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...   Erstellt am 19.03.2006 - 11:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


F: Anarquist@s a.d. Welt:"you are not alone"


von huch. noch ein anarchist. - 18.03.2006 15:56

Die Übersetzung eines Berichtes, aus den Pariser Kämpfen in Bezug zum heutigen (18.03.06)Aktionstag in Frankreich, der bei Indymedia Chiapas erschien und ausgehend aus der Pariser Region das thematisiert, was oft in Streiks und Protesten als Nebensache hinter die eigenen Interessen, rutscht. Das Problem, das das Problem, immer grösser ist als der Gipfel des Eisberges der gerade aktuell aus dem Wasser ragt und auf dem soziale Kämpfe geführt werden.

Das Wort geht nach Frankreich:
Das ist eine Nachricht von französischen/englischen/italienischen/deutschen AnarchtistInnen aus der Pariser Region an all unsere SympathisantInnen auf der ganzen Welt. Wir sind unabhängig von, aber befreundet mit, der französischen anarchistischen Förderation; sprechen aber nicht in ihrem Namen.

Wir wollen die Situation hier klarstellen, weil es uns so vorkommt als ob viele ausländische Medien
den Kampf als reinen konservativen "we don t want to change anything" Protest darstellen und gerade als sie es taten sagten wir; FUCK YOU! Zu Pascal "WTO" Lamy, Bolkenstein und all diese herzlosen Mist in der europäischen Kommission und in der französischen Politik und den Medien.


Unser Nein war kein rassistische Nein, es war ein anti-liberales Nein was auch immer die Medien zu sagen versuchen. Als erstes wollen wir uns bei all denen die uns unterstützten und bei der StudentInnen-Bewegung bedanken- die seit mehr als eine Monat dieses konservative Land durchschüttelt.



Ein besonderes Danke an die ItalienerInnen der "Gegenmacht" die sich innerhalb von weniger als drei Tagen organisierten und ein Bus aus Rom, Turin, Genua und Bologna(glaube ich) nach Paris kam um uns bei den sehr erfolgreichen Donnerstagsprotest zu helfen.


Morgen Samstag der 18. März wird es einen sehr dicken Protest in ganz Frankreich geben um die neokonservative Regierung von Mr. Chirac und Villepin dazu zubringen die Modifikationen die sie durchgebracht haben ohne in der Versammlung zu debatieren zurückzunehmen; so wie es unser Arbeitscode ist.

Diese Modifikationen versuchen einen neuen Arbeitsvertrag zu entwerfen der CPE genannt wird(das heisst = erster Arbeitsvertrag) welcher den Firmen erlaubt ArbeiterInnen ohne irgendwelche Rechtfertigungen zu feuern. Whatsoever. CPE ist, vorläufig, an 15-25 Jährigen gerichtet von denen die Regierung weiss, ist so nihilistisch, dass sie nicht mal gegen ihre eigene Feuerung vorgehen werden.

Gerade noch im November benutzte sie alte Gesetze um den (natürlich pseudo) demokratischen Prozess zu beschleunigen (gemeint: zu vermeiden) um Gesetze durch zubringen die mit ihren kapitalistischen Allierten und ihrer Vision der neuen Weltordnung, übereinstimmen.
Wir hatten massive Riots im letzten Herbst welche von niemanden kontrolliert oder manipuliert worden sind ( das sollte gewusst sein; der französische Geheimdienst bezeichnete sie selbst als weder religös noch mafiös sondern als ein- Sattsein mit ihrem Leben- der Bevölkerung) ausser von dem Wunsch der armen Leute, in den Vororten, die Gewalt zurückzubringen mit der sie täglich durch Polizei, Arbeitsplatz und der Gesellschaft im Allgemeinen, konfrontiert sind.


Frankreich ist kein Paradies; Paris mag nett sein um dort ein paar Tage zu verbringen, aber es ist ein schwieriger Ort um dort zu leben weil wir haben zu viel Neid und zu viele Leute die ihn umringen , alle wollen das versprochen goldene Pariser Leben von früher,
Wir AnarchistInnen versuchen den Kampf zu weiten, welcher jetzt in Reformismus von ausverkauften StudentInnen Unionen (hauptsächlich UNEF welches die Jugendorganisation der "Sozialisten" ist/ ja genau!/französische Partei) , und in eine, in einem Monat, in ihrem Umfang gewachsene Autonomisierung , gespalten ist.

