immer intensiver und inniger. Plötzlich schob Stu seine Zunge in ihren Mund, was sie verrückt machte. Kurz stoppte sie jede Tat die sie vollbrachte und selbst das Atmen war zu viel. Stu grinste und schon fingen sie mit ihren Zungenspielchen an. Nach einige Minuten – noch immer küssend – schob er seinen Oberkörper nach oben und stoppte kurz das Küssen. Seine Hände fuhren unter ihren Pullover und zogen diesen aus, dann ging er auf die Knie und drehte Nikki auf den Rücken, sodass er sich auf sie legen konnte. Nun fingen sie wieder an mit zärtlichen Kusseinheiten, was beide verrückt nacheinander machte. Ihre Hände waren nun auf seinem Rücken platziert und krallten sich dort ein, bei jedem Mal, wenn sie seine Zunge spürte. Es war der pure Wahnsinn, WIE verrückt er sie machen konnte. Letztendlich zog sie ihm dann sein Shirt aus und fuhr mit ihren Händen über seinen Brustkorb. Seine Augen verfolgten ihre Hand und sein Mund zauberte ein Lächeln, als ihre linke Hand, die gerade noch über die Brust strich, in seinen Shorts verschwand. Leicht stöhnte er auf und senkte den Kopf, was ihr mehr als gefiel. Kurz bevor er so seinen Höhepunkt erreichen konnte, nahm sie ihre Hand weg und fing wieder an ihn zu küssen, doch nun wollte er mehr. Ihm reichte das Küssen nicht mehr und deswegen öffnete er ihre Hose, welche sogleich auf dem Boden landete. Sie wechselten kein Wort miteinander, denn für diese Nacht waren Hände mehr als tausend Worte. Als sie sich mit ihren Händen hinter ihrem Rücken abstütze, war es seine Gelegenheit, ihr das Top ebenfalls zu entnehmen. Daraufhin schlug ihr Herz 1000 mal schneller in der Sekunde, als normal. Ihr Atem wurde schwerer, genau wie seiner. Er hatte schon seinen typischen Schlafzimmerblick drauf, welchem sie nicht wiederstehen konnte. Letztendlich fielen die restlichen Hüllen, Stu hatte ein Laken über seinem Hintern und hatte einen einheitlichen Rhythmus. Bei jedem Eindrang, den sie verspürte, stöhnte sie leise auf und auch ihre Nägel krallten sich in seinen Rücken, worauf er diesen näher an ihren Körper drückte. Er konnte sich nicht konzentrieren, er wusste nicht an was er dachte, doch eines war klar: Nikki befand sich in seinem Kopf und in seinem Herzen. Er legte den Kopf neben ihren und schnaufte dort nur ganz schwer, denn er war so erregt wie niemals zuvor. Lediglich hob sie ihren Körper voller Hingabe in ein Hohlkreuz und sank den Kopf nach hinten. Wieder stemmte er die Hände neben sie und bis zum Ende hin verschnellte sich sein Rhythmus, den er ausübte.
Dem Höhepunkt erlegen stöhnte sie ein letztes Mal nur leise, Stu blieb weiter Sekunden auf ihr liegen. Immer wieder küsste er ihren Hals, so zärtlich er auch nur konnte. Ihr Atem war immer noch heiß und schwer und ihr Körper vibrierte nach wie vor. Noch niemals hatte sie so ein Gefühl nach dem Sex...es war Wahnsinn. War es ein Zeichen, dass sie von Jay loslassen konnte? Hatte sie es endlich geschafft, einfach weiter zu leben? Sie hoffte, dass diese Nacht ihr dabei helfen konnte.
Stu legte sich neben sie und hielt weiterhin ihre Hände.
„Ich liebe dich.“, flüsterte sie ihm ins Ohr, worauf er das Atmen einstellte. Er blickte ihr in die Augen und konnte nicht glaube, was sie da sagte. Noch niemals zuvor verwendete sie diese drei Worte für ihn, es war göttlich.
„Was?“, wollte er sicher gehen. Sie lächelte nur und versteckte ihr Gesicht unter seinem Kopf, auf seiner Schulter. Noch immer konnte er nicht fassen, was sie sagte, doch nach einigen Minuten hatte auch er es realisiert.
„Ich...liebe dich auch Nikki.“ Einen letzten zärtlichen, langen Kuss schenkte er ihr, bevor beide einschliefen – sie auf seinem Brustkorb und er hatte seine Arme um sie gelegt...


Am nächsten Morgen wachte Stu etwa gegen 10 auf, da sein Handy klingelte. Langsam öffnete er die Augen, sah zu Nikki, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und versuchte aufzustehen, ohne sie zu wecken. Zuerst musste er nach seiner Hose suchen, die er dann auf dem Boden hinter seinem Bett fand. Schließlich kramte er sein Handy aus der Tasche und sah, dass er eine Kurzmitteilung bekam.

Stu, heute Mittag um 12 gibt’s ein neues Battle. Lass uns nicht hängen Alter und bring Nikki bitte nicht mit, sie würde das nicht durchstehen. Bis dann. Lee

[Dieser Beitrag wurde am 24.12.2006 - 13:32 von Mieze aktualisiert]




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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nachdem er sie gelesen hatte rieb er sich erstmal die Augen und streckte sich dann. Da er nur Shorts trug und sein Zimmerfenster geöffnet war, zog der frische Wind an seiner warmen Haut vorbei und verschaffte ihm Gänsehaut. Er schloss das Fenster und sah einige Sekunden zu Nikki, die seelenruhig schlief. Er hatte noch zwei volle Stunden Zeit, bevor er sich wieder ein neues Battle mit den Blazers liefern musste. Noch völlig verschlafen trottete er aus seinem Zimmer, Richtung Wohnzimmer, wo sein Bruder schon wieder vor dem TV saß. Als er an ihm vorbei lief, fuhr er ihm wild durch die Haare.
„Morgen Kleiner. Schau nicht so viel Fern.“, meinte er nur und schlug Richtung Küche ein.
„Morgen Mum.“, gähnte er und tippelte zum Kühlschrank.
„Guten Morgen mein Sohn.“, grinste sie etwas. Als er wieder zu ihr sah und ihr Grinsen erblickte, wurden seine Blicke fragend.
„Was grinst du so?“, wollte er wissen.
„Nur so.“, antwortete sie und las weiter in ihrer Zeitung. Stu war klar, dass sie mitbekam, dass er in der Nacht noch Besuch bekam. Ob sie wohl zu laut waren? Sein Gesicht errötete etwas, doch er kümmerte sich vorerst nicht weiter darum. Nach einiger Zeit setzte er sich zu ihr an den Tisch und aß erstmal sein Brötchen.
„Und was macht ihr heute so?“ Klar, sie wusste es!
„Ich geh nachher mit den Jungs weg.“, erklärte er nur und schaute ihr nicht mal in die Augen.
„Aber bitte komm mir wieder heil nach Hause.“, bat sie ihn. Scherzend grinste er und holte sich ein Glas Milch.
„Klar.“, nickte er.
„Du scheinst noch ziemlich müde zu sein.“, lachte sie.
„Bin ich auch.“
„Das kommt davon.“
„Oh Mum, musst du mir so auf die Nase binden, dass du es weißt?“, fragte er lachend.
„Tut mir leid, ich kann es einfach nicht lassen.“ Die Beiden lachten sich nur an.
Nach dem kurzen Frühstück lief Stu zurück in sein Zimmer und sah Nikki noch immer schlafend. Er lief zu ihr hin und gab ihr einen Kuss auf die Wange, doch glücklicherweise wachte sie nicht auf. Leise kramte er ein paar Klamotten aus seinem Schrank und verschwand sogleich im Badezimmer, wo er eine lange, ausgiebige Dusche nahm.
Nach 40 Minuten war er etwa fertig – getrocknet und angezogen. Jetzt fehlten nur noch die Haare. Also nahm er ein bisschen Haarlack und verteilte das etwa gleichmäßig in seinen Haaren, dann war er fertig. Leise schlich er sich wieder in sein Schlafzimmer, pfuschte noch ein bisschen in seinen Haaren herum, gab Nikki einen weiteren Kuss, sagte ihr, dass er sie liebt und rannte ohne ein Wort zu sagen aus dem Haus. Um ehrlich zu sein fühlte er sich ziemlich mies sie einfach so liegen zu lassen, doch er wusste: würde er sie mitnehmen, würde sie sich wieder nur aufregen und das schadet dem Baby. Also versuchte er schleunigst noch den Bus zu kriegen und fuhr dann auch schon zum alten Sportplatz.
Gerade noch rechtzeitig traf er ein und hörte schon wieder die Menge toben.
„Ach, da bist du ja. Dachten schon du hast schiss bekommen!“, maulte Kenzie lauthals los, als er den Hof betrat. Stu reagierte gar nicht, legte seine Jacke ab und schnappte sich das nächstbeste Mic. Tommy war bereits an den Decks und mixte schon fleißig, bis jeder sein Mic hatte und es losging. Als sie die Anfangsmelodie hörten war ihnen klar, was nun kommen würde. Sie stellten sich voreinander und stießen sich immer wieder selbst an, warfen sich miese, herablassende Blicke zu und waren selbst mit den Augen sarkastisch.
Blazers: „Play the game. We're like the blazin flame, you know we're gonna break it up, rip it up, you know we're gonna blaze it up. So what’s our name?” Sogleich trat Kenzie nach vorne und rappte sie schon am Anfang in Grund und Boden.
Kenzie: „You and I, play me at my own game, so lame, white branch? Your goin insane, your the one to blame when you just get shamed like back to back.” Heute hatte er es wieder total auf Mus abgesehen, somit stand er mit ihm Gesicht-zu-Gesicht. Es traute sich schon fast keiner mehr zuzusehen, doch es war wirklich spektakulär. „When I bust though the door, you want more? Oncore, you better be sure, when I rock the mic I ride the mic raw, spit lyric galore. Man gonna get bored, get jacked, when I'm under attack, man got probably song two song that. And our decks onto, so you can't catch me, feel crazy cos our A-G-E, don't say nothin this dont test my ability to rock the M-I-C. Cos I do it proply, so blaze and I'm a true blazer, don't come to cos blazin get ya!” Diese letzten Zeilen sprach er ziemlich aggressiv aus und stieß ihn immer kurz vor der Nase, hatte sie jedoch nie berührt. Chris lief neben Kenzie her, lief jedoch auf Marcel zu.
Chris: „You already know me I'm the M to the D. Come and bish it and spit it and you'll never wanna leave, when I lyrical attack can you feel the spit in my heart cos my lyrics are shot like a bullet, here I come again, never gonna stop me now. King of all Mc's come and nab my crown, other Mc's never gonna lock this down, cos I’m back and I'm phat and I'm a bad boy now!” Er tanzte etwas fies vor Marcel herum und als er das “King of all Mc’s“ rappte, drückte er seinen Brustkorb gegen den von Marcel. Er ließ sich natürlich nichts gefallen und dachte kurz nach, fing gleich an.
Marcel: „Step on the mic, trust big out slang, our nang you nang, be a member of this gang, our twang. I'm just a chichichiban, I'm just the rock of all these gangs, cos I always rock the streets with a ball u know, oh oh oh oh oooh. I'm a lyrical G, step to rock the S-H-O-T shot!” Nach diesem “Shot” stieß er Chris gewaltig gegen die Stirn und sein mieses Lächeln brachte ihn auch fast noch auf die Palme. Doch Chris versuchte gelassen zu bleiben. Lee gefiel es gar nicht, dass sie so schadenfroh waren. Darum lief er gleich wieder nach vorne und stellte sich nah vor Ollie.
Lee: „So what’s our name? Incredible!” So die anderen Jungs. „So they wanna try shhhh, startin trouble and pain, and they can't touch me cos I'm not that lame, and they can't touch me at the end of the days. Cos I smash the crew into smash days, for young Mc's we
start a new faze, like a brand new faze, spit my lyrics create a hard blaze, o my day.” Die Blazers rasteten fast aus, denn dieser Text gehörten einst zu Jay. Ollie rappte ihn nun wirklich in den Abgrund.
Ollie: „I've got a cold heart, as hard as rock, when I pick up the mic I never flock, don't stop, we're top, it’s time to bop. Step to my boys and you'll get shot, what’s shot? Thats true, as we burry the tune, big up me and my blazin' crew, who are you? We're new, so who, what to, say 'booo' and blazin' hits you!” Lee hatte einen beeindruckten Blick in seinem Gesicht, wollte sich jedoch nichts anmerken lassen. Etwas gestresst lief er zurück zu den anderen und schüttelte den Kopf. Die ganze Zeit stand er vor Stu, der ihn dann an der Schulter antippte und er sich wieder umdrehte.
Stu: „Don't mess with me cos I'm not too nice.” Bei diesem Satz schüttelte er den Kopf und sah kurz auf den Boden, wo ihm die Bilder mit Nikki der letzten Nacht durch den Kopf flogen. Doch es musst weiter gehen. „If you wanna play my game you better think twice, cos you can see me: I'm a poltergeist, as cold as ice, roll my lyrics just like a dice, giving you the vibe from your head to your toes. Reepa's my name and we're Incredible up the show, with my Incredible boys to a fast tempo, like a bomb I'm about to blow!” Das letzte Wort sprach er ebenfalls auch explosionsartig aus, lief einen Schritt zurück und Lee trat gegen Sam an.
Lee: „Those mans wanna keep on prayin.”
Sam: „Mans wanna keep on sayin.”
Lee: „Those mans like me wanna keep on prayin.”
Sam: „You don't test me and my family, your like S proper P I K double E.”
Lee: „K-R-A-Z-Y wow thats me. Stand by my little T to Tom B.”
Sam & Kenzie: „ Blazin' Squad its time to get HEAVY!”
Kenzie: „Don't say nuttin this dont test, dont say nuttin this dont test, don't say nuttin this dont test my ability to rock the M-I-C don't say don't say dont say nuttin, don't say nuttin that dont test. “
Blazers: „BLAZIN SQUAD ITS TIME TO GET HEAVY!” Die Jungs standen mit gestreckten Armen da und freuten sich, dass dieser Punkt wieder an sie gerichtet war.
„Haha, erneut verloren!“, banden sie den Incrediblers auf die Nase und tänzelten vor ihnen herum. Die Jungs waren genervt, wollten nicht noch eine Niederlage erleiden, doch das konnten sie ja auch nicht auf sich sitzen lassen.


Als Nikki zu hause bei Stu aufwachte, und nach ihm im Bett tastete, merkte sie, dass er nicht hier war. Langsam öffnete sie die Augen und sah sich im Zimmer um, doch er war nirgends zu finden. Zuerst suchte sie ihren BH, zog ihn sich an und dann ein Shirt von Stu. Zuerst streckte sie sich mal, gähnte und stand dann auf. Als sie aus seinem Zimmer war, drehte sie sich mit dem Rücken zu den Stufen und lief einige Schritte, bis sie plötzlich spürte, dass da kein Boden mehr war. Die gesamten Stufen fiel sie nach unten, wo sie dann bewusstlos lag. Caroline hörte es und rannte sofort zu ihr. Sie versuchte, Nikki wieder wach zukriegen, doch das funktionierte nicht, somit rief sie sofort den Krankenwagen.

„Wollt ihr noch eine Niederlage?“, fragte Chris fies und stellte sich vor Lee, der gerade etwas sagte, doch dann klingelte Stu’s Handy. Er sah auf seinen Display, wo stand „Mum’s calling“.
„Ein Grund mehr nicht hinzugehen.“, nuschelte er und schenkte seine Aufmerksamkeit wieder dem Duell. Doch irgendwie kam es ihm komisch vor. Seine Mum rief sonst nie an. Nicht wenn es nicht wirklich wichtig war. Was sollte er nun tun?? Sollte er sie zurück rufen? Nein, das wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Es ist überhaupt nie der richtige Zeitpunkt, doch lange dachte er noch darüber nach. Sein Gefühl verschlimmerte sich mit jedem Atemzug denn er vollzog, darum entschloss er, erstmal Nikki auf dem Handy anzurufen. Einige Male ließ er es klingeln, doch sie hob einfach nicht ab. Wahrscheinlich schläft sie noch, aber es war schon nach halb zwölf. Sie war keine Langschläferin! Ihm war klar, es ist etwas passiert. Sofort nahm er seine Jacke und rannte einfach vom Platz.
„Ich erklär euch alles später!“, rief er den Jungs noch zu, die völlig perplex aus der Wäsche sahen. Somit war klar, dass wieder die Blazers gewannen, doch dieses mal triumphierten sie nicht. Ihnen wurde durch dieses hektische Verhalten von Stu klar gemacht, dass etwas geschehen war, doch sie hatten keine Ahnung was. Darum gingen auch sie sogleich los, ohne weitere große Streitereien.

Nikki wurde bereits in den OP geführt und Stu’s Mum rief ihre Eltern an und versuchte weiterhin Stu zu erreichen, bis er plötzlich auftauchte.
„Mum was...was ist passiert? Ich hab nur den Zettel gefunden wo Krankenhaus drauf stand. Was ist los? Wo ist Nikki?“, fragte er hektisch und zappelte etwas herum, vor Aufregung. Carol hatte Tränen in den Augen, denn sie wusste genau, was Stu dann erleiden muss.
„Ich hab nur den Schlag gehört und sah dann Nikki auf dem Boden liegen.“ Stu’s Blick wurde steinig. Er starrte in eine Richtung und nicht mal das Rütteln an seinem Körper – das von seiner Mum verrichtet wurde – brachte ihn von diesem Punkt los. Völlig fertig setzte er sich auf einen der Stühle und verbarg sein Gesicht in seinen Händen. Wie viel Unglück müsse er noch erleiden? Er konnte kaum das mit Jay ertragen, und dann auch noch immer wieder diese Kleinigkeiten. Kaum hatte er eine Sache endlich verkraften können kam schon die nächste wie im Sturzflug.
Nach Minuten, die Stu wie Jahre vorkamen, kam ein Arzt aus dem OP. Schnell stand Stu auf und auch die Eltern von Nikki waren bereits eingetroffen.
„Was ist mit ihr? Was hat sie?“, wollte Stuart aufdringlich wissen. Der Arzt zögerte noch mit seiner Antwort, denn man konnte schon in seinen Augen sehen, dass es nichts gutes hieß.
„Sie hat schwere innere Blutungen, die durch das Baby entstanden sind.“, erklärte er so weit.
„Wie geht es ihr?“, wollte Stu wissen.
„Sie ist über den Berg...“, meinte er etwas kläglich.
„Da ist doch noch was?!“, hinterfragte ihre Mum.
„Ja, es ist so...Sie hat das Baby verloren.“ Darauf hätte Stu schwören können. Wieso sollte ihm auch Glück gegönnt werden? Geschockt verließ er kurzerhand das Krankenhaus und lief einfach irgendwo hin, wo er einfach nur nachdenken konnte. Einfach nur...für eine kurze Zeit die Rolle des „coolen Rappers“ ablegen konnte und für einige Minuten er selbst war. Seine kalten Hände hatte er in den Hosentaschen vermummt und den Kopf gesenkt, worauf es wieder zu regnen anfing. Sogleich war er von oben bis unten durchnässt, doch das machte ihm hier nichts aus. Nun dachte er, sein Leben würde wieder etwas aufwärts gehen, doch sobald es eine hohe Stufe erreichte, brachen diese wieder auf die unterste. Wieso ihm? Wieso verdammt nochmal musste ihm das passieren?? War er so ein schlechter Kerl? Nein, so schlecht konnte nicht mal Satan sein...Plötzlich vibrierte etwas in seiner Jackentasche – natürlich war es sein Handy.
„Lee’s calling.“, flüsterte er. Natürlich dachte er daran, ihn einfach wegzudrücken, doch er musste ja wissen, was mit seiner Schwester war, darum hob er ab.
„Hey Lee.“, schniefte er etwas.
„Stu...was ist los?“
„Komm ins Krankenhaus...“, presste er gerade noch unter seinen Tränen heraus.
„Was...wieso was ist passiert?“, wollte Lee in einer Hektik wissen.
„Nikki...sie hat...das Baby verloren.“ Nun fing er an zu weinen, wie wohl niemals zuvor. Der Gedanke, ein Geschöpf, dass ebenfalls ihm gehören sollte, verloren zu haben, niemals zu sehen, berühren zu können oder es einfach nur ansehen, brachte ihn fast um. Sein Magen krümmte sich, seine Augen wurden verdammt schwer und in ihm war diese Enttäuschung...und Wut auf sich selbst. Wieso hatte er sie einfach alleine gelassen? Er hätte sie wecken und mitnehmen sollen aber nein, er hatte wieder diese Angst. Die hatte er immer um sie, doch heute war sie extrem und nun wusste er auch, warum!


Lee hatte bereits aufgelegt und war auf dem Weg zum Krankenhaus, wo er sich dann erstmal um das Wohlergehen seiner Schwester kümmern musste. Als er all das erfahren hat, was zu sagen war, ging er los um Stu zu finden, was nicht gerade einfach war. Denn wenn er so fertig war wie heute mal wieder, könnte er überall sein. Nach langem Suchen fand er ihn auf dem Gehweg sitzen und lief schnurstracks auf ihn zu. Da es immer noch regnete stülpte er sich seine Kapuze über den Kopf und ging in die Knie. Er sagte jedoch kein Wort, sondern nahm ihn einfach mal in den Arm. Es war nicht leicht für Stu, da er sich nach diesen Monaten wirklich schon auf das Baby freute, doch durch den Sturz von Nikki stürzte auch alles andere mit ab. Weinend verbarg Stu sein Gesicht an Lee’s Brustkorb, noch nie hatte er sich so schlecht gefühlt. Natürlich, der Tod von Jay nahm ihn immer noch sehr mit, doch dieses Leben war noch nicht mal auf der Welt. Wie sollte er nun mit ihr umgehen?? Sollte er so tun, als wäre nichts gewesen? Sollte er so tun, als hätte er nie etwas davon mitgekriegt? Oder sollte er ihr Mitleid schenken? Nein, das war wohl das letzte was sie brauchte. Keinen weiteren Gedanken verschwendete er daran, denn er wusste, er würde zu ihr gehen, sie in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles wieder gut werden würde, auch wenn er das nicht selbst glaubte. Lange saßen sie einfach nur da und sagten kein Wort. Auch Lee lief ab und an eine Träne über die Wange, zwar war er nie wirklich für das Baby, aber auch nie dagegen. Er freute sich mittlerweile Onkel zu werden, doch nun war dieser Traum geplatzt – vorerst!
Nach einer Weile stand Lee auf und half auch Stu sich wieder auf seine wackeligen Beine zu stellen, doch das war gar nicht so einfach. Stu hielt sich an Lee’s Schulter fest, um nicht umzufallen und schon liefen sie wieder Richtung Krankenhaus, das nicht weit entfernt war.

Gerade lief Lee in den Aufzug, doch Stu brauchte noch einige Minuten, darum bat er Lee schon mal alleine vorzugehen. Stu selbst lief noch bis zur Tür die zur Treppenhalle führte, doch dann wurde er aufgehalten.
„Stu...“, rief jemand, worauf er sich umdrehte. Es war Kenzie.
„Kenz...“, meinte er nur und drehte sich zu ihm. Er joggte noch ein Stück zu ihm und blieb dann stehen.
„Wie geht es ihr?“, wollte er wissen. Stu blickte zu Boden und war den Tränen schon wieder nahe. „Nein...“, stöhnte er nur etwas und schon liefen die Tränen über sein Gesicht. „Nein, Stu...sag dass das nicht wahr ist.“ Er hingegen nickte nur, womit Kenzie alles klar war. Weinend setzte er sich auf einen Stuhl und fuhr sich immer wieder verzweifelt durch die Haare. „Wie...konnte das passieren? Was ist ... denn passiert?“, stotterte er unsicher.
„Sie ist...die Treppen runtergefallen. Mehr weiß ich auch nicht.“, erklärte er enttäuscht. Kenzie war kaputt. Seine Augen waren total schwer, da er eh noch so um Jay trauerte. Plötzlich jedoch zog er einen Zettel aus seiner Hosentasche und überreichte ihn Stu.
„Wart ihr das?“, fragte er etwas schnippisch. Stu sah sich diesen Zettel genau an.
„ ’10.1 / 25.19 back’... Nein, damit haben wir nichts am Hut.“ Grübelnd übergab er den Zettel wieder an Kenzie, der ihn auch nochmal betrachtete.
„Ich hab ihn heute Morgen im Briefkasten gefunden...Wer auch immer das war, ich hab keine Ahnung was es bedeuteten soll.“ Verzweifelt packte er ihn wieder weg und stand auf.
„Incredibler...“ Wieder begann er zu weinen, denn er wollte die Jungs zurück, als Blazers, so wie sie es vorhatten. Doch irgendwie wollte das nicht funktionieren: Er war zu stolz und Lee zu stur, somit klappte das alles nicht und konnte auch gar nicht.
„Willst du mit zu Nikki?“, fragte Stu lieb und leise. Kenzie sah ihn lange an, antwortete jedoch nicht. „Na komm schon. Sie würde sich freuen.“ Er deutete mit dem Arm an, dass er mitlaufen sollte, doch zuerst zögerte Kenzie. Nun wurden Stu’s Blicke bettelnd.
„Okay.“ Kenzie lief hinter ihm her und als sie oben ankamen, hätte Lee am liebsten schon wieder Radau gemacht, doch nicht schon wieder im Krankenhaus.
„Was will der hier?“, flüsterte er im Abseits der Eltern.
„Nikki sehen...“, schaltete Stu sich ein bevor es Kenzie tat.
„Na und?“
„Könnten wir das für heute nicht mal vergessen? Es geht hier um Nikki...“, bat er ruhig. Lee atmete tief ein und dann lange aus.
„Meinetwegen.“, kam es nur aus ihm heraus. Und schon kam auch der Arzt wieder.
„Die ersten können jetzt rein. Sie fragte nach einem Stu...“, erklärte er. Stu wurde hellhörig und lief schon zum Zimmer. Dort öffnete er die Türe und sah seine bezaubernde Freundin.
„Es tut weh...“, weinte sie verbittert. Er schloss die Türe und lief zu ihr hin, gab ihr erst eine Umarmung und einen Kuss.
„Es tut mir so leid. Ich hätte dich nicht allein lassen sollen.“, weinte er ebenfalls.
„Hör auf zu weinen Stu, bitte.“, bettelte sie mit ihren funkelnden Augen. Verkrampft versuchte er sie zurückzuhalten, doch das war wirklich schwer. Es war als wäre ein Engel durch das Zimmer geflogen, denn diese Stille gab es sonst wohl nur nach einem spektakulär Ereignis. Immer wieder fuhr sie mit ihrer Hand über ihren Bauch, der sich nun so leer anfühlte.
„Es wäre ein Junge geworden.“, sagte sie. Er konnte das alles nicht mehr ertragen, es war zu schwer für ihn.
„Ein Junge?“ Seine Augen glänzten und strahlten dieses Glück aus, dass er verloren hatte.
„Ja, ein kleiner Stu...ein wunderschöner kleiner Stu.“, wiederholte sie und schon rollten die nächsten Tränchen. „Wir hätten ein Baby bekommen. Ein wundersüßes kleines Baby...“, warf sie vor, jedoch nicht ihm, sondern der gesamten Welt.
„Das werden wir noch...“, versuchte er etwas ihre Stimmung zu heben, doch das war unmöglich. Ein Baby zu verlieren ist wie wenn ein Stern vom Himmel fällt. Es ist einfach eigenartig, denn etwas schönes fehlt plötzlich. Man kann es auch mit einer Liebe vergleichen. Ist die Liebe weg, fühlt man sich alleine und leer, genau so fühlte sich Nikki in diesem Moment. Gerade bewegte sich noch eine kleines Ding in ihrem Bauch und von einer auf die andere Sekunde ist es weg, einfach so, wie ein Vogel der gerade noch auf einem Baum saß und plötzlich davon flog.


