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Jenni Keltisches Mysterium

Status: Offline Registriert seit: 31.05.2007 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 10.07.2007 - 16:30 |  |

Die Nimmersatte Nereide ist ein äußerlich kleines, nicht gerade hervorstechendes Gebäude, wenn man einmal davon absieht, dass die Außenfassade fast komplett in den grün-bläulichen Farben des Meeres gehalten ist.
Unter dem schön gestalteten Namensschild, das neben dem Bildnis einer Nereide noch den Namen der Taverne in Griechisch und Römisch offenbart, wurde zudem noch der weitere kleine Hinweis eingeschnitzt: 'Ich beziehe mich damit auf das Essen, das ESSEN, ihr dreckigen Lustmolche!!'. Offenbar wurde das Wort 'nimmersatt' teilweise ein wenig missgedeutet.
Es gibt freien Blick auf den Hafen und Meereswasser gratis. Wer Fischgerichte sämtlicher Art mag, für den ist dieses Fleckchen Behaglichkeit genau das Richtige.
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Jenni Keltisches Mysterium

Status: Offline Registriert seit: 31.05.2007 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 10.07.2007 - 16:38 |  |
tbc von: Unterkünfte und Paläste » Schiff von Prinz Nicolai
Der Weg durch den Hafen von den Schiffen der Daker bis zur Taverne hatte Jenni mit Schweigen verbracht und war dadurch wieder zu jener dunklen, geheimnisvoll eingehüllten Gestalt geworden, die reglos auf dem Anlegesteg gestanden und beobachtet hatte. Auch jetzt huschte ihr Blick in den Schatten der Kapuze versunken aufmerksam durch die im Morgengrauen liegende Hafenumgebung. Unter anderen Umständen wäre sie nicht viel früher zu ihrer Unterkunft zurückgekehrt, nur hätte sie sich dann vermutlich noch für einige Stunden zum Schlafen hingelegt. Was sie nun plante war natürlich um einiges besser und spannender.
Ihr Seitenblick traf ab und an unauffällig den hochgewachsenen Krieger neben ihr, als müsse sie sich vergewissern, dass er noch da wäre. Das typische, etwas dunkle Lächeln legte sich wieder auf ihre Züge. Vermutlich fragte er sich gerade, weswegen er sie überhaupt begleitete. Nun, das hatte schon alles seinen Sinn und dies würde er auch noch früh genug erfahren. Vielleicht glaubte er auch, dass sie ihn immer noch verführen wollte, nur eben daheim, in 'vertrauter Umgebung'. Dazu müsste sie allerdings erst einmal ihr Bett befreien von der kleinen Kiste getrockneter Vampirfledermäuse, dem frisch erstandenen Schlangenskelett, den beiden Schrumpfköpfen, dem afrikanischen Zeremoniendolch.... und ungefähr hundert weiterer 'Kleinigkeiten', die bei jedem Schlafengehen und Aufstehen kontinuierlich ihre Plätze wechselten, bis sie sie endlich ordentlich verpackt und eingeordnet hatte. Sie benötigte definitiv mehr Lagerraum.
Die Taverne lag noch ruhig und schlafend da, Maya war keine Frühaufsteherin und Brandolf war, auch während seiner Wache, ein sehr ruhiger Mann, der nicht viele Worte machte und gerne versuchte, unauffällig zu sein.
Jenni streifte an der Eingangstür angekommen die Kapuze zurück und deutete auf das hölzerne Schild mit dem Meereswesen und dem Namen der Taverne auf Griechisch und Latein. Darunter war die eingeritzte, überaus deutliche Bemerkung zu lesen, dass sich 'nimmersatt' lediglich auf das Essen des Hauses bezog, offenbar war es dort zu Missverständnissen gekommen.
"Hier sind wir schon. Willkommen in der Nimmersatten Nereide."
Die Keltin deutete eine formvollendete Verneigung an und begann, in der Innenseite ihres Umhanges nach den Schlüsseln zu suchen, zeitgleich musterte sie Linus nun etwas genauer.
"Wir sollten so leise wie möglich sein, die Wirtin mag es gar nicht, so früh am Morgen geweckt zu werden. Und falls du dich beobachtet fühlst, dass ist nur unser Wächter. Du würdest ihn mögen, wenn du ihn sehen würdest."
Ein flüchtiges Grinsen stahl sich über ihr Gesicht, bevor sie einmal um den Krieger herumlief und hier und da seinen Umhang leicht ausklopfte. Dass auch sein Gesäß dabei einen schwachen Schlag einstecken musste, konnte nur ein bedauerliches Versehen sein und wurde auch von Jenni nicht weiter kommentiert.
Einmal umrundet kam sie wieder vor ihm zu stehen und erklärte:
"Die Wirtin ist sehr reinlich. Am Besten, sie sieht dich gar nicht. Oh und.... danke, dass du mitgekommen bist und mir glaubst, Linus. Das bedeutet mir viel."
Ein aufrichtiger Blick mit einem ebensolchen Lächeln folgte, ehe sie die kräftige Hand des Kriegers sanft in einer eleganten Bewegung mit der ihren anhob und einen zarten Kuss auf den Handrücken hauchte. Nur kurz danach war sie wieder ganz die undurchsichtige, verschwörerisch neckende junge Frau, während sie langsam den Schlüssel in die Tür einführte.
"Noch Fragen oder können wir?"
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 11.07.2007 - 05:39 |  |
Linus | Leibwache von Prinz Nicolai

Linus hatte für seine sonst eher ernste und ruhige Art ein wenig mehr geschmunzelt und Jenni zugezwinkert, als sie noch an Bord des dakischen Schiffes davon gesprochen hatte, dass sie die für sie vielleicht grösste Gefahr in ihrer Nähe wissen wolle, womit sie natürlich den grossen keltischen Krieger meinte. Ja, er mochte ihren trockenen Humor.
Und so hatten sie das Schiff verlassen, obwohl er selber durch Prinz Nicolai Order gegeben hatte, dass kein Daker mehr alleine das Schiff zu verlassen hatte. Aber Linus war tatsächlich sehr von seiner Kampfkraft überzeugt und so war er mit Jenni gegangen. Nachdem sie und er das Schiff verlassen hatten, zogen die noch an Bord befindlichen Wachen die lange Planke ein, welche auf das Schiff führte, da er es einfach für sicherer gehalten hatte und machte sich mit Jenni auf zu der Taverne, wo sie ihre Instrumente hatte.
Schweigsam waren sie beide gewesen, alleine auch schon deshalb, weil Linus ihr kurz vor dem Aufbruch noch ins Ohr geflüstert hatte. Denn so machten sie weniger Aufsehens.
Und Linus hatte mit seiner Vermutung Recht gehabt, auf Nummer sicher zu gehen, denn er hatte deutlich das Gefühl, dass sie verfolgt wurden. Und zwar begann dies nicht weit vom Schiff aus, was ihn dazu veranlasste, davon auszugehen, dass das die dakischen Schiffe rund und die Uhr von unbekannten Augenpaaren überwacht wurden.
