Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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Jenni 
Keltisches Mysterium


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...   Erstellt am 21.07.2007 - 20:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Dies ist eines der fünf in der Taverne zur Verfügung stehenden Gästezimmer und liegt wie alle anderen auch in der ersten Etage.
Diesen speziellen Raum erreicht man über eine Treppe aus dem Schankraum, eine kleine Gallerie, einen mit Kerzen beleuchteten Gang, an dessen Ende sich eine hölzerne Tür anschließt, hinter der man dann dieses schmucke Räumchen vorfindet. Es ist das geräumigste, 'luxuriöseste' Gästezimmer, in dem sich die meisten Möbel befinden, darunter auch ein eigener Waschbereich sowie eine Art Essensaufzug aus dem Stockwerk darunter. Der warme Schein von Öllampen lädt zu Ruhe und Entspannung ein.
Das Bett ist sehr bequem, groß und ordentlich und der ohnehin schon sehr saubere Standart der Taverne findet hier ihren Höhepunkt.
Maia scheint dieses Zimmer für ganz besondere Gäste reserviert zu haben, allerdings war ihr bislang niemand besonders genug, um ihn hier einquartieren zu können.





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Nicolai
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...   Erstellt am 22.07.2007 - 17:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Von: -vor der Taverne-

Linus | Leibwache von Prinz Nicolai



Nachdem Linus die Leichen in den Stall gebracht hatte, wo sie die ganze Zeit nicht wirklich miteinander geredet hatten, ausser, dass man sie erst einmal bedecken sollte, wie Jenni anmerkte und es dann auch getan hatte, führte die Keltin den Hünen, der nun sichtlich schwächer wurde, aber gerade noch alleine gehen konnte, die Treppe hinauf in den ersten Stock. Er hatte ihr zugenickt, als sie ihn darum bat, so leise wie möglich zu sein und versuchte dies dann auch. Sie kamen durch eine kleine Galerie und einen Gang, der von Kerzen beleuchtet war, doch Linus nahm die Räumlichkeiten nicht mehr ganz so wahr. Sein Arm wurde immer tauber und das Blut rann warm seine Schulter hinunter und tauchte sein Hemd in diese rote, warme Flüssigkeit. Mit seinen Gedanken war er bei den Schiffen und hoffte, dass dort alles ruhig war.

Schliesslich führte Jenni ihn in ein sehr feines Zimmer, wie er feststellte und während er sich dann auf das breite Bett setzte, seine Finger der anderen Hand vorsichtig um den Schaft des Messers in seiner Schulter gelegt, um so ein wenig den Blutfluss einzudämmen, sagte er trocken, aber nicht unfreundlich: »Entschuldige bitte meine dummen Sprüche vorhin. Ich wollte dich nicht kränken. Aber selbst einem hartgesottenen Krieger wie mir passiert es mal, dass ich die Fassung verliere ... zu viel ist in der letzten Zeit passiert.« Er klang für seine Verhältnisse wahrlich offen und aufrichtig, das passte eigentlich gar nicht zu ihm.
»Ich werde das mit der Stadtwache klären. Mit denen muss ich eh noch reden ... «

Erst wollte er sich einfach nach hinten fallen lassen, doch er besaß noch so viel Anstand, dass er zu Jenni aufblickte und sagte: »Vielleicht solltest du die edlen Decken entfernen und irgend etwas olles oder so auf das Bett legen, damit es nicht schmutzig wird ...« Sein Atem ging nun etwas flacher und angestrengter und er war etwas blasser geworden. Seine Augen fielen immer wieder zu, doch er riss sich zusammen und öffnete sie immer wieder.
Jenni schenkte er ein schwaches, mattes Lächeln.
Inzwischen hatte sich ein dünnes Rinnsal auf ihrer Wange gebildet und drohte ihren Hals hinunter zu laufen und somit an ihr Kleid.
»Und Jenni, nicht erschrecken. Aber der Pfeil hat deine Wange getroffen ... du blutest!«




Jenni 
Keltisches Mysterium


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...   Erstellt am 23.07.2007 - 16:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


tbc von: Öffentliche Gebäude » Hafentaverne "Zur Nimmersatten Nereide" » ~ Vor der Taverne

