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DelFina18 ...
~Kraine no Aikosha~
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...   Erstellt am 10.03.2008 - 20:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 11: Tag 2 in Nyhaim, Teil 3~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Nass. Es war nass, als Sheena aufwachte. Sie lag mit dem Oberkörper an einem Ufer, ihr Unterkörper lag halbwegs im Wasser. Langsam richtete sie sich auf und hustete eine Weile. Anscheinend war sie aber nicht verletzt. Sie sah sich irritiert um und registrierte, dass sie am Ufer eines Sees saß.
„Wo zum Teufel bin ich?“, fragte sie verwirrt, bis ihr alles wieder einfiel.
Die Kanu-Fahrt, die Stromschnellen, der Wasserfall… Und dann – nichts. Sheena muss im Fall in Ohnmacht gefallen sein. Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass sie und Zelos aus vollem Halse geschrieen hatten. Zelos! Den hatte sie fast vergessen! Wo war der Kerl nun wieder?!
Sie sah sich noch einmal um, konnte den Kerl mit den langen roten Haaren aber nirgendwo entdecken.
„Wehe, der hat mich alleine zurückgelassen, dann gibt es Prügel“, murmelte Sheena, konnte sich aber nicht vorstellen, dass Zelos sie alleine gelassen hätte – was die Sorge um ihn verstärkte.
Sie stand schwankend auf - ihre Beine fühlten sich ein wenig schwach an - und beschloss dann, den See zu umrunden und auf der anderen Seite noch einmal nach Zelos zu sehen.
Dem See entsprang ein Fluss, der durch einen Wald floss und Sheena suchte sich eine schmale, nicht allzu tiefe Stelle, an dem sie ihn überqueren konnte. Nachdem ihre Hose also wieder einmal triefend nass war und ihr das Gehen zusätzlich noch erschwerte, sah sie sich auf der anderen Seite des Ufers um. Keine Spur von Zelos. Dafür das Wrack vom Kanu.
„Wo ist dieser auserwählte Idiot bloß?!“, fragte Sheena verärgert und besorgt zu gleich. Sie ging bis zur Wand, an der der Wasserfall war und sah nach oben – eigentlich um zu sehen, wie weit sie gefallen waren und Sheena stockte fast der Atem, als sie erkannte, dass es ZIEMLICH weit war – und entdeckte zufällig hinter dem Wasserfall eine Höhle.
Sie konnte sich durchaus vorstellen, dass Zelos, wenn er auf dieser Seite des Ufers gelandet war, bis zur Höhle hinauf geflogen war und sich dort drinnen umgesehen hatte. Warum er nicht erst nach ihr gesehen hatte, war ich jedoch ein Rätsel. Und dafür würde er auch noch seine gerechte Kopfnuss bekommen, sobald sie ihn fand.
Jetzt stellte sich nur noch die Frage, wie sie den rutschigen, nassen Felsen bis zur Höhle hinaufklettern sollte und das ohne die richtige Ausrüstung. Aber dann kam ihr auch schon eine Idee.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

„Wo ist denn Yuan?“, fragte Raine, als Kiya allein zurückkam.
„Ähm… Der… Der ist zurück ins Hotel gegangen“, log Kiya.
„Warum das denn?“, fragte Kratos.
„Es ging ihm nicht so gut“, antwortete Kiya nervös.
Raine und Kratos sahen sie beide skeptisch an.
„Es schien ihm vorhin aber noch ganz gut zu gehen“, wandte Raine ein.
Kiya lachte nervös. „Tja, manchmal erwischt es einen halt ganz spontan, von einer Sekunde auf die andere…“
„Sicher…“, sagte Kratos. „Einen normalen Menschen vielleicht, aber keinen Cruxis-Engel. Yuan war seit viertausend Jahren nicht mehr krank.“
„T-Tja, da siehst du mal: Diese Bakterien werden immer schlimmer und scheuen sich nicht einmal mehr vor Cruxis-Engeln“, erwiderte Kiya und sie wünschte sich, dass die beiden endlich aufhören würden, so misstrauisch zu sein.
Sie alle wurden abgelenkt, als Lloyd sagte: „Boah, ich bin pappsatt…“
„Na endlich!“, riefen Raine, Kratos und Regal gleichzeitig.
„Ich dachte, du müsstest erst platzen, bis du aufhörst zu essen“, seufzte Raine.
„Ich habe schon befürchtet, du wolltest mich arm machen“, sagte Kratos.
„Und ich war schon fest davon überzeugt, dass du die armen Köche zum Verzweifeln bringen wolltest“, bemerkte Regal.
Lloyd wedelte mit seiner Hand vor dem Gesicht. „Ach was! Gut, dann können wir jetzt weiter.“
Alle seufzten. Eigentlich hatte keiner mehr wirklich Lust zum Shoppen, aber Lloyd wollte unbedingt noch ein Souvenir für Dirk und ein neues Spielzeug für Noishe kaufen.
Als Lloyd sich aus seinem Stuhl hievte – er hatte in den letzten Stunden erstaunlich viel zugenommen, allerdings ohne wirklich sichtbar dicker zu werden – kam Colette mit Anna an der Hand vom Brunnen zurück und die Gruppe begab sich zum nächsten Souvenirladen – oder mit anderen Worten: zum nächsten Ramschladen.
Lloyd und Colette waren sofort begeistert und hätten wohl alle Regale leer geräumt, wenn sie das Gald dazu gehabt hätten. Schließlich kaufte Lloyd ein Miniaturschiff mit dem Wappen von Nyhaim als Flagge und Colette eine Schneekugel von Nyhaim für Phaidra.
Danach ging es also weiter zum nächsten Laden, der Tierspielzeug anbot. Bevor sie jedoch dort ankamen, verschwand Regal in einem Laden mit Kochutensilien. Er wollte sie später wieder treffen. Kratos, Raine und Kiya beschlossen auch woanders hinzugehen und fanden sich vor einem kleinen Theater wieder. Es wurde eine kleine Geschichte aufgeführt, die wohl mit der Gründung Nyhaims zu tun hatte. Die nächste Vorstellung sollte gerade beginnen und würde eine Stunde dauern.
„Das ist doch perfekt! Na los, kommt! Mich würde es brennend interessieren, wie diese Stadt gegründet worden ist, mir ist leider nur wenig darüber bekannt“, meinte Raine und zog Kratos und Kiya mit sich.
„Das ist nicht dein Ernst, oder, Raine? Ich bin eigentlich nicht hierher gekommen, um mir irgendein langweiliges Theaterstück anzusehen…“, erwiderte Kratos seufzend.
Raine sah ihn eisig an und Kratos verbesserte sich rasch: „Oh, ich meine natürlich, was für eine grandiose Idee! Es ist immer lobenswert, sich weiterzubilden und ich bin mir sicher, die Gründung Nyhaims wird in diesem Theaterstück spannend geschildert!“
Raine lächelte. „Geht doch!“
Kratos seufzte und Kiya lachte leise.
Eine Stunde und diversen Einschlafversuchen, die von Raine immer wieder unsanft unterbunden worden waren, saß Kratos mit halb geöffnetem Mund und müden Augen wie ein Schluck Wasser in der Kurve auf seinem Stuhl und sprang vor Freude fast auf, als er erfuhr, dass die Vorstellung zu Ende war. Aber aus Angst, Raine könnte ihm eine Kopfnuss oder etwas ähnlich Schmerzvolles verpassen, blieb er ruhig und stand langsam auf.
Raines Augen leuchteten. „War das nicht einfach großartig? Wer hätte gedacht, dass Nyhaim von einer Prinzessin eines fremden Landes gegründet worden ist?“
„Schade nur, dass keiner die Rolle der Prinzessin in dem Theaterstück übernommen hat, sondern dass immer nur über sie erzählt wurde“, meinte Kiya.
„Ja, das ist wirklich bedauernswert. Ich denke, wir sollten jetzt die anderen aufsuchen, bevor sie sich noch Sorgen machen“, sagte Kratos schnell.
Die anderen warteten schon auf dem riesigen Marktplatz, auf dem sie sich treffen wollten.
„Na endlich! Dann können wir ja endlich zum Vergnügungspark!“, rief Lloyd begeistert.
„Vergnügungspark?“, fragte Kiya verwundert.
„Ja, den haben Colette und ich vorhin entdeckt. Das ist bestimmt toll da, da müssen wir unbedingt hin!“ (Tja ja, was diese Stadt alles hat, ist schon ein Wunder, oder? XDDD Und das war eigentlich noch nicht alles… Ob ich das nun noch beschreibe… Nun, irgendwann vielleicht XDD)
Lloyd, Colette und Anna waren schon auf dem Weg, Regal folgte ihnen munter (er hatte sich ein paar neue Töpfe und Kochlöffel und weiß der Teufel was noch alles gekauft) und so gingen die drei anderen ihren Freunden auch hinterher.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

„Komm, Gnome!“, beschwor Sheena den Elementargeist der Erde.
„Puh, das wurde aber auch mal wieder Zeit! Ich dachte schon, du hättest mich vollkommen vergessen! Also wirklich, so wie du mich behandelst, sollte ich mir vielleicht wirklich einen neuen Beschwörer suchen, der einen Pakt mit mir schließen will“, meckerte Gnome.
Sheena rollte mit den Augen. Solche Sprüche bekam sie oft zu hören, wenn sie den Elementargeist der Erde rief. „Gnome, könntest du eine Erdsäule erschaffen, die mich bis zur Höhle hinter dem Wasserfall bringt?“
„Natürlich könnte ich das!“, meinte Gnome beleidigt. „Zweifelst du etwa an meinen Fähigkeiten?!“
„Nein, natürlich nicht!“, versicherte Sheena ihm.
„Gut.“ Eine Weile verging, aber nichts geschah. Gnome rührte keinen Finger.
„Gnome!“, rief Sheena verärgert.
„Was?“
„Würdest du jetzt endlich diese dumme Säule erschaffen?!“
„Ach so, du willst, dass ich sie jetzt erschaffe? Sag das doch gleich!“, sagte Gnome.
„Das habe ich doch!!!“, schrie Sheena ungeduldig.
Gnome schüttelte den Kopf. „Nein, du hast mich gefragt, ob ich es könnte, nicht, ob ich es auch mache.“
Eine dicke Schlagader erschien auf Sheenas Stirn und sie ballte ihre Hand zur Faust. „Mach schon, bevor ich noch schlechtere Laune bekomme, als ich sowieso schon habe!!!“
„Ist das überhaupt noch möglich?“, fragte Gnome leise, aber Sheena hörte ihn trotzdem.
„GNOME!!!“
Gnome erschuf schnelle die Erdsäule, die Sheena zum Höhleneingang trug, bevor sie ihn noch mit irgendetwas bewarf und verschwand daraufhin schnell.
In der Höhle angekommen sah Sheena was beziehungsweise wen sie suchte: Zelos. Er lag bewusstlos auf dem Boden.
Sheena näherte sich ihm und auf einmal kamen ihr wütende Fledermäuse entgegen, die wohl von dem Lärm geweckt worden waren. (Hm… Wie realistisch das nun ist, kann ich nicht beurteilen XDD) Sheena wich erschrocken einen Schritt zurück und wartete ab, bis die Fledermäuse verschwunden waren, dann hockte sie sich neben Zelos nieder und schüttelte ihn sanft an der Schulter.
Er stöhnte leicht und schien langsam aufzuwachen, was Sheena beruhigte. Als sie allerdings seinen Kopf berührte, hatte sie etwas Klebriges an den Händen. Es war schwer im Halbdunkel zu erkennen, aber Sheena war sich fast sicher, dass es sich um Blut handelte.
„Zelos!“, rief sie und nun wurde er vollends wach.
„Huh? Sheena…? Wo… Wo sind wir? Auf was für einer Party waren wir? Wie viel Alkohol habe ich getrunken?“, fragte Zelos, als er sich aufrichtete.
„Wovon zum Teufel redest du? Wir waren auf gar keiner Party! Wir haben eine Kanufahrt gemacht und sind den Wasserfall hinuntergefallen, weißt du noch?“
„Hm… Ach ja… Aber warum habe ich dann solche Kopfschmerzen, als hätte ich einen ganzen Tag lang nur Alkohol getrunken?“
„Ich weiß es nicht genau. Vermutlich bist du ausgerutscht und mit dem Kopf auf einem Stein aufgeschlagen, jedenfalls blutest du am Hinterkopf“, erklärte Sheena.
„Was?! Ich blute?!“ Zelos fasste sich mit der Hand an den Kopf, sah sich die klebrige Flüssigkeit an seiner Hand an und obwohl es sich dabei genauso gut um irgendeinen Schleim statt Blut handeln konnte, fiel Zelos in Ohnmacht.
„Zelos!“, schrie Sheena und schüttelte ihn an der Schulter. „Oh mann, das kann doch wohl nicht dein Ernst sein! Du kannst doch nicht in einfach in Ohnmacht fallen, nur weil du Blut siehst! Und wenn du noch nicht einmal erkennen kannst, dass es Blut ist, dann noch weniger!“ Sie seufzte. „Und jetzt darf ich dich allein hier raus hieven oder wie? Du machst es dir wieder einmal sehr einfach, Zelos, wirklich…“
Sheena schleppte Zelos zum Ausgang der Höhle und auf die Erdsäule, die Gnome erschaffen hatte und beschwor jenen Elementargeist noch einmal. Ohne große Umschweife und mit ziemlich schlechter Laune befahl sie ihm, die Säule langsam in den Erdboden versinken zu lassen. Diesmal gehorchte er sogar, ohne vorher zu meckern oder sich quer zu stellen.
Sheena wusch Zelos Wunde erst einmal am See und riss sich dann einen Streifen vom Ärmel ab, um ihm damit einen Verband anzulegen. Das musste vorerst reichen. Aber sie sollten so schnell wie möglich Raine oder einen Arzt aufsuchen.





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Crynil, do rical nade;
Elran, do tilial nade;
Mina, ris fris antaras nideras ko offim desto;
Boli dyx strimur syrax windalk!