Er hatte sich auf dem Weg zur Taverne Jenni gegenüber nichts anmerken lassen, um sie nicht unnötig zu beunruhigen, obwohl er sie inzwischen sogar so einschätzte, dass sie es aufregend würde finden können.
Linus hatte den nicht sehr langen Weg über Ohren und Augen aufgesperrt. Und auch wenn er ein sehr guter Kämpfer war, bereute er nun doch ein wenig, das er sich auf dieses Sache der Leichenöffnung und des Holens der Instrumente eingelassen hatte. Wenigstens hätte er vielleicht noch zwei weitere Wachen mitnehmen sollen.
Schliesslich kamen sie vor der Taverne an. Linus allerdings warf nur einen flüchtigen Blick auf das hölzern Schild und ihm fiel sogleich ein, wer die Nereiden waren, nämlich Nymphen des Mittelmeers, von denen es unzähligen laut Legende gab und die die Schiffbrüchigen beschützen und Seemänner mit Spielen unterhalten. Kurz zuckte sein Mundwinkel, als er ihm dann auch die Unterzeile auffiel, doch dann drehte er sich noch einmal um und schaute die Gasse entlang.Aber das tat nun nicht zur Sache. Unauffällig sah sich Linus um und leichter Groll stieg in ihm auf, aber auch Misstrauen. Sogar Jenni gegenüber. Hatte sie ihn vielleicht nur weggelockt, um ihn in eine Falle tappen zu lassen? Er kannte sie doch nur flüchtig aus Rom. Aber das hatte nichts zu bedeuten. Warum tauchte sie plötzlich in der Nacht auf mit einem irgendwie haarsträubenden Wunsch. Wollte sie wirklich an Hand der Leichen etwas herausbekommen, oder war Linus mal wieder dem, zugegebenen wunderlichen, Charme einer Frau verfallen? Nicht, dass er jedem Rock gierig nachschauen würde, aber so ein richtiger Frauenheld wie es Nicolai war, war Linus nun auch nicht, wenn er auch ansonsten kein Kostverächter war.
Doch momentan hatte er wahrlich andere Sorgen. Und das sie verfolgt worden waren, hatte er deutlich mitbekommen. Und es war nicht nur eine Person gewesen, wie glaubte. Und so ganz wollte er auch nicht daran glauben, dass Jenni eventuell etwas damit zu tun hatte.
Diese flüsterte etwas zu ihm und er nickte schweigsam und versuchte etwas in der Gasse zu erspähen, denn im Dämmerlicht der hereinbrechenden Morgendämmerung war es nun nicht mehr so schwarz und finster und der Regen hatte aufgehört. Doch Linus erkannte niemanden. Aber er wusste genau, dass hier irgendwo jemand lauerte. Und Linus war sich sicher, dass es nicht nur Strauchdiebe waren, denn die hätten sicherlich einen besseren und früheren Zeitpunkt gewählt ...
Er bemerkte noch kurz Jennis Grinsen und wie sie um ihn herum ging und seinen langen ledernden Umhang abklopfte, der ihn vorhin noch vor dem Regen geschützt hatte. Das Jenni dabei eher beiläufig seinen Hintern erwischte, registrierte Linus zwar, doch inzwischen war er auf etwas ganz anderes konzentriert und instinktiv fuhr seine Hand zu seinem dem Griff seines Schwertes, welches an einem Gürtel an seiner Seite unter dem Umhang hing.
Etwas entfernt im Dunkel hatten sich zwei finster gekleidete Gestalten in den Schatten eines Hauses gepresst und leise tuschelten, so dass es Linus und Jenni nicht hören konnten:
»Jetzt sofort sage ich, sonst verschwinden sie in dem Haus.«
»Nein, wir sollten abwarten, der Typ sieht mir kräftiger aus als die Wache damals ...«
»Ich sagte jetzt! Verflucht. Und du nimmst dir die Frau vor. Ich kriege das mit dem Kerl schon hin.«
»Und wenn sie schreit?«
»Sorge eben dafür, dass sie nicht dazu kommt.«
»Aber Amun hat gesagt, wir sollen keine Daker mehr töten, sondern andere.«
»Hör auf zu Jammern. Das ist einer der Leibwächter des Prinzen. Wenn der ausgeschaltet ist, wird es Amun freuen ...«
»Wie? Hier auf der Stelle töten? Nicht entführen?«
»Nein, und nun Angriff. Und es muss schnell gehen!!«
Linus war angespannt. Irgend wie war ihm alles zu ruhig und still und er spürte einfach manchmal, wenn Gefahr lauerte. Seine Finger krampfen sich um den Schwert griff und nachdem Jenni fertig damit war, seinen Umhang auszuklopfen, schaute er noch einmal ernst zu ihr herunter, nickte nur auf ihre Worte wieder schweigsam und machte kurz ihren aufrichtigen Blick aus, der sich in ihre Mimik legte, als sie ihm dankte.
Auch liess er es zu, dass sie seine andere Hand ergriff und ihm einen Kuss auf den Handrücken hauchte. Währenddessen späte er wieder in das Halbdunkel der Gasse hinter ihr.
Und als hätte er es geahnt, tauchten wie aus dem Nichts und näher als er geglaubt hatte, zwei riesengrosse dunkle Gestalten auf. Sie rannten nicht oder stürzten sich auf sie, nein, sie gingen fast gemächlich hier entlang und kamen geradewegs auf sie zu, doch Linus Nase zuckte und er glaubte an ihrer Gestalt und Haltung zu erkennen, dass sie ihre Waffen griffbereit unter ihren Umhängen hielten. Außerdem waren ihre Schritte kaum zu hören.
Jenni konnte sie nicht sehen, da sie mit dem Rücken zu ihnen stand und sie fragte gerade wieder in ihrer neckenden Art, ob Linus noch Fragen hatte oder ob sie sich in die Taverne begeben könnten, während sie die Schlüssel ins Schloss schob.
Hatte sie nicht etwas von einem Wächter gesagt, der im Inneren wachen würde? Nun, auch wenn Linus sich einen Kampf mit zwei Halunken vorstellen konnte, Hilfe lehnte er niemals ab, dafür hing er zu sehr an seinem Leben.
Die Gestalten kamen näher und während Linus mit einer schnellen Bewegung die Seite seines Umhanges ergriff und über seine Schulter warf, wo sein Schwert steckte, gleichzeitig aber auch sein Schwert zog, raunte er Jenni ziemlich scharf und eindringlich auf keltisch zu:
»Keine Fragen! Aber Ärger!«
In seiner Stimme war eindeutig Gefahr zu hören und er hoffte, dass sie verstand. Denn hatte er ihr eben vielleicht noch milde zugelächelt, so tat er es nun nicht und sein Tonfall liess keinen Zweifel zu, dass er es nicht ernst meinte.
Und dann ging alles sehr schnell. Während Linus dies zu Jenni sagte, waren die beiden Gestalten kaum mehr als wenige Meter von ihnen entfernt und hörten Linus Worte, denn nun setzten sie sich schneller in Bewegung und Linus sah zwei Schwerter aufblitzen. In dem Augenblick, nur einen Augenaufschlag nach seinen ersten warnenden Worten an Jenni, folgten nun noch schärfere und deutlicher gesprochene Worte und er machte einen Schritt von Jenni und der Tavernentür weg, um Jenni so besser schützen zu können und zog sein Schwert.