Nachdem Jenni den verwundeten Krieger in das zugegeben wirklich prächtige Zimmer gebracht hatte, war sie, so schnell und leise es eben ging, in ihr eigenes kleines Reich hinaufgehuscht, um ihre Heilerutensilien und verschiedene Vorräte an Pflanzenteilen, Flüssigkeiten, Behältern, sowie natürlich eine reiche Anzahl an Verbänden und sauberen Tüchern zu holen, und alles in einem Korb und einer breiten ledernen Umhängetasche zum frischerklärten 'Behandlungsraum' zu befördern. Zugegeben, Maia würde ihr vermutlich den Kopf abreißen, wenn sie das herausbekam - und sie würde es herausbekommen - aber diese im Haus einmalige Räumlichkeit bot nun einmal die besten Voraussetzungen; ein großes Bett, einen anschließenden Badbereich und eine Verbindung zur Küche und damit zum heißen Wasser. Der Stil, nun ja... aber Linus sollte sich ja auch nicht häuslich darin einrichten.
Aber Jenni schien sich möglicher Komplikationen wohl bewusst, denn nach ihrer reich bepackten Rückkehr verschloss sie für alle Fälle die Tür mit einem eisernen Schlüssel. Sie wollte zumindest noch Gelegenheit haben, das Schlimmste zu beseitigen, bevor Maias Argusaugen die Szenerie abtasteten.
Nachdem die Keltin ihr Gepäck strategisch klug abgestellt und Linus mit kurzem, fachmännischem Blick im Vorbeigehen betrachtet hatte, begab sie sich zum Küchenaufzug und zupfte an dem hinabführenden Seil zum Zeichen, dass Brandolf den ersten metallenen Eimer vorsichtig hochziehen konnte. Derweil begab sich Jenni zu ihrem Patienten zurück, da sie bemerkte, dass sich dessen Zustand nicht unbedingt stabilisierte. Das hatte man nun einmal davon, wenn man unbedingt beide Leichen auf einmal transportieren musste. Aber sie sparte sich solcherlei Besserwissereien. Zumal er sich gerade entschuldigte, was sie tatsächlich ein wenig verwunderte.

Ihre Augenbrauen hoben sich und sie neigte den Kopf leicht zur Seite, aber sie ließ ihn aussprechen. Sowieso war es besser, wenn man ihn ein wenig ablenkte, Kelte hin oder her. Es war schließlich nicht so, als wäre dieses von der Natur abgehärtete Volk ganz und gar gefühllos. Andererseits war es vielleicht vom gesundheitlichen Aspekt her gar kein gutes Zeichen, wenn er begann, seine Maske fallen zu lassen.
So nickte sie nur schweigsam und wollte sich bereits zu einem der Schränke begeben, da es sicherlich nicht ganz falsch war, das Bett zu schonen, als sie seine letzte Bemerkung innehalten ließ.
"Oh... tja, ich hatte schon überlegt, ob der scharfe Luftzug des Pfeils meine Augen zum Tränen gebracht hat oder ob mir der unbekannte Bogenschütze doch noch etwas mitteilen wollte... nun gut, das ist wohl eindeutig. Aber egal, ich halte mich da an die alte Heiler-Weisheit: Kümmere dich zuerst um den, der am meisten blutet."
Entweder, Jenni mochte sich noch nicht der Erkenntnis hingeben, dass eine knappe Kopfbewegung bereits ihr Ende hätte bedeuten können, oder sie schaffte es tatsächlich, diese Angelegenheit wenigstens vorerst einfach aus ihrem Bewusstsein zu schieben und sich den wichtigen Dingen des Augenblicks, nämlich Linus, zuzuwenden. Nur sehr nebensächlich tupfte sie sich mit einem kleinen Tuch die über ihre Wange laufende Blutspur fort und öffnete dann den Schrank, um zügig eine mit Leder unterlegte Tagesdecke herauszuholen, die sie hinter dem Kelten ausbreitete, so dass er sich endlich hinlegen konnte. Allerdings erst, nachdem sie ihn dazu beordert hatte, Umhang und Hemd auszuziehen - wenngleich sie ihm auch dabei half. Und sie hoffte, dass es sich nicht um sein Lieblingshemd gehandelt hatte.

Während sie das heiße Wasser vom Aufzug holte und es in drei verschiedene Schüsseln verteilte, redete sie zumindest mit ihrer normalen, gelassenen Stimme.
"Was glaubst du, was ich mir schon alles hab anhören müssen? Dinge wie Beleidigt- oder Gekränktsein habe ich mir schon länger abgewöhnt. Es sind schließlich nur Worte. Aber trotzdem danke. Ich weiß es zu schätzen."
Sie zwinkerte ihm in gewohnter Manier zu, obwohl sie nicht ganz wusste, ob er es wirklich mitbekam. Weiterhin schnelle, aber nicht panische, sondern recht zielgerichtete Bewegungen machend brachte sie den Eimer wieder zum Aufzug zurück und begann damit, in die Schüsseln verschiedene getrocknete Blätter-, Blüten- und Pulverkombinationen zu verteilen, wobei sie die Menge aus dem Bauch heraus zu bestimmen schien. Es mochte auf der einen Seite ein wenig willkürlich wirken, oder aber besonders gekonnt. Ein leichter Geruch nach Kräutern, Gewürzen und ein wenig Alkohol breitete sich aus, nachdem sie noch aus einigen kleineren Fläschchen verschiedene Tropfenmengen verteilt hatte. Mit aufmerksamem Blick betrachtete sie schließlich das Ergebnis, rührte mit einem dünnen Bernsteinstab in zweien der drei Behältnisse und entzündete einige Kerzen, ehe sie sich in einer der Schüsseln die Hände wusch. In eine weitere Schale legte sie Verbände, und aus der dritten schließlich schöpfte sie einen Becher voll und brachte die dampfende, herb würzig duftende Flüssigkeit zu Linus.
Kurz prüfte sie seinen Zustand und entschied sich dann dafür, ihm den Aufguss persönlich zu verabreichen, vielleicht auch, damit die Sache mit dem Trinken zügiger vonstatten ging. Sanft schob sie ihm ein Kissen unter den Kopf und hob ihn so leicht an, während sie ihm den Becher ruhig an die Lippen führte.
"Muss heiß getrunken werden, tut mir Leid. Und ist ziemlich alkoholhaltig. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass du in einen Rausch verfällst. Es ist mehr für... den Ausgleich und spornt deinen Kreislauf wieder an. Und es betäubt natürlich auch den Schmerz."
Ihr Lächeln mochte entweder beruhigend oder unheilvoll wirken, wenigstens aber überaus selbstsicher.
"Ist dir nebenbei etwas an dem Pfeil aufgefallen?"