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...   Erstellt am 11.03.2008 - 16:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 12: Tag 2 in Nyhaim, Teil 4~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Yuan flog bis zu dem Vorsprung, auf dem Xai saß und flog ihn zurück nach oben.
„Du machst aber auch Sachen…“, meinte Yuan und sah sich Xais Fußgelenk an. „Hmm… Oh, das sieht schlimm aus… Sehr schlimm…“ Yuans Gesicht war düster.
„Ähm… Aber das ist der gesunde Fuß…“, meinte Xai.
„Oh…“, sagte Yuan nur.
Genis und Presea lachten.
„Das sieht man’s, du hast keine Ahnung, Yuan“, bemerkte Genis.
„Das will ich auch gar nicht bestreiten“, murmelte Yuan und rieb sich den Hinterkopf. „Aber es kann ja nicht schaden, einfach mal so tun, als ob man Ahnung hätte, oder?“ Yuan lachte.
Genis, Presea und Xai schüttelten nur den Kopf.
„Wir sollten Xai zu einem Arzt bringen“, sagte Presea.
„Aber dazu müssen wir in die Stadt, oder? Und dort sind Raine und die anderen…“, erwiderte Genis.
„Wir müssen halt nur aufpassen, dass wir ihnen nicht begegnen. Das dürfte doch nicht so schwer sein, oder?“, meinte Yuan zuversichtlich und ließ Xai auf seinen Rücken klettern.
Auf dem Weg in die Stadt folgten sie dem Fluss entgegen der Strömung und kamen bald zu einem See. Sie sahen eine Person am Wasser sitzen, die sich um eine andere Person kümmerte und merkten erst, als sie nur noch ein paar Schritte entfernt waren, dass es sich um Sheena und Zelos handelte.
„Nanu, was macht ihr denn hier?“, fragte Sheena verwundert.
„Das Gleiche könnten wir wohl dich fragen“, antwortete Genis.
„Seht ihr den Wasserfall dort drüben? Zelos und ich sind mit dem Kanu dort runtergefallen… Und Zelos hat sich in einer Höhle hinterm Wasserfall den Kopf aufgeschlagen, so dass er blutete und ist wieder in Ohnmacht gefallen, sobald er das Blut, das er bei der Dunkelheit nicht einmal wirklich erkennen konnte, gesehen hat. Und was macht ihr hier?“
„Xai hat irgendetwas mit seinem Fuß gemacht, als er einen Abhang hinuntergerollt ist. Da wir ihn nicht selber wieder hoch holen konnten, hat Presea Yuan geholt“, erklärte Genis.
„Warum nicht Kratos?“, fragte Sheena.
„Weil Raine dann mit Sicherheit mit ihm gekommen wäre und wir hielten es für das Beste, sie momentan noch nicht damit zu belasten“, antwortete Presea.
Sheena nickte. „Und jetzt wollt ihr vermutlich zu einem Arzt, oder?“
„Ja“, erwiderte Yuan.
„Dann haben wir das gleiche Ziel. Könnte mir jemand helfen, Zelos zu tragen?“
Genis nickte und legte sich Zelos’ rechten Arm um den Hals, während Sheena den linken nahm. Presea ging vor ihnen und trug seine Füße.
„Unglaublich, er ist so schwer, dass ihr ihn zu dritt tragen müsst“, scherzte Yuan.
Alle lachten, dann gingen sie weiter in Richtung Nyhaim. Als sie in der Stadt ankamen, wachte Zelos endlich auf und er konnte selber wieder gehen.
„Jetzt müssen wir nur noch aufpassen, dass wir Raine und den anderen nicht in die Arme laufen. Die einzige, die uns sehen darf, ist Kiya, sie weiß ja Bescheid und wird alles unternehmen, um OSE auszuführen.“
Yuan sah die fragenden Blicke und erklärte: „OSE bedeutet Operation Stresselimination. Ihr wisst doch, dass Kiya und ich Kratos und Raine Bodyguards sind, die jeglichen Stress von ihnen fern halten sollen, oder? Nun, nachdem wir gestern kläglich gescheitert sind, wollen wir heute wenigstens beweisen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind.“
„Ganz sicher, dass es nicht besser HOSE heißen soll?“, fragte Zelos lachend. „Hoffnungslose Operation Stresselimination?“
Yuan sah ihn verärgert an und Sheena verpasste dem rothaarigen Engel eine Kopfnuss.
„AU!!! Pass auf Sheenalein, meine Verletzung! Wofür war das überhaupt? Etwa für HOSE?“, fragte Zelos schmollend.
„Nein, dass war dafür, dass du in die Höhle verschwunden bist, ohne vorher nach mir zu suchen!“, antwortete Sheena. „Ich habe mir Sorgen gemacht!“
Zelos sah sie strahlend an. „Du hast dir Sorgen gemacht?“
„Natürlich!“
„Ach, Sheenalein!“ Zelos umarmte Sheena stürmisch.
„Ich unterbreche euch ja nur ungern, aber wenn ihr weiterhin so viel Krach macht, hören uns Kratos und Raine, egal wo sie gerade sind“, sagte Genis.
„Oh, tut uns Leid“, murmelten die beiden.
„Okay… Soweit ich weiß, ist in der Nähe des Vergnügungsparks ein Arzt“, erzählte Yuan.
„Ein Vergnügungspark?“, fragten Genis, Presea und Xai begeistert.
Yuan nickte. „Aber ich glaube kaum, dass ihr noch Gelegenheit dazu haben werdet, heute dorthin zu gehen. Er hat nur noch zwei Stunden geöffnet und wenn wir bedenken, dass wir womöglich noch Umwege gehen müssen, um Raine und den anderen nicht zu begegnen, wird die Zeit wohl kaum dafür ausreichen.“
„Nun, morgen ist auch noch ein Tag“, meinte Genis.
Die Gruppe ging schmale Gassen entlang und vermied die Hauptstraße, die sie direkt zum Vergnügungspark geführt hätte, um zu vermeiden, den anderen womöglich über den Weg zu laufen.
Doch als Genis einen Buchladen in der Hauptstraße sah, konnte er nicht anders, als rüber zu rennen und sich die Bücher im Schaufenster anzusehen.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Lloyd führte seine Freunde nun schon geraume Zeit durch die Straßen von Nyhaim, ohne dass sie ihr Ziel erreicht hatten.
„Hmm… Das ist merkwürdig… Es war doch ganz hier in der Nähe…“, meinte Lloyd und kratzte sich am Hinterkopf. „Colette, weißt du noch, wo genau der Vergnügungspark war?“
Das blondhaarige Mädchen schüttelte den Kopf.
„Wir sprechen hier von einem Vergnügungspark, der kann doch nicht so leicht zu übersehen sein!“, sagte Raine genervt.
„Aber diese Stadt ist RIESIG! Viel größer als Meltokio und Palmacosta zusammen!“, wandte Lloyd ein.
„Nun übertreib mal nicht“, erwiderte Kratos. „Und selbst wenn, so wären wir trotzdem schon längst da, wenn du nicht so einen schlechten Orientierungssinn hättest!“
„Ich habe keinen schlechten Orientierungssinn!“, widersprach Lloyd.
„Das sehen wir ja…“, murmelte Raine.
Kiya seufzte und sah sich um, um zu sehen, ob sie vielleicht den Vergnügungspark irgendwo in der Nähe entdecken konnte. Stattdessen blieben ihre Augen auf etwas anderem hängen.
Gesicht fest an die Fensterscheibe eines Buchladens gedrückt, wie Kratos es vor Stunden beim Bekleidungsgeschäft gemacht hatte, stand Genis und schien zu versuchen, den Inhalt der geschlossenen Bücher durch angestrengtes Hingucken zu erfassen. Kiya wusste, dass wenn er da war, Yuan, Presea und Xai auch in der Nähe sein mussten – vermutlich um einen Arzt aufzusuchen – und dass, wenn Raine oder Kratos den weißhaarigen Halbelfen sahen, OSE wieder einmal gescheitert war.
Als Lloyd Genis ebenfalls bemerkte, rief er: „Hey, da ist Ge… Mmh mh mmh!“
Kiya hielt ihm den Mund zu, bevor er weiter reden konnte und versuchte Raines und Kratos’ Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, damit sie ja nicht in die Richtung des Buchladens sahen.
„Oh, Lloyd, du hast heute glaube ich schon zu viel gesagt! Du solltest nicht so viel reden, sonst trocknet dein Mund so aus und du musst viel trinken und dann musst du so oft auf Klo rennen, was besonders während Achterbahnfahrten nervig sein kann, falls wir den Vergnügungspark überhaupt noch finden sollten, also nick jetzt einfach nur, ok? In welcher Richtung lag der Vergnügungspark, links, rechts, vorne, hinten?“ Kiya bewegte seinen Kopf in die jeweiligen Richtungen.
Kratos und Raine achteten zum Glück wirklich nur auf ihre merkwürdige Darstellung, so dass Yuan und die anderen genügend Zeit hatten, um Genis wieder vom Schaufenster wegzuzerren. Damit er dabei nicht lautstark protestierte, hielten sie ihm den Mund zu. Leider war sein gedämpfter Protest trotzdem so laut, dass Raine langsam den Kopf in seine Richtung wandte.
Kiya musste schnell wieder die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. „Ah, was ist das da links? Ist das nicht ein Antiquitätenladen mit uralten Artefakten?“ Sie deutete nach links und zum Glück brauchte Raine nur die Wörter ‚Antiquitätenladen’ und ‚Artefakte’ in einem Satz zu hören, um zu vergessen, was sie vorher machen wollte.
„Ein Antiquitätenladen? Wo?!“, rief sie begeistert. Schon rannte sie in die Richtung, in die Kiya gezeigt hatte.
Genis, Yuan und die anderen waren aus dem Blickfeld verschwunden und Kiya atmete erleichtert aus.
„MMH MH!!!“, machte Lloyd und Kiya nahm ihre Hand von seinem Mund.
„Du hast Genis NICHT gesehen, verstanden?“, flüsterte sie ihm drohend zu und Lloyd nickte langsam.
„Kiya, wo ist der Antiquitätenladen?“, fragte Raine irritiert.
„Oh, habe ich Antiquitätenladen gesagt? Ich meinte natürlich den ‚An die Raketen!-Laden’ dort drüben, der extra Feuerwerkskörper das ganze Jahr über verkauft“, sagte Kiya, als sie den Laden sah.
„Aber du hast was von uralten Artefakten gesagt…“, meinte Raine.
„Oh, nein, nein, die haben in dem Laden ein uraltes Gewinnspiel, dass sich ‚Rat im Takt’ nennt…“, behauptete Kiya und lachte nervös.
Kratos sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. „Du benimmst dich heute reichlich merkwürdig, Kiya.“
„Vermutlich war irgendetwas im Frühstück“, antwortete Kiya. „Was ist nun, suchen wir weiter nach dem Vergnügungspark?“
Die anderen nickten. Kiya war froh, als der Vergnügungspark endlich in Sicht kam, sie war sich sicher, dass Yuan und die anderen nicht in die Nähe kommen würden. Sie wusste ja nicht, dass der Arzt direkt in der Nähe des Vergnügungsparks war.
Die Gruppe entschied sich als Erstes dafür, mit den drehenden Tassen zu fahren, da es wohl so harmlos war, dass auch Anna mitfahren konnte. Erstaunlicherweise war jedoch allen nach ein paar Fahrten schon schlecht, obwohl die Tassen sich wirklich nur langsam drehten. Die Einzige, die wirklich Spaß an den Fahrten hatte und putzmunter immer wieder um die nächste Fahrt bettelte, war Anna. Also musste sich mindestens einer erbarmen und so lange mit ihr fahren, bis sie genug davon hatte.
Dieser Jemand war Lloyd. Die anderen ruhten sich auf den Bänken neben der Attraktion aus und versuchten, ihre Mägen zu beruhigen. Nach der ungefähr zwanzigsten Fahrt torkelte Lloyd aus der Tasse, gab Colette Anna und übergab sich hinter einem Busch, was bei ihm ziemlich lange dauerte, da sein Magen recht viel herzugeben hatte.
Vollkommen blass im Gesicht kam Lloyd schließlich nach einer Weile zurück und meinte: „Ich habe Hunger…“
Alle stöhnten bloß und Kratos meinte: „Du isst jetzt besser nichts mehr, wenn wir gleich noch irgendwo drin fahren und du dich wieder übergeben musst, wäre es nur rausgeschmissenes Gald.“
„Aber ich kippe gleich um, wenn ich nicht was zu essen bekomme…“, widersprach Lloyd.
„So wie du aussiehst, tust du das gleich sowieso…“, erwiderte Raine seufzend.
„Ja, eben, deswegen brauche ich ja auch was zu essen!“ Lloyd blieb hartnäckig.
Kratos gab schließlich nach. „Also gut… Dort drüben ist ein kleiner Kiosk…“
Sie betraten den Kiosk und gingen davon aus, dass es nicht so lange dauern würde, dabei hätten sie Lloyd inzwischen gut genug kennen müssen, dass er sich nur mit einer kleinen belegten Brötchen längst nicht zufrieden gab.
„… und dann hätte ich gerne noch ein Käsebrötchen, eine Knusperstange, ein Frikadellenbrötchen…“ Seine Bestellungen nahmen kein Ende. (Mir fiel für die Bestellungen nichts Besseres ein, also habe ich ein paar von den Sachen genommen, die unser Schulkiosk anbietet XDDD)
„Lasst uns gehen…“, meinte Raine zu den anderen und diese nickten.
Lloyd bemerkte, dass sie gingen, bezahlte schnell, nahm doch nur die Hälfte des Essens mit, da er nicht alles tragen konnte und rief: „Hey, wartet auf mich!“
Er wollte mit der Hand die Tür aufhalten, allerdings hielt er sie in den noch offenen Spalt anstatt auf das Holz der Tür, so dass seine Hand eingequetscht wurde, als die Tür zufiel.
„AUUU!!! Ich sterbe!!! Helft mir!!!“, schrie er wie von Sinnen.
Kratos öffnete die Tür und Lloyd zog schnell seine Hand weg. Er betrachtete sie und sagte: „Ich sterbe…“
Raine sah sich seine Hand an und meinte: „Nun stell dich nicht so an! Sie ist nur leicht gequetscht, nichts, was ein bisschen Salbe, ein Verband und Zeit nicht heilen könnten!“
„Kannst du sie nicht heilen?“, fragte Lloyd.
Raine schüttelte den Kopf. „Ich darf keine Magie während der Schwangerschaft anwenden. Das würde mir zu viel Kraft berauben und dem Kind schaden. Aber mach dir keine Sorgen, der Arzt ist gleich hier in der Nähe.“
Kiya hörte das Wort Arzt und schluckte. „Ähm… M-Muss er wirklich zum Arzt?“
„Es wäre das Beste. Wenn er jetzt keinen richtigen Verband mit Salbe angelegt bekommt, ist seine Hand nachher womöglich geschwollen und das wäre mit Sicherheit nicht angenehm“, erklärte Raine. „Außerdem ist es wirklich gleich um die Ecke.“ (Für alle medizinischen Details gibt es wieder einmal keine Gewähr XDDD)
Während sie also zum Arzt gingen, hoffte Kiya, dass die anderen längst wieder weg waren.





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~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 13: Tag 2 in Nyhaim, Teil 5~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Genis und die anderen standen endlich vor dem Arztgebäude.
„Kann es sein, dass dieser Vergnügungspark ziemlich schwer zu finden ist?“, fragte Genis.
„Die Straßen ähneln sich einfach alle, da kommt man schnell durcheinander“, sagte Yuan. „Aber jetzt sind wir ja hier.“
Sie betraten das Gebäude und wurden gleich von einer Empfangsdame angesprochen: „Wenn Sie zum Doktor wollen, muss ich Sie leider enttäuschen. Er ist auf einem Ärztekongress und kommt erst nächste Woche wieder.“
„WAS?!“, riefen alle zusammen.
„Haben Sie denn keinen Ersatzarzt hier?!“, fragte Sheena ungläubig.
Die Frau schüttelte den Kopf. „Der ist ebenfalls auf dem Ärztekongress.“
„Das darf doch wohl nicht wahr sein! Was wäre, wenn wirklich einmal etwas passieren würde? Dass jemand… einen Herzinfarkt hat oder so?“, fragte Yuan.
„Wir würden ihn nach Flanoir schicken.“
„Unfassbar! Also das ist doch wirklich…“ Yuan wurde unterbrochen, als die Tür sich öffnete und vertraute Personen das Zimmer betraten.
Die Gruppe handelte schnell, manche suchten sich Verstecke und andere wiederum schnappten sich irgendwelche Zeitungen und Zeitschriften, die in der Nähe lagen, um ihre Gesichter damit zu verdecken.
Die Empfangsdame seufzte. „Lassen Sie mich raten, Sie wollen auch zum Doktor?“
Raine nickte.
„Wie ich dieser Gruppe hier schon erklärt habe, sind sowohl der Doktor selbst als auch sein Ersatz auf einem Ärztekongress und kommen erst in einer Woche wieder.“
„Was?! Was soll das denn?!“, fragte Raine aufgebracht. „Was ist mit Notfällen?!“
„Die werden nach Flanoir geschickt“, antwortete die Empfangsdame.
„Oh, wunderbar! Das heißt, wir dürfen jetzt nach Flanoir fliegen oder wie?“
Die Frau nickte.
„Oh, das ist aber ein schönes Bild“, sagte Colette und ging auf ein Hundebild an der Wand zu. Dabei stolperte sie und warf dabei eine der Personen um, die sich für eine Zeitung statt einem Versteck entschieden hatte.
„Au! Pass doch auf, Colette…“
„Genis?!“, rief Raine erstaunt.
„Oh oh…“, murmelte Genis und stand hastig auf.
„Was machst du hier, Genis?“, fragte Raine mit verschränkten Armen und tippte mit dem Fuß auf den Boden, um zu verdeutlichen, dass sie auf eine Antwort wartete.
„Ähm… Das war so… Wir waren spazieren und dann… Dann haben wir auf einmal Sheena und Zelos getroffen… Und… Und Zelos hatte eine Kopfverletzung, also wollten wir zum Arzt gehen…“ Genis zog Zelos aus seinem Versteck hervor.
Die anderen waren inzwischen auch zum Vorschein gekommen, da es keinen Sinn mehr hatte, sich weiterhin zu verstecken.
„Aha. Und warum ist Yuan dann bei euch? Ich dachte, du wärest ins Hotel zurückgegangen, weil du krank bist?“, fragte Raine.
Yuan warf Kiya einen kurzen Blick zu, wie um zu fragen: Warum musstest du ihr ausgerechnet so was sagen?
Kiyas Blick hingegen schien zu antworten: Was sollte ich denn sonst sagen? Mir fiel nichts Besseres ein!
„Richtig… Aber… Mir ging es dann noch schlechter und deswegen beschloss ich, zum Arzt zu gehen, wo ich eben zufällig die anderen getroffen habe…“ Er hustete noch ab und zu, aber er wusste, dass er nicht gerade authentisch wirkte. Wenn man viertausend Jahre lang nicht mehr krank gewesen war, wie sollte man dann so tun, als wäre man krank?
„Ach, und warum trägst du dann meinen Sohn auf deinem Rücken, als könnte er nicht mehr selber laufen?!“, rief Raine und es war klar, dass sie Yuan und Genis kein Wort glaubte.
„Ähm… Ja… Das ist so…“, setzte Yuan an, aber Raine unterbrach ihn: „Sagt mir endlich die Wahrheit!“
Genis seufzte und erzählte, was wirklich passiert war. Die Empfangsdame lehnte sich an einen Tisch, kaute ein Kaugummi, manikürte sich die Finger und sah sich das Ganze an, als säße sie im Theater, um ein einstudiertes Stück anzusehen.
Nachdem Genis fertig mit Erzählen war, sah Raine Yuan, Genis, Presea, aber besonders Xai wütend an, sagte aber nichts weiter als: „Lasst uns nach Flanoir fliegen.“
Während des Fluges herrschte eine angespannte Stille, was viel schlimmer war, als wenn sich jemand gestritten hätte. Das erste richtige Gespräch fand erst wieder in Flanoir statt.
„Mir ist kalt“, jammerte Zelos.
„V-Vielleicht hätten w-w-wir nicht in u-unserer Sommerkleidung h-hierher fliegen s-sollen…“, meinte Presea bibbernd.
„Das ist jetzt auch egal. Beim Arzt ist es bestimmt schön warm. Außerdem heißt es doch: Immer einen kühlen Kopf bewahren. Das dürfte uns hier nicht mehr schwer fallen“, bemerkte Yuan.
„Da hast du Recht…“, erwiderte Kratos.
Im warmen Haus des Arztes angekommen, kam ihnen auch hier eine Empfangsdame entgegen.
„Tut mir Leid, wenn Sie zum Doktor wollen, müssen Sie eine Woche warten, da er gerade bei einem Ärztekongress ist.“
„Das kann doch nicht wahr sein! Nicht schon wieder!“, rief Lloyd verärgert.
„Wieso schon wieder?“, fragte die Frau irritiert.
„Wir kommen gerade aus Nyhaim, wo uns gesagt wurde, Notfälle werden nach Flanoir geschickt. Nun… Wir sind vielleicht keine Notfälle, aber wir haben gehofft, dass wir hier trotzdem einen Arzt antreffen würden“, erklärte Raine.
„Oh, da muss ein Fehler vorliegen. Der einzige Arzt, der nicht bei dem Ärztekongress ist, ist ein junger Arzt, der sich gerade in Iselia niedergelassen hat. Notfälle sollen zu ihm geschickt werden. Ich werde dieses Missverständnis wohl noch einmal klären müssen…“
„Also nach Iselia… Gut, Dankeschön“, sagte Raine und die Gruppe begab sich wieder in die eisige Kälte, um nach Iselia zu fliegen.
Sie erkundigten sich beim Wachposten am südlichen Tor von Iselia, wo das Haus des Arztes war.
„Hmm… Das dürfte neben dem des Bürgermeisters sein. Aber ich würde ihn nicht aufsuchen, er ist…“
„Egal, wie er ist, wir müssen zu ihm hin“, sagte Genis.
„Genau, ich sterbe sonst“, fügte Lloyd hinzu.
„Was soll ich denn sagen?“, fragte Zelos und zeigte auf seinen Kopf.
Sheena seufzte. „Ihr seid beide Jammerlappen. Kommt, lasst uns gehen, bevor ihr noch euren starken Verletzungen erliegt.“
Sie betraten das Haus des Arztes und sahen sich einem jungen Mann mit kurzen blonden Haaren, blauen Augen und einer Brille auf der Nase, die er sich immer wieder hochschob, gegenüber.
„Was kann ich für euch tun?“, fragte er. „Ich bin Tyuno Surao, der neue Arzt hier.“
„Wenn Sie das nicht wären, wären wir auch nicht hier“, meinte Yuan.
„Oh, ja, natürlich“, antwortete Tyuno. „Also, wo brennt es denn?“
„Hm? Wie, wo brennt es? Ich habe kein Feuer gesehen“, sagte Lloyd verwundert.
Genis seufzte und verpasste ihm eine Kopfnuss. „Lloydisch!!! Das ist ein Sprichwort, Lloyd!“
„Musst du mich auch noch hauen?! Ich bin verletzt!“, rief Lloyd verärgert.
„Immer das Gleiche…“, murmelte Raine und rollte mit den Augen. „Lloyd hat sich unnötigerweise die Hand gequetscht, Zelos war tollpatschig, ist ausgerutscht und hat sich den Hinterkopf aufgeschlagen und mein Sohn wollte sich beweisen, ist unsinnigerweise einen Abhang hinuntergeklettert, ist ausgerutscht und hat irgendetwas mit seinem Fuß gemacht.“
Zelos und Lloyd starrten sie an, als hätte sie sie soeben als lloydisch bezeichnet (was sie indirekt ja getan hat XD), während Xai nur einsichtig zu Boden sah. (Braver Junge ^^)
Der Arzt nickte. „Gut, dann sehe ich mir die Verletzungen mal an. Zuerst einmal die zerquetschte Hand bitte.“
Lloyd zeigte Tyuno seine rote und inzwischen leicht geschwollene Hand. „Werde ich sterben?“
Raine versuchte mühsam, nicht auszurasten und Lloyd zum wiederholten Male zu erklären, dass er nicht durch eine zerquetschte Hand sterben würde.
„Ach was. Ein wenig Salbe und ein Verband und bald wird sie wieder wie neu sein. Es sind zum Glück keine Knochen gebrochen oder Nerven beschädigt.“ Der Arzt stand auf und suchte in verschiedenen Schubladen nach… ja, wonach genau, wusste er anscheinend selber nicht so genau, denn nach einer Weile murmelte er: „Wonach suche ich eigentlich noch mal?“
Die gesamte Gruppe seufzte. Warum musste ausgerechnet das der zurzeit einzig verfügbare Arzt sein?
Tyuno sah sich noch einmal Lloyds Hand an, wie um sich zu erinnern, wonach er gesucht hatte. „Ach ja, genau, die Salbe… Wo ist sie denn?“ Er holte verschiedene Sachen aus den Schubladen, Papiere, Pflaster, Verbandsrollen, Scheren und Spritzen, von denen eine so nah an Zelos’ Kopf vorbeiflog, dass sie durch seine Haare rauschte und in der Wand stecken blieb.
„Woah! Das bringt Erinnerungen an letztes Jahr Silvester zurück, als Raine dieses Messer nach mir geworfen hat…“, bemerkte Zelos erschrocken.
Raine hatte das Gefühl, sich verteidigen zu müssen. „Du hast ja nicht auf mich gehört und bist nicht gegangen! Ich habe dich gewarnt, aber du wolltest ja nicht hören!“
„Du hättest trotzdem nicht gleich zum Messer greifen müssen…“, erwiderte Zelos.
„Oh, ich habe nicht danach gegriffen, ich hatte es schon in der Hand“, wandte Raine ein.
„Tut mir Leid, wenn ich euch unterbreche, aber wo führt das Ganze euch eigentlich hin?“, fragte Genis kopfschüttelnd.
„Ah, hier ist die Salbe!“, rief Tyuno endlich. Er versuchte, sie zu öffnen und riss verzweifelt an der Kappe, aber sie wollte einfach nicht abgehen. „Das gibt es doch nicht!“ Er gab schließlich auf und gab die Salbe Regal, in der Hoffnung, dass er sie öffnen könnte.
Aber auch Regals Anstrengungen waren vergebens. Die Salbe wanderte von einem Mann zum anderen, aber keiner hatte Erfolg.
Schließlich sagte Raine: „Gib her, ich mach das.“
Yuan gab ihr die Salbe, Raine sah sie sich an und schraubte den Deckel dann einfach ab, ohne großen Kraftaufwand.
Die Jungs starrten mit offenen Mündern an.
„Männer…“, seufzte sie. „Hauptsache, sie können Kraft anwenden…“
Der weibliche Teil der Gruppe lachte, während sich die Männer im Raum ziemlich bescheuert vorkamen.
„Ok, jetzt noch der Verband…“, murmelte Tyuno und ging auf einer der Verbandsrollen auf dem Boden zu, stolperte jedoch gegen ein Bücherregal, worauf die Bücher alle auf ihm landeten und er in Ohnmacht fiel.
„Stolpern eigentlich alle Blondhaarigen und Blauäugigen?“, fragte Genis Yuan flüsternd.
„Sieht so aus“, flüsterte dieser zurück.
Raine stemmte die Hände in die Hüften. „Jetzt reicht’s! Besser als der bekomme ich das allemal hin! Lloyd, Hand her!“
In Windeseile hatte sie alle verarztet und Tyuno hatte sie ein nasses Tuch auf die Stirn gelegt. Er war immer noch bewusstlos, aber es war schon später Nachmittag und keiner hatte wirklich Lust, so lange zu warten, bis der Arzt wieder bei Bewusstsein war. Also ging die Gruppe zum Bürgermeister herüber und beauftragten ihn damit, ab und zu nach dem Arzt zu sehen.
Danach flogen sie zurück nach Nyhaim und gingen ins Hotel. Sie alle waren erschöpft und so war es nicht weiter verwunderlich, dass sich die Gruppe aufteilte und in ihre unterschiedlichen Zimmer ging, wo sie die Zeit bis zum Abendessen verbringen würde.





