Mieze 

Status: Offline Registriert seit: 23.12.2006 Beiträge: 13 Nachricht senden | Erstellt am 24.12.2006 - 13:16 |  |
soooo :D Ich erlaube mir mal die beste FF hier reinzustellen, die ich je gelesen hab - & glaubt mir ich habe viele gelesen :D Diese FF hier stammt von der Nikki - einer alten guten Freundin, die ich hier mal kenengelernt habe ich wuensche euch viel spaß beim lesen ..
lg, vikki
All diese Jahre warst du Teil meiner Seele
Langsam lief sie durch den kühlen Park. Das feuchte Laub hatte sich schon richtig am Boden festgetreten und vereinzelte farbige Blätter fielen noch von den dürren Bäumen, die schon den Wintereinbruch zeichneten. Ihr Mund war fast vollkommen mit dem warmen Schal bedeckt und ihre Hände waren in Handschuhen vermummt die dann in der Jackentasche platziert waren. Immer wieder wehte ihr der Wind durch ihre langen, schönen braunen Haare und mit den Blättern wurden auch ihre Tränen weggeweht. Für sie war das alles die größte Qual. Ihn nicht mehr an ihrer Seite zu haben, er war plötzlich weg. Einfach so aus ihrem Leben getreten. Doch nur aus ihrem Leben, in ihrem Herzen hatte er noch immer den Ehrenplatz. Ihre Schritte stoppten als sie ein verliebtes Paar auf der Parkbank sitzen sah, wie sie sich anlächelten und gegenseitig wärmten. Das hatten sie damals auch noch...
"Nikki! Hey Nikki warte doch mal!", rief plötzlich jemand. Sie drehte ihren Kopf über die linke Schulter und sah Fiona, eine enge Freundin von ihr. "Was machst du denn hier so alleine?"
"Nichts...", murmelte sie durch ihren Schal und blickte wieder zu Boden.
"Ist irgendwas passiert oder warum bist du so geknickt?", fragte sie besorgt und legte ihre Hand auf Nikki's Schulter ab. Doch sie bekam einfach keine Antwort. Nikki hielt für die nächsten Minuten inne und hoffte, dass dies alles nur ein grauenhafter Albtraum war, von dem sie schon bald wieder aufwachen würde.
"Ich glaube, ich gehe zurück nach Manchester, zu meinen Eltern.", sagte sie, während sie mit neuen Tränen zu kämpfen hatte.
"Was? Aber...warum?" Fiona's Geduld hing an einen seidenen Faden. Sie wusste absolut nicht was mit ihrer Freundin los war und bekam es auch nicht heraus.
"Ich muss hier weg...Das ist alles zu viel für mich.", fügte sie nur weinend hinzu. Fiona war ratlos. Was sollte sie nur tun?? Kurzerhand nahm sie Nikki in den Arm, was Nikki nur noch mehr zum Weinen brachte.
"Jetzt erzähl mir doch bitte was passiert ist. Ich fühl mich so...nutzlos." Und wieder konnte Nikki nichts sagen. Es brach ihr einfach schon das Herz, wenn sie darüber nachdachte. Sie wollte es vergessen, verdrängen und einfach von vorne beginnen, doch das ging nicht ohne ihn. Sie brauchte ihn mehr als alles andere und hätte ihn für nichts und niemanden wieder hergegeben. Doch er ging einfach so, ohne Erklärung. Mitten in der Nacht packte er seine Sachen und hinterließ Nikki nur seinen Duft, seine mentale Anwesendheit, doch sonst nichts. Nicht mal eine Notiz auf einem Zettel, wie er es sonst immer tat wenn er KURZ das Haus verließ, doch hier schien es für immer zu sein.
"Willst du mit zu mir? Ich mach dir eine heiße Schokolade und du kannst mir alles erzählen?!", schlug Fiona vor während sie ein Stück weiterliefen.
"Danke Fiona, doch ich denke, ich brauch einfach etwas Zeit für mich alleine.", schluchzte Nikki unter ihren Tränen.
"Okay, doch falls etwas ist, passieren sollte oder dir es nicht gut geht, ruf mich an ja?", bat sie.
"Natürlich, danke schön Fiona. Das bedeutet mir wirklich viel!", sagte sie während sie Fio umarmte, einen Kuss auf die Wange gab und dann langsam davon lief.
Jeder Schritt wurde schwerer für sie. Ihre Gedanken waren vollkommen bei ihm. Sie verschwendete keinen an irgendetwas anderem. Ihre Nase war schon richtig kalt und sie spürte wie sich ein kleines Niesen anbahnte. Er hätte ihre Nase nun immer wieder mit Küsschen gewärmt, doch...er war ja leider nicht hier. Warum hatte er ihr das angetan? Für sie war das so unverständlich. Sie waren glücklich und liebten einander wie kein zweites Pärchen dieser Erde, doch er ging. Vielleicht hing es damit zusammen, dass er immer wieder sagte, man solle aufhören wenn es am Schönste sei. Aber er wusste doch nicht, dass dies die schönste Zeit ihres gemeinsamen Lebens war. Es hätte noch so viel schöner sein können, wenn er nicht gegangen wäre. Ihre schwarze Baggy schleifte leicht am Boden unter ihren Sneakers und war schon etwas durchnässt, doch diese Dinge zählten nicht mehr für sie. In der Nacht vor 4 Tagen änderte sich ihr ganzes Leben. Dies war der erste Nachmittag seit dieser besagten Nacht, an dem sie das Haus verließ, denn selbst dies hing mit Erinnerungen zusammen. Alles schien noch zu frisch um etwas anderes zu denken. Alles drehte sich um ihn. Sie konnte die Zeit nicht vergessen, in der sie sich kennen gelernt haben. Es war so schön immer in seiner Nähe zu sein. In diesem Park küssten sie sich das erste Mal, darum ging sie auch hier spazieren. Er gestand ihr seine Liebe an der Bank, auf welcher nun ein anderes Pärchen Liebkosungen schenkte. Nun spürte sie ein leichtes Vibrieren in ihrer Hosentasche, was von ihrem Handy kam. Sie zog es heraus, klappte es auf und auf dem Display stand: "Lee's calling". Lee war ihr Halbbruder und wurde von seinen Kumpels immer Krazy genannt, da er wirklich ein verrückter Kerl war. Nikki jedoch war gar nicht in der Stimmung mit ihm zu reden, somit drückte sie ihn weg und steckte ihr Handy zurück in die Tasche.
Zur gleichen Zeit zu Hause bei den Baileys...
"Sie hat mich weggedrückt...", seufzte Lee und legte das Telefon auf den Tisch. Mit einem leichten Schub gegen den Tisch fing er wieder an mit dem Stuhl zu kippen, was seine Mum gar nicht leiden konnte.
"Setz dich richtig auf den Stuhl, Lee.", schimpfte sie während sie das Essen auf einen anderen Teller transportierte. Er sah ihr grimmig hinterher und ließ sich etwas nach vorne fallen, sodass er normal auf dem Stuhl saß.
"Warum hat sie mich weggedrückt?", fragte er.
"Das weiß ich nicht. Versteh sie doch, ihr geht's nicht gut. Er ist ja auch einfach so gegangen.", brachte sie ihm näher und setzte sich ebenfalls an den Tisch. "Sie liebt ihn." Lee's Blicke waren nun nicht mehr besorgt, sondern etwas enttäuscht und wütend. Er verstand nicht, warum einer seiner besten Kumpels seine Schwester so verarscht hat.
"Er ist normalerweise nicht so...Ich weiß nicht was mit ihm los ist, ich kann ihn nicht erreichen.", sagte er fast vorwurfsvoll.
"Ach Lee, mach dich nicht verrückt. Er wird sicher wieder kommen. Ich weiß dass er ein toller Kerl ist.", versuchte seine Mum ihn zu beruhigen, doch leider schlug das fehl. Nun versuchte er es erneut, doch jetzt schien ihr Handy aus zu sein.
"Es ist aus.", schmunzelte er, worauf seine Mum nur ein "Oh" gab. Einige Minuten brach Stille über den Raum, bis das Telefon läutete. Schnell griff er danach, in der Hoffnung, dass Nikki sich meldet, doch sie war es nicht.
"Hey, ich bin's, Kenzie. Schon was von Nikki gehört?", fragte er bekümmert.
"Hey Kenz. Nein, leider nicht. Ihr Handy ist jetzt aus und ich weiß absolut nicht wo sie hin ist."
"Wollen wir sie suchen gehen?"
"Sie könnte überall sein Kenzie." Das Gespräch verlief lange hin und her, bis sie zu dem Entschluss kamen, einfach zu warten. Seine Mum machte sich nicht so große Sorgen wie er, da sie wusste, dass Nikki sehr vernünftig war. Doch er wusste, dass sie James über alles liebt und ihn sicher nicht einfach so gehen lassen konnte. Er sagte nicht mal seinen Jungs, wo er hin ging...er war plötzlich verschwunden.
"Lee, ich geh jetzt noch mit Megan weg. Ich bin auch nicht zu spät zurück ja?", rief seine Mum von der Eingangslobby in die Küche, wo Lee schon wieder mit dem Stuhl kippelte.
"Ja geht klar. Bye Mum!", rief er zurück und nachdem die Türe geschlossen war, stand er auf, nahm das Telefon und lief, während er ihre Nummer wieder wählte, ins Wohnzimmer. Jedoch war es noch immer ausgeschaltet. Er macht sich ernsthafte Sorgen, denn er wusste, Nikki liebte seinen Kumpel über alles. Sie wäre wohl zu allem im Stande.
Plötzlich klingelte es an der Türe. Er stand so zwischen Tür und Angel von Küche zu Wohnzimmer und sah dann in Richtung Hintertüre, worauf es wieder läutete. Kurz verdrehte Lee die Augen und lief dann zur Türe. Wer hätte es anderes sein können außer Chris, Kenzie und sein bester Kumpel Mus?? Niemand!
"Hey Alter. Was von Nikki gehört?", fragten die drei durcheinander und liefen ins Haus.
"Nein noch nicht. Ich mache mir echt sorgen. Sie hat mich vorhin weggedrückt."
"Mensch, sie wird doch nichts Dummes machen oder?", flüsterte Kenzie schon fast, während er zu Lee schielte.
"Du kannst ruhig laut reden. Es ist niemand zu hause.", beteuerte Lee als er sich auf die Couch fallen ließ. "Wollt ihr was trinken?"
"Gern.", antworteten die Drei und setzten sich verteilt auf die zwei Sofas. Lee kam mit vier Gläsern und zwei Falschen zurück- eine Wasser- und eine Colaflasche.
"Ist schon komisch wenn er nicht da ist.“, nuschelte Chris und blickte in das Wasserglas. Er und James kannten sich schon ihr ganzes Leben lang, darum war es für ihn komisch plötzlich ohne ihn zu leben.
"Stimmt. So vollkommen ruhig und keiner schläft fast ein wenn er was erzählt...", ergänzte Mus lachend, worauf alle mitlachten.
"Mensch, wo ist sie nur?", fragte Lee, völlig aus der Reihe fallend. Es ist schon elf mittlerweile."
"Jetzt mach dich nicht verrückt. Sie wird schon bald kommen, glaub mir.", versicherte Kenzie und sah aus dem Fenster, da er sich selbst nicht sicher war.
"Sie ist junge 16 Jahre. Ich mach mir verdammte Sorgen. Du kennst die Kerle hier in der Umgebung..." Lee machte sich gerade selbst verrückt. Intuitiv wusste er, es ist nichts passiert doch er wollte sich auf das Schlimmste einstellen, denn schlimmer hätte es danach ja nicht kommen können.
Gegen 11.30 Pm öffnete sich die Türe und jeder sah zu ihr- Nikki! Sie bemerkte sie Jungs erst, als sie die Türe schloss und wieder nach vorne sah.
"Oh, Hey Jungs.", versuchte sie mit verheulter Stimme zu sagen, doch man konnte nur vereinzelte Brocken verstehen.
"Nikki, wo warst du? Wir haben uns sorgen gemacht.", sagte Lee während er aufstand und zu ihr hinlief um sie in den Arm zu nehmen.
"Ich...war spazieren.", schniefte sie und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
"Was ist los mit dir? Warum weinst du?", fragte Chris besorgt. Sie gab ihm nur einen verstohlenen Blick und rannte die Stufen nach oben. "Ich wollte nichts Falsches sagen."
"Hast du ja auch nicht.", beruhigte ihn Lee, was das einzige war, das da zählte. "Ich seh mal eben nach ihr."
"Sie ist bestimmt in der Dusche.", erwähnte Kenzie.
"Wie kommst du darauf?", fragte Lee etwas verwundert.
"Ja, hast du denn nicht gesehen dass sie völlig durchnässt war? Es regnet mal wieder Lee...", fügte er hinzu. Lee warf einen kurzen Blick aus dem Fenster und ... tatsächlich, es regnete schon wieder wie aus Eimern.
"Du hast wahrscheinlich recht.", meinte er und ließ sich wieder auf die Couch fallen. Ihm fiel es schwer nun einfach ruhig zu sitzen, denn er wollte wissen wie es seiner Schwester geht und vor allem wollte er wissen, wo James ist. Das ließ ihm absolut keine Ruhe, denn er hatte sich einfach so aus dem Staub gemacht, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren.
Nikki rannte in ihr Zimmer, das gleich neben Leeds war. Leise schloss sie die Türe, lehnte sich mit dem Oberkörper und Kopf dagegen und glitt langsam daran herunter. Erneut bahnten sich Tränen ihren Weg in die Augen und keine weitere Sekunde später rollten sie über ihre Wangen. Sie spürte, der Drang ihn wieder zu spüren, wieder seine Nähe zu haben und in seinen Armen liegen zu können. All das war plötzlich nicht mehr zu haben und sie hatte absolut keine Ahnung WARUM? Für sie schien einfach alles so aussichtslos. Sie winkelte ihre Beine an, ganz nah zu ihrem Kinn, klammerte die Arme um ihre Knie und legte den Kopf darauf. Ihr fiel das Atmen nicht gerade einfach, ihr fiel um ehrlich zu sein alles schwer. Er war die Luft, die sie zum Leben brauchte. Das Herz, das für ihren Zyklus schlagen musste. Die Seele, die sie am Leben hielt. Nun ist sie nur noch der Körper eines verlassenen Mädchens, das krampfhaft versucht weiter zu leben, es aber ohne ihn nicht schafft. Ihre Nerven lagen blank, für sie war das Leben nur noch eine Qual. Sie spürte, dass ihr Kreislauf ineinander fiel und ihr wurde schon ganz schwarz vor Augen, doch sie versuchte stark zu sein, stark für sich selbst um Ihm zu zeigen, dass sie nicht von ihm abhängig ist. Doch leider war sie es. Er war wie ihre Droge, die Droge, von der sie nicht mehr abkam. Das Mädchen bemerkte gerade, wie das Suchtmittel nachlässt, einfach die Wirkung verliert.
Kurzerhand versuchte sie sich auf ihre Beine zu stellen, doch diese zitterten. Langsam griff sie sich immer weiter nach oben und stand schließlich, sie ging auch ein paar Schritte, doch dann kollabierte sie auf ihr Bett und weinte in ihr Kissen. Nun musste alles raus. Es war nicht nur ein paar Tränchen die ihr über die Wangen rollten, sondern sie schluchzte, konnte kaum noch atmen. Ihre Hoffnung, dass es ein schlechter, richtig böser Traum ist, stand immer noch, doch sie wurde immer mehr zurück in die Realität gerissen. Ihr Verstand war zertrümmert, ihre Würde am Boden. Warum hatte er ihr das nur angetan?? Warum ging er denn um Himmelswillen? Sie verstand gar nichts, ihr Leben zerfiel, zerfiel wie Tausend Puzzleteile. Einfach nichts schien mehr gut zu gehen, alles verschob sich in die falsche Bahn. Plötzlich hörte sie ein leises Klopfen an der Türe, da wusste wohl jemand, dass sie noch nicht im Bad ist. Aber sie konnte nicht antworten, sie konnte einfach nichts sagen, da ihr schon allein das Weinen so schwer fiel. Schließlich öffnete sich dann einfach die Türe, aber sie wandte keinen Blick zu ihm. Er setzte sich neben sie und streichelte ihr über den Rücken, dann durch die Haare und natürlich sah sie dann auf, um sicher zu gehen, wer es denn nun war. Ein leichtes Grinsen schmückte sein Gesicht - es war Kenzie. Sie setzte sich erst aufrecht neben ihn, doch dann brach sie wieder in Tränen zusammen und lehnte ihren Kopf gegen seinen Brustkorb. Seine Arme schlangen sich um ihren Körper und gaben ihr dieses beruhigende Gefühl, sie fühlte sich endlich mal wieder geborgen. Ihre Augen und ihr Körper fühlten sich plötzlich so schwer an, sie wollte einfach nur Ruhen in diesem Moment. Sie schloss ihre Augen und kurz darauf schlief sie auch schon ein. Nun öffnete sich erneut die Türe und ihr Bruder, Lee, kam in den Raum.