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Nicolai
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...   Erstellt am 05.08.2007 - 16:32Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Linus | Leibwache von Prinz Nicolai



Geduldig, aber mit zusammen gepressten Kiefern, hatte Linus geduldig gewartet, bis Jenni so weit alles vorbereitet, ihm bei Ausziehen von Umhang und Hemd geholfen hatte, dass er sich schliesslich auf die Tagesdecke, welche die Keltin hinter ihm ausgebreitet hatte, fallen lassen konnte, was der Hüne allerdings sehr behutsam tat. Als er dann mit dem Rücken auf dem Bett lag, bemerkte er die einigermaßen wohlige Entspannung seines doch recht angespannten Körpers, die diesen nun überkam. Zwar hielt er immer noch seine Hand auf die Wunde, in dem er das Messer zwischen seinen Fingern hielt, aber das leicht weiche Gefühl in seinen Knien gab nun nach und er starrte an die Decke. Er hatte Jennis Worten schweigsam gelauscht und kein Grinsen legte sich auf seine Lippen.
Taff war sie in seinen Augen und irgendwie gefiel sie ihm immer besser mit ihrer Art. Doch momentan hatte er wahrlich andere Sorgen, als über ihr Aussehen und ihre Art zu sinieren.

Er starrte an die Decke und vernahm die Geräusche, welche entstanden, als Jenni die drei Wasserschalen vorbereitete im Zimmer. Das Zwinkern in ihrem Blick, als sie sich bedankte, bekam er wahrlich nicht mit. Er hatte irgend einen beliebigen Punkt an der Decke fixiert und konzentrierte sich auf seinen Körper und seine Atmung.

Dann stieg ihm bald ein leichter Geruch von Kräutern und Gewürzen in die Nase und unwillkürlich dachte er an Venya, die sich gerade bei Nicolai befand. Während Jenni also ihre Dinge bereitete, schwieg Linus, dessen Art es eh nicht war, viel zu reden. Einmal schloss er kurz die Augen, aber da wurde ihm plötzlich so schummerig, dass er sie schnell wieder öffnete.

Bald darauf kam Jenni ans Bett, schob ihm ein Kissen unter den Kopf und half ihm dabei, diese Flüssigkeit zu sich zu nehmen, in dem sie ihm den Becher an die Lippen führte. Er grinste kurz, als sie von dem Zeug sprach. »So schnell verfalle ich nicht in einen Rausch ... « Dann schluckte er das heisse Zeug runter, was irgendwie widerlich schmeckte, eben wie bittere Medizin, aber er zuckte mit keiner Wimper.
»Danke ...« murmelte er dann und bettet dann seinen Kopf wieder auf das Kissen.

»Sie sah irgendwie merkwürdig aus ... aber sonst? Was meinst du?« fragte er, bezüglich der Pfeilspitze.