Am 16.März sind ungefähr ¾ der französischen Fakultäten im Streik , Hochschulen in Paris , Rouen, Toulouse, Marseille, Bordeaux, Limoges und viele mehr schliessen sich dem Streik an.
Streiks werden von Versammlungeswahlen entschieden und Vorschläge eines Streiks enden normalerweise 3 zu 1; für Streik.
Wir haben es hinbekommen die Bewegung mit Migrationsrechtsgruppen zu vereinigen , welche ebenfalls Opfer von diesem Mist werden, genau so wie die Arbeitslosen und die Arm-erzogenen.

Die Union hat, wie 68, Angst vor der Autonomisierung der verschiedenen Bewegungen aber in Übereinstimmung mit vielen Umfragen wollen 65+% der Bevölkerung dieses Gesetzt zurückgenommen haben. Wir hoffen dass die Unionsmitglieder von sich aus den Bewegungen, mit ihrer Logistik und ihrer Erfahrung helfen werden weil die Unions Führung keinen Generalstreik für die Jugend erklären wird.


Wir haben auch Spiele der Faschisten wiedererlebt, schon seit einer Woche jetzt, patrollieren 50 bis 100 rechtsextreme (UNI-RED-FNJ: Uni ist eine rechte Studentenvereinigung , RED ist sehr schlecht benannt weil es eine rassistische/homophobe Vereinigung ist und FNJ ist die Jugendabteilung der Fronta National, die Schweine) AktivistInnen die schmalen Strassen vom Latin Quarter , mehr oder weniger ignoriert von den Cops, verprügeln sie, mit Helmen und Schlägern ausgestattet, alle Anti-CPE Leute die sie treffen.

Überflüssig zu erwähnen das wir sie ordentlich aufgemischt haben aber sie sind ziemlich motiviert und verschreckten die die zuerst kamen.
Seit einer Woche haben jetzt mehr und mehr Leute die Schnauze voll von den UnionsführerInnen, die sie zum Protest aufrufen von 2-5 Uhr, und ihnen dann für ihr Kommen danken und sie nach Hause schicken und sagen es war ein guter Protest.

Wir wollen keine Verhandlungen betrefflich dieses CPE, wir wollen seine völlig Zurücknahme. Donnerstag umgingen tausende Leute den Aufruf der Union und setzten die Proteste fort, sie attackierten die Polizei und versuchten in die belagerte Sorbonne Uni einzusickern um die Kontrolle wieder zu erlangen nachdem wir um 4am 8 Tage zuvor rausgeworfen wurden, lange Zeit nachdem die kollaborierenden UnionsführerInnen nach Hause gegangen sind und hatten ihre nette kleine Teepause, sicher dass ihre Gewerkschaftslogen in allen TV-Kanälen gezeigt werden.
Diese Leute sind das was wir hier Soziverräter nennen, genau wie die kommunistischen, grünen, sozialistischen Parteien (PC, Les Verts, PS, LCR) und die, die ArbeiterInnen Vereinigungen führenden, Körper(CGT, CFDT, CFTC hauptsächlich).
Wir wissen dass die Politik vieler kleinerer europäischer Länder auf die drei dicken Euro-staaten ausgerichtet ist und deswegen musst du verstehen dass wir unser Bestes versuchen, den Leute wissen zu lassen dass wir unseren Kampf gegen die globale Staatsunterdrückung und die alltägliche Prekärisierung , internationalisieren müssen .

Bis jetzt ist es schwierig Wege zu finden unsere Vorstellungen zu verbreiten da viele StudentInnen glauben das es nur das CPE ist, welches das Problem ist. JedeR die in Genau, Seattle oder Genua gewesen ist wird wissen das bloß ein schlechter Arbeitsvertrag in Wirklichkeit nichts ist im Vergleich zur Unterdrückung durch die Weltbank, IMF und all diese fucking Bilderberg/SkullsnBones/wer auch immer - elitären Zusammenkünfte, welche das Kommen ihrer alles hörenden und alles sehenden Weltordnung predigen -machterhalten von ihrer konstanten Unterdrückung ist beabsichtigt ein kämpferisches Tief zu halten durch technologischer Überlegenheit und Elitarismus.