"Sie schläft.", flüsterte Kenzie und legte sie auf ihr Bett, deckte sie zu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Somit ließen die beiden sie in Ruhe schlafen und verließen das Zimmer.
"Wie geht es ihr?", fragte Lee besorgt als sie vor ihrer Türe standen.
"Na ja, sie hat jetzt nur geweint. Ich mache mir echt große Sorgen um sie Lee.", seufzte Kenzie nur.
"Oh Mann, was soll dann ich sagen? Mum müsste auch bald auftauchen. Mann Kenzie, ich kann sie nicht so leiden sehen. Das tut mir echt so Leid für sie.", stammelte Lee nervös und enttäuscht wie auch hilflos, genauso fühlte er sich auch.
"Ich weiß Lee, mir tut es auch so Leid, so etwas hat sie nicht verdient. Wir müssen James finden und zwar so schnell wie möglich."
"Oh ja, das müssen wir...", antwortete Lee und die beiden liefen wieder nach unten zu Chris und Mus.
"Wie geht’s ihr?", wollte Mus wissen und sah die beiden hoffnungsvoll an.
"Sie hat die ganze Zeit nur geweint. Ich konnte sie gar nicht beruhigen.", antwortete Kenzie noch immer sehr besorgt. Plötzlich hörten sie den Klang eines Schlüssels und kurz darauf öffnete Lee’s Mum die Türe.
"Oh, Hey Jungs.", sagte sie freundlich.
"Guten Abend Mrs Bailey.", entgegneten die drei freundlich und versuchten ein Lächeln auf deren Gesicht zu zaubern, doch das war einfach zwecklos.
"Was ist denn mit dir los Lee?", entgeisterte sie.
"Nikki weint die ganze Zeit. Wir konnten sie gar nicht beruhigen. Sie schläft jetzt endlich.", nuschelte er mit tränenbesetzten Augen.
"Ihr geht es sicherlich bald besser. Es ist nun mal schwer einfach so loszulassen. Das kann sie nicht, das weißt du selbst Lee. Für sie war es auch nicht einfach hierher zu ziehen weil sie zu sesshaft ist." Gerade stellte sie die Tasche ab, hängte ihren Mantel an die Garderobe und setzte sich dann erst mal kurz auf den Sessel.
"Mum, du siehst nicht wie ernst das ist. Sie leidet so sehr wie noch niemals zuvor. Sie hat ihn über alles geliebt.", fuhr Lee enttäuscht aus sich heraus.
"Ich weiß mein Sohn, doch du musst auch verstehen, dass es jetzt einfach noch zu schwer ist. Du wirst sehen, sie ist sehr vernünftig und kriegt ihr Leben wieder auf die Reihe. Entschuldigt mich." Nun stand sie auf, fuhr sich kurz mit gedanklichem Blick durch die Haare, schenkte den Jungs ein Lächeln und lief dann nach oben.
"Mein Gott, sie ist total fertig wegen Nikki.", sprach Lee als er mit den Jungs in die Küche lief. Alle setzten sich um den Tisch, außer Lee. Dieser setzte sich wieder auf die Arbeitsplatte, wie immer wenn er in der Küche war.
"Wir können doch nicht so einfach Rumsitzen...", unterbrach Chris eine ganz andere Unterhaltung.
"Was sollen wir denn deiner Meinung nach tun?", wollte Mus nun wissen.
"Ich kenne James schon länger als ihr alle. Er ist mein bester Freund und ich weiß ungefähr was in seinem Kopf vorgeht.", wies er gar vorwurfsvoll hin.
"Das ist uns ja alles bewusst Chris, doch weißt du auch, warum er gegangen ist?", hakte Lee nach und zog seine linke Augenbraue nach oben.
"Nicht direkt, doch es gab heftigst Ärger“, fügte er entsetzt dazu.
"Ärger wegen oder mit was?", war nun die Frage, die Mus stellte.
"Na ja, seine Eltern haben mal wieder Druck gemacht. Ihr wisst doch, wegen der Sache mit seinem Onkel, der da so ein Graf oder so etwas in Schottland ist.", prasselte er nun.
"Oh nein, nicht schon wieder.", drang aus Lee heraus, der schüttelnd den Kopf sank und nun eigentlich alles verstand.
James’ Eltern machten immer unheimlichen Druck, da sie so etwas wie eine adelige Familie sind, denn der Onkel von James ist ein Graf in Schottland und somit breitete sich das auf die ganze restliche Familie aus. Seine Eltern wollten somit, dass er in „besseren Umständen“ aufwächst und nicht mit Leuten, die auf eine öffentliche Schule gehen und auch spaß haben. Darum bekam er meistens Privatunterricht.
"Oh doch, ich glaube, darum wurde er nach Schottland geschickt und zwar für immer."
"Das können sie doch nicht machen!", protestierte Lee.
"Und schon gar nicht, gegen seinen Willen!", fügte Mus wütend hinzu.
"Seht ihr doch. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um ihn wieder hierher zurückzuholen. Nikki ist nicht die einzige, die ihn wieder braucht!", stellte Chris klar und nahm einen letzten Schluck von seinem Glas mit Wasser. "Ich mach mich jetzt mal auf den Weg nach hause. Ich hab zu Mum gesagt, dass ich nicht zu spät komme. Bis morgen in der Schule Jungs." Somit verließ Chris das Haus.
"Ich werde mich dann auch langsam mal auf den Weg machen. Mum meinte ich soll nicht all zu spät nach Hause kommen. Wir sehen uns morgen und falls etwas ist, ruf mich an." Er nahm Lee in den Arm und war der nächste, der ging. Nun war Lee alleine, im Wohnzimmer auf dem Sofa und zappte durch die tausend verschiedenen Kanäle, doch es lief einfach nichts Sehenswertes.
"Lee, Nikki, aufstehen!!", rief ihre Mum durchs ganze Haus um Lee und Nikki wach zu kriegen, was heute keine Kunst war, da er auf der Couch eingeschlafen war und sie von dort aus immer rief. Langsam öffnete er seine Augen, rieb sie kurz, stellte die Beine auf den Boden und sah sie an.
"Könntest du das nächste Mal etwas rücksichtsvoller sein?"
"Tut mir leid, ich hab nicht gesehen, dass du auf dem Sofa geschlafen hast.", einen Moment stoppte sie, "Warum hast du eigentlich auf dem Sofa geschlafen?"
"Keine Ahnung. Ich bin einfach eingeschlafen.", erklärte Lee ihr und stand auf. Schrittweise lief er die Stufen nach oben, um dann eine kalte Dusche zu nehmen, doch die Musik aus Nikki’s Zimmer hielt ihn auf. Kurz blieb er stehen und lauschte, worauf er keinen Ton von ihr hörte, sondern nur von einem Song, der ihm sehr bekannt vorkam. Natürlich, jetzt fiel es Lee ein. Den Song hat James damals für seine Schwester geschrieben und die Jungs haben ihn dann aufgenommen. Er heißt "Still thinking about you" und drückt sehr viel aus, was in den letzten Wochen in ihm vorging. Nikki war nicht gerade ein Mädchen, mit dem es leicht war, umzugehen. Sie war oft schnell zickig, bockig und wusste genau, wie man jemanden auf die Palme bringt. Aber sie hatte auch diese liebevolle, süße und einfach wundervolle Seite in sich, die sie jedoch versucht zu verbergen, da sie dadurch viel zu verletzlich scheint.
Er klopfte an die Türe und wartete und hoffte auf ein Zeichen, dass er reinkommen könne, doch es kam nichts. Somit wusste Lee auch nicht so recht, was er tun sollte. Selbst mochte er es nicht, wenn man einfach in sein Zimmer kam, darum tat er es auch bei anderen nicht. Doch er machte sich auch ernsthafte Sorgen um sie, ihr ging’s schon die ganze Zeit nicht so gut und dann auch noch das. Noch einen weiteren Moment blieb er stehen, doch dann drehte er sich um und lief ins Badezimmer, um kühl zu duschen.
Eine halbe Stunde später war der Junge fix und fertig für die Schule und lief aus dem Bad nach unten um nachzusehen, ob Nikki nun schon auf war, doch von ihr gab’s noch immer keine Spur.
"Mum, wo ist Nikki?", fragte Lee während er seine Haare trocken rubbelte.
"Ich weiß nicht, ich dachte sie wäre im Bad.", ergänzte sie auf seine Frage, worauf er sie nur fragend ansah. "Was schaust du so?"
"Mum, ich kam gerade aus dem Bad, wie man unschwer erkennen kann.", maulte ihr Sohn, während er auf seine noch nassen Haare aufmerksam machte.
"Ja, dann weiß ich auch nicht. Sieh doch mal nach Lee. Ich muss jetzt los. Bis heute Abend.", schrie sie ihm hinterher als sie aus der Türe rauslief. Lächelnd schüttelte er den Kopf und rannte dann wieder nach oben, um nach ihr zu sehen. Jetzt jedoch lief keine Musik mehr, darum klopfte er nicht so kräftig, sondern gesänftigt gegen ihre Tür.
"Nikki?" Doch er bekam wiederum nichts zurück. Nun war es ihm ziemlich egal, ob er wieder einen Schuh gegen den Kopf bekam und öffnete einfach ihre Türe zu ihrem Zimmer. Wie er sich schon dachte, war sie nicht darin. Ihr Fenster war, wie immer, speerangelweit offen, ihr Bett gemacht und Bilder + ihr Tagebuch lagen darauf. Gerade so konnte er seine Neugier im Zaun halten, was ihm jedoch sehr schwer fiel. Aber er würde niemals ihr Tagebuch lesen, das war Nikki schon immer sehr heilig. Gerade nahm Lee ein Bild, das sich auf ihrem Bett befand in die Hand, klingelte es an der Haustüre. Schnell legte er das Bild wieder zurück aufs Bett und rannte dann die Stufen hinunter.
"Bin schon da!", rief er, während er das Geländer herunter rutschte und dann die Tür öffnete. Dort standen, wie jeden Morgen, Mus, Stuart und Chris.
"Morgen ihr. Kommt noch mal kurz rein, ich muss meine Tasche oben holen und noch Nikki finden..." Kurz rannte er noch in die Küche, warf seine Blicke darin herum, doch Nikki war einfach nicht zu finden. Dann lief er nach oben, holte seine Schultasche und verließ dann mit den Jungs das Haus – ohne zu wissen wo seine Schwester war…
"Was ist denn mit dir los, Lee?", fragte Chris etwas besorgt, als sie noch auf dem Schulweg waren.
"Nikki war nicht mehr zu Hause und ich hab auch gar keine Ahnung wo sie ist.", erklärte er niedergeschlagen und legte seine Hände in die Hosentaschen.
"Nun mach dir mal keine Sorgen, du kennst deine Schwester. Sie ist sicher nicht weit.", beruhigte ihn Mus, der sich jedoch selbst nicht wirklich sicher war, was er da gerade von sich gab. Lee wiederum erwiderte das alles nur mit einem Nicken und sah auf den Boden.
An der Schule angekommen trafen sie dort die anderen Jungs, wie immer, vor der alten Kirche.
"Hey Jungs. Alles klar?", fragte Sam und begrüßte sie alle.
"Klar. Habt ihr Nikki gesehen?", wollte Lee schnell wissen und war schon wieder auf der Suche nach ihr.
"Nee, tut mir Leid Alter, aber die haben wir heute noch nicht gesehen."
"Oh, na ja. Ich geh sie mal eben suchen. Mir lässt das alles keine Ruhe.", meinte er und lief zu einigen Mädels, die Freundinnen von Nick waren.
"Hey ihr. Sagt mal, habt ihr Nikki heute schon gesehen?"
"Ähm, nein. Tut mir Leid. War sie denn nicht zu Hause?", fragte Sherene neugierig und sah ihn etwas seltsam an.
"Na ja, gestern Abend war sie schon zu Hause, doch heute morgen nicht mehr."
"Oh, dann tut es uns Leid. Doch sobald wir sie finden, werden wir sie zu dir schicken.", ergänzte Shelina und Lee verabschiedete sich wieder. Er befragte noch mehrere, doch keiner hatte sie bisher gesehen. Er hoffte nur, dass ihr nichts zugestoßen ist, denn das würde er sich selbst nicht verzeihen. Als es läutete, lief er mit Stuart, Chris und Sam zur ersten Stunde, die sie bei Ms Ryan hatten.
"Guten Morgen meine Lieben.", sagte sie gar nicht interessiert und legte ihren Mantel über den Stuhl.
"Morgen.", rief jeder durcheinander, jedoch noch sehr müde. Kurz sah sie durch die Reihen und was sehr auffiel war, das Nikki fehlte.
"Mr Bailey, können Sie mir sagen, wo Ihre Schwester ist?"
"Tut mir Leid Ms Ryan, ich kann es Ihnen auch nicht sagen, ich weiß leider auch nicht wo sie ist. Ich suche sie schon den ganzen Morgen.", erklärte Lee ihr.
"Oh, na dann sollten wir nachher mal zum Rektor und nachfragen, ob sie krankgemeldet wurde." Er kam ihr mit einem Nicken entgegen und nahm wieder auf seinem Stuhl platz.
Die ganze Stunde lang, dachte er an sie. Wo war sie nur hingegangen? Wo sollte er sie denn finden? Er war wirklich ratlos in dieser Stunde und hoffte, dass die nächste erfolgreicher in der Suche nach Nick wird.
Endlich klingelte es, er packte seine Sachen und lief mit Stuart, Chris und Sam raus.
"Was soll ich denn jetzt machen, ich hab null Ahnung wo sie ist oder sein könnte...", sagte er vorwurfsvoll und blickte sich um. Nun stieß eine weitere Person zum Zehnerpack – Daniela.
"Hey Babe.", lachte sie und küsste Kenzie mit einer Hingabe, wie man es zuvor noch nicht gesehen hat. "Hey Jungs."
"Hey Dan. Wie geht’s?", fragte Stuart leise. Die Beiden hatten vor kurzem richtig heftigen Streit und ihm tat es auch wirklich Leid, doch er war einfach zu feige, um sich ernsthaft bei ihr zu entschuldigen.
"Danke, ganz gut. Wie geht’s euch? Ihr seht etwas bedrückt aus...", erforschte sie mit Blicken in deren Gesichter.
"Nikki ist verschwunden.", erklärte Lee erneut.
"Was? Wo ist sie denn hin?"
"Das wissen wir ja nicht. Lee sucht sie schon den ganzen Morgen doch sie ist nicht mal in der Schule zu finden.", klärte Chris Daniela auf.
"Oh, das hört sich nicht gut an. Habt ihr schon mal auf dem Spielplatz nachgeschaut, auf dem sie sich sonst immer mit uns getroffen hat?", wollte sie neugierig wissen. Man konnte sehen, wie Lee hellhörig wurde und sogleich loslief.
"Entschuldigt mich bei Shawn, ja?", rief er noch, bevor man ihn nicht mehr sehen konnte.
Lee lief also los um sie auf dem Spielplatz zu suchen, in der Hoffnung sie dort auch zu finden. Gerade lief er auf ihn zu, sah er auch schon jemanden auf der Schaukel sitzen. Langsam lief er auf diesen „Jemand“ zu und setzte sich daneben, als er erkannte, dass es seine Schwester war. Kurz blickte sie zu ihm auf, doch dann senkte sie gleich wieder den Kopf. Wie elendig sie dort saß, wie ein kleines Kind, zusammengekrümmt und hilflos.
"Wann bist du heute morgen aus dem Haus gegangen?", fragte er leise, um das Schweigen zu brechen. Sie brauchte einige Momente um sich aufzurappeln und zu antworten.
"Ich glaube...so etwa gegen 5 Uhr.", erklärte sie ihm. Geschockt sah er zu ihr rüber und verstand nicht, warum.
"Wieso bist du schon so bald gegangen? Deine Musik lief doch dann noch."
"Wenn du auf die Anlage gesehen hättest, dann hättest du gemerkt, dass sie an war, denn ich stell doch immer den Timer an."
"Ach ja, hab ich ganz vergessen. Aber warum bist du schon so bald gegangen?"