„Ich hab mir schon ausgemalt, wie es wohl ist, wenn er laufen kann. Er wird zu dir rennen wenn du nach Hause kommst und immer wieder ’Daddy, Daddy!’ rufen. Oder wenn er das erste Mal mit dir Fußball spielt, im Garten. Der Ball noch größer als der kleine Kerl...wie süß wäre das wohl geworden.“, weinte sie noch immer. „Wir hätten ihn abends ins Bett gebracht, ihm einen Kuss gegeben und er hätte wohl gesagt, dass er uns liebt. Oder wenn wir ihn vom Kindergarten geholt hätten. Er hätte sich sicherlich immer gefreut, wenn wir ihn zusammen geholt hätten. Wie schön das alles hätte sein können...“ Stu rollten die Tränen nur übers Gesicht. Diese Vorstellung war wirklich wunderschön, doch leider weiterhin eine Vorstellung.
„Ich denke deine Eltern wollen nun mal zu dir...und Lee und Kenzie.“, zählte Stu auf und sah traurig auf den Boden.
„Hmm.“, nickte sie nur und natürlich stoppten die Tränen nicht.
„Ich komm danach wieder. Ich lass dich nicht alleine, versprochen.“ Er gab ihr einen letzten Kuss auf die Stirn und verließ dann das Zimmer.
„Wie geht es ihr?“, fragten alle durcheinander.
„Sie ist...total fertig. Am Besten die Jungs gehen jetzt rein, und dann erst ihr.“, meinte er und hoffte, Verständnis zu kriegen. Jeder war einverstanden und Kenzie und Lee gingen ZUSAMMEN ins Zimmer.
„Nikki...“, stöhnte Lee etwas verzweifelt und lief sofort zu ihr.
„Lee...“, weinte sie. „Kenzie...schön dass ihr hier seit.“ Sie setzte sich etwas aufrechter hin und blickte die beiden an.
„Wie geht’s dir?“, wollte Kenzie wissen und strich ihr etwas über die Wange.
„Danke...den Umständen entsprechend.“ Ein winziges Grinsen brachte ihr hübsches Gesicht, doch sonst strahlte sie pure Verzweiflung aus. Lange unterhielten sie sich, doch dann verabschiedeten die Beiden sich wieder von ihr und ihre Eltern kamen ins Zimmer, mit Carol.

Einige Tage später wurde Nikki schon entlassen, da es ihr körperlich soweit wieder gut ging. Sie packte gerade ihre Sachen, als Stu ins Zimmer kam.
„Baby was machst du da?“, fragte er etwas entsetzt.
„Na, ich packe Baby. Ich darf doch heute wieder gehen.“, lächelte sie etwas. Mittlerweile konnte sie ganz gut damit umgehen, dass sie es verloren hatte, obwohl es natürlich immer noch sehr schwer war.
„Ach Gott, das hab ich ja total vergessen. Warte ich helf dir.“ Er packte etwas mit an und als sie so nebeneinander standen, sich etwas bückten und auch immer wieder anlächelten, stieß er sie mit seinem Hintern an ihren Hintern an, worauf sie etwas zur Seite fiel. Lachend stellte sie sich wieder neben ihn und rammte ihn auch etwas an, worauf dann sein Körper auf die andere Seite rutschte. Sie alberten etwas herum, bis dann der Arzt erneut kam.
„So Ms Bailey. Sie sind so weit über den Berg, falls jedoch wieder Schmerzen aufkommen, melden Sie sich umgehend.“, erzählte er worauf Nikki nickte.
„Werde ich. Danke Dr. Michaels.“ Sie schüttelte ihm die Hand und lief dann mit Stu aus dem Zimmer.
„Ich hoffe ich muss dich nie wieder hier besuchen.“, sagte er als er zurück blickte.
„Ich will hier auch nie wieder liegen.“, meinte sie entschlossen und lief mit ihm aus dem Krankenhaus. Sie setzten sich in das Auto seiner Mum, die unten wartete und wurden erstmal zu ihr nach Hause gebracht.
Dort stellte sie die Koffer ab und begrüßte ihre Eltern + Lee.
„Schön dass du wieder zu Hause bist.“, grinste er und nahm sie fest in den Arm.
„Ich bin auch froh wieder zu Hause zu sein.“, erklärte sie und gab ihren Bruder einen dicken Kuss. Carol und Taylor tranken noch einen Kaffee zusammen und Lee, Stu und Nikki verschwanden zuerst in ihr Zimmer.
„Was macht ihr Jungs denn heute?“, blickend fragte sie diese Beiden. Als sie sich etwas angrinsten und dann verlegen auf den Boden sahen, war ihr klar was Sache ist.
„Oh nein...nicht schon wieder ein Battle. Kaum bin ich zu Hause schon ist der Alltag wie immer...“, stöhnte sie etwas genervt und packte erstmal ihre Sachen aus. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen um ihre Klamotten in den Schrank zu legen, als Stu sie von hinten umarmte und ihr einen sanften Kuss auf den Hals drückte.
„Das gefällt mir.“, kicherte sie etwas sexy und drehte ihren Kopf zu ihm.
„Oh nein, ich hau ab. Ciao bis nachher!“, protestierte Lee lachend und knallte die Tür hinter seinem Rücken zu. Somit waren die Beiden alleine in ihrem Zimmer. Sie drehte sich vollkommen zu ihm rum, lehnte ihren Körper gegen die Schranktüren und zog Stu nah an sich ran.
„Ich liebe dich.“, flüsterte sie und griff mit Fäusten in sein Shirt, sodass der Stoff noch zwischen ihren Fingern lag.
„Und ich liebe dich.“, beantwortete er zwischen den Küssen. Leicht hob sie ihr Bein etwas an seine Hüfte, welches er dort – um Halt zu schenken – festhielt. Die Küsse der Beiden wurden immer inniger und Stu hatte wieder dieses Verlangen nach ihr, doch Nikki sagte zu ihm, dass sie vorerst warten will, wegen dem Baby. Sie hatte angst gleich wieder schwanger zu werden und nochmal würde sie so einen Schlag nicht verkraften. Er respektierte natürlich ihre Aussage und gab ihr deswegen so viel Zeit, wie sie brauchte.



Einige Zeit später liefen die Beiden nach unten zu Lee, der im Wohnzimmer gelangweilt Fern sah. Doch als er die beiden ins Zimmer kommen sah, grinste er etwas.
„Na, geschafft?“
„Haha.“, meinte Stu nur sarkastisch und ließ sich neben ihn fallen. „Was schaustn du da?“
„Ach irgend so ne komische Sendung. Ist total langweilig.“, gähnte er und streckte seine Arme aus, sodass er Stu fast eine knallte. „Oops, sorry Alter.“
„Ja ja, dir tut das gar nicht leid!“, lachte Stu und hielt sich den Hinterkopf. „Was machen wir denn jetzt? Wir haben noch eine Stunde bis zum nächsten Battle.“
„Wir sollten die anderen erstmal finden, ich hab keine Ahnung wo die sind.“, erklärte er und stand auf, nahm seine Jacke und lief schon zur Tür. „Was ist?“ Stu stand noch immer im Wohnzimmer und war etwas verwirrt. Wollte er nicht mal tschüß sagen?
„Wir haben keine Zeit.“, flüsterte Lee und öffnete die Türe bereits. Stu schüttelte den Kopf, lief zu ihm und schon waren sie aus dem Haus. Keiner bekam mit das sie verschwunden waren, bis Nikki zurück ins Wohnzimmer kam und gerade etwas sagen wollte, doch da erblickte sie die Leere.
„Wo sind die denn jetzt hin?“, fragte sie etwas entblößt.
„Die sind bestimmt zu den anderen Jungs.“, antwortete Carolin.
„Die könnten wenigstens mal Bye sagen. Das nervt mich jetzt total. Idioten.“, fauchte Nikki und lief wieder in die Küche.

Stu und Lee hingegen schnappten sich gerade ihre Fahrräder und waren auf dem Weg zu Mus. Am Haus angekommen hörte man Mus schon die Treppen runterrennen und kaum waren Stu und Lee von den Rädern, riss er die Türe auf und sah sie grinsend an.
„Was grinst du so?“, fragte Lee seinen besten Freund.
„Keine Ahnung. Ich freu mich auf das Battle.“, meinte er nur eigenartig und lief mit den anderen Beiden die Treppen nach oben. Kaum hatten sie das Zimmer betreten, war Mus schon wieder auf der Suche seiner Turnschuhe.
„Wo hab ich die nur wieder hin?“, nuschelte er und kramte etwas herum. „Chris!“ Sein Bruder kam langsam ins Zimmer getrottet und sah alle Drei mit müdem Blick an.
„Was gibt’s?“, gähnte er und streckte sich.
„Hast du meine Turnschuhe wieder angehabt?“, fragte er genervt worauf Chris nur mit dem Axeln zuckte. „Sag schon.“
„Kann sein. Schau mal unten nach.“ Und schon verließ er wieder das Zimmer.
„Klar...unten. Wo sonst!“ Er düste die Treppen nach unten, holte seine Air Force und rannte wieder nach oben. „So, heute rappen wir sie in Grund und Boden. Ich hab keine Lust mehr auf diese scheiß Niederlagen!“, pfiff er genervt und schnürte seine Schuhe fester.
„Ich auch nicht. Ich hatte noch nie Lust auf Niederlagen.“, verdrehte Lee die Augen und streckte sich nochmal.
„Ich hätte mich von Nikki verabschieden sollen. Das letzte Mal als ich sie einfach alleine gelassen hab hat sie ihr Baby verloren.“, warf sich Stu selbst vor.
„Hör auf damit Stu. Unsere Mummys sind doch zu Hause bei ihr.“, erklärte Lee beruhigend, worauf Stu sichtlich ein Stein vom Herzen fiel.
„Also, bereit?“, klatschte Mus in die Hände und schon waren sie auf dem Weg, Tommy und Ollie abzuholen.

Bei den Blazers...


„Jungs, Jungs macht euch fertig! Wir müssen dann los!“, scheuchte Chris die anderen schon wieder herum in totaler Hektik.
„Ist ja gut Alter. Wir kommen schon nicht zu spät!“, lachte Sam zu Kenzie, der mal wieder mit seinen Haaren beschäftigt war.
„Sollte ich sie wieder etwas kürzer machen?“, wollte er völlig in Gedanken wissen, worauf die Jungs zu lachen anfingen – lauthals! „Was ist?“
„Du bist schon wie die Mädels. Total auf Haare ausgerichtet. Komischer Kerl Kenz.“, lachte Sam und fuhr ihm wild durch seine Haare.
„Hey, die hab ich gerade perfekt hergerichtet.“, motzte er, lachte jedoch dann.
„Also, seit ihr fertig?“ Die Jungs liefen schon mal los und kamen auch nur kurze Zeit später wieder am alten Sportplatz an.


Sie warteten einige Minuten auf die anderen, bis die Incrediblers ebenfalls den Platz betraten.
„Da seit ihr ja.“, grinste Kenzie etwas fies und warf ihnen üble Blicke zu.
„Ja, da sind wir.“, wiederholte Stu und schon stellten sie sich wieder voreinander. Jeder nahm sich sein Mic, Tommy ging an die Decks und schon fing die Musik an.
Incrediblers: „Dont Watch That“ Die Blazers befolgten ihre Aufforderung und sahen sich in der Luft um.
Incrediblers: „All we wanna do is rap - That's what we live for. All we wanna do is rap - That's why we're here. All we wanna do is rap - There aint no stoppin us now. All we wanna do is rap - This is a Weighty Plates production.“ Doch als Stu anfangen wollte, ging schon Ollie nach vorne und konnte nicht anders.
Ollie: „Okay we're back in the game with this whole rap shit. Ready to range between any name that dares to shame this flame aint ever goin out. Never fade till my times up till then shut up and listen. See what the hell you've been missin', vibe to this beat. Yo tasty you listenin' bredrin'. No more messin it's time to start blessin' I'm guessin' these peeps need a blessin'.“ Stu sprang die ganze Zeit etwas herum um Desinteresse zu zeigen. Kenzie lief zu ihm und drückte ihn etwas auf den Boden, damit er aufhört zu hüpfen. Völlig genervt fing er an mit seinem Kopf zu nicken, und schon kamen die ersten Raps.
Kenzie: „My development sent rappers to go experiment. So think again I'm ahead and the press mess is intelligent faces and placed. We see shameless people remainin' to try and stop us from playin' but that ain't gonna be happenin' this rappin' is a gift. So I use it to make doe,
ff you had it tellin me you wouldn’t. Don't chat shit you'd love to flow, the reason I'm writin' clear cut serious is because I have to make the lyrical content sound clear enough. You hear me?”, dies dreschte er knapp an seinem Kopf ab, worauf Stu nur den Kopf schüttelte. Er lief einen Schritt vor und rappte wieder das, was ihnen zustand:
„All we wanna do is rap - We kick it fast and first we struggled hard but it's past the worst, All we wanna do is rap - So its time to shine we're takin over leave the leaders behind. All we wanna do is rap - We got it locked energy thats so hot thats why we cant be stopped. All we wanna do is rap - Gather round this is real, this is us, this is how we get down.“ Doch bevor irgendjemand weiter machen konnte, blieb Stu vorne und rappte das, was einst zu Jay gehörte.
Stu: „My brain quicker rhymes so sinister now I'm iller be prepared 4 me. My people whoever is with us, I ride beats yeah I kick 'em if you like, then listen if u hate then envy the chain status my position and watch me glisten' in magazines and on television. Makin money the only way I know how writin' and spittin, makin a living with wit and brain cells, you only get lame girls, Reepa gets nothin' but them game girls.“ Jedes mal, wenn ein Incredibler den Text von Jay nahm, rasteten sie fast aus. Sie verstanden nicht, wieso sie nicht ihre eigenen Texte verwendeten, schließlich war Jay ein Blazer! Sam dachte jetzt zum ersten mal darüber nach, wieso die Incredibler den Song „All we wanna do is rap“ auswählten...es war doch schon fast wie eine Entschuldigung. Er lief nach vorn und stellte sich fragend vor Lee.
Sam: „I just wanna spit, why you stoppin' me for? I live to make hits, why you bring me war? I don't changed my ways but you still want more? I played a game and rolled a high score!” Nach jeder Frage kam ein „Ooh, ooh, ooh“ von Lee und Stu. Dies klang einmalig und war wohl wirklich ein großes Highlight, obwohl es eigentlich nichts besonderes war. Doch es zeigte, dass die Crews miteinander harmonierten, wenn sie zusammen Musik machten. Plötzlich schoss es wie aus einer Pistole aus den Mündern der 8:
„All we wanna do is rap!“ Und Tommy beendete den Song mit einem krassen quietschen, dass für alle grauenhaft war. Kurz zuckten sie zusammen und sahen sich dann an. Die gesamte Atmosphäre war plötzlich total anders, sie hatten nicht gleich das Verlangen sich zu prügeln oder anzuschreien, doch sie hassten sich weiterhin, was man durch die Blicke sehen konnte! Plötzlich kamen Sara und Nikki auf den Platz und sahen die Jungs etwas genervt an. Es war schon eigenartig, denn sie gehörten zu den verschiedenen Crews doch das beeinflusste nicht die Freundschaft der beiden. Nikki stellte sich mit Sara zwischen die 8 und Beide schwiegen nur. Stu sah seine Freundin an und grinste dann etwas, worauf auch Nikki leicht grinste. Sie war mittlerweile nicht mehr wirklich böse, sondern einfach nur noch genervt von den Kindereien die sie ausübten. Chris und Sara waren eigentlich zusammen, doch beide wussten das nicht gerade wirklich. Er empfand ziemlich viel für sie und sie ebenfalls für ihn, doch er traute sich einfach nicht den ersten Schritt zu machen und Sara...die war eh zu schüchtern wenn es um Chris ging. Immer wieder grinste er unter seiner Cappy hervor in ihr Gesicht, worauf sie leicht rot wurde und süß zurück grinste.
„Wenn ihr schon hier rumstreiten müsst, dann lasst uns auch mal mitmachen!“, forderte Nikki frech und lief wieder etwas in die Mitte der 8, zog jedoch Stu etwas mit sich und küsste ihn, als sie anhielt ohne ihn vorzuwarnen. Nach etlichen Minuten ließen sie wieder voneinander ab und Nikki lief zu Sara, die sich dann beide total anlachten und freuten. Sara rannte zu Tommy, flüsterte ihm etwas ins Ohr und rannte dann wieder lachend zu Nikki, worauf Tommy schon mit den ersten Tunes anfing. Die Jungs lachten sich an – jedoch nur ihre Crews – und wippten schon etwas im Takt mit.
Stu: „Baby you drive me crazy, I love your sexy style. You always seem to amaze me, come with me I'll make it worth your while. I just wanna get your number, give you a call sometime and one day if I'm lucky girl you will be mine.” Nikki tanzte vor ihm, bis er auf sie zu lief, sie sich umdrehte und er ganz nah mit ihr tanzte. Es machte ihn schon fast verrückt, dass sie ihm so verdammt nahe war, doch er genoss es. Nikki lachte die ganze Zeit und freute sich, dass es endlich mal ohne Reibereien zuging. Doch das war nur, bis Chris seinen Charme spielen ließ, Sara bei der Hand nahm und sie durch seinen Arm drehte.
Chris: „I just want to love you, like nobody else can. Girl I adore you, want you in my future plan. I will not ignore you, Baby please just understand, I wanna make love not war with you,
Baby.” Als er “Girl I adore you” sang fühlte sich Sara wirklich geschmeichelt. Es war einer der schönsten Sätze, die ein Kerl zu seiner Lady sagen kann. Nun – endlich geschah es – sagen BEIDE Crews GEMEINSAM den Refrain.
„Hey girl.” Doch: „Can't get you out of my head” sang dann Lee laut zwischen rein und sehr geil!
„I want you.”
Lee: „By my side that's what she said, come with me, I'll take care of you my lady.”
„Get down with me.”
Lee: „Baby come bounce with me. Hey.” Es war schon komisch für ihn, da Nikki seine Schwester war und Sara eine sehr gute Freundin, doch er dachte gar nicht darüber nach und flirtete wie es nur ging.
Chris: „I just wanna get to know you, spend time with you all night long. Cant stop myself from thinking about you when your gone.” Er deutet hinter sich und blickte kurz seiner Hand nach, doch dann sah er wieder seine Herzdame an und grinste. „When you walked into my life, everything turned right from wrong.” Er legte seine Hand auf seinen Brustkorb und zuckte etwas mit seinen Schultern, denn es stimmte. Sie kam und sein Leben drehte sich wieder zum Guten. „And even though we've just met it feels like I've know you so long.” Sie kannten sich schon ewig, doch das passte, denn sie war lange Zeit weg und er wusste nicht mehr sehr viel von ihrem jetzigen Leben. Auch sie tanzten ganz eng und freuten sich, einander zu haben. Nun nahm wieder Stu das Sagen und lief mit seinem Gesicht nah zu Nikki’s.
Stu: „I just want to love you.” Bei diesem Satz hatte er seinen typischen Schlafzimmerblick drauf, dem sie kaum wiederstehen konnte. Sie biss sich sexy auf die Unterlippe und kam ihm immer näher. „Like nobody else can. Girl I adore you.” Hier zog er sie so nah an sich, dass sie sein Herz schlagen spüren konnte. Das war ein wahnsinnig geiles Gefühl für beide. „Want you in my future plan, I will not ignore you. Baby please just understand I wanna make love not war with you, Baby.” Er fing an sie zärtlich zu küssen, und jeder fing zu jubeln an. Es war wirklich total geil und sah wunderschön aus. Dieser Kuss war voller Leidenschaft und Liebe...
Wieder sangen die Jungs zusammen den Refrain.
„Hey girl. Can't get you out of my head. I want you by my side that's what she said. Come with me, I'll take care of you my lady, get down with me, Baby come bounce with me. Hey.” Nun gingen Kenzie und Strider einen Schritt nach vorne und sahen dein beiden Ladies zu, wie sie immer noch tanzten.
Mus: „I like it when you look good.”
Kenzie: „How you should look.”
Mus: „Then I could.”
Kenzie: „Look like I would.”
Mus: „Come on stand where ya stood.”
Kenzie: „Ayo it's me chillin, my identity hidden.”
Mus: „But if I can flip your whole night into a different position.”
Kenzie: „ But she see me.”
Mus: „Basically girl you're my taste.”
Kenzie: „ Baby!”
Mus: „Lets leave this place.”
Kenzie: „ With your arms around my waist.” Er legte Nikki’s Arme um seine Hüfte und drehte seinen Kopf zu ihr, lachend.
Mus: „And at the end of the night
Kenzie: „There'll be a pleasant surprise.”
Mus: „ I'll break it down for you.”
Mus & Kenzie: „ Baby your place or mine?”
Marcel: „ I see this girl like whoa.”
Ollie: „ This was two weeks ago.”
Stu: „ She was sittin’ on 20's low pros.”
Ollie: „ Couldn't help but stare
Marcel: „ Designer clothes
Stu: „ Stepped out the ride
Marcel: „ Finest body on road
Marcel, Ollie & Stu: „ Oh No!” Die Drei lachten sich fast kaputt und Nikki und Sara ebenfalls. Sie hatten mal wieder ne Menge Spaß – ZUSAMMEN! Somit wurde der Song beendet und ebenfalls auch das akzeptable Wetter, denn es fing an heftigst zu regnen!


„Oh Shit, ich bin eh schon krank.“, rief Lee und hielt sich seine Jacke über den Kopf. Nun rannte jeder von dem Platz, somit auch die Jungs und Sara & Nikki.
Als Sara gerade in ihre Straße einbiegen wollte, zog Chris sie einfach mit, bis sie an seinem Haus ankamen. Sie stellten sich unter das Vordach und lachten, denn der Regen perlte über sie herab. Er nahm seine Jacke wieder runter und rückte die Cappy zurecht. Nun fing er auch noch an seine Schlüssel zu suchen, wie immer.
„Wieso klingelst du nicht?“, fragte Sara hibbelig.
„Weil das Haus leer ist. Mum und Dad sind mit Rebecca weggegangen und Josh ist bei Jonathan.“, erklärte er und kam ihr mit seinem Gesicht gefährlich nahe. Sie war schüchtern, das wusste er, darum blockte sie auch etwas.
„Mir ist kalt Chris...“, stammelte sie etwas. Er grinste, sah kurz nach oben und schloss dann endlich die Tür auf. Die Beiden fielen lachend in die Wohnung und Chris knallte dann die Tür zu, rannte ins Wohnzimmer und freute sich, weil er Sturmfrei mit seiner Lady hatte.
„Chris, du bist nach wie vor der Spinner!“, kicherte Sara, doch als Chris sie irgendwie komisch ansah, fühlte sie sich etwas mies. „Tut mir leid...“, stotterte sie, doch Chris reagierte absolut gar nicht. „Chris?“ Nach wie vor rührte er sich nicht, doch mittlerweile konnte er sein Grinsen nicht mehr verstecken und rannte los. Sara reagierte sehr schnell und rannte die Treppen nach oben, worauf Chris folgte. Sie schrie und lachte die ganze Zeit, bis sie ins Bad rannte und die Tür zu knallte. Chris hämmerte dagegen und lachte nur, genau wie sie. Doch sie hatte sich gegen die Türe gelehnt und auch abgeschlossen.
„Mach auf!! Wilma, mach auf!“, rief er und spielte Fred Feuerstein. Nach einiger Zeit weiteren Gelächters hörte er auf zu klopfen. „Ich geh nach unten und mach uns was zu essen. Irgendwelche bestimmten wünsche?“
„Nee, nee danke. Mach einfach irgendwas. Danke Chris!“ Dann hörte sie, wie er die Treppen runterrannte und schloss die Türe wieder auf, doch das war ein Fehler. Denn Chris stand nach wie vor an der Tür und wartete keine weitere Sekunde, sondern begann sogleich sie zu küssen. Er drückte sie ins Bad, schloss die Türe ab und zog ihr Top aus, worauf man ihr Herz schlagen hören können. Sie öffnete völlig in Gedanken seine Hose, worauf er nur lachte. Sogleich verlor sie ihre, er sein Shirt und so standen sie nur noch in Unterwäsche voreinander. Chris betrachtete sie für einige Sekunden und ihm gefiel immer besser, was er hatte – Sie! Sie stiegen in die Dusche, schlossen diese und nun flogen die Einzelteile über die Dusche auf den Boden.

„Whoa, whoa, whoa. Stu warte doch bis wir im Haus sind...“, flüsterte Nikki in sein Ohr, während er sie immer mehr gegen die Haustüre drückte und am Hals küsste. Er war so verrückt nach ihr, dass er nicht mal antworten konnte, doch als sie gerade ihre Lippen auf seine legen wollte, ging die Tür auf und sie fielen direkt ins Haus. Stephen gefiel das natürlich und er lachte sich fast kaputt, doch Stu machte das nicht aus, er küsste seine Freundin einfach weiter.
„Ey, Alter. Ich steh fei hier. Ich bin minderjährig!“, motzte Stephen grinsend worauf Stu ihn ansah.
„Und? Du ziehst dir auch meine Pornos rein.“, konterte Stu.
„Du schaust Pornos?“, fauchte Nikki und schlug ihm gegen die Brust. Stu lachte nur und küsste sie wieder. „Ne, hör auf Stu. Lass das!“ Nun weigerte sie sich immer wieder, dass er sie küsst. „Geh jetzt runter von mir!“ Sie versuchte ihn irgendwie von sich runter zu kriegen, doch das war zwecklos, denn er war schwerer. „STU!“ Plötzlich sprang er auf und rannte nach oben. Keiner wusste, was nun los war. Es war als hätte er Ameisen in der Hose oder so...Komischer Kerl. Nikki stand ebenfalls auf und lief langsam die Stufen nach oben, bis sie in seinem Zimmer ankam.
„Was war denn jetzt los?“, fragte sie entblößt.
„Nichts. Ich hatte nur eben meine dollen 5 Sekunden.“, grinste er und legte seine Jacke ab.
„Aaaaaah ja.“, meinte sie etwas unglaubwürdig und umarmte ihn von hinten. „Ich liebe dich Stu.“
„Ich liebe dich auch Baby.“ Er drehte sich zu ihr und gab ihr einen innigen Kuss auf die Lippen, in dem er ihr Gesicht in seine Hände nahm. Jedoch kam Stephen erneut ins Zimmer.
„Stu, Lee und Tommy sind da.“, erklärte er knapp und lief wieder aus dem Zimmer.
„Gehen wir mal runter?“, fragte er Nikki, die antwortend nickte. Sie machten sich sogleich auf den Weg nach unten und begrüßten die zwei.
„Habt ihr Lust Kürbisse auszuhöhlen? Ich muss weg und kann das nicht machen.“, fragte Caroline aus der Küche. Es war kurz vor Halloween und alle liebten es. Lee und Stu grinsten sich nur blöd an, worauf auch Tommy grinste.
„Klar!“, riefen sie dann im Chor und zogen sie mit in die Küche.
„Aber bitte macht das draußen auf der Terrasse.“, bat seine Mum grinsend, denn sie kannte die Jungs.
„Klar.“, nickten sie nur.
„Süße, begib dich in acht, wenn sie die Messer schwingen.“, lachte sie Nikki an, drückte sie und lief dann aus dem Haus. Nikki und Caroline verstanden sich wirklich sehr gut, was wichtig für Stu war.


