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Dani ...
Champions League
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...   Erstellt am 01.03.2006 - 17:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


kicker: Herr Ballack, wird Ihnen Angst und Bange, wenn Sie an das Länderspiel am Mittwoch in Italien denken?

Michael Ballack: Nein. Warum?

kicker: Weil sich außer Ihnen, den beiden Torhütern Oliver Kahn und Jens Lehmann sowie Mittelfeldantreiber Torsten Frings kein WM-Kandidat in einer Top-Verfassung befindet. Was ist da gegen Italien zu erwarten?

Ballack: Es ist manchmal so, dass vor Länderspielen nicht alle top drauf sind und sich einige Spieler gerade in der Nationalmannschaft wieder hochziehen.

kicker: Also kein Anlass zur Panik?

Ballack: Ganz klar, der aktuelle Zustand ist nicht optimal. Es wäre selbstverständlich besser, wenn die Spieler des erweiterten WM-Kaders in ihren Vereinen regelmäßig zu Einsätzen kämen.

kicker: Besonders heikel sieht es in der Innenverteidigung aus: Robert Huth beim FC Chelsea und Christoph Metzelder in Dortmund spielen in ihren Klubs selten bis gar nicht. Ist denn kontinuierliche Spielpraxis nicht mehr wichtig?

Ballack: Natürlich ist Wettkampfpraxis durch nichts zu ersetzen.

kicker: Christian Wörns erfüllt diese Anforderung. Trotzdem wurde er erneut nicht berücksichtigt. Sein Trainer Bert van Marwijk lobt ihn für seine großartigen Leistungen in höchsten Tönen. Bundestrainer Jürgen Klinsmann selbst sagt, es gehe nur nach Leistung bei der Auswahl der Spieler. Trifft dies zu?

Ballack: Ich hoffe es...

kicker: Können Sie den Frust bei Christian Wörns verstehen?

Ballack: Klar kann ich Wörns verstehen: Er ist enttäuscht und tief verärgert, weil er jetzt nicht nominiert wurde. Christian hat große internationale Erfahrung, er kennt sich mit schwierigen Situationen nicht nur bei großen Turnieren aus.
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"Bei Basti Schweinsteiger habe ich im Moment nicht das Gefühl, dass er auf dem richtigen Weg ist."
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kicker: Sebastian Deisler und Bastian Schweinsteiger, die laut Klinsmann bei der Weltmeisterschaft eine wesentliche Rolle spielen sollen, waren im richtungweisenden Spiel der Champions League gegen Milan am vorigen Dienstag nicht nur nicht in der Anfangsformation, sondern darüber hinaus wurden ihnen Mehmet Scholl und Ali Karimi bei der Einwechslung vorgezogen. Wie bewerten Sie das?

Ballack: Erstens zeigt es, dass beim FC Bayern eine extreme Konkurrenz um die Plätze besteht. Trotzdem dürfen sich Schweinsteiger und Deisler nicht mit der aktuellen Situation abfinden. Sie müssen sehen, dass es im Moment nicht reicht für die Stammelf. Felix Magath erkennt sofort, wenn einer gut oder schlecht trainiert. Basti Schweinsteiger und Sebastian Deisler haben ihre Qualitäten ja schon nachgewiesen. Sie müssen wissen, dass es einzig über konstante Leistungen im Verein geht.

kicker: Schweinsteiger und Podolski haben beim Confederations Cup begeistert. In der Bundesliga läuft es bei beiden überhaupt nicht. Wie ist dieser Abfall zu erklären?

Ballack: Poldi und Basti haben lange von einigen guten Länderspielen beim Confed-Cup profitiert. Aber wichtig ist, dass man konstant gut spielt und im Spielrhythmus bleibt. Dafür muss ich täglich kämpfen. Bei Basti Schweinsteiger habe ich im Moment nicht das Gefühl, dass er auf dem richtigen Weg ist. Ich kenne ihn gut und mag ihn auch als Typ. Deswegen hoffe ich, dass er sich schnellstmöglich ins Team des FC Bayern zurückkämpft.

kicker: Der Bundestrainer hat nach der WM-Auslosung am 9. Dezember 2005 deutlich gemacht, in der Rückrunde müssten die deutschen Nationalspieler einen "hohen Rhythmus" anschlagen und aus ihren Vereins-Mannschaften sogar herausragen. Nun hat er diese Vorgabe abgewandelt. Ist die regelmäßige Spielpraxis also doch nicht so wichtig?

