PAIL OF MIND - Das Forum über das Leben mit dem Tod

Übersicht Mitglieder registrieren Login


Neuer Thread ...
More : [1] [2]


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

paradoxon ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 02.05.2007
Beiträge: 9
Nachricht senden
...   Erstellt am 02.05.2007 - 18:29Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kennt ihr diese Stimmung, die abends hin und wieder aufkommt?
Man sitzt alleine in seinem Zimmer, beschäftigt sich mit irgendetwas, hört vielleicht ein bisschen Musik, und denkt so über das Leben nach.
Und so langsam kommt eine leichte Melancholie auf, Balladen berühren einen intensiver als sonst, man denkt an vergangene Zeiten, vielleicht an zu Bruch gegangene oder nie zustande gekommene Beziehungen und eine eigentümliche Traurigkeit überkommt einen.
Aber irgendwie möchte man dieses Gefühl auskosten, eventuell noch verstärken, um es zu ergründen.
Die faszinierende Schönheit des Schrecklichen sozusagen.

Bei mir persönlich ist es manchmal so, dass ich recht düsteren Gedanken nachhänge, mir zum Beispiel vorstelle, mich von einer geliebten Person verabschieden zu müssen, in dem Wissen, sich wahrscheinlich nie mehr wieder zu sehen.

Ich denke an Zeiten, die ich mit wunderbaren Menschen verbracht habe, die ich lange nicht mehr gesehen habe, weil wir nur für ein bestimmtes Projekt zusammengekommen sind und das Projekt vorbei ist.

Ich denke allgemein über das Leben nach, ob es noch mehr gibt als diesen Alltagstrott, ob ich Glücklich bin, ob ich manchen Leuten auch soviel bedeute wie sie mir.

Auch spüre ich oft das Bedürfnis, irgendetwas zu schaffen, etwas zu Schreiben oder zu Komponieren, mit dem ich diese Gefühle ausdrücken kann, irgendetwas großes zu schaffen, irgendetwas, dass eine Bedeutung hat, um selber auch eine Bedeutung zu haben.

Bei mir treten diese Stimmungen meist zwischen 23:00 und 2:00 auf.
In diesen Zeiten habe ich bisher meine besten Gedichte geschrieben.

Kennt ihr auch solche Stunden, in denen ihr plötzlich nachdenklich und traurig werdet, diese merkwürdige, faszinierende, tiefe, leise Traurigkeit, die man man spüren aber nicht begreifen kann?





Signatur
Die Musik ist die mächtigste Sprache der Welt.
Die Stimme, das machtvollste Instrument.

Nutze sie!
Sing!!!!

sterbendeSchwaenin 



...

Status: Offline
Registriert seit: 29.04.2007
Beiträge: 18
Nachricht senden
...   Erstellt am 02.05.2007 - 18:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


paradoxon schrieb

    Auch spüre ich oft das Bedürfnis, irgendetwas zu schaffen, etwas zu Schreiben oder zu Komponieren, mit dem ich diese Gefühle ausdrücken kann, irgendetwas großes zu schaffen, irgendetwas, dass eine Bedeutung hat, um selber auch eine Bedeutung zu haben.

    Bei mir treten diese Stimmungen meist zwischen 23:00 und 2:00 auf.
    In diesen Zeiten habe ich bisher meine besten Gedichte geschrieben.


Dieses Bedürfnis empfindest du nicht alleine und auch diese, wie du sie nennst, abendliche Melancholie kenne ich. Früher hatte ich sie auch meist abends bzw. nachts, aber in letzter Zeit überfällt sie mich vorwiegend nachmittags, wenn ich allein zu Hause bin und nicht recht weiß, was ich mit anfangen soll.

"etwas zu schreiben, mit dem ich diese Gefühle ausdrücken kann..."
Mir geht es oder ging es auch oft so bzw. ähnlich, ich habe dann meist lange dagesessen und habe stundenlang wirklich nur geschrieben, manchmal Nächte hindurch... Aber ob ich wirklich je das mit all den Worten beschreiben wollte, was ich dachte un d fühlte?





