Charlotte Administrator


Status: Offline Registriert seit: 02.10.2005 Beiträge: 6955 Nachricht senden | Erstellt am 06.06.2006 - 09:52 |  |
Berlin (Reuters) - Die Bundesregierung hat nach Ansicht des SPD-Innenexperten Dieter Wiefelspütz keine Möglichkeit, einen Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei der Fußball-WM zu verhindern.
"Die Bundesrepublik Deutschland hat als Staat ein Problem damit, einen Staatspräsidenten unfreundlich zu behandeln", sagte Wiefelspütz der "Berliner Zeitung" vom Dienstag. "Wir können die Tür nicht zumachen, wenn er anklopft." Er hoffe aber, dass sich die Dinge sportlich regeln. Ahmadinedschad plant offenbar einen WM-Besuch, sollte die iranische Nationalmannschaft das Achtelfinale erreichen.
Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (FDB), Theo Zwanziger, hatte erklärt, sollte Ahmadinedschad zur WM kommen, dann müsse ihm in aller Deutlichkeit klar gemacht werden, dass seine Haltung zur NS-Vergangenheit "absolut unakzeptabel, verbrecherisch und weit von der Realität entfernt ist". Ahmadinedschad löste mit anti-israelischen Äußerungen weltweit Empörung aus. Unter anderem leugnete er wiederholt den Holocaust und forderte, Israel von der Landkarte zu tilgen. Zudem schürt er mit seiner Atompolitik im Westen die Furcht, der Iran versuche Atomwaffen zu entwickeln.
In Deutschland wird auch befürchtet, dass Rechtsextremisten die Spiele der iranischen Mannschaft wegen der anti-israelischen Haltung Ahmadinedschads zu Solidaritätskundgebungen nutzen könnten. "Immer da, wo der radikale Antisemitismus vorhanden ist, gibt es taktische Bündnisse, die den Außenstehenden gelegentlich erstaunen", sagte Wiefelspütz. "Wir werden uns aber schon zu wehren wissen, wenn es zu solchen Veranstaltungen kommt."
Di Jun 6, 2006 7:30 MESZ Reuters.de
Signatur ☺ Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der menschlichen Dummheit.☺ |
JulianaApparta unregistriert
| Erstellt am 06.06.2006 - 18:14 |  |
SPIEGEL-Interview mit Ahmadinedschad
Hat jemand das Interview gelesen? Was denkt ihr darüber?
Meine Meinung ist.
Ahmadinedschad wird von deutschen Nazis verehrt, weil er den Holocaust öffentlich leugnet und Israel vernichten möchte.
Also ich fühle mich weder moralisch noch sonst wie irgendwie schuldig oder von Scham erfüllt für Dinge, die lange vor meiner Zeit waren.
Und ich denke auch nicht im Traum daran, dafür irgendwie zu büßen. Auf der einen Seite wird stets gesagt, es gebe keine Sippenhaft mehr, auf der anderen Seite soll ich mich für Taten meines Vaters oder Opas schämen und bin deshalb mit einer speziellen Schuld beladen,wie es der "Spiegel" Reporter nannte.
Ob er einreisen sollte, da denke ich ja. Sein Land nimmt an der WM teil und Sport und Politik sollten getrennt werden.
hier der Kommentar aus dem Spiegel
http://www.spiegel.de/politik/ausla...,418728,00.html
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Charlotte Administrator


Status: Offline Registriert seit: 02.10.2005 Beiträge: 6955 Nachricht senden | Erstellt am 06.06.2006 - 19:20 |  |
Als ich zur Schule ging, hörte die Zeitrechnung in Geschichte mit der ersten Republik und Dr. Karl Renner auf. Die Zeit des Nationalsozialismus war absolut tabu, in einer Klosterschule sowieso. Es hätte sonst wahrscheinlich das Verhalten Pius XII und der katholischen Kirche besprochen werden müssen.
Vielleicht war es auch wichtiger den Nachkriegskindern Demokratie zu lernen.
Also habe ich mich, da immer Geschichts- und Politik interessiert außerschulisch informieren müssen.
Ich habe gelesen, was immer zu bekommen war. Ich habe eine Bibliothek die sich nur mit der Zeit von 1925-1945 befasst.
Meine Mutter, die 1940 geheiratet hatte, besaß noch das Hochzeitsgeschenk des Staates... ein Exemplar von *Mein Kampf*
Dieses Buch, das entgegen der angenommenen Volksmeinung absolut nicht verboten ist, man darf es verkaufen und besitzen, sofern es keine Raubkopie ist, (Das Urheberrecht liegt noch bis 2015 bei der Bayerischen Staatsregierung) habe ich auch gelesen.
Ich habe sämtliche Dokumentationen und Filme angesehen und tue das heute noch. Das die einzelnen Werke jeweils aus der Sicht des Machers, des Verfassers, des Autors tendenziös nach der einen oder anderen Einstellung gefärbt waren, ist klar. Nur ganz wenige waren neutral.
Nun werde ich ja als latente Nazisse angesehen, nur weil ich Zitate verwendet habe. Wie dumm müssen wir sein, bestimmten Redewendungen nicht mehr verwenden, weil sie auch damals verwendet wurden. Wir sind schon so sprachlos, müssen wir uns auf ein paar amerikanische Ausdrücke und megageil oder cool beschränken. So zu denken ist der Beginn der Sippenhaftung.
Natürlich dürfen wir die NS-Zeit nicht übergehen, natürlich müssen unsere Kinder und Enkel alles darüber wissen. Aber das wir, die Nachfolgegenerationen nicht nur immer noch zahlen, sondern uns auch ducken und entschuldigen müssen, sehe ich ganz und gar nicht ein.
Da gehe ich mit dir d´acord Juliana.
Was nun den Iranischen Ministerpräsidenten betrifft, niemand hat ein Recht, ein Volk, ein Land von der Landkarte wischen zu wollen.
Er ist ein Fanatiker, der mit diesen Ansichten aber eine große Anhängergemeinde im In- und Ausland um sich scharen wird.
Verhandlungen durch die EU in der Tonart, werden kaum etwas erwirken.
Drohungen á la Bush noch weniger. Das könnte uns wirklich an den Rand eines Atomschlages bringen. Fanatiker sind unberechenbar.
Natürlich soll er anreisen und seine Landsleute spielen sehen.
Aber unterbindet jede Neo-Nazi-Versammlung, egal in welcher Stadt. Damit er keine wie immer geartete Zustimmung bekommen kann.
Juliana, der Link ist überings deaktiviert.
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