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Robert ...



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...   Erstellt am 11.09.2009 - 10:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Revolution ist, wenn es ernst wird.
Und was ist Domino?
Ein Spiel auf dem Kindergeburtstag.

Was aber, wenn einer Revolution nur durch ein Dominospiel gedacht wird?

Höhepunkt zur Erinnerung an den Mauerfall vor 20 Jahren soll am 9. November eine riesige Dominoaktion sein.

1000 Steine aus Styropor über 2 m hoch sollen zwischen Brandenburger Tor aufgestellt und dann zum Kippen gebracht werden.

So wie 1989 die Steine der Mauer. Man sagt, sie fielen wie Dominosteine.

Aus einem hochdramatischen politischem Ereignis wird ein Kinderspiel, eine Bagatellisierung einer Revolution.




werner43 ...



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...   Erstellt am 09.11.2009 - 23:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe die Übertragung der Mauerfall-Jubiläumsfeier m ZDF gesehen und muss sagen, es war beeindruckend wie durch das Projekt Dominosteine diese Feier so ganz anders wurde als ich befürchtet hatte.

Davor war ich bei einer Mahnwache zum Gedenken an den 9.11. 1938. Ich will nun einfach mal ohne weiteren Kommentar einen Text heir einstellen, den ich dabei verlas:

——

Der 9. November 1938 markiert den entscheidenden Wendepunkt in der judenfeindlichen~ Politik des NS-Regimes:
Nach einer Vielzahl antijüdischer Sondergesetze seit 1933 folgte der Übergang zur offenen und brutalen Gewalt gegen deutsche Juden in ihren Wohnungen und Geschäften, Synagogen und Betstuben.
Die von der NS-Propaganda verbreiteten Bilanzen liegen deutlich unter dem tatsächlichen Ausmaß der Zerstörungen an materiellen Gütern und Menschenleben. Ungezählt bleiben bis heute diejenigen, die an den unmittelbaren Folgen der barbarischen Misshand1ungen durch den Nazi-Mob gestorben sind oder in ihrer Verzweifelung den Selbstmord einem Weiterleben in Deutschland vorgezogen haben.
In diesem Sinne wollen wir zum Beginn der heutigen Mahnwache stellvertretend für viele andere Opfer des 9. Novembetr1938 an David Dublon aus Wittlich erinnern.
David Dublon wurde 1866 in der Himmeroder Stra0e in Wittlich geboren als fünftes von sieben Kinder des Metzgers Salomon Dublon und seiner Frau Regina.
Nach dem Besuch der jüdischen Volksschule und der „Höheren Stadtschule“ in Wittlich wurde der junge Mann in Münster im renommierten „Alexander Haindorf“~Seminar zum Lehrer und Kantor ausgebildet.
Im westfälischen Städtchen Dülmen wirkte David Dublon seit 1888 als Kantor der kleinen jüdischen Gemeinde und als Lehrer bis zu seiner Pensionierung 1916.
Über 40 Jahre lang leitete er zwei Gesangvereine, mit denen er immer wieder aufgrund besonderer Leistungen im Chorgesang öffentliche Amerkennung/ erhielt.
Ende 1933 musste er die Leitung seiner Chöre im Zuge der so genannten „Gleichschaltung“ niederlegen.
In einer Würdigung zu Dublon 70. Geburtstag 1936 ist über ihn und seine Frau zu lesen:

„Die Kunst ist beiden holde Begleiterin durchs Leben gewesen, und was an musikalischer Kultur in dem kleinen westfälischen Städtchen reifte, war zu einem Teil das Werk von David Dublon.“

In der so genannten Reichskristallnacht brannte die Dülmener Synagoge unter der Aufsicht der Feuerwehr nieder und es kam zu schweren Ausschreitungen gegen die jüdischen Bürger.

David Dublon wurde in seiner Wohnung misshandelt und die Treppe hinuntergestürzt. Dabei zog er sich Verletzungen zu, von denen der alte Mann sich nicht mehr erholen sollte.

Dublons Frau Paula wurde in Auschwitz-Birkenau ermordet. Die einzige Tochter Grete konnte mit ihrem Mann 1939 Deutschland verlassen und flüchtete in die USA.

David Dublon, der verdiente Lehrer, Kantor und Chorleiter, wurde im Juni 1939 in eine Heilanstalt in Bonn-Endenich eingeliefert. Dort verstarb er bereits am 6. Juli und wurde auf dem jüdischen Friedhof bestattet:
Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Die Sterbeurkunde enthält den Vermerk:
„gestorben an manisch-depressivem Irresein“.
Auch den Opfern, die wie David Dublon an den Folgen der Barbarei vom 9. November 1938 gestorben sind, gilt es heute zu gedenken.
—–

Ich denke beides gehört zu diesem Tag. die Freude über den 9.11.1989, aber auch die Trauer und das Gedenken, das den 9.11.1938 nicht vergessen lässt.





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