Somit gingen sie auf die Terrasse und nahmen die Kürbisse mit.
„Ich mach den kleinen da...“, grinste Lee und nahm sich schon ein Messer.
„Dann mach ich den!“ Tommy deutete auf einen große, der größer als sein eigener Kopf war.
„Und ich den.“ Stu nahm sich einen mittelgroßen. „Und welchen willst du mein Schatz?“ Er drückte Nikki einen Kuss auf den Mund himmelte sie dann binnen von Sekunde an.
„Ich nehm den.“ Sie griff nach dem, der neben Stu’s stand. Somit nahmen sich alle ein Messer und schnitten sie erstmal auf.
„So, ich hol jetzt Löffel...“, grinste Stu verschmirckt, genau wie die anderen Zwei, darum fühlte sich Nikki etwas unwohl. Er holte also Löffel und drückte jedem einen in die Hand. „Also los.“ Sie fingen an zu schaufeln, doch nach einiger Zeit griffen sie mit den Händen rein und bewarfen sich damit.
„Oh du Schwein!“, lachte Lee und knallte Stu eine Ladung Kürbis ins Gesicht.
„Hey Stu, schau mal.“ Stu drehte sich zu Tommy und bekam auch von der Seite eine Ladung ab. Nikki schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen.
„Was schaust du so, Schwesterherz?“, fragte Lee neugierig – noch immer lachend.
„Ihr seit solche Kinder...“, stöhnte sie etwas und höhlte weiter aus. Nun fingen die Jungs an zu tuscheln und kichern wie kleine Schulmädchen.
„Nikki?“, rief Stu und sie blickte auf, was ein Fehler war, denn sie bekam von allen dreien einen Löffel voller Kürbis ins Gesicht.
„Oh...das bekommt ihr zurück!“ Somit warfen alle 4 mit den Kürbisinnereien herum, lachten und hatte ne Menge Spaß, bis es klingelte. Nikki rannte zur Tür und gab den Jungs ein Zeichen, nachdem Marcel das Haus betrat. Er lief nach draußen und die Jungs bewarfen ihn mit Kürbis.
„Schöne Begrüßung!“, lachte er und machte gleich mit. Nun fehlte nur noch Mus, der würde sicher auch gleich kommen. Sie hoben schon Ladungen für Mus auf...
Endlich klingelte es, Nikki rannte wieder zur Tür und öffnete sie, sah Mus, grinste und lief mit ihm auf die Terrasse. Natürlich bekam auch er dann seine Portionen ab.
„Ihr seit so blöd...“, grinste er und machte ebenfalls mit. Somit war Chaos im Hause Baker ausgebrochen, aber das war normal, wenn die Incredibler zusammen waren.
Nach Stunden konnten sie sich wieder etwas benehmen und nahmen wieder Messer zur Hand. Marcel und Mus hatten mittlerweile auch einen ausgehöhlt.
„Jetzt sind die Gesichter dran.“, sagte Stu und fing schon an, sämtliche Ritze zu machen, da er sich nie sicher war, wie sein Kürbis aussehen sollte. Lee lachte sich fast kaputt, als er seinen ausschnitt. Auch Tommy konnte sich das Grinsen nicht verkneifen und lächelte immer wieder sein Kunstwerk an. Jeder war ewig damit beschäftigt, ein tolles Gesicht zu schneiden. Letztendlich würden alle irgendwie doof aussehen.
„So, fertig!“, rief Lee und streckte die Arme jubelnd nach oben.
„Zeig!“, forderte Nikki als erste und lachte sich fast kaputt. Dann drehte Lee den Kürbis um und zeigte ihn den anderen. Stu lachte erstmal nicht, doch die anderen schmissen sich fast in die Ecken.
„Das ist nicht witzig Lee...“ Doch es fiel ihm schwer, nicht zu lachen. Lee hatte also versucht Stu auf seinen Kürbis zu ritzen, doch da man es nicht wirklich erkennen konnte, hatte er seinen Namen darüber geschrieben. Als dann auch die anderen ihre Gesichter präsentierten, war das Gelächter noch größer. Die Kürbisse sahen wirklich zum Schreien aus, darum hatten sie auch ne Menge Spaß.

Kenzie saß auf seinem Bett und starrte wieder diesen Zettel an, denn er einst in seinem Briefkasten gefunden hat.
„10.1 / 25.19...was hat das zu bedeuten?“, nuschelte er die ganze Zeit, bis Jonathan mit Josh ins Zimmer kam.
„Hey Kenz.“, lächelten sie und schlossen die Tür hinter sich.
„Was gibt’s?“ Er versteckte den Zettel und blickte die beiden einige Sekunden mit Schweigen an.
„Ähm...darf Josh heute hier bleiben?“ Jonathan zog die Augenbrauen hoch und hoffte auf ein Nicken.
„Ach Jonathan, frag am besten Mum. Ich kann das nicht entscheiden.“
„Kannst du nicht Mum fragen?? Bitte...“, bettelte er schon.
„Na gut. Ich frag sie nachher.“, genervt verdrehte er die Augen.
„Danke Mann, du bist der Beste!“ Sie freuten sich und rannten wieder aus dem Zimmer. Nun legte sich Kenzie auf sein Bett und las sich immer wieder diesen Zettel durch. Klar, es hatte etwas zu bedeuten, doch was? Gerade war er richtig in diesem Zettel vertieft, als er durch die Türe aus seinen Gedanken gerissen wurde.
„Hey Kenz.“, grinste Sam etwas und schloss die Türe wieder.
„Oh, hey Sam. Ich hab dich unten gar nicht kommen hören.” Sam lief erstmal zur Stereoanlage und knipste die Musik etwas leiser.
„Wie auch? Deine Musik hört man draußen auf der Straße.“, lächelte Sam etwas. Er lief zu ihm ans Bett und setzte sich erstmal. „Was hast du da?“
„Na diesen Zettel...was hat er zu bedeuten?“ Sam nahm den Zettel in die Hand und betrachtete ihn genauer.
„Vielleicht ist es viel einfacher als wir denken. Vielleicht zwei Daten, die vermischt sind oder so...“, grübelte er und legte ihn dann auf Kenzie’s Schreibtisch.
„Es ist sicherlich gar nicht schwer, aber wenn du keine Ahnung hast von wem oder was er ist, dann ist es schwer.“ Sam nahm seinen besten Freund leicht in den Schwitzkasten und fuhr ihm etwas durch die Haare.
„Mach dir nicht so nen Kopf darüber, wir finden schon noch raus was das zu bedeuten hat. In drei Tagen ist Halloween, wir müssen uns noch was ausdenken Alter.“ Das brachte Kenzie endlich mal wieder zum Lachen.
„Wen legen wir dieses mal rein?“, lachte er freudig.
„Ähm...Sara und Nikki?“, schlug Sam vor.
„Nee, Nikki geht doch sicher mit den Incrediblern weg.“, warf Kenzie sich selbst vor. Als Sam sein trauriges Gesicht sah, knuffte er ihm in die Seite, sprang auf, setzte sich auf Kenzie und kitzelte ihn durch.
„Hey, okay, okay. Hör auf Sam!“ Das war doch ein richtiger Hilferuf, oder nicht? „SAM!“ Mit einem leichten Schreck stoppte er für kurze Zeit, denn es war nicht Kenzie der seinen Namen rief. Auch Kenzie war geschockt und sah sich um, doch woher sollte die Stimme denn kommen? Hektisch ging Sam von Kenz, der dann gleich sein Fenster öffnete und sich rauslehnte. Zuerst sahen sie niemanden, bis dann plötzlich einer durchs Gebüsch rannte.
„Da!“ Kenzie deutete auf ihn, doch plötzlich war er weg. Sam und Kenzie sahen sich an. Das kam ihnen schon ziemlich komisch vor, doch plötzlich wurde Sam wieder gerufen. Sie sahen nach unten und erblickten Chris.
„Kommt ihr runter oder soll ich raufkommen?“, rief er. Kenzie überlegte kurz und entschloss sich, dass er hochkommen sollte.
„Okay hier bin ich.“, sagte er stolz als er ins Zimmer platzte. „Was ist denn mit euch los? Habt ihr ein Gespenst gesehen?“ Genau so kam es ihnen vor, als hätten sie ein Gespenst gesehen...
„Das hat sich doch...angehört wie...“, stotterte Sam etwas und sah Kenzie verwirrt an.
„...wie Jay...“, setzte er fort. Chris verstand nun gar nichts mehr, von was redeten die Beiden?
„Wer? Was? Wie?“, fragte er ratlos. Somit erzählten Kenz und Sam, was gerade passierte, wodurch Chris wieder Tränen in die Augen stiegen.
„Er ist tot...“, weinte er, doch hielt es schnell wieder zurück. Die Jungs senkten den Kopf und waren ebenfalls den Tränen nahe. Es war schon komisch, doch es waren wohl einfach nur Verwechslungen...
„Ich hab mit Sara geschlafen...“, fuhr es plötzlich aus ihm heraus. Sam und Kenzie sahen ihn an und grinsten leicht.
„Endlich hast du es geschafft. Wir dachten schon wir müssen helfen.“, lachte Sam etwas, worauf auch Chris grinste. Sie fuhren ihm stolz über den Kopf und lachten.


„Seit ihr jetzt endlich zusammen?!“, lachte Kenzie. Schüchtern nickte er etwas, doch seine Augen waren verwirrt.
„Ich denke schon...“, flüsterte er.
„Das wird sich schon alles schön langsam entwickeln, nur keine Angst mein Alter.“, lachte Sam und knuffte ihm in die Seite. Die gesamte Atmosphäre war total angespannt, keiner wusste, wie er sich nun verhalten sollte. Es war selbst nach diesem Jahr noch nicht einfach, von Jay abzulassen. Kenzie dachte weiterhin an diesen Schrei...und wieso rief er Sam?? Es war doch Kenzie’s zu Hause, nicht das von Sam. Nachdem Jay weg war schien alles unheimlich. Es geschahen Dinge, die fast übermenschlich schienen. Plötzlich stand Kenzie einfach auf und lief nach unten zu seiner Mum.
„Ach, als erstes, ich soll von Jonathan fragen ob Josh heute hier bleiben darf...“, fragte er sie zuerst.
„Klar, aber dein Bruder soll das nächste Mal selbst fragen.“ Kenzie nickte einstimmig. „Aber bist du deswegen gekommen?“ Tja, das wusste er nun nicht mehr, denn er hatte vergessen, warum er nach unten lief.
„Ich weiß es nicht mehr...“, erklärte er etwas verstört und wollte gerade wieder die einzelnen Stufen wieder nach oben laufen, doch da hörte er einen Schuss auf der Straße. Hektisch drehte er sich um, rief die Jungs und rannte schon nach draußen um die Lage zu checken. Dort standen zwei Kerle mitten auf der Straße, der eine am Arm verletzt und leicht gekrümmt. Der Andere mit der Pistole in der Hand und zielte immer noch auf ihn.
„Hey!“, funkte Kenzie rein, worauf der Verletzte einfach davon rannte.
„Was ist nur mit der Welt los?“, stöhnte Chris verzweifelt und senkte kopfschüttelnd den Kopf.
„Wer war der Kerl?“, fragte Kenzie den mit der Knarre, doch er antwortete nicht und lief einfach davon. „Okay, danke für die Antwort!“, schrie er ihm hinterher und drehte sich genervt zu den anderen zweien. „Wisst ihr, ich glaube irgendwas läuft hier gewaltig mies. Hier stimmt irgendwas gar nicht.“
„Der gleichen Meinung bin ich auch Kenz, aber was sollen wir machen?“, fragte Sam verzweifelt. Kenzie sah sich genauso verzweifelt um, wie Sam.
„Wir...sollten mit den Incrediblern reden...“, schlug er mit dem Kopf gesenkt vor. WOW, Chris und Sam hatten mit so einer Einsicht nicht gerechnet.
„Dann lasst uns gleich gehen. Ich glaube sie sind bei Stu...“, folgte Chris’ Antwort. Kenzie sah ihn an, hatte diesen Schmollmund und schon gingen sie los, machten sich auf den Weg zu den Bakers.

„Aaaaaaaaaaaah STOP STU!“, rief Nikki laut und knallte im wieder was ins Gesicht.
„Dann hör du auch auf!“, protestierte er in dem Gemansche das die Leute dort vollbrachten. Er lief auf sie zu und drückte ihr einen zärtlichen Kuss auf, doch plötzlich klingelte es wieder an der Tür. Keiner der Jungs bekam es mit, nur Nikki. Sie zählte kurz die Jungs durch und alle waren da, somit konnte es nicht noch einer sein. Sie lief zur Tür und öffnete sie gleich, worauf ihr Lachen zu einer ersten Miene wurde.
„Kenzie...“, fuhr es nur kurz aus ihr heraus und mit geschockten Augen blickte sie ihn hoch und runter.
„Hey Nick. Schon lange nicht mehr gesehen.“, lächelte er sie verschmitzt an und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Du schmeckst nach Kürbiss.“ Sam und Chris lachten, genau wie Nick und Kenz. Sie ließ die drei in die Wohnung.
„Was...wollt ihr denn hier?“, fragte sie noch etwas unsicher.
„Wir müssen...mit den Jungs reden...“, klärte er sie auf, worauf sie nickte und wieder auf die Terrasse lief.
„Jungs?“, plapperte sie einfach mal rein und keiner sah zu ihr. „Jungs!“ Doch keiner reagierte. „Die Blazers sind da.“ Und plötzlich wurde jeder hellhörig.
„Was?“, fragte Lee genervt und lief mit den anderen schon zur Haustüre. „Was wollt ihr?“
„Irgendwas...läuft hier nicht mit rechten Dingen.“, fing Kenzie an. Die Incredibler sahen sich an und dann wieder zu den anderen drein.
„Bevor ihr irgendwas sagt...vorhin...also wisst ihr, da hat uns jemand gerufen und es hörte sich an wie Jay.“, erklärte Sam, was jeden wieder runterzog. Somit erklärten sie ihnen, was seitdem so alles passiert ist. Doch irgendwann grinste Marcel und klatschte Chris ein wenig vom Kürbiss ins Gesicht. Sein schelmisches Grinsen übte sich schon bald aus, denn er rannte ihm hinterher und knallte ihm ebenfalls etwas ins Gesicht. Für diese kurze Zeit vergaßen die Jungs einfach, dass sie getrennte Crews waren und auch Ollie kam schon bald dazu, als Nikki ihn anrief und bat zu kommen.




Mieze ...





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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nach einigen Stunden beruhigten sie sich wieder etwas, doch aus dem Gelächter kamen sie nicht.
„Ihr habt so nen Spleen.“, stellte Chris fest und wischte sich die Kürbissreste aus dem Gesicht. Jeder der Jungs fing an sich das Gesicht und etwas die Klamotten zu säubern, bis dann das Telefon klingelte und Stu gleich losrannte.
„Stu Baker...“, sagte er nur und wartete auf Antwort, doch nichts kam. „Hallo?“ Doch weiterhin nichts. „Dann halt nicht.”, grinste er etwas und legte wieder auf. Zurück bei den Jungs war jedoch schon wieder Chaos ausgebrochen: Sie schlugen sich schon wieder gegenseitig Kürbiss um die Ohren.
Nun dauerte es nicht mehr lange, bis Carolin wieder nach Hause kam und das Chaos sah.
„Oh nein...Nikki, geht’s dir gut?“, rief sie lachend, worauf sie dann gleich auf die Terrasse kam und sie lachen sah. „Okay, dir geht’s gut.“ Plötzlich hatte sie jedoch einen überraschten Blick im Gesicht, denn mit den Blazern hätte sie nicht gerechnet.
„Oh schön euch Jungs hier zu sehen.“, lächelte sie dann, worauf es plötzlich eine angespannte Atmosphäre ergab. Sie sahen sich verwirrt und etwas unsicher an und schon meinte Kenzie, dass sie los müssten.
„Man sieht sich dann wohl an Halloween...“, meinte Chris nur und verabschiedete sich von Marcel, der wohl erst die Atmosphäre vorhin entspannter machte. Somit verließen die Blazers, nachdem sie sich auch von Caroline verabschiedeten, das Haus. Kurz hielt Nikki inne, rannte ihnen dann jedoch hinterher.
„Hey Jungs, wartet mal!“, rief sie ihnen nach, worauf sie verwundert stehen blieben und sich wieder zu ihr drehten. „Ähm...schön, dass ihr heute hier wart.“
„Kein Ding.“, erklärte Kenzie etwas kühl und schon liefen sie weiter.
„Ich liebe euch.“, flüsterte sie mit Tränen in den Augen und langte sich traurig an die Stirn. Kenzie blieb einfach stehen und sah auf den Boden, drehte sich zu ihr und nahm sie in den Arm.
„Wir lieben dich doch auch Nikki.“, erklärte er dann und wischte ihr die Tränen aus dem Gesicht.
„Könnt ihr euch...nicht wieder vertragen?“, fragte sie dann leise, worauf die Jungs gar nichts sagten und letztendlich davon liefen. Doch plötzlich rannte Sara noch zu ihnen, und rief ihren Chris.
„Chris, Jungs, Nikki...hey!“, rief sie etwas lachend. Chris drehte sich um und schloss sie in ihre Arme, drehte sie um seine Achse und küsste sie dann zärtlich. Alle waren hingerissen von den Beiden, sie waren wirklich süß. Binnen von Sekunden blieb Nikki einfach stehen, doch dann lief sie wieder ins Haus der Bakers und setzte sich dort auf die Couch, wo auch schon die Jungs verteilt waren.
„Was war denn?“, wollte Lee wissen und sah sie etwas angesäuert an.
„Ich hab mich bedankt, dass sie hier waren.“ Darauf sagten sie dann nichts mehr, denn sie wussten nicht was.
„Drei Tage...“, lenkte Tommy ab. „Dann ist Halloween. Als was werdet ihr gehen?“ Nun sah man nur noch die Köpfe qualmen, denn jeder überlegte stark.
„Ich geh als...Vampir!“, lachte Lee als er auf Mus sprang und ihn in den Hals biss. Er lachte ebenfalls und versuchte sich zu wehren, doch das klappte erst, als sie Beide auf dem Boden lagen und sich kaputt lachten. Noch lange grübelten sie darüber und entschlossen sich, auf gut Glück einfach in einen Laden zu gehen und Verschiedenes anzuprobieren...

3 Tage später – Halloween!!

„Oh Mann, wir haben schon halb sieben. Macht euch mal fertig Jungs!“, rief Kenzie Josh und Jonathan zu, denn sie brauchten wieder ewig.
„Ja Mann, wir kommen gleich!“, lachten sie sich halb tot über ihre Kostüme. Schon klingelte es auch an der Tür und Kenzie – der Gangsta – ging an die Türe und öffnete seinen Jungs – Chris als Milo von Pepper Ann, Sam als Scream, Stu als Teufel und Marcel als 2 Pac. Als Kenzie die Jungs sah, konnte er sich sein Lachen nicht verkneifen.
„Also ihr Verrückten, lasst uns losgehen. Josh, Jonathan!“ Auch die Beiden kamen endlich und schon ging es auch los.
Kaum hatten sie einige Blocks hinter sich gelassen, kamen ihnen ein Mafia Boss – Mus, ein Engel – Nikki, ein Pirat – Ollie, ein Skelett – Tommy und ein Vampir – Lee, entgegen.
„Hey Jungs!“, rief Nikki erfreut und fiel Kenzie um den Hals.
„Na ihr...alles klar?“, fragte er lieb und sah die Jungs dann an. Nikki lief wieder zu ihrem Stu und griff nach seiner Hand. Sie nickten alle lächelnd und sahen den Kids hinterher, die an ihnen vorbei rannten und sich an ihren Süßigkeiten erfreuten. Plötzlich kam ein kleines Mädchen zu Nikki und sah sie süß an.
„Hey Kleines...“, lächelte sie und ging nach unten zu ihr auf die Knie. Sie hatte einen weißen Minirock an, Eskimoboots, ein weißes Oberteil mit Flügeln.
„Du bist ein schöner Engel.“, grinste sie verlegen und spielte ihr an den Haaren herum. Das schmeichelte Nikki natürlich und sie strich ihr über die Wange. Das kleine Mädchen verabschiedete sich bei ihr und rannte wieder zu ihren Freunden, worauf auch Nikki wieder aufstand und die Jungs angrinste.
„Kommt ihr nachher auch auf die Party in der Sporthalle?“, wollte sie dann wissen und sah die Blazers an.
„Klar...“, lachten sie im Chor.
„Super, dann bis nachher Jungs.“ Sie gab jedem einen Kuss und schon lief sie wieder weiter.

Somit liefen die Crews weiterhin getrennte Wege, hatten noch ein Wenig Spaß und um etwa 9 Uhr ging es auch schon mit der Halloweenparty in der Sporthalle los.
Zuerst kamen dort die Blazers an, dann die Incredible Crew.
„Ah, da seit ihr ja!“, lachte Nikki und fiel wieder den anderen Jungs um den Hals. Nun endlich hatten sie auch Sara im Schlepptau, die sie anlachte.
„Saraaaaaaaaaaaaaaaa!“, schrie sie freudig und umarmte „Pepper Ann“. Die Beiden freuten sich wie kleine Kinder an Weihnachten, nicht nur, weil sie sich sahen, sondern auch, weil Halloween war und die Jungs sich mal nicht gleich die Köpfe einschlugen. Zuerst holten sie sich etwas zu trinken und Sara und Nikki waren schon wieder drauf und dran nur Unsinn zu machen – aber das war so üblich! Nun ging die Türe auf und Yanina, Naddl und Laila kamen in die Sporthalle. Letztendlich war es geschehen, Sara und Nikki flippten völlig aus! Die Drei waren nicht oft in der Stadt, da sie in einem anderen Bezirk Londons wohnten, doch für Halloween ließen sie sich das nicht entgehen. Die 5 freuten sich wie ein paar Verrückte und lachten sich die meiste Zeit kaputt, doch als plötzlich ein Schmusesong anfing, „My boo“ von Alicia Keys und Usher, liefen sie zu ihren Süßen. Nikki schnappte sich ihren Stu und Sara ihren Chris, liefen auf die Tanzfläche und schmiegten sich zärtlich an sie.
„Es ist so schön hier mit dir zu sein!“, flüsterte sie zu Stu, der es nickend und lachend erwiderte. „Schau dir die zwei an.“ Lachend deutete sie auf Yanina und Sam, die schon ewig aufeinander standen, sich aber nie trauten, ihre Gefühle zu offenbaren, da sie etwa drei Stunden auseinander wohnten.
„Hoffentlich kriegt er es jetzt endlich mal auf die Reihe.“, lachte er etwas.
Nach dem Song trafen sich die Mädels vor der Sporthalle, da es ziemlich stickige Luft in der Halle war.
„Mann, das ist ja so cool dass ihr hier seit.“, freute sich Nikki mit Sara.
„Wir können euch doch nicht alleine lassen.“, lachte Laila und zog sich ihre Jacke über.
„Es ist soooooooooooooo schön dass ihr hier seit.“ Nikki kriegte sich kaum noch vor Freude. Nun fiel ihr ein Kerl in einem strahlendweißen Anzug auf, der einen weißen Hut trug und eine weiße Maske über den Augen. Die ganze Zeit beobachtete sie ihn und auch er sah seine gesamte Zeit zu ihr.
„Wohin schaust du Nick?“, wollte Yanina wissen und sah in ihre Augenlinie. „Ooooh, der gefällt dir hm?“
„Ach...Unsinn.“, kicherte Nikki und knuffte Yanina in die Seite.
„Es ist kaaaaaaaaaaaaaaaaalt...“, heulte Naddl künstlich herum.
„Okay, dann lasst uns wieder reingehen.“, schlug Sara vor und schon liefen die Mädels los, doch ich blieb binnen von Sekunden stehen und sah diesen mysteriösen Kerl weiterhin an.
„Nikki!“, rief Laila, worauf auch ich meinen Hintern in Bewegung setzte und zurück in die Halle lief. Kaum hatten sie ihre Jungs wieder gefunden, ging das Gelächter wieder los und nichts als Unsinn kam bei der ganzen Sache raus, doch dann lief „Breathe Easy“ von Blue und Nikki’s Gedanken überschlugen sich. Diesen Song hörte sie jede Nacht, nachdem Jay weg war. Noch immer kam sie seelisch damit nicht klar, dass er nun für immer weg war, doch was blieb ihr auch anderes übrig? Er war schon so lange weg und so lange trauerte sie. Es brachte sie Nacht für Nacht fast um, wenn sie Stu und die Jungs nicht hätte. Vorsichtig und zärtlich griff sie nach Stu’s Hand, der sie dann lächelnd ansah, sich jedoch wieder von ihr wegwandte, da er sich mit den Jungs unterhielt. Plötzlich stand der mysteriöse Kerl in dem weißen Anzug vor ihr und bat um ihre Hand. Langsam legte sie ihre in seine und lief einfach mit ihm in die Menge, worauf Stu ihr zwar hinterher sah und auch eifersüchtig war, doch er wusste, dass sie ihn liebte. Langsam zog der Mysteriöse sie an sich und legte seine Hände um ihre Hüfte. Lange sah sie ihn einfach nur an, doch es war zu dunkel, um seine Augen zu sehen. Sie fühlte sich sehr wohl bei ihm und wünschte, dass dieser Moment niemals wieder stoppte.
„Wer bist du?“, flüsterte sie, doch er antwortete nicht. „Sag es mir bitte.“
„Wieso willst du das wissen?“, fragte er dann.
„Du kommst mir...bekannt vor. Nimm die Maske ab.“ Ihre Forderungen schienen ihm nicht gemütlich, somit lenkte er einfach ab.
„Deine Freunde?“
„Lenk nicht ab. Nimm doch bitte mal die Maske ab.“, forderte sie wieder, worauf er aufhörte mit ihr zu tanzen, seine Hand auf die Maske legte und sie vorsichtig von seinem Gesicht zog...


Nikki stockte der Atem. Das Blut, dass in ihren Adern floss, fror zu Eis. Ihr Kopf war leer, als wären ihre Gedanken ausgefallen. Sie durchzuckten Schläge, dass ihr Körper zu vibrieren anfing. Mit leeren Augen starrte sie ihn an, wohl durch ihn durch. Wie konnte das möglich sein? Das gab es doch nicht. Vereinzelte Tränen liefen über ihre blasen Wangen, bahnten sich den Weg auf den Boden, sobald sie die Kannten ihrer Gesichtszüge erreichten. Es war, als würde die Welt stehen bleiben, für sie war die Halle leer, denn es schien stumm und leblos. Sie konnte ihre eigenen Tränen auf den Boden fallen hören, so leise schien es ihr. Auch er wusste nicht, was er sagen sollte, denn mit so einer Reaktion hatte er nicht gerechnet. Doch, mit welcher sonst? Er hatte doch nicht wirklich gedacht, dass sie vor Freude in die Luft sprang, oder? Mit sehr kleinen Schritten nach hinten entfernte sie sich von ihm und rannte dann raus. Ihm kam es vor wie in einem Märchen, denn er konnte ihre Tränen noch so glitzern und fliegen sehen. Enttäuscht sah er ihr nach und rannte sofort los, als auch die anderen registrierten, dass etwas nicht mit Nikki stimmte.
„Warte Nikki, bitte!“, rief er ihr nach, doch sie hörte nicht. Als sie an einem Baum ankam, stellte sie sich mit dem Gesicht dagegen und weinte verbittert in ihre Hände. Mit jedem Schritt, den er näher kam, raste auch sein Herz um tausend mal schneller.
„Geh weg!“, rief sie, doch er hörte nicht darauf. „Geh weg, geh weg, geh weg!“ Immer wieder schrie sie ihn an, doch er hörte einfach nicht auf zu ihr zu laufen.
„Hey!“, rief plötzlich eine weitere Stimme drohen, die von Stu kam. „Was willst du?“ Er traute sich gar nicht sich um zu drehen.
„Dreh dich zu ihnen. Zeig dich...“, sagte Nikki so laut, dass es alle verstanden. Flehende Blicke kreuzten ihre, doch sie blieb knallhart. Mit gesenktem Kopf drehte er sich langsam zu ihnen und es schien, als würden alle aufhören zu atmen. Nikki brach weinen auf die Knie und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen, beschützend. Niemand der anderen war fähig, zu ihr zu gehen um sie zu trösten, denn dieser Schock saß wirklich eindeutig ZU tief!
„Das kann doch nicht wahr sein..“, flüsterte Kenzie unter Tränen.
„Jay?“, fragte Lee ganz leise. Keiner bewegte sich, alle warteten, dass dieser Kerl etwas von sich gab, doch er selbst war wohl auch geschockt. Dann rannten die Mädels erstmal zu Nikki, die noch immer auf dem Boden saß und innerlich zerbrach. Chris stiegen die Tränen in die Augen, denn er hat seinen besten Freund so vermisst und dachte, dass er tot war. Doch plötzlich stand er wieder vor ihm...vor allen. Quicklebendig und wirklich real. Laila und Yanina versuchten Nikki aufzurichten und Sara sprach immer wieder auf sie ein, doch sie registrierte das alles gar nicht.
„Du hast einiges zu erklären.“, schrie ihn Naddl an, worauf er seinen Kopf wieder sank.
„Was...hat das alles zu bedeuten...wie ist das möglich?“, fragte Marcel aufgebracht und etwas wütend.
„Ich...“, fing er an, doch wurde unterbrochen.
„Du lebst...“, weinte Chris und lief langsam auf ihn zu, als er vor ihm stand, nahm er ihn fest in den Arm. „Du lebst..“, flüsterte er.
„Ich war nie tot...“, meinte er nur. Daraufhin richtete sich Nikki auf, drückte Chris etwas von Jay weg und knallte ihm eine, denn diese Antwort hätte nicht sein müssen. Mit wütenden Blicken lief sie einfach davon und hoffte, dass das alles nur ein schlechter Traum war. Auch Jay wollte ihr hinterher, doch er wurde zurückgehalten.
„Ich geh zu ihr...“, meinte Sara und lief schon los, worauf auch Laila folgte. Yanina und Naddl blieben bei den Jungs, denn sie waren ziemlich wütend auf Jay.
„Wieso hast du das gemacht?“, wollte Yanina wissen.
„Was?“, fragte er unschuldig.
„Das fragst du wirklich?“, funkte nun Stu mit ein.
„Ich...klar, es gibt keine Entschuldigung dafür, aber eine Erklärung...“, fing er an. „Aber kann ich euch das nicht erklären, wenn wir wissen, wo Nikki hingeht?“
„Du hättest nicht wieder kommen sollen...“, sagte Stu und machte sich auf den Weg, seine Freundin zu finden. Dies war ein harter Schlag für Jay, doch irgendwie verstand er das auch. Auch die anderen Jungs liefen ihm nach und Yani und Naddl ebenfalls. Nur Chris blieb noch kurz bei Jay stehen.
„Nimm es dir nicht so zu Herzen, aber hier ist einiges passiert...“, versuchte er ihn zu beruhigen und lief ebenfalls in die Richtung, in die auch die anderen liefen. Doch als er merkte, dass Jay nicht mitlief, hielt er einst erneut an.
„Na komm...“, winkte er ihm zu und Jay lief auch mit.