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...   Erstellt am 13.03.2008 - 16:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 14: Tag 2 in Nyhaim, Teil 6~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

„Wie geht es deinem Fuß, Xai? Tut er immer noch weh?“, fragte Genis seinen Neffen.
„Es geht… Wenn ich ihn nicht allzu sehr belaste, kann ich sogar gehen“, antwortete Xai.
„So“, sagte Raine, wandte sich zu ihrem Sohn um, verschränkte die Arme vor der Brust und tippte mit ihrem Fuß ungeduldig auf dem Boden. „Ich hoffe, du hast deine Lektion gelernt! Ich habe doch vorher extra noch gesagt, ihr sollt nichts Unvernünftiges tun!“
Xai sah bedrückt zu Boden. „Tut mir Leid… Aber es ging ja alles gut, bis ich… ausgerutscht bin…“
„Einen Abhang hinunter klettern! Wie kommt man überhaupt auf so eine Idee?! Und wofür das Ganze?! Wieder einmal für dieses dumme Medaillon!“, schimpfte Raine, die sich gar nicht mehr beruhigen wollte.
„Raine…“, murmelte Kratos und legte seine Hand auf ihren Arm, um sie zu beruhigen, was aber nicht im Mindesten half.
„Das ist kein dummes Medaillon! Dad hat es mir gegeben!“, wandte Xai verärgert ein.
„Pah! Dein Vater… Vermutlich ist es gestohlen. Diebesgut. Als ob dein Vater jemals etwas ehrlich verdienen konnte!“, rief Raine und ging auf und ab.
„Sprich nicht so über Dad! Du weißt gar nichts über ihn! Du weißt nichts über ihn und du weißt nichts über mich und trotzdem führst du dich wie meine Mutter auf! Dabei hast du keine Ahnung davon! Hörst du, du hast keine Ahnung!!!“, schrie Xai und mit Tränen in den Augen humpelte er in sein Zimmer und er verschloss die Tür.
Man brauchte nicht einmal Augen zu haben, um zu erkennen, dass die Worte Raine verletzt hatten. Einen kurzen Moment wollte sie gegen Xais Tür klopfen und ihn bitten, wieder herauszukommen, aber stattdessen drehte sie sich um und ging in ihr eigenes Zimmer.
Kratos, Genis und Presea seufzten.
„Es wäre wohl alles besser, wenn Xai damals nicht entführt worden wäre…“, murmelte Kratos mehr zu sich selbst.
„Anders, ja, aber besser? Da wäre ich mir nicht so sicher. Sie beide sind temperamentvoll und impulsiv, obendrein noch Sturköpfe. Solche Streits wird es noch öfters geben, da bin ich mir sicher. Und es hätte sie auch gegeben, wenn Raine Xai aufgezogen hätte“, meinte Genis nachdenklich.
„Aber es wäre anders…“, erwiderte Kratos und seufzte dann. (Genau das hat Genis doch gesagt, Kratos XDDDD) „Ich werde nach Raine sehen… Vielleicht könnt ihr euch ja um Xai kümmern.“
Die beiden nickten und Kratos ging in sein und Raines Zimmer, wo er sie im Bett liegend vorfand. Ihr Gesicht hatte sie in die Kissen gedrückt und sie schluchzte laut.
„Raine…“, sagte Kratos, setzte sich neben sie und strich ihr durchs Haar.
„Du… Du hast gelogen!“, ertönte ihre durch die Kissen gedämpfte Stimme.
„Wie meinst du das?“, fragte Kratos ein wenig nervös. Was war, wenn sie herausgefunden hatte, dass er Xai damals entführt hatte? Aber das konnte nicht sein. Wann hätte sie es herausfinden sollen? Abgesehen davon hatte er in dieser Sache nicht gelogen. Nur halt etwas verschwiegen… Trotzdem fiel ihm bei Raines Antwort kurzzeitig das Herz in die Hose.
„Wegen Xai!“ Sie drehte sich zu ihm um und richtete sich auf. Ihre Augen waren rot, ihr Gesicht nass und ihre Haare zerzaust. „Du hast behauptet, ich sei eine gute Mutter!“
Kratos war so erleichtert, dass sie nicht Xais Entführung meinte, dass er fast laut lachte. Fast. Trotzdem konnte er nicht verhindern, dass seine Mundwinkel sich zu einem Lächeln hoben – und das war schon schlimm genug.
Raine sah ihn mit blitzenden Augen an. „Du machst dich über mich lustig!“
„Nein, Raine, das tu ich nicht!“, beteuerte er wahrheitsgemäß. Er wollte sich gerade eine notdürftige Erklärung zurechtbasteln, aber sie ließ ihn nicht dazu kommen.
„Spar dir deine Erklärungen! Ich habe genug von dir, von euch alle!“ Wütend stand sie auf und verließ das Zimmer, bevor Kratos sie aufhalten konnte. Er rannte ihr hinterher, stellte aber bald fest, dass sie ihn abgehängt hatte. Ahnungslos irrte er durchs Hotel, suchte im Restaurant, fragte in der Küche, brachte eine Frau dazu, in den heißen Quellen zu schauen, ob Raine dort war, zog sogar das Schwimmbad kurz in Erwägung, war sich dann aber sicher, dort nicht suchen zu müssen, weil Raine dort wohl am wenigsten hingegangen wäre.
Nachdem seine Suche also erfolglos blieb, ging er in sein Zimmer zurück und hoffte, dass Raine bis zum Abendessen wieder aufgetaucht war.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Yuan und Kiya standen im Foyer, weil sie sehen wollten, ob es noch irgendwelche spannende und erholsame Angebote gab, als Yuan von jemandem umgerannt wurde.
„Hey!“, rief Yuan verärgert und drehte sich zu der Person um, die aus dem Hotel rannte. Das Einzige, was er noch zu sehen bekam, waren weiße Haare. Verwundert drehte er sich zu Kiya um, die ihm aufhalf. „War das nicht Raine?“
Kiya nickte. „Ich frage mich, warum sie nach draußen gerannt ist… Sie sah wütend aus…“
Yuan seufzte. „Was bleibt uns noch anderes übrig, als ihr zu folgen? Mann, wir hätten niemals ihre Bodyguards werden dürfen, der Job ist einfach zu anstrengend…“
„Da bist du wohl selber dran Schuld, du hast das Ganze vorgeschlagen“, sagte Kiya.
„Aber du hast dem Ganzen zugestimmt!“, erwiderte Yuan.
„Woher hätte ich wissen sollen, dass das nicht so einfach wird, wie gedacht?!“
„Woher hätte ich es wissen sollen?!“
„Du kennst sie länger als ich! Du hättest wissen müssen, dass sie Stress anziehen wie ein Magnet Nägel!“, antwortete Kiya.
Yuan rieb sich die Schläfen. „Lassen wir das, es bringt uns nichts. Wir sollten Raine folgen, bevor sie uns abgehängt hat.“
Die beiden rannten nach draußen und konnten gerade noch sehen, wie Raine im Wald verschwand.
„Oh, na suuuuuper… Ein nächtlicher Spaziergang im Wald, genau das hat mir gerade noch gefehlt…“, brummte Yuan.
„Nun beschwer dich nicht, sondern komm!“, rief Kiya und zog ihn am Ärmel.
Sie folgten Raine, hielten aber einen Sicherheitsabstand. Sie wollten von Raine nicht entdeckt werden, da sie sich sicher waren, dass diese sie sonst mit ihren Blicken getötet hätte, obwohl es streng genommen sogar Yuans und Kiyas Aufgabe war, ihr zu folgen.
Raine blieb an dem See mit dem Wasserfall stehen, wo Zelos und Sheena vorher am Tag ihr kleines ‚Abenteuer’ erlebt hatten. Sie setzte sich ans Ufer und tat die Füße ins Wasser. (Natürlich hat sie vorher die Schuhe ausgezogen XDDD)
Yuan und Kiya versteckten sich im Gebüsch und beobachteten sie.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Genis und Presea saßen inzwischen in Xais Zimmer und versuchten ihn aufzumuntern. Er hatte sofort bereut, was er zu Raine gesagt hatte, aber als er sich bei ihr entschuldigen wollte, war sie weg.
Xai dachte, es wäre seine Schuld, dass sie verschwunden war. „Sie hasst mich…“
„Nein, Xai, das tut sie nicht“, sagte Presea sanft.
„Doch! Ich hätte niemals zu ihr kommen sollen…“, murmelte Xai. „Dann gäbe es jetzt hier nicht so ein Chaos…“
Genis sah Xai wütend an. „Hörst du uns eigentlich zu?! Wie oft muss ich dir noch erklären, dass du keine Schuld daran hast, dass Raine verschwunden ist?! Das macht sie ständig! Meistens, weil sie sich mit Kratos gestritten hat und so scheint es ja auch diesmal zu sein! Zumindest meinte Kratos, Raine wäre auf ihn sauer gewesen und wäre deswegen weggerannt! Außerdem sind wir eine Chaos-Gruppe, da gibt es immer Chaos, ob du nun da bist oder nicht! Also gib dir nicht für alles die Schuld!“
„Aber ich bin daran Schuld, dass sich Mom und Kratos gestritten haben…“, sagte Xai.
„Mach dir deswegen keine Sorgen, Xai. Sie streiten sich ständig. Aber sie versöhnen sich immer wieder. So wird es auch diesmal wieder sein“, versicherte Presea ihm.
„Würde es dir besser gehen, wenn wir nach Raine suchen würden?“, fragte Genis.
„Aber Kratos hat doch schon überall – “ Xai wurde von Genis unterbrochen: „Nein, nicht überall. Er hat nur im Hotel gesucht. Aber Raine hat diese Angewohnheit, zu anderen Orten zu verschwinden. Es würde mich nicht wirklich wundern, wenn sie irgendwohin geflogen wäre.“
Xai nickte. „In Ordnung…“
Die drei standen auf und traten in den Flur, wo sie Kratos trafen.
„Wir wollen draußen nach Raine suchen“, erklärte Genis.
Kratos nickte. „Auf die Idee bin ich auch gerade gekommen. Wir sollten überprüfen, ob noch alle Rheairds da sind.“
Da alle Rheairds da waren, kamen sie zu dem Schluss, dass Raine noch in Nyhaim sein musste. Die Stadt schlossen sie aus, da es dort nachts nicht viel zu sehen war, also blieb nur noch der Wald oder der Strand. Für die vier kam dann doch eher der Wald in Frage.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Raine saß immer noch am Ufer, die Hände auf ihrem Bauch und dachte nach. Sie war wütend auf Kratos, auch wenn sie nicht genau wusste warum. Er hatte zwar gelächelt und schien sich das Lachen verbeißen zu müssen, als sie ihm gesagt hatte, dass er gelogen hatte, aber sie war sich sicher… nein, sie wusste, dass er sich nicht über sich lustig gemacht hatte. Aber was war dann so lustig gewesen?
Raine wusste es nicht und vielleicht war das auch der Grund gewesen, warum sie aus dem Hotel gerannt war. Sie wollte es wissen, aber gleichzeitig wollte sie keine Erklärungen hören. Sie hatte es so satt, ständig irgendwelche Erklärungen anhören zu müssen. Sie war genervt, gestresst und hatte jetzt Erholung dringend nötiger als vor ihrem Drei-Tage-Urlaub.
Sie wollte diesen kurzen Moment der Ruhe und Entspannung genießen und legte sich ins Gras, die Hände immer noch auf ihrem Bauch. Sie kicherte, als sie spürte, wie sich ihr Kind bewegte. Sie hoffte nur, dass es nichts von dem Stress mitbekam, den seine Mutter hatte.
Raine gähnte und merkte jetzt erst, wie müde sie war. Langsam fielen ihr die Augen zu und sie schlief ein.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Als Raine die Augen öffnete, kam es ihr nicht so vor, als hätte sie lange geschlafen. Im Gegenteil. Sie hatte eher das Gefühl, überhaupt nicht geschlafen zu haben. Trotzdem war es erstaunlich hell am See. Raine brauchte eine Weile, um zu realisieren, dass diese Helligkeit kein Sonnenlicht war, sondern aus dem See zu kommen schien.
Die Wasseroberfläche kräuselte sich in der Mitte des Sees und die Ursache des Lichts tauchte auf. Im nächsten Moment stand auf der Wasseroberfläche eine Person, als wäre es das Natürlichste auf der Welt, auf Wasser zu stehen. Ihre Konturen waren von dem geheimnisvollen Licht umgeben, ihre langen Haare glänzten silbern und ihre blaugrünen Augen sahen Raine sanft an.
„W-Wer bist du?“, fragte Raine irritiert.
„Lamara, die Göttin aller Gewässer.“
„Und… was machst du hier?“, wollte Raine wissen.
Lamara kicherte. „Ich statte dir einen Besuch ab.“
„Mir?“, fragte Raine und zeigte mit dem Finger auf sich.
Die Göttin nickte. „Siehst du sonst noch jemanden hier, Raine?“
„Woher…?“
„Ich bin eine Göttin, Raine. Ich weiß Dinge, die sich normal Sterbliche nicht erklären können. Ich weiß auch etwas über Xais Entführung.“
Raine sah sie mit großen Augen an. „K-Kannst du mir sagen, wer meinen Sohn damals entführt hat?“
Lamara schüttelte den Kopf. „Nein, Raine, das kann ich nicht.“
Raine seufzte. Das wäre ja auch zu schön gewesen, um wahr zu sein.
„Aber ich kann es dir zeigen“, sagte Lamara.
Raine sah sie fragend an.
„Nimm meine Hand“, forderte Lamara und hielt Raine ihre Hand hin.
Raine nahm sie zögernd und im nächsten Moment hatte sie das Gefühl zu fliegen. Aber Raine konnte weder unter noch über sich eine Landschaft erkennen. Es wirkte eher, als flögen sie in einer Art Tunnel.
„Der Zeittunnel“, sagte Lamara, als hätte sie Raines Gedanken gelesen.
Aber Raine hätte es nicht weiter gewundert, wenn sie auch das gekonnt hätte. Sie verließen den Tunnel und als Raine sich umsah, erkannte sie Asgard. Sie standen vor dem alten Haus, in dem sie früher gewohnt hatte.
„Sieh, da bist du mit Genis“, sagte Lamara und zeigte nach rechts.
Raine erkannte ihr jüngeres Ich, das ein kleines Bündel im Arm trug und ihren kleinen Bruder. Raine wusste, was in dem Bündel drin war – Xai.
„Müssen wir wirklich wegziehen, Raine?“, fragte Genis traurig.
„Ich kann hier nicht mehr leben, Genis. So sehr ich diese Stadt auch liebe, aber ich kann nicht vergessen, wie glücklich Keith und ich hier waren… Es schmerzt mich, jeden Tag in unserem Haus an ihn erinnert zu werden. Ich muss hier weg, ein neues Leben beginnen.“
„Aber warum muss ich dann mitkommen?! Es ist ungerecht, dass du ständig mein Leben mitbestimmen musst!“, rief Genis.
Raine blieb stehen. „Genis, du bist erst acht Jahre alt! Ich bin für dich verantwortlich und muss mich um dich kümmern!“
„Ich könnte bei Wayx wohnen…“, murmelte Genis.
„Genis… Wayx’ Eltern haben schon genug Schwierigkeiten. Ich weiß, dass du ihn vermissen wirst, aber du kannst ihn doch besuchen“, sagte Raine.
„Aber Iselia ist so weit weg! Es ist auf dem anderen Kontinent! Wie wahrscheinlich ist es da, dass ich ihn bald besuchen kann?!“
Raine schwieg nur und Genis ging weg. Raine betrat seufzend das Haus.
„Wir sollten dir folgen“, bemerkte Lamara und erschreckte Raine damit.
Sie hatte ganz vergessen, dass die Göttin neben ihr stand. Als sie im Haus waren, sahen sie Raine Xai in sein Bett legen und im Schlafzimmer verschwinden.
Raines Herz schlug schneller. Gleich würde sie sehen, wer ihren Sohn entführt hatte. Sie würde nach diesem Kerl suchen und ihn durch eine Hölle gehen lassen, wie er sie sich in seinen schlimmsten Träumen nicht ausmalen konnte.
Gespannt sah sie dabei zu, wie sich die Haustür langsam und geräuschlos öffnete. Sie beobachtete, wie die Gestalt eintrat – und war enttäuscht, als sie erkannte, dass die Person vermummt war. Das Einzige, was sie erkennen konnte, waren seine braunen Augen und ein paar rotbraune Haarsträhnen. Als die Gestalt Xai aus seinem Bett hob, schrie Raine, stürmte auf ihn zu, wollte ihn schlagen, ihm Xai abnehmen, irgendetwas tun, aber sie stellte verzweifelt fest, dass sie aus Luft zu bestehen schien. Sie war wie ein Geist und konnte einfach durch ihn hindurch gehen. Trotzdem schien sie einen gewissen Einfluss auf ihn zu haben, denn er sah sich verwundert um und murmelte: „Was zur Hölle…“ Dann schüttelte er aber den Kopf und trat genauso lautlos aus dem Haus, wie er gekommen war.
Raine und Lamara folgten ihm und konnten sehen, wie er sich in die Lüfte erhob und davonflog.
„Ein Cruxis-Engel?“, fragte Raine verwundert und sah dabei zu, wie eine einzelne Feder zu Boden fiel.
Irritiert stellte sie fest, dass sie blau war. So blau wie die Federn von Kratos’ Flügeln. Raine fragte sich eine Sekunde lang, ob es Kratos gewesen sein konnte, verwarf den Gedanken aber gleich wieder.
„Wir sollten wieder gehen“, sagte Lamara.
„Warte! Verrat mir seinen Namen! Verrat mir den Namen des Cruxis-Engels, der meinen Sohn entführt hat!“, verlangte Raine.
„Ich kann dir nichts darüber sagen, Raine. Ich durfte es dir zeigen, aber sagen darf ich dir nichts. Du musst selber dahinter kommen.“