»Schnell, geh rein und verbarrikadiere die Tür!« Dies war nun wirklich alles unmissverständlich (auf keltisch) und er hoffte für einen Moment, dass er Jenni wirklich trauen konnte und nicht gleich einen Dolch von ihr im Rücken hatte. Aber dies war einfach sein angeborenes Misstrauen. Doch nun half, was Jenni anging, nur Vertrauen und Glück .. denn im nächsten Moment hallte durch die Morgendämmerung der Klang von aufeinander prallenden Metall und zerriss die Stille des Morgens. Beide Gestalten, nicht viel kleiner als der keltische Hüne, griffen diesen mit ihren gezogenen Schwertern an.
In einer sehr effizienten und schnellen Bewegung konnte Linus die ersten beiden Angriffe parieren und während er selber sein Schwert durch die Luft wirbeln lies, um die Klingen der Gegner abzuwehren, kam aus seiner Kehle ein tiefes und sehr angriffslustiges Brummen, welches seinen Tatendrang einfach nur unterstützte, aber ziemlich gefährlich klang und deutlich machen sollte, dass er sich niemals leicht zu schlagen geben würde.
Sein Herz allerdings schlug ihm nun bis zum Hals und das Adrenalin schoss durch seine Adern. Doch denken tat der Kelte kaum mehr darüber nach, dass ihn sein Gefühl nicht verlassen hatte, oder ob es ein Fehler war, das Schiff alleine mit Jenni zu verlassen.
Nun zählten nur noch seine Gedanken um den Kampf und diesen möglichst zu gewinnen ...
Innerhalb weniger Augenblicke krachten die Schwerter zusammen. Immer und immer wieder. Der eine Gegner hatte nur einmal ausgeholt und wurde von Linus pariert, da zog er schon ein Wurfmesser und schleuderte es auf Linus, der mit der anderen Gestalt in einem heftig wütenden Kampf verfangen war und traf den Kelten an dessen rechten Schulter ...
Linus verspürte einen beissenden Schmerz in seiner Schulter, dessen Arm sein Schwert führte, aber nur kurz zuckte er zusammen, hielt aber kaum im Kampf inne, würde das doch nur ein Nachteil für ihn sein. Und selbst kein wirklicher Schmerzensschrei kam ihm über die Lippen. Stattdessen würde sein Brüllen im Kampf nur noch erbarmungsloser.
[Dieser Beitrag wurde am 11.07.2007 - 05:54 von Nicolai aktualisiert]
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Jenni Keltisches Mysterium

Status: Offline Registriert seit: 31.05.2007 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 12.07.2007 - 13:39 |  |
Jennis Aufmerksamkeit war es nicht entgangen, dass ihre Begleitung den ganzen Weg über ziemlich angespannt wirkte und insgeheim glaubte sie auch zu ahnen, dass er inzwischen seinen Entschluss heftig bereute, sie nach Hause zu begleiten und seinen geliebten Prinzen so 'schutzlos' auf dem Schiffchen zurückgelassen zu haben. Dennoch würde sie ihm ganz gewiss nicht die großzügige Gelegenheit geben, ihn aus seinem Gefallen ihr gegenüber zu entbinden. Dakischer Prinz hin oder her, Linus würde ja wohl noch etwas wie ein eigenes Leben haben dürfen, oder versklavte er sich so gern selbst? Wenn der gute Nicolai ohne seinen Leibwächter nicht lebensfähig war, nun, dann sollte er eben draufgehen. Jenni war aufgrund diverser Erfahrungen da wenig kompromisslos oder gar respektvoll.
Dass am Hafen eine reichhaltige Auswahl verdächtiger Gestalten vom Hehler über den ordinären Dieb und Straßenkinder bis zu bezahlten Beobachtern der ein- und auslaufenden Schiffe herumlungerten, daran hatte sie sich ebenfalls inzwischen gewöhnt und gehörte zumeist wohl eher zu solchem Volk, als zu den harmlosen Passanten in der Sonne. In den Schatten war man ganz einfach unauffälliger. Linus darin zu verstecken hatte sie jedoch von Anfang an ins Reich des Unmöglichen abgeschoben.
Vielleicht hätte der jungen Keltin jedoch eher bewusst werden müssen, wie viele Feinde die Daker sich inzwischen tatsächlich schon eingehandelt hatten und dass man mittlerweile bereits in Gefahr geraten konnte, wenn man nur ein paar Augenblicke auf ihrem Schiffsdeck herumstand. Nun gut, Jennis Verhältnis zur Gefahr war relativ und an und für sich nicht gerade als 'angsterfüllt' zu bezeichnen, allerdings kam das auch auf die Art und Weise der Bedrohung an. Hier und jetzt machte ihr in erster Linie der Standort Sorgen, mehr noch, als irgendwelche Schwerter und Dolche.
Insofern hoben sich auch ihre hellen Augenbrauen wenig Gutes ahnend, als Linus so offen zugab, dass es Ärger geben würde und er damit anscheinend die beiden Gestalten meinte, die mit gespielter Ruhe aus der Gasse geschlendert kamen, wie sie nach einem knappen Blick erkannte, den Schlüssel noch im Schloss haltend. Verwundert, auch wegen deren ziemlich dummer Taktik, stieß sie erst einen resignierenden Seufzer aus über ihren neuerlichen Fehler, was die Begleitung anging, und drehte dann entschlossen den Schlüssel herum, um die Tür zu öffnen. Schon erreichte sie die deutlich lautere Anweisung, die Tür zu verbarrikadieren, was sie nun doch ein wenig genervt die Augen verdrehen ließ. Es war doch schließlich nicht so, als brandete eine Angriffswelle römischen Legionenausmaßes auf den Taverneneingang zu. Nach ihrer letzten Zählung handelte es sich lediglich um zwei bewaffnete Männer, wenn sie nicht noch mehr ihrer Sorte unter den Umhängen verbargen. An dieser Stelle schienen sich allerdings lediglich Waffen zu befinden. Jenni war mehr als überzeugt davon, dass Linus gegen die beiden mühelos würde bestehen können, auch wenn sie nichts dagegen hätte, hinterher den ein oder anderen Schnitt in die Brust zu versorgen.
Ein kurzer Blick nach hinten, während sie sich gegen die leicht klemmende Eingangstür lehnte, zauberte ein zufriedenes, dunkles Lächeln auf ihr Gesicht. Nun gut, die Schulter reichte ihr bereits aus.
"Vielen Dank Fortuna, du alte Götterschlampe", murmelte sie heiter und widmete sich dann wieder der Tür, um ihrem ursprünglichen Plan Folge zu leisten. Denn obwohl sie sich wirklich sehr sicher war, dass der Kelte mit den beiden Männern keine größeren Komplikationen haben würde, so lag ihr doch einiges daran, diesen Kampf so schnell wie möglich zu beenden. Ganz einfach weil er so laut war, dass dieser Lärm Maya aufwecken konnte und dann würde ihr neuer Freund am eigenen Leib erfahren, dass es schlimmere Dinge gab, als ein paar lausige Angreifer in der Morgendämmerung.