Langsam liefen die Beiden hinter den anderen her und sagten erst gar nichts. Die Hände in den Hosentaschen und den Kopf gesenkt, doch Chris’ Blicke wanderte immer wieder zu Jay, denn er konnte es gar nicht glauben.
„Wo warst du?“, fragte er leise. Jay antwortete nicht, da er warten wollte, bis sie alle zuhören würden.
„Lass mir etwas Zeit, bis wir alle beisammen haben, dann erklär ich euch alles.“, meinte er nur und schon stießen sie wieder auf die Anderen, die Nikki bereits gefunden hatten. Weinend saß sie auf dem Boden mit ihren Engelsflügeln und verbarg ihr Gesicht weiterhin in ihren Händen. Für Stu war das eine sehr komische Situation, denn hiermit zeigte sich, dass sie ihn immer noch liebte. Lange stand er einfach nur am Rand und beobachtete, wie sie sich alle um sie sorgten, doch dann nahm er allen Mut zusammen.
„Würdet...ihr mir kurz eure Aufmerksamkeit schenken?“, flüsterte er fast, doch sie hörten es durch die Stille. Alle drehten sich zu ihm, doch er bekam nur verstohlene Blicke.
„Nein, du hörst mir jetzt mal zu.“, fing Lee an. „Du haust einfach ab, ohne ein Wort zu sagen. Du hast uns verdammt noch mal so eine scheiß Angst gemacht. Du denkst nicht mal daran, etwas zu sagen, einen Zettel zu hinterlassen, geschweige denn dich zu melden. Wir dachten, du seiest tot, verschwunden...weg von hier. Du bist daran Schuld, dass die Crews wieder Krieg führen, und du bist schuld, dass meine kleine Schwester innerlich zerrissen wurde. Nun tauchst du aus heiterem Himmel wieder auf und denkst, du kannst es mit einer Erklärung wieder gut machen, was du uns und vor allem Nikki angetan hast, aber nein, tut mir leid James, da muss ich dich enttäuschen. So läuft das nicht. Du machst, dadurch, dass du wieder hier bist, alles nur noch schlimmer. Du hättest nie wieder auftauchen sollen...“ Er war so in rage, dass Jay sich gar nicht traute, etwas zu sagen. Es stockte ihm schon fast der Atem. Chris baute sich vor ihm auf und warf ihm Blicke zu, die ihn wohl getötet hätten.
„Halt die Luft an Lee...“, stotterte er noch etwas unsicher. „Seit doch froh, dass er lebt. Wir haben ihn vermisst und deshalb haben wir Krieg geführt, was eigentlich dumm war. Wir haben ihn vermisst weil wir ihn lieben und jetzt baut ihr so einen Stress.“
„Du verzeihst ihm einfach so?“, wollte Marcel wissen, während er sich zu ihm aufstellte.
„Er ist nach wie vor mein bester Freund, er kann tun und lassen was er will, er ist mein bester Freund.“, wiederholte Chris, um den Jungs und Mädels klarzumachen, dass er einfach in sein Leben gehört, egal was passiert. „Ihr lasst ihm ja nicht mal die Chance zu erklären, was passiert ist.“
„Das wollen wir auch gar nicht hören.“, meinte Stu genervt, worauf auch Sam aufstand.
„Jetzt reicht’s aber. Mault ihn nicht so an, es ist sicher ganz anders als ihr denkt. Er ist ein Blazer, und wird es immer sein!“ Nun stellten sich auch Ollie und Kenzie noch zu ihnen, obwohl sich Kenzie dabei gar nicht so wohl fühlte. „Er ist ein Blazer.“ Die anderen Jungs waren ziemlich enttäuscht und auch geschockt, denn damit hätte wohl niemand gerechnet. Niemand dachte, dass die Jungs ihn wieder so aufnehmen würden. Letzte Blicke gaben sie zu Nikki, welche die Blazers mit ihren verheulten Augen ansah. Kenzie küsste seinen Zeige- und Mittelfinger, klopfte sich dann aufs Herz und zeigte zu ihr. Sie wusste, die Jungs liebten sie, doch es musste etwas passieren. Nun liefen die Blazers davon und ließen den Rest einfach hinter sich.
„Gott, die kotzen mich so an...“, fuhr es aus Lee, worauf Nikki wohl der Kragen platzte.
„Wieso...wieso habt ihr das alles so kaputt gemacht? Wieso streit? Wieso...wieso das alles? Jungs, versteht ihr nicht, um was es hier geht? Wir dachten er ist tot doch er lebt...er lebt. Wieso könnt ihr euch darüber nicht freuen?“; weinte sie verbittert. Die Jungs und anderen Mädels sahen sie etwas verdutzt an. „Er war nie im Himmel, er hatte wohl seine Gründe warum er geht und wir könnten es schon lange wissen, aber ihr seit so stur, wieso? Wieso?? Antwortet...“ Keiner der Jungs brachte den Mund auf, alle schwiegen einfach nur vor sich hin, wie sie es meistens taten. Langsam richtete sich Nikki auf ihre wackeligen Beine und sah in die Runde. Je mehr Leute sie wahrnahm, desto schlimmer wurde ihr Gefühl wieder. Zuerst entfernte sie sich rückwärts mit ein paar Schritten von ihnen, doch dann drehte sie sich um und lief einfach davon.
Nun kam es ihr vor, wie vor über einem Jahr, als er gerade ging und sie in diesem kalten Park herumlief. Ihre Hände vermummte sie in ihren Taschen und hatte den Kopf weiterhin gesenkt, da sie nicht mal dazu noch Kraft hatte. Die einzelnen Tränen bahnten sich einen Weg über ihre kalten Wangen und der eisige Wind durch ihre braunen langen Haare wehte. Immer wieder ging ihr der Moment im Kopf herum, in der Jay die Maske von seinem Gesicht nahm und sie ihn realisieren konnte. Es war ein Schock und sie konnte diese Gefühle noch ganz genau erläutern. Dieses Gefühlschaos in ihr machte sie fast krank, denn nun war er wieder hier, aber sie liebte doch auch Stu. Was sollte sie jetzt nur tun? Sie war wirklich so ratlos, einfach so unbeholfen.


Der Wind wurde immer kühler, sie fror immer mehr. Da das Wetter dieses Jahr schon so verrückt spielte, wunderte sich nicht, dass plötzlich kleine Schneeflocken vom Himmel fielen. Trotz ihres verwunderten Blick nach oben in den Himmel, war ihr Gefühl gar nicht überrascht. Durch den Schnee schien die Gegend wieder heller, denn er schmolz nicht gleich wieder, sondern blieb gleich liegen. Es schneite immer heftiger und schon bald war die ganze Straße, alle Dächer und die kahlen Bäume wunderschön weiß, bedeckt mit Schnee. Immer wieder lief ihr eine Träne über das Gesicht, die sie zitternd mit ihren Fingern wegwischte. Es war schon ein komisches Gefühl, zu wissen, dass ihre große Liebe noch lebte, denn sie versuchte krampfhaft damit klar zu kommen, dass er weg war. Doch nun...nun war er zurück, am Leben.
„Nun hab ich den schönsten Engel wieder...“, flüsterte sie leise ins Leere, bis sie stehen blieb, ihre Blicke nach vorne richtete und jemanden sah. Er hatte einen weißen Anzug an...klar, es war Jay. Nun standen sie voreinander und sahen sich an, sie standen ungefähr 4 Meter voneinander entfernt und sie wäre am liebsten zu ihm und hätte ihn geküsst, doch ihr Kopf sagte, dass das falsch wäre. Noch lange schwiegen sie sich an, doch dann zog Jay seine Jacke aus und hatte nur noch ein Rippenshirt an, schnürte seine Trainers etwas fester und setzte sich wieder seine Cappy auf.
„Wo warst du?“, fragte sie leise und unsicher.
„In Schotland.“, offenbarte er ihr nach langem Zögern. Natürlich flossen noch immer ihre Tränen über ihr hübsches Gesicht, doch sie war froh, dass er endlich redete.
„Wieso...wieso hast du...nichts gesagt?“ Wieder stoppte er lange.
„Ich bin zu meinen Großeltern denn...“, fing er an, doch auch hier machte er Halt.
„Sag es mir Jay, sag mir...was los war. Bitte..“, flehte sie ihn an.
„Meine Eltern sind tot.“ Einst erneut konnte sie nicht mehr atmen. Was erzählte er da?
„Was?“
„Ja, meine Eltern sind erschossen worden.“ Nikki schossen tausend Fragen durch den Kopf und Gedanken, die sie nicht ordnen konnte.
„Aber...“
„Darum bin ich gegangen. Ich hab das hier einfach nicht mehr ausgehalten. Ich wollte nichts sagen, ich konnte nichts sagen. Es ging einfach nicht. Darum bin ich zu meinen Großeltern. Ich wollte wieder kommen, doch meine Großeltern haben mir erzählt, dass ihr mich nicht mehr sehen wollt. Er hat mir Dinge erzählt, die grauenhaft klangen und ich hab ihm geglaubt. Sie wollten, dass ich Privatunterricht kriege und ihnen nachgehe, dass ich auch mal ein Lord werde, auch wenn ich das nicht will.“, erklärte er ihr unter Tränen. Nikki weinte immer mehr, diese Worte waren kaum zu ertragen für sie. Langsam lief sie auf ihn zu und als sie dann nur noch Millimeter vor ihm stand, platzte ihr förmlich das Herz. Sie schmiss ihre Arme um seinen Hals und drückte ihn fest an sich, weinte immer mehr.
„Ich hab dich so vermisst.“, schluchzte sie. Langsam und unsicher legte Jay seine Hände auf ihren Rücken und drückte sie fest an sich, um ihren gesamten Körper an ihm zu spüren. Ein wohlauf gutes Gefühl überkam Nikki’s ganzen Körper. Sie fühlte wieder diese Wärme, dieses Verlangen. Somit löste sie sich langsam von ihm, sah ihm sehr tief in die Augen und schon trafen sich ihre Lippen mit seinen. Dieser Kuss schien die Welt anzuhalten. Alles hörte auf zu leben, sie, er, die Welt. Wie konnte ein einziger Kuss nicht nur die Welt verändern, sondern auch anhalten? Als sie seine Zunge spürte, durchfuhr sie ein Schauer der Liebe. Niemals hätte sie gedacht, wenn er zurück käme, würde sie ihn wieder so lieben können, doch gerade ist es passiert. Alles, was sie damals für ihn fühlte, kam wieder hoch. Es war schließlich nie weg, doch sie wollte es vergessen und unterdrückte es.

Leise stöhnte sie, da dieses Gefühl der Vollkommenheit sie durchfloss. Jeder Atemzug, den er über ihr zog, war für sie wie ein Geschenk Gottes. Seine Eindränge waren sehr sanft, zärtlich, intensiv und gefühlvoll. Sie konnte kaum glauben, was da gerade geschah. Niemals hätte sie gedacht, dass sie jemals wieder mit ihm schlafen könnte, schließlich wurde er tot geglaubt. Ihre Nägel bohrten sich tief in seinen Rücken und kratzte ihm eine Hautschicht ab. Von diesem Moment an war nichts mehr, wie es mal war. Alles hatte sich in Windeseile geändert, in der Windeseile, in der er wieder auftauchte. Sanft schob er seine Finger zwischen ihre und stemmte sich fester auf dem Bett ab. Das Laken, dass über seinem Hintern platziert war, rutschte immer wieder etwas nach unten, worauf sie lachten. Die Atmosphäre war schon fast perfekt: Es schneite, sie waren in einem warmen Zimmer, zusammen, wie ineinander verschmolzen. Sie würde ihn nie wieder gehen lassen, dass war ihr klar, doch sie wusste noch nicht, was sie tun sollte, wegen Stu. Sie liebte ihn, doch auch Jay. Sie liebte beide. Wie sollte sie sich da entscheiden?
Als sie ihrem Höhepunkt erlagen, ließ er sich etwas auf sie fallen und blieb einige Zeit einfach so liegen. Sie starrte mit leeren Augen an die Decke. Fühlte sie sich jetzt etwa schlecht, weil das passierte? Liebte sie Jay nicht wirklich, sondern einfach nur Stu? Versuchte sie ihn zu lieben, weil er damals ging und nicht aufhörte sie zu lieben? Oder war es einfach, dass sie sich nicht wohl fühlte? Jeder Frage schien ihr meilenweit entfernt und kam auch nicht näher. Er legte sich neben sie und war nicht wirklich bei der Sache, denn er merkte, dass auch sie nicht anwesend war. Hektisch, jedoch völlig verwirrt stand sie auf, nahm ihre Sachen, zog sich an und lief einfach davon. Mit Tränen rannte sie aus dem Haus und genau in die Arme von Stu.
„Babe, was ist los?“, wollte er wissen. Kein einziges Wort brachte sie über ihre Lippen, sondern weinte sich einfach tief in seine Arme. „Sag schon, was ist passiert?“ Sollte sie ihm sagen, dass sie gerade mit Jay – einem schweren Fein von ihm – geschlafen hatte? Nein, das wäre nicht richtig, darum schwieg sie weiterhin. Verzweifelt lief er mit ihr in Richtung seines Hauses und als er es öffnete und mit ihr nach oben lief, ließ sie sich auf seinem Bett nieder.
„Jetzt erzähl mir doch mal, was passiert ist. Du bist total aufgelöst Nikki...“, bat er sie wieder, doch auch hier hielt sie einfach nur inne. Bis sie tief einatmete, die Augen schloss und den Mund leicht öffnete.
„Ich bin müde...“, weinte sie und ließ sich wieder in seine Arme fallen. Sie legten sich zusammen aufs Bett und er wartete, bis sie einschlief, dann stand er auf, rief seine Crew an und traf sich mit ihnen an der großen Eiche, wo sie sich öfter trafen.
„Nikki ist total fertig, irgendwas ist passiert, doch sie redet nicht mit mir.“, fing er an.
„Jay...klar, es liegt an Jay. Er kam hierher und Nikki war wie verändert.“, erklärte Lee wütend.
„Aber hey, Jungs...seht’s so, Jay lebt...“, meinte Mus etwas kleinlaut, da er wusste, wie sie reagieren würden. Alle verdrehten die Augen und schüttelten den Kopf.
„Verstehst du nicht, dass er unser ganzes Leben wieder durcheinander bringt. Das ist nicht normal, wir mussten so viel durch machen nur weil er ... wahrscheinlich Shit gebaut hat!“, maulte Stu rum und explodierte fast.
„Aber...“, fing Mus an und wollte sich beschützen.
„Nichts aber Mus, er hätte nicht wieder kommen dürfen. Er hat sich alles selbst kaputt gemacht.“, schrie Lee schon fast. Tommy und Marcel sagten kein Wort, sie hielten sich da einfach nur raus.
„Wir müssen was unternehmen, so kann das nicht weitergehen. Nikki hat sich vorhin in den Schlaf geweint, als sie von euch zu hause kam Lee. Sie lief mir direkt in die Arme. Ich wollte gerade nach ihr sehen doch da lief sie mir schon entgegen. Total verweint.“, erzählte Stu im ruhigeren Ton.
„Von uns zu Hause...einfach weggelaufen? Hm, komisch, das hat sie noch nie gemacht.“, grübelte Lee etwas. „Ich schau nachher mal ob irgendwas in ihrem Zimmer liegt, was auffällig wäre...“


Jay zog sich gerade noch sein Shirt über, als er unten die Türe hörte. Etwas nervös sammelte er noch den Rest auf, den er dabei hatte und wollte aus der Tür stürmen, kam auch schon Lee rein. Entblößt und wütend sah er ihn an, hatte dieses komische Gesicht, wovor Jay schon immer Respekt hatte.
„Was...tust du hier?“, presste er wütend heraus.
„Ich...“, fing Jay an. In der Gegenwart seiner ehemaligen Freunde fühlte er sich winzig klein – selbst mit Hut. Erst als Lee registrierte, dass er Jacke und seine weiße Hose – er trug jetzt ne Jeans – in der Hand hatte, platzte Lee der Kragen.
„Hast du etwa...mit ihr geschlafen?“ Jay kam nicht mal zum Antworten, da hatte er schon Eine sitzen.
„Für was war das?“, wollte Jay wissen, als er sich seine blutige Lippe hielt, doch bevor er sich versah, schlug Lee nochmal zu. Somit kamen sie in eine Schlägerei, die erst getrennt wurde, als Nikki reinkam, mit den Jungs hinter sich – alle 8.
„Was ist hier los?“, schrie sie schon unter Tränen. Doch sie hörten nicht auf, bis sich Chris und Stu zwischen die Beiden drängten, sie zurück zogen und festhielten.
„Was ist nur in euch gefahren?“, fragte Nikki lauthals. Lee und Jay sahen sich wie zwei bissige Hunde an, die gleich wieder aufeinander losgehen würden. „REDET!“ Jay senkte den Kopf und schüttelte ihn sanft. Lee jedoch war noch wütender dadurch und versuchte sich von Stu loszureisen, doch das gelang ihm nicht.
„Ihr habt wirklich nen Schaden. Wisst ihr eigentlich, was ihr euch und mir damit antut? Nicht nur, dass ich plötzlich wieder fighten musstet, sondern auch, dass Jay wieder kommt und ihr ihn so nieder macht. Seit doch froh dass er lebt, oder könnt ihr das nicht? Ich dachte ihr seit Freunde, und Freunde hassen sich doch nicht. Ihr seid solche Idioten, ich wünschte gerade, nur in diesem Moment, euch alle nicht zu kennen. Doch leider ist das unmöglich. Wehe ihr seit jetzt enttäuscht, dann gehe ich jetzt durch diese Tür und komm NIE WIEDER zurück, habt ihr das gecheckt? Gut!“ Sie ließ den Jungs keine Sekunde um nur Luft zu holen, damit sie etwas sagen können. Weinen lief sie wieder nach draußen und rannte davon. Die Jungs sahen sich alle an und wunderten sich etwas, wie sie so viel in so wenig Zeit sagen konnte, doch sie dachten auch über die Worte nach, die sie ihnen an den Kopf warf. Sie hatte ja eigentlich Recht, doch sie waren einfach viel zu stolz, um nachzugeben. Jay riss sich aus den Angeln von Chris und lief, während er seine Jacke anzog, aus dem Haus. Die Blazers und Incredibler blickten sich verhasst in die Augen.
„Das kriegt ihr noch zurück...“, zischte Kenzie und lief mit dem Rest der Crew nach draußen. Zuerst ging Lee in die Küche und legte sich etwas Eis auf seine blutige Lippe und ebenfalls auf sein blaues Auge. Als Lee’s Mum gerade nach Hause kam, erschreckte sie etwas.
„Oh, hey Jungs.“ Sie grinsten Mrs Bailey an, bis sie ihren Sohn sah. „Mein Gott Lee was ist passiert?“
„Ach nichts...“, meinte er nur etwas geschwollen, eben wie seine Lippe.
„Komm schon, sagt es mir, mit wem habt ihr euch geschlagen?“, sah sie auch die Jungs an. Jeder schaute in der Gegend herum, keiner dachte auch nur daran zu antworten. „Jetzt redet!“, wurde sie lauter.
„Mit...“, fing Lee an. „...den Blazern.“
„Was?“, war sie geschockt.
„Jay ist zurück.“ Nun war sie still. Das verstand nicht mal sie, denn es war schließlich unmöglich. War ein Mensch tot, konnte er nie wieder zurück kehren, so gern man das auch mochte.
„Wie...Jay ist zurück!?“
„Er war nie tot. Er war nur irgendwo und hat sich nicht gemeldet.“
„Wie geht es Nikki?“, fragte sie gleich besorgt.
„Ich hab keine Ahnung, sie ist einfach gegangen.“, meinte er nur enttäuscht und versuchte zu blinzeln, doch es ging durch sein dickes Auge nicht.
„Du hättest sie suchen sollen.“, warf sie ihm fast vor.
„Tut mir leid...“, war er den Tränen nahe. Keiner verstand, wieso er plötzlich so emotional war, denn so war Lee sonst nie. Doch irgendwas ging in ihm vor, dass er nicht analysieren konnte und wohl auch nicht wollte.
Die Jungs liefen in Lee’s Zimmer und warteten, dass Nikki sich meldete. Doch wie vor über einem Jahr lief sie herum, hatte ihr Handy aus und dachte wohl auch nicht daran, sich zu melden.
„Ich versteh das nicht. Wieso macht sie ihr Handy aus?“, heulte Lee künstlich herum.
„Ich weiß es nicht Lee, aber wenn das so weiter geht dann mach ich mich auf die Socken und such sie.“, erklärte Stu und war schon auf dem Sprung, doch da öffnete sich die Zimmertüre. Gespannt sahen sie zu, wie Nikki reinlief.
„Nikki...“, meinten sie alle durcheinander. Sie jedoch sah sie nur verstohlen an.
„Die Blazers wollen euch sehen...“, sagte sie leise.
„Dafür schicken sie jetzt schon dich vor?“, fragte Stu sauer.
„Nein, ich hab gesagt, ich werde es euch ausrichten.“ Somit machten sich die Incredibler schon auf den Weg zum Sportplatz. Nikki rief erstmal Sara, Yanina, Laila und Naddl an, sodass sie gleich zu ihr kamen.

„Was ist los Nikki? Du klangst so besorgt...“, meinte Sara, als sie mit den anderen im Schlepptau ankam und fast mit der Türe ins Haus fiel.
„Es wird etwas fürchterliches passieren...“, erklärte sie nur und rief ihrer Mum zu, dass sie nun mit den anderen zum Sportplatz laufen würde. Sogleich machten sie sich auf den Weg und kamen auch schon einige Minuten später dort an. Die Crews standen sich gegenüber, sahen sich mit verhassten Blicken an und die Wut brannte in ihnen lichterloh. Niemand würde glauben, dass sie mal beste Freunde waren, denn diese Augen sprachen mehr als Bände, mehr als tausend Worte. Wieder schien die Welt gefroren, der Atem jedes Einzelnen wurde immer kälter und kälter, die Hände zitterten, der Kopf schmerzte. Die Augen tränten, nicht nur vor Wut, sondern auch vor Trauer. Schwindel überkam sie, das Herz pochte langsamer, jeder Ader schien sich zu verengen und auch der Kehlkopf zog sich langsam zusammen. Jeder Gedanke schien verschwendet, dem Tod entwendet, keiner verstand, was hier passieren sollte, es wusste wohl auch keiner. Kenzie ballte seine Fäuste, verzog sein Gesicht im Schmerz und hoffte wohl einfach nur darauf, dass alles vorüber ging, doch nichts, nichts und niemand regte sich auch nur einen Millimeter. Dort standen nur die Blazers – den Incrediblern gegenüber, doch sonst nur noch die Girls, niemand weiteres. Noch immer waren alle stumm, bis Laila es entgültig brach.
„So geht das nicht Jungs, wollt ihr euch jetzt die Köpfe einschlagen?“, fragte sie leise. Keine einzige Bewegung wurde vollbracht, kein weiterer Atemzug – so war es wohl – wurde vollzogen, keiner existierte mehr.
„Mann Chris, hör auf. Bitte...“, weinte Sara verbittert, als sie das Blut in Chris’ Hand sah. Er löste sich nicht einmal von den Augen, die zu Stu gehörten.
„Sam, komm zu mir, bitte...“, flehte Yanina, doch auch er reagierte nicht. Die Tränen der Mädels tropften nur so auf den aufgeweichten Sandboden, nicht einmal hörten sie auf.
„Es ist eure Schuld, dass meine Schwester kaputt ist. Ihr habt sie zu einem Mädchen gemacht, dessen Seele zerrissen wurde, brutal gequält wurde, doch das interessiert euch gar nicht. Vor allem dich nicht, Jay...“, warf Lee ihnen in einem Ton vor, der schon fast tödlich klang.
„Halt die Luft an Bailey, wenn es uns Blazer betrifft, dann nur mich.“, holte Jay ein. „Die Anderen haben damit nichts am Hut, ich bin gegangen. Ich hab ihr wehgetan und jeder kann bezeugen, dass es mir wahnsinnig leid tut.“
„Ach, ist das so ja?“, zog Stu die Augenbraue hoch und explodierte fast vor Wut.
„Ja, allerdings.“, warf Jay nur leise dazu.
„Wenn du nicht gewesen wärst Jay, würde es Nikki gut gehen. Sie würde nicht so leiden, sie würde oder hätte nicht nächtelang geweint nur weil sich so ein Penner wie du aus dem Staub gemacht hat. Endlich war sie wieder glücklich, mit Stu, einem tollen Kerl, doch jetzt musst du ja wieder auftauchen.“, knallte Lee ihm an den Kopf. Natürlich ging das nicht spurlos an Jay vorbei, er litt sehr unter diesen Worten, doch er wusste auch, dass er irgendwie Recht hatte.
„Wieso,...wieso Lee, wieso sprichst du in meinem Namen?“, weinte Nikki verbittert. Nun sahen alle zu ihr, selbst die Mädels, die wohl wussten, was sie nun vorhatte. Mit kleinen, langsamen Schritten ging sie auf die Jungs zu und stellte sich genau in die Mitte. Zuerst blickte sie ihren Bruder an, der wohl den Tränen nahe war. Ihre Augen blieben bei Stu hängen, der sie traurig ansah, doch noch immer so verliebt. Nikki’s tränengefüllte Augen wanderten langsam auf die Seite der Blazer und natürlich zuerst zu Jay. Sie verspürte einen starken Schmerz in ihr, sobald sich deren Augen trafen. Immer hatte sie seine grün-blauen Augen geliebt, denn sie waren wirklich wunderschön. Niemals dachte sie, einen Schmerz zu haben, sobald sie sich praktisch in ihnen spiegeln konnte. Was sie sonst eher Unbeschwertheit und Glück, wie Liebe und Wärme empfand, war jetzt nur Schmerz. Sie holte tief Luft, sah in den Himmel, wo der Schnee wie aus einem Federkissen fiel und senkte ihn dann wieder zu Boden.
„Ich liebe euch...“, fing sie an, stoppte dann kurz. „Ich liebe euch alle. Lee, du bist mein Bruder, mein bester Freund. Du bist immer für mich da, du bist mein Herz. Mus, wenn ich Kummer habe, dann munterst du mich auf. Wenn ich nicht weiß, was ich machen soll, dann kann ich zu dir Marcel und mein Teddy...Tommy. Mit dir kuschel ich so gerne. Stu...mein Gott, du bist wundervoll. Mit dir hab ich ne Menge Spaß, du bringst mich zum Lachen, du bist wie die anderen vier Jungs in einem. Ich liebe dich Stu.“ Nun stoppte sie wieder, blickte auf die andere Seite – zu den Blazern. „Ollie...du bist einfach süß. Mit dir erfinde ich die besten Dinge, wie neue Getränke oder so. Und Kenzie, mit dir vor dem Spiegel zu stehen ist schöner als mit manchen Mädels, du verstehst mich einfach wenn ich lang brauche. Wenn ich meine dollen 5 Minuten habe, muss ich nur zu dir und ich kann sie ablassen, Sam. Denn du lachst gleich mit. Chris...hach, du bist mein kleiner Engel. Mein Schatz. Und...“ Wieder sah sie in diese umwerfenden Augen, doch fühlte sich nicht gut dabei. „Jay...du warst meine erster große Liebe, der erste Kerl, dem ich das geben konnte, was sonst niemand hat. Mein Herz, meine Jungfräulichkeit und einfach meinen gesamten Körper plus meine Seele. Ich konnte mich offenbaren, einfach ich sein. Doch dann enttäuscht du mich so und gehst einfach. Du hast es mir nicht leicht gemacht, Herbst, Winder, Frühling und Sommer zu überstehen, doch ich hab es, Dank Stu und den anderen Jungs, geschafft. Nun tauchst du wieder hier auf und denkst, wir nehmen dich mit offenen Armen auf, doch das geht nicht. Wir alle haben gelitten, Chris, Sam, Lee, Stu, Marcel, Ollie, Kenzie, Mus und Tommy – auch Yanina, Laila, Sara, Naddl und ich. Wir alle haben so um dich geweint und das wusstest du. Hast dich aber nie darum gekümmert. Dir war es egal, ob wir drauf gehen deswegen oder nicht. Dir war alles egal, du bist so ein Egoist...“ Ihre Tränen wurden immer stärker, sie konnte kaum noch atmen. Die Incredibler grinsten etwas schadenfroh, denn sie waren somit mehr im Recht.
„Doch glaubt nicht, dass es bei euch besser wäre. Ihr habt mich alle enttäuscht, ich erkenne euch kaum wieder...nein, das ist falsch ausgedrückt. Ich kenne euch gar nicht. Ich kannte mal 10 wundervolle Kerle, die füreinander da waren, sämtlichen Mist zusammen machen und immer alles zusammen taten, doch hier sehe ich zwei Crews, die verhasst sind, aufeinander rumhacken und einfach abschalten, was sie mal hatten. Man kann euch die letzten 17, 18 Jahre nicht nehmen, die habt ihr erlebt und an eurer Stelle wäre ich ziemlich froh darüber. Doch ich glaube, ihr wisst nicht, was wahre Freundschaft ist. Wahre Freundschaft ist das, was ich mit meiner Seelenverwandten Baby habe...oder mit Yanina, Sara, Naddl und natürlich meiner Laila. Das ist wahre Freundschaft. Doch ihr...ihr nehmt das nicht ernst. Ihr wisst doch gar nicht, was noch alles auf euch zukommt und eines Tages werdet ihr alleine dastehen, ohne Halt von anderen, von Freunden. Hättet ihr Jungs eure Hirn nicht in der Hose, dann wüsstet ihr, dass Freundschaft mehr als ein Wort ist...“ Somit lief sie einfach weiter, ohne ein einziges Mal zurück zu sehen, Richtung heim, wo sie hingehörte.
Die anderen Mädels folgten ihr natürlich, gaben den Jungs davor aber noch ziemlich verstohlene Blicke, da sie mal wieder einiges zu richten hatten.

