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kralhei ...
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...   Erstellt am 10.06.2007 - 09:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese Gedenktafel zum 31. Juli 1945

wurde am 31. Juli 2005 von dem damaligen Primator (Oberbürgermeister) Petr Gandalovic auf der Elbebrücke enthüllt.



Wer hat noch Berichte von diesem 31. Juli 1945?


[Dieser Beitrag wurde am 10.06.2007 - 09:34 von kralhei aktualisiert]





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Karl Heinz Kralowetz

Ernst 
älterer Neuling
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Registriert seit: 24.02.2007
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...   Erstellt am 31.07.2007 - 14:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieebe Aussiger, diesen 31.7.1945 werde und will ich nie vergessen. Wir saßen im Büro der Firma Reindl, Büromaschinen, Masarykstr.5 als als eine nie erlebte Explosion Aussig erschütterte. Unser kommisarischer Leiter, Josef Horky (ehem.Lehrling bei unserem verehrten Chef Herrn Rudolf Reindl)konnte in Erfahrung bringen, daß ein von der Deutschen Wehrmacht eingerichtetes Munionsdepot in Schönpriesen in die Luft geflogen ist.Danach tauchten auf den Straßen tschechische Horden auf, die auf Deutsche (die ja weisse Binden tragen mussten)Jagd machten. Mein Vater kam gegen 14 Uhr zu uns ins Geschäft und berichtete, dass am Marktplatz Deutsche in den Löschteich am Marktplattz geworfen und erschossen wurden. Meinen Vater retteten seine perfekten Tschechischkenntnisse und der Antifaschistenausweis den er als ehem.Sozialdemokrat bei sich hatte.
Herr Horky hat uns gesagt, daß wir in der Firma bleiben sollen, bis sich die Lage beruhigt.
Gegen 19 Uhr wurde bekannt, daß die Vorsitzende des Narodni Vybor für Ruhe und Ordnung sorgen werde.
Gegen 20 Uhr sind wir dann nach Bokau gelaufenundwurden in Höhe des Stadtparks von Horden verprügelt.

Das ganze Ausmaß des Massakers haben wir nie erfahren.
Hoffentlich wurden die Beteiligten tschechischen Unmenschen einer gereechten Strafe zugeführt, was ich angesichts der danach installierten kommunistischen Diktatur bezweifle. Vielleicht sollte sich der europäische internationale Gerichtshof damit befassen, denn Mord verjährt ja bekanntlich nie.





Signatur
Ernst Löbel

gartenzwerg ...
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...   Erstellt am 01.08.2007 - 01:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe Heimatfreunde,

ich war heute auf der Brücke, an der Tafel, im Gedenken an den Vater von Walther Erhart aus Wien, meinen Verwandten. Der Gedenkstein für ihn steht bekanntlich in Königstein. Die Erinnerung an ihn hält wach das Buch von Dr. Vladimir Kaiser u.a.: "Ein Nachkriegsverbrechen. Aussig 31.Juli 1945."

Mit mir waren ungefähr 30 Menschen dabei aus ganz Deutschland gekommen und einige direkt aus Aussig. Frau Bauer aus Aussig war da, diese bemerkenswerte Frau. Frau Gottmann, der sudetendeutsche Wirbelwind aus Lüdenscheid mit ihrem Mann. Es war da der Tscheche Pavel Arnold, auch von Deutschen abstammend; sein Großvater Franz Arnold war ebenfalls von der Soldateska erschlagen worden.

Herr Gerolf Fritzsche aus Offenbach, Aussiger wie wir alle, sprach zum Gedenken. Er erinnerte daran, daß sich schon Mitte der 90er Jahre eine deutsche Schulklasse mit tschechischen Schülern in Aussig getroffen hatte, daß die tschechischen Schüler betroffen waren über die Erzählungen vom Massacker, von denen sie überhaupt nichts wussten.
Er rief auf zum Verzeihen, zur Verständigung und zum Frieden zwischen den Menschen.

Blumen warfen wir zum unser Gedenken in die Elbe, die dem selben Weg folgten wie die Körper der Erschlagenen und Erschossenen von vor nunmehr 62 Jahren.

Der rührige Pfarrer Jancik aus Schreckenstein sprach mit uns ein Gebet zum Gedenken an alle Opfer dieses Tages und alle Opfer der Vertreibung überhaupt.

Anschließend trafen wir uns im Pfarramt zu Kaffee und Kuchen, wozu uns der Pfarrer und die Aussiger Freunde mit Frau Bauer an der Spitze eingeladen hatten. Ergreifend waren Gespräche mit denen, die in der Heimat geblieben waren und als "Deutsche" immer wieder ausgegrenzt worden waren und sich erst in den letzten 15 Jahren wieder etwas heimischer fühlen dürfen und nunmehr auch ohne Schwierigkeiten wieder zur Kirche gehen können.

Zur danach folgenden Gedenkmesse in der Stadtkirche lautete das heutige Tagesgebet:
"Gütiger Gott,
dein Sohn hat jene seliggeprisen
und deine Kinder genannt,
die für den Frieden wirken.
Gib uns die Bereitschaft, immer und überall
für die Gerechtigkeit einzutreten,
die allein den wahren Frieden sichert.
Darum bitten wir durch Jesus Christus."

[Dieser Beitrag wurde am 04.08.2007 - 18:37 von gartenzwerg aktualisiert]





Signatur
D.W.Winter


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