Weswegen sie auch fast mit den Zähnen knirschte, als hinter ihr zusätzlich noch Linus' antreibendes Gebrüll erklang, als befände er sich nicht in einer gutbelebten Stadt sondern auf einem leeren Schlachtfeld.
"Linus, verflucht, geht das auch etwas leiser?!" zischte sie genervt zu ihm hinüber, obwohl sie nicht wusste, ob er sie in seinem augenscheinlichen Wahn überhaupt wahrgenommen hatte.
Die Tür war nun offen, was sie aber natürlich nicht lange bleiben durfte. Dieser Auffassung schienen auch andere zu sein. Deswegen kam die Umsetzung ihrer Bemühungen nicht über ein beginnendes "Bran...?" hinaus, als auch schon ein schneller, dunkler Schatten an ihr vorbeistürmte, sie mehr oder weniger sanft in das Gebäude hineinschubste und Anstalten machte, sofort hinter ihr von außen die Tür wieder zügig, doch nicht laut zu verschließen.

Brandolf
"Bei den schwarzen Zitzen der....", presste die ein wenig um ihr Gleichgewicht ringende Keltin noch hervor, ehe sie sich aufgrund der bregrenzten Zeit kurzfristig umentschied und noch ein
"Brandolf, denk dran, keine....", loswurde, dann fiel die Tür endgültig ins Schloss. Brandolf drehte den Schlüssel zügig herum und klemmte ihn sich anschließend zwischen die Zähne, nachdem er ihren Satz mit einem tiefen, dunklen
"...Toten", beendet hatte, allerdings in einer Weise, die deutlich machte, dass er diese Auflage nicht wirklich vergessen hatte und dass er vielleicht gar nicht in erster Linie das primäre Ziel dieser Forderung darstellte. Eine der beiden Handäxte, die bislang zusammengepresst in seiner linken Hand geruht hatten, landete in einem knappen, schnellen Wurf in seiner rechten und bei beiden festigte und korrigierte sich innerhalb des Bruchteils eines Augenblicks der Griff seiner Finger, während seine tiefliegenden, stahlblauen Augen, die in erster Linie Ernst und Konzentration widerspiegelten, das Szenario vor ihm sondierten. Er war ein hochgewachsener, kämpferisch gebauter Mann, dessen nur leicht mit einigen Lederteilen gerüstete Kleidung durch und durch an die Völker des Nordens erinnerte und nicht im Geringsten südländisch wirkte. Das Symbol eines Wolfes fand sich bei näherer Betrachtung auf vielfältige Weise an seinem Körper, beispielsweise der Umriss eines Wolfkopfes als Tonanhänger um seinen Hals, flankiert von zwei weißpolierten langen Eckzähnen offenbar auch wölfischen Ursprungs. Oder, vielleicht etwas überraschender, mit feinen Stichen auf die Stoffummantelung seiner ledernen Unterarmschienen gestickt.
Nur zwei aufgeschreckte Herzschläge später entschied sich der Germane für den messerliebenden der beiden Gegner, auch darum, weil er nur mit einem schnellen Schritt zur Seite und einer geschickten Bewegung einer seiner Äxte verhindern konnte, dass weder er noch die blaugrüne Tavernentür Schaden nahm. Mit einem klirrenden Geräusch prallte das Wurfmesser vom rauen Eisen des Axtblattes ab und landete irgendwo auf dem Boden, ehe Brandolf aufgrund des blitzschnellen Dahinschmelzen des Abstandes zwischen sich und dem anderen Mann weitere Wurfversuche verhinderte. Wie es üblicherweise seine Taktik war, beschränkte sich der Krieger erst einmal lediglich auf das Abwehren der auf ihn einregnenden Angriffe, um die Kampfkraft und das Geschick seines Gegners einzuschätzen. Dadurch ging zwar kostbare Zeit verloren, in welcher der Lärm aufeinanderschlagender Waffen weiterhin ungehindert durch die morgendliche Frühe schallte, aber diese Maßnahme musste nun einmal sein wenn er verhindern wollte, seinen Gegner durch falsche Einschätzung vorschnell stärker zu verletzen als beabsichtigt oder sogar zu töten. Gleichzeitig versuchte Brandolf mit einigen flüchtigen Seitenblicken, Linus und seinen Gegner im Auge zu behalten und deren Kampf halbwegs zu beobachten. Im Gegensatz zu Linus drang kein Ton über seine Lippen, nur seine Miene verhärtete sich, während sich die Muskeln seines Körpers anspannten, um die Wucht der Schläge seines eigenen Kontrahenten abzufangen.
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 12.07.2007 - 16:56 |  |
Linus | Leibwache von Prinz Nicolai

Nach dem der Messerwerfer seine zwei bis drei Wurfdolche losgeworden war, wovon immer hin der erste nun in der Schulter des blonden Hünen steckte, zog er sein Schwert um nun gegen den dazugekommenen hochgewachsenen und sehr kämpferisch aussehenden Mann zu kämpfen, welcher nun mit zwei Handäxten den Abstand zu ihm verringerte und seinen Angriffen zuerst noch nur parierte.
Linus hingegen hatte seinen eigenen Gegner bereits ein Stück weit von der Tavernentür wegdrängen können im Kampf, denn er parierte weniger, griff dafür aber mit aller Macht an und hatte seinen Gegner bereits auch schon mehrere Wunden zufügen können, da Linus eindeutig der bessere Kämpfer war, geschickter und stärker und eindeutig aggressiver, was sicherlich auch darauf beruhte, dass ihn der beissende Schmerz in seiner Schulter nur noch zu mehr Angriffslust anstachelte. Zudem kam hinzu, dass Linus endlich wieder einmal einen der sonst so unsichtbaren Gegner vor sich hatte. Und er ging fest davon aus, dass diese zwei Kerle zu jener fremden Macht gehörten, welche den Dakern das Leben auf der Insel schwer machte.
Doch er wollte möglichst beide Kerle lebendig den Garaus machen, um sie hinterher auf seine ganz eigene Methode zu "verhören".
Aus den Augenwinkeln heraus hatte Linus mitbekommen, dass sich ein Verbündeter zu ihm gesellte, der Linus in nichts nachstand. Im Gegenteil, er wirkte ziemlich gleichwertig und hatte sich den Messerwerfer vorgenommen.
Und so schallte das Krachen von Metall auf Metall durch die diesige Morgendämmerung, begleitet von Linus tiefen Kampfgebrüll. Jennis vorhin gesprochenen Worte, ob er nicht leiser sein könnte, hatte er vollkommen überhört, nein, er hatte es nicht einmal mehr mit bekommen.
Sein Verbündeter war wohl die Wache, von der Jenni gesprochen hatte und Linus störte es nicht, ihn an seiner Seite zu haben, auch wenn er sich sicher war, auch alleine mit den beiden Angreifern fertig zu werden.