Nikki saß zu Hause, auf ihrem Bett und hätte ihre Lichterkette, die am Fenster hing, angeschaltet. Den kleinen Fred – Teddy von Stu, den er seit Babyzeiten hatte und ihr schenkte – hielt sie fest im Arm und weinte leise, als der Song von Martina McBride „She’s a butterfly“ anfing.

She remembers when she first got her wings
And how she opened up that day
she learned to sing
Then the colors came, erased the
black and white
And her whole world changed
when she realized

She's a butterfly, pretty as the crimson sky
Nothing's ever gonna bring her down
And everywhere she goes
Everybody knows she's so glad to be alive
She's a butterfly

Like the purest light in a darkened world
So much hope inside such a lovely girl
You should see her fly, it's almost magical
It makes you wanna cry, she's so beautiful

She's a butterfly, pretty as the crimson sky
Nothing's ever gonna bring her down
And everywhere she goes
Everybody knows she's so glad to be alive
She's a butterfly

God bless the butterfly,
give her the strength to fly
Never let her wings touch the ground
God bless the butterfly,
give her strength to fly
Never let her wings touch the ground

She's a butterfly, pretty as the crimson sky
Nothing's ever gonna bring her down
And everywhere she goes
Everybody knows she's so glad to be alive
She's a butterfly

God bless the butterfly,
give her the strength to fly
Never let her wings touch the ground
God bless the butterfly,
give her the strenght to fly
Never let her wings touch the ground

Die anderen vier Mädchen standen vor ihrer Tür und lauschten den Klängen dieses Liedes.
„Der Text ist genau auf sie zugeschnitten, findet ihr nicht?“, fragte Sara leise mit Tränen in ihren hübschen braunen Augen.
„Absolut...“, kämpfte Naddl schon mit ihren Tränchen.
„Ich kann mir vorstellen, wie sie auf ihrem Bett sitzt, wie ein Häufchen Elend und weint in ihr Kissen...“, weinte Yanina, die ihre Tränen schon gar nicht mehr zurückhalten konnte.
„Und den kleinen Fred immer wieder küsst, weil sie Stu so vermisst.“, fügte Laila auch weinen hinzu. Sie war diejenige, die sich sicher war, dass sie Stu mehr als alles andere liebte. Sie würde nicht zu Jay zurückkehren, auch wenn sie ihn noch so sehr vermisste, sie würde bei Stu bleiben, da war sie sich ganz sicher.
„Sollten wir reingehen?“, fragte Naddl leise. Nun sahen sie sich alle unbeholfen an, bis sie einen dumpfen Schlag hörten. Schnell liefen sie ins Zimmer und sahen Nikki gekrümmt am Boden, mit tausend Scherben neben sich. Sie hatte eine kleine Teddyfigur aus Porzellan runtergeworfen und hielt sich weinend den Kopf, voller Verzweiflung. Sie knieten sich zu ihr und redeten alle durcheinander.
„Nikki, was ist passiert?“ – „Was hattest du vor?“ – „Was wolltest du machen?“ – „Geht’s dir gut?“ Die Fragen häuften sich nur so, doch Nikki antwortete auf keine. Vorsichtig verfrachteten sie Nick wieder aufs Bett und setzten sich alle zu ihr.
„Was ist los Kleine?“, fragten sie. Nikki versuchte erstmal etwas Luft zu sich zu nehmen, was ihr sehr schwer fiel, doch dann antwortete sie.
„Es...tut so weh ihn zu sehen.“, schluchzte sie verzweifelt. Diese mitleidenden Blicke ihrer Freundinnen machten sie fertig, denn sie wollte kein Mitleid, sondern Verständnis, das sie aber noch zusätzlich bekam.
„Wieso...hat er mir das angetan?“
„Das wissen wir nicht.“, meinte Sara als sie ihre kleinen Tränen wegwischte.
„Aber du solltest ihn danach fragen um klaren Kopf darüber zu fassen.“, erklärte Laila und strich Nikki immer wieder durch die Haare. Noch lange unterhielten sie sich, bis sie nach und nach einschliefen.
Als dann auch Lee nach Hause kam, schaute er erst nach ihr und sah dort alle schlafen. Ein kleines Grinsen huschte ihm über seine blutige Lippe, da er sich schon wieder mit Jay prügelte. Sein blaues Auge machte ihm wirklich zu schaffen, denn es tat sehr weh, wenn er es schloss und öffnete, doch nun konnte er eh nichts mehr ändern. Leise schlich er sich in sein Zimmer, schloss die Türe und warf seine Jacke auf den Stuhl, knipste das Licht an, sackte auf dem Bett zusammen. Sein Gesicht war in seinen Händen verborgen und nun überkam ihn diese Welle, die über ihm sogleich zusammenbrach. Einem Heulkrampf erlegen lag er jetzt auf dem Rücken und versuchte Luft zu erhaschen, doch das war leichter gesagt als getan. Der 31te Oktober war nun für alle ein grauenhafter Tag, doch zugleich auch ein schöner, denn Jay kehrte lebend zurück.
Um kurz vor vier am Morgen schrak Lee mit einem Schrecken und schweißgebadet in seinem Bett auf. Sein gesamter nackter Oberkörper war verschwitzt, vereinzelte Schweißperlen tropften über sein Gesicht und seine Haare waren auch total durchnässt. Verwirrt stellte er die Beine auf den Boden und machte sich auf den Weg nach unten in die Küche um etwas zu trinken, doch als er dort die Treppen runterlief, überkam ihn ein Schauer, der es in sich hatte...


Was hat er wohl gesehen, als er die einzelnen Stufen langsam und verschlafen nach unten lief? Träumte er noch oder war es wirklich Realität? Hatte er Wahnvorstellungen oder war es echt? War es wirklich wahr, real?? Wie konnte das sein...noch vorhin hatte er mit ihnen geredet, wie ... sollte das denn möglich sein? Außerdem, wie kamen sie in sein Haus, ohne zu klingeln, oder etwas anderes zu tun? Das wollte er nicht verstehen, er konnte auch nicht. Es lief ihm eiskalt den Rücken runter, er zitterte, seine Knie und Zähne schlotterten. Die Angst stieg in ihm hoch, wie niemals zuvor. Was war da, was ist geschehen...?!


Dort hing er, an einem Strick, blutüberströmt und unter ihm der Stuhl weggezogen. Wie konnte das denn nur möglich sein? Das gab es doch nicht. Hatte er die Klingel überhört? Oder wurde nie geklingelt? Aber wie kam er dann hier rein? Die Fragen in seinem Kopf häuften sich. Sein Leib zitterte, es ließ sein Herz fast platzen. Schweiß triefte aus allen Teilen seines Körpers und er hatte kaum noch Luft um zu atmen. Tränen schossen in seine Augen, die sogleich über sein blasses, immer noch sehr hübsches Gesicht rollten. Er konnte nicht glauben, was er da sah. Wie zur Hölle konnte das passieren? Und er war es?? Er hätte das doch nie selbst getan! Er hat doch so gerne gelebt, er hatte so viel Lebensfreude, niemals hätte er das aus eigenen Händen gemacht. Obwohl sein Herz kaum noch schlug, raste sein Puls um das Millionenfache, wie zuvor. Langsam schwankte er hin und her, blieb weiterhin auf der Treppe stehen, ihm wurde schlecht, schwindelig, fast schwarz vor den Augen. Doch er versuchte, sich zusammen zu reisen. Einen winzigen, langsamen Schritt nach dem anderen setzte er auf die Stufen, um nach unten zu gelangen, vor die Haustüre, wo er hing. Sein Gesicht war im Schmerz verzogen, er war doch wie sein bester Freund. Ganz vorsichtig und ängstlich lief er auf ihn zu, doch bevor er ankam, hörte er einen Schuss...
Nun schreckte er wieder auf. Die einzelnen Tränen, die noch in seinen Augen waren, schossen über sein Gesicht. Seine Haare waren nass, als wäre er gerade aus der Dusche gekommen, und genauso sein Körper. Er hatte nur geträumt...jetzt realisierte er, dass er nur geträumt hatte. Stu hing nicht an einem Strick, vor der Türe, blutüberströmt. Stu würde zu Hause sein, in seinem Bett, und an seine Schwester denken. Ängstlich und zitternd stellte er die Beine auf den Boden, sah zur Türe, die geschlossen war. Noch immer etwas wackelig auf den Beinen stand er auf um sich nun wirklich auf den Weg nach unten zu machen. Die Angst, wenn er die Türe öffnen würde und Stu dort hängen sieht, war so groß, dass er zitterte. Doch er überwand es, lief aus der Tür und ihm versetzte es einen Stich ins Herz. Die Haustüre war sperrangelweit geöffnet, genau wie in seinem Träum, doch es hing zu seinem Glück niemand dort. Trotzdem, er hatte noch immer sehr große Angst, darum lief er Schritt für Schritt, dass er nicht umfallen würde und hielt sich zur Stütze noch am Geländer fest. Wieso war die Türe geöffnet? Wer war da? Als er genau vor der Türe stand, wurde er erneut geschockt, von einem Schniefen. Schnell drehte er seinen Kopf nach links und sah dort seine Schwester weinend auf der Couch sitzen, zusammengekrümmt wie ein Häufchen Elend. Zitternd schloss er die Türe und lief zu ihr, setzte sich neben sie und wollte den Arm um sie legen, doch sie zuckte zusammen.
„Nikki?“, fragte er entgeistert. Sie sah eingeschüchtert und ängstlich zu ihm, setzte sich einen Zentimeter von ihm weg und verbarg ihr Gesicht in den Händen.
„Nikki, was ist los? Was ist passiert? Wieso war die Türe offen?“, wollte er nun wissen. Er hörte noch immer nur ihr Schluchzen, doch gerade streckte er seine Hände aus, um ihr Gesicht anzuheben, als sie diese wieder wegschlug. Wie in einem Fluss schossen ihm Tränen in seine hübschen, ozeanblauen Augen. Hatte er eine Ahnung, was mit ihr passiert war? Letztendlich war er schneller, nahm ihr Gesicht in seine Hände und schon flossen die Tränen über sein Gesicht. Schrammen, Kratzer, ein blaues Auge, eine blutige Lippe, blaue Flecken an den Armen, Beinen, am Bauch und am Hals, Schnittwunden am ganzen Körper verteilt, Blutergüsse...woher das alles? Er traute sich nicht mehr, sie anzufassen, aus Angst, ihr wehzutun. Immer wieder war er kurz davor seine Haut mit ihrer in Berührung zu bringen, doch davor zog er sie immer wieder weg.
„Was ist passiert?“, flüsterte er unter seinen zerreisenden Tränen. Lange wartete sie noch, hielt einfach inne und versuchte ihre Gedanken etwas zu ordnen, etwas klarer Denken zu können, was ihr sehr schwer fiel.
„Waren...die Blazers hier?“ Dachte er etwa, dass sie Nikki verprügelt haben? Weiterhin hielt sie inne, was für Lee ein klares „Ja“ war. Er stand auf, rannte nach oben und zog sich an, einen Pulli, seine Hose und Trainers, gab ihr einen Kuss und ging dann aus dem Haus, ließ Nikki im Wohnzimmer – der Dunkelheit – zurück. Sie blickte praktisch ins Leere, nach draußen, aus dem Fenster genau in den Schnee, der noch immer vom Himmel flockte.
So wütend war Lee noch nie, doch plötzlich schossen ihm die Bilder seines Traumes durch den Kopf. Sogleich suchte er nach seinem Handy und wählte Stu’s Nummer.
„Ja...“, antwortete dieser total verschlafen an der anderen Leitung. Nun fiel Lee ein gewaltiger Stein vom Herzen.
„Hey mein Bester.“, grinste er nur etwas vor sich hin, nicht lange, da er schon kurz vor Jay’s Haus war.
„Lee, was ist los, wieso rufst du mich an?“
„Nikki wurde verprügelt...“, erklärte er nur.
„Was?“, nach einigen Sekunden der Ruhe fragte er das erst.
„Ja, sie hat alles: Ein blaues Auge, Blutergüsse, Kratzer, Schrammen...am ganzen Körper.“
„Wer...wer war das?“
„Keine Ahnung. Doch als ich fragte, ob die Blazers hier waren, sagte sie nichts. Ist doch ein klares Ja oder?“
„Na ja, mehr oder weniger. Was hast du jetzt vor?“
„Ich bin gleich bei Jay...“, sagte er nur und war kurz davor aufzulegen.
„Nein, halt. Nicht wieder zu Jay. Ihr habt euch vorhin erst geprügelt. Bleib genau da, wo du bist. Ich komme jetzt auch und bitte, beweg dich am Besten nicht mehr vom Fleck...“, bat er ihn und Lee hörte schon, wie er aus seinem Bett stieg und sich anzog, die Tür schloss und losrannte. Beide legten auf und nun wartete Lee etwas ungeduldig, doch nicht lange, da er in Jay’s Zimmer noch Licht sah. Er klingelte und wartete, bis er endlich die Türe öffnete. Bevor überhaupt irgendjemand reagieren konnte, schlug Lee zu. Jay brach zu Boden, da er mit so etwas nicht gerechnet hatte.
„Mann, was ist los Alter?“, fragte er, während er sich seine Lippe hielt.
„Wieso geht ihr auf sie los? Seit ihr schon so tief gesunken?“
„Von was redest du Bailey?“ Lee holte aus und setzte zu einem Tritt gegen seinen Fuß an.
„Ich heiße Lee, falls du das schon vergessen hast. Hm, würde mich nicht wundern...“, warf er ihm wieder mit verstohlenen Blicken vor. „Aber du weißt ganz genau von was ich rede, tu nicht so.“ Jay war ratlos, von was redete er denn? Lee riss ihn am Kragen des T-Shirts wieder nach oben und schlug immer wieder auf ihn ein, bis Jay sich wehrte und sie wieder in eine Prügelei gerieten.


Die ganze Zeit schlugen sie aufeinander ein, in Zonen, die nicht zum Schlagen da waren. Sie verspürten den Drang, immer wieder zuzuschlagen, sich immer wieder zu verletzen, es gab kein Ende, bis Stu endlich auftauchte. Er riss die Beiden auseinander und stellte sich in die Mitte.
„Hört auf...“, schrie er, noch etwas außer Puste, da er herrannte. Lee’s Gesicht schwoll immer mehr an, doch auch Jay’s blieb nicht ungeschoren. Stu sah die beiden an, immer wieder hin und her, war immer noch etwas außer Puste.
„Sag das zu deinem Kumpel hier...“, schoss es aus Jay, worauf Lee schon wieder zuschlagen wollte, aber Stu ihn aufhielt.
„Hör auf Lee, und du auch Jay. Was ist nur in euch gefahren?“, schrie er schon fast genervt.
„Er hat meine Schwester verprügelt!“, rief Lee und deutete sauer auf ihn. Das saß. Jay schaute ziemlich geschockt aus der Wäsche, direkt in Lee’s Augen. „Glotz mich nicht so an Jay.“
„Was hab ich?? Bist du total durchgeknallt?? Ich soll Nikki verprügelt haben?“
„Denkst du, sie würde mich belügen?“
„Sie hat gesagt, dass ich sie geschlagen hab?“ Jay standen die Tränen in den Augen, denn wenn es stimmte, dass sie das behauptete, wäre er am Boden zerstört. Klar, er hat sie verletzt, doch wollte sie sich so an ihm rechen? Natürlich zögerte Lee, denn so hatte es Nikki nicht gesagt, doch für ihn war es mehr als eindeutig.
„Ja...“ Das saß, Jay ging’s tief unter die Haut, er fühlte, dass ihn nun etwas belasten würde, er hatte Schmerzen, Kopf, Hals, Magen, Herz...alles tat ihm weh. Tränen stiegen in seine Augen, Angst machte sich in ihm breit.
„Sie hat...wirklich gesagt, dass ich sie geschlagen habe?“ Lee sah zu Stu, der die Augenbraue etwas ungläubig nach oben zog.
„Ja, das hat sie.“, bezeugte Lee seine eigene Aussage. Jay schüttelte den Kopf, verzog sein Gesicht in Wut und holte aus, wollte wieder zuschlagen, doch Stu kam ihm zuvor, der Jay den Arm zurück hielt.
„Hör auf...“, zischte Stu zwischen seine Zähne und sah ihn so eindringlich an, dass selbst Jay aufhörte. „Verschwinde Lee, geh einfach. Ich komm gleich...“, befahl er Lee, der nach zögernden Sekunden das Haus verließ. Nun ließ Stu erstmal Jay’s Arm los und wich ein Stück von ihm ab.
„Hast du sie verprügelt?“, wollte er nun wissen. Jay sah ihn kopfschüttelnd an.
„Du glaubst das doch nicht oder?“, fragte er enttäuscht und gekränkt. Nun hielt er inne, was für Jay ne Antwort genug war. „Verschwinde...“ Natürlich ließ sich Stu das nicht zweimal sagen und verließ das Haus. Doch er blieb kurz an der Tür zurück, senkte den Kopf und gab ein „Von dir hätte ich anderes erwartet.“ von sich. Jay wartete, bis er Lee und Stu nicht mehr sehen konnte, schloss die Türe, lief durch das verlassene Elternhaus und weinte etwas. Obwohl er keiner Schuld bewusst war, traf ihn das mitten ins Herz. Es war, als würde jemand mit einem Boxerhandschuh auf die offene Wunde, die sich genau an seinem Herzen bildete, schlagen. Plötzlich klingelte sein Handy, das noch im Schlafzimmer lag. Also rannte er nach oben, nahm sein Phone in die Hand und sah, dass er eine Nachricht empfangen hatte, die er gleich öffnete.

„Hey Jay, wieso bist du einfach abgehauen? Du hättest wenigstens Bye sagen können, schließlich haben wir viel Zeit miteinander verbracht. Bist du wieder in Chingford? Melde dich mal bitte. Love you, Vicky xxx“

Er hatte im Moment keine Kraft dafür, er war einfach zu verzweifelt, durch die ganze Sache mit Nikki. Wieso hatte sie behauptet, dass er sie geschlagen hat? Niemals, niemals hätte er auch nur die Hand gegen sie erhoben. Sie war sein Heiligtum, die Luft, die er zum Atmen brauchte, einfach sein Ein und Alles. Es war sein größter Fehler, ohne ein Wort gegangen zu sein, doch nun konnte man es schließlich nicht mehr ändern. Er bereute es, keine Frage, aber leider kann man geschehene Dinge nicht rückgängig machen.

„Was geht nur in dir vor Lee?? Nikki hat doch nie gesagt, dass Jay sie verprügelt hat!“, schrie Stu ihn an, während sie nach hause liefen.
„Aber ihr Zögern...Wieso nimmst du ihn in Schutz Mann?“, maulte er zurück.
„Weil es unfair ist, was du ihm vorwirrst. Dann ist er doch ein Feigling...“
„Ist er doch eh, er ist einfach abgehauen ohne ein Wort zu sagen!“
„Aber er hatte sicher seine Gründe Lee!!“ Stu flippte was aus, denn Lee brachte ihn wirklich auf die Palme. Gerade wollte Lee wieder was sagen, doch dann waren sie schon zu Hause bei ihm. Lee öffnete die Türe und als Nikki Stu sah, rannte sie ihm weinend in die Arme. Etwas erschrocken und verwundert drückte er seine Arme um sie und gab ihr einen Kuss auf den Kopf.
„Erzähl mir was passiert ist.“, bat er sie, aber nichts. Sie konnte einfach nicht reden. Zusammen setzten sie sich auf die Couch und sie weinte weiterhin, denn diese Schmerzen waren fast unerträglich, bis dann auch die anderen Ladies aufwachten und nach unten getrottet kamen.
„Mensch, was ist das für ein Lärm...?“, fragte Yanina als sie ihre Augen rieb. Alle sahen Nikki an, mit geschockten Augen, liefen zu ihr und befragten sie. Sara fing auch gleich zu weinen an und Laila war nahe zu ebenfalls dabei, doch sie versuchte es etwas zu unterdrücken. Nachdem ja die Girls da waren, erhob sich Stu und lief zu Lee in die Küche, der sich Eis auf sein Auge und seine Lippen legte.
„Dich hat es dieses mal ja mächtig getroffen Alter...“, meinte Stu vorsichtig, bevor er noch Eine abbekam.
„Er hat wirklich einen Schlag drauf.“, erklärte er etwas schmunzelnd. „So fest konnte er noch nie schlagen.“
„Wer weiß, was er in diesen Eineinhalbjahren gemacht hat.“, stellte Stu in den Raum.
„Das würde mich wirklich interessieren.“, antwortete Lee ruhig.
„Mich auch, doch wir lassen ihm ja nie die Chance irgendwas zu erklären. Die Blazers wissen sicherlich total bescheid, nur wir wieder nicht.“ Stu senkte den Kopf aus Trotz und Trauer, schließlich liebte er diese Jungs nach wie vor mehr als sein eigenes Leben.




Mieze ...





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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Ich will um ehrlich zu sein auch gar nicht wissen, was passiert ist. Es ist mir egal, er ist mir egal. Die sind mir alle egal.“, knallte Lee seine Hand auf den Tisch.
„Ach, sind sie gar nicht.“, konterte er. Wütende Augen blickten zu Stu, der besser schwieg. „Was sollen wir jetzt mit Nick machen?“
„Oh Mann ey, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die Blazer das zurückbekommen, was sie meiner Schwester alles angetan haben. Ich werde ihnen so die Fresse polieren...“ Wuttränen schossen in seine schönen Augen und verdeckten die Sicht.
„Beruhig dich erstmal Lee, so wird das gar nichts.“ Als er ein Vibrieren in seiner Tasche wahrnahm, holte Stu sein Handy raus und sah auf dem Display, dass seine Mum ihn anrief.
„Hey Mum...“, nuschelte er etwas.
„Stuart, wo bist du?“, fragte sie aufgebracht.
„Bei Lee, es ist schon wieder was passiert.“
„Geht’s euch gut?“ Er sah zu Lee und grinste etwas.
„Es geht, Lee und Nikki wurden verprügelt.“
„Nikki?“, rief sie geschockt ins Telefon.
„Ja und wir wissen nicht wer es war, darum bin ich auch hier.“
„Okay, dann will dir verziehen sein. Ich geh jetzt arbeiten. Bis nachher mein Junge und denk bitte daran Stephen nachher zu seinem Kurs zu bringen.“
„Ja mach ich. Bis nachher Mum.“
„Bis nachher.“ Aufgelegt hatte er, kurz nachdem Lee sich hinsetzte und auch ihn forderte, seinen Hintern zu platzieren.
„Was ist los Lee?“ Sein besorgter Gesichtsausdruck sprach Bände.
„Ich hatte...nen wirklich wirren Traum.“, erzählte er. „Ich bin aufgewacht und wollte nach unten laufen um was zu trinken und...als ich an den Stufen stand, sah ich, dass die Tür geöffnet war und dort...dort hing jemand.“
„Wie, dort hing jemand?“
„Na ja, an einem Strick, der Stuhl war weggezogen...“ Tränen stiegen ihm in die Augen.
„Und wer war es?“, wollte Stu wissen.
„Du.“, kam es nur aus seinem Mund.
„Oh...“, folgte Stu. „Aber ich bin hier Lee, mir geht’s gut.“ Nun weinte er verbittert, krümmte sich zusammen Schnell sprang Stu auf und lief zu ihm, nahm ihn in den Arm und flüsterte ihm Mut zu, doch Lee hörte einfach nicht auf. Plötzlich kam Nikki dazu, rückte Stu etwas zur Seite und nahm ihren Bruder in den Arm, worauf er aufstand und sie fest umarmte. Beide weinten sich fast die Augen aus, bangten, endlich wieder aufzuhören, doch es ging einfach nicht.
„Ich liebe dich Nikki.“, flüsterte er unter seinen Tränen.
„Ich liebe dich auch Lee.“, flüsterte sie ebenfalls. Jeder der anderen war zu Tränen gerührt, sie waren wie keine zweiten Geschwister und dabei musste man bedenken, dass sie „nur“ Stiefgeschwister waren. Als sie sich wieder lösten, wischten sie sich die Tränen weg und Nikki sah in die wunderschönsten Augen, die sie je gesehen hat – Stu’s! Auch sie fiel sie in die Arme und küsste ihn mit Hingabe.