Jenni 
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...   Erstellt am 06.08.2007 - 15:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Jenni lächelte unbeobachtet angesichts der Leichtigkeit, mit welcher Linus den heißen Alkohol trank und musste ihm bewundernd eine gewisse Konstitution zugestatten, die mit einem ausgewachsenen Bullen vergleichbar war. Beinahe jeder andere hätte vermutlich gedacht, flüssige Vulkanlava in seiner Speiseröhre zu spüren. Nein, die Wahrscheinlichkeit, in reinste Besinnungslosigkeit abzudriften war vermutlich höher, als in einen Rausch zu fallen.
Nachdem er ohne das Gesicht zu verziehen getrunken hatte, zog sie den Becher wieder zurück und strich ihm, in flüchtigen, sanften Geste, die einfach ihren Beistand verdeutlichen sollte, über die kurzen silberblonden Haare, wobei es fast fraglich war, ob er dies überhaupt wahrgenommen hatte.
Zwar war der Keltin bewusst, als sie die Sache mit dem Pfeil angesprochen hatte, dass Linus' Gedankengänge möglicherweise etwas zähflüssiger verliefen als gewöhnlich, doch sie wollte ihn wach halten und dazu bringen, sich trotz der Schmerzen noch auf etwas anderes zu konzentrieren. Das Sprechen konnte er gerne ihr überlassen, aber Nachdenken sollte er.
"Ich meinte den Schaft, die Befiederung. Ich möchte nur unbeeinflusst deine Meinung dazu hören, vielleicht irre ich mich ja auch..."
Jenni war sich schon mehr als sicher bezüglich dessen Herkunft, trotzdem hätte sie gerne ein wenig darüber gesprochen. Linus' Aufnahmebereitschaft war die andere Sache, aber so verbissen, wie er zuvor noch den Überlebenden hatte aushorchen wollen, lag auch ihm einiges daran, dieser Angelegenheit auf den Grund zu gehen.

Nach einem letzten Blick auf ihn und den Wurfdolch, der immer noch hässlich und dunkel aus seinem Fleisch herausragte, begab sich die junge Frau zu ihren Utensilien, um den Zustand der in einer Schüssel mit Kräutersud liegenden Verbände zu prüfen, die die Blutung hoffentlich für eine Weile zum Stillstand brächten und säuberten, bis sie die Wunde nähen konnte. Erneut wusch sie sich die Hände und nahm dann das Behältnis mit den eingelegten Bandagen sowie weiteren, sauberen Tüchern wieder mit zum Bett. Alles legte und stellte sie auf dem kleinen Beistelltischchen ab und betrachtete nun aus direkter Nähe Eintrittswinkel und -tiefe der Wurfwaffe.
"Zum Glück bist du so gut gebaut... mich hätte man mit diesem Wurf garantiert gegen die nächste Wand gezimmert wie einen aufgespießten Käfer..."
Mit einem leichten, hintergründigen Lächeln blieben Jennis Augen fest und ernst auf den Dolch und die Eintrittswunde gerichtet. Nach einer kurzen Weile war deutlich geworden, dass die Keltin manches Mal auch eine längere Inspizierung vor impulsives Handeln stellte, obwohl ihr Patient den Fremdkörper vermutlich lieber früher als später loswerden wollte. Aber Linus' neue Bekanntschaft nahm sich offenbar ein wenig Zeit, ehe sie zu ihren Heilerinstrumenten zurückkehrte, eine kleine Auswahl davon aus der Tasche herausnahm, sie zur Reinigung in eine der Schüsseln tauchte und anschließend säuberlich in Reih und Glied auf ein Tablett bettete, welches sie ebenfalls zum Bett trug. Dann nahm sie ihren Umhang ab, ließ ihn recht achtlos zu Boden gleiten und ergriff mit der rechten Hand eine edel geformte, metallene Zange und mit der linken eine sehr schmale, aber nichtsdestotrotz sehr scharfe Messerklinge.
"Ach, bevor ich es vergesse... das wird jetzt vermutlich ziemlich weh tun", gab Jenni noch ohne einen Hauch Mitgefühl an, ehe sie sich vorbeugte und sich derart intensiv auf das Objekt ihrer Behandlung konzentrierte, dass es fast schien, als habe sie den übrigen Teil des Kriegers völlig vergessen.

Zumindest zitterten ihre Hände in keinster Weise und ebenso ruhig und selbstsicher weitete sie die Wunde mit zwei präzise gesetzten Schnitten der Klinge am Wundrand, ehe sie völlig auf ihre Arbeit fixiert die Zange ansetzte, gelassen deren Position prüfte, um dann mit einer plötzlichen Kraftanstrengung die Waffe auf eine Weise herauszuziehen, bei der es fast den Anschein hatte, als würde sie gleichmäßig herausgesaugt. Mit einem kurzen, prüfenden Blick betrachtete Jenni sowohl den herausgezogenen Fremdkörper als auch die nun recht stark blutende Wunde, ehe sie den Dolch und die Instrumente wieder auf das Tablett legte und stattdessen nach einem Teil der Verbände aus der Schüssel, griff allerdings ohne Eile.
"Es ist nicht falsch, es ein bisschen bluten zu lassen. Gegen Infektionen", erklärte die Keltin, auch wenn sie wie schon zuvor nicht wusste, ob Linus es mitbekam. Mit sicheren Bewegungen begann sie, die Wunde zusätzlich noch auszuwaschen und kontrollierte dabei die Stärke des Blutflusses. Schließlich beendete sie die Prozedur wenigstens für die nächsten Minuten, indem sie zunächst eine Paste um die Wunde herum verstrich, die allerdings jämmerlich brannte, alsdann legte sie einige dunkelgrüne Blätter darauf, dem folgten weitere, durchnässte Verbände und schließlich einige Lagen sauberer Tücher. Zum guten Schluss platzierte Jenni beide Handflächen übereinander mit gespreizten Fingern auf die verletzte Stelle und beugte sich vor, um mit ihnen keinen wirklich wohltuenden Druck auf die Wunde und alles, was sich darauf befand, auszuüben.
"Ein Druckverband wirkt an dieser Stelle nicht richtig", gab sie als Erklärung an, wobei es vermutlich auch ihr als eher zierliches Persönchen nicht ganz leicht fiel, so gleichmäßig und recht intensiv auf Linus' Körper zu pressen, dennoch machte sich wiederum ein leicht belustigtes, wenn auch ein wenig angespanntes Grinsen auf ihren Zügen breit.
"Und, wie fühlen wir uns inzwischen?"





