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Lavida ...



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...   Erstellt am 12.03.2008 - 12:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hier stehe ich, ich kann nicht anders

Martin Luther


Am 18.April im Jahr 1521 sagte Martin Luther diesen Satz auf dem Reichstag in Worms.
Seine Thesen widerrufen kam für ihn nicht in Frage.
Doch nichts anderes erwarteten die Vertreter der Kirche und Kaiser Karl V. von dem abtrünnigem Kirchenmann.
Ihren Anfang hatte die Auseinandersetzung Luthers mit Kirche und Krone am 31. Oktober 1517 genommen.
An jenem Tag veröffentlichte er 95 Thesen, mit denen er gegen die Bußpraxis der Kirche besonders gegen den Ablasshandel protestierte.

Warum wird das Zitat " Hier stehe ich, ich kann nicht anders" so oft herangezogen?

Ich bin der Meinung, weil es die Haltung eines Menschen zeigt, der sich vor allem seiner Überzeugung verpflichtet fühlt.




<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 16:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lavida schrieb
    Hier stehe ich, ich kann nicht anders

    Martin Luther


    Seine Thesen widerrufen kam für ihn nicht in Frage.

    Warum wird das Zitat " Hier stehe ich, ich kann nicht anders" so oft herangezogen?

    Ich bin der Meinung, weil es die Haltung eines Menschen zeigt, der sich vor allem seiner Überzeugung verpflichtet fühlt.

Es hat einen ziemlich pikanten Beigeschmack, daß ausgerechnet der glühende Antisemit Martin Luther immer wieder mit diesem Zitat bemüht und somit als Ehrenmann und Idealist dargestellt wird.
Andere "Idealisten" und Fanatiker wie z.B. ein Adolf Hitler teilten ebenfalls seine Auffassung und Geisteshaltung, denn auch er fühlte sich ganz fest seiner Überzeugung verpflichtet.
Es ist jedoch heutzutage nicht "chic", darüber zu sprechen, schon gar nicht vor den Osterfeiertagen.

Sollte jetzt jemand diesen Vergleich für "ketzerisch" oder "unpassend" finden, so gibt es genügend Lesestoff über dieses Thema, falls sich wirklich jemand dafür interessieren sollte.
Zum Beispiel hier: http://www.neo-lutheraner.de/juden.html
und hier: http://www.das-weisse-pferd.com/99_04/hitler_luther.htm
und hier: http://www.projektwerkstatt.de/religion … rbild.html

Einzelne Ausführungen daraus möchte ich uns gerne ersparen, denn jeder, der lesen kann, hat die Möglichkeit, sich selbst entsprechend zu informieren.
Erinnern wir uns ganz kurz: Die Lutheranerkirche, bzw. der evangelische Kirchentag brauchte über 60 Jahre, um sich erst im Jahre 2008 zu einem äußerst zaghaften Schuldeingeständnis bezüglich der "Reinigung" von über 6,5 Millionen Seelen zwischen 1939 und 1945 durchzuringen.
Es hat wenig Sinn, historische Tatsachen zu verklären, so lange es Menschen gibt, die nicht vergessen wollen.
Wünschen wir uns lieber, daß es mehr solche Menschen geben möge.

Beste Grüße von einem Nestbeschmutzer.




wortundbild
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 17:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Minotaurus schrieb

    Beste Grüße von einem Nestbeschmutzer.


Wo du recht hast, hast du recht, Mino.
Aber mit Nestbeschmutzung hat das ja nun wirklich nichts zu tun, wenn man Dinge beim Namen nennt, den sie verdienen.
Und dass in diesem Themenfeld
"Kirche und Judentum" auch heute noch so manches Nest schmutzig ist, ist leider wahr - in beiden großen Kirchen (oder "Vereinen" wie du sie zu nennen pflegst).
An dieser Tatsache leide auch ich. Und ich kann dir sagen, dass ich in meinem Bereich - gemeinsam mit vielen Verbündeten - aus der katholischen wie der evangelischen Kirche - daran arbeite, dass sich ein anderes Denken mehr und mehr durchsetzen kann.

Gruß von einem "Nestreiniger", der wie du keine schmutzigen Nester mag.

Werner




WordPerfekt
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 21:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dieses Zitat stammt nicht von Luther. Es wurde ihm nur untergejubelt. 10 Jahre nach seinem Tod, habe ich irgendwo gelesen. Auf dem Reichstag soll er gesagt haben: "Gott helfe mir,Amen!"
Die Nichtbelegbarkeit dieses Zitats ist nur eines von vielen Beispielen, wie sich gerade in Bezug auf Luther Geschichte und Legende vermischen.