„Du weißt, dass ich dich liebe, oder?“, weinte sie noch etwas.
„Natürlich weiß ich das.“, sagte er mit gesenktem Kopf. Zart strich sie ihm über die Wange und lief dann nach oben in ihr Zimmer. Verliebt sah er ihr noch hinterher und dann wieder zu den anderen.
„Keine Angst, sie wird dich nicht verlassen Stuart, sie vergöttert dich. Du bist der wichtigste Mensch in ihrem Leben.“, bezeugte Laila wohl Nikki’s Gedanken.
„Mhm.“, nickte er.
„Hey sie hat Recht Stu. Denkst du, sie hätte dann geweint, nachdem sie mit ihm geschlafen hatte?“ Ein stich fuhr Stu’s Körper entlang, Tränen schwollen in seinen Augen, er fing an zu zittern und hatte etwas angst. Alle sahen Lee an, denn er war der einzige, der davon wusste. Nicht mal die Mädels wussten es.
„Was...hast du da gerade gesagt?“, hackte Sara nach. Erst jetzt realisierte Lee, dass keiner außer er bereits davon wusste.
„Das ist nicht dein ernst oder?“, liefen die ersten Tränen über Stu’s Gesicht. Lee senkte den Kopf und blickte wie ein kleiner Hund auf, doch das brachte nichts. Das war wohl das erste Mal, dass sie Stu haben weinen sehen – wegen einem Mädchen. Niemals hatte er jemanden so geliebt wie Nikki und nun tat sie ihm das an. Vor allem tat es ihm weh, dass sie nichts sagte. Er hatte zwar schon eine leise Ahnung, aber wollte es wohl einfach nicht sehen. Gedemütigt verließ Stu das Haus und lief in den abgelegenen Park, wo fast nie jemand war. Langsam dämmerte es schon zum Tag hin, doch es war noch immer etwas finster. Er schleifte seine Füße am Boden mit, schoss Steine vor sich hin, hatte jedoch aufgehört zu weinen. Er war zwar nach wie vor verletzt, doch auch so wütend. Jay tauchte auf und schmiss nicht nur das Leben der Jungs um, sondern auch das von Nikki. Es tat ihm wirklich weh zu sehen, was alles geschah. Qualen musste er durchleiden, er ist für, mit und wegen Nikki und den Jungs und sich selbst durch die Hölle gegangen, bereute aber trotzdem keine Sekunde, die er seitdem verbrachte. Nikki war sein Leben, er liebte sie wie keinen Menschen jemals. Verzweifelt ließ er sich auf eine Parkbank nieder, die Ausblick auf einen kleinen See gewährte. Durch den kühlen Wind hatte er wieder Tränen in den Augen, die aber nicht liefen. Sein Blick fiel ins Leere, er wusste nicht, wie ihm geschah. Diese Wut, Trauer, Liebe und all diese Gefühle, konnte er nie wirklich ordnen und nun fiel es ihm noch schwerer. Wie sollte sein Leben denn jetzt weitergehen?? Er war wirklich ratlos! Da es gerade mal 5 Uhr am Morgen war, konnte er natürlich kaum seine Augen offen halten und schlief auf der Bank ein.

„Sie hat wirklich mit Jay geschlafen?“, fragte Yanina ratlos nach.
„Ja, als ich hier ankam hatte er seine Jacke und noch irgendwas in der Hand. Ich glaub seine weiße Hose und wieso sollte er sonst mit Klamotten in der Hand aus Nikki’s Zimmer kommen?“
„Aber wieso hat sie uns das nicht gesagt?“, wollte Nadja wissen und war am Verzweifeln.
„Sie fühlte sich nicht wohl dabei. Obwohl sie ihn so geliebt hat, ist nun wirklich Stu der Einzige für sie, worüber ich wirklich froh bin!“ Plötzlich hörten sie einen lauten Schlag auf der Straße, worauf alle zusammenzuckten.
„Was war das?“, fragte Sara entgeistert und hielt sich an Lee fest.
„Keine Ahnung.“ Doch so schnell es ging rannte er nach draußen und sah, dass jemand mit einem schwarzen Auto rasendschnell davon fuhr.
„Was zur Hölle war das?“, flüsterte Yanina leise und hielt sich die Hand vor den Mund. Lee war total in Trance. Er hatte auch noch wahnsinnige Angst wegen seinem Traum und lief langsam auf die Straße, wo er einen Anhänger fand. Lange sah er ihn an, bis er ihn zuordnen konnte.
„Gehört der nicht Jay?“, stellte er in die Luft und hielt ihn hoch.
„Klar, den hat er mal von Chris bekommen.“, erklärte Sara. Lee’s Blicke fielen in die Richtung, wo das Auto hinfuhr. Etwas überlegend schienen seine Augen gerichtet zu sein und seine Gedanken gespalten. Was sollte er denn jetzt tun? Er war sich doch nicht mal sicher, ob es auch wirklich Jay war.
„Was stehen wir hier rum? Jay wurde entführt, das ist ja wohl offensichtlich.“, warf Laila ein und sah in die Runde, in die Gesichter ihrer Freunde.
„Wissen wir denn, ob es Jay war? Und wenn ja, wissen wir, dass er wirklich entführt wurde?“, sagte Lee leise und senkte den Kopf.
„Das ist kein Scherz Lee, du hast den Knall gehört, einen schwarzen Wagen, der wie vom Blitzgetroffen davon fuhr und Jay’s Anhänger. Könntest du rechnen, wüsstest du das Eins und Eins Zwei ergibt, doch das geht bei deinem Spatzenhirn ja nicht.“ Laila war total sauer auf ihn, knallte ihm auf die Stirn und lief zurück ins Haus.
„Mann, was habt ihr für ein Problem?“
„Laila hat ganz recht. Ihr Jungs ... wenn ihr nur einmal nachdenken würdet...“, schüttelte Yanina mit dem Kopf und lief mit Nadja und Sara ins Haus. Was ihm klar war, er musste Stu suchen, darum lief er nicht mehr ins Haus, sondern machte sich gleich auf den Weg. Ohne zu Wissen wo er sein könnte, lief er fast ganz Chingford ab und fand ihn schließlich im Park – um kurz vor halb neun.
„Mensch, da ist er ja...“, nuschelte er und lief zu ihm. „Stu, hey Stu, wach auf.“ Er schüttelte ihn etwas, bis er wach war.
„Was ist? Wo bin ich?“, gähnte er verschlafen.
„Im Park, du bist hier eingeschlafen.“
„Ach ja...richtig.“ Stu war total verwirrt und fuhr sich etwas durch die Haare. „Wieso bist du hier?“
„Weil ich mir Sorgen um dich Idioten gemacht hab.“ Nun schmerzte sein Gesicht wieder etwas, da der eiskalte Wind genau hineinwehte.
„Sie hat mit ihm geschlafen...wir lieben uns doch, dachte ich...“, sprach er total aufgelöst und senkte den Kopf weit nach unten.
„Stu...“, fing er an, doch wurde unterbrochen.
„Nein Lee, du verstehst das nicht. War ich nur so etwas wie ein Trostpflaster für sie, bis Jay VIELLEICHT irgendwann mal wieder kommen würde?“, stiegen ihm Tränen in die Augen.
„Nein, als wir damals Schwimmen waren, wo du ihr auch noch eine SMS geschrieben hast am Abend und sie in der Nacht zu dir kam, hat sie mir auf dem Nachhauseweg erzählt, dass sie wirklich etwas für die empfindet. Stu, sie hat sich Hals über Kopf in dich verknallt und sie hat mittlerweile wirklich angefangen dich mehr als jeden anderen Menschen zu lieben. Doch du weißt, wie schlecht es ihr ging, als Jay damals ging. Nun kam er wieder und sie dachte, es könnte so wie früher werden, denn diese Zeit hat sie sehr genossen. Doch als es dann passiert ist, war sie aufgelöst und leer, denn er war nicht du...“, erklärte Lee so aufbauend wie nie. Leicht nickte er, verständigt, aber trotzdem war er noch verletzt. „Gib dir Zeit Stu, aber lass uns bitte gehen, es ist echt so kalt hier.“ Beide standen auf und liefen zurück zu Lee’s Haus, wo dann auch die Eltern von ihm wach waren.
„Morgen Lee, Morgen Stu. Wo kommt ihr denn her?“, fragte seine Mum etwas überrascht. „Oh Lee, was ist passiert?“ Jetzt erst bemerkte sie sein entstelltes Gesicht.
„Ach Mum, es war nur eine Schlägerei.“, sagte er und winkte ab, lief nach oben von Stu gefolgt. Seine Gedanken kreisten sich nach wie vor um den Anhänger den er vorhin fand. Würde er jetzt schweigen, nicht sagen, dass Jay weg ist, würde es wieder etwas in die richtige Bahn gelenkt werden, doch er konnte nicht wirklich zulassen, dass ihm was passierte. Sein Gewissen plagte ihn schon, doch er schwieg.
„Lee du bist gar nicht anwesend oder?“, riss Stu ihn aus seinen Gedanken.
„Ähm...tut mir leid.“, entschuldigte er sich knapp.
„Alles in Ordnung Alter?“
„Klar Mann, danke. Alles in Ordnung.“, bezeugte er – log jedoch.
„Okay, ich denke...ich...gehe dann wohl besser. Wir sehen uns nachher oder?“
„Klar. Bis später Stu.“
„Bis später.“ Langsam lief er aus dem Zimmer und verließ dann das Haus. „Bye Mrs Bailey.“
„Bye Stu, bis bald.“, sie winkte ihm noch und schon war er weg. Völlig in Gedanken lief er Richtung Baker’s, doch mitten auf dem Weg stieß er mit jemandem zusammen und fiel zu Boden.
„Tut...tut mir leid.“, stotterte er völlig in Gedanken und stand auf, reichte ihr die Hand und half ihr auf.
„Macht doch nichts.“, lächelte sie. Sie war wirklich hübsch, was er schnell erkannte, darum lächelte er auch. „Ich bin Vicky.“
„Hey, ich bin Stuart.“
„Hey Stuart, schön dich kennen zu lernen.“
„Freut mich ebenfalls, Vicky.“ Sein Lächeln wurde immer hübscher, immer aufmerksamer.
- „Oh Stu, hör auf zu flirten...“ – schwirrte in seinem Kopf herum, worauf er etwas gequält wirkte.
„Kannst du mir vielleicht verrate, wo ich James Murray finde?“ Erneuter Schlag.
„Ähm...da läufst du in die falsche Richtung. Jay wohnt woanders.“
„Du kennst ihn? Was für ein Zufall.“
„Ja, er war mal...ein guter Freund.“, lächelte er etwas larmoyant. „Wo hast du ihn kennen gelernt?“
„Als er bei seinen Großeltern in Schotland war. Er ist ein wundervoller Kerl.“
- „Schotland? Großeltern? Von was redet sie?“ – ging es weiter in seinem Kopf.
„Ja, ein wundervoller Kerl...“, wiederholte er etwas genervt. „Soll ich dir zeigen wo er wohnt?“
„Gerne, danke.“ Somit liefen sie zusammen zu James Haus, doch als sie ankamen, war er nicht zu Hause...


Bei Jay...

„Denkt ihr, wir sollten ihn einfach sterben lassen?“, hörte er eine Stimme, nachdem er wieder aufwachte. Er wollte sich bewegen, doch das war nutzlos, denn seine Hände und Beine waren zusammen gebunden. Etwas hektisch und nervös sah er sich um, doch er konnte nichts erkennen, da es so dunkel war.
„Nee, er soll leiden.“, lachte ein anderer, worauf Jay etwas zusammenzuckte. Was hatte er getan, dass man ihn töten wollte? Waren das seine Freunde, die sich jetzt rechen wollten?
- „Quatsch Jay, du weißt selbst genau, dass sie niemals so etwas mit dir tun würden.“ – ging es ihm durch seine Gedanken. Nun war es wieder einer dieser Momente, in denen er alles bereute. Niemals wollte er seinen Freunden wehtun, doch nachdem seine Eltern starben, war für ihn das Leben so unheimlich schwer. Selbst heute, nach diesem knapp Eineinhalbjahren kam er mit dieser Situation noch nicht klar, es war sehr schwer, denn er liebte seine Eltern sehr, auch wenn sie oft nicht gerecht waren. Seine Schwester April ging zu einer Tante, da ihre Großeltern sie nicht so liebten wie Jay, das wussten alle. Natürlich war Jay nicht stolz darauf, doch auch zu seiner Tante zu gehen wäre zu viel für sie gewesen, schließlich hatte sie selbst noch zwei Kinder und mit zwei Personen mehr ist es schon aufwendige, da sie eh nicht in Geld schwammen. Plötzlich vibrierte sein Handy, doch er kam nicht hin, da seine Hände auf den Rücken gebunden wurden. Wie sollte er jetzt abheben oder die Kurzmitteilung lesen? Verzwickte Lage.
„Hey!“, schrie er, sodass der Wagen anhielt.
„Mann, erschreck uns nicht so du Idiot.“ Die gesamte Zeit versuchte er die Stimmen zu identifizieren, doch das war leichter gesagt als getan. „Was willst du?“
„Ich müsste mal für kleine Jungs...“, meinte er nur kleinlaut.
„Oh Mann, wieso jetzt Alter? Kannst du es nicht noch etwas zurück halten?“ Jay verzog unverständlich das Gesicht, er kam sich ziemlich verarscht vor.
„Nein Mann, ich muss jetzt.“
„Also gut...“, sie fuhren rechts ran und öffneten die hintere Türe. Erwartungsvoll sah er sie an, doch sie kapierten gar nichts.
„Hallo?? Könnte mich vielleicht mal einer losbinden?“
„Nein tut mir leid, das geht nicht.“
„Wollt ihr dann meinen kleinen Freund hier halten oder wie?“ Die beiden Anderen sahen sich an.
„Nein, okay dann halt still.“ Sogleich öffnete er die Schnüre und Jay rieb sich erstmal seine Armgelenke.
„Könntet ihr dann ein anderes Band verwenden, dass mir nicht gleich die Pulsadern durchdrückt?“, fragte er genervt.
„Hey Alter, geh und komm gleich wieder.“ Er verdrehte die Augen und lief einige Meter von den Kerlen weg, bis er in einen kleinen Wald kam. Schnell nahm er sein Handy zur Hand und las auf dem Display „4 missed call“ und „2 recieved messages“. Zuerst sah er nach, wer ihn angerufen hatte – Chris! Dann las er die zwei Kurzmitteilungen:

Hey Alter wieso gehst du nicht an dein Handy? Wo bist du denn schon wieder? Du bist nicht im Haus und auch sonst nirgends aufzufinden. Du hast dich doch nicht wieder aus dem Staub gemacht oder? Ruf zurück, Chris.

Die Verzweiflung war aus der Mitteilung deutlich zu hören, er hatte wirklich so angst um Jay und bangte für ihn, dass seine Freunde ihn wieder genauso aufnehmen würden, wie er.

Um 12 heute Mittag gibt’s ein Battle zwischen uns und den Incrediblern. Sei am alten Sportplatz und bring viel Power mit sonst stampfen sie uns vielleicht in den Boden, ach ne, du bist ja wieder hier Bis dann, Chris

Toll, wie sollte er denn bitte um 12 am alten Sportplatz sein, wenn er schon gar nicht mehr in Chingford war? Zumindest schien es ihm als wäre er nicht mehr in Chingford, denn die Gegend war ihm gar nicht bekannt, schließlich kannte er jede Ecke seines Ortes. Schnell wählte er die Nummer von Chris und wartete, bis er endlich abhob. Doch dann hörte er Schritte hinter sich und gerade als Chris abhob, legte er wieder auf.
„Hey was machst du da?“, riefen diese Kerle.
„Nichts, ich hab doch erzählt dass ich ...“
„Ja okay, wir wissen’s. Aber beeil dich endlich mal, wir müssen weiter.“ Er drehte sich um und lief wieder zu ihnen.
„Wohin geht’s?“, fragte er ganz locker.
„Nach Schot...“, fing der eine an, doch sobald er eine auf dem Hinterkopf sitzen hatte, schwieg er.
„Schotland? Hat euch etwa mein Großvater geschickt?“
„Nein, wir wurden nicht geschickt.“, bezeugte der andere und schob ihn zurück ins Auto.


Genervt ließ er sich auf den Boden krachen und dachte die gesamte Fahrt nach. Er wusste nicht mal, was er tun sollte, da er nun verschleppt werden würde und wahrscheinlich auch noch stirbt. Er war noch so jung, er hatte wirklich keine Lust zu sterben. Völlig in Gedanken war er wohl wieder eingeschlafen, denn erst durch einen ruckartigen Stop öffnete er die Augen – im Schreck!
„Los, raus jetzt!“, rief der eine zu ihm, wodurch er aufstand und aus dem Wagen lief.
„Ich hab Hunger...“, stellte er klar.
„Ich glaube, du raffst nicht so ganz, dass wir dich entführt haben, oder?“
„Doch, doch. Aber glaubt ihr, dass ändert was? Ich hab nämlich immer noch Hunger...“, grinste er ein ganz klein Wenig. Die zwei Typen schüttelten die Köpfe und liefen in eine Tankstelle. Jay blieb stehen und sah sich verzweifelt um. Er wollte so schnell es ging einfach nur zurück zu den Jungs, zurück in seine Heimat, zurück dorthin, wo er herkam, sein Elternhaus...all das hatte er die letzten Monate sehr vermisst und war heilfroh nun endlich wieder da zu sein, doch schon wieder wurde er aus dieser Gegend gerissen. Lustlos trottete er diesen Typen hinterher und irgendwie kamen sie ihm schon bekannt vor, doch er hatte wirklich keine Ahnung, woher er sie kannte. Als er so durch die einzelnen Regale lief, schnappte er sich einige Sachen, knallte sie auf die Kasse und grinste.
„Danke fürs Zahlen!“ und lief wieder nach draußen, setzte sich in den Wagen und wartete, bis diese zwei Hirnis wieder kamen.
„Das nächste Mal nimmst du dir selbst Geld mit.“
„Das nächste Mal warnt ihr mich vor, dann nehm ich Gepäck mit.“ Sein Sarkasmus war heute stärker, als jemals zuvor. Diese Wut, der Hass, der in ihm tobte, war riesengroß und er konnte sich kaum noch beherrschen. Ungeduldig rutschte er auf dem Platz hin und her und wollte unbedingt wissen, wo sie ihn hinbringen würden, doch sie schwiegen.


12 Uhr am Mittag...

„Mann, wieso taucht er nicht auf?“ Chris sah jede 5 Sekunden auf die Uhr, ungeduldig bewegte er seinen Fuß und sah immer wieder zum Eingang.
„Er hat schiss, ist doch offensichtlich.“, maulte Mus etwas schadenfroh.
„Ach, so ein Schwachsinn. Er wird noch auftauchen, da bin ich mir sicher...“, spaltete Kenzie seine Zunge. „Und rede nicht so über Jay, klar?“ Die Incredibler lachten nur und winkten ab.
„Wir haben nicht ewig Zeit, Blazers. Wir haben auch noch andere – wichtiger Dinge zu tun. Also wenn er in den nächsten 5 Minuten nicht auftaucht hauen wir ab.“, stellte Stu klar und warf einen letzten Blick auf die Uhr. Im Hasch mit der Zeit sahen sie alle immer wieder zum Eingang, doch es tat sich einfach nichts.
„Das gibt’s doch nicht...“, nuschelte Chris verzweifelt, doch als er Ketten hörte, hatte er Hoffnung in den Augen. Fehlgeschlagen – nicht Jay, sondern Sara, Yanina, Nadja und Laila tauchten auf. Schon allein die verhassten Blicke, die Laila Lee zuwarf, machten ihn nervöser, als er eh schon war.
„Hey Jungs...“, grüßten sie kleinlaut, worauf sie von ihren Jungs begrüßt wurden. Chris küsste seine Sara, Sam umarmte Yanina innig und Mus war total auf Nadja fixiert. Laila grinste kurz zu jeden der Jungs, richtete ihre fiesen Augen dann aber zu Lee, der sie bettelnd ansah.
„Hast du es ihnen schon gesagt?“, flüsterte sie ihm zu. Er schüttelte antwortend mit dem Kopf. Fest kniff sie ihm in den Arm und drehte sich dann von ihm ab.
„Jungs...es gibt da...etwas dass wir euch...sagen müssen.“, fing Laila ängstlich an und sah zu den Mädels. Nun schwiegen die Jungs und sahen zu ihr. Chris’ Blicke wanderten weiterhin alle paar Sekunden zum Eingang, noch immer aussichtslos.
„Was gibt’s denn?“, fragte Sam etwas gequält. Er war damals der erste, der erfuhr, dass Jay angeblich tot war, darum hasste er Neuigkeiten mehr als alles andere dieser Welt. Yanina griff schnell und fest nach seiner Hand, sah ihn mit ihren schönen Augen an und lächelte etwas. Verliebt kreuzten er seine Blicke mit ihren und lächelte ebenfalls mit einem so süßen Grinsen im Gesicht.
„Also...wisst ihr. Es hat einen...Grund warum...warum Jay nicht...hier ist.“, erzählte Sara weiter. Noch bevor irgendjemand weiterreden konnte, schoss Laila ein.
„Und Lee kann euch sagen, was Sache ist...“ Ihr wütender Unterton ließ Lee wissen, dass das pure Absicht war. Verschliffen sank er den Kopf und hoffte darauf, das einfach nicht gehört zu haben, doch als Stu ihn etwas schüttelte, war ihm mehr als klar, dass er nun reden müsse.
„So wie es aussieht, wurde Jay...entführt.“, fing er an. Schock stand den Jungs im Gesicht geschrieben und auch die Mädels wurden wieder Kreidebleich. „Also, zumindest vermuten wir das.“
„Wieso, wieso hast du uns das verdammt noch mal nicht gesagt?“, schrie Chris ihn an. Lee schwieg. Was sollte er antworten?
„Hey jetzt schrei ihn nicht so an bitte...“, forderte Stu und nahm ihn etwas schützend hinter sich.
„Ach, muss jetzt der kleine Stu auf dich aufpassen?“, äffte Marcel die beiden an. Stu war das alles zu blöd, darum verließ er mit einem Kopfschütteln den Sportplatz und hatte eigentlich vor, Jay zu suchen, doch da lief ihm Vicky wieder über den Weg...


„Hey, so schnell sieht man sich wieder.“, lachte sie ihn an, worauf auch er grinste.
„Ja, so klein ist die Welt...oder besser gesagt Chingford.“ Lange sahen sie sich in die Augen, warteten, bis irgendetwas geschehen möge, doch nichts. Erneut war es, als hätte die Zeit gestoppt und nichts und niemand mehr existieren würde. Sein Gesicht kam ihr gefährlich nahe, bis sich ihre Lippen trafen. Wieso tat er das? Dieses Gefühl in ihm war nicht zu beschreiben, es war...eigenartig. Doch er ließ sich davon nicht ablenken, sondern hörte auf die Wut in ihm. Noch bevor es jemand mitbekommen konnte, stoppten sie und Stu lief ohne eine Erklärung oder ein weiteres Wort davon. Vicky sah ihm noch schluchzend hinterher, denn dieser Kuss war wahnsinnig intensiv. Nun verspürte sie einen kleinen Wind, da die anderen Jungs an ihr vorbei rannten und Stu hinterher. Etwas verwundert sah sie ihnen nach und wandte sich dann wieder dem Sportplatz zu, wo dann die anderen Vier kamen.
„Hey, wisst ihr wo Jay ist?“, fragte sie etwas leise, da der Kuss ihr noch etwas nachhing.
„Jay?? Wieso Jay? Wer bist du?“, wollte Chris etwas genervt wissen. Lange Zeit hielt sie einfach nur inne und sah sie an, doch nachdem er den Kopf etwas senkte und sie weiterhin ansah, registrierte sie die ganze Situation wieder und antwortete mit einem knappen „Vicky“.
„Vicky? Welche Vicky?“, fragte dann Kenzie.
„Als Jay in Schotland war haben wir uns öfter gesehen.“, erklärte sie. Nun fiel ihnen die Kinnlade nach unten. Sie hätten nicht damit gerechnet, dass er eine Affäre hatte, doch in Menschen irrt man sich ja öfter, wie bekannt ist.
„Und was willst du hier? Und was willst du jetzt von Jay?“, schlug Sam nun ein.
„Ähm...ihn nach einer Erklärung bitten, da er einfach abgehauen ist.“
„Typisch Jay...“, nuschelte Kenzie enttäuscht.
„Könnt ihr mir helfen?“, fragte sie ungeduldig.
„Nein, tut mir leid, wir suchen ihn selbst.“, erklärte Chris. „Aber wenn du willst, richten wir ihm aus, dass du ihn suchst und er wird sich sicher umgehend bei dir melden.“
„Danke, das wäre wirklich lieb. Bis bald...“, winkte sie und lief wieder woanders hin.

„Nikki?“, rief jemand im Haus der Bailey’s, doch man bekam keine Antwort von ihr. „Nikki, wo bist du?“ Doch noch immer nichts. Langsam machten sie sich auf den Weg nach oben in ihr Zimmer, wo sie noch schlief. Es war zwar bereits nach Eins am Mittag, doch die Nacht war dafür umso länger. Vorsichtig schlossen sie die Türe hinter sich und setzten sich zu ihr.
„Sie sieht total fertig aus.“, sagte Laila leise und strich ihr über die Wange.
„Ja, total leer und kaputt.“, ergänzte Sara leise.
„Was sie alles durchmachen musste in den letzten Wochen, das ist wirklich der Wahnsinn.“, fügte Yanina noch hinzu, bis wieder Stille eintrat. Langsam rührte sie sich von einer Seite zu der Anderen und öffnete zart die Augen. Als sie die Gesichter ihrer Freundinnen sah, lächelte sie etwas.
„Morgen Schlafmütze.“, grinsten alle.
„Morgen...“, gähnte sie und streckte sich erstmal, doch dann sah sie sich nervös um. „Wo ist Stu?“
„Der ist nicht da...keine Ahnung wo er ist.“, sagte Laila.
„Oh Mann, ich muss ihn finden. Da ist etwas, dass ich ihm...“
„Er weiß es schon.“, schoss es aus Sara heraus. Geschockt ließ sie sich wieder aufs Bett fallen und Tränen bedeckten die Sicht in ihren Augen.
„Was?“, flüsterte sie unter ihren Tränen.
„Ja, Lee hat es gestern aus Versehen gesagt, während Stu noch da war...“, meinte Yanina und sah sie traurig an. „Wieso hast du es uns nicht erzählt?“
„Weil ich...ich es erstmal realisieren musste. Ich konnte es doch selbst nicht glauben. Nicht glauben, wie bescheuert ich war. Ich liebe Stu über alles und mach diese Dummheit, er wird mir das nie verzeihen.“, weinte sie verbittert. Man sah Nikki kaum noch glücklich, denn ihr Leben schien etwas den Bach runterzugehen. Sie hoffte jeden Tag, dass es wieder aufwärts ginge, doch nichts tat sich des Gleichen, somit schwand auch schon ihre Hoffnung.
„Was soll ich jetzt tun?“, fragte sie flüsternd.
„Das können wir dir auch nicht sagen Süße, aber du musst auf jeden Fall darüber reden und zwar mit ihm, so schnell wie möglich.“ Zitternd verließ sie das Zimmer und lief ins Bad. Sie rutschte die Türe herunter und legte ihr Gesicht in ihre Hände, weinte einfach weiter und weiter, bis ihr das Atmen schwerer fiel. Lange blieb sie einfach so sitzen, doch dann stand sie auf und hatte etwas im Visier. Sie griff nach einer Rasierklinge und legte sie vorsichtig auf ihre Pulsadern...
Gedanken überschlugen sich in ihrem Kopf, raubten ihr den letzten Nerv. Sollte sie das wirklich tun? War das der richtige Weg endlich wieder in Frieden leben zu können? Nein, denn dann würde sie nicht mehr leben. Ihr Kopf schmerzte, ihre Seele schien zerrissen und das Herz zerplatzt. Sogleich ließ sie die Klinge fallen und rannte aus dem Badezimmer, zurück in ihres und zog sich um. Die Mädels warteten derweil im Wohnzimmer, bis sie selbstbewusst mit einer Jeans, einen Top das über den Bauchnabel reichte und eine Sweatshirtjacke. Ihre Haare waren zu einem Zopf gebunden, ihre Sneakers schnell angezogen und das Make-up perfekt.
„Wow, Nikki...was ist denn mit dir passiert?“, fragte Laila leise.
„Wisst ihr Mädels, die Jungs begreifen einfach nicht, dass sie bescheuert sind.“ Alle Vier nickten einstimmig. „Also müssen wir es ihnen klarmachen.“ Sie sahen sich alle verwundert an und wusste nicht, was sie meint.
„Was willst du uns damit sagen?“, fragte Sara.
„Na ja, wir lieben alle das Tanzen, oder nicht?“ Nun erblickte sie Grinsen in den Gesichtern ihrer Freundinnen. „Also auf, jetzt stampfen WIR sie mal in den Boden.“ Somit sprangen sie auf und liefen los, zum alten Sportplatz.
„Oh Mist, die Jungs sind nicht mehr da...“, stellte Nikki fest und zog schon ihr Handy raus. Schnell verfasste sie eine Kurzmitteilung:

Wenn ihr nicht zu feige seit dann erscheint sofort am alten Sportplatz, ihr werdet jetzt euer blaues Wunder erleben...