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...   Erstellt am 14.03.2008 - 15:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 15: Tag 2 in Nyhaim, Teil 7~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Im Wald fanden Genis, Xai, Presea und Kratos Yuan und Kiya in einem Gebüsch – schlafend. Sie brauchten eine Weile, bis sie die beiden geweckt hatten.
Yuan richtete sich langsam auf. „Ahh… Was ist passiert?“
„Ihr habt geschlafen“, antwortete Kratos.
„Huh? Aber… Wie kommt das? Wir haben doch Raine beobachtet… Und im nächsten Moment seh ich euch…“, murmelte Yuan.
„Raine?! Sie ist also hier?!“, fragte Genis aufgeregt.
Kiya nickte. „Als wir sie zuletzt gesehen haben, saß sie am Ufer des Sees… Aber es ist wirklich merkwürdig, dass wir eingeschlafen sind… Ich kann mich nicht einmal daran erinnern, müde gewesen zu sein.“
Kratos rannte zum See und sah Raine friedlich schlafen. Als er sich jedoch über sie beugte, wachte sie auf. Sie sah ihm kurz in die Augen, dann erschrak sie und wich zurück.
„Raine, ich bin es“, sagte Kratos.
Sie blinzelte ein paar Mal und nickte dann langsam. „Tut mir Leid… Ich hatte… einen merkwürdigen Traum…“ Raine wirkte nachdenklich und sah an Kratos vorbei zum See. „Kratos… Weißt du irgendetwas über Xais Entführung?“
Die Frage kam so plötzlich, dass Kratos stolperte, als er auf Raine zuging. Er konnte sich allerdings noch rechtzeitig halten.
„N-Nein, wieso fragst du?“ Er wollte ihr die Wahrheit sagen, aber er konnte es nicht. Es war einfach noch nicht… die richtige Zeit. Allerdings wusste er, dass Raine ihn erst recht hassen würde, wenn er sie anlog und sie später erfuhr, dass er sehr wohl etwas darüber wusste, dass er es sogar gewesen war, der Xai entführt hatte.
„Nur so ein Gefühl… Ich habe den Verdacht, dass Cruxis etwas mit Xais Entführung zu tun haben könnte… Und ich dachte, vielleicht wüsstest du etwas darüber. Yuan kann ich auch noch fragen…“, murmelte Raine.
„Der weiß auch nichts darüber!“, sagte Kratos schnell.
Ein Glück, dass sie anscheinend noch nicht ganz bei Sinnen war, sonst hätte sie seine Nervosität sofort gespürt und ihn ausgequetscht wie eine Zitrone. Kratos wollte nicht länger bei dem Thema verweilen und meinte deswegen: „Raine, es tut mir Leid wegen vorhin… Ich wollte nicht… Dein Haar stand nur so komisch ab, deswegen…“
Raine lächelte ihn an und umarmte ihn. „Ist schon gut. Ich denke, ich bin einfach zu gestresst und zu leicht gereizt in letzter Zeit.“
Die anderen kamen jetzt auch zum See. Sobald Raine Xai sah, löste sie sich von Kratos und umarmte ihren Sohn so stürmisch, als hätte sie ihn ein halbes Jahrzehnt nicht mehr gesehen.
„Mom…“, murmelte Xai in Raines Haar. „Es tut mir Leid, was ich gesagt habe…“
Raine schüttelte den Kopf. „Das macht nichts. Ich muss bestimmt noch viel lernen.“
„Aber es muss dich verletzt haben… Es tut mir so Leid…“
„Mach die keine Sorgen. Es ist alles gut, solange ich weiß, dass du in meiner Nähe bist…“
Die anderen sahen lächelnd zu und die Gruppe ging dann ins Hotel zurück, nur um zu bemerken, dass sie das Abendessen verpasst hatten.
„Oh verdammt! Ich habe Hunger!!!“, rief Yuan und sein Magen knurrte zur Bestätigung.
„Vielleicht können wir den Chefkoch ja fragen, ob er uns noch eine Kleinigkeit macht“, sagte Genis.
„So spät noch etwas zu essen, ist nicht gesund. Wir sollten besser ins Bett gehen und morgen beim Frühstück dann zulangen“, erwiderte Raine.
„Bis dahin bin ich verhungert…“, beklagten sich Yuan und Genis gleichzeitig.
„Damit müsst ihr wohl leben“, meinte Raine trocken.
„Ahahahaha… ha… Wie witzig, Raine…“, murmelte Genis und die Gruppe ging in ihre jeweiligen Zimmer.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Das Mondlicht schien durch die Fenster und tauchte alles in ein silbernes Licht. Raine lag wach im Bett und dachte über den Traum nach, den sie gehabt hatte.
Was war, wenn es kein Traum gewesen war? Es hatte sich alles so echt angefühlt, so realistisch… Sie hatte die Wärme von Lamaras Hand gespürt, den Wind in Asgard, die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht… Es konnte nicht nur ein Traum gewesen sein. Und das bedeutete, dass Cruxis etwas mit der Entführung ihres Sohns zu tun gehabt hatte. Die Frage war nur: Was hatte Cruxis mit Xai gewollt? Wozu hatten sie ihn gebraucht?
Sie musste Nachforschungen betreiben. Natürlich konnte sie auch Xai direkt fragen, aber sie hatte Angst, damit womöglich schlimme Erinnerungen in ihm zu wecken.
Sie erinnerte sich wieder an die Feder des Cruxis-Engels und da fiel ihr ein, dass sie damals die Feder aufgehoben hatte, als sie nach Xai gesucht hatte. Sie musste sie irgendwo noch haben.
Raine stand leise auf, um Kratos nicht zu wecken und holte die kleine Schatulle aus ihrem Koffer. Sie hatte sie trotz allem mitgenommen. Sie öffnete sie und wühlte ein wenig dort drin herum, bis sie ein leuchtend blaues Schimmern sah. Sie war immer noch da, die blaue Engelsfeder.
Sie betrachtete sie eingehend und kam immer wieder zu dem Schluss, dass sie von Kratos hätte sein können. Die Betonung lag auf ‚können’, denn sie war sich sicher, dass Kratos es nicht gewesen war. Er hätte so etwas nicht gemacht. (Wie sehr du dich doch irrst, Raine T-T) Aber um wirklich sicher sein zu können, dass die Feder nicht Kratos gehörte, musste sie sie wohl mit seinen vergleichen.
Raine seufzte. Sie hatte schon allein deswegen ein schlechtes Gewissen, weil ihr überhaupt der Gedanke gekommen war, dass Kratos es gewesen sein könnte. Aber es passte alles so gut zusammen… Die braunen Augen, die rotbraunen Haare… Sogar die Stimme hatte sich wie die von Kratos angehört. Und zuletzt die Feder…
Trotzdem weigerte sich Raine, Kratos zu verdächtigen. Sie würde Nachforschungen betreiben und herausfinden, dass es nicht Kratos gewesen war. (Oi, viel Erfolg, Raine! XDD)
Raine dachte darüber nach, wie sie am besten mit den Nachforschungen anfangen sollte. Vielleicht sollte sie doch noch einmal Yuan fragen, auch wenn Kratos behauptet hatte, dass dieser ebenfalls nichts wusste. Und vielleicht konnte sie auch Lilia um Hilfe bitten. Am besten wäre es, wenn Raine an einen Cruxis-Engel herankam, der etwas über die Entführung wusste, aber wo sollte sie den herkriegen? Die meisten Engel waren leblose Wesen gewesen und schienen sich für solche Dinge nicht besonders zu interessieren. Yggdrasill war tot, wobei Raine bezweifelte, dass er ihr überhaupt etwas gesagt hätte. Doch dann kam ihr eine Idee, wer möglicherweise etwas über damals wissen konnte.
Zufrieden packte sie die Feder wieder in die Schatulle, packte diese in ihrem Koffer und legte sich zurück ins Bett, wo sie sofort einschlief.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Kratos hatte Raine durch halb geschlossene Augen beobachtet und ihm entfuhr ein erschrockenes Keuchen, als er die Feder sah – seine Feder. Er wusste, dass er sie damals in Asgard verloren hatte, als er Xai entführt hatte. Das passierte leider allzu oft und immer genau dann, wenn man es nicht gebrauchen konnte. Er war so leise und vorsichtig gewesen und hatte keine Spur hinterlassen – zumindest nicht absichtlich. Aber diese dumme Feder musste sich natürlich genau dann aus seinen Flügeln lösen, als er Xai entführt hatte.
Raine hatte ihn zum Glück nicht gehört, sie war wohl zu sehr in ihren Gedanken versunken gewesen.
Jetzt, da Raine friedlich neben ihm schlief, war er es, der nicht mehr schlafen konnte. Er fuhr sich durch die Haare und überlegte, was er am besten tun sollte.
Er hatte mehrere Möglichkeiten: Er konnte Raine die Wahrheit sagen und die Radieschen demnächst von unten betrachten, er konnte versuchen, Raine auf die falsche Spur zu bringen, was damit anfing, dass er die Feder verschwinden ließ oder er konnte einfach gar nichts machen und abwarten, bis sie von selbst darauf kam, dass er ihren Sohn entführt hatte, wodurch er ebenfalls unter der Erde landen würde.
Lösung zwei schien auf den ersten Blick vielleicht noch die sicherste, aber sie war mit Risiken verbunden. Wenn Raine jemals herausbekam, dass er sie absichtlich auf eine falsche Spur geführt hatte, wäre nicht nur sein Leben verwirkt, sondern sein Leben nach dem Tod gleich mit dazu!
Außerdem wäre es unklug gewesen, die Feder verschwinden zu lassen, zumindest diese Nacht. Denn wer wäre der einzige Verdächtige? Er.
Nein, Lösung zwei schloss er aus, denn es gefiel ihm nicht, Raine so an der Nase herumzuführen. Es war schon schlimm genug, dass er sie anlog. Außerdem wollte er ihr ja irgendwann die Wahrheit sagen, wenn die richtige Zeit dazu gekommen war. Auf jeden Fall wollte er es ihr noch vor der Hochzeit sagen und bevor sie es selbst herausfand.
Und das bedeutete, dass er es am besten am nächsten Tag tat. Mit diesem Gedanken schlief er schließlich ein.





