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...   Erstellt am 13.05.2005 - 19:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hintergrund
Das Mischen von hochprozentigem Alkohol und Limonade ist im Grunde genommen nichts Neues. Früher nannte man es Longdrink. Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es alkoholische Mischgetränke fertig gemixt auf dem deutschen Markt. Alcopops, Premix oder Ready to Drink (RTD) werden sie genannt.

Mit der Vermarktung von Alcopops reagierten Spirituosenhersteller auf sinkende Umsätze. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch an Spirituosen im Jahr 1980 noch bei 8 Litern im Jahr, so sank dieser Wert 2001 bis auf 5,8 Liter. Seit Einführung der Alcopops kehrt sich dieser Trend um. Bei einigen Spirituosenherstellern sollen Alcopops mittlerweile fast die Hälfte des Umsatzes ausmachen.

Grund für die erheblichen Umsatzsteigerungen sind ein beträchtlicher Werbeaufwand und Vermarktungsstrategien, die in erster Linie auf ein junges Publikum zugeschnitten sind. Häufig sind neue Mixgetränke erst in Clubs und Bars zu finden, bevor sie im Supermarkt im Regal erhältlich sind. Beispielsweise sollen 2004 einige Hersteller planen, fertig gemischte Cocktails zu vermarkten, deren Flaschenform einem Glas ähneln. Durch so genanntes "Gastro-Marketing" sollen die neuen "Cocktails to go" dann zunächst in der Clubszene unters Volk gebracht werden.

Die Sorten
Die Zahl unterschiedlicher Alcopops ist unübersichtlich, da laufend neue Marken erfunden werden. Die meisten Alcopops lassen sich aber folgenden Sorten zuordnen:

Mischgetränke aus destilliertem bzw. hochprozentigem Alkohol und Limonade
Bier-Limonade-Mischgetränke
Wein-Mischgetränke
Bier-Spirituosen-Limonade-Mischgetränke
Daneben gibt es auch Biere mit Aromazusätzen, um den bitteren Geschmack zu überdecken. Den größten Marktanteil nehmen Alcopops aus Spirituosen und süßen Limonaden ein.

Der verdeckte Alkoholgehalt
Durch den Zusatz von Zucker und Aromen wird der Alkoholgeschmack in Alcopops fast vollständig überdeckt. Besonders jungen Menschen und Personen, die noch keinen oder wenig Alkohol trinken, weil er ihnen nicht schmeckt, wird der Einstieg in den Alkoholkonsum somit erleichtert. Doch beim Trinken einer Flasche mit hochprozentigem Alkohol (275 ml, ca. 5,5 Vol.-%) nimmt man rund 12 g reinen Alkohol zu sich. Dem entsprecht in etwa die Menge von zwei Gläsern Tequila (je 2 cl, 38 Vol.-%).

Die Kalorienbombe
Nicht zu vergessen ist der hohe Kaloriengehalt von Alcopops, denn sowohl Zucker als auch Alkohol sind hohe Kalorienlieferanten. So versorgt beispielsweise eine Flasche eines Alcopops mit Spirituosenanteil den Körper mit rund 200 Kilokalorien. Nach zwei Flaschen hat man ungefähr die Kalorienmenge einer Portion Pommes Frites aufgenommen - Mayonnaise oder Ketchup noch nicht eingerechnet.

Zusatzstoffe
Alcopops enthalten neben Zucker und Alkohol häufig problematische Konservierungs- und Zusatzstoffe wie Benzoesäure (E210) und Natriumbenzoat (E211), die beide im Verdacht stehen, Allergien auslösen zu können. Darüber hinaus sind Alcopops häufig intensiv mit Farbstoffen und Aromen angereichert.

Folgen des Konsums
Der süße Geschmack der Alcopops verleitet dazu, sie wie Limonade zu trinken. Dies kann dazu führen, dass sehr schnell vergleichsweise große Mengen Alkohol aufgenommen werden. Der Zucker beschleunigt zudem die Alkoholaufnahme im Körper. Junge Menschen, deren Organismus noch nicht daran gewöhnt ist, Alkohol zu verarbeiten, erleben dabei schnell einen riskanten Alkoholrausch.

Aktuellen Studien zufolge sind die bunten Alcopops vor allem unter Jugendlichen beliebt. Seit Einführung der Alcopops sei das durchschnittliche Einstiegsalter in den Alkoholkonsum deutlich gesunken. Somit begünstigen Alcopops schon früh die Gewöhnung an Alkoholika. Wer jedoch früh beginnt Alkohol zu trinken, erhöht die Wahrscheinlichkeit im Verlaufe seines Lebens Alkoholprobleme zu entwickeln.

Mit dem Alkoholkonsum sind weitere Risiken verbunden. So steigt die Tendenz zu risikoreichem Verhalten wie beispielsweise das Fahren unter Alkoholeinfluss. Unkontrolliertes und aggressives Verhalten kann ebenfalls die Folge der enthemmenden Wirkung des Alkohols sein.





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