Mehr schrieb sie nicht, dass sie die Jungs etwas foltern wollte. Jetzt hieß es nur noch abwarten, bis sie endlich erscheinen würden. In der Zeit des Abwartens gingen sie einzelne Schritte durch, versuchten, es so gleichmäßig wie möglich rüberzubringen. Das schallenden Gelächter der Mädchen machte jeden glücklich, sogar sie selbst. Sie lachten sich fast kaputt, da sie sich so freuten Nikki endlich wieder lachen zu sehen. Als plötzlich auch noch Baby auf den Platz gestürmt kam – genau in ihre Arme – rastete sie noch mehr aus. Sie spannen herum, lachten, kicherten, jubelten, grölten...alles auf einmal. Baby war Nikki’s Seele, ihre beste Freundin, Seelenverwandte, ihr ein und alles. Sie hatte zwar auch Stu, den sie über alles liebte, doch verlor sie einen Boy hatte sie immer auf Baby zählen können. Ewig kamen die Jungs nicht, was war nur los?
„Die sind ja so feige...“, zischte Nikki und senkte den Kopf.
„Ach komm Nikki, lass dich nicht runterziehen...“, meinte Yanina und forderte, den Sportplatz wieder zu verlassen.
„Aber das kriegen sie noch ab, das kann so nicht weitergehen.“, stellte Nikki klar und deutete ein letztes mal auf den Sportplatz zurück bevor sie diesen verließen.


„Mann, wir müssen ihn finden...“, hechelte Chris als er gerade mit den anderen rannte, um Jay irgendwo zu finden. Stundenlang rannten sie durch Chingford, doch es war einfach keine Spur von Jay. In jeder Ecke, jedem Gebüsch, hinter jedem Baum und jeder Straßenlampe sahen sie nach, doch aussichtslos. Genervt ließen sie sich nach knappen vier Stunden auf einer Bank nieder und sackten in sich zusammen. Noch immer war der Atem schwer und sie versuchten neuen zu kriegen, doch das war wirklich schwer.
„Das...gibt es...doch...nicht...wo ist er...denn?“ Sam versuchte sein tomatenrotes Gesicht wieder in die normale Hautfarbe zu bekommen, doch auch das war ein Hindernis. Plötzlich klingelte wieder Chris’ Handy und Jay’s Nummer stand drauf. Schnell hob er ab.
„Jay?“
„Chris, Mann Alter, die haben mich entführt...“
„Was?“
„Die haben mich entführt. Ich glaube mein Großvater hat sie geschickt.“, flüsterte er.
„Wieso denn das?“
„Frag nicht, sondert helft mir. Ich komm hier alleine nicht weg, sie sind zu viert.“
„Okay, wo bist du?“
„Ähm...ich glaube in...ein paar Meter nördlich von Manches...“ Doch nun verstand er nur noch Gegröle, da ihn wohl die Kerle erwischt hatten.
„Jay? Jay antworte...“ Die anderen Jungs sahen ihn gespannt und hoffnungsvoll an, doch dann legte er wütend auf.
„Und, was hat er gesagt?“, fragte Ollie hektisch.
„Er wurde entführt, sein Großvater hat irgendwelche vier Kerle geschickt die ihn entführen. Er müsste jetzt etwas nördlich von...Manchester sein.“
„MANCHESTER?“, riefen sie alle entblößt.
„Ja, Manchester...wie sollen wir ihn da finden?“, heulte Chris künstlich herum.
„Ja, ganz einfach. Wir fahren da hin und holen ihn da raus.“ Nun schwiegen alle, bis Kenzie fast die Augen rausfielen.
„VIER?“, rief er fast raus.
„Ja, vier Kerle...Mann das sind sicherlich solche Bodyguards.“
„Na aber sicherlich. Trotzdem, er ist unser Kumpel. Einer unserer Mates und er würde das Gleiche für uns tun. Also auf...wer fährt?“ Er klatschte in die Hände und wartete auf eine Antwort, doch alle sahen ihn an. „Na wenn man nicht alles selbst machen müsste...“ Augenverdrehend lief er los, von den Anderen gefolgt, zurück zu seinem Haus.
„Mum, Dad? Seit ihr zu Hause?“ Nachdem keine Antwort kam, wusste er, dass sie eines der Auto genommen hatten und fortfuhren. Schnell schnappte er sich die Schlüssel des Zweitwagens und rannten nach draußen. Was sie nicht bemerkte war, dass Jonathan und Josh sie beobachtet hatten.
„Oh, oh. Das gibt ärger...“, schoss es aus deren Munde und sahen sich an.
Die Jungs starteten soeben das Auto und fuhren los. Etwas nervös war Kenzie schon, da er wusste, seine Eltern bekommen es raus und er würde wohl für den Rest seines Lebens Hausarrest erteilt kriegen, doch das war jetzt nur nebensächlich, da es um einen seiner besten Mates ging.
Einige Stunden fuhren sie, bis sie schließlich gegen halb acht am Abend nördlichst von Manchester ankamen. Kenzie stoppte und sie stiegen aus, sahen sich um, ob sie irgendwas auffälliges erkennen konnten, doch da war eigentlich gar nichts zu erkennen.
„Wir wissen ja nicht mal wie das Auto aussieht.“, stellte Ollie in die Luft. Es trat wieder pures Schweigen ein, bis Sam ein Licht aufging.
„Hey, die Ladies und Lee haben uns das doch alles erst erzählt, dann wissen sie wohl auch, wie das Auto aussieht, oder?“ Jeder grübelte, bis Kenzie schließlich seinen inneren Schweinehund übersprang und sein Handy rausholte.
„Ja, hey Lee ich bin’s Kenz. Sag mal, du hast doch erzählt was mit Jay passiert ist. Kannst du mir sagen welche Farbe das Auto hatte?“
„Ähm...es war so ein schwarzer Jeep. Wisst ihr wo er ist?“
„Er meinte nur ziemlich nördlich von Manchester...“
„Manchester?“
„Ja, wir kamen erst leider viel zu spät auf diese Fährte.“, warf er ihm fast vor.
„Tut mir Leid Kenz...“
„Ach vergiss es. Ich muss Schluss machen, müssen Jay finden.“
„Hältst du mich auf dem Laufenden?“, fragte er leise.
„Mal sehen wie ich es schaffe. Ich versuchs. Bis bald Lee.“ Und schon legte er auf. „Ein schwarzes Jeep...das ist alles was er mir sagen konnte.“ Somit ging das Grübeln weiter, bis sie Reifen quietschen hörten. Alle Blicke wanderten in die gleiche Richtung und sie sahen einen schwarzen Jeep.
„Hey, hey, hey, hey Jungs. Das ist er doch, das ist sicher der Wagen. Die Scheiben sind getönt!“ Schnell stiegen sie wieder ein und fuhren mit Vollgas los. Einige Zeit lang fuhren sie ihm hinterher, bis das Auto endlich wieder an einer Tankstelle anhielt.
„Wir schleichen uns jetzt raus und öffnen die Türe von Jay, nehmen ihn mit und fahren wieder nach Hause...“, flüsterte Chris während sie schon außerhalb der vier Räder waren. Sie wollten die Türen öffnen, doch es ging nicht. „Fuck, abgeschlossen.“ Kenzie sah hektisch hin und her, schloss das Auto seiner Eltern ab und forderte sich in den Jeep zu setzen.
„Wir haben unser Taxi nach Hause!“, grinste er leicht und alle stiegen ein.
„Kenzie, du wirst nie wieder nach Hause können, deine Leute killen dich!“, meinte Sam, als Kenz das Auto startete.
„Yo Jungs!“, rief Jay erleichtert und ließ sich zu ihnen nach vorne fallen. „Wie habt ihr das so schnell geschafft?“
„Tja, frag nicht, lange Geschichte.“, lachte Chris. „Mann, du machst nur Scheiße Kleiner...“, nahm er ihn in den Schwitzkasten und rubbelte ihm durch die Haare.
„Tja, das bin ich eben, nicht?“ Er zwinkerte und die Jungs lachten. Einmal herrschte Frieden, keiner maulte herum oder fing einen neuen Fight an, aber das war auch nur eine Frage der Zeit...


Sie fuhren bis nach Birmingham, wo sie an einer Tankstelle stoppten.
„Was willst du hier Kenz? Der Tank ist voll...“, flößte Sam ihm ein.
„Klar, doch denkt ihr nicht, dass die Leute uns folgen werden?? Wenn wir jetzt mit einem anderen Auto weiterfahren, werden sie nicht mitbekommen, dass wir uns schon nicht mehr hier aufhalten.“, erklärte er in einem Atemzug, ohne Punkt und Komma. Die Jungs schraubten die Augen etwas raus und lachten dann. „Also los, wir brauchen ein neues Auto.“ Zu 5 rannten sie in den Tankshop und sahen sich lachend jedoch auch hektisch um. Die Gesichter aller Leute darin wandten sich zu ihnen, worauf sie nur noch mehr lachten.
„Ähm, darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten?“, rief Kenzie kichernd. Man merkte, wie jeder hellhörig wurde. „Also, das ist etwas eigenartig, doch wir bräuchten ein anderes Auto. Wir haben einen schwarzen Jeep...den wir tauschen würden. Hat jemand Interesse?“ Getuschel fing an, jeder sagte etwas, bis einer „Ich!“ rief. Er lief zu den Jungs und zeigte ihnen sein Auto. Für einen Moment sagten die Jungs nichts, sondern sahen nur blöd aus der Wäsche.
„O...okay, dann hier...die Schlüssel.“ Kenzie gab dem Mann den Schlüssel und nahm den anderen entgegen. Das Auto war ein grüner, sehr alter VW, mit tausend Schrammen, Kratzern und Dellen, ob er überhaupt noch fuhr? Vorsichtig setzten sie sich rein und hörten nur ein Krachen. Wieder kreuzten sich die Blicke der Jungs, die unsicher waren, doch ein Grinsen hatten. Langsam fuhr er los, war sich nicht sicher, ob das Auto sie dahin befördern würde, wo sie hinwollten, doch Hoffnung schimmerte in jeder Seele. Es ging leider nur langsam voran, was mit Gelächter verschönert wurde.
„So kommen wir nie an...“, meckerte Sam herum und streckte sie aus Müdigkeit.
„Jetzt hör auf zu nörgeln Sam...ich kann’s leider nicht ändern.“, maulte Kenzie und hielt an der nächsten Tankstelle. „So geht das nicht, wir brauchen einen anderen Wagen.“
„Wer würde seinen Schlitten schon mit dieser Karre hier tauschen?“, lachte Chris und hielt sich die Augen zu. Auch die anderen lachten und sahen sich dann etwas um. Sie fanden einen Land Rover, dunkelblau bis silbermetallic, den Sam dann kurzschloss. Ollie hielt wache und Jay und Kenzie sind etwas im Shop kaufen gegangen. Sobald der Wagen lief rannten alle zum Wagen, setzten sich und fuhren los.
„Toll, jetzt haben wir nicht nur einen, sondern ZWEI Wagen geklaut...Wo soll uns das nur hinführen?“, stöhnte Ollie und ließ sich in den Sitz fallen.

Er drückte sie gegen seine Zimmertüre und fing an sie zärtlich am Hals zu küssen. Ihre Hände spielten auf seinem Rücken verrückt, kratzten, krallten und strichen darüber. Leise stöhnte sie immer wieder, was ihn noch wilder machte. Wo sein Kopf gerade stand wusste er leider nicht, doch er dachte nicht nach. Für ihn geschah etwas, dass er nicht für möglich hielt, doch er hielt sich selbst auch nicht auf. Vorsichtig hob er sie hoch und sie umklammerte seinen Hintern mit ihren Beinen. Ihre Arme drückten seinen Hals sehr nah an sich und ihre Lippen waren aufeinander gepresst als wäre dort Kleber oder ähnliches. Schnell verfrachtete er sie auf sein Bett und legte sich zwischen ihre Beine, worauf sie lustgefolgt stöhnte. Für sie war es ein Genuss jemanden wie ihn zwischen ihren Beinen zu haben.
„Schlaf mit mir.“, flüsterte sie, sodass er sogleich ihr Top entnahm, ihre Hose von ihrem Körper entfernte und auch seinen Gürtel schon öffnete. „Beeil dich doch etwas.“, lachte sie, wie auch er.
Als auch er nur noch in Shorts dort lag, spürte sie seine Erregung stark. Lachend ließ sie ihren Kopf zurück ins Kissen fallen und drückte ihn an den Schultern etwas nach unten. Langsame Küssen führten von ihren Lippen zu ihrem Hals, hinunter zum Dekolletee, von dort zu ihrem Bauch, wo er Halt machte. Sein Grinsen verzauberte sie immer wieder aufs Neue, sie fand immer mehr Gefallen an ihm und wollte ihn mit jeder Sekunde mehr.
Schließlich fiel auch die restliche Kleidung der Beiden und ein weißes Laken, dass Stu immer in seinem Bett liegen hatte. Nikki liebte es, denn er hatte eine wunderschöne Hautfarbe, was ein schöner Kontrast mit dem Laken gab. Immer wieder versuchte er die Gedanken mit Nikki aus seinen Kopf zu verdrängen, doch das klappte nicht wirklich. Zwar gefiel ihm der Sex mit Vicky, sie entsprach seinen Wünschen in vollen Zügen doch er liebte Nikki über alles. Jeder Eindrang wurde etwas heftiger, wilder, hemmungsloser...einfach besser. Vicky stöhnte und kratzte ihm immer wieder in den Rücken, genoss jeden Atemzug den er über ihr vollzog und drückte ihn immer und immer näher an sich. Ihre Beine waren wieder um seinen Hintern geklemmt und waren dort so fest wie nicht mal auf dem Boden. Auch Stu entwischten immer wieder mal kleine Laute, doch auch diese versuchte er zu unterdrückten.
Kurz vor dem Höhepunkt stieg ihm jedoch das Lachen seiner Nikki in den Kopf und er musste stoppen.
„Oh verdammt.“, fluchte er und ging von Vicky runter, nahm das Laken und rannte ins Bad. Vicky ließ sich einfach nur wieder nach hinten fallen und deckte sich mit einem anderen Laken zu. Etwas verwirrt wartete sie, dass er zurück kam und ihr alles erklärte, doch dazu hätte sie wohl Ewigkeiten warten müssen, somit zog sie sich an und verließ das Haus.
Stu saß im Bad und lehnte seinen Kopf gegen die Türe. Völlig in Gedanken versunken hielt er sich den Kopf und war den Tränen nahe, aber er unterdrückte auch dies. Alles was er in sich behielt schien ihn nun zu quälen, zu zerfressen, ohne dass er es wusste. Verzweifelt richtete er sich auf und stieg unter die Dusche, wollte einfach nur all seine Lasten von sich waschen. Nach einer halben Stunde stieg er aus der Dusche, verließ das Bad wieder nur mit dem Handtuch und zog sich in seinem Zimmer an. Als er auf sein Handy sah, empfing er in seiner Abwesendheit drei Kurzmitteilungen.

Stu wir müssen reden, so geht das nicht weiter. Nikki

Bitte melde dich doch, es ist wichtig, ich liebe dich! Nikki

Stu Nikki ist echt verzweifelt. Wieso meldest du dich nicht bei ihr? Lee...

Er war total enttäuscht von sich selbst, schließlich hatte er seine Freundin einfach so vernachlässigt und dazu noch betrogen. Er regte sich tierisch darüber auf, dass sie mit Jay schlief doch war kein Deut besser. Also stülpte er sich seine Jacke über und verließ das Haus um sich mit den Jungs zu treffen. Eigentlich wusste er gar nicht wo sie sind, doch seine Kenntnisse brachten ihn zu Lee, wo auch alle versammelt waren.
„Mensch Stu, da bist du ja. Wir haben uns schon fast Sorgen gemacht.“, prappelte Lee als er die Tür öffnete.
„Hmm, tut mir leid, war nicht meine Absicht.“ Schon als er ins Haus trat, stand dort seine Nikki, die er über alles liebte. Mit tränenbesetzten Augen sah er sie an und senkte den Kopf wieder.
„Lass uns bitte reden Stu.“ Auch die anderen Mädels waren da und sahen sich die einzelnen Szenen an. „Stu es tut mir leid, ich wollte das doch nicht. Ich...“
„Du wolltest das nicht? Darum bist du also mit ihm wieder in die Kiste ja? Weil du es ja nicht wolltest!“, schrie er sie an. „Das sind doch nur blöde Ausreden...du liebst ihn Nikki und ich war einfach nur dein verdammtes Trostpflaster in der Hoffnung er würde wieder kommen!“ Entblößt sah sie ihn an und verbitterte Tränen liefen ihr übers Gesicht. Auch die Jungs und Mädels waren sichtlich enttäuscht, doch das interessierte ihn gar nicht.
„Verdammt noch mal...du hast mich ausgenutzt, mit mir gespielt, meine Gefühle wie Dreck behandelt!“
„Was? Du spinnst ja wohl! Nie hab ich dich wie Dreck behandelt. Wieso verflucht nochmal wirfst du mir solche Dinge vor? Wieso sagst du so etwas, obwohl du genau weißt, dass das nicht wahr ist?“, schrie sie zurück.
„Ach, es ist nicht wahr? Es ist nicht wahr?“, maulte er wieder.
„Nein, es ist nicht wahr!“, konterte sie genauso laut wie er.
„Ach lass gut sein Nikki, vergiss es einfach. Lass einfach alles so wie es ist, verschwinde einfach nur aus meinem Leben! Es ist vorbei!“ Geschockte Augen sahen ihn an, alle waren auf ihn gerichtet, selbst die von Nikki.
„Das...kann doch nicht...dein ernst sein oder?“, weinte sie flehend. Kein einziges Wort brachte er über seine Lippen, sondern er lief mit schweifenden Blicken über dem Raum wieder aus dem Haus und lief einfach nur wieder durch die nassen Straßen Londons...


Seine Hände waren in den Hosentaschen eingemummt, der Kopf gesenkt und die Gedanken irgendwo ganz anders. Er wollte ihr doch eigentlich nicht wehtun, er wollte doch eigentlich wieder so richtig glücklich mit ihr werden, doch da hat ihn sein Verstand für einige Minuten verlassen und schon baute er scheiße! Natürlich quälte ihn ein schlechtes Gewissen und er hoffte darauf, aufzuwachen und zu merken, dass das alles nur ein Traum war, doch dem war ja nicht so. Gedankenverloren lief er – ohne es zu bemerken – durch Schnee, denn es fing wieder an zu schneien. Der kühle Wind hauchte ihm immer wieder an den Ohren vorbei und froren fast sein Gesicht ein, doch auch das nahm er gar nicht wirklich war. Er fühlte sich unwohl in seiner Haut, hätte gerne eine andere, doch wie sollte das gehen? Ein Mensch kann sich nicht wie eine Schlange häuten, leider – dachte er sich wohl. Er nahm nicht mehr viel von seiner Außenwelt wahr, seine Gedanken schenkte er nur einer: Nikki. Wieso hatte er mit Vicky geschlafen? Wieso musste er genauso dumm handeln wie sie es tat, und davon war er doch so verletzt. Heftige Schuldgefühle kreuzten seinen Magen und er fühlte sich nicht mehr gut, ihm wurde leicht schwarz vor Augen, Schwindel übertrat die Gedanken und Angst die Glieder. Alles tat ihm weh, alles schien sich zu verändern, negativ, wie auch sonst. Gerade lief er in einen Park, bis Vicky ihm über den Weg lief.
„Hey...“, flüsterte sie nur leicht. Angst sie anzusehen, Scham stieg in ihm hoch.
„Hey.“, flüsterte auch er.
„Wieso...?“, fing sie an, doch er unterbrach sie.
„Bitte, frag nicht. Es ist alles ein bisschen mies gelaufen. Ich hab ne Freundin und hab sie betrogen, nur weil sie mich auch betrogen hat, doch bei ihr war es einfach etwas anderes. Ich hätte es nicht tun sollen und es tut mir leid falls ich dir jetzt irgendwie Hoffnungen oder so gemacht habe.“, funkte er. Etwas enttäuscht war sie schon, aber sie verstand ihn auch irgendwie. Mit kleinen Schritten lief sie auf ihn zu und legte ihr Gesicht ganz nah an seines.
„Wenn du sie jetzt eh schon einmal betrogen hast, macht doch ein zweites Mal auch nichts aus oder?“ Kaum vollendete sie diesen Satz, fing sie auch schon an ihn am Hals zu küssen. Genüsslich schloss er die Augen und neigte den Kopf etwas nach rechts. Das Atmen fiel ihm schwerer, seine Gedanken lagen – wie immer – blank und er hoffte darauf, dass einfach alles ungeschehen gemacht werden könnte, doch seine Träume blieben weiterhin Schäume. „Lass uns da weitermachen, wo wir vorhin aufgehört haben...“ Stu war so verzweifelt, dass er nicht nein sagen konnte und mit ihr zu sich nach Hause ging.

Wieder legte er sie vorsichtig aufs Bett, fing an, sie wieder überall zu küssen, überall zu berühren und einfach nur Wärme einer Frau zu genießen. Ihr Körper hob sich bereits vor dem Sex in ins Hohlkreuz und genoss einfach nur ihn.
„Wieso kann ich dich nicht behalten?“, stöhnte sie flüsternd. Stu wollte darauf nicht antworten, denn er wollte einfach nur seine Nikki, welche Gedanken er aber gut unterdrücken konnte. Als dann alle Kleider irgendwo in seinem Zimmer verteilt waren, legte er sich wieder zwischen ihre Beine und drang vorsichtig in sie ein. Es war der beste Sex, den Vicky jemals hatte. Stu war einfühlsam, liebevoll, leidenschaftlich und zärtlich, so etwas kannte sie zuvor nur von Jay. Diese langsamen Stöße von seinem Becken trieben sie fast in den Wahnsinn, und ihr leichtes Stöhnen ließ ihn verrückt werden. Immer wieder ließ er vorsichtig seine Zunge in ihren Mund gleiten und verwöhnte ihre, während er weiterhin total in dieser Traumwelt war. Lange zögerte er den Höhepunkt heraus, aus Angst, wieder an Nikki denken zu müssen, doch dieses Mal kamen sie nach langem Zögern. Sie stöhnte etwas lauter, kratzte ihm tief in den Rücken und ließ sich genüsslich nach hinten fallen. Auch Stu stöhnte leise, ließ sich auf Vicky nieder und atmete schwer. Seine Arme waren mit Krämpfen übersäht, alles tat ihm weh. Nie, wirklich nie, hatte er solche Schmerzen nach dem Sex, doch heute war es so extrem anstrengend für ihn. Als er sich zur Seite – neben sie – rollte, nahm sie seine Hand und spielte mit dieser.
„Ich mag deine Hände.“, lachte sie etwas. Stu hingegen konnte gar nichts sagen. Selbst sein Mund schien wie gelähmt. „Ist alles in Ordnung?“
„Hm?“, fragte er. „Ja, ja klar. Alles in Ordnung.“ Nun zögerte er, drehte den Kopf auf die andere Seite und sah aus dem Fenster. „Alles in Ordnung...“, wiederholte er und war wieder in seinen Nikkigedanken versunken.


Wie sollte er das wieder in Ordnung bringen? Wie sollte er das wieder gerade bügeln? Konnte er das überhaupt? War das möglich? Er wusste es nicht. Für ihn war nur klar, dass nichts mehr wie früher sein würde, sondern alles anders. Nichts würde mehr den Lauf der Dinge so realisieren, wie sie es einst taten. Den Kopf auf den Ellbogen gelegt, die Augen halb geschlossen und die Gedanken dem Tod entwendet versuchte er aus dem Teufelskreis ein Ende zu finden, doch auch dies war unmöglich. Nach unzähligen Gedanken, Verwirrungen und Selbstzweifel schlief er einfach ein, wie ein kleines Kind, hatte er endlich mal keine Sorgen, zumindest für die paar Stunden, in denen er schlief. Ihm schien alles, was passierte einfach zu unreal. Konnte ein Mensch so viel aushalten wie er, Nikki und die anderen es mussten? War das wirklich möglich? Oder war es einfach nur ein ewig langer Traum aus dem er hoffentlich bald wieder aufwachen würde? Er zweifelte nicht nur an sich, sondern an der gesamten Welt. Er zweifelte an der Zeit, an den Dingen, die geschahen und an der Realität.
Nikki war noch immer so geschockt von dem, was Stu gerade zu ihr sagte, von den Dingen, die dadurch geschahen, dass sie einfach nur da stand und ins Leere starrte. Lee versuchte sie irgendwie aufzubauen, sie zu beruhigen, einfach nur für sie da zu sein, doch nichts davon funktionierte. Auch die Mädels standen schon bei ihr, versuchten, ihr den klaren Kopf zu entrichten, doch nichts davon hatte auch nur eine kleine Bedeutung. Sie hörte nichts und sah nichts, es schien, als würde sie an der Welt vorbei liefen. Da dachte sie, dass sie endlich wieder glücklich werden konnte, doch da tauchte Jay auf, sie schläft mit ihm und wollte das nicht wirklich und nun auch noch, dass Stu sie verließ. Sie liebte ihn, sie liebte ihn über alles. Niemals hatte sie so viele Gefühle wie für ihn. Klar, das sagte man auch, als sie noch mit Jay zusammen war, doch das mit Stu war etwas ganz anderes. Jeden Atemzug konnte sie mit ihm genießen, ohne Angst haben zu müssen, dass er plötzlich verschwindet. Angst ihn jedoch jetzt komplett zu verlieren stieg bereits in ihr auf, verbreitete sich in jedes einzelne Glied und setzte sich dort fest, um weiter zu wachsen. Diese Leere, die sich in ihr ausbreitete, ließ ihren Atem stocken. Konnte das denn wahr sein? So viel Unglück, Leid und Schmerz auf Einmal haben zu können? Wieso ist so etwas nicht verboten? Sie fühlte sich gequält, alleingelassen und einfach nur schlecht. Tränen flossen ihr in Strömen über das Gesicht doch warum sie wirklich weinte, wusste sie selbst nicht...
Verzweifelt versuchten sie noch immer sie irgendwie von ihrer Welt in die Realität zu holen, aber das war unmöglich! Alle waren froh nicht in ihrem Körper zu sein, nicht in ihrer Haut. Jeder war glücklich, doch irgendwie zugleich auch so unglücklich. Zu sehen wie eine sehr enge Freundin leidet tut sehr weh, schmerzt in einem selbst mit. In diesen Momenten war Sara sehr froh Chris zu haben, Yanina mit Sam und auch alle anderen waren froh, nicht alleine zu sein. Da konnte man sehen, wie schlecht es einem gehen kann, wenn man den Menschen verliert, den man über alles liebt, doch im gleichen Moment realisiert man auch wieder, was für ein Glück man hat, den Menschen nicht verloren zu haben. Es war ein ständiger Wechsel der Gefühle, der einfach kein Ende nahm. Wie vom Blitz getroffen rannte Nikki nach oben und schloss sich in ihrem Zimmer ein.
„Was sollen wir nur machen?“, wollte Sara wissen und setzte sich gekränkt zurück auf die Couch.
„Keine Ahnung.“, seufzte Lee verzweifelt, wollte sich gerade setzen, doch stand sofort wieder auf und lief zur Tür. „Ich geh ihn jetzt suchen.“ Und war, während er das sagte, schon auf dem Weg. Die anderen sahen ihm nur hinterher und wussten, würden sie jetzt auch nach gehen, gäbe es nur wieder Stress, also blieben sie und warteten, bis sich einer wieder meldete.
Was sie mit Nikki machen sollten, wussten sie eh nicht, aber die Mädels liefen schon mal nach oben und setzten sich vor ihre Tür um einfach nur zu warten und zu hoffen, dass sich etwas ändern würde.