Wir wissen das wir nicht alleine sind und wir wollen Euch wissen lassen, dass ihr es auch nicht seit. Morgen werden wir die Kämpfe all denen freiheitsliebenden Leuten, aus der ganzen Welt , widmen, die mit einer 2ofach stärkeren Repression und harten Lebensbedingungen konfrontiert sind, Leuten in den USA, irgendwo in Europa , den KleinbäuerInnen, StudentInnen, Frauen, Kindern welche jeden Tag in China , Korea, Asien, Südamerika, Afrika, Iran, Irak --- ALLEN Leuten die gegen Religionen, wirtschaftliche und politische Obskuritäten, Unterdrückung und Tyrannei kämpfen.
Eine Jugend, eine Welt, eine Liebe. Mögen mit der Hilfe von allen Freiheit und Gerechtigkeit regieren! Liebe an die Chiapas companieros!





original:

http://chiapas.indymedia.org/display.ph &hellip; _id=119989




<daniel>
unregistriert

...   Erstellt am 26.03.2006 - 10:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Frankreich: die Kämpfe gegen die Prekarisierung



Am 16. Januar 2006 gab Premierminister Villepin die Einführung eines neuen Arbeitsvertrags bekannt, des Contrat Première Embauche (CPE).
Dieser Vertrag zielt auf junge Leute, unter denen die Arbeitslosigkeit in manchen Vierteln bisweilen 40% erreicht, eine der höchsten in Europa.

Dieser Vertrag erlaubt es einem Arbeitgeber 24 Monate lang einem Arbeitnehmer zu kündigen ohne sich rechtfertigen zu müssen. Das ist eine Neuheit im französischen Arbeitsrecht: es wird eine rechtliche Ungleichheit zwischen den jungen Leuten unter 26 Jahren und den anderen eingeführt.

Der CPE erlaubt es einem Arbeitgeber auch, den Arbeitsvertrag zu kündigen und der selben Person einen neuen, identischen Vertrag anzubieten, was das unsichere Beschäftigungsverhältnis noch verlängert.Über die Schwierigkeiten für die Jugendlichen hinaus, mit einem solch unsicheren Vertrag angestellt zu werden, wird ein neuer Wettbewerb zwischen den Arbeitern, die klassische, oft besser geschützte, Arbeitsverträge haben, und den jungen Leuten mit dem CPE erzeugt.


Allgemein betrachtet ist dieser Vertrag ein neuer Versuch die Prekarisierung auszudehnen und sie im Arbeitsrecht festzuschreiben, ohne die Schwierigkeiten der Jugendlichen zu beseitigen. Er reiht sich ein in eine Folge jüngst erfolgter Maßnahmen der Regierung, wie der Senkung des Mindestalters für Lehrlinge oder den Contrat Nouvelle Embauche (CNE), der eine zweijährige Probezeit vor einer festen Einstellung einführte.
Bereits dieser Vertrag verwehrt es Arbeitnehmern zwei Jahre lang zu streiken, krank zu sein, schwanger zu werden...andernfalls...



Einige Tage nach Bekanntgabe des CPE regte sich zaghafter Widerstand.
Die Studenten waren am entschlossensten, da sie am stärksten von diesen Regelungen betroffen sein werden. Es fanden erste Demonstrationen statt und der 7. Februar wurde zum nationalen Protest- und Streiktag für die Arbeitnehmer und die Universitäten ausgerufen. Die Winterferien ließen den Widerstand nicht abflauen. Trotzdem führte die Regierung am 10.
Februar mit ihrer parlamentarischen Mehrheit den CPE ein. Die darauffolgenden Tage gingen die Demonstrationen weiter, Universitäten wurden besetzt. Am 7. März mobilisierte ein Aktionstag weniger als eine Million Menschen, um für die Rücknahme des CPE zu demonstrieren. Am 9.
März erklärte die Abgeordnetenkammer den CPE definitiv für gültig, während die Wut überall anwuchs. Die Streiks im Bildungssektor zur Unterstützung der Studenten vervielfachten sich und jetzt wurden überall im Land auch Gymnasien besetzt. Am 16. März gab es eine neue landesweite, sehr starke Mobilisierung der Studenten, diesmal zusammen mit den Gymnasiasten, die endlich auch handelten. Bisweilen kam es zu Ausschreitungen als Reaktion auf die Unfähigkeit der Regierung, ihre Position zu überdenken oder in Folge von Versuchen rechtsextremer Kommandos mit Waffen, “die Unis von den Linken zu befreien”. Am 18. März gingen dann mehr als eine Million Menschen in Frankreich auf die Straße, 60 Universitäten wurden besetzt oder geschlossen. Die Mobilisierung lässt nicht nach, im Gegenteil. Während diese Zeilen geschrieben werden rufen gerade alle gewerkschaftlichen Organisationen von Arbeitnehmern und Studenten zu einem neuen Aktionstag am 28. März auf. Bis dahin rufen die Koordinationen der streikenden Studenten und die gewerkschaftlichen Organisationen der Gymnasiasten zum Generalstreik und zur Blokade der Gymnasien und Universitäten auf.