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Nicolai
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...   Erstellt am 08.08.2007 - 03:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Linus | Leibwache von Prinz Nicolai



Das Mittel, welches Linus tapfer getrunken hatte, zeigte bald seine Wirkung, denn Linus spürte, wie sich ein leicht betäubendes Gefühl in seinem Körper ausbreitete und zumindest ein wenig seine Schmerzen dämpfte. Aber er war Schmerzen gewöhnt und war kein jämmerlicher Kerl. Dennoch ging es ihm schon mal deutlich besser und in sofern zeigte auch Jennis sanfte Geste, mit ihrer Hand durch seine blonden kurzen Haare zu streifen, auch ihre Wirkung. Er wusste sich in guten Händen, obwohl er Jenni kaum kannte. Und er bewunderte ihre Ruhe und Gelassenheit. Manch andere Frau hätte hysterisch rum gekeift.
Er atmete ein wenig flacher und ein leichter milchiger Schleier hatte sich über seine Augen gelegt. Er nahm zwar noch fast alles wahr, aber vielleicht lag es an dem Mittel, dem Blutverlust und der Wunde, dass seine Wahrnehmung getrübt war, wenn gleich er ihren Worten lauschte und tatsächlich versuchte, sich an den Pfeil zu erinnern. Und auch so hier hatte die Keltin Recht. Er merkte, wie das Nachdenken ihn ablenkte, während sie neben ihm herum hantierte. Aber es fiel ihm schwer, sich darauf wirklich zu konzentrieren. Und so blieb er ihr eine Antwort schuldig.

Und ein schwaches Grinsen formten seine Lippen, als sie ihm sagte, er wäre gut gebaut und dass, wenn es ihr passiert wäre, wie ein aufgespiesster Käfer an der Wand hängen würde.

Als sie schliesslich seine Wunde begutachtete und ihn dann vorwarnte, dass es sehr schmerzen würde, nickte er nur schweigsam und versuchte irgendwie, an etwas anderes als die Schmerzen zu denken. Gerade dachte er an die Weite des Meeres, als Jenni die zwei Schnitte setzte.
Ein Ruck ging duch seinen Körper, vor Anspannung und Schmerz und das Bild des Meeres löste sich blitzschnell auf. Doch er biss die Zähne zusammen, presste seine Kiefer fest aufeinander, so dass seine Wangenknochen leicht unter der Haut hervortraten. Seine Augen hatte er geschlossen, als Jenni dann sehr professionell den Dolch aus seiner Schulter zog. Für einen Bruchteil einer Sekunde sah er grelle Funken in der Dunkelheit und ein kurzer aber sehr unterdrückter Schrei entrann seiner Kehle, eher wie ein dumpfes Ächzen, während sich seine Hände kurz in das Laken unter ihm krallten. Doch das Schlimmste war vorbei, auch wenn sich sein Brustkorb hob und senkte und er dann kurz nach Luft japste.
Deutlich jedoch spürte er, wie das Blut sich erneut um die Wunde sammelte, sich warm auf seine schmerzende Haut ergoss, während er nun einen weniger heftigen Nachhall der Schmerzen verspürte. Es war weniger schlimm, als er befürchtet hatte, aber er kannte dies eben auch schon und dachte nicht weiter darüber nach. Es war nun einmal notwenig und Linus war sehr zäh.

Als Jenni sagte, dass es gut wäre, die Wunde noch etwas bluten zu lassen, nickte er nur schwach. Linus hatte seit langem keinen richtigen Schlaf mehr bekommen, weswegen er vielleicht heute etwas geschwächter war als sonst. Als sie schliesslich diese brennende Paste auftrug, biss er erneut die Zähne zusammen, aber er war nun mal hart im Einstecken und so kam auch kein Laut mehr über seine Lippen. Ihm schwindelte nur leicht, sonst nichts. Der Schmerz war auszuhalten und Linus wusste ja, dass er bald etwas nachlassen würde.

Auch als Jenni dann einiges andere Auf die Wunde legte, von dem Linus kaum etwas mitbekam, und sie alles etwas auf die Wunde drückte und der Schmerz sich verstärkte, hielt er diesem stand und schluckte nur, riss sich aber weiter zusammen. Dennoch konnte er nichts dagegen machen, dass sein Körper reagierte und ein leichter Schweissfilm legte sich auf seine Haut.