Signatur
Lache, solange du keine Gründe zu weinen hast.

Svenja ...
Administrator
...............

...

Status: Offline
Registriert seit: 23.04.2007
Beiträge: 126
Nachricht senden
...   Erstellt am 02.05.2007 - 20:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auch ich kenne diese Stunden nur allzu gut. Im Grunde überkommt es mich jeden Abend bzw. jede Nacht. Es ist kein schlechtes, aber auch kein gutes Gefühl. Müsste ich es in Worte fassen, würde ich es "fordernd" nennen. Da ist dann etwas in mir, dass sich alle möglichen Fragen stellt, dass das ganze Leben umkrempeln möchte und das von mir verlangt: Gib dieses Gefühl an so viele Menschen weiter, wie du nur kannst.
Durch diesen Drang bin ich auch zum Schreiben gekommen, mit dem Resultat, dass mir klar wurde, wie schwer sich diese Melancholie in Worte fassen lässt. Jahrelang schreibe ich tragische Geschickten, um der Definition ein kleines bisschen näher zu kommen, doch letztendlich lasse ich meine Arbeit wieder liegen, weil mir zu viele Fehler begegnen.
Neuerdings schreibe ich einen Roman, an dem ich für 4 Seiten jetzt schon siebzehn Tage sitze. Ich denke kaum noch an etwas anderes und bemühe mich, diese Geschichte diesmal perfekt zu machen, doch ich weiß schon jetzt, dass es mir nicht gelingen wird.
Und das ist es dann auch, was mich nachts überkommt: Das Gefühl, etwas erreichen und verändern zu wollen, es aber nicht zu können.

Liebe Grüße, Svenja.





Signatur
Wir sitzen alle in einem Boot. Umso glücklicher sollten wir sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen.

mustis 



...

Status: Offline
Registriert seit: 03.05.2007
Beiträge: 11
Nachricht senden
...   Erstellt am 03.05.2007 - 21:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


diese melancholie kenne ich auch sehr gut und auch gegen abend / nacht.
besonders ,wenn ich einen 'netten tag' hatte ,braut sich gegen abend immer diese depressive stimmung zusammen und ich zweifle daran ,ob der tag wirklich erfüllend war ,welchen sinn meine existenz überhaupt hat und wie ich mein leben am besten gestalte um es zu genießen.
dabei komme ich auch oft zu dem schluss ,dass ich mein leben und insbesondere meine jugend mit füßen trete.
mir fallen dann auch urplötzlich viele schlechte erinnerungen ein ,ich halte mir meine fehler vor augen ,mein umfeld ,welches mir oft unbehagen bereitet .. irgendwann steigere ich mich meistens so in die sache hinein ,dass ich alles und jeden und besonders mich selbst ,umbringen könnte.

es hat eine ganze weile gedauert mit diesem gefühl umgehen zu können ,aber mittlerweile ist es eher ein erkenntnisgewinn ,als eine belastung.





Signatur
show me the heart unfettered by foolish dreams ,and i´ll show you a happy man ...

Michaela ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 25.04.2007
Beiträge: 23
Nachricht senden
...   Erstellt am 04.05.2007 - 12:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ohja, ich kenne diese Gefühle, ich bin dann unruhig, weiß aber doch nichts mit mir anzufangen.
Mein Kopf droht zu platzen durch all die Gedanken, die da herumschießen, ich denke an vergangene Dinge und an mögliche Zukünftige und werde traurig, melancholisch, nachdenklich, deprimiert.

Wenn eine solche Stimmung bei mir an ein paar Tagen hintereinander auftritt, dann weiß ich, ich muß was dagegen tun, denn ich hatte schon mal Depressionen und keine Lust, neue zu bekommen, deswegen bekämpfe ich solche Stimmungen gern mal.
Nicht immer, hin und wieder sind sie gut, aber wenn sie zu oft hintereinander auftreten.