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...   Erstellt am 15.03.2008 - 14:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 16: Tag 3 in Nyhaim, Teil 1~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Lloyd war gerade auf dem Weg zum Badezimmer, als er Regal begegnete.
„Morgen, Regal…“, gähnte Lloyd. „Warum bist du denn schon so früh wach? Es ist doch erst sechs Uhr…“
„Ich weiß, aber ich helfe heute dabei, das Frühstück zu machen. Heute gibt es das etwas früher, da wohl die Köche nachher noch viel zu tun haben. Deswegen soll ich auch helfen“, erklärte Regal.
Lloyd blinzelte. „Frühstück?! Früher als sonst?! Heilige Martel! Es gibt endlich FRÜHSTÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜCK!!!“ Er vergaß, wo er eigentlich hingehen wollte und rannte wie ein Irrer durch die Gänge. „FRÜHSTÜCKFRÜHSTÜCKFRÜHSTÜCK!!!“
Schnell erschienen auch Yuan und Genis, die immer noch hungrig waren.
„Habe ich gerade das Wort ‚Frühstück’ gehört?“, fragte Yuan seinen jüngeren Freund.
„Ja, ich habe es auch gehört“, antwortete Genis.
Im nächsten Moment rannte Lloyd schneller als der Blitz an ihnen vorbei und schrie: „FRÜHSTÜCKFRÜHSTÜCKFRÜHSTÜCK!!! Es gibt endlich Frühstück!!!“ Er wäre wohl die Treppe herunter gerannt beziehungsweise gesprungen, wenn ihn nicht plötzlich ein Buch am Kopf getroffen hätte und er deswegen die Treppe halbwegs runter stolperte, halbwegs fiel.
„Lloyd, warum zum Teufel machst du um SECHS UHR MORGENS schon so einen Krach?! Es gibt Leute, die wollen schlafen!“, ertönte Raines wütende Stimme. Sie stand in der Tür ihres Zimmers und sah ihren ehemaligen Schüler so Furcht einflößend an, dass ihr Blick wohl nicht nur ihn, sondern auch die umstehenden Personen (Genis und Yuan) getötet hätte, wenn es möglich gewesen wäre.
„Ähm… Es gibt Frühstück…“, murmelte Lloyd kleinlaut.
„Stell dir mal vor, so viel konnte ich von deinem Gebrüll auch noch verstehen! Und nicht nur ich! Ich bin mir sicher, du hast gerade das gesamte Hotel, nein, ganz Nyhaim geweckt!“, rief Raine verärgert. „Warum kann man sich hier eigentlich nicht EINMAL erholen?! Mehr verlange ich doch gar nicht!“
„Nun…“, setzte Genis zu einer Antwort an, aber Raine ließ ihn gar nicht aussprechen.
„Erst dieser Diebstahl im Museum, dann dieser Stresstag gestern, wo wir keinen vernünftigen Arzt finden konnten… Wäre schön gewesen, wenn ich heute wenigstens Erholung gehabt hätte, aber nein! Der Tag ist jetzt schon wieder im Eimer, weil ich nicht ausschlafen konnte! Danke auch! Echt großartige Leistung von euch!“
Raine merkte gar nicht, dass Yuan, Genis und Lloyd sich langsam die Treppe hinunter geschoben hatten und in den Speisesaal verschwunden waren, so sehr war Raine in ihrem Wutanfall vertieft. Sie merkte es erst, als Kratos hinter ihr erschien und fragte: „Raine, warum schreist du so?“
„Diese drei haben –“ Sie zeigte auf die Stelle, wo Yuan, Genis und Lloyd noch vor kurzem gestanden hatten und konnte sie nirgends mehr entdecken.
„Wer?“, wollte Kratos wissen und sah sich irritiert um.
„Ach, vergiss es“, brummte Raine missgelaunt, ging zurück in ihr Zimmer und zog sich um.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Raine hatte Recht gehabt, das ganze Hotel war jetzt wach. Zumindest der Rest der Gruppe.
„Zelos, lass uns aufstehen…“, seufzte Sheena.
„Lass mich noch schlafen, Mami… Ist doch noch Nacht…“, murmelte Zelos im Halbschlaf.
„Zelos!“, rief Sheena und schüttelte ihn an der Schulter, aber mehr als ein Brummen bekam sie von ihm nicht zu hören. Sie schrie ihm sogar ins Ohr, aber er bewegte sich keinen Millimeter, als wenn er taub wäre und sie gar nicht hören konnte.
Auf Sheenas Gesicht erschien ein hämisches Grinsen. „Gut, wenn du es unbedingt so haben willst… Komm, Undine!“
Der Elementargeist des Wassers erschien und sah sie fragend an.
„Ich glaube, Zelos hat eine kleine kalte Dusche nötig“, sagte Sheena grinsend.
„Wie du wünschst“, antwortete Undine und sie ließ eine riesige Menge Wasser über Zelos erscheinen, die in dem Moment, in dem Undine verschwand, auf Zelos hinabstürzte.
Er wand sich wie ein Fisch auf dem Land und schüttelte sich dann wie ein nasser Hund.
„Wo… Wo kommt das Wasser auf einmal her?“, fragte Zelos und wrang seine Haare aus.
Noch hämischer grinsend antwortete Sheena: „Alles Gute kommt von oben.“
„Sheena, du hast doch wohl nicht etwa Undine…“
Sheena nickte. „Du wolltest einfach nicht aufwachen.“
„Wie spät ist es denn?“
„Kurz nach sechs“, antwortete Sheena.
„WAAAAS?! Warum weckst du mich denn mitten in der Nacht?!“
Sheena seufzte. „Erstens ist es nicht mitten in der Nacht, zweitens kann es nicht schaden, auch mal etwas früher aufzustehen und drittens hat Lloyd irgendwas von Frühstück geschrieen und damit mit Sicherheit nicht nur mich, sondern das ganze Hotel geweckt.“
„Frühstück? Oh, danke, Sheenalein, dass du mich geweckt hast!“, rief Zelos begeistert, gab ihr schnell einen Kuss und rannte schneller ins Bad um zu duschen als man ‚Frühstück’ sagen konnte.
„Gern geschehen…“, murmelte Sheena.

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Als Kratos, Raine und Xai in den Speisesaal kamen, war er brechend voll. Was kein Wunder war, nachdem Lloyd rumgebrüllt hatte, dass es jetzt schon Frühstück gab, er damit die meisten wohl geweckt hatte und kaum einer von ihnen wieder hatte einschlafen können. Zum Glück hatten ihre Freunde ihnen Plätze freigehalten.
Die anderen waren schon alle da und Lloyd, Yuan, Genis und Zelos hatten sich – es war nun wirklich nicht weiter verwunderlich – schon mindestens drei Brötchen einverleibt.
Sie waren immer noch am Frühstücken, als der Portier zum Tisch der Gruppe kam und fragte: „Haben Sie zweihundert Babyklamotten, eine Spieleisenbahn und ein Spiel hierher liefern lassen?“
„Ja, das haben wir“, antwortete Raine.
„Zweihundert Babyklamotten?! Wo sollen wir die denn noch unterbringen?!“, fragte Genis Kratos flüsternd.
„Wir finden schon Platz, wir haben genügend Zimmer“, erwiderte Kratos.
„Ja, aber bald haben wir keine mehr zum Schlafen…“, murmelte Genis.
„Laden Sie doch bitte alles in Zimmer achtzehn ab“, bat Raine.
Der Portier nickte und verschwand wieder.
„Was für ein Spiel ist das, das ihr gekauft habt?“, fragte Lloyd neugierig.
„Ziel des Spiels ist es, das Zentrum des Spielbretts zu erreichen, wodurch man den ‚Goldenen Speer’ bekommt. Jeder Spieler hat eine Figur, die er drei Felder vorwärts bewegen darf, wenn er eine Frage richtig beantwortet hat. Beantwortet man sie jedoch falsch, muss man drei Felder zurückgehen“, erklärte Yuan.
„Klingt interessant. Vielleicht können wir das gleich ja spielen“, schlug Xai vor.
Yuan nickte. Auch die anderen schienen nichts dagegen zu haben. Bis auf Raine.
„Ein Spiel?“ Sie rollte mit den Augen. „Damit können wir doch nicht den ganzen Tag verbringen! Das ist doch viel zu langweilig! Was ich jetzt brauche ist Action! Action, Action und noch mal Action!“
Die anderen sahen sie an, als käme sie von einem anderen Planeten.
„Ich dachte, du wolltest Erholung haben“, meinte Genis.
Raine wedelte mit ihrer Hand vorm Gesicht. „Erholung, Erholung! Die letzten Tage waren doch die reinste Erholung! Ich muss mich jetzt bewegen, muss was erleben!“
Die Freunde sahen sich noch ungläubiger an.
„Da muss was im Kaffee gewesen sein…“, flüsterte Genis zu Yuan und dieser nickte.
„Raine, ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Kratos besorgt.
„Oh, bestens! Alles bestens! Aaaaaaaaaaaaaaaaaaalles bestens!“, sang sie und tanzte um den Tisch.
Die Leute sahen sie schon merkwürdig an.
„Oh mann… Erst Kratos, der peinlich ist und jetzt Raine… Ich kenn sie nicht, nein, ich sitze nur an diesem Tisch, weil alle anderen schon voll waren, ich kenn sie nicht, nein…“, murmelte Yuan immer wieder.
„Regal, was habt ihr Raine in den Kaffee getan?“, fragte Genis seufzend.
„Nichts. Zumindest nicht in den Kaffeepott, ich habe auch Kaffee getrunken“, antwortete Regal.
Auf einmal fing Raine an laut zu lachen. „Ihr solltet…“ Sie wischte sich die Lachtränen weg. „Ihr solltet euch mal sehen…“ Sie lachte herzhaft. „Es stimmt also doch, Rache IST süß…“
Die Freunde sahen sich verwirrt an. Rache? Was für eine Rache?
„Und, wie gefällt euch eine Raine, die Action der Erholung vorzieht?“, fragte sie.
„Du… Du hast das nur gespielt?“, fragte Sheena unsicher.
„Natürlich“, antwortete Raine.
Die Gruppe seufzte.
„Und wofür war das nun die Rache?“, fragte Genis.
„Das solltet ihr drei“, sie sah dabei Genis, Yuan und Lloyd an, „ganz genau wissen.“
„Aber wir haben gar nichts gemacht!“, riefen Genis und Yuan gleichzeitig.
„Das war Lloyds Schuld!“ – „Lloyd ist durch die Gänge gerannt und hat herumgeschrieen!“ – „Schiebt nicht alle Schuld auf mich! Ihr hattet auch Hunger!“
Lloyd, Genis und Yuan redeten alle drei durcheinander, so dass das einzige Wort, dass man gut hören konnte ‚Lloyd’ war.
„Schon gut, schon gut“, seufzte Raine. „Was ist nun, wollt ihr dieses Spiel jetzt spielen oder nicht? Ich muss zugeben, ein wenig langweilig finde ich es schon… Und ich bezweifle, dass wir uns damit den ganzen Tag beschäftigen können.“
Yuan grinste. „Nun… Hilft es, wenn ich sage, dass das Spiel von einer antiken Zivilisation handelt?“
„Worauf wartet ihr noch?!“, fragte Raine und stürmte die Treppen nach oben.
Kratos seufzte. „Sie sollte in ihrem Zustand nicht so viel rennen, das tut ihr nicht gut…“
„Vielleicht wird das Kind dadurch ja besonders sportlich“, bemerkte Kiya.
Die Gruppe folgte Raine und als sie in ihrem Zimmer ankamen, hatte diese schon alles aufgebaut, schien sich aber nach etwas umzusehen.
„Ich finde die Spielfiguren nicht…“, meinte sie.
„Hmm… Vielleicht hat man vergessen, sie dazu zu packen?“, fragte Genis.
„Ohne die Spielfiguren können wir nicht spielen“, sagte Zelos.
„Vielleicht hat jemand ja Figuren von anderen Spielen?“, meinte Sheena.
„Wo sind eigentlich Lloyd, Colette und Anna?“, wollte Raine wissen.
Gerade als Kiya antworten wollte, traten Lloyd und Colette ein.
„Anna ist jetzt in diesem Spieleparadies, dort wird sie bestimmt viel Spaß haben“, bemerkte Lloyd.
„Spieleparadies?“, hakte Kratos nach.
„Ja, da kann man seine Kinder abgeben und die spielen dann da mit anderen Kindern und malen Bilder und all so was“, erklärte Colette.
Raine seufzte. „Ändert nichts daran, dass wir immer noch keine Spielfiguren haben…“
„Hey, was ist das?“, wunderte sich Xai und holte einen kleinen Zettel aus der Spielverpackung heraus. Er merkte nicht, dass dabei ein komisches Pulver auf das Spielbrett fiel, auch den anderen fiel es nicht auf.
Xai las vor, was auf dem Zettel stand:

„Das Leben ist ein Spiel und wir sind die Figuren. Die heilige Macht der Götter verkörpert die Regeln, nach denen wir leben. Hiermit geben wir uns den Regeln hin, werden zu Figuren und spielen das Spiel.“

„Xai, nicht!“, rief Raine noch schnell, da sie ein ungutes Gefühl hatte, aber es war schon zu spät.
Im nächsten Moment ging ein gleißend helles Licht vom Spielbrett aus, welches die Freunde zu verschlingen schien.





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...   Erstellt am 16.03.2008 - 13:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 17: Tag 3 in Nyhaim, Teil 2~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Lilia war auf dem Weg zum Hotel, um sich ein wenig mit Raine zu unterhalten. Der Portier erklärte ihr, dass die gesamte Gruppe sich wohl in Zimmer achtzehn aufhielt, also ging Lilia die Treppen nach oben und klopfte an die dementsprechende Tür.
Aber sie bekam keine Antwort, auch nach fünf Minuten noch nicht. Sie klopfte noch einmal etwas stärker und stellte fest, dass die Tür offen war. Sie trat ein und sah… niemanden. Nur ein Spielbrett mit zwölf Figuren (hoffentlich habe ich mich nicht verrechnet O.o), das so aussah, als wäre es bis eben noch benutzt worden. Das Zimmer war vollkommen verlassen und Lilia gefiel es nicht, dass es so aussah, als wäre bis vor kurzem noch hier jemand gewesen. Sie ging näher auf den Tisch zu und betrachtete das Spielbrett.
Ihre Augen weiteten sich, als sie es erkannte und realisierte, was passiert war.
„Oh, verdammt…!“

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Yuan öffnete langsam seine Augen. Er sah einen bewölkten Himmel.
„Sieht so aus, als würde ein Sturm heranziehen…“, murmelte er, blieb weiterhin liegen und betrachtete die Wolken.
Er fragte sich gerade, warum er eigentlich draußen war, als ihm einfiel, dass er überhaupt keine Ahnung hatte, wo er war. Schnell richtete er sich auf und sah sich um. Er und seine Freunde lagen auf einer nassen Wiese, weit und breit nur Felsen und Bäume zu sehen, von Nyhaim keine Spur, von einem Hotel ganz zu schweigen.
„Hey, Leute! Wacht auf! Wo sind wir hier?“, fragte er und weckte damit die anderen.
Doch auch seine Freunde waren ratlos.
„Ich habe nur eine ungefähre Ahnung… Es mag verrückt klingen, aber ich vermute, wir sind im Spiel gelandet…“, bemerkte Raine.
„Was? Wie kann das sein? Das ist doch nicht möglich!“, rief Zelos ungläubig.
„Was Xai vorgelesen hat, war vermutlich ein Zauberspruch. Jetzt ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass es keine Figuren gab. Die Personen, die das Spiel spielen, werden zu den Figuren“, erklärte Raine.
„Heilige Martel… Und wie kommen wir aus dem ganzen Schlamassel wieder heraus?“, fragte Yuan.
„Hmm… Vermutlich, in dem wir diesen Tempel erreichen und den ‚Goldenen Speer’ bekommen… Vielleicht kann er uns wieder zurückverwandeln“, antwortete Raine nachdenklich.
„Aber dafür müssen wir Fragen richtig beantworten. Wenn nicht, müssen wir drei Felder zurückgehen…“, sagte Kiya, aber Raine schüttelte den Kopf.
„Ich würde das, was auf der Verpackung stand, nicht allzu ernst nehmen. Vermutlich wurde die Verpackung nur hergestellt, um das Spiel zu verkaufen. Ich bin mir sicher, es ist einzigartig und es hätte sich wohl kaum verkauft, wenn es geheißen hätte, dass alle, die das Spiel spielen, selber zu Figuren werden.“
„Also könnte es auch durchaus sein, dass wir kämpfen müssen?“, fragte Sheena.
„Es wäre möglich“, erwiderte Kratos. „Wir müssen vorsichtig sein. Wenn wir Pech haben, können wir auch hier sterben.“
Das sorgte dafür, dass eine Weile Ruhe herrschte. Dieses Spiel war gefährlich und alle wollten es so schnell wie möglich verlassen.
„Worauf warten wir dann eigentlich noch?“, fragte Lloyd. „Lasst uns endlich gehen!“
„Halt!“, ertönte eine Stimme und vor den Freunden erschien wie aus dem Nichts ein riesiger Krieger, mit einem Speer in der Hand, einem Helm auf dem Kopf und einer schweren graugrünen Rüstung. Wenn seine Statur und sein Auftreten einem keine Angst machte, dann doch seine feuerroten Augen und seine bleiche Hautfarbe. „Halt!“
„Wer bist du?“, fragte Yuan mutig.
„Ich bin der Hüter. Ich passe darauf auf, dass die Regeln des Spiels eingehalten werden.“
„Das ist ja alles schön und gut, aber warum lässt du uns dann nicht gehen? Wir müssen diesen Speer finden, um wieder in unsere Welt zu kommen. Er bringt uns doch in unsere Welt, oder?“, hakte Xai nach.
Der Hüter nickte. „Ja, solltet ihr ihn finden und ihn richtig nutzen, bringt er euch wieder in eure Welt. Aber ihr könnt euch nicht auf die Suche begeben, so wie ihr seid.“
„Warum nicht?“, fragte Colette.
„Es müssen zwei Teams gebildet werden. Das Team, welches den ‚Goldenen Speer’ findet, darf entscheiden, wer wieder nach Hause kann und wer für immer hier bleiben muss.“
„WAS?!“, schrieen alle gleichzeitig.
„Aber das…“, wollte Kiya einwenden, aber der Hüter unterbrach sie: „So sind die Regeln und ihr werdet danach spielen oder sofort sterben. Ihr habt die Wahl.“
Die Gruppe seufzte.
„Wie sehen die Teams aus?“, fragte Raine missmutig.
„Kratos, Yuan, Regal, Presea, Genis und Xai bilden Team A; Raine, Kiya, Zelos, Sheena, Lloyd und Colette Team B.“
Die Gruppe war gerade dabei, ihre Proteste kundzutun, als der Hüter meinte: „Des Weiteren darf jedes Team einen Weg wählen, den es bestreiten will. Zur Auswahl stehen der ‚Weg des Geistes’ und der ‚Weg des Körpers’. Trefft eure Wahl.“
„Wir lassen dem anderen Team den Vortritt“, erklärte Kratos.
Raine besprach sich mit ihren Teammitgliedern. „‚Weg des Geistes’ könnte bedeuten, dass dort eher Wissen gefragt ist, während ‚Weg des Körpers’ meiner Meinung nach eher für Kämpfen steht…“
„Was nehmen wir dann?“, fragte Sheena.
„Mir wäre Wissen lieber“, gestand Raine.
„Ich bin aber im Kämpfen besser“, wandte Lloyd ein. „Wie sieht es mit euch aus?“
„Ich bin auch für Kämpfen“, sagte Zelos.
„Wissen“, antwortete Kiya.
„Ich auch“, erwiderte Sheena.
„Ich schließe mich Raine, Kiya und Sheena an“, meinte Colette.
Lloyd und Zelos seufzten.
„Wir nehmen den ‚Weg des unendlichen Geistes’“, sagte Raine zu dem Hüter.
Dieser nickte. „So sei es.“ Er hob seine Arme gen Himmel und wieder einmal wurden die Freunde von einem Licht verschlungen.

