gas Super Star
   

Status: Offline Registriert seit: 30.03.2007 Beiträge: 202 Nachricht senden | Erstellt am 13.01.2008 - 11:04 | |
Gesucht wird die deutsche Fabienne
Fabienne, ein Beispiel aus Frankreich, wie eine Mitarbeiterin der Agentur
für Arbeit Frankreich nicht mehr
mitspielte. Zuerst anonym, später offen entstand eine soziale Dynamik
"Nein das machen wir nicht mehr mit"!
Im Ergebnis ein Buch, die Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik
von Sud ANPE
(Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit).
Wir möchten auch in Deutschland neue Formen der Verständigung der
Lohnabhängigen, egal ob mit oder ohne Arbeit entstehen lassen. Ein
Ergebnis, wir nehmen den Druck vom Kessel, sowohl für die Betroffenen wie
für die Mitarbeiter! Wir hoffen, dass sich viele an der Suche beteiligen,
denn schon der Weg ist ein Teil der Aktion.
Bericht aus dem Innern der Agentur für Arbeit Frankreich/ANPE (Auszüge)
Fabienne Brutus (Foto), erwerbslos wurde Arbeitsvermittlerin Agentur für
Arbeit Frankreich/ANPE.
Gleich zu Anfang ein Rundschreiben der Leitung, das allen Beschäftigten
der ANPE ein striktes Schweigen über betriebliche Ereignisse verordnete.
Fabienne, seit 4 Jahren beschäftigt, schweigt nicht. Zuerst anonym begann
sie eine Enthüllungsgeschichte über das Leiden der Arbeitssuchenden wie
auch der Berater!
Du hörst die öffentlichen Verlautbarungen der Leitung und du siehst und
erlebst die Realität. Zwei Welten und es ist wichtig, dies der
Gesellschaft mitzuteilen.
Fabienne will ihre Arbeit gut machen. Aus ihrem erleben, aus erzählten
Geschichten wird ein Buch, das den Alltag, die Innenwelt einer Behörde
schildert. Im Buch zeigt sie, wie Statistiken gefälscht werden, wie Leute
mutwillig von der Unterstützungsliste gestrichen werden, wie öffentliches
Geld verschwendet wird. Das Buch stößt auf Interesse, ein Leser: „Wir
erleben heute eine Hierarchie, die vollkommen der Politik untergeordnet
ist, die Maßnahmen erzwingt, um radikal die Zahlen zu senken. Gleichzeitig
Prämien vergibt für die Gangster.“
So ist einiges in Bewegung gekommen. Gewerkschaften haben das aufgegriffen
und Beschäftigte haben sich geweigert, Arbeitsuchende aus den Listen zu
streichen oder Sanktionen zu verhängen.
Es formierte sich eine soziale Dynamik: "Nein das machen wir nicht mehr
mit"!!!
Mit diesem Hintergrund entstand die Erklärung zur beruflichen und
bürgerlichen Ethik von Sud ANPE (Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit).
„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine
Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber
es gibt einfach keine Arbeit für Alle. Die Zunahme von Gesprächen, die
ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit
schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden,
gezwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.
Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise
Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und
des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen
mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen
mitzubeachten.
Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden
die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir
erpressen sie auch nicht mit Streichung.
Wir verweigern uns auch der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden.
Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur
Unterdrückung anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren
zu können.
Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für
den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir
sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.
Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere
Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken
dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen im vollen Respekt
ihrer bürgerlichen Rechte.“
Die Beschäftigten der ANPE aus Tarn gewerkschaftlich organisiert bei SUD
(Sud-anpe.81@wanadoo.fr).
Es wird und doch gelingen:
1. die deutsche Fabienne zu finden, wenn nicht wäre die einzige Empfehlung
auswandern,
2. eine ähnliche Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik für die
Bundesagentur für Arbeit und die ALG II Behörden zu schaffen. (Abschreiben
ausdrücklich erwünscht)
3. die Gewerkschaften zum mitmachen zu bewegen, ist dies doch ein
Betätigungsfeld z.B. für ver.di.
Diese Aktion startet zu Beginn des Jahres 2008.
Sie bekommt keine Zeit- sondern eine Zielvorgabe, so ein klein wenig
französische Verhältnisse auch in Deutschland.
Quelle: Initiative
für soziale Gerechtigkeit Gera
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Hallo Euch,
ich finde dies eine sehr unterstützenswerte Aktion. Sie hebt sich ab, dadurch sie diese Aktion nicht an "Bosse" appelliert und jeweilige "Herrenmenschen" noch in ihrem Amt bestätigt. Sie richtet sich an die Basis, genau dort wo Veränderung seinen Beginn nehmen kann.
Bitte weiterverbreiten!
gruß gas
Edit: Es gibt erste kleinere Erfolge zu Berichten. Als Mail hat diese Aktionsaufforderung bereits den Weg in zu mindest einer Arge ihren Weg gefunden und ist auf Interesse gestoßen. (Genauere Angaben kann ich leider zum Schutze Betroffener nicht machen, es betrifft aber den Raum Hessen)
Lasst uns Wege finden unsere ! Fabienne zu finden! 
[Dieser Beitrag wurde am 13.01.2008 - 11:16 von gas aktualisiert]
Signatur Wir sind nicht VOLK, wir sind KLASSE!
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