Signatur
Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter!

sterbendeSchwaenin 



...

Status: Offline
Registriert seit: 29.04.2007
Beiträge: 18
Nachricht senden
...   Erstellt am 04.05.2007 - 14:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


und wie "bekämpfst" du diese Phasen, wenn sie mehrere Tage hintereinander auftreten?





Signatur
Lache, solange du keine Gründe zu weinen hast.

Michaela ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 25.04.2007
Beiträge: 23
Nachricht senden
...   Erstellt am 05.05.2007 - 17:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich gehe in die Sonne oder ins Solarium, ich kontaktiere Freunde und, was mir eigentlich am meisten hilft, werde kreativ, male oder mache Musik. Bloß keine Gedichte, die werden traurig und ziehen noch mehr runter.
Oder ich überwinde mich selbst und nehme irgendeine Arbeit in Angriff, bei der man hinterher ein Ergebnis sieht und sagen kann: "Das habe ich geschafft!"
Manchmal hilft es auch, einen Beautytag einzulegen, was für sich selbst zu tun, ein Bad nehmen, Beine rasieren, von oben bis unten eincremen, ne Haarpackung.

Man muß wohl rausfinden, was für einen selbst das Beste ist...





Signatur
Lebe jeden Tag so, als wäre es dein letzter!

mustis 



...

Status: Offline
Registriert seit: 03.05.2007
Beiträge: 11
Nachricht senden
...   Erstellt am 05.05.2007 - 22:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


was mir auch hilft ist zocken.
einfach stundenlang counterstrike spielen ,das umfeld vergessen ,ins spiel versetzen.
das lenkt wunderbar ab ,besonders ,wenn man im teamspeak dann noch mit freunden rumhängt





Signatur
show me the heart unfettered by foolish dreams ,and i´ll show you a happy man ...

Svenja ...
Administrator
...............

...

Status: Offline
Registriert seit: 23.04.2007
Beiträge: 126
Nachricht senden
...   Erstellt am 11.05.2007 - 15:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn ich richtig verzweifelt bin, denke ich mich (in etwa wie du, mustis durch ein Computerspiel) in eine völlig andere Welt hinein. Ich schreibe dann eine Geschichte, meist traurige Texte über Menschen, denen es mindestens genaus schlecht geht wie mir oder lese ein Buch. Worte können einem meiner Meinung nach (ob nun gelesen oder geschrieben) einen Teil des Kummers von der Seele nehmen. Es ist fast ein bisschen sowas wie Magie.

LG, Svenja.





Signatur
Wir sitzen alle in einem Boot. Umso glücklicher sollten wir sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen.

Ophelia ...



...

Status: Offline
Registriert seit: 16.05.2007
Beiträge: 3
Nachricht senden
...   Erstellt am 16.05.2007 - 19:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Bei mir ist es so, dass ich in der Früh total deprimiert bin, gegen Mittag wird es dann wieder besser, dann bin ich so ca. in Hochform, und so gegen Abend setzt sich eine leichte Melancholie ein. Das hat sicher etwas mit all den Eindrücken zu tun, die man den ganzen Tag lang sammelt, und die Dinge, die man hört, sieht etc.
Ich muss sagen, dass ich diese Stimmung der Melancholie richtig genieße. Ich drehe dann richtig traurige Musik auf, hänge meinen Gedanken nach und alle wissen, dass sie mich besser nicht anreden sollten^^




More : [1] [2]

Ähnliche Themen:
Thema Erstellt von Antworten Forumname
abendliche Irrungen Nezrael 1 miira
Abendliche wäsche xD Julia 0 teenswg
der abendliche seegler Shadowfox 0 bloodywolf_
Abendliche Radlrunde PrinzP 12 maccom
20051115 die abendliche Herrausforderung Lx 1 pinusmugo
Neuer Thread ...





Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
abendliche traurigkeit
blank