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Lilia sah die Veränderungen auf dem Spielbrett. Die Figuren, die vorher alle auf einem riesigen Feld gestanden hatten, verteilten sich nun auf zwei unterschiedliche Felder. Lilia wusste, dass das Spiel somit begonnen hatte.
„Oh, ich hoffe nur, sie überleben es… Dieses Spiel bringt nur Unglück… Seit Jahren wird nun schon danach gesucht und jetzt taucht es auf einmal auf… Ich muss herausfinden, wer es ihnen verkauft hat…“
Sie bemerkte die ganze Babykleidung im Raum und die Spielzeugeisenbahn und beschloss, den Portier darüber zu befragen.
„Tut mir Leid, darüber darf ich Ihnen leider keine Auskunft geben“, sagte er, klang dabei aber nicht gerade so, als täte es ihm Leid.
In diesem Moment war Lilia froh, dass sie als Kommissarin Mittel hatte, trotzdem die Informationen zu bekommen, die sie haben wollte.
„Ich bin von der Polizei“, meinte sie und zeigte ihren Ausweis vor, „und ich möchte wissen, wer die Spielzeugeisenbahn zu Zimmer achtzehn geliefert hat.“
„Na, wenn das so ist…“, brummte er und suchte in einem kleinen Büchlein. „Das kam von… Kijons Spielzeugland.“
Lilia bedankte sich und machte sich auf den Weg in die Stadt. Zwar gefiel es ihr nicht, das Spielbrett unbeobachtet zu lassen, aber sie hatte keine andere Wahl, sie musste herausfinden, wer dieses gefährliche Spiel nach Nyhaim gebracht hatte.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Hitze. Wind, der Sand aufwirbelte. Dünen, wohin man auch sah. Überreste einer Ruinenstadt.
Das war die Gegend, in der Kratos’ Gruppe gelandet war. Die Frage, die sie sich stellten, war nur, wohin sie gehen sollten. Es sah alles gleich aus.
„Mann, dieser Hüter hätte uns wirklich in keine trostlosere Gegend schicken können“, seufzte Yuan. „Und es ist auch noch so heiß…“ Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und krempelte seine Ärmel hoch.
„Hör auf zu jammern. Wir sollten uns auf den Weg machen und nach diesem Tempel suchen“, sagte Kratos ernst.
„Vielleicht ist er ja sogar in der Nähe. Immerhin sind hier Ruinen“, bemerkte Xai.
„Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Und selbst wenn, dann wären hier bestimmt viele Fallen und Monster…“, meinte Genis.
„Ich denke, hier wird irgendwo ein Hinweis sein… Es ist immerhin ein Spiel und irgendwie müssen wir ja erfahren, wo wir lang gehen müssen“, stellte Presea fest.
„Dann suchen wir am besten in den Ruinen danach“, schlug Regal vor.
Sie suchten also in den Ruinen, die noch einigermaßen begehbar waren. In einer fanden sie eine Treppe, die tief unter die Erde führte.
„Sieht jemand von euch hier eine Fackel oder hat etwas dabei, das wir anzünden können? Wir brauchen Licht“, meinte Kratos.
„Ich glaube, ich habe ein paar Knochen gesehen. Fehlt uns nur noch etwas, das wir anzünden können…“, antwortete Genis.
„Okay. Yuan, wir brauchen deinen Umhang“, bemerkte Kratos.
„W-Was?! Warum muss es ausgerechnet MEIN Umhang sein?!“, fragte Yuan.
„Weil er am besten brennen wird. Abgesehen davon ist er doch schon so alt… Du brauchst mal einen Neuen“, erklärte Kratos und zog an Yuans Umhang.
„Nein! Lass los, Kratos!!!“ Verzweifelt wehrte sich Yuan, aber letztendlich war er zu schwach und sein Umhang wurde zum Anzünden benutzt.
„Kratos, dafür wirst du mir noch büßen…“, brummte Yuan missmutig.
Sie fanden genügend Knochen, um für jeden eine Fackel zu machen, aber sie zündeten noch nicht alle an, da sie nicht wussten, wie tief es hinab ging und wie lange die Fackel brennen würde.
Die Stufen der Treppe waren staubig und brüchig. Sie mussten sehr vorsichtig gehen und kamen deswegen nicht besonders schnell voran. Hinzu kam noch, dass die Treppe einfach kein Ende zu nehmen schien.
„Ich kann nicht mehr…“, jammerte Yuan. „Meine Beine tun weh und mein Hals ist ganz trocken… Ich brauch eine Pause…“
„Yuan…“ Kratos war ziemlich genervt von seinem Freund. „Könntest du endlich aufhören, Lloyds und Zelos’ Rolle zu übernehmen und den Jammerlappen zu spielen?! Wir können dich auch gerne hier zurücklassen! Aber ich möchte möglichst schnell wieder aus dieser Welt hinaus!“
„Wie machen wir das überhaupt?“, fragte Xai bedrückt. „Der Hüter meinte, das Team, das zuerst den ‚Goldenen Speer’ findet, darf bestimmen, wer hier bleiben muss und wer wieder in unsere Welt darf…“
„Wir bestimmen einfach, dass alle wieder zurück dürfen, ganz einfach“, antwortete Genis.
„Hoffen wir, dass das funktioniert… Ich habe so das Gefühl, dass wir jemanden zurücklassen müssen…“, sagte Kratos ernst.
„Was?! Aber das wäre ja schrecklich!“, rief Xai.
„Wenn es so ist, werden wir schon einen Weg finden, dies zu vermeiden“, meinte Kratos und strich Xai durchs Haar. „Mach dir keine Sorgen.“
Sie gingen weiter und erreichten bald das Ende der Treppe. Zu diesem Zeitpunkt mussten sie die zweite Fackel anzünden. Sie befanden sich in einem langen, schmalen Gang. Während sie weiter gingen, hatten sie das Gefühl, dass es immer heißer wurde.
„Bilde ich mir das nur ein, oder –“
Bevor Yuan seine Frage zu Ende stellen konnte, unterbrach Kratos ihn: „Nein, Yuan, es wird wirklich immer heißer.“
„Ich frage mich, woran das liegt…“, murmelte Genis.
Bald fanden sie es heraus. Sie erreichten das Ende des Ganges. Nun, er ging schon noch weiter, aber sie konnten nicht weiter gehen, da sich vor ihnen ein Lavastrom seinen Weg bahnte. Der Weg, auf dem sie jetzt standen, war ein wenig erhöht und an den Seiten führten kleine Treppen zum ‚Ufer’ des Lavastroms.
„Und was jetzt?“, fragte Regal.
„Seht mal. Hier sind… Flöße oder so etwas in der Art“, bemerkte Presea und zeigte zu den Treppen, an deren Enden kleine viereckige Flöße mit niedrigen Wänden bereit standen.
„Scheint so, als könnten wir weiter“, sagte Kratos und löschte die Fackel, da der Lavastrom genügend Licht bot. „Oh, das würde Raine gar nicht gefallen…“
„Aber ich dachte, sie hat nur Angst vor Wasser. Das hier ist aber Lava“, wandte Xai ein.
„Sie mag Bootsfahrten und so was generell nicht. Abgesehen davon ist Lava wesentlich schlimmer als Wasser“, antwortete Genis.
„Wenn sie hierbei Angst hätte, wäre das sogar noch verständlich… Die Flöße sehen wirklich nicht sehr sicher aus…“, meinte Yuan und betrachtete die Fortbewegungsmittel skeptisch.
Es gab zwei Stück, die beide jeweils aus einem durchsichtigen Material bestanden, das wie Eis aussah. Aber normales Eis wäre natürlich sofort geschmolzen.
Kratos bestieg als Erstes eines der beiden Flöße und setzte sich auf den Boden des Gefährts. „Ich frage mich, was für ein Material das ist… Es ist schon Wunder genug, dass es diesen Temperaturen standhält, aber zudem ist es auch noch kühl.“
„Hast du kühl gesagt?!“, fragte Yuan begeistert und kletterte als Nächstes aufs Floß, zum Glück nicht so hektisch, dass er es umwarf. Denn dann wäre es mit Yuan und Kratos wirklich aus gewesen.
Regal begab sich ebenfalls in ihr Floß, während sich die drei Kinder eins teilten.
Als alle an Bord waren, schauten sich die sechs nach irgendwelchen Paddeln oder etwas Ähnlichem zum Antreiben um, aber fast im gleichen Moment setzten sich die Flöße wie durch Magie selbstständig in Bewegung.
„Dieser Ort ist wirklich merkwürdig…“, murmelte Kratos. „Wer weiß, was uns hier noch alles erwartet…“
„Hoffentlich was Gutes. Essen und Trinken zum Beispiel“, meinte Yuan.
Kratos rollte mit den Augen und schüttelte den Kopf.





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~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 18: Tag 3 in Nyhaim, Teil 3~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

„Wo sind wir hier bloß gelandet?!“, fragte Lloyd seufzend. „Es ist total nass hier!“
„Das ist in einem Regenwald üblich, Lloyd“, bemerkte Raine.
„Warum musste uns der Hüter ausgerechnet hierhin schicken? Hätte es nicht eine trockene Gegend sein können? Ich bin nass bis auf die Knochen!“, beschwerte sich nun auch Zelos.
„Hört auf zu jammern!“, schimpfte Sheena und verpasste beiden eine Kopfnuss. „Wir müssen jetzt damit leben!“
„Wo gehen wir lang? Ich würde vorschlagen, wir folgen dem Pfad und sehen, wo er uns hinführt“, sagte Kiya und ihre Teammitglieder nickten.
Es war leicht neblig im Regenwald, außerdem hingen die Sträucher manchmal auf den Pfad und versperrten ihnen zusätzlich noch die Sicht. Von den Bäumen rankten sich Lianen hinab beziehungsweise hinauf. (Ja, manche ranken sich wirklich hinauf, haben wir in Bio gelernt ^^) Affen hangelten sich von Baum zu Baum, Kolibris flogen in Blütenkelche und versuchten, an den süßen Nektar heran zu kommen und bunte Papageien flogen hoch über ihren Köpfen hinweg.
Nach einer Weile kamen sie an einem Fluss an. Und am Ufer dieses Flusses schaukelten zwei kleine Boote. Es war offensichtlich, dass sie nur mit diesen Booten weiter kommen würden, da sie das Ende des Pfades erreicht hatten und es zu gefährlich war, tiefer in den Regenwald einzudringen. Sie hatten es oft im Gebüsch rascheln hören und ab und zu waren sie der Meinung gewesen, Jaguare gesehen zu haben. Und Raubtiere waren das Letzte, womit sie sich jetzt anlegen wollten.
Außerdem war so eine schön ruhige Bootsfahrt doch etwas Schönes, oder nicht? Nur eine war natürlich dagegen, mit den Booten weiter zu reisen und das war – was für eine Überraschung – Raine.
„Nie im Leben fahre ich mit diesen schaukelnden, unsicheren Nussschalen weiter!“, rief sie und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Raine, wir haben keine andere Wahl“, sagte Kiya.
„Wir könnten dem Fluss an Land folgen“, schlug Raine vor.
„Und die Raubtiere? Sie warten doch nur darauf, dass wir den Pfad verlassen! Ich dachte, wir haben uns für das Wissen entschieden und nicht für das Kämpfen! Aber wenn wir uns tiefer in den Regenwald begeben, werden wir unweigerlich kämpfen müssen!“, wandte Sheena ein.
„Es sieht doch erholsam aus“, bemerkte Colette lächelnd. „Es wird bestimmt schön!“
„Vorausgesetzt es ist kein Wasserfall in der Nähe wie bei Sheena und mir gestern…“, murmelte Zelos leise.
„Komm schon, Raine! Uns bleibt nichts anderes übrig!“, verdeutlichte Lloyd ungeduldig.
Raine schaute noch einen Moment weiterhin trotzig weg, seufzte dann und sah dann unbehaglich zu den Booten. „Mir gefällt das Ganze nicht…“
„Denkst du uns? Aber wir haben keine andere Wahl“, meinte Sheena.
Raine nickte und stieg dann zögernd in eins der Boote. Sheena und Kiya folgten ihr, während Lloyd, Zelos und Colette das andere Boot bestiegen.
„Hmm… Ich schätze, wir haben keine Pad – “ Lloyd wurde unterbrochen, als die Boote sich auf einmal von alleine in Bewegung setzten.
„Was für ein Service“, rief Colette begeistert und klatschte in die Hände. „Das wird bestimmt eine schöne, erholsame Fahrt!“
Raine klammerte sich an den Bootsrand, an Sheena oder Kiya, einfach alles, woran sie sich festhalten konnte. Wenn sie gewusst hätte, was sie nur ein paar Sekunden später erwartete, hätte sie diesen Moment vielleicht sogar noch genossen. Aber sie wusste nicht, was kommen würde. Die ersten Anzeichen für eine Veränderung der ruhigen Bootsfahrt zeigte sich erst, als die Boote langsam schneller wurden.
„Sagt mir, dass das normal ist…“, murmelte Raine, die blass wie eine Wand war.
„Uh… Bei Stromschnellen und Wasserfällen ja, aber – “
„Lloyd, hast du gerade ‚Wasserfall’ gesagt?!“, fragte Zelos panisch.
Das Boot von Lloyd, Zelos und Colette war dem anderen etwas voraus und da Lloyd ganz vorne saß, hatte er den besten Überblick auf das, was vor ihnen lag.
Lloyd nickte. „Aber es ist keiner in der Nähe.“
Alle atmeten erleichtert aus.
„Dafür sieht es so aus, als würde der Fluss ein wenig hinab führen. Nicht steil wie bei einem Wasserfall sondern eher schräg… Wie bei einer Achterba… Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah!!!“
Wie Lloyd gesagt hatte, führte der Fluss nun hinab und ihre Boote preschten mit rasender Geschwindigkeit nach unten. Es folgten noch ein paar Kurven und es war ein reines Wunder, dass sie aus diesen nicht rausflogen, sondern in der ‚Bahn’ blieben.
Raine betete still, dass die Fahrt endlich ein Ende nahm, während sie aus vollem Hals schrie und sich verzweifelt festhielt. Ihre Bitte wurde erfüllt, als sie letztendlich wieder in die Gerade kamen und an einem Steg zum Stehen kamen.
Raine kletterte so schnell wie möglich aus dem Boot, fiel auf ihre Knie und keuchte schwer. So etwas wollte sie jedenfalls nie wieder erleben.
Die anderen kletterten ebenfalls aus den Booten und sahen sich um, wo sie waren.
„Wow, das war cool! Das will ich noch mal machen!“, rief Lloyd begeistert und Colette schloss sich ihm an.
Die anderen hingegen sahen die beiden an, als kämen sie von einem anderen Planeten.
„Das war die reinste Höllenfahrt!“, beschwerte sich Raine. „Von wegen ruhig und erholsam!!!“ Sie stand wütend auf und sah sich um. Ihre Laune wurde sofort besser, als sie vor sich eine riesige Ruinenstadt sah. „Oh, das ist ja wunderbar!“ Begeistert rannte sie auf die Ruinenstadt, deren Gebäude (oder besser gesagt die Überreste davon) von zahllosen Ranken und Moosen überwuchert waren, zu.
Die anderen folgten ihr seufzend.
„Sie ist schizophren, da bin ich mir sicher…“, murmelte Lloyd.
„Wow, Lloyd, ich hätte dir nicht zugetraut, dass du das Wort kennst!“, ärgerte Zelos ihn.
Lloyd warf ihm nur einen bösen Blick zu.
Die Ruinenstadt war vermutlich von einer alten Zivilisation gebaut worden, jedenfalls sahen die Einrichtungen der Gebäude nicht sehr modern aus. Die Gebäude waren aus Lehm, manche auch aus Stein. In der Mitte der Stadt gab es eine riesige Pyramide, die oben aber nicht spitz zulief, sondern flach und viereckig endete. (Hmm… Ich weiß nicht genau, wie ich die Stadt beschreiben soll… Stellt euch einfach eine Maya-Stadt aus… Die Pyramide sieht ebenfalls wie bei den Mayas aus.)
„Hmm… Lasst uns in diese Pyramide gehen!“, schlug Raine begeistert vor.
„Aber wir sind nicht hier, um uns irgendwelche Ruinen anzusehen!“, wandte Zelos ein.
Raine grinste frech. „Tja, und wo willst du dann hingehen? Hast du irgendeine Ahnung, wo dieser Tempel sein könnte, in dem der ‚Goldene Speer’ ist?“
Zelos schüttelte den Kopf.
„Vielleicht hier?“, fragte Colette.
„Vielleicht. Diese Pyramide erinnert ein wenig an einen Tempel“, meinte Raine und sah ihn an. „Außerdem… Wenn diese Pyramide nicht der Tempel ist, den wir suchen, bin ich mir sicher, dass wir dort einen Hinweis finden, der uns weiterführt.“
„Da hast du vermutlich Recht“, stimmte Kiya zu.
Lloyd seufzte. „Also müssen wir wohl in diese langweilige Pyramide… Hoffentlich sind da ein paar Monster zum Bekämpfen.“
Die Gruppe schritt die Treppen zur Pyramide hinauf und sah vor dem Eingang einen blutbefleckten Altar.
„Ein Opferaltar, so wie es aussieht… Hier wurden Leute geopfert, um die Götter gnädig zu stimmen“, erzählte Raine ernst.
„Was für eine abartige Idee… Als ob ihre Götter so was wirklich gewollt hätten“, bemerkte Sheena.
„Das ist einfach nur schrecklich! Lasst uns schnell weiter gehen!“, rief Colette und alle stimmten ihr zu und sie betraten das Innere der Pyramide.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