Hier stehe ich, ich kann nicht anders,
ist eine falsche Aussage. Jeder Mensch kann anders, wenn er die freie Entscheidung hat.




wortundbild
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 21:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Richtig, Jörg. DerSchluss der Rede Luthers hies:
"...Denn die Autorität von Papst und Konzilien allein überzeugt mich nicht, da sie offenkundig oft geirrt und gegen Schrift und Vernunft gestanden haben. Nur wenn mein Gewissen in Gottes Wort gefangen ist, will ich widerrufen. Denn es ist nicht geraten, etwas gegen das Gewissen zu tun. Gott helfe mir, Amen."

Nach einem späteren Druck heißen die letzten Worte in Luthers Rede:

"Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen."

Kommt inhgaltlich irgendwie shcon aufs geliche rasu, ist aber wohl doch ne spätere Erfindung.

Quelle: http://www.luther-gesellschaft.com/texte/hier_ste.htm




WordPerfekt
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 21:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Genau, das berühmte Zitat trifft den Kern von Luthers Rechtfertigung.




Delfin
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 21:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Sicher gibt es Menschen, die diese Aussage machen,
um sich selber zu schützen oder zu rechtfertigen,
wenn etwas 'schief' gelaufen ist.
Dann ist diese Aussage in der Tat falsch.

Wenn es aber die freie Entscheidung ist,
weil man - wie Lisa schon sagte -
davon überzeugt ist und daran festhält,
ist die Aussage richtig.
Es zeugt von Charakterstärke!




<Minotaurus>
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 22:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Delfin schrieb
    Wenn es aber die freie Entscheidung ist, weil man - wie Lisa schon sagte - davon überzeugt ist und daran festhält, ist die Aussage richtig.
    Es zeugt von Charakterstärke!

Nach dieser Definition waren also nicht nur Martin Luther, sondern z.B. auch Dr. Joseph Goebbels und Adolf Hitler, sowie Saddam Hussein Persönlichkeiten mit einer sehr großen Charakterstärke?
Ich kann das leider nicht konkret beurteilen, weil ich keinen von denen persönlich kannte, aber wenn man den Begriff "Charakterstärke" mit "aufrichtig", "edel" oder "gut" assoziiert (so wie es in unserem Kulturkreis allgemein üblich ist), so stimmt eine solche Einschätzung ein wenig nachdenklich ...

Nachdenkliche Grüße vom Mino.




Delfin
unregistriert

...   Erstellt am 12.03.2008 - 22:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese 'Herren' ordne ich eher dieser Kategorie zu.

schrieb
    Sicher gibt es Menschen, die diese Aussage machen,
    um sich selber zu schützen oder zu rechtfertigen,
    wenn etwas 'schief' gelaufen ist.


Für solche Mensche sind Charakter und Gewissen Fremdwörter!




<Gästin>
unregistriert

...   Erstellt am 13.03.2008 - 00:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Wort Charakter stammt von dem griechischen Wort χαρακτήρ (sprich: charaktér) ab und bezeichnete ursprünglich den Prägestempel für Münzen und Siegel sowie die Prägung selbst. Im Übertragenen Sinne benennt der Charakter das Erkennungs-Merkmal einer Person oder eines Gegenstandes. Weitere Bedeutungen sind:

allgemein die Ausprägung einer Persönlichkeit, die durch angeborene und anerzogene Eigenschaften gebildet wird

Quelle

Und in der Prägung unterscheiden sich die Charaktäre von Luther und allen hier genannten Diktatoren.

Während alle Personen zunächst die gleichen Charaktererkennungsmerkmale haben; nämlich: Die praktische konsequente Denkungsart nach unveränderlichen Maximen. Die festen Vorsätze, etwas zu ändern, aktiv zu werden und sich fest zu ihrem Entschluss zu stehen.

Aber dann unterscheiden sich Luther und Hitler und Co durch die moralische Denkungsart, welche anzeigt, was der Mensch aus sich selbst zu machen bereit ist.

Hitler und Co sind für mich Menschen mit einer willensstarken Prägung und einem bösem, menschenverachtenden, zerstörerischem Gedankengut. Sie sind das Böse.

Und niemand, der bisher Schreibenden würde es jemals wagen, Luther und Hitler auf eine Stufe zu stellen, nur weil beide willensstark waren und nicht von ihrer Meinung abgewichen sind.

Luther hat mit seinen Thesen auf das Unrecht aufmerksam gemacht und eine Änderung gefordert.
Er hat die Vorwürfe, die er gegen Kirche und Krone erhoben hat, nicht zurückgenommen.
Er war sich sicher, dass richtig Gute für die geknechteten Menschen getan zu haben. Er sah sich als Fürsprecher. Seine moralischen Ansprüche waren ehrenwert und moralisch sittlich.

Sittlich gut ist nur, wer aus moralischer Gesinnung, aus dem Willen zu dem, was die sittliche Vernunft fordert, handelt, ohne Rücksicht auf andere Motive, auf Neigungen. Und diese Charaktereigenschaften können wir keinem Diktator zuordnen.

einen gesitteten Gruß
Gästin - Jutta




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