Was ihm allerdings half, war ihr breites, wenn auch angespanntes Grinsen, was deutlich machte, dass ihr diese Behandlung selber auch nicht ganz leicht fiel.
»Wie es uns ... geht?« kam dann leicht heiser über seine Lippen und auch er versuchte sich darin, leicht zu schmunzeln. »Nun, wir es dir geht ... weiss ich nicht genau ... aber eigentlich ist's ja eh nur ein Kratzer ... liegt wohl nur am Schlafmangel, dass ich etwas schwach wirkte ...« Er hatte leicht den Kopf gedreht und blickte sie an. Seine Worte kamen versucht stark über seine Lippen, machten aber auch deutlich, dass sie nicht mit Leichtigkeit gesprochen wurden.
Immerhin erreichte sein, wenn auch leicht gequältes Lächeln, sogar seine Augen, die auf ihre Weise Dankbarkeit ausdrückten. »Aber weisst du, in so reizender Gesellschaft KANN es mir gar nicht schlecht gehen ...« Er zwinkerte ihr leicht matt zu. Jenni konnte schon sehen, dass er sich zusammenriss, aber eben auch, dass er es gewohnt war dies zu tun und nicht rum zujammern. »Und du ... du machst das veradmmt gut!«
Und dann setzte er noch einen drauf: »Du weisst ja: Was einen ... nicht umbringt ... macht einen stärker ...«




Jenni 
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...   Erstellt am 08.08.2007 - 17:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das Pressen auf die Wunde war schon eine kleine Herausforderung für eine Person, deren einzige Kraftanstrengung für gewöhnlich darin lag, Töpfe und Teller oder diverse Knochen zu tragen, besonders, da sie es gleichmäßig und fest machen wollte. Natürlich war ihre eigene 'Pein' nicht im Mindesten mit Linus' zu vergleichen. Aber neben dem Bett stehend hatte sie keine wirklich gute Ausgangsposition, was sie allerdings trotzdem nicht so weit brachte, auf das Lager hinauf zu steigen. Auch Jenni hatte ihren Stolz und wenngleich sie einige Zentimeter trennten, s wollte die Keltin dennoch nicht wie ein kleines Mädchen wirken.
Da der Blutfluss aber nicht von jetzt auf gleich versiegen würde, käme auf ihre Armmuskulatur vermutlich noch eine gefühlte Ewigkeit zu, doch auch daran mochte sie nicht denken. Ihr Landsmann schien zäh und kräftig zu sein (was Jenni etwas bedauerte, denn sie hatte eben eine Schwäche für spitze, zynische Bemerkungen und Linus bot dafür nicht viel Anlass), beim Blick über seinen muskulösen Oberkörper und besonders die Narbenbildungen aus verschiedenen Jahren darauf war ihr allerdings schon klar gewesen, dass er sich diese vermutlich nicht beim Wilderdbeerenpflücken zugezogen hatte.
Und er versuchte immer noch zu grinsen, was Jennis ohnehin geringe Neigung zur Sorge endgültig vertrieb.

Achso, nur ein Kratzer. Mit ironisch hochgezogener Braue lauschte die junge Frau seinen Worten und nickte schließlich gleichmütig und mit einem belustigten Lächeln. Sie konnte die Hitze seines Blutes unter ihren Händen spüren, die eine sehr deutliche Botschaft trug, ebenso wie den leichten, beschleunigten Puls in seinem Körper. Zugegeben, wäre er wacher gewesen, hätte er dem Dolch vermutlich besser ausweichen können.
Nach seinen folgenden Bemerkungen vertiefte sich ihr nicht unbedingt vertrauenserweckendes Grinsen noch ein wenig in dunklere Gefilde, ehe sie mit ihrer üblichen gelassenen, etwas zynischen Art erwiderte:
"Ich sehe, du bist klug genug um zu erkennen, dass man seinen Heiler gut behandeln sollte, solange die Wunde noch offen ist und sprudelt wie eine frische Quelle. Und ich habe dich bereits in die Sparte 'kernig, hält was aus' gesteckt, was man daran erkennt, dass ich dir kein Beißholz zwischen die Zähne geschoben habe. Offensichtlich hat dich schon einiges 'nicht umgebracht'."
Ihr Blick glitt demonstrativ über diverse Spuren seines Oberkörpers und dann wieder, amüsiert funkelnd, zu seinen leicht verhangenen Augen zurück. Vermutlich hatte er sich diese 'ehrenhaften' Narben nicht wegen seiner eigenen Unternehmungen zugezogen. Ein dunklerer Schatten umwölkte kurz das rötliche Braun ihrer Augen, ehe sie sich wieder auf ihre Tätigkeit konzentrierte und ihre Aufmerksamkeit neuerlich auf ihre Hände und die Tücher darunter senkte.