Das Ende einer Periode von Niederlagen



Diese Bewegung reiht sich in den sozialen Widerstand ein, der in Frankreich zu erstarken scheint. Am 4. Oktober 2005 fanden Streiks und Demonstrationen gegen Prekarisierung und für die Beibehaltung der öffentlichen Versorgungsbetriebe statt. Dann, einige Wochen später, trugen die Jugendlichen in den Vorstädten ihre Wut und ihre Verzweiflung auf die Straße, indem sie die Obrigkeit angriffen.Und jetzt sind es die Studenten, die die Arbeitnehmer mit sich reißen. Diese Situation, die bisher noch nie zu beobachten war, weder im Mai 68 noch in einem vorrevolutionären Prozess, veranlasst zu der Feststellung, dass das soziale Bewusstsein nicht tot ist. Nach und nach weiten sich die Forderungen aus: Demonstrationen, Vollversammlungen der Studierenden...
schlagen jetzt eine Brücke zu Prekarisierung im Allgemeinen, oder den Effekten der Repression, die 2005 die Jugendlichen der Vorstädte aufgebracht hat. Es entsteht konkret Solidarität durch die allgemeineren Forderungen.



Im Allgemeinen sind die Studenten sonst sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht. Zuweilen kommt es vor, dass sie Kontakte mit gewerkschaftlichen Arbeitern ablehnen! Sie misstrauen politischen Organisationen und Gewerkschaften und haben ihre eigene landesweite Koordination aufgebaut.
Nicht zu Unrecht: die Widerstandsbewegung gegen den CPE wird durch Politiker der Linken und extremen Linken gewerkschaftlich dominiert. Das Ziel dieser gewerkschaftlichen Repräsentaten der Führung der Linksparteien ist es, im Hinblick auf die Wahlen von 2007, die öffentliche Meinung (ca. 68% sind gegen den CPE!) gegen die Regierung zu lenken. Also die Bewegung zu kontrollieren, die jedoch zögerlich bleibt, angesichts der Unfähigkeit der Gewerkschaften, einen Generalstreik auszurufen, um die Rücknahme des CPE zu erreichen.

Diese Radikalisierung der Bewegung wird von einem Teil der Öffentlichkeit gewünscht. Zunächst von den Studenten, die bisweilen schon seit fünf Wochen kämpfen, dann von einem zunehmenden Teil der Öffentlichkeit, die die Weigerung Villepins nicht versteht, sein Projekt zurückzuziehen.

Unglücklicherweise weigern sich die Gewerkschaftsbürokratien in ihrer Vorsicht, die wenn auch ungleiche soziale Ordnung nicht zu destabilisieren, in die entscheidende Schlacht zu ziehen. Die grundlegenden Kritiker der großen Gewerkschaften, die alternativen Gewerkschaften Sud und die französische CNT, welche mit AnarchistInnen assoziiert ist, vermögen es nicht, diese Tendenz umzukehren. Die Regierung weigert sich nachzugeben, womit ein sozialer Zermürbungskrieg geführt wird. Doch der Sieg ist notwendig, gegen den CPE, aber auch, weil andernfalls viele GewerkschafterInnen und AktivistInnen wieder von einer neue Phase der Deprimierung und tiefen Entmutigung ergriffen werden würden. Das soziale Erwachen von 2005 und 2006 folgt auf eine Reihe düsterer Jahre mit zahlreichen sozialen Einschnitten und ohne entsprechende Gegenwehr, als ob die Ausgebeuteten nicht mehr an ihre Fähigkeit geglaubt hätten, etwas bewegen zu können...

Das ist keine Revolution!


Doch es bestehen die besten Aussichten! Wie immer in Kämpfen, die lange andauern, wächst das kollektive Bewusstsein schnell; die politischen Widersprüche treten hervor, die Lehre der direkten Demokratie, die Praktiken von Selbstverwaltung und Kollektivität, die Behauptung der Unabhängigkeit, die Debatten über die Vorstellungen von den Profiteuren und den Opfern der Prekarisierung, ... blühen auf. Eine neue Generation ist dabei sich stark und praxisbezogen zu politisieren. Viele sind empfänglich für Ideen, die kämpferische, antikapitalistische, libertäre Perspektiven eröffnen.