Und so trafen seine Klinge und die seines Gegners immer wieder hart auf einander und Linus merkte, wie seinem Gegner die Kraft schwand. Dann traf Linus ihn in einer geschickten Bewegung an dessen Hüfte, so dass sein Gegner seine eh schon offene Seite noch mehr öffnete, da er vor Schmerz das Schwert etwas zu weit nach rechts drehte. Linus nahm die offene Seite seines Gegners als Herausforderung an und mit einem Satz war er an den Mann herausgesprungen und packte dessen Schwertarm fest am Handgelenk, so dass dieser sein Schwert nicht mehr gegen Linus einsetzen konnte, und gab dann dem verwirrten Mann eine ziemlich schmerzhafte Kopfnuss.
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Jenni Keltisches Mysterium

Status: Offline Registriert seit: 31.05.2007 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 13.07.2007 - 19:46 |  |

Brandolf
Im Gegensatz zu Linus hatte Brandolf nicht wirklich eine Ahnung von den weitschweifigen Hintergründen des ganzen Geschehens. Und entgegen seiner offensichtlichen Profession kämpfte er auch sicherlich nicht, nur um des Kampfes willen und um seinen Äxten neue Nahrung in Form von Menschenblut zu geben. Seine Aufgabe war vor allem anderen die Gewährleistung des Schutzes sowie der Sicherheit der Taverne und deren Bewohnern und Angestellten und selbst mit dieser vielleicht geradlinig klingenden Aufgabe waren eine ganze Menge Auflagen verbunden, an die er sich halten musste und wollte. Zum Beispiel, wie bereits deutlich geworden war, die Vermeidung von Tötungen. Maya hasste die Komplikationen, die mit derartigen Geschehnissen vor ihrer Haustür oder gar dahinter einhergehen würden. Die Soldaten, der Aufruhr, die Gerüchte. Auch wenn Jenni bereits mehr als einmal versichert hatte, sich höchstpersönlich um jede anfallende Leiche zu kümmern, so hatte sich diese mögliche Regelung niemals wirklich durchsetzen können. Auch, weil der gallische Koch Cintu sich weigerte, der jungen Keltin seine heilige Küche zur Verfügung zu stellen.
Zusätzlich widersprach Brandolfs persönliche Einstellung dem kaltblütigen Morden von Menschen, weswegen Jennis Erinnerung wohl eher dazu gedacht war, Linus wenn möglich von einem solch endgültigen Schritt abzuhalten. Einige knappe Blicke hatten dem Germanen bereits verraten, dass der hochgewachsene Mann von der bloßen Kampfkraft her mühelos gegen seinen Gegner bestehen würde. Doch da er ihn nicht weiter kannte, endete an dieser Stelle bereits die Fähigkeit des Germanen, den Ausgang dieses Konfliktes vorhersagen zu können. Vielleicht hätte er Jenni doch nicht einfach in der Taverne einschließen sollen. Andererseits gehörte sie nicht wirklich zwischen Schwerterklirren und Axtschläge.
Der Germane beschloss für sich, dass es nun an der Zeit wäre, diesem Spuk ein Ende zu bereiten. Offenbar hatte es seine Gründe, weswegen sein Gegner die feige Art des Fernangriffes anfänglich bevorzugt hatte. Die Kraft in seinen Armen schien bereits nachzulassen, wie Brandolf an der abnehmenden Kraft der weiterhin von ihm blockierten Schläge spürte. Allerdings wirkte sein Gegenüber keineswegs wie ein Gelegenheitsgauner oder nur ein kleiner Straßendieb, ein Betrunkener oder sonstiger üblicher Hafenabschaum. Irgendwie ahnte er, dass dieses Treffen zwischen Jenni, dem Fremden und diesen beiden Angreifern nicht zufällig entstanden war. Innerlich seufzte er tief. Wo hinein hatte dieser kleine Rotschopf seine Nase nur jetzt schon wieder gesteckt?
Mit einem unerwarteten, schwungvollen Gegenangriff beendete der Krieger seine bislang beobachtende, defensive Position, was seinen Kontrahenten überrascht zurücksetzen und einige wenige Augenblicke lang um sein Gleichgewicht kämpfen ließ. Brandolf hatte jedoch entschieden, dass ihm diese kurze Zeit ausreichen würde. Blitzschnell änderte sich der Griff um seine Äxte, während er sich unter einem eher unkontrollierten Abwehrschlag seines Gegners duckte. Nur einen knappen Herzschlag später krachten die beiden massiven Waffen knapp unterhalb des letzten Rippenbogens von beiden Seiten gegen den unbekannten Kämpfer, als wolle der Germane ihn einfach in der Mitte durchhacken. Möglicherweise wäre Brandolf dazu sogar in der Lage gewesen, allerdings hatte er seine Waffen zwischenzeitlich während des Ausholens noch gedreht, so dass die Klingen nach außen zeigten und sein Gegenüber lediglich die dumpfen Schläge des Kopfes abbekommen hatte. Was aber schon auszureichen schien, um ihn heftig nach Luft keuchen zu lassen, während er langsam auf die Knie niedersank. Die weit aufgerissenen Augen schlossen sich erst, als der Germane noch einmal einen fast lustlos wirkenden Faustschlag nachsetzte, der den Angreifer hart auf Kiefer und Wangenknochen traf und ihn mit Schwung auf den Boden beförderte.
Brandolfs verengte Augen kontrollierten mit einiger Aufmerksamkeit das Heben und Senken des Brustkorbes und die tatsächlich eingetretene Bewusstlosigkeit, ehe er den Kopf zu Linus hinüberwandte um zu verfolgen, wie dessen Kampf ausgehen würde.
Scheinbar wettete er jedoch innerlich auf einen deutlichen Sieg des Kelten, denn er machte bereits Anstalten, seine Waffen in den Lederhalterungen seines breiten Gürtels zu verstauen und den Tavernenschlüssel aus der sicheren Verwahrung zwischen seinen Zähnen zu holen.
[Dieser Beitrag wurde am 13.07.2007 - 19:50 von Jenni aktualisiert]
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 13.07.2007 - 21:51 |  |
Linus | Leibwache von Prinz Nicolai

Linus Kopfnuss tat seinem Gegner ziemlich weh, denn damit hatte er nicht gerechnet. Und Linus hatte einen ziemlichen Dickschädel. Sein Gegner taumelte leicht und strauchelte weiter nach hinten, doch irgendwie schaffte er es, sich von Linus Griff loszureissen und sein Schwert liess er auch nicht fallen. Irgendwie konnte man in seinen Augen Panik sehen und das Einsehen, dass er den Kampf verlieren würde. Denn er bekam dann auch mit, das sein Kamerad durch einen saftigen Kinnhaken zu Boden ging und dort reglos liegen blieb und er ahnte, dass man sie verhören würde, wenn sie unterlagen, denn ihm war deutlich geworden, dass keiner der Männer, gegen den Linus Gegner kämpfte, darauf abzielten, sie zu töten. Und so versuchte er Linus von unten her noch einmal anzugreifen, so dass Linus darauf reagieren musste mit seinem Schwert, um zu parieren.