Ein wenig langsamer, weil sie dabei den Druck auf seine Schulterpartie nicht schmälern wollte, beugte sie sich näher an seine Verletzung und leckte eine nicht gerade geringe Menge frischen Blutes auf, welches in kleinen und größeren Strömen Spuren auf seiner Haut hinterlassen hatte. Eine kurze Weile schien sie den Geschmack zu prüfen, als handele es sich um edlen griechischen Wein, ehe sie schluckte und erneut zu ihrem Patienten blickte, wiederum ein leichtes Blitzen in den Augen und den unergründlichen Anflug von Spott in ihrem Lächeln.
"Weswegen riskierst du eigentlich so heroisch 'Leib und Leben' für diesen Prinzen? Hast du davon irgendwas? Außer der Gelegenheit, noch stärker zu werden, um noch mehr Feinde von Nicolaiwitsch abhalten zu können?"

[Dieser Beitrag wurde am 08.08.2007 - 17:45 von Jenni aktualisiert]





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Nicolai
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...   Erstellt am 12.08.2007 - 20:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


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»Ja, ich gebe mich in deine verantwortungsvollen Hände ...« murmelte Linus und grinste leicht dabei und fügte amüsiert hinzu: »Ein Beissholz hätte ich allerdings auch abgelehnt, denn du hast schon Recht mit dem, was du über mich sagst ...«

Linus versuchte gelassen zu wirken und überspielte damit seinen angegriffenen Zustand. Auch er spürte, wie das Blut aus seiner Wunde sprudelte, wie sie brannte, trotz des Elixiers, welche sie ihm zu vor eingeflösst hatte und das einige seiner Schmerzen dämpfte.
»Stimmt, ich bin nicht so schnell kleinzukriegen ...« setzte er dann noch an und zog dennoch schwer die Luft ein, weil er doch angespannter war, als er zugeben wollte.

Als Jenni sich plötzlich zu ihm hinunter beugte und dann eine nicht gerade geringe Blut aufleckte, wollte er dann aber doch zurückweichen, denn das kam ihm doch sehr seltsam vor. Warum verdammt noch mal tat sie dies=? War sie doch morbider, als er dachte? Außerdem erinnerte er sich an die Vorurteile und Gerüchte, welche in der Stadt kursierten, dass Nicolai ein Blutsauger wäre, was natürlich Schwachsinn war.

Doch dann nahm es Linus erst einmal so hin. Vielleicht schmeckte sie sein Blut ja auch nur. Um etwas am Geschmack über sein Blut zu erfahren, ob es vergiftet wurde oder so. Davon hatte sie wohl mehr Ahnung.

»Ich fühle mich dem Mann freiwillig verpflichtet. Er hat mit mal mein Leben gerettet. « Linus redete nicht gerne über sein altes Leben. Und so lenkte er auch auf Nicolai ab. »Ich mag ihn. Er hat eine faszinierende Aura, die ihn umgibt. Gar nicht so, wie man es für einen Tronfolger oder angehenden Patron eines ganzen Landes glaubt. Er ist so ganz anders. Er ist irgendwie ein Mensch geblieben, anders als sein ... nun verstorbener Vater.«

Linus lächelte versonnen. »Ich bot ihm meine Dienste an, da er leider recht viele Feinde hat.«




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...   Erstellt am 13.08.2007 - 15:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


"Oh glaube mir, ich habe schon die richtigen... Instrumente, um auch widerspenstigen Patienten Beißhölzer zu verabreichen... natürlich zu ihrem eigenen Wohl..."
Ein unheilvolles Lächeln streifte kurz ihre Lippen und ihre Augen wurden flüchtig von einem leichten Schatten unterlegt, wobei sie vielleicht daran dachte, während ihr Blick erneut über seinen Körper glitt, dass sie ihn zur Not auch gerne mit starken Lederriemen ans Bett gefesselt hätte - oder aber etwas völlig anderes ging ihr durch den Kopf.
Zwar bemerkte sie die Verwirrung in seinen Augen, weil sie von seinem Blut gekostet hatte, und sein Misstrauen war vermutlich auch verständlich, weil sein Herr schließlich als Vampir verschrieen war. Dennoch sah sie keinen Grund, ihn über ihre Handlung aufzuklären, zumal er ja auch nicht nachfragte. Vielleicht hatte er einfach auch Angst davor, die Antwort zu hören.
Demonstrativ leckte sich Jenni noch einmal über die Lippen und lauschte seinen Versicherungen, dass man ihn nur schwer umhauen könnte. Da war wohl etwas Wahres dran, dennoch verstärkte sie noch einmal den Druck auf seine Wunde, um die Blutung schneller zum Erliegen zu bringen.