Im Moment sind die AnarchistInnen und AnarchosyndikalistInnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten an dieser gewaltigen Widerstandsbewegung beteiligt.
Sie forcieren die Bewegung und beteiligen sich an der Organisation und an der Kommunikation, z.B. in den Vollversammlungen, bei der Selbstverwaltung und bei der Unabhängigkeit der Kämpfe, bei der Sensibilisierung der Bevölkerung für den uneingeschränkten Generalstreik, indem sie ihre eigenen starken Ideen auf Demonstrationen
einbringen: den Generalstreik gegen das Kapital, das ausbeutet, und den Staat, der überwacht und unterdrückt, und die Selbstverwaltung von Produktionsmitteln, Verteilung und Bildung!


Daniel (Aktivist der Französischsprachigen Anarchistischen Föderation), den 20. März 2006




<fa>
unregistriert

...   Erstellt am 20.06.2006 - 23:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


NUR DER KAMPF LOHNT

Die « anti-CPE » Bewegung vom letzten Frühling hat einmal mahr bewiesen, dass nur der Kampf sich lohnt. Nach den Ausschreitungen in den Banlieues im November 2005 hat diese Bewegung eine ernsthafte politische Gefahr für die Regierung dargestellt. Wir haben nämlich an manchen Stellen eine echte Verbindung zwischen der Revolte der Jugend in den Banlieues, an den Lycées und den Universitäten festgestellt.

Diese Kämpfe sind eine geeignete Antwort auf die Verarmung, die Prekarisierung und die Repression. Die Ausbeutung wird seit Jahren immer stärker, unter allen Regierungen, und dies verstärkt die soziale und wirtschaftliche Herrschaft.
Während des Widerstands gegen den CPE sind Organisationsformen entstanden, die auf autonomen und entscheidungsbefugten Vollversammlungen basierten, und es haben sich Besetzungen und Blockaden der Wirtschaft entwickelt. Sie nehmen die Kämpfe von morgen vorweg und führen zu einem neuen Verständnis der sozialen Organisation.
Durch die Besinnung auf die direkte Aktion haben Menschen unterschiedlichen Alters auf die Prinzipien und die Praktiken des kollektiven Widerstands zurückgegriffen, die vor 100 Jahren in dem Charta von Amiens begründet wurden, und insbesondere während den Streiks und Besetzungen von 1936 in die Tat umgesetzt wurden.
Nichtsdestotrotz, obwohl die Regierung bezüglich des CPE einen Rückzug gemacht hat, handelt es sich um einen zwar sozialwichtigen aber nur relativen Sieg. Unsoziale Maßnahmen werden weiterhin umgesetzt, angefangen damit, was vom so genannten Gesetz der „Chancengleichheit“ übrig bleibt (Ausbildung ab 14, Nachtarbeit ab 15 Jahren…)
Offensichtlich haben sich die LohnarbeiterInnen, auch wenn sie sehr massiv auf die Strasse gegangen sind, nicht in einen Prozess der Wiederholung des Streiks und der Konfrontation mit dem Staat begeben.
Ihrerseits haben die Gewerkschaften auch nicht zu einer Generalisierung der Bewegung geführt, indem sie ein sehr reduziertes Motto (Rückzug des CPE), freiwillig sehr begrenzte Aktionsformen (Aktionstage) und die Wahlen im Hinterkopf hatten.
Die AktivistInnen der Fédération Anarchiste, die massiv in diesem Kampf gegen die Prekarisierung involviert sind, behaupten, dass dieser partielle Erfolg nur ein Anfang ist. Er muss in andere, stärkere und entschlossener Kämpfe münden.

Dieser Kampf zeigt auch, dass es nichts nützt, sich auf die Urnen zu schielen, denn nicht die « Barrikaden » der Wahlzettel werden eine signifikante soziale Veränderung erzielen.

Schließlich erinnert die Fédération Anarchiste daran, dass der Generalstreik nur dann Sinn macht, wenn er selbst bestimmt ist und auf Enteignung zielt: das ist die einzige Möglichkeit, um den Kapitalismus niederzuschlagen, der nie und auf keinen Fall reformierbar ist.


Fédération Anarchiste
63ème Congrès
Merlieux le
04 juin 2006





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