"Ich...brauchte einfach etwas Zeit.", sagte sich und wieder verfiel sie einem tiefen Heulanfall. Er dachte nicht lange darüber nach, stand auf und nahm sie fest in den Arm. Es war nicht leicht für Lee seine Schwester so leiden zu sehen, denn, auch wenn sie eigentlich nur Halbgeschwister waren, war sie ein Teil von ihm.
"Soll ich dich nach Hause bringen?", fragte er besorgt. Sie schüttelte mit dem Kopf und bat ihn, sie etwas alleine zu lassen. Somit stand er auf, gab ihr ein Küsschen auf die Stirn und lief mit langsamen Schritten davon.
Nikki blieb noch für einige Minuten auf dem Spielplatz. Hier fühlte sie sich einfach wohl, denn jedes Kind ist unbesorgt, sieht den Ernst der Dinge erst mit kommendem Alter und ist unbeholfen wohlfühlend. Sie wünschte sich in dieser Zeit auch wieder ein Kind zu sein, denn dann wäre alles viel einfacher. Kurzgebunden stand sie auf und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, sah sich um und schon fing es an zu Regnen. Das war ja nur so üblich für England, somit störte sie das gar nicht mehr. Wieder gingen ihre Tränen im Regen verloren, sie gingen einfach unter wie viele dieser Regentropfen. In diesem Moment fragte sie sich wieder, ob der Schmerz jemals verheilen wird, ob er sie jemals wieder glücklich werden lässt oder ob sie bis ans Ende ihres Lebens unglücklich wegen dem Kerl, vielleicht ihrer großen Liebe, der sie verarscht hat, sein wird. Sie hoffte natürlich, irgendwann wieder glücklich sein zu können, doch wie sollte das gehen, wenn er nicht hier ist? Sie brauchte ihn doch für jeden Herzschlag, für jeden Atemzug und Augenschlag. Warum zur Hölle ging er denn? Warum hat er ihr keine Erklärung geschenkt, wie sie es verdient hätte? Vielleicht hätte sie es dann verstanden, doch so fand sie ihn mehr als feige. Völlig in Gedanken lief sie durch die menschenleere Straße, sie war wie ausgekehrt. Für sie drehte sich die Welt plötzlich langsamer, alles war plötzlich langsamer.
6 Monate später...
"Nein, nein Stu hör auf!", rief Nikki lachend während sie versuchte sich vor ihm zu retten, da er mit einem Eimer kaltem Wasser hinter ihr her war. Stu lachte nur, genau wie die anderen alle und amüsierten sich bei dem Anblick, wie Nick eiskalte Wasser über ihren gesamten Körper bekam.
"Ihr seit wirklich so unfair!", lachte sie laut und deutete auf die Jungs.
"Wir lieben dich auch.", grinste Lee nur frech und tätschelte ihr über die Schulter. Mittlerweile hatte sich alles etwas normalisiert, Nikki dachte einfach nicht mehr über ihn nach und versuchte auch ihre Gefühle zu verdrängen, was in manchem Moment nicht gerade einfach war, doch sie gab ihr Bestes. Sie waren gerade alle zusammen beim Schwimmen im Freibad und hatten jede Menge spaß.
"Hey Nikki willst du auch was trinken?", rief Lee während er Geld aus seinem Geldbeutel entnahm.
"Ähm ja, bitte so n Eisgetränk...Kirsch!", antwortete sie ihm und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder dem Mückenstich zu, den sie gerade bekam.
"Was hast du denn da?", wollte Stu wissen und stellte sich vor sie.
"Geh weg Stu, du stehst in der Sonne, so seh ich nichts.", schimpfte sie und schob ihn aus dem Licht.
"Nur die Ruhe Kleines, alles ist okay."
"Stimmt.", lachte sie ihm ins Gesicht, worauf er auch glücklich lachte. Es war so schön für alle, Nikki endlich wieder lachen zu sehen. Endlich, dachte man, hatte sie es verarbeitet, doch sie dachte immer noch oft an ihn und hatte ihn natürlich nicht vergessen. Sie glaubte fest daran, dass er irgendwann wieder zurückkommen würde und eine Erklärung vorlegen konnte. Langsam und nachdenklich lief Nick zum Schwimmerbecken und ließ ihre Füße kurz ins Wasser, zog sie wieder raus und blieb stehen. Leise stellten sich Mus und Stu hinter sie, worauf Mus eine Räuberleiter machte, Stu sich darauf stellte und sich dann über sie warf, sodass er sie erschrecken und im Wasser landen konnte. Tatsächlich erschrak Nikki sehr und zuckte zusammen. Stu lächelte nur als er wieder aus dem Wasser auftauchte.
"Das bekommst du zurück.", lachte sie verkniffen, denn der Schock saß etwas tief. Sie setzte sich auf den Rand und unterhielt sich kurz mit Stu, bis der ihr gefährlich nahe kam: Er stemmte seine Hände neben ihren Beinen ab und zog sich etwas aus dem Wasser, bis sie kurz davor waren, dass sich ihre Lippen trafen, doch stattdessen warf er sie ins Wasser und tauchte sie kurz darauf. Als sie wieder auftauchte rang sie nach Luft und fuhr sich mit ihren Händen durch die nassen Haare.
"Du bist so ein Miststück!", lachte sie und drückte ihn mit ihren Händen auf seinen Schultern unter das Wasser – Immer wieder, bis die anderen auch ins Wasser kamen. Nun waren auch endlich Kenzie und Dani da gewesen.
"Na ihr, schon wieder fleißig am Blödeln?!", lachte Dani während sie nicht von der Seite Kenzie’s wich.
"Natürlich.", lachte Nikki und ließ kurze Zeit von Stu ab.
"Sie hat angefangen!", rief Stu während er schon dabei war abzuhauen.
"Nix da, du bleibst schön hier!", antwortete sie während sie versuchte ihm die Badehose zu klauen.
"Hey, das ist meine!", protestierte er und blieb stehen. Er nahm ihre Hände in seine, legte sie neben ihren Körper und rückte seine Hose zurecht.
Nach langem hin und her zwischen Nikki und Stuart, nach weiteren Blödeleien der anderen und langen Diskussionen über das Essen setzten sich alle zurück auf ihr Handtuch und unterhielten sich weiterhin, bis sie merkten, dass die Sonne schon langsam unterging.
"Ich glaube wir sollten uns mal langsam auf den Weg machen, oder?", fragte Lee und sah seine Schwester an, doch die war gerade viel zu sehr damit beschäftigt, Stuart mit Sonnencreme voll zuspritzen.
"Ihr seit solche Kinder...", schüttelte Sam mit dem Kopf und lachte mit Kenzie und Mus um die Wette.
"Redet ihr mit uns?", fragte Nikki unschuldig und mit einem Lächeln im Gesicht.
"Nein, wir reden mit dem Baum der hinter dir ist, Nick.", lachte Sam erneut und deutete darauf.
"Ach so.", antwortete sie uninteressiert und hatte dieses freche Grinsen.
"Nikki, kommst du mit? Ich gehe jetzt.", fragte Lee erneut worauf sie nickte und aufstand.
"Wir sehen uns ja dann morgen wieder. Ich freue mich schon.", lächelte sie und packte ihre Sachen. "Bye ihr Süßen.", winkte sie und verschwand mit Lee aus der Augenlinie der anderen.
"Du verstehst dich ziemlich gut mit Stu, huh?", lachte Lee seine Schwester, worauf sie ebenfalls anfing.
"Er ist echt süß. Ich versteh mich wirklich super mit ihm.", antwortete sie freudig.
"Das freut mich für dich. Mich freut es erst recht, dich wieder so glücklich zu sehen. Das tut mir richtig gut."
"Und mir erst. Aber...ich hab ihn nicht vergessen.", flüsterte sie etwas bedrückt und ihre Blicke fielen auf den Boden.
"Denk nicht daran was vor einem halben Jahr war. Denk daran, was jetzt ist und es ist toll."
"Ja, das ist es wirklich." Sie liefen ins Haus und stellten erst mal die Taschen ab.
"Hey Mum, hey Dad wir sind wieder zu Hause!", rief Lee und lief ins Wohnzimmer, wo er nur seine Mum fand. "Wo ist Dad?"
"Er ist noch arbeiten. Hey ihr zwei erst mal. Wie war’s denn?"
"Super. Es war richtig witzig.", lachte Nikki und holte sich aus dem Kühlschrank eine kalte Cola. Sie und ihr Bruder setzten sich zu ihrer Mum und unterhielten sich Ewigkeiten mit ihr, bis ihr Handy anfing zu klingeln.
"Entschuldigt mich einen Moment.", lächelte sie verschmirckt und stand auf um ihr Handy aus der Tasche zu nehmen. Ihr Display zeigte an, dass sie eine Kurzmitteilung bekam. Kurzerhand öffnete sie diese und musste anfangen zu grinsen.
Hey Süße. Ich wollte mich nur für den tollen Tag bedanken, war wirklich lustig mit dir. Ich hoffe wir sehen uns morgen wieder. Schlaf schön und träum süß. Ich werd sicher von dir Träumen xxx Stu
Sie fand das wirklich süß von ihm und freute sich, denn sie hat den Tag mit ihm auch sehr genossen. Sie beschloss ihm zu antworten:
Hey Süßer. Danke, ich hab den Tag auch sehr genossen und ja, ich hoffe wir sehen uns morgen wirklich wieder. Schlaf auch schön und träum noch süßer. Ich hoffe du kommst in meinem Traum vor. xxx Nick
Dann packte sie das Telephon zurück in die Tasche und setzte sich wieder zu Lee und ihrer Mum.
"Was war denn?", wollte er wissen.
"Ich hab eine SMS bekommen, mehr nicht.", lachte sie ihn an, worauf er wusste, dass sie von Stu war.
So gegen 11 kam dann auch Lee’s Dad nach Hause und sie unterhielten sich alle noch etwas, doch Nikki war geistesabwesend. Sie musste die ganze Zeit an Stu denken, was war nur los mit ihr? Ihre Gefühle spielten ebenfalls verrückt, sie war nun vollkommen verwirrt. Empfand sie etwa mehr für ihn als nur Freundschaft? Waren da Gefühle, die denen für James glichen? Sie konnte doch nicht plötzlich mit einem seiner besten Freunde ausgehen, das ging doch nicht.
"Ich glaub ich gehe schlafen.", meinte sie so gegen 12.30 in der Nacht. Jeder nickte, wünschte ihr eine gute Nacht und sie verschwand auch schon in ihrem Zimmer. Ausatmend ließ sie sich auf ihr Bett fallen und machte den CD Spieler an. Ihre Gedanken kreisten weiterhin um Stu, sie verstand sich selbst nicht mehr. Ihr war klar, sie musste etwas unternehmen und zwar so schnell wie möglich. Sie musste etwas unternehmen, um herauszufinden, was mit ihr geschieht. Darum lief sie aus ihrem Zimmer, sah nach ob noch jemand wach war, doch glücklicherweise waren schon alle zu Bett gegangen. So lief sie also mit ihrem Minirock, ihrem weißen D&G Shirt, darunter ihr Bikinioberteil und Trainers aus dem Haus um Stu zu besuchen – mitten in der Nacht. Sie lief die leeren Straßen entlang, so lange, bis sie an seinem Haus ankam. Sie sah, dass bei den Bakers noch Licht im Wohnzimmer brannte, darum klopfte sie einfach und fuhr sich noch mal durch die Haare. Doch nicht Stu oder einer seiner Eltern öffnete die Türe, sondern sein kleiner Bruder. Er sah Nikki etwas geschockt und verwirrt an, grinste dann aber.
"Hey Stephen, ähm, ist Stu zu hause?", fragte sie etwas unsicher.
"Ja warte ich hol ihn mal." Er rannte nach oben, so schnell er konnte, und öffnete einfach die Zimmertür seines Bruders. "Hey Stuart da draußen ist jemand für dich!" Stu packte seine Zeitschrift weg, setzte die Beine auf den Boden und sah ihn etwas eigenartig an.
"Wer denn?", wollte er wissen.
"Ich glaube diese ... Nikki?! Kann das sein?" Stu bekam dieses Grinsen im Gesicht, ihm gefiel, dass sie hier war. Er nahm ein Shirt in die Hand und zog es sich während er die Treppen runter lief über. Nikki sah das und kam etwas ins Schwärmen, denn sein Körper war toll.
"Hey Nick.", lachte Stu.
"Hey.", strahlte sie ihn an.
"Komm doch erst mal rein.", bot er ihr an, worauf sie ins Haus lief und sich ein paar Blicke erlaubte. "Kann ich dir irgendwie helfen? Ich meine, ich freue mich dich zu sehen aber es ist ja nicht normal dass man mitten in der Nacht jemanden besucht oder?"
"Ich...weiß auch nicht warum ich hier bin. Vielleicht einfach um dich zu sehen...", flüsterte sie fast und sah ihn an. Er verstand nun auch nichts mehr, aber bei ihm war es so, dass er nie so etwas verstand.
Sie lief ein paar kleine Schritte auf ihn zu, legte ihr Hände auf seine Hüften und zog ihn näher an sich. Ihre Lippen waren kurz davor sich zu treffen, doch dann sah er zu seinem Bruder.
„Stephen, warum bist du eigentlich noch wach? Hast du schon mal auf die Uhr gesehen? Morgen ist Schule junger Mann!“
„Ja, ja schon gut. Du hättest auch einfach nur sagen müssen, dass du mit ihr alleine sein willst. Gute Nacht.“, er stand auf, sah die Beiden noch kurz an und verschwand dann in sein Zimmer. Nikki lachte, worauf er zwar auch grinste, doch sie etwas verdutzt ansah.
„Warum lachst du?“, wollte er wissen.
„Keine Ahnung. Ich seh dich gerne lachen...“, erklärte sie und fuhr mit ihrem Zeigefinger über seine Lippen.
„Ach und du weißt, wenn du lachst, lach ich ebenfalls?“, hinterfragte er ihre Aussage.
„Klar. Du liebst es mich lachen zu sehen.“, lachte sie und fiel etwas zurück.
„Stimmt.“, antwortete er und hielt sie am Rücken auf, um nicht umzufallen. Nah zog er sie an sich und er spürte, wie sein Herz raste. Es fing an so schnell wie noch niemals zu vor zu schlagen, sie hätte es spüren können. Doch ihres war kurz davor stehen zu bleiben. Ihr Herz...war wie weggefegt. Sie spürte es kaum noch, so aufgeregt war sie. Nur noch ein paar Millimeter trennten ihre Lippen, doch plötzlich nahm sie seine Hand und lief mit ihm die einzelnen Stufen nach oben.
In seinem Zimmer drückte er sie zärtlich gegen die Türe und küsste sie gefühlvoll am Hals, worauf sie nur leicht aufstöhnte. Ihre Hände lagen auf seinem Rücken und krallten sich förmlich durch sein Shirt. Diese, fast wie Nadelstiche, verspürte er aber nicht als Schmerz, sondern als ein Zeichen, dass sie verrückt nach ihm war. Sie hob ihr eines Bein zu seiner Hüfte, worauf er seine Hand darauf legte um ihr Halt zu geben.
„Ich will dich...“, flüsterte sie, während sie ihm tief in die Augen sah und sich auf die Lippe biss. Somit hob er sie hoch und trug sie zu seinem Bett, wo er sie niederließ. Dort fielen dann die ersten Kleidungsstücke, worauf beide immer verrückter nacheinander wurden. Sie konnte es beide schon kaum noch verbergen, warum sollten sie das auch tun? Schließlich wollten sie es beide, somit stand ihnen doch nichts im Weg. Er legte sich auf sie, hatte ein weißes Laken über seinen Hintern gelegt und schon passierte, was beide nie für möglich gehalten hätten...
„Stu, aufstehen!“, rief seine Mum, worauf er nur langsam die Augen öffnete und bemerkte, dass noch jemand neben ihm lag – Nikki! Leicht grinste er, freute sich, dass es wirklich passierte und nicht nur ein Traum war. „Stu, jetzt steh endlich auf!“
„Ja ist gut!“, rief er zurück und versuchte, seinen Arm unter Nikki’s Kopf wegzukriegen, ohne sie zu wecken, was ihm auch gelang. Zuerst verschwand er im Bad, nahm eine Dusche und zog sich dann an. Daraufhin lief er zurück in sein Zimmer und kniete sich neben sein Bett.
„Aufwachen, Prinzessin.“, flüsterte er ihr zu während er sie mit seiner linken Hand im Gesicht streichelte. Sie drehte sich nur etwas auf die andere Seite, zog die Decke weiter über ihr Gesicht und schnaufte kurz tief ein, was ihn zum Lachen brachte. „Komm schon meine Schöne, wach auf. Wir müssen zur Schule.“ Plötzlich schreckte sie auf und sah Stuart an.