Dann kam er auf seinen werten Prinzen zu sprechen und erneut legte sich eine dieser undurchsichtigen, irgendwie mitleidigen, lächelnden Masken auf ihre Züge. 'Freiwillig verpflichtet'... ein Paradox an sich, wie es aber typisch war für die Art von 'freundschaftlichen Meister-Diener-Verhältnissen' - auch ein Paradox. Und ein besonders lächerliches noch dazu. Bedauerlicherweise schienen selbst die Krieger ihres so stolzen Volkes dazu zu neigen, sich Wildfremden unterzuordnen. Sie benutzten nur andere Bezeichnungen für diese Selbstversklavung. Zum Beispiel 'freiwillig verpflichtet'. Zusammen mit anschließenden Lobeshymnen über ihren Herrn, der ja so anders war als alle anderen, so gütig und freundlich und besonders. Weswegen man eine Lebensrettung seinerseits auch mit Dutzenden umgekehrter Lebensrettungen nicht aufwiegen konnte.
Jenni behielt das Lächeln bei, während sie ihm zuhörte, allerdings hatten sich ihre Augen zunehmend verdunkelt. Linus bekam nicht einmal mit, was für einen törichten, vernagelten Eindruck er gerade machte. Dann noch dieses selige Lächeln... als müsste er den Göttern für seinen Herrn danken.

Ein sehr leises Lachen drang aus ihrer Kehle, ehe die Keltin nach einem kurzen Moment die Augen wieder öffnete, in denen ein seltsames Glitzern lag. Weiterhin lächelnd blickte sie mit einer seltsamen Mischung aus Mitleid und Verachtung auf den Mann herab, ehe sie mit weicher, unterschwellig aber recht scharfer Stimme erwiderte:
"Loyalität.... keine Kette ist wohl undurchdringlicher als die, die der Sklave selber schmiedet, um sich an seinen Herrn zu binden. Leider nur verbergen hübsche Worte wie Bewunderung, Dankbarkeit, Ehre und Faszination weder die Glieder der Kette... noch die Tatsache, dass du dich selbst versklavt hast. Nichts weiter als ein Köter, der mit wedelndem Schwanz und heraushängender Zunge seinen Herrn angafft und um eine Belohnung anbettelt. Schade, Linus. Jemandem wie dir hätte ich eigentlich etwas mehr Stolz und Eigenleben zugetraut."
Sie nahm den Blick von seinen Augen und betrachtete stattdessen wieder den Blutfluss, der inzwischen nachgelassen hatte, tupfte noch ein wenig mit den Verbänden und fuhr gleich in neutralem Ton fort, als wäre das Kapitel zuvor für sie bereits abgeschlossen und erledigt.
"Ich werde jetzt nähen."





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Nicolai
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...   Erstellt am 18.08.2007 - 15:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Linus | Leibwache von Prinz Nicolai



Jennis unheilvolles Lächeln entging Linus nicht, denn er konzentrierte sich nun sehr genau auf sie. Nicht nur, dass die junge Keltin eine Augenweide an sich war, er mochte ihre direkte, wenn manchmal auch recht sarkastische Art, wenn sie redete.
Allerdings würde er dennoch einmal nachfragen, warum sie bei ihm Blut geleckt hatte. Nicht im doppeldeutigen Sinne, wenngleich er auch bemerkte, wie ihr Blick immer wieder über seinen muskulösen Körper wanderte. Als sie dann erneut den Druck auf seine Wunde verstärkte, schluckte er lediglich und kniff kurz die Augen zusammen, doch aus seiner Kehle kam kein Laut, auch wenn der Schmerz zu wieder für diesen Moment zunahm.

Als Linus dann auf Nicolai zu sprechen kam, sah er ihren irgendwie undurchsichtigen Blick und dieses irgendwie falsche Lächeln. Und ihre Augen verdunkelten sich, doch Linus hatte einfach weiter gesprochen und lauschte anschliessend ihren vernichtenden Worten und ihm entging auch nicht ihr verachtender Blick. Doch alles störte ihn nicht sonderlich.

Sie war eine ehemalige Sklavin und so konnte er sich schon gut vorstellen, dass sie über seine Worte nicht sonderlich erbaut war.

»Nun Jenni. Du bist in deinem Urteil recht schnell und vorverurteilst rasch. Und sollte ich nun in deiner Achtung gesunken sein, nun, dann ist das so.« Er zwinkerte ihr gelassen zu. Dann fügte er hinzu: » Nicolai ist nicht mein Herr. Er ist mein Freund. Und nicht ich habe von Loyalität gesprochen, dass warst du. Ich verstehe deine Ansicht. Als ehemalige Sklavin würde ich wohl auch so denken. Nur ist es nicht so, wie du es glaubst.« Er hatte leicht den Kopf angehoben, als er mit ihr sprach, damit er sie besser ansehen konnte.
Er nickte ihr schliesslich zu, als sie verkündete, dass sie nun nähen würde und bettete seinen Kopf wieder auf das Kissen und sein Blick haftete nun ander Decke über ihnen.




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