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...   Erstellt am 27.08.2008 - 20:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Cursus honorum – Die römische Ämterlaufbahn


Die ‚klassische’ Ämterlaufbahn im römischen Reich wurde von Unten nach Oben durchschritten. Niemand konnte ein Amt auf einer höheren Ebene erlangen, wenn er nicht das Amt in der darunter liegenden Ebene ausgefüllt hatte. Meist konnten es sich nur Patrizier leisten sich in eines der Ämter wählen zu lassen, da es üblich war die Wähler mit Geldgeschenken zur Wahl zu animieren, gab es nur sehr wenige Plebejische Amtsinhaber. Diese wurden darüber hinaus abwertend als homo novus (Emporkömmling) bezeichnet. Wer jedoch das nötige Kleingeld, die Unterstützung einer Comitia oder schlicht die Unterstützung des Volkes hatte, konnte in ein Amt gewählt werden.
Anmerkung: Auch wenn es in heutiger Zeit sicher die häufigste Methode ist in der Politik erfolgreich zu sein, konnten Personen die lediglich die Unterstützung des Volkes hatten, nur sehr schwer auch eine Wahl für sich entscheiden.

Generell war es üblich bereits eine Militärlaufbahn von mindestens 7 Jahren durchlaufen zu haben, bevor man in den cursus honorum eintrat und sich zur Wahl stellte. In seltenen Fällen wurde statt eines Militärdiensts ein Amt in der Flaminens, der Priesterschaft, ausgefüllt bevor man sich zur Wahl stellte. Allerdings war es strikt untersagt sich noch während seiner Tätigkeit als Priester, auf ein Amt zu bewerben. Ebenso war es möglich zunächst einige Jahre in den Kreisen der Vigintisexviri zu verweilen, bevor man sich auf höhere Ämter bewarb. In der Kaiserzeit wurden diese Regelungen manchmal durch den Kaiser außer Kraft gesetzt und Personen seiner Gunst wurden Ämter zugesprochen, für die sie gar nicht die Vorraussetzungen erfüllten.
Anmerkung:Obwohl der Kaiser praktisch ein Monarch war, konnte auch er es sich nicht leisten unwillkürliche Leute auf wichtige Ämter zu setzen. Der Senat hatte immer noch großen politischen Einfluss und reagierte auf so etwas ziemlich gereizt. Bitte bedenkt bei eurer Charaktererstellung daran, dass nicht jeder Zögling des Kaisers sein kann und schlagt einen ‚normalen’ Weg ein.

Die Ämter:In aufsteigender Reihenfolge.

Vigintisexviri

Dies ist die unterste Stufe des Beamtentums und spiegelt normale Verwaltungsberufe wieder. Straßenbau, Münzprägung, Sklavenregistrierung etc.pp. Im Grunde kann man dies als eine normale Schreibertätigkeit betrachten. Die Vigintisexviri waren in folgende ‚Abteilungen’ unterteilt.

Triumviri capitales 0/4
Justizbeamte mit geringen Vollmachten. Gehilfen der Prätorianer, Bearbeitung von Gerichtsfällen, Zeugenaufnahmen etc.pp.

Triumviri monetales 0/2
Münzmeister. Verantwortlich für die Prägung von Münzen, ihre Gestaltung etc.pp.

Quatuorviri viarum curandarum 0/4
Straßenbau. Diese Beamte waren verantwortlich für den bau und die Wartung von Straßen außerhalb der Stadt.

Curatores viarum 0/2
Straßenbau. Beamte für den Bau und die Wartung von Straßen innerhalb der Stadt.


Quaestor 0/20
Das Mindestalter für einen Quaestor liegt bei 25 Jahren.

Ein Quastor konnte verschiedene Aufgabengebiete ausüben. Generell waren immer 2 Quastoren einem Konsul unterstellt und unterstützten ihn bei seinen Aufgaben. Zu den weiteren Aufgaben der Quaestur gehören die Einnahme der Steuern, die Verwaltung der Pachten, die Behütung der Staatskasse sowie des Staatsarchivs sowie die Ausrichtung der Gladiatorenspiele. Eine Sonderfunktion hatten 2 quaestores Augusti, welche Reden des Kaisers im Senat verlasen.

Volkstribun 0/10
Mindestalter für einen Volkstribun lag bei 37 Jahren.

Ein Volkstribun war zumeist ein gewählter Plebejier, in sehr sehr seltenen Ausnahmen auch ein Patrizier, der die Interessen der Plebejier im Senat vertrat. Er hatte keinen Amtsbereich, sondern war im Grunde nur ein Wortführer. Ein Volkstribun war berechtigt den Senat einzuberufen, in ihm zu sprechen und gegen die Beschlüsse JEDES Magistraten (römischer Beamter) sein Veto einzulegen. Es gab immer nur einen Volkstribun der berechtigt war an Sitzungen des Senats teilzunehmen, die restlichen Volkstribune kümmerten sich zumeist um die Beschwerden der Plebejier im jeweiligen Stadtbezirk und trugen diese den Magistraten vor. In der Kaiserzeit wurde dieses Recht zwar massiv beschnitten, war aber rein formal noch immer gültig.


Ädil 0/4
Mindestalter für einen Ädil lag bei 37 Jahren.