In Kijons Spielzeugland angekommen, befragte Lilia gleich den Verkäufer nach dem gefährlichen Spiel, das er Raine und ihren Freunden verkauft hatte.
Leider behauptete er, nichts von dem Spiel zu wissen, bis Lilia ein wenig ungemütlich wurde und drohend ihre Pistole hervorholte. (Die haben dort jetzt einfach Pistolen XDDD Es wäre nur komisch, wenn sie ein Schwert hätte als Polizistin XDDD Das passt einfach nicht XDDD Und Forcystus hatte an seinem Arm immerhin auch schon was Pistolen, nun ja, eher Kanonenähnliches… Und eine Kanone ist einer Pistole ja nicht ganz unähnlich XDDD)
„Sind Sie sich ganz sicher, dass sie nichts über das Spiel wissen?“, fragte Lilia mit zuckersüßer Stimme.
Der Verkäufer schluckte. „O-Okay, okay, ich gebe ja zu, dass ich es verkauft habe! Und ich war ziemlich froh darüber!“
„Das kann ich mir vorstellen. Von wem haben Sie das Spiel bekommen?“
„Ach, das weiß ich jetzt doch nicht me – “
Lilia hielt ihm die Pistole an die Brust.
„Ich habe es von einem Dieb! Er hatte wohl den Auftrag erhalten, es zu stehlen, aber sein Auftraggeber ist ermordet worden… Und dann hat er es hier verkauft, weil er es nicht haben wollte. Leider war ich auch noch so blöd und habe es genommen… Erst später habe ich erkannt, um welches Spiel es sich handelte“, plapperte der Verkäufer.
Was so ein paar Drohgebärden doch bewirken konnten!
„Ein Dieb, wunderbar. Es gibt ja auch nur zig tausende! Haben Sie auch einen Namen?!“, fragte Lilia ungeduldig.
„K… K… Es war irgendetwas mit ‚K’… Ken… Kevin… Keanu…“
Lilia seufzte. „Gut, dann werde ich wohl nach irgendeinem Dieb suchen müssen, der in den letzten Jahren sein Unwesen hier getrieben hat… Wissen Sie noch, wann der Dieb ihnen das Spiel verkauft hat?“
„Hmm…“ Er legte eine Hand an sein Kinn. „Das müsste vor… zwei oder drei Jahren gewesen sein. Das war, als Nyhaim noch eine kleine Stadt war.“
„Gut, danke.“ Lilia hatte gerade die Tür erreicht, als der Verkäufer rief: „Keith Hiarie! Das war sein Name!“
Lilia lächelte. „Danke für Ihre Hilfe. Trotzdem werden Sie damit rechnen, dass Sie noch zur Rechenschaft gezogen werden, weil Sie dieses Spiel verkauft haben, obwohl Sie wussten, wie gefährlich es ist.“ Sie verließ das Geschäft und machte sich auf den Weg zum Revier. Jetzt, wo sie einen Namen hatte, würde es um einiges leichter sein, herauszufinden, wem der Dieb das Spiel gestohlen hatte. Sie wurde die Spur so lange zurückverfolgen wie es möglich war, um herauszufinden, wer damals das Spiel ihren Vorfahren entwendet hatte und damit so viele Menschen in Gefahr gebracht hatte. (Da ich nicht weiß, ob ich noch mal dazu komme, das näher zu erklären: Dieses Spiel war im Besitz von Lilias Familie, keine Ahnung, warum, jedenfalls wurde das Spiel irgendwann entwendet. Ihre Familie hat vergeblich danach gesucht, weil sie wusste, wie gefährlich es war, hat es aber nie gefunden. Und jetzt möchte Lilia halt wissen, wer es ihrer Familie entwendet hat… Hmm… Es ist vermutlich schon ein paar Generationen her, also wird sie die Spur vermutlich nicht so weit zurückverfolgen können… Mal sehen…)





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...   Erstellt am 18.03.2008 - 17:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 19: Tag 3 in Nyhaim, Teil 4~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Die Fahrt mit den Lavaflößen, wie Kratos sie inzwischen zu nennen pflegte, war bis jetzt recht ruhig verlaufen, bis auf die paar Momente, in denen irgendjemand laut aufgeschrieen hatte, weil er einen Lavatropfen abbekommen hatte. Ein Glück, dass sich noch niemand ernsthaft verbrannt hatte.
Dieser Ort war jedenfalls nicht ganz ohne und Kratos hoffte, dass die Fahrt bald zu Ende war.
Vorher allerdings sollten sich die Flöße noch einmal drastisch beschleunigen und eine kleine Rutschbahn hinunterfahren – wodurch immer mehr Lavatropfen die Freunde trafen. Zum Glück dauerte es nicht allzu lange, bis sie wieder in der Gerade fuhren und ihre Fahrt endlich ein Ende nahm.
Der Steg, an dem sie ausstiegen, führte in einen langen Gang, dessen Wände mit allerlei Zeichen und Symbolen versehen waren.
„Und, irgendeine Ahnung, was das bedeutet?“, fragte Genis Kratos und Yuan.
Die beiden schüttelten den Kopf.
„Ich habe solche Zeichen noch nie gesehen. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass wir in einer anderen Welt sind“, antwortete Yuan.
„Hätte ja sein können…“, murmelte Genis.
„Lasst uns weiter gehen. Ich glaube kaum, dass diese Symbole eine wichtige Bedeutung haben“, erwiderte Kratos und sie gingen weiter.
Bald wurde es vor ihnen wieder etwas heller. Sie hatten gar nicht gemerkt, dass es dunkler geworden war, sobald sie den Lavastrom verlassen hatten. Doch jetzt schienen sie sich wieder einem Gebiet mit Lava zu nähern.
Vor ihnen endete der Gang auf einmal und eine tiefe Grube mit der heißen roten Flüssigkeit lag vor ihnen. (Kann man Lava als Flüssigkeit bezeichnen? ^^“ Egal) Nur eine alte brüchige Steinbrücke, die nicht gerade sicher aussah, führte über die Grube.
„Sagt nicht, wir müssen diese Brücke überqueren…“, meinte Presea, die sich vorsichtig an den Rand begab und in die Lava hinab schaute.
„Wir haben wohl keine andere Wahl, oder?“, bemerkte Xai ängstlich.
„Yuan und ich könnten euch rüber fliegen“, teilte Kratos den anderen mit.
„Ja, das wäre sicherer, denke ich“, sagte Genis.
Aber als Kratos und Yuan ihre Flügel erscheinen lassen wollten, krümmten sie sich vor Schmerzen und von den glitzernden Flügeln war nichts zu sehen.
„Argh… Was zum Teufel…?!“, keuchte Yuan verwundert.
„Was ist los?“, fragte Regal.
Kratos richtete sich wieder auf. „So wie es aussieht, müssen wir doch die Brücke benutzen. Yuan und ich werden irgendwie daran gehindert, unsere Flügel erscheinen zu lassen. Wenn wir es versuchen, wird uns Mana entzogen.“
„Woran das wohl liegt?“, fragte sich Xai.
„Vielleicht ist es der Hüter. Hat er nicht erwähnt, er achtet darauf, dass die Regeln des Spiels eingehalten werden? Dann verstößt es wohl gegen die Regeln, Flügel zu benutzen“, erläuterte Genis.
Yuan nickte. „Ja, das ergibt Sinn. Nur, dass das hier kein Spiel ist.“
Sie stimmten ihm alle grimmig zu und überlegten dann, wie sie die Brücke am besten überqueren konnten.
„Xai, du solltest zuerst gehen, da du am leichtesten bist“, meinte Kratos und der Junge nickte tapfer. „Pass auf dich auf.“
Xai ging auf die Brücke zu, atmete tief ein und betrat das brüchige Gestein, während er sich am bröckeligen Geländer festhielt. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen und schaffte es letztendlich heil über die Brücke. Als nächstes überquerten Presea und Genis die Brücke, auch sie schafften es problemlos.
„Yuan, geh du als Nächstes“, sagte Kratos.
Der blauhaarige Halbelf nickte und seufzte. „Hoffentlich überlebe ich diesen Tag noch…“
Bei ihm bröckelten die Steine schon etwas mehr, aber die Brücke hielt seinem Gewicht trotzdem noch stand. Nach Yuan betrat Kratos die Brücke.
Vorsichtig schob er sich voran, sprang behutsam über die Lücken in der Brücke rutschte einmal allerdings ab und wäre in die Lava gefallen, hätte er sich nicht nach am Rand festhalten können.
Seine Freunde schrieen erschrocken auf, aber er hievte sich wieder nach oben und setzte seinen Weg fort, bis er letztendlich das Ende der Brücke erreicht hatte. Erleichtert atmete er aus.
Regal war der Letzte, der die Brücke überqueren musste. Es ging alles gut, bis er die Hälfte der Brücke erreicht hatte. Dann veränderte sich auf einmal was.
„Die Brücke bricht zusammen!“, schrie Xai und sein Schrei hallte schrill im Raum wieder, wodurch der Zerfall der Brücke wohl noch beschleunigt wurde.
„Schnell, Regal, beeil dich!“, rief Genis.
Der Koch wurde schneller und dadurch unvorsichtiger, er rutschte aus, konnte sich aber noch halten.
„Schau nicht zurück oder nach unten, Regal und setz dich wieder in Bewegung!“, brüllte Kratos, aber Regal sah trotzdem zurück – was er besser nicht getan hätte.
Die Brücke zerfiel schnell und bald würde sie unter ihm zusammenbrechen, wenn er sich nicht beeilte. Doch anstatt endlich die Beine in die Hand zu nehmen und zu rennen, blieb er einfach nur stehen und schien sich auf etwas zu konzentrieren.
„Regal, verdammt! Setz endlich deinen Hintern in Bewegung!“, schrie Presea, woraufhin die anderen sie ein wenig verwirrt ansahen.
Solche Worte waren sie von dem Mädchen mit der Axt nicht gewohnt. Aber spielte das jetzt wirklich eine Rolle?
Als die Steine unmittelbar hinter Regal hinunterfielen, setzte er auf einmal zum Sprung an und legte das letzte Stück der Brücke in der Luft zurück. Die Freunde sahen sich verdutzt an, als Regal auf einmal neben ihnen stand, während die Brücke endgültig zusammenbrach.
„Wie… Wie hast du das gemacht?“, fragte Xai verwirrt.
„Nun, es hat auch Vorteile, wenn man eine Weile nur mit den Beinen kämpft. Das hat sie gestärkt und dadurch hat sich auch meine Sprungkraft und –weite vergrößert“, erklärte Regal.
Kratos klopfte Regal anerkennend auf den Rücken und sagte dann: „Lasst uns weiter gehen und diesen Alptraum so schnell wie möglich beenden.“
Sie traten durch eine Tür und kamen in eine große, breite, aber leere Kammer. Kaum dass alle den Raum betreten hatten, schloss sich hinter ihnen die Tür.
„Hey!“, rief Xai und er versuchte, die Tür zu öffnen, was ihm aber nicht gelang.
„Das bringt nichts, Xai. Ich denke, wir müssen durch diese Tür dort vorne gehen“, sagte Genis und ging auf die Tür gegenüber von ihnen zu.
Kratos spürte auf einmal eine Veränderung im Raum, die Anwesenheit eines starken Monsters und rief Genis zurück. Gerade noch rechtzeitig, denn im nächsten Moment landete vor der Tür ein riesiger Drache mit roten Schuppen und einem Feuerkamm, der sich von seinem Kopf bis zu seiner Schwanzspitze erstreckte. Er stieß ein markerschütterndes Brüllen aus und zeigte seine spitzen Zähne, die mindesten so lang wie Xais Unterarm waren. Er legte seine beiden Flügel an und sah die Gruppe bedrohlich an.
„Macht euch bereit. Wir werden diese Tür wohl erst passieren können, wenn wir diesen Drachen besiegt haben“, meinte Kratos und zog sein Schwert aus der Schneide. „Xai, ich möchte, dass du dich irgendwo versteckst.“
„Was?! Nein, ich möchte mitkämpfen!“, rief Xai.
„Xai, bitte! Wenn dir etwas zustoßen würde, würde Raine mir das niemals verzeihen! Außerdem bist du verletzt!“, wandte Kratos ein.
„Mein Fuß ist fast geheilt! Und mir wird schon nichts zustoßen! Du weißt, dass ich gut im Umgang mit dem Schwert bin!“
„Du hast noch nicht genügend Erfahrung! Das hier ist kein Training, sondern bitterer Ernst!“
„Ich will euch ja nur ungern unterbrechen, aber… KÖNNTET IHR ENDLICH MAL KÄMPFEN?!?“, schrie Yuan, der mit seinem Doppelspeer das Maul des Drachens davon abhielt, ihn zu verspeisen.
Kratos und Xai hörten auf zu diskutieren und Kratos rannte auf den Drachen zu, um ihn zusammen mit Regal und Presea von Yuan abzulenken. Genis stand hinten und zauberte mächtige Sprüche wie ‚Tidal Wave’ und ‚Ice Tornado’, was dem Monster wohl nicht gerade zu gefallen schien.
Xai hatte inzwischen seinen Kampf unter den Nahkämpfern eingenommen und kämpfte mit einem Schwert, das Kratos ihm gekauft hatte. (Was Raine mit Sicherheit nicht gefallen hätte, wenn sie es gewusst hätte XDD)
Yuan hatte sich inzwischen zu Genis gesellt und zauberte ebenfalls. Kratos, Xai, Regal und Presea griffen den Drachen von allen Seiten an und schwächten ihn damit sehr. Er hieb mit seinen Klauen nach ihnen, versuchte sie mit seinem Maul zu erwischen, aber sie waren zu flink und entwischten ihm immer wieder. Doch dann spie er auf einmal Feuer und Presea konnte der Flamme nur knapp entkommen.
Keuchend und mit leicht verkokelter Kleidung kniete sie sich nieder und stützte sich auf ihre Axt.
„Geht es dir gut?“, fragte Kratos. „First Aid!“
Presea stand wieder auf, sobald die heilende Magie ihr neue Kraft gegeben hatte und stürmte wieder in den Kampf.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis sie den Drachen endlich besiegt hatten. Erschöpft sahen sie dabei zu, wie die Ränder des Drachen sich langsam auflösten, als wäre er nur aus Rauch. Doch als er sich fast ganz aufgelöst hatte, kam auf einmal eine runde Scheibe zum Vorschein, die in der Luft schwebte und sich langsam dem Boden näherte, sobald der Drache sich vollständig aufgelöst hatte.
Yuan sah sie sich näher an. Der innere Kreis der Scheibe war schwarz und eine rote Flamme war in der Mitte abgebildet. Der äußere Ring hingegen bestand aus Silber. Darin waren um den schwarzen Kreis in gleichen Abständen Buchstaben eingraviert.
Oben beginnend und dann dem Uhrzeigersinn folgend waren das C, O, R, P, U, S. Corpus – Körper. Der Weg des Körpers.
„Wir sollten diese Scheibe mitnehmen. Ich habe so das Gefühl, dass wir sie noch gebrauchen können“, sagte Kratos und hob sie auf.
Dann gingen sie durch die Tür in den nächsten Gang.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Die Luft in der Pyramide war feucht, modrig und abgestanden. Trotzdem brannten an den Wänden muntern die Fackeln, obwohl kleine Wasserrinnsale eben jene Wände hinab flossen.
Raine hätte sich zu gerne mit diesen besonderen Fackeln auseinander gesetzt, aber anlässlich der Umstände und ihrem Wunsch, so schnell wie möglich weiter zu kommen, unterdrückte sie diesen Zwang. Sie gingen durch einen schmalen Gang, dessen Wände die Anordnung eines gleichschenkligen Trapezes hatten. Von der Decke tropfte es und auf dem Boden hatte sich schon eine dünne Wasserlache gebildet. Hätte es nicht überall kleine Öffnungen im Boden gegeben, damit das Wasser abfließen konnte, wäre dieser Gang vermutlich irgendwann bis zur Decke voll mit Wasser gewesen.
Hinter Raine seufzte Zelos und er jammerte: „Ich glaube, ich werde nie wieder wirklich trocken sein!“
„Zelos, ich glaube, uns allen macht diese Nässe zu schaffen. Meine Kleidung ist auch schon so voll gesogen, dass ich mich kaum noch bewegen kann. Jammere ich deswegen rum? Nein! Also halt endlich die Klappe!“, wies Sheena ihn zurecht.
Daraufhin blieb Zelos auch ruhig. Sie traten durch eine Tür und betraten einen großen Raum. Links und rechts war jeweils ein leerer Graben, an dessen Enden sich Wasserräder befanden. Was recht komisch war, denn in den Gräben war kein Wasser. Gegenüber von ihnen war die nächste Tür, durch die sie wohl gehen mussten. Als sie die Mitte des Raumes erreicht hatten, fiel hinter ihnen plötzlich die Tür zu, durch die sie gekommen waren.
„Das gefällt mir nicht“, sagte Kiya, die sich unbehaglich umsah.
„So wie es aussieht, können wir nicht mehr zurück“, meinte Sheena und sie untersuchte die Tür, die weiter führte. „Aber diese Tür ist auch verschlossen!“
„Soll das heißen, wir sind hier drinnen eingesperrt?!“, fragte Lloyd panisch.
Colette hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund. „Oh nein!“
„Keine Angst, wir finden schon einen Weg nach draußen. Seht ihr diese Wasserräder dort? Warum meint ihr, fließt in den Gräben kein Wasser?“, wollte Raine wissen.
„Keine Ahnung…“, meinte Zelos und zuckte ahnungslos mit den Schultern.
„Vielleicht… öffnet sich ja die Tür, wenn die Wasserräder in Bewegung sind?“, vermutete Kiya, die sich die Wasserräder genauer ansah.
„Ja, genau das denke ich auch“, sagte Raine nickend.
Sheena sah sich die Gräben an. „Aber wo bekommen wir das Wasser her, um die Räder zu bewegen? Soll ich Undine rufen?“
„Ich bezweifle, dass uns das hier helfen würde. Besser gesagt: Ich bezweifle, dass du Undine hier rufen kannst. Du musst bedenken, dass wir uns in einer anderen Welt befinden. Die Elementargeister können hier womöglich nicht erscheinen“, erwiderte Raine.
Lloyd kratzte sich am Kopf. „Und was sollen wir dann machen? Unsere Kleidung auswringen, in der Hoffnung, dass wir genug Wasser zusammenbekommen, um die Räder zu bewegen?“
„Also ich könnte auch… Ich muss sowieso mal“, bemerkte Zelos grinsend.
„ZELOS!!!“, schrie Sheena und verpasste ihm eine Kopfnuss, so dass er nach vorne bis zum Rand des linken Grabens stolperte und mit rudernden Armen zu verhindern versuchte, in den Graben zu fallen. Mit Müh und Not schaffte er es, sich nach hinten zu werfen.
„Warum glaubt ihr wohl, heißt unser Weg ‚Weg des Geistes’? Wir sollen unseren Geist, unseren Verstand einsetzen! Es ist ein Rätsel!“, erklärte Raine seufzend. „Es muss einen Mechanismus geben, mit dem wir Wasser in diese Gräben leiten können. Und diesen Mechanismus werden wir jetzt finden.“
Die Gruppe inspizierte daraufhin den ganzen Raum.
„Ich glaube, ich habe etwas gefunden!“, rief Colette begeistert.
„Wow, du bist sogar mal nicht gestolpert!“, scherzte Zelos und lachte.
Die anderen beachteten ihn nicht weiter.
„Hier ist etwas eingraviert in der Wand…“, sagte Colette und Kiya kam näher, um sich das Eingravierte anzusehen.
„Da steht: ‚Ich bin nass und salzig. Ich fließe, bin aber kein Fluss. Solange es Menschen gibt, wird es auch mich geben. Gefühle sind die Hauptgründe meiner Existenz. Was bin ich?’“, las Kiya vor.
„Blut?“, schlug Lloyd vor.
„Das hat doch nichts mit Gefühlen zu tun, Lloyd! Nein, es ist Schweiß!“, meinte Zelos.
„Ach, aber Schweiß hat natürlich seeeeeehr viel mit Gefühlen zu tun, richtig?“, fragte Sheena kopfschüttelnd.
„Ja, natürlich! Schon mal was von Angstschweiß gehört, Sheenalein? Oder wenn man durch Nervosität schwitzige Hände hat?“, verteidigte sich Zelos.
„Da hat Zelos schon Recht“, stimmte Kiya zu, woraufhin Zelos grinste.
„Er hätte Recht, wenn da nicht stehen würde ‚Hauptgründe’. Der Hauptgrund für den Ausbruch von Schweiß ist immer noch körperliche Anstrengung“, erklärte Raine. „Nein, die richtige Antwort auf diese Frage ist: eine Träne.“
Sofort hörten sie, wie sich etwas Schweres nach oben schob und im nächsten Moment schoss das Wasser durch die Gräben, setzte die Wasserräder in Bewegung und die Tür, die tiefer in die Pyramide führte, öffnete sich.
Die Gruppe wollte schon durch die Tür gehen, aber dann entdeckte Lloyd etwas im Wasser. „Hey, was ist das?“
Sheena holte es aus dem Wasser. Es war eine runde Scheibe, deren innerer Kreis schwarz war. In seiner Mitte war ein blauer Wassertropfen abgebildet. Der äußere Ring war silbern und in ihm waren rund um den schwarzen Kreis in regelmäßigen Abständen Buchstaben eingraviert. Von oben beginnend und dem Uhrzeigersinn folgend waren das A, N, I, M, U, S.
„Animus. Geist. Wie gesagt, der ‚Weg des Geistes’. Wir sollten den Gegenstand mitnehmen, er könnte noch wichtig sein.“ Raine lächelte zufrieden und ging auf die Tür zu, während die anderen – Zelos ein wenig schmollend – ihr folgten.