Nikki setzte sich auf ihr Bett und weinte einfach weiter. Ihr war nichts anderes zu mute, sie wollte einfach nur irgendwie diesen ganzen Frust aus sich lassen. Doch schon bald merkte sie, dass das Weinen nichts brachte, sie sich also etwas anderes suchen musste. Somit nahm sie Block und stift zur Hand und fing an zu schreiben:

Wie konnte es so weit kommen? Wie war es möglich, dass alles in die falsche Bahn gerät? War es denn nicht möglich, ein schönes Leben zu führen? War es nicht möglich, einfach nur mal glücklich zu sein? Musste es immer so an Ausmaß nehmen und dann plötzlich doch wieder ganz anders sein? War Liebe nicht immer das, was alle Menschen suchten und doch irgendwie fürchteten? Was ist Liebe? Kann man dieses Wort definieren? Kann man es analysieren? Gibt es noch eine weitere Bedeutung von Liebe oder war es einfach nur ein Wort, dass man oft falsch verwendete? Menschen sagen dir, dass sie dich lieben und doch machen sie Fehler. Klar, Fehlermachen ist menschlich, aber wieso tut es so weh? Wieso schmerzt Liebe? Es frustriert, Liebe frustriert unheimlich, doch man braucht sie zum Leben, denn wenn du nie geliebt hast, hast du nie gelebt. Ist Liebe, was wir für unsere Familien und Freunde empfinden? Ist Liebe vielleicht auch, was wir für unsere Feinde übrig haben? Ist Liebe was uns am Morgen aufstehen lässt und am Abend zu Bett? Ist Liebe, was die Welt sich drehen lässt? Ist Liebe etwas wovor Menschen sich fürchten, angst haben? Ist es, was uns am Leben hält oder ist es das, was uns mit Schmerz, Leere und Gedanken sich selbst und andere zu töten, füllt? Warum kann mir keiner helfen und mir eine Antwort auf die Fragen geben, die mich so beschäftigen? Ich glaube, wenn du dich wirklich anstrengst, wirst du über all – in jeder einzelnen Person – liebe finden. Liebe ist eine Verbindung zwischen zwei Menschen, die so stark ist, dass sie sich küssen, miteinander schlafen können und ihr ganzes Leben miteinander verbringen. Liebe ist nicht nur eine Emotion, es ist an Millionen Gefühle gebunden, an Gedanken und so viele andere Dinge, die wir nicht kennen oder zumindest nicht bekannt sind. Es bringt dir ein Lächeln ins Gesicht, Tränen, Schmerz doch auch Fröhlichkeit. Liebe zu verlieren ... dabei fühlt man sich, als ob man ein Stück von sich selbst verliert, vom Herzen, der Seele, von deinem Verstand. Leute sagen „Es ist besser geliebt zu haben und es zu verlieren als nie geliebt zu haben.“ Auf eine gewissen Weise ist es wahr, wie schon gesagt, wenn du nie geliebt hast, hast du nie gelebt. Aber dieses Gefühl zu verlieren...Ich weiß nicht wie ich das erklären soll. Dein Herz wird in zwei Teile geteilt und ein winziger Brocken davon geht verloren, sodass das Herz nie wieder vollkommen ist, wenn es heilt. Liebe ist großartig, einige Leute fühlen sich dadurch besser, doch andere werden davon verletzt. Etwas Großartiges zu verlieren ist wirklich schade und ich wünschte keiner müsste das durchleben. Es gibt viele verschiedene Seiten der Liebe, doch was ist die wahre Bedeutung? Was ist ein anderes Wort für Liebe? Liebe ist eines der mysteriösen Dinge im Leben, die niemand rausfinden wird. Es ist etwas, dass du fühlst, doch kannst du es auch sehen? Kannst du Liebe sehen oder nur die Bedeutung? Aber wenn du die Bedeutung sehen kannst, sag mir, was bedeutet es? Das frustriert. Der Unterschied zweier Menschen ist bedeutungslos, es ist egal ob du an Gott glaubst oder Buddhas, es ist egal welche Religion du bist, es ist egal wo du herkommst, wie deine Hautfarbe ist, das Einzige, was zählt sind die Herzen, die Gefühle, die Augen, die Gedanken und das Verständnis. Liebe kann zwei verschiedene Menschen aus zwei verschiedenen Universums zusammen führen, ohne Komplikationen. Die einzigen Komplikationen werden von den Menschen selbst, oder außenstehenden Menschen gemacht. Man sollte nicht nach Liebe suchen, die Liebe kommt zu dir. Sie fragt dich nicht wen du lieben willst, es trifft dich einfach genau so stark, wie du atmen musst. „One moment can change everything!“ – Das stimmt. Du schaust jemandem in die Augen und weißt ganz genau, dass dieser Jemand deine Große Liebe ist, einfach der Jemand, mit dem du dein Leben verbringen willst. Es ist einfach wunderschön zu lieben, es ist so unglaublich...du würdest nicht mal aufhören damit, wenn die Welt auf dem Spiel steht. Du denkst Sekunde für Sekunde an die Person, du atmest für sie, du lebst für sie, du redest...und das alles nur für sie, wenn du verliebt bist. Liebe ist alles! ...




Mieze ...





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...   Erstellt am 24.12.2006 - 13:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Noch lange schrieb sie weiter, hatte noch so viele Gedanken zu sortieren, doch letztendlich brachte sie es zu einem Punkt, an den sie nicht kommen wollte. Vorsichtig stand sie auf, war sehr wackelig auf den Beinen und lief zur Stereoanlage, wo sie die CD einlegte, die sie gerade fand. Leise Töne erklangen und das Lied „My All“ von Mariah Carey begann.

I am thinking of you
In my sleepless solitude tonight
If it's wrong to love you
Then my heart just won't let me be right
'Cause I've drowned in you
And I won't pull through
Without you by my side

Chorus :
I'd give my all to have
Just one more night with you
I'd risk my life to feel
Your body next to mine
'Cause I can't go on
Living in the memory of our song
I'd give my all for your love tonight

Baby can you feel me
Imagining I'm looking in your eyes
I can see you clearly
Vividly emblazoned in my mind
And yet you're so far
Like a distant star
I'm wishing on tonight

I'd give my all for your love tonight


Die Tränen flossen wieder in Strömen über ihr zartes Gesicht, die Verzweiflung brach wieder aus und die Gedanken schienen verloren. Dieses Lied war auf ihre Seele geschrieben, sie vermisste ihn so unbeschreiblich sehr. Wieso lag er jetzt nicht neben ihr? Sie weinte in ihr Kissen, lag seitlich auf ihrem großen Bett und hatte den Arm etwas gestreckt, als würde sie jemanden dort suchen. Sie blickte auf die leere Stelle auf ihrem Kissen, dort, wo normalerweise Stu lag. Der Geruch seines tollen Körper war zu riechen, seine geistige Anwesendheit lag in der Luft. Die Atmosphäre war einfach so, als wäre er bei ihr, neben ihr. Niemals hatte sie jemanden so geliebt, wie sie es bei ihm ausüben konnte. Es war ein Geschenk, nein, er war ein Geschenk. Kein einziges Mal hörten Tränen auf die Wangen herunterzulaufen, immer wieder wurden neue produziert. Niemals fühlte sie sich so alleine, so verlassen, wie in diesem Moment. Langsam drehte sie sich auf den Rücken, sah an ihre strahlendweiße Decke und konnte sein Lächeln sehen, ja sogar hören. Doch sie wusste auch, dass es nur Einbildung war, was ihren Drang in den Tod verstärkte.
„Wie soll es ohne dich nur weitergehen?“, flüsterte sie verzweifelt und unter ihren Tränen.
Was hatte sie verbrochen, dass das alles passieren musste? Hatte sie irgendwann mal etwas falsch gemacht und musste jetzt dafür bestraft werden? Sie verstand es selbst nicht mehr. Alles lief so schief. Ihre Noten wurden schlechter, die Konzentration war weg...doch sie ging schon lange nicht mehr zur Schule. Durch die ganzen Komplikationen machten sie und ihre Freunde unsicher, somit blieben sie zu Hause und versuchten, dort das Leben wieder auf die Reihe zu kriegen.
Als ein weiteres Lied ihre Ohren sänftigte, wurde ihre Gefühle gemischt, die sie gerade versuchte zu ordnen. Es zerriss ihr das Herz, denn es sprach ihre Sehnsüchte aus.

”Did I hear you right?
Cos I thought you said
Let's think it over
You have been my life
And I never planned
Growing old without you”


Niemals hätte sie auch nur einen Gedanken daran verloren, ohne ihn alt zu werden. Er war ihr Leben, ihr Ein und Alles, doch plötzlich war er so gut wie weg.

“Shadows bleeding through the light
Where the love once shined so bright
Came without a reason
Don't let go on us tonight
Love's not always black and white
Haven't I always loved you?


Haven’t I always loved you? Das war eine gute Frage. Hatte sie Stu vielleicht schon immer geliebt?

“But when I need you
You're almost here
And I know that's not enough
And when I'm with you
I'm close to tears
Cos your only almost here”


Sie sahen sich eigentlich oft, doch sie hatte oft das Gefühl, er sei nicht wirklich bei ihr, sondern weit entfernt. Er hatte ein Geheimnis, wovon keiner wusste, nicht mal sie oder die Jungs.

“I would change the world
If I had a chance
Oh won't you let me
Treat me like a child
Throw your arms around me
Oh please protect me”


Treat me like a child…das ist das was sie jetzt gebraucht hätte. Starke, schützende Arme, doch sie hatte in diesem Moment niemanden, nicht mal sich selbst. Denn auf sich konnte sie sich auch schon lange nicht mehr verlassen. Nachdem Stu ging, ging sie selbst auch mit. Irgendwie war das heute nicht so ihr Tag...

“Bruise and battered by your words
Days are shattered, how it hurts
Oh, haven't I always loved you?”


Sie war schon mehr als zerbrechlich. Niemals dachte sie, dass sie so viel mitmachen müsste, es war wirklich nicht einfach für sie. Doch irgendwie war sie selbst stolz auf sich, dass sie dem allen so lange standhielt.

“But when I need you
You're almost here
And I know that's not enough
And when I'm with you
I'm close to tears
Cos your only almost here”


”Bruise and battered by your words
Days are shattered, now it hurts
Haven't I always loved you?”

”But when I need you
You're almost here
Well I never knew how far behind I'd left you
And when I hold you
You're almost here
Well I'm sorry that I took our love for granted”


Well I never knew how far behind I’d left you. Dieser Satz brannte sich tief in ihre Seele. Wieso bekamen viele Menschen gar nicht mit, wie weit hinten der andere eigentlich wirklich war? Behielten sie die Situationen nicht im Auge und ließen alles an sich vorbei gehen?

“And now I'm with you
I'm close to tears
Cos I know I'm almost here

Only almost here”


Momente der Verzweiflung zogen an ihr vorüber. Gedanken, die sie nie wieder verlassen würden, brannten sich in ihrem Kopf fest. Ängste, die sie immer spüren wird, hafteten an ihren Knochen. Krämpfe klemmten in ihren Muskeln, bissen sich darin fest. Schmerzen verbreiteten sich überall in ihrem Körper, gelangen in jede einzelne Zelle und setzten sich dort ab. Stiche, die sich wie Nägel in ihr Gestell bohrten brachten sie fast zum Zusammenbruch. Piepen in den Ohren, das wie ein Lasergerät ihr Trommelfell versuchte zu durchbohren, trieb sie fast in den Wahnsinn. War sie nun am Hang verrückt zu werden? War sie kurz davor, gestört zu sein? Nun erklangen Stimmen...die sie nicht orientieren konnte. Es war wie ein Kratzen in ihrem Kopf, als würden Millionen von kleinen Adern platzen. Der Schmerz wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Es war kaum zum Aushalten. Nun wünschte sie sich nur noch eines – den Tod...


Den Brief legte sie auf ihr Bett, fuhr nochmal darüber und verließ leise das Zimmer. Die Mädels schliefen schon vor ihrer Tür, also stieg sie über sie drüber und lief aus dem Haus, da niemand mehr da war. Sie rannte so schnell sie konnte, irgendwo hin, an einen Ort, wo sie niemand mehr finden würde. Ihr Leben lief an ihr vorbei, als hätte es gerade erst begonnen. Doch es war schon lang, schon zu lange, um noch lebbar zu sein. Sie verstand es nicht, wie es so ein Albtraum werden konnte. Einst war ihr Leben heil, es war einfach nur wunderschön und alles perfekt. Aber dann eskalierte es so, alles ging schief. Nun fand sie einfach keinen Gedanken mehr, der ihr Mut bringen könnte. Es löste sich auf, wie in tausend kleine Tropfen, die wieder ins große Meer hinaus trieben. Unzählige Gedanken schwirrten ihr durch den Kopf und sie überlegte, wie sie es am besten tun sollte. Letztendlich lief sie auf einer Brücke, die über einen Fluss führte. Sie legte ihre Hände auf das Gelände und sah nach unten. Der Mond schien hell auf das Wasser, spiegelte das ausstrahlende Licht. Die letzten Minuten ihres Lebens schienen ihr irgendwie so toll zu sein, dass es ihr wieder schwer fiel das alles durchzuziehen. Als sie vorsichtig aufs Gelände stieg und sich an der Laterne festhielt, stiegen die Tränen wieder in ihre Augen und liefen vereinzelt runter. Ihren letzten Atemzug zog sie sehr tief, lange und intensiv, dass sie nochmal spürte, was Leben eigentlich hieß. Nun war es, als spürte sie eine Hand, die sie langsam anstieß, sodass sie fiel. Aber wiederum spürte sie auch eine Hand, die sie am Brustkorb zurück hielt, damit sie nicht fiel. Welche Hand letztendlich stärker war, musste sie entscheiden. Sie schloss die Augen und spürte den Wind, wie er ihr ins Gesicht blies. Sie fiel so schnell, dass sie den Aufprall ins Wasser nicht mehr spürte. Ihr war kalt. Ihr war so kalt, dass sie die Schmerzen nicht mehr fühlen konnte. Unter Wasser traute sie sich kaum ihre Augen zu öffnen, doch sie wagte es. Sie konnte nichts sehen, gar nichts. Es war, als würde sie einfach nur irgendwo in einem tiefen schwarzen Loch schwimmen. Langsam bemerkte sie, dass sie Luft brauchte, dass diese, die sie in ihrem Körper hatte, schon zu wenig war. Sie hatte angst. Sie hatte fürchterliche angst zu sterben. Sie war so tief unter Wasser, dass sie schon den Boden spüren konnte. Sie wollte nicht sterben, nein, sie wollte es wirklich nicht. Mühselig versuchte sie, wieder an die Oberfläche zu kommen, sie strampelte so schnell sie konnte, um wieder Luft zu bekommen. Sie konnte schon wieder den Mond sehen, es war nur noch einige Zentimeter, bis sie wieder an der Oberfläche wäre doch...sie schaffte es nicht. Langsam ging sie wieder unter, bis die ganze Luft aus ihrem Körper war. Nun schwamm ihr Körper an der Fläche des Flusses, so leblos, so alleine...

Lee und der Rest der Jungs waren plötzlich bei ihm zu Hause.
„Ich will dass jetzt alles geklärt wird.“, sagte er ihnen. Die Mädels lagen noch immer vor ihrer Tür doch als sie merkten, dass diese offen war und sie nicht mehr darin, riefen sie die Jungs nach oben. Schnell rannten sie in ihr Zimmer und sahen sich um, bis Lee den Brief nahm. Völlig entblößt öffnete er ihn und las sich die ersten Zeilen leise durch, bis er dann laut anfing zu lesen. Sie weinten, sie weinten alle, als sie aufgezählt wurden. Nahm somit dieser Albtraum ein Ende? War das nun alles vorbei?

...Habe ich diesen Jemand schon gefunden? Ist es Jay? Oder Stu? Ich weiß nur, dass ich ihn über alles liebe und für nichts aufgeben würde. Ich denke jede Sekunde an ihn, ich denke an ihn, ich lebe für ihn, ich atme für ihn. Ich fühle mich wohl, beschützt und einfach nur gut wenn er hier ist, doch jetzt ist er weg, für immer? Ist es...wirklich vorbei? Hat er das ernst gemeint, oder war er einfach zu verletzt um klar zu denken? Vielleicht sollte das hier mein Abschiedsbrief werden, dass die Jungs, wenn ich nicht mehr da bin, verstehen, was Liebe ist. Dass sie sehen, was sie sich fragen sollten und endlich begreifen, dass sie alle eins sind – Blazin Squad! Ich liebe sie, alle 10 und besonders meinen Bruder und natürlich Stu. Sie sind einfach alles für mich, sie sind mein Leben. Für nichts und niemanden würde ich Lee auch nur hergeben, nicht für eine Zehntelsekunde. Und Stu...er ist göttlich. Ich liebe ihn, ich liebe ihn so unbeschreiblich sehr, dass es mir niemand glauben würde. Ich gebe meine Leben für diese Jungs, vielleicht verstehen sie dann, was sie damit alles angerichtet haben, was sie damit noch angerichtet hätten oder anrichten werden. Es ist einfach an der Zeit, an der Zeit zu sehen, wann man aufgeben sollte. Und meine Kräfte sind einfach am Ende, sie sind...zu schwach um weiter zu kämpfen. Sie sollten wissen, dass ich sie liebe, und immer geliebt habe. Alle, auch die Mädels. Sie waren wundervoll zu mir, haben mit mir gelacht, mit mir geweint, mit mir gebangt und gehofft. Sie waren einfach immer da. Ich kann nicht beschreiben, wie mein Leben ohne diese Menschen aussehen würde, doch es wäre leer, langweilig und einfach nicht mein Leben. Ich liebe sie, dass müssen sie wissen und versprich mir, wenn ich weg bin, liegst du noch genau hier, damit sie es alle finden können.
Also Jungs, jetzt spreche ich euch an. Ihr seit mein Ein und Alles, ihr seit das, wofür ich lebe. Ihr seit unglaublich, einfach der Wahnsinn. Ich kann von Glück sprechen, damit ich euch habe und ich weiß, ihr werdet mich nie vergessen. Hört bitte auf zu streiten und macht das Beste aus eurem Leben. Ihr wisst genau, was ich euch damit sagen will...darum muss ich es nicht wörtlich von mir geben! Es tut mir leid, dass ihr so viel Ärger und Sorgen mit mir hattet, doch ihr wisst, dass das nie meine Absicht war. Niemals wollte ich euch eine Last sein, also bitte, seit mir nicht böse!
Ollie: Du bist einfach nur ... unwahrscheinlich süß. Wenn es mir schlecht ging wusste ich, dass ich zu dir kommen kann. Dann hast du mich angesehen – ohne das ich ein Wort gesagt habe – und du weißt, was Sache ist, nimmst mich in den Arm und bist einfach nur da. Ich wollte mich dafür schon immer mal danken, denn du bist echt toll.
Marcel: Du bist ein wahrer Schatz. Mit dir in nem Club und ich bin wie verändert, du beeinflusst mich eben. Mit dir hatte ich immer eine Menge Spaß, wir haben viel gelacht, allerdings auch viel gestritten. Aber auf dich konnte ich nie wirklich böse sein. Ich danke dir von ganzem Herzen, dass auch du immer für mich da warst!
Tommy: Du bist mein Teddy, es ist unbeschreiblich wie gern ich mich von dir umarmen lasse. Du bist so knuffig, mit dir hatte ich auch immer ne Menge Spaß. Nie hätte ich gedacht, dass ich dich so lieben könnte, und trotzdem tue ich es. Du warst – wie auch die anderen – immer da, wenn ich jemanden gebraucht habe. Danke Tommy, ehrlich.
Mus: Hach Mus, mit dir um die Wette zu laufen ist nicht einfach, wieso bist du so ein verdammt guter Läufer? Auf jeden Fall macht es mit dir immer total Spaß, egal wo wir sind. Du beschützt mich vor allem und jeden, sogar vor Blumen. Du bist so ein Süßer und ich danke dir, dass du immer so gut auf mich aufgepasst hast. Danke auch, dass du meist vernünftig handelst und auf die anderen acht gibst. Danke Mus, ehrlich.
Sam: Mein Igelchen, mein Herzblatt, mein Zwilling. : ) Was hatte ich für einen Spaß mit dir, wir haben so viel gelacht, ja, fast totgelacht. Du bist ein wundervoller Kerl und ich bin mir sicher, du wirst mit jedem Jahr, in dem du älter wirst, ein ganzes Stück wundervoller. Ich kann gar nicht glauben, was für ein Schatz du bist...mit dir zu lachen war einfach ein Geschenk Gottes. Ich danke dir, für jede Minute. Ehrlich, danke Sam!
Chris: Ach Chris...ich glaube, du bist der jenige, der am Meisten mit mir gelitten hat, nachdem Jay weg war. Du hast alles verstanden, alles, was ich in dieser Zeit tat. Ich danke dir, ich danke dir für das Verständnis, dass du aufgebracht hast. Für meine Sturheit und meinen Dickkopf. Du warst immer für mich da, wir haben gelacht, wir haben geweint, du hast praktisch meine Seele mit mir geteilt. Danke, danke für alles, was du für mich getan hast und ich hoffe, ich konnte auch einiges für dich tun. Wenn nicht...verzeih mir bitte. Ich liebe dich mein Kleiner
Kenzie: Gott, es ist grauenhaft darüber nach zu denken, dich nie mehr wieder sehen zu können. Das ist es natürlich bei allen, doch Kenzie, zu dir hatte ich diesen gewissen Draht, diese Bindung. Du bist einfach so unglaublich toll, so...wundervoll. An dich zu denken ließ mich aufatmen, zeigte mir, wie normal doch alles war, doch denke ich jetzt an dich, schmerzt es einfach nur. Wie kann es einen Menschen wie dich nur geben, der so einmalig, unglaublich und liebevoll ist? So...herzzereisend wie du mich ansahst, mir zugelächelt hast und mir gezeigt hast, dass du mich auch liebst. Du wirst mal ein Großer, das verspreche ich dir mein Schatz. Niemals wird dich jemand in den Boden rappen, du bist einfach der größte, auch wenn du nicht gerade groß warst, trotzdem wirst du immer mein Großer bleiben Kenzie. Danke, für alles, du bist großartig. Danke!
Lee: Lee, Bruderherz, Engelchen, Blondi. Wie sehr liebe ich dich? Ob ich dir das jemals gezeigt habe? Ob du es jemals wissen wirst? Ich weiß es nicht, doch dich liebe ich wirklich über alles. Du bist mein Bruder, mein Ein und Alles. Du bist das, was mich wirklich so lange am Leben hielt. Einen besseren Bruder wie dich hätte ich mir gar nicht vorstellen können, denn du bist einfach ein perfekter Bruder. Nicht mal in meinen Träumen hatte ich so einen tollen. Du hast so viel für mich getan und ich war trotz allem oft so unfair zu dir. Ich hoffe, du bist mir nicht böse, nicht enttäuscht von mir. Klar, es ist nicht leicht mit mir gewesen, doch weißt du Lee, ich hatte es auch oft schwer mit dir Du fehlst mir jetzt schon mein Blonder. Ich danke dir für alles und sag Mummy und Daddy, dass ich sie liebe. Danke für alles, was du für mich getan hast. Du bedeutest mir alles Lee, wirklich, alles!
Nun schmerzt mein Herz, meine Gedanken werden zerrissen, wenn ich daran denke, mit wem ich weiter mache...
Jay: Was...soll ich zu dir nur sagen? Danke, dass du so lange für mich da warst und danke, dass du mir ein toller, warmherziger Freund warst. Doch als du gingst, verließ mich die Liebe zu dir nach einiger Zeit. Du warst meine erste große Liebe, ich werde das nie vergessen, was du alles für mich getan hast. Es ist unbeschreiblich schön mit dir gewesen, doch du hast mich so unendlich sehr verletzt, dass ich es nicht mal in Worte fassen kann. Du hast mir sehr gefehlt, ich dachte, du würdest zurückkommen, doch lange Zeit kamst du nicht und alle sagten mir, ich solle mein Leben weiterspielen. Nach einiger Zeit gab ich die Hoffnung auf, dass du jemals zurückkommen könntest und dann die Nachricht, dass du...tot wärst. Es zerriss mir wirklich das Herz, aber ich hatte Stu, der mir so sehr geholfen hat. Nun weiß ich, dass du nicht der Richtige für mich bist, so leid es mir auch tut. Eigentlich nicht wirklich, denn ich war so glücklich mit Stu, bis du plötzlich wieder hier warst. Natürlich war ich froh zu wissen, dass du lebst, es ließ mich aufatmen. Doch du hast einiges umgedreht, einfach wieder umgeschmissen. Ich mach dir keinen Vorwurf, willkommen zu Hause Jay. Und danke, danke für alles. Ich danke dir wirklich!
Stu: Was...soll ich zu dir nur sagen? Es tut mir leid, ehrlich. Niemals wollte ich dich betrügen, ehrlich nicht. Aber...nein, es gibt dafür keine Entschuldigung, keine Erklärung. Ich hab einfach Scheiße gebaut und es tut mir unendlich leid. Ich bin zu feige, dir wieder ins Gesicht zu sehen. Doch du musst wissen, dass ich dich über alles liebe. Niemals, wirklich niemals, konnte ich so etwas empfinden, wie ich es für dich fühle. Du bist einfach unglaublich, so...wundervoll. Du kannst dir nicht im Geringsten vorstellen, wie sehr ich dich liebe Stu. Danke, dass du immer für mich da warst, dass du mir geholfen hast über alles hinwegzukommen. Es gibt nicht genügend Worte um all das zu sagen, was ich dir eigentlich sagen will. Doch bitte, du musst mir versprechen, mich niemals zu vergessen. Mit mir hattest du es wirklich nicht einfach, doch ich hoffe, ich konnte dir einige schöne Minuten schenken. Die Tage mit dir, die gesamte Zeit mit dir, war einfach nur wunderschön. Niemals konnte ich etwas so genießen, wie mit dir. Und fast hätten wir ein Stück unserer Liebe auf diese Welt gebracht – unser Baby. Doch...wir wissen alle, wie es – leider – ausging! Ich hätte mich so gefreut, den kleine Stu in den Armen zu halten...Bitte, vergiss mich nicht! Ich werde immer bei dir sein, bei euch allen. Ihr seit mein Leben und ich werde euch nie vergessen, was ihr für mich getan habt. Nie, versprochen! Ich danke euch für alles und ich liebe euch alle so sehr. Es hat nichts damit zu tun, in welcher Reihenfolge ich die Namen aufgezählt habe, oder wie lang der Text darunter ist. Einzig und allein zählen die Worte, mit denen ich versuchte, einiges auszudrücken, was nicht möglich ist! Grüßt die Mädels von mir und sagt Baby, dass ich sie unendlich sehr liebe. Ich liebe euch alle, vergesst mich nicht, bitte. Ich werde euch auch nie vergessen und werde euer kleiner Schutzengel sein!
To my unborn child: Niemals konnte ich dich kleinen Schatz in die Arme nehmen. Niemals durfte ich in deine hübschen, kleinen Augen sehen. Nie wurde es mir erlaubt, deinen warmen Atem zu spüren, wenn du in meinen Armen liegst und niemals wurde es mir gestattet, dass ich dich lachen sehen konnte. Wieso musstest du gehen, bevor du hier warst? Du bist doch ein kleiner Engel gewesen, ein Wunder. Ein Wunder der Liebe, die zwischen deinem Daddy und mir immer war...es tut mir so leid, alles hätte anders kommen sollen. Ich wäre dir eine gute Mummy gewesen, dass verspreche ich dir. Nun werden wir uns sehen, mein Kleiner. Nun wird Mummy zu dir kommen.
Ich danke euch, von ganzem Herzen, meine Seele geht, doch mein Herz bleibt bei euch!

All my love,

Nikki xxx


[Dieser Beitrag wurde am 24.12.2006 - 13:42 von Mieze aktualisiert]





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