Ballack: Wenn der Trainer das so sagt und ändert, dann sieht er wohl, dass mehrere seiner Kandidaten dauerhaft in ihren Vereinen nicht spielen; außerdem haben wir keine so große Auswahl.

kicker: Kommt das Länderspiel gegen Italien unter diesen Voraussetzungen zu früh?

Ballack: Nein, dieses Spiel ist ein guter Test, gerade zu diesem Zeitpunkt - unabhängig von der persönlichen Situation Einzelner. Im März stehen wir Spieler eigentlich voll im Saft.

kicker: Der Termin passt. Auch der Ort? Oder wäre es mit Blick auf die WM in Deutschland nicht besser gewesen, gegen Italien in einem heimischen Stadion zu testen?

Ballack: Es wäre schön gewesen, gegen einen so starken Gegner vor den eigenen Fans spielen zu dürfen.

kicker: Das bislang letzte Länderspiel - auswärts in Paris - war das 0:0-Unentschieden gegen Frankreich: Was war dort gut?

Ballack: Wir haben gegen einen sehr starken Gegner kompakt und konzentriert gespielt und auch nach vorne unsere Chance gesucht; wir hatten außerdem auch ein paar gute Möglichkeiten.

kicker: Was muss besser werden?

Ballack: Wir hatten bei aller Konzentration einige Unachtsamkeiten, so dass die Franzosen zu zwei, drei großen Chancen kamen; solche Fehler werden gewöhnlich bestraft. Das muss uns klar sein.

kicker: In den beiden deutsch-italienischen Vergleichen der Champions League - FC Bayern gegen AC Milan und Werder Bremen gegen Juventus Turin - war etwa die Hälfte der Squadra Azzurra aktiv. Wie stark schätzen Sie die Italiener ein?

Ballack: Italien ist immer ein sehr starker Gegner, technisch und taktisch gut. Normalerweise ist es schwer, gegen die Italiener Tore zu schießen, auch wenn die Bremer gegen Juventus gleich drei erzielt haben und unerwartet viele Chancen hatten.

kicker: Sie selbst wissen, wie man gegen italienische Defensivkünstler Tore erzielt - wie gegen Milan beim Tor zur 1:0-Führung zu sehen war.

Ballack (lacht): Ja, mit Fernschüssen geht es.

kicker: Beim FC Bayern sind Sie seit Wochen der Mann für die entscheidenden und immer häufiger spektakulären Tore. Sind Sie selbst überrascht, wie gut Sie treffen?

Ballack: Ich habe schon immer meine Tore gemacht. Aber zurzeit läuft es wirklich gut.

kicker: Nach dem letzten Länderspiel in Frankreich erhielten Sie Bestnoten, eine Zeitung titelte: Bundesrepublik Ballack. Reicht ein Ballack, unterstützt von ein paar eifrigen Assistenten und einem guten Tormann, für den großen Wurf bei der WM?

Ballack: Nein, bei einem derartigen Turnier müssen alle Spieler an ihre Grenzen gehen; nur so ist es möglich, Topteams wie Brasilien, England oder Argentinien zu schlagen. Aber Vorsicht! Wir müssen zunächst unsere eigene Vorrunden-Gruppe überstehen.

kicker: Ist es nicht selbstverständlich, dass die deutsche Mannschaft die Gruppe A vor Polen, Ecuador und Costa Rica als Primus abschließt?

Ballack: Das ist überhaupt keine Selbstverständlichkeit. Zumal die Polen stark sind, wie sie in ihrer Qualifikations-Gruppe gezeigt haben. Sie lagen nur einen Punkt hinter den starken Engländern. Es wird sehr eng.

kicker: Ecuador und Costa Rica zählen aber nicht zu den Giganten des Welt-Fußballs.