Und es stimmte schon, dass Linus die Männer lebend haben wollte, um endlich mal etwas zu erfahren, was er Nicolai berichten konnte. Doch dann kam es alles anders. Zumindest für seinen Gegner. Linus hatte im Gegensatz zu seinem Gegner nicht mitbekommen, wie hinter ihm der andere Gegner von dem Germanen bewusstlos geschlagen wurde. Er vernahm nur keine Kampfgeräusche mehr und folgerte daraus, dass der Germane seinen Gegner erledigt hatte, denn sonst hätte der andere Halunke Linus sicherlich angegriffen.
Und dann parierte Linus so mit seinem Schwert, dass es in Höhe des Bauches seines Gegners war, als dieser plötzlich vollkommen unerwartet sein Schwert fallen liess und sich mit letzter Kraft in Linus Schwertklinge stürzte. Es ging so schnell und Linus stand unter Anspannung, so dass er nicht mehr rechtzeitig reagieren konnte und fühlte, wie sich unbeabsichtigt sein Schwert in den Unterleib des Mannes bohrte. Dieser umfasste sogar noch Linus Hände um den Schwertgriff und half kraftlos und tödlich getroffen noch einmal nach, in dem er sich an Linus heran zog. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er Linus sterben und schmerzerfüllt an, bevor sein Körper langsam aber sicher erst auf die Knie ging und dann seitlich wegkippte und auf dem Boden landete. Linus starrte ebenso entsetzt zurück und eher unbewusst zog er das Schwert aus dem Körper des blutenden und noch leicht bebenden Körpers ...
Der Kampf war vorbei und Linus kam keuchte nun leicht und starrte immer noch ungläubig auf sein Schwert und auf den vor ihm liegenden Mann. Nun liess die Anspannung und Konzentration etwas nach, welche ihm im Kampf zu Höchstform angestachelt hatte. Nur kurz blickte er sich um, um sicher zu gehen, dass auch der andere Kerl ausgeschaltet war. Schweigsam nickte Linus dem Germanen als Dank zu und wollte sich erst den Wurfdolch, welchen ihn etwas unterhalb seines Schlüsselbeins getroffen hatte, herausziehen, doch dann erinnerte er sich an einen Kampf vor vielen Jahren, wo er ungefähr an der selben Stelle, nur auf der anderen Seite von einem Pfeil getroffen wurde und diesen herauszog noch auf dem Schlachtfeld. Das Blut war nur so herausgeschossen, weil seine ... wie hiess der lateinische Begriff? Arteria subclavia getroffen worden war. Und so liess er den Dolch erst einmal, wo er war. Doch nun wurde ihm der Schmerz bewusster, nun, wo die Gefahr vorbei war. Aber er presste seine Kiefer zusammen und liess sich neben dem gefallenden Gegner auf die Knie und packte diesen am Kragen. »Hey, du verfluchte Ratte!! Wer hat euch geschickt? Los, rede ...« Es war ein schwacher versuch, aus dem gerade wohl sterbenen Mann noch etwas herauszubekommen.
(OOC: Mein Dank geht an Anymander, der mir bei der Wunde mit Rat und Tat zur Seite stand) 
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Jenni Keltisches Mysterium

Status: Offline Registriert seit: 31.05.2007 Beiträge: 66 Nachricht senden | Erstellt am 14.07.2007 - 15:30 |  |

Brandolf
Brandolfs Mimik blieb weiterhin nahezu ausdruckslos während er beobachtete, wie Linus' Gegner sich selbst in das Schwert stürzte und so den Freitod wählte, aus welchen Gründen auch immer. Lediglich an einem leichten Hervortreten der Kiefermuskeln ließ sich erkennen, dass der Germane die Zähne aufeinander presste. Noch ein Vorteil seiner eigenen Waffen gegenüber Schwertern. Es war wesentlich schwieriger, sich selbst auf ein Axtblatt zu spießen.
In seinen verengten Augen war auch keine wirkliche Regung zu erkennen, als sein Mistreiter mit einem leichten Nicken seinen Dank aufgrund der wohl unerwarteten Hilfe ausdrückte. Allerdings erwiderte der Krieger diese Geste auch nicht, entweder, weil er dafür keinen Anlass zur Dankbarkeit sah, oder weil es schon mehr als ein kurzes Waffengeplänkel auf der gleichen Seite brauchte, um ihn von den positiven Absichten eines Mannes zu überzeugen. Sein undurchsichtiger Blick glitt kurz zu dem im Fleisch steckenden Dolch, ehe er noch einmal seinen eigenen, ordentlich bewusstlosen Gegner am Boden betrachtete.
Auf dem Weg zur Tür trat er dessen Schwert aus der näheren Reichweite seiner Hände, für alle Fälle, ehe er die Tavernentür aufschloss und öffnete, hinter der bereits Jenni wartete, mehr oder weniger geduldig. Praktisch veranlagt wie sie war hatte sie jedoch die Zeit genutzt und schon einmal das bereits vorbereitete Feuer in der Küche angezündet, um etwas Wasser zu erhitzen. Auch für alle Fälle.
Noch bevor die Keltin allerdings an Brandolf vorbeikam, hielt der sie leicht an den Oberarmen fest um sich allem Anschein nach persönlich davon zu überzeugen, dass sie wirklich keinen Schaden davongetragen hatte. Jenni ließ es sichtbar ungeduldig über sich ergehen. Abschließend patschte der Germane in einer Art zufriedener Geste noch einmal über ihren roten Haarschopf und ließ sie dann vorbei, lehnte sich jedoch, nachdem er die Tür hinter ihr wieder leise geschlossen hatte, abwartend an den Türrahmen, während sein Blick auf der Suche nach möglichen weiteren Gegnern über die Gasse und den Hafen glitt.
Jenni indes eröffnete sich nun das vollendete Resultat dieses unerwarteten Zusammenstoßes und sie machte keinen Hehl daraus, was sie von diesem Anblick hielt.
"Linus, musste das denn sein?! Hättest du nicht etwas mehr acht auf deine Schwertspitze geben können? So sehr ich Leichen auch mag, hier machen sie nur Scherereien!"
Sichtlich angenervt warf sie einen knappen, tadelnden Blick zu Brandolf, der jedoch nur flüchtig mit einer Schulter zuckte, dessen tiefernster Blick jedoch andeutete, wie sehr er die Entwicklung der Dinge bedauerte. Die Keltin stieß einen schwermütigen Seufzer aus, musterte kurz den noch lebenden Körper und näherte sich dann Linus, um auf dessen Wunde einen genaueren Blick zu werfen. Erneut ächzte sie als sie sah, dass anscheinend doch nicht nur die Schulter getroffen war, à la kleiner Schnitt, zwei, drei Stiche und gut war.
"Wieso verdammt hast du dich treffen lassen?! Ausgerechnet da! Das wird bluten wie eine Sau im Schlachthaus! Wie soll ich dich denn jetzt drinnen versorgen?"
Kopfschüttelnd drehte sie sich hilfesuchend erneut zu dem Germanen um, der den Blick von dem noch lebenden Angreifer zu ihr hob und sich leise räusperte.
"Gästezimmer", stieß er knapp und mit hartem Akzent und tiefer Stimme hervor, um nach einem kurzen Moment noch zu ergänzen: "Oder Hospital."