„Ich muss zu Hause noch meine Sachen holen. Wenn Mum mitbekommt, dass ich nicht zu Hause war, bringt sie mich um. Wie viel Uhr haben wir?“, fragte sie hektisch während sie sich anzog.
„Wir haben kurz vor acht. Du hast also noch eine knappe dreiviertel Stunde Zeit.“, grinste er und küsste sie mit voller Leidenschaft. Natürlich wehrte sie sich nicht dagegen und gab sich ihm noch mal vollkommen hin, bis sich die Tür öffnete und seine Mum dort stand.
„Oh, tut mir leid Stu, ich wusste nicht, dass du Besuch hast.“, meinte sie etwas verlegen.
„Ist schon gut Mum. Du kennst doch noch Nikki, oder?“ Fragend sah er sie an und blickte dann kurz zu ihr.
„Oh tut mir leid, ich bin Nikki.“ Sie streckte ihr die Hand entgegen und sie nahm sie freudig an.
„Ich lass euch dann mal wieder alleine.“, grinste sie und verließ wieder das Zimmer.
„Ich geh jetzt eben schnell nach Hause, hol mach mich fertig und komm wieder hierher okay?“, murmelte Nick und zog sich ihren Rock gerade wieder an.
„Okay, geht klar. Du kannst ja Krazy gleich mitbringen. Bevor er denkt, wir hätten was miteinander!“ Er zwinkerte ihr zu und nahm sie in den Arm. „Das war schön.“
„Sehr.“, stimmte sie mit ein, gab ihm einen Kuss und rannte nach unten. „Wiedersehen!“, rief sie, als sie an den Eltern von Stu und Stephen vorbei rannte und einfach das Haus verließ.
Leise lief sie ins Haus, versuchte keine Laute von sich zu geben, doch gerade hatte sie die Türe geschlossen, stand Lee schon vor ihr. Ein Schauer von Schock jagte ihr durch den Körper als sie ihn sah und tastete sich zu ihrem Herz.
„Mann, hast du mich jetzt erschreckt.“, warf sie ihm vor und sah ihn nur wiederwillig an.
„Wo warst du?“, wollte er dann wissen.
„Ich war...draußen.“, versuchte sie sich rauszureden – doch erfolglos.
„Sag schon, du warst die ganze Nacht nicht zu Hause.“
„Spionierst du mir etwa schon hinterher?“, fragte empört.
„Nein, aber ich hab mitbekommen wie du heute Nacht aus dem Haus gegangen bist, wahrscheinlich zu Stu, hm?“, fragte er verzwickt.
„Ähm, also...Lee!“ Lee lachte darauf nur, denn er wusste, seine Schwester hatte sich erneut in einen seiner besten Freunde verliebt. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Lass dir nicht wieder so wehtun.“ Und damit verließ er sie einfach, denn er lief wieder nach oben. Kurz hielt sie inne, sagte kein Wort und dachte über diesen Satz nach, der ihr etwas angst machte.
„Ach, Kleines da bist du ja. Ich hab gar nicht gemerkt wie du aufgestanden bist.“, meinte ihre Mum plötzlich, womit sie Nikki aus ihren Gedanken riss.
„Oh, hey Mum. Ähm na ja, ich war eben sehr leise.”, grinste sie etwas unecht. „Aber ich muss noch eben was machen.“ Somit rannte auch sie die Stufen nach oben und verschwand sofort im Bad, nahm eine Dusche, putze sich ihre Zähne und lief dann in ihr Zimmer. Gerade zog sie sich einen frischen BH an, als Lee wieder ihr Zimmer enterte. Sie sah ihn an, er sah sie an, doch keiner sagte was.
„Hallo?“, fragte sie dann, worauf er nur mit den Axeln zuckte.
„Was ist?“
„Könntest du dich noch mal kurz umdrehen? Schließlich bist du nur mein Halbbruder.“, lachte sie.
„Geht klar.“ Er drehte sich kurz um, bis sie dann auch noch ihr Oberteil anhatte und ihren Rock. „Kann ich mich wieder umdrehen?“
„Ja.“, sagte sie schnippisch und zog sich ihre weißen Stiefel gerade an. „Was gibt’s denn Lee?“
„Ach ja, ähm also. Bist du fertig?“, grinste er sie lieb an, worauf sie nickte.
„Ich denke schon.“ Sie fuhr sich geschwind durch die Haare, nahm ihre Tasche und lief dann mit Lee aus dem Haus. „Bye Mum.“
„Bye ihr zwei. Bis heute Abend.“, rief sie zurück und die beiden verließen das Haus.
Nikki lenkte in die Richtung von Stuart, die einen Umweg zur Schule verrichtete.
„Wo läufst du hin?“, wollte Lee wissen als er kurz stehen blieb um die Lage zu kontrollieren.
„Zu Stu. Ich hab gesagt, dass wir dann wieder zu ihm kommen.“ Nickend stimmte er zu und sie liefen zu seinem Haus. Dort klopfte sie dann und seine Mum öffnete wieder die Tür.
„Ach, hey Nikki.“, lachte sie und ließ die beiden ins Haus.
„Na endlich. Ich dachte schon ihr kommt gar nicht mehr.“ Gerade standen Nikki und Lee im Haus kam auch schon Stu die Treppen runter – na ja, nicht gerade gerannt, mehr oder weniger geflogen.
„Nur die Ruhe.“, lachte Nikki und hielt ihn etwas am Arm zurück, worauf er dann nah bei ihr stand und ihr tief in die Augen sah. Plötzlich jedoch stand Stephen neben den beiden und umarmte sich selbst, sodass man hätte denken können, er knutscht mit jemandem.
„Lass das.“, schimpfte Stu und jagte ihn bis in sein Zimmer. „Mach das nicht noch mal!“
„Mal sehen!“, rief Stephen nach unten, wobei Lee noch immer lachte.
„Warum lachst du?“, befragte seine Schwester ihn.
„Einfach so.“ Kopfschüttelnd verließ er das Haus mit Stu und Nick, nachdem sie sich von seiner Mum verabschiedeten.
Zuerst sagte keiner einen Ton auf dem Weg zur Schule, doch Nikki himmelte immer wieder zu Stu, welcher das gleiche in ihre Richtung tat. Vorsichtig und völlig unsicher griff er dann nach ihrer Hand, was sie wirklich freute. Lee grinste nur so vor sich hin, wie die meiste Zeit des Tages.
„Was ist denn schon wieder mit dir Grinskiste los?“, fragte sie ihren Bruder.
„Nichts nichts.“, schüttelte er seinen Kopf und schon kamen sie endlich an der Schule an.
Die ganze Schulzeit über versuchte Nikki so viel Zeit wie möglich mit Stu zu verbringen, doch es war schwer, da sie unterschiedliche Kurse hatten.
Nach der Schule warteten die Jungs noch auf Nikki, die ewig nicht kam.
"Mensch, wo bleibt sie denn nur?", heulte Chris etwas herum und sprang von einem Bein aufs andere.
"Was ist los, Springmaus?", lachte Sam und winkte Kenzie mit Daniela zu, die dann auch kamen.
"Da seit ihr zwei ja endlich.", grinste Lee und umarmte Dani kurz, worauf sie dann erstmal die anderen begrüßte.
"Da kommt sie doch schon!", schrie Mus schon fast, denn er freute sich immer wieder, wenn sie kam. Doch sie war nicht alleine - Baby. Sie war Nikki's Seelenverwandte, beste Freundin seit über 10 Jahren. Doch sie war für einige Zeit in L.A. um eine Tanzausbildung zu machen, welche sie mit Bravur bestand! Lee's Herz schlug einige Takte höher, denn er hatte schon immer sehr viel für Baby übrig.
"Hey Jungs." Nikki küsste Stu innig mit Zunge und ließ dann kurz von ihm ab. "Kennt ihr meine reizende Begleitung noch?" Lachend sah sie wieder zu Baby und drückte ihr einen lieben Kuss auf die Wange. Zuerst zögerten die Jungs, doch nach einiger Zeit wussten sie, es war Baby! Alle 10 begannen zu jubeln und drückten - fast ERdrückten - sie. Natürlich freute es sie, dass sie so herzlich wieder aufgenommen wurde, denn für Baby war das sehr wichtig.
"Wie geht's dir? Was machst du so? Wie war's?", überrumpelte Mus sie mit seinen Fragen, worauf sie nur kicherte.
"Es war super. Aber den Rest erzähl ich euch später. Mein Gott, ihr seht toll aus!" Sie betrachtete jeden nochmal aufs Neue und blieb dann für einige Minuten bei Lee stehen, der sie schon fast wieder anhimmelte. "Ich hab dich vermisst!" Ganz lasziv ließ sie ihre Zunge über ihre Lippen gleiten, was ihn noch nervöser machte.
"Äh...was...wollten wir jetzt eigentlich...machen?", stammelte er vor sich hin. Jeder lachte, denn alle wussten, dass Lee etwas für sie empfand.
"Wir wollten gerade alle zu Sam und Hausaufgaben machen.", seufzte Nick und ließ sich auf Stu fallen, der sie in den Arm nahm.
"Oh neeeeeeeeeeeeeeeein!", schrieen die Jungs durcheinander und verzogen ihre Gesichter wie ein paar Irre.
"Am Besten wir bringen die erstmal in die Klappse, danach wird auch unser Leben wieder besser.", lachte Nikki zu Baby und Dani, die ebenfalls zu lachen anfingen.
"Das war nicht sehr lieb von dir, Nick.", protestierte Lee und knuffte ihr etwas in die Seite.
"Tut mir leeeeeeeeid mein Schatz.", lachte sie und gab ihm ein Küsschen. Somit machten die 13 sich auf den Weg zu Sam. Doch mitten auf der Straße stoppte Nikki dann zwischen dem Getanze von Kenzie, Baby und Mus. Erst als Stu bemerkte, dass etwas nicht stimmte, stoppte jeder.
"Was ist los Nick?", fragte Chris nach und jeder sah sie an. Nikki's Blicke hingegen schweiften nur herum, denn sicher war sie sich selbst nicht. "Nikki?" Kurz starrten ihre Augen ihn an, doch dann lösten sie sich und wanderten auf den Boden.
"Nichts...alles...alles okay.", stammelte sie und lief langsam weiter, griff - nachdem sie neben Stu stand - nach seiner Hand und lief einfach weiter. Keiner wusste so recht was in ihr vorging, keiner wusste, was los war, warum sie stoppte oder ähnliches. Jeder der 12 war ahnungslos.
Zu Hause bei Sam...
"Hey Mum, ich bin wieder zu Hause und hab meine Leute dabei.", schrie Sam als er die Türe aufschloss und seine Tasche fallen ließ.
"Hey mein Schatz. Oh und hey Jungs, Dani, Nick...oooooh, hey Baby. Du bist ja auch wieder zurück." Freudig schloss sie Baby in ihre Arme und drückte sie mal fest.
"Ja Mrs Foulkes, ich bin wieder hier.", lachte sie und entfernte sich dann etwas.
"Ähm Sam...komm doch mal bitte mit in die Küche.", forderte sie ihren Sohn auf, der die Jungs und Mädels ansah und dann mit ihr in der Küche verschwand. Als die weiteren 12 die Treppen nach oben liefen um in Sam's Zimmer zu gelangen, liefen ihnen noch die zwei Brüder von ihm - Nick und Jamie - über den Weg.
"Oh nein, Sam's kleine Freunde sind wieder hier.", stöhnte Nick genervt und verdrehte sogleich die Augen. Jamie hingegen lief auf Nikki zu, grabschte nach ihrem Arm und zog sie an sich.
"Lass mich los.", weigerte sie sich, was Stu natürlich mitbekam.
"Hey, lass sie in ruhe, ist das klar?", drohte er ihnen und zog sie an sich.
"Oh, der Kleine wird wohl aufmüpfig hm?", plapperte Jamie und sah seinen Bruder an.
"Erst James und jetzt du oder wie? Nimmst du nur verbrauchte Ware, die deine Freunde nicht mehr wollen?", provozierte Nick Stu. Das jedoch hätte er nicht tun sollen, denn sogleich ging er mit seiner Faust auf ihn los und schlug ihm genau ins Gesicht.
"Whoa, whoa, whoa!", schrieen die Jungs und versuchten, die beiden Streithähne wieder auseinander zu bekommen, was gar nicht so einfach war. Als dann auch Sam wieder hochgerannt kam, stemmte er sich zwischen die Zwei, worauf Jamie Nick unter die Arme griff und die anderen Jungs Stu zurückhielten.
"Rede nicht so über meine Freundin, ist das klar?", schimpfte Stu im lautstarken Ton und wollte schon wieder los gehen, nachdem er dieses blöde Grinsen in Nick's Gesicht sah.
"Jetzt mal ganz ruhig Jungs. Was war schon wieder los? Könnt ihr meine Freunde nicht einmal in Ruhe lassen?", motzte Sam und sah seine Brüder an.
"Freunde...Sam, lern endlich dass du nur dir selbst vertrauen kannst.", schüttelte Jamie den Kopf.
"Ach ja?? Ich weiß nur, dass ich EUCH nicht vertrauen kann, aber meinen Freunden schon. Und jetzt haut bitte einfach ab!", schrie Sam und wartete, bis die beiden weg stolzierten. "Tut mir Leid Stu." Stu schüttelte behütend den Kopf und ließ seinen linken Zeigefinger über seine Lippe fahren.
"Verdammt.", stampfte er mit dem Fuß als er das Blut auf seinem Finger sah.
"Stu, du blutest.", war Nikki den Tränen nahe. Er nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich.
"Ist schon gut Nick, alles ist gut.", beruhigte er sie etwas.
"Was ist eigentlich passiert?", wollte Sam nach einiger Zeit wissen - nachdem sie auch im Zimmer angekommen waren. Nun erklärte Stu ihm alles und Nikki war total abwesend.
Nach einigen Minuten Schweigen, klingelte Dani's Handy. Sie holte es aus ihrer Tasche und sah drauf.
"Mum's calling.", flüsterte sie etwas und stand auf. "Ja? Oh...ja klar okay. Kann ich Kenzie mitbringen?? Wieso nicht??...Okay." Böse legte sie wieder auf und lief zu Kenzie. "Schatz, tut mir leid aber ich muss los." Sie gab ihm einen innigen Kuss und verabschiedete sich noch von den Anderen. Doch natürlich begleitete Kenzie sie bis nach Hause, worauf er also ein paar Minuten brauchte, wieder dort zu sein.
"Was wollte deine Mum jetzt eigentlich?", fragte Marcel dann neugierig. Die Frage hätte Sam am liebsten überhört, doch was sollte er tun?? Für einige Sekunden schwieg er weiterhin, doch als er die Blicke seiner Freunde sah, wusste er nicht so recht. War es denn die richtige Entscheidung ihnen alles zu erzählen, oder sollte er es einfach nur für sich behalten?
"Sam, was ist los?? Wieso antwortest du nicht?", hackte Tommy nach und alle Augen richteten sich auf ihn. Doch weiterhin schwieg er nur, schnaufte lang ein und sehr lange auch wieder aus, nicht gerade leise. Somit wusste jeder, dass es ihm schwer fiel, zumindest in diesem Moment. Er stemmte seine Arme auf den Knien ab und fuhr sich immer wieder mit seinen Händen durch seinen Löckchen.
"Sam...", erwähnte Stu noch mal seinen Namen, aber keine Reaktion. Nun fing das Handy von Baby an zu läuten.
"Entschuldigt mich.", lächelte sie, stand auf und hob erst mal ab. Plötzlich winkte sie Nikki zu, dass sie mal zu ihr kommen sollte, was für Sam DIE Chance war.
"Jungs...", fing er an und stoppte danach sofort wieder, da er spürte, wie die Tränen schon im Hintergrund seiner Augen standen. Alle rückten näher zu ihm, die Blicke zerrissen ihn fast, da alle so neugierig waren.
"Sag schon Sam, was ist los?", forderte Lee ihn erneut auf, worauf Kenzie wieder ins Zimmer gestürmt kam.
"Jungs, da bin ich wieder...", prustete er immer zwischen seinem schweren Atem raus, da er außer Puste war. Chris zog ihn am Arm nach unten, sodass er da saß und verkrümmt drein sah. "Was ist los Jungs?"
"Ho Gott...", fing Sam an zu weinen, krümmte seinen gesamten Körper in die Babyhaltung, sodass ihn jemand in den Arm nehmen sollte. Sogleich legte Kenzie – sein bester Freund – seine Arme um ihn und flüsterte ihm etwas Mut zu.