Ballack: Das ist das Problem: Vom Namen her sind diese Gegner gefährlich, weil man von ihnen nicht spricht. Wir gelten als Favorit. Das ist eine andere Situation, als gegen große Gegner zu spielen. Ländern wie Ecuador oder Costa Rica bringt die Öffentlichkeit zu wenig Respekt entgegen. Vor Brasilien, Holland oder England braucht man nicht zu warnen. Deswegen tun wir uns gegen große Gegner leichter.
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"Wenn aber ein Spieler ein halbes Jahr im Verein nicht gespielt hat, wird es für die Mannschaft schwierig bei der WM."
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kicker: Aber gegen große Gegner gab es seit 16 Spielen keinen Sieg. Klappt es damit in Italien?

Ballack: Uns steht ein sehr schweres und enges Spiel bevor.

kicker: Können unerschütterlicher Teamgeist - wie ihn der Bundestrainer predigt - sowie die Unterstützung des heimischen Publikums die individuelle Klasse zum Beispiel der Brasilianer niederringen?

Ballack: Klar, das gilt für jede Mannschaft, die gegen den Weltmeister antritt. Über die technischen Unterschiede müssen wir nicht sprechen. Mit Teamgeist, einer hervorragenden taktischen Leistung sowie mit unserer Physis können wir sie packen. Physisch sind wir stark, darauf legt der Trainer großen Wert. Deshalb ist es wichtig, dass die Nationalspieler im Verein spielen. Nur so können sie ihr Toplevel erreichen. Und das Niveau wird bei der WM noch ungleich höher sein als beim Confed-Cup 2005. Wenn aber ein Spieler ein halbes Jahr im Verein nicht gespielt hat, wird es für die Mannschaft schwierig bei der Weltmeisterschaft.

kicker: Sie haben immer wieder gesagt, es müssten neben Ihnen auch andere Spieler verstärkt Verantwortung übernehmen, gerade mit Blick auf den Großauftrag WM. Sehen Sie diese Spieler im deutschen WM-Kader?

Ballack: Neben Oliver Kahn denke ich in erster Linie an Bernd Schneider oder auch an Torsten Frings. Mit ihrer jugendlichen Art können auch Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger Begeisterung vermitteln. 2002 war es doch auch so.

kicker: Aus der Hauptverantwortung werden Sie als Kapitän und Kopf der Mannschaft aber nicht herauskommen.

Ballack: Davor laufe ich auch nicht weg.

kicker: In welchem Trikot möchten Sie eigentlich aufl aufen? Die sportliche Leitung vermittelt den Eindruck, die Mannschaft bevorzuge die neuen roten Shirts.

Ballack: Ganz klar, wir wollen im weißen Trikot spielen. Das ist Tradition. Deutschland wurde drei Mal Weltmeister, drei Mal in weißen Trikots. Ein gutes Omen.

kicker: Wie Oliver Bierhoff öffentlich machte, gab es wohl ein Problem bei der Zuteilung der WM-Karten für die Spieler.

Ballack: Richtig, es gab da ein Missverständnis. Ich habe dies im Auftrag der Mannschaft als Kapitän in einer internen Teamsitzung angesprochen.

kicker: Wieso kommt Oliver Bierhoff dazu, Sie zu beauftragen, dass Sie bei den DFB-Sponsoren Karten besorgen sollen?

Ballack: Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Dies ist weder Aufgabe der Mannschaft noch meine. Ich ging bisher und gehe weiter davon aus, dass dies eigentlich zum direkten Aufgabenbereich des Managers der Nationalmannschaft gehört.

kicker: Klinsmann sprach und spricht vom Ziel WM-Gewinn. Wie groß sehen Sie die Chance 100 Tage vor dem Start in die WM 2006?

Ballack: Unsere Chance, das Finale zu erreichen, ist genauso groß wie die der anderen Topteams. Wir alle starten bei null Punkten.

Kicker-Sportmagazin





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