"Ja fabelhaft", zischte Jenni und verschränkte sichtlich unzufrieden mit beiden Lösungen die Arme vor der Brust. Ihre Augen blitzten förmlich und wirkten im beginnenden Licht der Dämmerung deutlich rötlicher. Ungehalten nickte sie zunächst zu dem sterbenden Mann in Linus' Griff hinüber.
"Und was machen wir damit? Oder hiermit?" Wenig zimperlich folgte ein Tritt in Nierenhöhe gegen den Bewusstlosen, der sich kurz stöhnend wand und dann wieder in sich zusammensackte. Allerdings schien diese letzte nicht gerade damenhafte Aktion die Keltin auf eine Idee gebracht zu haben, denn nur kurz danach hockte sie bereits neben dem bedauernswerten Geschöpf und durchstöberte seine Kleidung und Taschen nach eventuellen Anhaltspunkten. Da Linus ohnehin noch mit dem anderen zugange war, würde sie wohl noch eine kleine Weile das einzig Sinnvolle in dieser Situation tun dürfen. Brandolf indes machte wieder zwei Schritte vor zu den beiden hinüber, falls der Unbekannte doch nur simulierte und vielleicht eine ähnlich spontane Aktion plante wie sein Kumpan zuvor.
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Nicolai unregistriert
| Erstellt am 18.07.2007 - 23:16 |  |
Linus | Leibwache von Prinz Nicolai

Linus bekam schon mit, was Jenni so von sich gab, aber er ignorierte es, denn sie hatte einfach keine Ahnung. Und so sprach er nur sehr direkt und ernst und emotionslos: »Er ist mir einfach ins Schwert gerannt, ich wollte ihn nicht töten. Und wenn ihr damit ein Problem habt, so ist das eure Sache! Sei einfach froh, dass es dich nicht erwischt hat!«
Linus war zwar humorvoll, aber nicht in diesem Moment. Und Jenni sah das ja anscheinend alles nur als lustig und spannend an. Kleine dämlich verwöhnte Göre, dachte Linus nur, die keine Ahnung hatte, aber gerne so kühl, berechnend und stolz sein wollte. Vor allen so humorvoll. Sie hatte so keine Ahnung in Linus Augen. Sie wirkte wie ein kleines Mädchen, dass das Abenteuer suchte. Sie war so arrogant und selbstbewusst, dass es Linus schon weh tat. Aber er kümmerte sich nicht weiter darum.
»Es geht schon« presste er dann mit fest auf einander gepressten Kiefern von sich und starrte kurz auf das verfluchte Messer, dass in seiner Schulter steckte und ihm, auch wenn er hart im Nehmen war, Schmerzen verursachte.
Warum nur hatte er sich auf diese dumme Sache mit Jenni eingelassen? Er hätte einfach an Deck bleiben sollen.
Kurz schaute er noch seinen Gegner an, der jedoch schliesslich starb, wie Linus mit einem kurzen Griff an dessen Halsschlagader feststellte und liess ab von dem Mann.
Und so erhob er sich, etwas unter Schmerzen und wandte sich zu dem Bewusstlosen zu, der langsam wieder zu sich kam. Aus diesem würde er schon noch ein Wort herausbekommen, denn wenn Linus erst einmal wütend war, dann aber richtig. Auch wenn er es nicht wirklich zeigte.
Und so hockte er sich nun neben den Mann, der leise vor sich hin stöhnte und Linus packte diesen am Kragen und versuchte etwas aus ihm herauszubekommen, aber noch gab dieser nur undeutliches Zeug von sich, so dass Linus wieder von ihm abliess. Und Linus merkte nun selber, dass er sich um das Messer in seiner Wunde kümmern musste. Ins Hospital wollte er nicht unbedingt. Aber hatte Jenni von solchen Dingen Ahnung? Und wollte er sich ihr überhaupt ausliefern?
Er blickte sie ernst an und man konnte sehen, dass er im Moment keinerlei Lust auf irgend einen weiteren dummen Spruch hatte.
»Wenn ich Eure edle Taverne nicht zu sehr voll blute, bevorzuge ich diese, vorausgesetzt, Ihr wisst, was ihr tut!« Er funkelte Jenni etwas finster an und sie konnte sehen, dass Linus alles andere als gute Laune hatte. Auch duzte er sie aus welchen Gründen auch, nicht mehr. Aber ihm fiel es selber gar nicht auf, denn langsam wurde ihm immer seltsamer und seine Kraft liess nach, was sicherlich am Blutverlust lag, denn auch wenn er viel aushielt, so würden seine Kräfte nicht ewig halten. Dann sah er sich noch mal um, steckte sein Schwert weg. Nicht, dass hier noch weitere Angreifer lauerten ...
Zum Schiff jedenfalls konnte und WOLLTE er SO nicht zurück ...
[Dieser Beitrag wurde am 19.07.2007 - 05:12 von Nicolai aktualisiert]
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Ansumya unregistriert
| Erstellt am 21.07.2007 - 11:38 |  |
tbc von: Öffentliche Gebäude >> Hafen >> Verwinkelte Gassen am Hafen

Yuns Weg hatte ihn mit dem sich immer noch hin und wieder an den Hals fassenden Spion an den Anlegestegen des Hafens entlanggeführt, allerdings parallel zu ihm hinter der ersten Häuserreihe entlang, so dass er ihn nur in den kleinen Lücken zwischen den Gebäuden hindurch tatsächlich sehen konnte. Der Asiate selbst huschte durch einen schmalen, teilweise durch allerlei Unrat verbauten Durchgang, den man nicht mehr mit dem Titel 'Strasse' oder 'Gasse' bezeichnen konnte und in dem ihm nicht einmal ein verlorenes Straßenkind begegnete. Doch seine Waffen in Form von Pfeil und Bogen ließen sich nun einmal nicht bis zur Unauffälligkeit vor zufälligen Blicken verbergen, auch nicht mit der Unterstützung des unwirklichen Lichtes der Morgendämmerung. Also folgte er seinem Begleiter wie ein treuer Schatten, was sogar jenen ab und an nervös den Kopf drehen ließ, weil er nicht sicher war, wo sich der Mann mit den schwarzen Mandelaugen gerade befand. Yun wünschte sich, er würde diesen Reflex unterdrücken und einfach unauffällig weiter den Weg am Wasser vorbei schlendern, aber er unterließ eine nähere Kontaktaufgabe zum Schutz seiner Verborgenheit.
Während er sich seinen eigentlich kaum existenten Weg über die Überreste von allerlei Frachten und nicht mehr funktionsfähigem Schiffszubehör bahnte und auch einmal, aus Ermangelung eines offenen Durchganges, flach und zügig über ein Häuserdach huschte, ging er in Gedanken bereits die Handlungsmöglichkeiten durch, die sich ihm bei den verschiedenen Situationen, auf die er treffen könnte, eröffneten. 'Die Situation bereinigen', wie Ansumya meinte, war eigentlich recht eindeutig und zielte vermutlich eher auf den Tod der voreiligen Spione als die Entsorgung der Leichen dieses Leibwächters und seiner Begleiterin. Die beiden Kerle, die sie kennen gelernt hatten, wirkten auch nicht unbedingt wie spezialisiert auf den Nahkampf. Sonst wären sie wohl auch Krieger und keine Spione geworden. Yun fragte sich, was in den Köpfen dieser beiden Angreifer vorgegangen sein mochte, allerdings war es seine Aufgabe geworden, genau dieses Wissen von seiner Verbreitung abzuhalten. Äußerlich völlig ruhig und konzentriert wartete er auf das Szenario, das sich ihm denn bieten würde, wenn man den angepeilten Zielpunkt erreicht hatte. Und vielleicht war es ja auch noch nicht zu spät und die beiden waren selbst klug genug gewesen, keinen Leibwächter inmitten von Wohn- und Handelshäusern zu überfallen.