"Oh Mann Sam sag uns doch bitte was los ist.", heulte Lee fast schon mit, unterdrückte es aber etwas. Innerhalb einiger Minuten rappelte er sich wieder auf, setzte sich aufrecht hin und ließ seinen Kopf wieder in seine Hände fallen. Nun nahm er einen letzten tiefen Atem und sah in die Gesichter seiner besten Freunde. Erneut lief ihm eine Träne über die Wange als er schon mal etwas seinen Mund öffnete.
"James...", flüsterte er. "Er ist...Chris...dein bester Freund er ist ... James ist ... tot." Die Jungs waren geschockt. Keiner verstand diese Worte, sie waren einfach zu hart. Chris konnte gar nichts realisieren in diesem Moment und starrte mit seinen schönen Augen ins Leere. Im Hintergrund konnte man zwar die Mädels kichern hören, doch das nahmen die 9 Nordlondoner Jungs nicht mehr wahr. Für sie blieb die Erde nun stehen – für einige lange Minuten, bis jeder außer Chris in einem Tränenfluss versank. Kurzerhand jedoch rannte Chris aus dem Zimmer und man hörte einige Sekunden später wie die Haustüre unten zuknallte. Stu und Lee standen auf und gingen ihm hinterher, worauf Baby und Nikki die restlichen Jungs ansahen.
"Was ist los?", fragte Nikki vorwurfsvoll. Keiner antwortete ihr, denn sie wussten, würde sie das nun erfahren, würde sie daran zerbrechen.
Auch die anderen standen auf und liefen ihnen hinterher denn sie wussten - nun haben sie mit James auch noch Chris verloren. Die Beiden hingen einander wie sonst niemand der Jungs, sie waren ein Herz und eine Seele wobei Chris immer das Herz trug, wovon ihm die Seele gerissen wurde. Somit standen Baby und Nick alleine im Zimmer, kamen sich ziemlich blöd vor und hätten die Jungs am liebsten erschlagen, da sie ihnen keinen Antwort gaben.
"Chris, Chris bitte warte doch mal!", riefen sie ihm hinterher, doch Chris lief einfach weiter. Er lief, ganz recht, er setzte einen Fuß ganz langsam vor den anderen und weinte, eine Träne nach der anderen. Doch er war ein ganzes Stück den Jungs voraus, somit rannten sie zu ihm und hielten ihn an den Schultern zurück. Von wegen aufhalten, sie machten ihn nur noch wütender. Er schleuderte seinen Oberkörper etwas zur Seite, womit er andeuten wollte, dass die Jungs ihre Hände von ihm nehmen sollen.
"Lasst mich.", forderte er wütend und lief ihnen wieder ein ganzes Stück weiter vorraus.
"Chris...", ertönte Tommy's Stimme nun. Das war zu viel für ihn und er brach mit tränenüberströmten Gesicht auf den Boden. Seine Hände hielt er schützend - als Zeichen der Ergebung - vor sein Gesicht und schluzte immer nur, denn er konnte es einfach nicht verstehen. Wieso hat Gott seinen besten Freund zurück geholt zu sich, wo er ihn doch hier bräuchte?? Wieso hat er das getan? Mit diesem "Ereignis" schwand der Glaube an Gott nun vollkommen von Chris' Geist. Für ihn schien ab diesem Tage an alles aussichtlos.
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Mieze 

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Plötzlich tropften einzelne Tröpfchen vom Himmel, was die anderen dazu brachte, in den Himmel zu schauen. Doch es kam ihnen vor, als würde es mit jedem Schluchzten von Chris Millionen Tropfen mehr fallen. Alle liefen zu ihm hin und legten ihre Hände auf seinen Rücken, versuchten sein Gesicht etwas aufzurichten, doch das war vergebens. Chris war so stur, wütend und traurig zu gleich, dass er einfach nur weinen konnte.
Nach einiger Zeit richteten die anderen ihn auf und da stand er nun – immer noch etwas zusammengekrümmt und total fertig, bloßgestellt und allein gelassen – so fühlte er sich zumindest. Keiner verstand was vor sich ging. Zuerst ging James einfach und jetzt soll er einfach tot sein?? Das war so unvorstellbar für die Jungs. Lee hatte keine Ahnung, wie er das Nikki beibringen sollte, doch er wusste, irgendwie musste es passieren. Irgendwie und irgendjemand sollte oder besser gesagt musste ihr das beibringen, auch wenn sie die Folgen davon wussten.
Chris’ ganzer Körper zitterte, es war schon fast wie eine Vibration eines Handys, doch bei ihm war es am gesamten Körper.
"Wir bringen dich am besten nach Hause Chris.", versuchte Kenzie zu stottern, doch nicht mal das brachte er noch hin. Jedoch wussten die Jungs, was er sagen wollten und nickten einstimmig. Langsam liefen sie also im Regen in Richtung Chris’ Haus. Ihre Tränen gingen im heftigen Regen verloren, somit wusste man nicht, was Tränen oder Tropfen waren, war ja auch egal, denn sie haben gerade einen Menschen verloren den sie sehr liebten oder immer noch lieben.
Zu Hause bei Chris blieb er vor der Türe stehen und blickte nur auf den Boden.
"Hey geh rein. Du wirst sonst noch krank.", schniefte Stu und schob in etwas in Richtung Türe. Keinen Ton hörte man von ihm, seitdem er das erfahren hatte. Er schwieg nur so vor sich hin und weinte eine Träne nach der anderen aus sich heraus. Sam lief zu ihm hin, umarmte ihn fest und weinte noch mal kurz mit ihm, bis er ihm dann einen Kuss auf die Wange gab und Chris die Türe öffnete. Klar, es war nicht üblich dass sich Jungs untereinander Küsse gaben, doch jetzt erst merkten sie, WIE wichtig diese Jungs füreinander waren. Sam stand noch kurz auf den Stufen zur Eingangstüre und sah sich um. Oft waren die Jungs hier zu zehnt und hatten eine ganze Menge Spaß im Garten oder vor der Türe, eben im Hof. Spielten Basketball, Football oder solche Spielchen wie Verstecken oder Fangen. Die Freundschaften untereinander waren ihnen allen zu heilig um jemals aufzugeben, darum deuteten sie James noch immer als einen Freund von ihnen. Es war jetzt auch einfach noch viel zu früh um das alles zu verarbeiten, schließlich haben sie es erst heute erfahren. Verzweifelt stampfte Sam die Stufen nach unten und vergoss Tränen aus Wut, wohl auch verständlich. Er drängelte sich durch die anderen 7 und rannte auf die Straße, setzte sich jedoch dann gleich an den Bordstein. Das hübsche Gesicht in seinen Händen liegend weinte er weiterhin, doch die Nässe des Regens liefen zwischen seine Finger, in den Kragen seiner Jacke und auch sein ganzes Gesicht wurde dadurch nass. Nun hielt ein Wagen vor der Türe, ein weißer Mercedes. Die Jungs sahen das Auto verunsichert an, denn sie kannten ihn nicht. Weder das Auto noch den Besitzer davon. Ein etwas älterer Herr stieg aus und stellte sich mit seinem Nadelstreifenanzug vor sie hin - aber natürlich auch mit Schirm.
"Und wer seit ihr?"
"Die Frage ist ja wohl: Wer sind Sie?", motzte Sam wütend und stellte sich protzig vor ihn.
"Nur die Ruhe mein Junge ich..."
"Nennen Sie mich nicht 'mein Junge'. Wer sind Sie und was wollen Sie hier?", schimpfte er wieder.
"Ich bin Mr Murray." Die Stimmen stockten, der Atem hielt inne. Die Gedanken waren gleich doch keiner wusste genau, was er selbst dachte. "Ich bin James' Grandpa und wollte nur etwas vorbei bringen."
"Stimmt das?", weinte Lee und war kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Mr Murray hingegen schlug ihn auf den Hinterkopf und stellte sich strammer hin.
"Was soll der Scheiß?", schrie er fast.
"Hör auf zu heulen. Du bist doch keine Memme, oder? Ja, er ist gestorben. Aber das ist noch lange kein Grund um hier rum zu heulen wie ein paar kleine Kinder. James wollte sicherlich nicht, dass ihr hier heult. Er wollte dass ihr stark seit und weiterhin lebt.", maulte er zurück und warnte mit seinem Zeigefinger. Sam war kurz davor diesem Kerl eine zu knallen. Was fiel dem eigentlich ein?
"Wie können Sie so etwas sagen. Er war ihr Enkelkind!", schrie Mus lauthals worauf eine weitere Träne über seine rosigen, kalten Wangen lief.
„Ja, er war tatsächlich mein Enkelsohn, doch das ändert gar nichts daran, dass er tot ist.“, erwiderte er nur und wollte zwischen ihnen durchlaufen, doch Stu und Lee stellten sich mit Sam vor ihn, sodass er nicht durch kam.
„Was ist das für ein Päckchen?“, fragte Sam während er es etwas anschielte.
„Das sind Sachen von James die ich Chris und ... einer Ms Bailey geben soll.“ Die Jungs starrten nur traurig auf dieses Päckchen und kurzerhand darauf riss Sam ihm dieses aus der Hand.
„WIR werden es ihm geben. Aber nicht heute, ein anderes mal. Auf Wiedersehen.“ Er schob ihn etwas von sich, worauf er wütend drein sah, doch zurück in sein Auto stieg und wieder davon fuhr. „Gott, ich hasse solche Lackaffen.“
„Sollen wir das Päckchen aufmachen?“, fragte Tommy und wischte sich die nächsten Tränen weg. Doch bevor noch irgendjemand was dazu sagen konnte, ging die Türe von den McKeckneys auf und jeder blickte zurück – Chris! Er sah die Jungs mit seinen tränenbesetzten und leeren Augen an und dann erst das Päckchen. Ihnen war klar, er würde nichts sagen, somit fingen sie an.
„Das ist ein Päckchen von ... Jay.“, weinte Marcel verbittert und senkte den Kopf. Sam reichte Chris das Packet, worauf er danach griff.
„Darin sind auch einige Dinge für Nikki, gib sie ihr aber bitte erst, wenn sie davon weiß.“, flüsterte Lee, da er nicht laut reden konnte, wegen seinen Tränen. Chris nickte, blickte zu den Jungs und stieß nur ein kleines: „Ich liebe euch.“ heraus. Damit verließ er sie auch wieder. Einige Minuten blickten sie ihm noch hinterher, bis er dann vollkommen wieder im Haus verschwand. Keiner wusste genau, was jetzt zu tun war. Es war wirklich komisch, den Verlust eines geliebten Menschen zu erleiden, doch ihnen blieb gar nichts anderes übrig. James war ein 10 Brüder für sie, den sie nie wieder missen wollten, doch dann verschwand er einfach so – ohne ein Wort zu sagen. Keiner verstand, warum, weshalb oder wieso. Er ging im Rätsel.
Das Tageslicht dämmerte nur noch dahin. Es wurde immer dunkler und die Jungs liefen nur durch den Regen. Mittlerweile trennten sich jedoch die Wege.
Als Sam zurück bei sich zu Hause ankam, waren Baby und Nikki noch immer dort. Völlig durchnässt betrat er das Haus und seine Mum lief auf ihn zu.
„Es tut mir so leid Sam.“ Sie nahm ihn fest in den Arm, selbst da war es ihr egal, dass er nass war. Sam hingegen sagte nichts, sondern ging mit einem sehr betroffenem Gesicht hoch in sein Zimmer. Er warf die Jacke einfach auf der Treppe ab und schleppte sich an seinen Brüdern vorbei, die schon wieder irgendwas wegen seinen Freunden sagen – sie wussten jedoch nicht, dass James verunglückt war. Als er seine Tür öffnete, sah er Nikki und Baby auf seinem Sofa sitzen. Zuerst geschockt sah er sie an, doch dann war es ihm ja klar, warum sie noch da waren.
„Wo warst du? Und wo sind die anderen?“, überrumpelte Nikki ihn mit Fragen. Er antwortete erstmal gar nicht, denn er wusste nicht, ob er es ihr nun schon sagen sollte. Doch das solle am besten Chris oder ihr Bruder machen. „Sam, bitte sag doch was.“
„Ich war nur...mit den Jungs draußen. Chris ging’s nicht so gut.“, log er.
„Was hat er denn?“, wollte Baby somit wissen.
„Er...sein Bruder hatte einen Unfall und war eben im Krankenhaus, das hat ihn schon mitgenommen.“ Die Gesichter der Mädchen dämmerten sich, denn es tat ihnen leid, was angeblich mit Chris’ Bruder passiert sein soll.
„Das tut mir leid. Wo ist Chris jetzt?“, fragte Nikki.
„Er ist jetzt zu Hause bei sich, sein Bruder durfte auch schon wieder mit nach Hause.“, erklärte er im überzeugenden Ton.
„Verstehe. Wir sollten dann auch langsam mal gehen. Sag mal, hat Stu noch irgendwas gesagt?“
„Nein, aber ruf ihn doch mal an. Das wird ihm sicher gut tun.“, nickte Sam leicht. Baby und Nick verabschiedeten sich von ihm und liefen aus dem Zimmer, dann vollkommen aus dem Haus.
Stu’s Weg nach Hause...
Da lief er, im Regen und vollkommen alleine. Seine Hände hatte er in seinen Hosentaschen vergraben, den Kopf gesenkt und ging Schritt für Schritt mitten auf der seelenruhigen Straße in die Richtung seines Hauses. Immer wieder plätscherten die Tropfen an sein Genick, prallten dort ab oder kugelten langsam seinen schönen Rücken entlang. Auch seine Haare waren total genässt, die Tröpfchen rollten von dort aus in sein wunderschönes Gesicht und genau in diesen Momenten gingen seine verzweifelten Tränen unter. Er verstand die Welt nicht mehr, wieso gerade einer seiner Jungs? Klar, er wünschte keinen den Tod, doch das war aus seiner Sicht wirklich nicht fair. In seinem Kopf gingen so viele Dinge vor sich, doch er konnte sie weder ordnen noch erklären, denn er verstand es nicht wirklich und klar sehen konnte er auch nicht. Er trat gegen die Steinen, die dort lagen und krachte verzweifelt auf seine Knie. Gleich darauf legte er seine nassen Hände in sein Gesicht, um es beschützend einzuhüten. Was war nur los, wieso geschah dies alles so plötzlich, so...unerwartet? Einige Minuten saß er so da, bis jemand auf ihn zu lief. Er streckte ihm die Hand entgegen und erst als er diese bemerkte, blickte er auf. Er sah dort jemanden, konnte sein familiäres Gesicht jedoch nicht unterordnen. Stu nahm diese Hand entgegen und stand auf, konnte das Gesicht trotzdem noch nicht realisieren. Es war zu dunkel, um zu sehen, wer es war. Doch er spürte, er kannte ihn, diesen Jemand. Kurzgebunden drehte „er“ sich um und lief wieder davon, genauso schnell, wie er auch hier war. Stu kam das alles etwas eigenartig vor, aber es war wohl einfach nur jemand, der freundlich sein wollte und vor allem hilfsbereit, denn wer nicht sah, dass er vollkommen zertrümmert war, hatte keine Augen im Kopf oder einfach nur ein Herz aus Stein...
Lee’s Weg nach Hause...
Die Hände auf den Kopf gelegt saß er am Straßenrand und dachte über sein gesamtes Leben nach. Einiges gerat einfach aus der Bahn, rückte aber dann zurück ins helle Licht. Doch nun schien einiges falsch zu laufen. Die Füße seines standen in einer Pfütze und er konnte hören, wie der Regen sich verstärkte und den Abfluss entlang rinnte. Kein einziges Auto schoss an ihm vorbei, ihm war, als würde die Welt stehen bleiben. Alles passierte für ihn in Zeitlupe, außer der Zeitablauf. Dies schien davon zu rennen, ohne dass er eine weitere Sekunde lebte. Er versuchte die richtigen Worte zu finden, um das alles Nikki beizubringen. Ihm war klar, sie würde daran noch mehr kaputt gehen, jetzt, wo sich ihre Seele endlich etwas erholt hatte. Für sie waren die letzten Monate schon so schwer, darum wollte er es nicht noch schwerer machen oder einfach wieder verschlimmern, doch ihm war klar, dass er es nicht ewig vor ihr geheim halten konnte. Seine Tränen rollten sein kantiges Gesicht entlang und tropften von dort auf die Straße, worin sie mit dem Regenwasser vermischt wurden. Nun spürte er zwei Hände auf seinen Schultern liegen, was sich toll anfühlte, denn diese Hände waren vertraut. Er legte seinen Kopf auf die linke Hand, die auf seiner Schulter platziert war und weinte weiterhin. Sie ging in die Knie und nahm ihn von hinten in den Arm. In die Babyhaltung gekrümmt weinte er verbittert in die Arme seiner Mum und konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Sie stand auf und zog ihn etwas mit sich, worauf auch er auf seinen zittrigen Knien stand und mit ihr ins Haus lief. Dort legte er die Jacke ab und lief ohne ein weiteres Wort zu sagen in sein Zimmer. Die aller erste Tat, die er dort vollbrachte, war, sein Fenster zu öffnen, eine alte CD, die er mit den Jungs in Jay’s Zimmer aufgenommen hatten, in den CD Player zu legen und einfach nur zu lauschen, was sie zusammenschweißte.