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...   Erstellt am 21.03.2008 - 14:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~Kapitel 20: Tag 3 in Nyhaim, Teil 5~°~°~°~°~°~°~°~°~°~°~

Im Revier versuchte Lilia etwas über den Dieb Keith Hiarie herauszufinden. Unglücklicherweise gab es keine Akte über ihn in diesem Revier, was wohl bedeutete, dass er noch nicht erwischt worden war – zumindest nicht in Nyhaim.
Nach erfolglosem Durchwühlen verschiedener Akten saß Lilia auf dem Stuhl in ihrem Büro und seufzte. So wurde das nichts. Sie musste woanders nach diesem Keith suchen.
In diesem Moment betrat Gerring das Büro und legte seiner Chefin einen Bericht über den Diebstahl im Museum auf den Tisch. Er wollte gerade gehen, als Lilia fragte: „Warte, Gerring! Hast du schon mal von einem Keith Hiarie gehört?“
Gerring sah sie verwundert an. „Ja, natürlich. Er war ein professioneller Dieb, der angeblich aber nie für sich selber gestohlen hat, sondern Aufträge bekommen und diese wohl nur angenommen hat, wenn er niemanden bestahl, dem es finanziell nicht gut ging und er auf den Gegenstand des Diebstahls nicht angewiesen war. Er war sozusagen der Robin Hood der heutigen Zeit. Allerdings wurde er vor acht Jahren oder so in Asgard erwischt. Iuroph und ich waren damals noch in Asgard stationiert und waren an seiner Festnahme beteiligt. Er soll vor ein paar Jahren raus gekommen sein, aber seitdem hat man nicht mehr viel von ihm gehört. Er hat das Stehlen wohl aufgegeben. Aber warum wollen Sie das wissen, Miss Haitor?“
Lilia dachte eine Weile nach. In Asgard würde sie vermutlich mehr Informationen zu Keith herausfinden.
„Miss Haitor?“
„Hm? Ach, nichts… Ich habe nur von ihm gehört… Hatte er irgendwelche Verwandten oder Freunde?“
Gerring dachte nach. „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, er hatte eine junge Frau und einen einjährigen Sohn. Seine Frau ist aber angeblich mit ihrem kleinen Bruder weggezogen, nachdem ihr Mann hinter Gittern und ihr Sohn entführt worden war. Was Freunde betrifft… Das weiß ich nicht mehr.“
Lilia nickte. „Dann werde ich mich nach Asgard begeben…“
„Miss Haitor, da steckt doch nicht nur pures Interesse dahinter!“, meinte Gerring misstrauisch.
„Stimmt. Keith hat etwas sehr Wertvolles und Gefährliches gestohlen und in diese Stadt gebracht. Und jetzt möchte ich wissen, wer sein Auftraggeber war und von wem er es gestohlen hat“, erklärte Lilia.
„Ach so…“, murmelte Gerring.
Lilia verließ das Büro und ging noch einmal kurz ins Hotel zurück, um nach den Dingen zu sehen.
Die Spielfiguren waren ein wenig vorangekommen, aber sonst hatte sich noch nichts großartig verändert.
„Sie sind noch am Anfang… Ich hoffe nur, sie überstehen alles heil… Und ich hoffe, sie schaffen das, was angeblich noch keine vor ihnen geschafft hat: Das Spiel wieder lebend verlassen…“, sagte Lilia zu sich selbst.
Sie verließ das Hotel wieder und machte sich auf den Weg nach Asgard.

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Der nächste Gang war genauso lang und schmal wie der erste, nur mussten sie diesmal keine bröckelige Brücke überqueren.
„Ich frage mich, wie es den anderen geht…“, murmelte Xai bedrückt.
„Ihnen geht es schon gut. Sie sind alle stark und lassen sich nicht unterkriegen“, versicherte Genis ihm.
„Ich hoffe nur, Raine überanstrengt sich nicht“, sagte Kratos besorgt.
Sie betraten den nächsten Raum. Wie auch beim Vorherigen schloss sich die Tür hinter ihnen, sobald sie den Raum vollständig betreten hatten. Vor der Tür wartete ein weiterer Gegner, diesmal ein weißes Einhorn mit einer blitzartigen Mähne und goldenen Augen. Es scharte friedlich mit den Hufen und schnaufte leise.
„Wie schön!“, rief Presea begeistert und wollte schon näher zu ihm hingehen, um es zu streicheln, aber Regal hielt sie zurück.
„Ich glaube kaum, dass es uns freundlich gesinnt ist“, erklärte er, als Presea ihn verwundert ansah.
Kaum hatte er das gesagt, da hob das Einhorn auch schon seinen Kopf, sah die Eindringlinge kurz an und rannte dann auf sie zu.
„Schnell, zieht eure Waffen!“, befahl Kratos und zog sein Schwert.
Das Einhorn rannte direkt auf Xai zu und dieser konnte nur knapp entkommen, in dem er zur Seite sprang und eine Rolle vollführte.
Genis und Yuan standen wieder hinten und zauberten ihre Magie. Aber es stellte sich heraus, dass das Einhorn nicht einfach nur mit seinem Körper angriff, sondern auch ein Element hatte, das er einsetzte: Blitz.
Da er diese bevorzugt gegen Genis und Yuan einsetzte, fiel es den beiden schwer, sich auf ihre Zaubersprüche zu konzentrieren.
„Könnt ihr nicht irgendwie verhindern, dass er ständig diese Blitze auf uns herab fahren lässt?! Wenn das so weiter geht, sind wir bald getoastet!“, meckerte Yuan.
„Falls es dir nicht aufgefallen sein sollte, Yuan: Wir haben selber unsere Probleme! Dieses Einhorn ist verdammt schnell, so dass wir kaum Treffer landen!“, meinte Kratos, der dem Horn des Einhorns auswich und im nächsten Moment auch fast einen Blitz zu spüren bekam, aber er konnte diesem ebenfalls ausweichen.
„Dieses Horn und die Hufe sind auch nicht ganz ungefährlich“, meinte Regal.
„Ich habe eine Idee“, sagte Xai auf einmal und er sah sich kurz um.
Anscheinend zufrieden mit dem, was er gefunden hatte, rannte er auf einen Fackelhalter zu und steckte sein Schwert hinein. Die anderen sahen ihn verwirrt an, aber als wieder einmal ein Blitz auf die Gruppe herab fuhr, hellten sich ihre Gesichter durch Erkenntnis auf. Das Schwert diente als Blitzableiter, so dass die Fernkämpfer sich endlich darauf konzentrieren konnten, ihre Magie einzusetzen.
„Das hast du gut gemacht, Xai“, lobte Kratos den Jungen. „Aber da du jetzt keine Waffe mehr hast, solltest du dich jetzt irgendwo verstecken.“
Xai nickte und versteckte sich hinter einer halb zerstörten Statue.
Genis zauberte ‚Tidal Wave’, während Yuan einen Zauber namens ‚Torrential Stream’ auf das Einhorn losließ. Die Wasserattacken schienen ihm nicht zu gefallen. Geschwächt durch die Magie, fiel es den Nahkämpfern nicht mehr schwer, das Einhorn zu besiegen.
Wie der Drache vor ihm löste sich das Einhorn langsam auf, bis wieder einmal eine Scheibe erschien und langsam zu Boden schwebte. Sie sah genauso aus wie die andere, nur war statt einer Flamme ein Blitz in der Mitte abgebildet.
„Anscheinend bekommen wir nach jedem Kampf so eine Scheibe. Sie haben bestimmt noch eine Bedeutung“, sagte Genis, der die Scheibe betrachtete.
„Ja. Lasst uns weiter gehen.“ Kratos ging voran, die anderen folgten ihm. (Wie kleine gehorsame Hündchen XDDD)

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

Der nächste Gang sah ein wenig anders aus als der erste. Ungefähr zehn Meter unter ihnen befand sich ein Becken mit Wasser und man konnte Krokodile da drin schwimmen sehen. Wer also dort rein viel, dem würde es nicht besonders gut gehen.
Die einzige Möglichkeit, um über dieses Becken zur anderen Seite zu gelangen, waren schmale Wege an den Seiten.
Aber irgendetwas sagte Raine, dass sie nicht so sicher waren, wie sie aussahen.
„Wir sollten vorsichtig sein, wenn wir sie überqueren… Warum müssen es überhaupt so schmale Wege sein?“, fragte Raine seufzend. „Und die Krokodile hätten sie auch ruhig weglassen können, das Wasser reicht mir schon voll und ganz.“
„Tja… Wer geht zuerst rüber?“, wollte Kiya wissen.
„Ich mach das“, sagte Lloyd und ging zu dem rechten Weg. Er presste sich an die Wand und schob sich dann langsam seitwärts voran, immer darauf achtend, wo er hin ging. Er vermied es, direkt ins Becken zu schauen, aus Angst, er könnte dann ausrutschen. Mit klopfendem Herzen schaffte er es letztendlich auf die andere Seite.
„Okay, ich würde vorschlagen, du gehst als Nächstes, Raine. Und Colette, du könntest auf dem anderen Weg rüber gehen“, schlug Sheena vor.
Während Raine blasser wurde, nickte Colette und sagte: „Ich werde meine Flügel benutzen, dann kann jemand anderes den Weg benutzen.“ Aber als sie versuchte, ihre Flügel erscheinen zu lassen, verzerrte sich ihr Gesicht nur vor Schmerzen.
„Colette!“, rief Lloyd besorgt von der anderen Seite.
Raine sah Colette besorgt an. „Ich habe vermutet, dass das hier nicht funktionieren würde. Es wäre auch zu einfach gewesen. Du solltest nicht mehr versuchen, deine Flügel zu benutzen, Colette.“
Das blondhaarige Mädchen nickte und seufzte. „Dann muss ich wohl doch den Weg benutzen.“
„Also, Raine, dann geh mal“, sagte Kiya grinsend.
Raine rollte mit den Augen. „Wenn es einen anderen Weg gäbe, würde ich den sofort nehmen…“
„Das wissen wir“, meinte Zelos lachend. „Aber ehrlich gesagt, würde mir ein anderer Weg auch besser gefallen. Wenigstens ist dieser Weg nicht in der Mitte überm Becken, sondern an der Wand.“
Raine und Colette pressten sich an die Wand, wie Lloyd es zuvor gemacht hatte und schoben sich langsam voran.
Raine versuchte sich einzureden, dass dort unten kein Becken mit Wasser und aggressiven Krokodilen war und vermied es, nach unten zu sehen. Aber als sie das Ende des Weges fast erreicht hatte, konnte sie es doch nicht lassen und warf einen kurzen Blick ins Becken – ein Fehler. Sofort wurde ihr schwindelig und sie drohte vorne über zu kippen.
„Raine!“, schrieen ihre Freunde erschrocken.
Für eine Sekunde fragte sich Raine, ob dies das Ende war, ob es nicht vielleicht sogar besser so war. Aber dann fing sie sich wieder, gewann wieder ihr Gleichgewicht und presste sich an die Wand.
Tief ein- und ausatmend schob sie sich letztendlich wieder voran und fiel keuchend auf die Knie, als sie die andere Seite erreichte.
„Ich fange langsam an… diesen Ort zu hassen…“, murmelte sie erschöpft.
„Da bist du nicht allein“, sagte Lloyd und Colette, die die andere Seite auch schon erreicht hatte, nickte.
Als Nächstes gingen Zelos und Kiya rüber ohne weitere Zwischenfälle. Als Letztes blieb nur noch Sheena übrig.
Sie hatte die Hälfte des Weges geschafft, als alle plötzlich ein Geräusch vernahmen, dass sie anhörte, wie wenn sich Stein bewegte.
„Was ist das?“, fragte Lloyd verwundert.
„Ich habe keinen blassen… Oh, heilige Martel, seht mal!“, schrie Kiya und deutete auf den Anfang des Weges auf der anderen Seite.
Die Steine zogen sich langsam in die Wand zurück und es würde nicht mehr lange dauern, bis die Stelle, auf der Sheena stand, ebenfalls davon betroffen war.
„Renn, Sheena!“, schrie Zelos.
Sheena sah kurz den Weg an, registrierte dann, dass er breit genug war, dass sie darauf laufen konnte, was sie letztendlich auch tat. Als sie das Ende fast erreicht hatte, stolperte sie allerdings und wäre in das Becken gefallen, wenn sie sich nicht noch hätte am Rand festhalten können. Allerdings schob sich der Stein, an dessen Rand sie sich festhielt, langsam in die Wand. Wenn sie sich hätte hochziehen können, hätte sie nicht mehr genügend Platz gehabt, um zu stehen.
„Sheena!“, rief Zelos erschrocken.
Sheena hielt sich jetzt nur noch mit einer Hand fest, während sie mit der anderen nach etwas kramte. Schließlich holte sie einen kleinen Enterhaken hervor, warf ihn auf die andere Seite zu ihren Freunden, wartete darauf, dass er sich verhakte und schwang sich zu der Wand der anderen Seite des Beckens. (Also da, wo die anderen stehen… Also darunter… Also… Argh, ihr wisst schon, was ich meine XDDD)
Sie kletterte das Seil nach oben, aber der Enterhaken löste sich wieder, bevor sie ganz oben angekommen war und sie wäre wohl in das Becken voller Krokodile gefallen, wenn Zelos sie nicht rechtzeitig am Handgelenk festgehalten hätte. Er zog sie hoch und schloss sie in seine Arme.
Alle atmeten erleichtert aus und merkten jetzt erst, dass sie ihren Atem angehalten hatten.
„Dieser Ort ist wirklich gefährlich“, bemerkte Lloyd leise.
„Ein Grund mehr, so schnell wie möglich von hier zu verschwinden“, meinte Kiya.
„Lasst uns gehen“, sagte Raine.





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Crynil, do rical nade;
Elran, do tilial nade;
Mina, ris fris antaras nideras ko offim desto;
Boli dyx strimur syrax windalk!

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