Der Asiate hielt mitten in der geschmeidigen Bewegung inne, als er seinen Begleiter ebenfalls verharren und sich in die schmale Lücke zwischen zwei größeren Lagerhäusern drängen sah. Dann konnte er beobachten, wie der Spion mit verengten Augen offenbar nach Yuns augenblicklichem Aufenthaltsort fahndete, ehe er mit unmissverständlichen Handbewegungen auf den Bereich vor sich deutete und dann drei Finger hob, anscheinend zum Zeichen, dass das Ziel sich in der Entfernung von drei Häusern befand. Der Blick des Bogenschützen glitt flüchtig in den Gang vor sich, der sich ein Stück weiter vorne zu öffnen schien, da die Häuser dort weiter zurück lagen, schaute dann wieder zu seinem Begleiter und nickte verstehend, bevor er ihn ebenfalls mit eindeutigen Handzeichen zur zügigen Rückkehr zu Ansumya beorderte.
Nachdem der Mann sich nur zu gerne auf den Rückweg gemacht hatte, arbeitete der Asiate sich weiter vor, schlüpfte seitlich durch eine besonders schmale Verengung des Weges und näherte sich mit den behutsamen Bewegungen einer an seine Beute heranschleichenden Raubkatze der 'Lichtung' entgegen. Die Hände an der roh gehauenen Häuserwand und in einer hockenden Position blickte er mit angespannt verengten Augen auf den kleinen Patz und die daran anschließenden Häuser, vor denen er zunächst niemanden erkennen konnte. Dann jedoch glaubte er rechts von sich Stimmen zu hören, von ihm abgegrenzt durch zwei dort abgestellte Ochsenkarren. Noch ein Stück dahinter erhob sich ein Gebäude in einer mehr als seltsamen Farbmischung aus Blau und Grün, das Yun schließlich als eine Art bizarre Taverne einordnete und vor welcher es offenbar zum Kampf gekommen war.
Geduckt erst hinter, dann flach gegen den Holzboden gepresst auf einem der Karren konnte der Asiate erkennen, dass einer der beiden kräftigen Männer vor der Taverne verletzt zu sein schien. Mit ein wenig Glück handelte es sich um die Leibwache, da der zweite auch eher unbeteiligt danebenstand und keinen solchen Eifer an den Tag legte, die beiden am Boden liegenden Gestalten zu inspizieren, die offenbar die traurigen Überreste des unbedachten Angriffs darstellten. Immerhin hatten sie den hochgewachsenen Krieger verletzen können, vermutlich als Folge des Überraschungsmoments. Angesichts der Blutlache und der Bauchwunde hatte jedoch wenigstens einer von ihnen mit seinem Leben für ihren Fehler bezahlen müssen. Der andere schien angesichts seines sich ungleichmäßig hebenden und senkenden Brustkorbes und besonders aufgrund der Aufmerksamkeit des verletzten Mannes nur bewusstlos zu sein. Zumindest noch.
Das rothaarige im Mädchen schien gerade seine Taschen geplündert zu haben und Yun konnte nur grimmig hoffen, dass die beiden abseits ihrer Zungen nichts bei sich trugen, was ihre Verbindung zu Amun verriet. Fehler von fremden Idioten korrigieren zu müssen gehörte bei Weitem nicht zu seinen bevorzugten Lieblingsbeschäftigungen. Inzwischen irrte sein Blick bereits über seine eigene Umgebung, um den richtigen Standort für den passenden Schusswinkel zu finden. Auch wenn es vordergründig ihrem Vorhaben vielleicht entgegenkäme, die Arbeit der beiden Spione zu beenden und den Leibwächter mit einem gezielten Schuss endgültig zu beseitigen, so hatte Yun Amuns Auflage nicht vergessen. Und egal wie schlimm die Verletzung auch war, der endgültige Tod erhob die Angelegenheit immer zu einer doch deutlich dringenderen, Aufsehen erregenden Sache. Vielleicht war es auch noch der persönliche Lieblingsleibwächter des Prinzen, was seinen Tod gleich zu einer Herrscheraffäre werden ließ. Nein, für ihr Vorhaben war es auf alle Fälle von Vorteil, wenn er am Leben bliebe. Die beiden anderen indes schienen nichts weiter mit den Leuten an Deck zu tun zu haben und vielleicht sollte man sie daran erinnern, dass es auch gesünder für sie würde, wenn man es dabei beließe.
Mit ausdruckslos eisiger Mimik beobachtete Yun, wie die junge Frau den zweiten der beiden Krieger in das Gebäude zurückschickte und sich anschließend wieder der Plünderung des Toten widmete. Angesichts der Lage schien sie verflucht neugierig zu sein, ein weiterer Grund, ihr zu verdeutlichen, auf was sie sich einließ. Sie war keine direkte Dakerin und sie war an Bord gewesen, was also wäre logischer, als ihr Ableben?
Doch das war nicht seine Aufgabe. Mit langsamen, bedächtigen Bewegungen wich der Asiate von den Karren und wieder leicht in den schmalen Spalt zwischen den Häusern zurück, aus dem er gekommen war. Der Abstand zwischen den Mauern war brauchbar und auch den für die Ausführung seines Plans benötigten Schusswinkel würde er auf diese Weise gewinnen können. Bliebe er auf dem Boden, wäre der Winkel zu spitz, begäbe er sich wieder auf den Karren, vermutlich zu stumpf. Also stemmte der Krieger sich kurzerhand mit Händen und Füßen links und rechts gegen die beiden Mauern und schob sich auf diese Weise ein Stück höher, bis er den richtigen Standort für sein Vorhaben erreicht hatte. Nach einer kurzen Prüfung seiner sicheren Position und dem Lösen von Bogen und Köcher winkelte er das linke Bein an und presste sich darüber mit dem Rücken gegen die Wand, das rechte Bein dabei ausgleichend streckend, um die Szenerie vor sich gut im Blick- und Schussfeld zu haben. Aus seinem reichen Fundus an Pfeilen wählte er jene Art, die auch von römischen Bogenschützen verwendet wurde und ließ den Köcher dann sanft zu Boden gleiten. Um den Bogen angemessen spannen zu können, drückte er sich wiederum ein wenig von der Wand hinter ihm fort, zielte genau und schoss, um nur Sekundenbruchteile später bereits wieder elegant auf den Boden zu springen, den Gurt seines Köchers zu ergreifen und auf dem unauffälligen Weg zu verschwinden, auf welchem er gekommen war.
tbc: Öffentliche Gebäude >> Hafen
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