Kenzie’s Weg nach Hause...
Er bog um die Ecke die zu seinem Haus führte und war nur noch einige Blocks davon entfernt. Das Schniefen von ihm wurde mit den Tropfen die auf die Autos und Dächer der Häuser trommelte übertönt, was ihm vom Vorteil war. Er wurde nicht gerne weinend gesehen, wenn er überhaupt mal weinte. Doch das war hier auch nicht der Fall, denn niemand war auf der Straße. Keine Menschenseele war zu sehen, nur die Lichter in den Wohnzimmern war zu erkennen, doch sonst auch nichts. Seine kalten Hände versuchten sich in den Jackentaschen aufzuwärmen, doch zwecklos. Er war zu nervös, aufgeregt, wütend, traurig und enttäuscht zu gleich, dass sein Kreislauf das alles gar nicht mehr wirklich realisieren konnte. Sein gesamter Körper zitterte, er hatte angst, angst davor nun auch noch seine anderen Freunde zu verlieren. Klar, es hörte sich absurd an, doch warum ging Jay?? Keiner wusste den Grund, er nannten keinen und von den Jungs zu folgern, hatte er auch keinen richtigen. Er ging einfach so, obwohl gerade alles so toll zu laufen schien. Somit war es absolut nicht ausgeschlossen, dass plötzlich alle anderen auch verschwanden. Vor seinem Haus kramte er nach seinem Schlüssel, öffnete die Türe und dort stand schon seine Mum, mit Tränen im Gesicht. Als er das wahrnahm, konnte er nicht noch länger die Tränen im Hintergrund seiner Augen halten und lief auf sie zu, mit verkrümmtem Gesicht, denn nun kam endlich der Schmerz raus, den er versuchte, in sich zu halten. Lieb strich seine Mum ihm durch die Haare und weinte mit ihm, nicht nur, weil sie James und wahrscheinlich mochte, sondern auch, weil sie ihren Sohn nicht leiden sehen konnte. Einige Minuten standen sie so da, doch dann riss er sich für weitere Sekunden zusammen, sah sie kurz an und lief dann in sein Zimmer. Dort legte er sich aufs Bett, mit dem Bauch auf die Matratze und ließ seinen Gefühlen das erstemal seitdem er ein Jugendlicher war freien lauf.
Mus’ Weg nach Hause...
Noch immer Regnet es wie aus Eimern. Mus’ Weg war der kürzeste von Chris’ Haus aus, darum war er der erste, der zu Hause ankam. Er stellte sich auf die Eingangstufen zur Haustüre und atmete tief ein und nur sehr langsam wieder aus. Die Tränen verschwammen mit den Tröpfchen des Regens und glitten über sein Sweatshirt weiter auf den Boden. Seine Blicke wand er dem Himmel zu, was natürlich gar nicht so einfach war, da es ja regnete. Jeder einzelne Gedanke war an Jay gerichtet, keiner wurde an etwas anderes, etwas unwichtiges, verschwendet. Er hatte Tausend Fragen, die er James noch gerne gestellt hätte, doch er wusste ja verdammt nochmal nicht wo er sich befand. Der Gedanke, dass einer seiner engsten Freunde nun nie wieder zurückkommen würde, war unerträglich für ihn. Plötzlich öffnete sich hinter ihm die Türe und sein kleiner Bruder Chris kam raus, sah ihn mit Tränen in den Augen an und klammerte sich dann an ihn. Mus legte seine Hand beschützend auf seinen Kopf und drückte ihn fest an sich, worauf ihm ebenfalls wieder tausend Tränen herunterliefen. Somit war klar, auch Chris und seine Mum wussten bescheid, was geschehen ist. Einige Minuten später verschwand Chris wieder und ließ die Türe offen. Doch Mus setzte sich wieder auf die Eingangstufen und sank den Kopf in seine Hände – voller Verzweiflung. Er wusste gar nicht, wie er sich nun den anderen gegenüber verhalten sollte, ihm schien das alles viel zu kompliziert als Machbar. Seine Fingerspitzen berührten immer wieder die Pfütze, die sich vor ihm zusammenbraute. Er konnte sich darin zwar erkennen, aber nur verschwommen, denn die Tropfen kreisten sich darin. So wie er sich darin sehen konnte, so fühlte er sich auch. Alles schien so aussichtslos, völlig unwichtig denn nun war er weg. Das letzte, was er zu ihm sagte, war: „Lass es einfach, auf dich kann ich auch verzichten!“ Die Beiden gingen somit im Streit auseinander. Mus machte sich dafür verantwortlich, dass Jay ging.
Tommy’s Weg nach Hause...
Er stapfte die Anfangsstufen nach oben und lehnte sich mit dem Kopf gegen die Türe. Seine Wut stieg so in ihm hoch, dass er mit den Fäusten gegen die Türe hämmerte, dann mit dem Kopf. Als der Kopf normal gegen der Tür lag, öffnete sie sich und sein kleiner Bruder starrte ihn traurig an. Diese Blicke...es war grauenhaft für ihn. Es tat ihm weh Elliott so leiden zu sehen, er konnte es nicht ertragen. Jay und er spielten oft Fußball...Elliott hing wirklich total an ihm. Vorsichtig und behütend legte er seine Hand auf den Kopf und strich ihm etwas durch die Haare, worauf er ihn dann hochnahm und seine Arme um ihn schloss. Verzweifelt flossen seine Träne über sein hübsches Gesicht und gingen – wie auch die Tränen der anderen – im Regen unter. Langsam lief Tommy mit Elliott in die Wohnung und ließ ihn da wieder nach unten. Leise schniefte er, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und schon sah er seine Mum vor sich. Sie öffnete die Arme und er lief auf sie zu, umarmte sie innig und weinte wieder. Doch so blieben sie nicht lange, denn Tommy löste sich von ihr, schenkte ihr ein verstohlenes und unehrliches Lächeln, legte die Jacke von seinen Schultern und lief nach oben in sein Zimmer. Dort schmiss er die Jacke auf den Boden und wusste vor Wut gar nicht, was er nun tun sollte. Weinend schmiss er sein kleines Kissen gegen die Wand und hätte am liebsten den TV aus dem Fenster geworfen, doch dadurch würde er auch nicht wieder kommen. Langsam lief er zum Schalter und knipste das Licht an. Seine Gedanken waren so vollkommen leer, er wusste gar nicht, was in ihm vorging. Erneut liefen tausend Tränen über sein rosiges Gesicht und setzte sich aufs Bett, wo er auf sein Nachtschränkchen sah und die Bilder entgegenlachten. Jay, Stu, Lee, Chris und er in Spanien bei seiner Tante. Dieses Bild mochte er besonders gerne, denn sie hatten in diesen Ferien ne Menge spaß. Er verstand das nicht...
Chris’...
Er stand am Fenster, lauschte dem Klang des Regens und wusste, nun war er alleine. Klar, er hatte noch die anderen doch es war einfach nicht das Gleiche. Jay fehlte ihm schon jetzt und er konnte nichts tun, um ihn wieder zurück zu holen. Er fühlte sich alleine, leer...verlassen. Einige Minuten lang konnte er seine Tränen unterdrücken, doch sobald er wieder an etwas dachte, was er mit ihm erlebt hatte, konnte er sie nicht mehr kontrollieren. Er wuchs mit ihm auf, er war mit ihm im Kindergarten, wo sie enge Freunde wurden. Dort spielten sie dieses Spiel: Man ist ein kleiner Hund und sitzt winselnd in der Ecke, bis ein anderer Hund kommt und mit ihm spielt. Damals saß Chris in der Ecke und keiner kam auf ihn zu, bis Jay dann im Kindergarten auftauchte. Wer hätte schon gedacht, dass es durch so was so groß werden kann. Jeden Tag waren sie zusammen, keine Sekunde getrennt. Nicht mal in der Nacht denn sie hatten Walkie Talkies und wenn einer nicht schlafen konnte, sollte er einfach nur reden und der andere würde schon irgendwann aufwachen. In der Schule teilten sie sich alles, ja sogar schon fast die Ladies. Doch dann trat plötzlich Nikki in sein Leben und alles änderte sich. Anfangs kam Chris damit nicht zurecht, doch er sah, wie sehr Jay sie liebte, also kam er damit doch irgendwann klar – James zuliebe. Nach einiger Zeit merkte er, was für ein toller Mensch Nikki war und was für einen Menschen sie aus James machte, einen noch besseren. Seine Tränen flossen vor sich hin und sein Gefühle verschlimmerte sich mit jedem Regentropfen der vom Himmel fiel. Wie konnte das nur gerade im passieren?? Er war so ein fröhlicher Mensch und nun das. Er fuhr sich mit seinen Händen über den Kopf und weinte verbittert, immer weiter und weiter. Sein Schmerz war so groß, dass es sich anfühlte, als würde ihm jemand Nadeln ins Herz rammen. Er verstand das nicht...Sein Atem war schwer, er konnte kaum noch Luftholen. Alles fiel ihm schwer, verständlich: Denn James und er waren wie ein Herz und eine Seele. Er war das Herz und diesem Herz wurde nun die Seele genommen. Wie soll es da weiterschlagen können, wenn der wichtigste Teil fehlt?
Es war schon 12.47 Uhr in der Nacht doch Stu hielt es keine Minute länger im Haus aus. Gerade wollte er es verlassen, klingelte sein Handy. „Nikki’s Calling“ stand auf seinem Display. Ihm war klar, er konnte sie nicht einfach so wegdrücken, somit hob er ab.
„Hey Baby.“
„Hey Stu. Wie geht’s dir Schatz?“
„Ach na ja danke. Schön das du angerufen hast. Wie geht’s dir Babe?“
„Na ja...wie soll’s mir gehen? Du bist nicht bei mir.“
„Tut mir leid, wir sehen uns morgen wieder ja?“
„Okay. Dann schlaf mal schön. Morgen müssen wir wieder bald raus.“
„Okay. Schlaf gut mein Engel. Träum süß.“
„Danke, du auch mein Schatz.“
„Ich liebe dich Nikki.“ Wow, das war ein Schlag. Nikki hatte mit diesen drei Worten nun doch nicht gerechnet. Aber seine Gefühle waren ja auch nicht erst seit Gestern da...Sie wusste gar nicht was sie sagen sollte. „Sag nichts, es ist okay. Bis morgen Nikki.“
„Danke Stu. Bis morgen.“ Er wartete noch, bis das Besetztzeichen zu hören war, dann erst legte er auf. Er prustete die Luft aus und ihm fiel es wirklich so schwer normal mit ihr zu reden, denn er hätte sofort wieder zu weinen angefangen. Nun packte er seine Jacke, lief aus seinem Zimmer und rannte leise die Treppen nach unten um dort dann einen letzten Blick zu verrichten und nach draußen zu laufen. Der Regen ließ immer noch nicht nach, es goss noch immer wie aus Eimern, doch das störte Stu gar nicht. Er stopfte seine Hände wieder in die Hosentaschen und lief mit gesenktem Kopf die nasse Straße entlang. Er dachte gründlichst über sein Leben nach und darüber, wie es weitergehen soll. Er lief einige Blocks weiter, bis er ein Schluchzen durch den Regen, was seine Aufmerksamkeit erregte. Sein Blick schweifte auf die linke Seite wo er Kenzie weinen sah, sitzend auf einer alten Back. Langsam lief er auf ihn zu und legte den Arm um ihn, worauf er zu ihm aufsah.
„Stu...“, flüsterte er. Stu setzte sich neben ihn und begann etwas beruhigendes auszustrahlen. „Warum er?? Warum Stu...“, weinte er verbittert weiter. Leider konnte Stu ihm darauf keine Antwort bieten, denn er wusste es ja selbst nicht.
„Lass uns weitergehen bitte. Ich kann jetzt nicht sitzen bleiben.“, forderte Stu ruhig und stand schon auf. Kenzie folgte ihm doch schon das fiel ihm so schwer. Langsam ließ der Regen etwas nach, doch die zwei Jungs froren immer noch wie zwei Eskimos. Sie bogen um die nächste Ecke und dort trafen sie auf Marcel und Ollie.
„Jungs...“ Kenzie war erleichtert auch diese Beiden zu treffen. Er rannte auf sie zu und nahm sie beide in den Arm. Dies alles zeigte den 9 Verbleibenden was es heißt, seine Freunde zu lieben. Man weiß schließlich nie, wann es endet...
Keiner sagte ein Wort, als Stu dann auch da war. Es fühlte sich einfach eigenartig an irgendwas zu machen. Somit liefen sie weiter, doch alle vier schwiegen vor sich hin. Sie kamen gerade an der alten Hütte an, in der sie sich als kleine Jungs immer trafen, es war wie ein Baumhaus, nur nicht auf einem Baum. Sie setzten sich davor auf die Steine, die schon seit Jahren davor standen. Endlich hörte es vollkommen auf zu Regnen und die Jungs konnten in den sternenklaren Himmel sehen.
„Ob er jetzt...dort oben ist?“, fragte Stu wieder den Tränen nahe.
„Bestimmt. Er schaut bestimmt gerade zu uns herunter.“, weinte Kenzie und sah nach oben. Seine kleinen Tränchen funkelten im Mondlicht, es sah bezaubernd aus.
„Hey was macht ihr denn hier?“, fragte plötzlich eine weitere Stimme. Natürlich war diese familiär und von keinem geringeren als Mus. Die Jungs standen auf und begrüßten ihn erstmal, danach setzte auch er sich erstmal nieder und betrachtete den schönen Himmel. „Ich bin schuld. Ich hab mich davor mit ihm gestritten.“ Weinend knallte er sich auf die Knie und war wieder so wütend.
„Nein, nein Mus es ist nicht deine schuld. Sag das nicht...wir können alle nichts dafür.“, versuchte Marcel ihn zu beruhigen. Leider erfolglos.
„Stimmt...wir können alle nichts dafür.“, wiederholte Tommy und fiel Stu weinend in die Arme. Es war noch nicht mal einen Tag her...es musste einfach raus. Langsam brach er mit seinen Beinen auf den Boden, doch sein Gesicht war noch immer an die Schulter seines besten Freundes gelehnt und verdeckt – einfach beschützt.
Langsam lief ein weiteres Gesicht zu ihnen, dass sie kannten.
„Lee...“ Mus sprang etwas erleichtert auf und nahm ihn in den Arm.
„Das ist wohl wirklich immer der Ort, an dem wir Zuflucht suchen hm?“ Seine Augen waren knallrot, was vom Weinen kam. Er konnte kaum noch geradeaus sehen, denn er war müde, vom Weinen, vom langen Tag. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten.
„Ja, das war es doch schon immer.“, lächelte Stu ein klitzeklein wenig, worauf auch die anderen etwas grinsen mussten.
„Wir hatten echt schon tolle Zeiten. Dabei sind wir echt noch jung.“, stellte Lee fest und sah die Gesichter seiner besten Freunde an. Jedes hatte einen anderen Ausdruck, aber doch waren alle gleich. Es waren seine Freunde, seine Familie, sein Ein und Alles. Die Jungs stimmten mit Nicken und einem „Ja“ ein. Nun kam ein total vermummter Kerl dazu: Cappy, Jacke und die Kapuze über dem Kopf und die Hände in den Hosentaschen. Erst als er aufsah, war klar, wer er war. Seine Blicke trafen die seiner und er weinte weiterhin verbittert. Die Jungs sahen ihn an und Kenzie stand natürlich sofort auf und nahm seinen besten Freund in den Arm – Sam!
„Wir schaffen das.“ Immer wieder flüsterte Kenzie ihm Mut zu und strich ihm über den Kopf. Nach einigen Minuten beruhigte er sich glücklicherweise und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
„Dass ihr alle hier seit?!“, fuhr es plötzlich aus ihm heraus.