Der Ädil überwachte hauptsächlich den Handel in Rom, zu seinen erweiterten Aufgabengebieten gehörten auch die Verwaltung des Bauwesens, der öffentlichen Gebäude, Thermen etc. Außerdem kamen Ädile für die umkosten von Gladiatorenspiele auf und zwar mit ihrem Privatvermögen. Das Ädilat war deswegen zwar nicht vorgeschrieben um auf die nächste Amtsstufe zu gelangen, doch Tatsache war, dass nur ehemalige Ädile, welche Spiele ausgerichtet hatten und das Volk so unterhielten, populär genug waren um auch in höhere Ämter gewählt zu werden.


Prätor 0/4
Mindestalter für einen Prätor lag bei 40 Jahren.

Ein Prätor ist im Allgemeinen und im speziellen für die Rechtspflege zuständig. Das heißt er interpretiert und verfasst die Gesetzte so, dass sie in Prozessen anwendbar sind. In manchen Gerichtsverhandlungen hält er den vorsitzt und wacht über die Einhaltung der Gesetzte und kommentiert die Interpretation er beiden Parteien.
In der Kaiserzeit wurde ein Prätor nicht mehr durch eine Comitia bzw. das Volk gewählt sondern direkt vom Senat. In Selten Fällen auch direkt durch den Kaiser eingesetzt.


Konsul 1/2 Titus Flavius Domitianus
Mindestalter für einen Konsul lag bei 43 Jahren.

Auch während der Kaiserzeit gab es in Rom immer noch zwei Konsule. Sie bildeten die Spitze des cursus honorum und waren die höchsten Beamten in der Stadt. Obwohl ihre Rechte massiv beschnitten waren, verwalteten sie noch immer den bürokratischen Apparat oder waren diplomatisch aktiv.
Als Prokonsul wurde jemand bezeichnet, der im Namen des Kaisers eine Provinz verwaltet. Ebenso wie ein Konsul in Rom musste auch ein Prokonsul gewöhnlich zunächst als Prätor gedient haben, bevor er zum Prokonsul wurde.


Zensor 1/2 Gnaeus Valerius Dolabella
Für einen Zensor gab es kein Mindestalter, da er aber Konsul bzw. Prokonsul gewesen sein muss, war ein Zensor mindestens 44 Jahre alt.

Dem Zensor oblag es die Vermögenswerte anderer zu schätzen, die Bevölkerung zu zählen und die einzelnen Bürger den Ständen zuzuteilen. Letzteres hatte Einfluss auf das Gewicht der Stimmen, welche die Bürger bei Wahlen abgeben konnten. Ebenso oblag es dem Zensor verdiente Bürger in den Ritter oder Senatorenstand zu erheben und ebenso sie wieder daraus zu entfernen. Des Weiteren oblag dem Zensor die Sittenaufsicht, wobei er bei Verstößen gegen die Sitte Tadel, Amtsenthebungen oder gar Enteignungen aussprechen konnte. Diese Urteile des Zensors waren in der Regel nicht anfechtbar. Das Amt des Zensors war kein offizieller Bestandteil des cursus honorum.


Senat

Jeder gegenwärtige Amtsinhaber, ab dem Amt eines Volkstribun bzw. Ädil, war Mitglied des Senats mit einfachem (minor) Stimmrecht. Darüber hinaus gab es weitere Senatoren mit einfachem Stimmrecht, die kürzlich aus einem Amt ausgeschieden sind oder im speziellen durch den Zensor bzw. Kaiser ernannt wurden. Senatoren mit einfachem Stimmrecht, durften an Abstimmungen zwar teilnehmen, aber sie durften im Senat nicht das Wort ergreifen, Anträge unterstützen oder Anträge einbringen. Dafür gab es Senatoren mit starkem (maior) Stimmrecht. Diese waren in ihrer Zahl sehr gering, generell galten sie als Wortführer im Senat, an denen sich die anderen niederen Senatoren orientierten. Meist waren Senatoren mit starkem Stimmrecht aus höheren Ämtern des cursus honorum oder kamen aus einflussreichen und mächtigen Familien.

[Dieser Beitrag wurde am 14.09.2008 - 14:24 von Iclinde aktualisiert]




Thaleia ...

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Status: Offline
Registriert seit: 12.10.2008
Beiträge: 57
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...   Erstellt am 14.10.2008 - 19:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden 


Aktuelle Liste der Senatoren:

Konservativ (7/30) - Liberal (4/30) - Gemäßigt (0/10)


  • Lucius Aemilius Mamercus - Liberal

  • Quintus Aemilius Ancius - Liberal

  • Gaius Armandius

  • Lucius Aurelius Fabian - Konservativ

  • Titus Claudius Drusus - Konservativ

  • Titus Claudius Margarita - Konservativ

  • Marcus Julius - Konservativ

  • Quintus Octavian Cerialis - Liberal

  • Quintus Octavian Rufus - Liberal

  • Gnaeus Valerius Dolabella - Konservativ

  • Gaius Valerius Magnus - Konservativ

  • Gaius Valerius Minor - Konservativ





Fett = starkes Stimmrecht (2 pro Fraktion)
grau = NPC
schwarz = Inaktiv

[Dieser Beitrag wurde am 27.10.2008 - 17:48 von Thaleia aktualisiert]








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