„Das war doch schon immer unser Treffpunkt.“, erklärte Stu wieder, genau wie zuvor.
„Stimm wohl.“ Sam setzte sich mit Kenzie auf die nasse Wiese – doch was zählte das schon?? Jay war weg...Er zupfte die ganze Zeit im Gras herum und immer wieder huschte mal eine Träne aus seinem Gesicht, wie auch bei den anderen.
„Wie soll es jetzt weitergehen?“, fragte Ollie nach einiger Sprachlosigkeit. Keiner der 8 reagierte, sahen sich erst einige Minuten an doch schwiegen weiterhin.
„Warte mal...wir sind praktisch ... komplett. Doch wo ist ... Chris?“, stotterte Marcel etwas.
„Er wird sicher nicht kommen. Es ist einfach...alles zu frisch.“ Tommy konnte nicht anders und brach wieder in einem Tränenanfall zusammen. Die Jungs kamen damit gar nicht zurecht, jeder weinte mit, litten...genau wie er. Stu nahm ihn in den Arm und versuchte ihn zu beruhigen, was ihm binnen von Minuten auch gelang.
„Ich weiß gar nicht wie wir das schaffen sollen. Ohne ihn ist nichts mehr wie es war. Alles schien eine Zeit lang perfekt bis er einfach abhaute. Was ging nur in ihm vor?“, fragte Lee und fuhr sich mit seinen Händen durch die Haare. Diese Frage hätte Mus am liebsten überhört, denn er fühlte sich noch immer schuldig. Er stritt sich manchmal Tag und Nacht mit ihm, er wusste gar nicht zu schätzen, was für ein toller Freund er war.
„Das weiß wohl niemand.“, stieß Chris’ Stimme dazu. Jeder blickte zu ihm auf, denn er stand am Laternenmast der gleich vor dieser Hütte platziert war.
„Chris...“, stieß Sam von sich und erneute Tränen stiegen ihm ins Auge.
„Was machst du denn hier?“, fragte Mus sogleich.
„Ich hab es in der Wohnung nicht ausgehalten und ich wusste, ich würde euch hier finden.“, erklärte er und lief zu ihnen, setzte sich auf die Wiese neben Sam.
„Wie geht’s dir?“, wollte Marcel wissen. Verstörte Blicke und leicht missverstanden sah er ihn an und schüttelte nur seinen Kopf. „Tut mir Leid.“
„Muss es nicht Marcel. Ist schon okay.“, nickte er leicht und wischte sich Tränen davon. „Ihr seit nun alles was ich habe.“
„Und wir sind immer für dich da.“, stellte Lee fest und alle nickten einstimmig.
„Ihr seit echt wundervolle beste Freunde. Wisst ihr, nachdem James ging dachte ich nur ... wie es weitergehen sollte. Mir ging es schlecht aber ich dachte, er würde wieder kommen. Ich sah Nikki leiden und dachte mir: Ihr geht es sicher schlechter als mir. Ich war vorerst noch optimistisch, doch mit dieser Nacht änderte sich alles.“ Keiner antwortete, sondern senkte den Kopf.
„Hat es nun schon jemand Nikki gesagt?“, war Ollie neugierig.
„Ich glaube nicht.“, fragte Lee in die Menge, worauf jeder mit dem Kopf schüttelte.
„Wir sollten es ihr sagen.“, fügte Stu hinzu.
„Das kannst du ja gleich tun!“, flüsterte Kenzie, denn er sah Nikki die kalte, nasse Straße ein wenig von der Hütte entfernt entlang laufen.
„Ho nein Jungs ich kann das nicht.“, schüttelte Stu mit den Händen und ebenfalls mit dem Kopf.
„Du bist ihr Freund.“, erklärte Chris geknickt und sah erneut zu ihr. Sie sah sehr traurig aus, als wüsste sie es schon.
„Was macht sie eigentlich noch draußen?“, regte Lee sich schon wieder fast auf. Er war nicht begeistert davon, dass sie Nachts draußen war.
„Sie denkt sicher nach. Es war mehr als offensichtlich dass etwas passiert ist, nachdem wir alle abgehauen sind.“, erklärte Sam. Nach einigen Gedanken über alles stand Stu langsam auf und alle sahen ihm nach, wie er sich langsam den Weg zu seiner Freundin bahnte. Sehr vorsichtig lief er auf sie zu und als er dann hinter ihr stand, legte er seine Arme um ihre Hüften und platzierte seinen Kopf auf der Schulter.
„Hey Babe.“, schnaufte er ihr an den Hals. Sie legte ihre Arme, nach einem kurzen Schock, auf seine und drehte den Kopf zu seinem hübschen Gesicht.
„Hey Stu. Was machst du denn hier?“ Überrascht fragte sie ihn und drehte sich dann zu ihm um. Binnen Sekunden – ohne das er reagieren konnte – konnte er ihre Lippen auf seinen spüren. Ihre Zunge in seinem Mund ließ ihn fast durchdrehen, doch er stoppte diese Gefühle in dem er sie etwas von sich stieß.
„Stimmt was nicht?“ Ihr Gesicht sprach Bände. Er wollte ihr doch nicht wehtun, aber es ging nicht anders.
„Nikki...ich muss dir etwas...erzählen.“ Seine Augen füllten sich schon wieder mit Tränen und sein Atem war schwer und gequält.
„Stuart, was ist los? Was ist denn?“, fragte sie besorgt und legte ihre Hände um seinen Hals. Verweigernd ging er einen Schritt zurück und plötzlich kamen alle Gefühle aus ihm heraus. Weinend brach er zusammen, auf den Boden, mit dem Knie genau in eine Wasserpfütze, worauf das Wasser nach oben sprang und im Mondlicht funkelte. Wie sollte Nikki das jetzt verstehen?
Die anderen beobachteten ihn natürlich und Chris rannte sofort los, als er sah, dass Stu zusammenbrach. Bei ihm legte er seine Arme um seinen Körper und baute ihn erstmal wieder auf seine Beine, was einige Sekunden im Nutzen nahm.
„Sagt mir bitte was los ist. Warum weint er?“, flossen bei Nikki ebenfalls die Tränen. Chris konnte auch nicht anders und weinte ebenfalls. „Was zur Hölle ist los Chris?“ Immer wieder sah er sie an, doch dann sah er wieder zu Stu der vergebens versuchte wieder zu atmen, doch es war durch diesen Tränenkampf unmöglich. Er krümmte sich schon, denn sein Magen zog sich richtig zusammen. Chris versuchte derzeit einfach nur mal stark zu sein, obwohl ihm einfach nach Weinen zumute war. Für ihn brach die heile Welt gerade wieder zusammen, genau wie für all die anderen. Plötzlich kamen auch die anderen mit ihren verheulten Gesichtern und sahen Nikki an. Nun stieg Angst in ihr hoch, sie hatte schon fast Panik. „Jungs, seht mich nicht so an. Bitte sagt mir was los ist. Ihr macht mir angst!“ Verbitterte Tränen liefen ihr Gesicht herab und tropften dann in die Pfütze, die vor ihr gesammelt war.
„Nikki...“, fing Lee an, doch konnte nicht weiterreden. Es fiel ihm zu schwer.
„Was? Was Lee? Redet doch jetzt bitte mit mir.“ Ihr Gefühl schlimmerte sich mit jeder Träne, die vergossen wurde.
„Er ist tot.“, fuhr Sam plötzlich knallhart fort. Zuerst stockte ihr der Atem, wen meinten sie nur? Ihr Gesicht wurde blass und ihr Magen drehte sich tausend mal in der Sekunde um. Es fühlte sich grauenhaft an.
„Wer?“, flüsterte sie und natürlich wusste sie es – zwar unbewusst – aber sie wusste von wem gesprochen wurde. Die Jungs sahen sich in ihre Gesichter und wusste nicht, ob sie ihr nun wirklich auch noch den Rest antun sollten. „Wer?“, fragte sie erneut und die nächsten Tränen liefen über ihre blassen Wangen.
„J...Jay.“, antwortete Chris leise und seine Augen hatten diese Leere. Jeder hatte auf eine Reaktion von ihr gewartet, doch sie stand wie versteinert da und starrte in die Luft. Ihr Kopf war leicht gesenkt und ihre Arme lagen neben dem Körper, die dort mit der Jacke spielten. In den nächsten Momenten schien die Welt wirklich erfroren. Es war als würde keiner mehr Atmen, sich bewegen, die Augen öffnen oder schließen, etwas denken...Es war einfach alles leise – bis der Regen wieder vom Himmel fiel. Und genau in dieser Sekunde konnte man mit ansehen, wie Nikki ganz langsam in sich zusammenbrach. Ihre Hände lagen auf ihrem Gesicht und beschützten es, worauf ihre Beine immer zittriger wurden und somit auf den Boden krachten. Lee rannte zu ihr und nahm sie in den Arm, doch sie stieß ihn etwas weg und legte ihren Kopf auf den Boden. Die Jungs wussten nicht was zu tun war, wie sollten sie jetzt mit ihr umgehen?? Was sollten sie jetzt mit ihr machen? Sie saß auf ihren Beinen und hatte den Kopf auf dem Gehweg, worauf der Regen immer auf ihrem Rücken abprallte. Lee kniete sich neben sie und legte seine Hand auf ihren Rücken, worauf sie gar nicht erst reagierte.
„Komm wir gehen nach Hause Nick.“, forderte er, doch er hörte nur ihr Schluchzen. Als Stu sich dann endlich wieder aus den Armen von Chris lösen konnte, drehte er sich zu ihr, kniete sich neben sie und legte sein Gesicht genau neben ihres.
„Alles wird gut Nikki. Alles wird gut.“, flüsterte er ihr zu, doch sie reagierte darauf nur noch schlimmer. Ihr Weinen war für keinen der Jungs zu ertragen, denn dieses Mädchen bedeutete jedem die Welt. Vorsichtig stand Stu wieder auf und nahm sie auf seinen Arm.
„Ich nehm sie mit zu mir.“, legte er fest und lief langsam los.
„Pass bitte auf sie auf Stu.“, weinte Lee und verabschiedete sich mit einem Kuss von ihr. Somit lief jeder der 9 wieder seinen Weg nach Hause...
Zu Hause bei den Bakers...
Vor der Türe hielt er sie weiterhin und klingelte dann, denn sie schlief bereits ein. Seine Mum öffnete etwas verstört die Türe und wunderte sich, ihren Sohn dort stehen zu sehen.
„Stu....was hast du noch draußen gemacht?“, fragte sie empört. Er antwortete jedoch nicht. Somit war Carol klar, dass es wegen Jay war. Leise schloss sie wieder die Türe und sah zu, wie Stu seine geliebte Freundin in sein Zimmer trug. Danach kam er noch mal kurz runter, um sich bei ihr zu bedanken.
„Für was?“, wollte sie dann neugierig wissen.
„Dafür, dass du so eine tolle Mum bist.“, antwortete er mit glasigen Augen.
„Ich liebe dich mein Junge. Ich könnte mir keinen besseren großen Sohn vorstellen. Wie geht es ihr?“
„Sie hat gerade erfahren, dass er ...“ Er konnte es nicht sagen, es tat ihm einfach zu sehr weh. Jedes Mal daran zu denken versetzte ihm Stiche im Herzen, wie er es nicht für möglich hielt.
„Die Arme...Sie tut mir wirklich leid.“ Er wiederum nickte nur. Hier wurde doch bewiesen, dass sie nie über ihn hinwegkam. Er dachte, er konnte sie davon überzeugen, dass er auch ein toller Kerl ist, doch Jay stand für sie immer an erster Stelle.
„Mach dir keinen Kopf darüber Stu. Es ist schwer, sie hätte ihn wohl nie verlassen, wenn er nicht gegangen wäre. Doch wie du merkst, hat sie sich in dich verliebt. Es ist einfach nur ein Schock so etwas zu hören, denn James war ihr nie egal.“, fügte sie hinzu. Er wusste, dass seine Mum Gedankenlesen konnte – hier stellte sie es mal wieder unter Beweis.
„Hmm.“ Ein einstimmiges Nicken musste ihr reichen. Er umarmte sie kurz und lief dann wieder nach oben in sein Zimmer. Dort knipste er das kleine Schreibtischlicht an und setzte sich auf den Stuhl der davor stand. Die gesamte Zeit beobachtete er Nikki, so fiel ihm auf, wie wunderschön sie war. Er hätte das alles, was er gerade durchlebte, nie für möglich gehalten. Doch er sah, dass irgendwas nicht mit ihr stimmte. Sie konnte wohl nicht mal im Schlaf ruhen. Immer wieder flossen kleine Tränchen über ihre Wangen runter und sie drehte sich in einer Minute wohl knapp 30 Mal um. Kurzerhand stand er auf, packte sein Shirt am Kragen an und zog es sich dann von hinten über den Kopf. Binnen von Sekunden hatte er auch nur noch Shorts an und ließ dann das Licht erlischen. Vorsichtig und langsam lief er auf sein Bett zu und legte sich neben sie. Sein vollkommener Körper zitterte – ihm war nicht klar ob es aus angst war sie zu verlieren, aus angst dass er die anderen noch verlieren würde oder weil ihm einfach kalt war. Was war der Grund dafür? Endlich drehte Nikki ihr Gesicht zu ihm, hatte jedoch weiterhin die Augen geschlossen und legte ihre Nasenspitze genau auf seinen Brustkorb. Stu sah sie erst etwas an, denn er wusste, nun hatte er sie schon wieder verloren. Doch dann legte er seine Arme um sie und drückte sie zärtlich an sich. Sie spürte, dass er bei ihr war, dass er sie liebte und brauchte. Kitzelnd fuhr sie mit ihrer Hand über seinen Körper bis hoch zu seinem Hals und legte sie dort ab. Ein kurzer Kuss auf seine Lippen und sie war wieder vollkommen in ihre Traumwelt geflüchtet. Er wusste nicht, ob sie in Trance war und morgen nichts mehr davon weiß, oder ob sie vollkommen geistige Anwesendheit hatte. Ihm war nur klar, dass sie nicht an Jay dachte, sondern einzig und allein nur an ihn. Dieser Gedanke gefiel ihm, doch das mit seinem tollen Kumpel machte ihn nach wie vor Stück für Stück mehr kaputt.
Mitten in der Nacht, als es 4 Uhr auf der Kirchenuhrglocke läutete schrak Nikki auf und saß senkrecht im Bett. Neben ihr schlief ihr schöner Freund, seelenruhig. Ihre Blicke waren traurig und gequält, es war kein bisschen Hoffnung darin zu spiegeln. Kurzgebunden stieg sie über ihren Stu und zog sich ihre Hose an, worauf sie überlegte, wo ihr Oberteil war. Natürlich wusste sie, dass es draußen sehr kühl sein würde, darum zog sie nicht ihr Top und ihre Jacke an, sondern einen Pullover von Stu. Mit diesem Aufzug verließ sie erst sein Zimmer, schenkte ihm davor aber noch einen Kuss, und dann das gesamte Haus. Sie rannte die leere, nasse Straße entlang und irgendwann, an einer Kreuzung, stoppte sie, denn sie war außer Puste. Die Tränen konnte sie nicht aufhalten, die flossen Tröpfchen für Tröpfchen über ihr hübsches Gesicht und die nächsten bahnten sich den gleichen Weg. Gegenüber von dieser Kreuzung konnte sie den Park sehen, in dem sie spazieren ging, als er ging. Nun war es an der Zeit, das gleiche wieder zu tun – doch dieses Mal wusste sie: Er kommt nie wieder zurück! Sie rannte über die Straße und lief dann Schritt nach Schritt auf dem steinigen Weg des Parks. Die Laute der Blätter an den Bäumen die durch den heftigen Wind geschwungen werden klang wirklich beruhigend, doch es verschaffte ihr etwas angst, denn sie war ganz alleine. Als sie an einer Bank ankam setzte sie sich darauf, doch nur für einige Sekunden, denn dann ließ sie ihren Oberkörper nach unten fallen. Sie konnte kaum noch ihre Augen offen halten, es war ja gerade mal 4.25 Uhr und vom Weinen wird man auch so schnell müde. Ihre leeren Augen starrten in den schönen, klaren Sternenhimmel, was ihr Gefühl schlimmer machte. Völlig in Gedanken an Jay schloss sie ihre Augen und summte ein Lied vor sich hin:
Nothing is so good it lasts eternally
Perfect situations must go wrong
But this has never yet prevented me
Wanting far too much for far too long
Looking back I could have played it differently
Won a few more moments, who can tell
But it took time to understand the man
Now at least I know I know him well
Wasn't it good
Oh so good
Wasn't he fine
Oh so fine
Isn't it madness
He can't be mine
But in the end he needs a little bit more than me
More security
He needs his fantasy and freedom
I know him so well
No one in your life is with you constantly
No one is completely on your side
And though I move my world to be with him
Still the gap between us is too wide
Looking back I could have played it differently
(Looking back I could have played things some other way)
Learned about the man before I fell
(I was just a little careless maybe)
But I was ever so much younger then
(Much younger then)
Now at least I know him well
Now at least I know I know him well
Wasn't it good
Oh so good
Wasn't he fine
Oh so fine
Isn't it madness
He won't be mine
Didn't I know how it would go
If I knew from the start
Why am I falling apart
Diese Zeilen trafen absolut ins Schwarze. Erst nachdem man etwas verloren hat, dass man sehr liebte, weiß man, wie sehr man es braucht. Doch man macht so viele Fehler, bevor man irgendwas registrierte. Nach geraumer Zeit schlief sie auf dieser Parkbank ein und fror weiterhin, denn der Wind wurde immer stärker.
Sie spürte eine warme Hand an ihrer Wange und einen zärtlichen Atem. Sie fühlte sich in diesem Moment sehr wohl, konnte von all ihren Sorgen ablassen und für eine kurze Zeit leben. Sie drehte sich etwas zur Seite und grinste dann leicht, denn sie merkte etwas.
„Jay...“, flüsterte sie.
„Ja, ich bin hier.“, konterte er. Vorsichtig legte sie ihre Hand in sein Genick.
„Verlass mich bitte nicht mehr.“, bat sie ihn, doch es kam nichts zurück. Sie zog ihn an sich und küsste ihn mit einer Hingabe, wie sie die Menschheit noch nicht gesehen hat. Leicht strich er über ihr Gesicht – nach diesem Kuss – und lief dann davon.
Sie schreckte auf, setzte sich aufrecht hin und sah sich um. Er war weg. Er war wohl nie hier gewesen, sondern sie hatte nur geträumt. Weinend stand sie auf und lief einfach durch die Straßen, gedankenverloren und unsicher. Es schien so real...
Kurz vor acht klingelte Stu’s Wecker. Auf dem Bauch liegend suchte er ihn mit der Hand und knipste dann irgendwann drauf. Er nahm ihn in die Hand, öffnete seine Augen ein bisschen und versuchte dann, die Uhrzeit zu erkennen. Eigentlich war ihm das ziemlich egal, denn er würde heute sowieso nicht zur Schule gehen. Nachdem er ihn wieder abstellte, drehte er sich über den Rücken auf die andere Seite und wollte nach Nikki sehen, doch diese lag nicht mehr neben ihm. Hektisch und nervös stand er auf und suchte sie im ganzen Haus, doch sie war nirgends zu finden. Wieder zurück in seinem Zimmer bemerkte er, wie ihre Hose und sein Pulli weg war, den sie so liebte. Fassungslos fuhr er sich mit der Hand durch die Haare wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen, doch das half auch nichts. Kurzerhand zog er sich an und rannte die Treppen nach unten. Bereit zu gehen wurde er jedoch aufgehalten.
„Stu wo willst du hin?“, fragte seine Mum als er schon knapp aus dem Haus stand.
„Nikki ist weg.“, stotterte er nur.
„Was?? Wo ist sie?“, stieß sie empört aus sich.
„Keine Ahnung. Ich muss sie suchen.“, sagte er nur noch, bevor er verschwand. Er rannte die Straße runter und hatte keine Ahnung, wo er anfangen sollte. Vielleicht sollte er den anderen bescheid geben, oder einfach Baby fragen, denn sie wusste immer, wo Nikki in solchen Situationen hinginge.
Also rannte er schon los, in die Richtung zu ihrem Haus. Dort klopfte er eilig und schon öffnete ihre Mum Brooke die Tür.
„Oh, hey Stuart. Wie geht’s dir?”, fragte sie sehr freundlich.
„Hallo Mrs Anderson. Danke mir geht es gut. Wie geht es Ihnen?“ Er wollte gar nicht so viel reden, sondern einfach nur wissen, wo Baby ist.
„Danke mir ebenfalls. Wie kann ich dir helfen? Komm erstmal rein. Du willst sicherlich zu Baby hm?“, lachte sie ihn an und schloss hinter ihm die Türe.
„Ja genau.“, antwortete er knapp.
„Sie ist oben in ihrem Zimmer. Du weißt ja wo es ist.“ Er nickte einstimmig und rannte dann nach oben. Doch er klopfte nicht, sondern knallte einfach nur die Türe auf. Dort sah er dann sie – mit ihrem Freund Ryan.
„Oh, tut mir leid Baby. Hey Ryan.“ Mit seinem leicht angeröteten Gesicht stand er dann vor ihnen. Sie legte ihre Hand von seiner Wange ab runter auf seine Schulter, denn er störte sie gerade bei innigen Küssen.
„Hey Stu. Was gibt’s denn so wichtiges, dass du nicht mal anklopfen kannst?“, fragte sie etwas schnippisch, was ihm wieder Tränen in die Augen fügte. Nun fühlte sie sich etwas schuldig und stand auf. „Was ist los Stu?“ Die ersten Tränen rollten über sein Gesicht und sie fühlte sich mies, war es etwa weil sie so schnippisch war?
„James er ist ... er ist ... tot.“, weinte er. Baby verstand nichts. Was wollte er damit sagen?
„Was?“, fragte sie geschockt. Die ersten Tränen schossen ebenfalls ihr in die Augen.
„Er ist tot...“, wiederholte er noch immer weinend. Beschützend und mitleidend legte sie ihre Arme um ihn und drückte ihn fest an sich. Ihre Gedanken waren völlig leer und Ryan fühlte sich in diesem Moment.
„Wann...ist das denn...passiert?“, stotterte sie unter Tränen.
„Ich weiß es nicht...gestern...glaub ich. Gestern haben wir es erfahren und ... deswegen sind wir Chris hinterher gerannt.“, erklärte er. Sie nickte, denn nun war alles klar.
„Oh mein Gott. Das gibt’s doch nicht.“ Sie schüttelte etwas ihren hübschen Kopf und legte ihre Hände, um ihr Gesicht zu verdecken, über ihre Augen.
„Wo...wird wohl nun Nikki sein?? Sie ist heute morgen sehr bald verschwunden, denke ich.“, fügte er nun hinzu.
„Sie weiß es also schon?“ Fragend waren ihre Augen auf ihn gerichtet.
„Hmm.“, stieß er einstimmend aus sich und wischte sich die nächsten Tränen aus dem Gesicht.
„Mal überlegen...wo könnte sie sein?“ Überlegend legte sie ihren Zeigefinger über ihre Lippen und ihre Stimme klang immer verheulter. „Vielleicht im Park oder...vielleicht in der Kirche...sie könnte aber auch einfach irgendwo sein.“, erklärte sie. „Mir ist nicht klar wie sie sich jetzt fühlt. Damit hab ich nicht gerechnet. Aber ich denke, sie wird an einem Ort sein, wo sie oft mit Jay war.“ Er nickte, küsste sie auf die Wange und verabschiedete sich von Ryan und ihren Eltern. Somit verließ er wieder das Haus und fühlte sich genauso wie vorher – hilflos. Also rannte er los und holte seine Jungs ab.
„Hey Mrs Bailey, ist Lee zu Hause?“
„Guten Morgen Mrs McKenzie, könnten Sie Kenz bitte zu mir schicken?“
„Hallo Mr Georgiou. Wo kann ich denn Ollie finden?”
„Schön Sie zu sehen, Mrs McKeckney. Könnten Sie Chris holen, bitte?“
„Mr Somerville, ich muss dringend mit Marcel reden, bitte.“
„Morgen Mrs Foulkes. Wo kann ich Ihren Sohn finden?”
„Chris, schick doch mal bitte Mus zu mir, es ist dringend.“
„Morgen Tom’s Mum. Kann ich zu Tommy?“ Er redete Tommy’s Mum immer als „Tom’s Mum“ an, obwohl er ihren richtigen Namen wusste.
Nachdem er all die Jungs beisammen hatte, klärte er sie erstmal auf.
„Und wo sollen wir jetzt zuerst suchen?“, fragte Lee etwas wütend. Er verstand nicht, wie Stu nichts davon mitbekommen konnte.
„Wir sollten uns aufteilen und sie suchen. An allen Orten, an denen sie sein könnte.“, erklärte Stu und war den Tränen wieder mal nahe.
„Sie könnte überall sein.“, konterte Ollie und sah sich schon um.
„Dann müssen wir eben ganz London oder ganz England auf den Kopf stellen. Sie ist meine Schwester und ich darf nicht auch noch sie verlieren.“, warf Lee Stu fast vor.
„Tut mir leid Lee, bitte sei nicht böse auf mich. Ich hab es wirklich nicht mitbekommen.“, beschützte sich Stu etwas, doch das ließ Lee kalt.
„Jetzt streitet nicht.“, warf Kenzie etwas genervt ein. „Wir sollten Nikki suchen und nicht hier rumstreiten.“
„Halt die Klappe Kenzie. Für dich ist das alles ein Kinderspiel, für mich nicht. Wir haben gerade James verloren und ihr müsst daran denken, dass sie ihn geliebt hat. Ich bin mir sicher, dass sie zu allem im Stande ist.“, maulte Lee wütend zurück, was Kenzie fast zum Explodieren brachte.
„Du denkst also, dass es für mich ein Kinderspiel ist ja?? Du denkst also, dass mir Jay und Nikki egal waren oder sind ja?? So was denkst du von mir also?“ Kenzie war schon so wütend, dass ihm Tränen in die Augen schossen.
„Hört jetzt auf ihr Zwei. Das bringt nichts.“, versuchte Chris den Streit zu brechen, doch sie waren beide zu stur um nachzugeben.
„Mir ist egal was ihr jetzt macht, ich such jetzt auf jeden Fall meine Freundin.“, sprach Stu worauf Lee kurz davor war, ihm eine zu Knallen.
„Hey ganz ruhig Lee. Was ist denn los mit dir?“, hielt ihn Mus zurück in dem er seine Arme hinter seinen Rücken hielt.
„Der Kerl geht mir auf den Sack. Du sagst, dass du sie liebst, aber kriegst nicht mal mit, dass sie abhaut?“
„Jetzt bleib mal cool Lee. Wenn du tief und fest schläfst, bekommst du das eben nicht mit. Du hättest es doch eh gar nicht mitbekommen, weil du in nem anderen Zimmer schläfst!“, schrie Stu zurück. Lee platzte nun fast der Kragen. Er war so wütend auf ihn und auf den Rest der Welt, er hatte aber nur angst, nun auch noch seine geliebte Schwester zu verlieren. Sein Blick war gereizt und er drehte sich einfach von den anderen weg und fing an sie zu suchen. Mus blickte in die Gesichter der anderen, gab Stu ein beruhigendes Zeichen und rannte Lee nach. Nun teilten sich auch die anderen in verschiedenen Richtungen auf.
Stu rannte zuerst in den Park, doch dort war sie nicht zu finden. Als er sich auf einer Bank kurz niederließ, um nachzudenken, fand er eine Halskette mit einem Kreuzanhänger. Er nahm sie in die Hand und betrachtete sie genau.
„Nikki...“, flüsterte er, denn es war ihre Kette. Schnell sprang er wieder auf und rannte los, denn weit konnte sie wohl noch nicht sein. Doch wer weiß, wann sie die Kette verlor. Er fühlte sich in diesem Zeitraum wieder mehr als hilflos, er hatte absolut keine Ahnung wo er hingehen sollte. Nun setzte ihm auch noch der Krach mit Lee richtig zu, wieso geriet nun alles aus den rechten Fugen?
Nach tausend kopfzerbrechenden Gedanken war im klar: Er würde sie wohl auf einem Spielplatz finden. Nikki war gerne dort, denn Kinder – sagte sie immer – haben keine Sorgen. Sie leben noch unbeschwert und müssen leider auch den Kampf im Leben überstehen, doch erst im zunehmenden Alter. Er rannte also gleich los und kam einige Minuten später an ihrem Lieblingsspielplatz an. Zuerst sah er sich etwas um, bis er sie dann auf der Schaukel sitzend fand. Mit leisen kleinen Schritten lief er auf sie zu und setzte sich dann neben sie auf die Schaukel. Die Tränen, die aus ihrem Gesicht tropften hinterließen kleine Spuren im Sand und ihr Schniefen war nur leicht zu hören.
„Warum bist du weggelaufen?“, brach Stu das Schweigen nach einiger Zeit. Es dauert einige Minuten, bis Nikki so weit war, um zu antworten.
„Ich...hab einfach etwas...frische Luft gebraucht.“, stammelte sie. Stu fühlte sich mieser als zuvor und weinte ebenfalls mit.
„Die anderen suchen dich auch.“
„Jetzt wisst ihr ja wo ich bin.“, antwortete sie darauf nur. Plötzlich hörte man auch die Stimmen der anderen, doch sie kamen nicht zusammen, sondern vier – fünf getrennt. Es war wie in alten Zeiten – Blazin Squad und die Incredible Crew.
„Nikki, da bist du ja.“, rief Lee etwas erleichtert und ging auf sie zu. Lieb drückte er sie an sich und wischte ihr einzelte Tränen aus dem Gesicht. „Lass uns nach Hause gehen.“
„Wieso...kommt ihr von zwei verschiedenen Richtungen? Und wieso seit ihr wieder 5 – 5 geteilt?“, fragte etwas verstört. Stu berechtigte die Frage, denn er wusste, irgendwas ist passiert. Kenzie hatte ein blaues Auge und Lee eine blutige Lippe. „Was ist passiert Jungs?“, weinte sie. Lee schielte böse zu Kenzie, der abgeneigt wegsah.
„Redet Klartext.“, forderte Stu und stand wieder auf.
„Was willst du hören, Incredibler? Es ist einfach an der Zeit, dass aufgeräumt wird.“, schimpfte Kenzie.
„Was meinst du damit? Und wieso nennst du mich Incredibler?“ Stu verstand die Welt nicht mehr. Es ist also wieder so weit gekommen...die Crews haben sich geteilt.
„Es ist eure Schuld, dass Jay tot ist. Ihr habt ihn so weit getrieben!“ Schock! Mit dieser Aussage von Kenzie hätte keiner gerechnet. Da Mus sich eh schon Vorwürfe machte und auch noch zu den Incredibler gehörte, schockte ihn das noch mehr. Es trat totenstille ein. Niemand atmete oder sagte auch nur ein Wort. Jeder stand stillschweigend da und rührte sich nicht mal. Nikki brach weinend zusammen, sie konnte nicht fassen, was sie nun taten. Lee lief wieder zu ihr hin und nahm sie auf den Arm.
„Lasst uns gehen.“, sagte er wütend zu seinen Jungs, schenkte Kenzie letzte verwütende Blicke und lief dann mit Nikki auf den Armen davon. Stu blieb noch kurz stehen und schüttelte den Kopf.
„Das war’s.“, murmelte Kenz und drehte sich von ihm ab. Chris hingegen stellte sich zu Stu, nahm ihn kurz in den Arm und fing wieder an zu weinen.
„Ich wusste dass es so weit kommt.“, weinte er nur und rannte dann zu den anderen. Stu war so geschockt, dass sein Herz hammerschnell raste. Was war passiert?? Was ist geschehen? Versuchen sie so den Schock mit Jay zu verarbeiten? Das ist doch nicht der richtige Weg dafür. Also rannte er los um die anderen noch einzuholen, er musste mit Lee reden.
Zu Hause bei den Baileys war die gesamte Incredible Crew.
„Gott die regen mich so auf. Das fängt wieder so an wie anfangs in der Schule.“, regte sich Lee auf und knallte seinen Schlüssel in die nächste Ecke seines Zimmers.
„Jetzt bleib mal bitte ruhig Lee. Erzähl mir doch mal bitte was passiert ist.“, quatschte Stu in sein Gemurmel.
„Ja weißt du, wir haben Nikki gesucht und dann sind wir plötzlich aufeinander gestoßen. Erst nur Kenzie und ich. Natürlich pöbelte er mich wieder an und dann ist mir der Kragen geplatzt und wir fingen an uns zu Schlägern. Irgendwann...eine paar Minuten später kamen dann auch die anderen und natürlich versuchten die tollen Blazers wieder alles hinzukriegen.“, maulte er aufgebracht.
„Also gibt’s jetzt nicht mehr uns 10...ich meine 9 besten Freunde sondern einfach wieder Blazin Squad und Incredible Crew?“ Stuart verstand das nicht, was |