esge Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 03.01.2007 Beiträge: 642 Nachricht senden | Erstellt am 02.07.2007 - 21:07 |  |
Lieder, die das Leben so nicht gemeint hat
reinhören - écouter
Michael Günthers Lieder wirken nicht, als werden sie in 5 Minuten aufs Papier geschrieben. Vielmehr scheinen sie Ergebnis von langen, manchmal harten Auseinandersetzungen zu Themen über seine Beziehung zu Familie, Freunden, Beruf und Umwelt zu sein. Dabei stößt er auf mehr Fragen als auf Antworten. Diese zwingt er dem Zuhörer nicht als unumstößliche Wahrheiten auf. Es wird immer deutlich, dass es seine persönliche Sicht auf Dinge ist, nie die einzig richtige. Das lässt Raum für eigene Interpretationen seiner Lieder.
Texte – in denen er von und über sich selbst singt, nicht über „sie“ oder „ihn“. Nur ein einziges Mal ist er hiervon abgewichen, beim „Dieter Bürgy“ – leider.
Seine Texte mit zum Teil autobiografischen Zügen, wie „Rückschau“ sind keine abgedroschenen Phrasen, keine abgenutzten Reime - und vor allem immer ehrlich. Wer Micha kennt oder bei einem Konzert erlebt hat, wird dies bestätigen können.
„Lieder schreib ich auf und sing sie vor, so ist mein Leben.
Und hören Freunde zu, es kann für mich nichts Schöneres geben ...“ („Rückschau“)
„Ich hab meinen Weg gewählt, ich hab dafür bezahlt
Ich bin frei, doch was hab ich gewonnen?“ („Gradeaus“)
„Hab ein Kind und einen Herd,
die Frau natürlich
Nach den kargen Jahren lebe ich
Jetzt recht gebührlich.“ („Rückschau“)
„Ich brauche keine Drogen,
keinen Stress und keine Stadtluft,
mir fehlt ganz subjektiv gesehn
Der Kuhstall und die Dorfluft“ („Zurück auf´s Dorf“)
So singt er mit einer markanten kräftigen Stimme dennoch oft zurückhaltend, fragend. Dabei gibt es kein gekünsteltes Gehabe. Das, was er seinem Publikum mitgeben will, bringt er nachdrücklich rüber. Gekonnt nutzt er seine Ausdrucksmöglichkeiten mit Stimme, Gesang und Gitarrenbegleitung - auf dieser CD noch durch den erstklassigen Manuel Frühauf an der 2. Gitarre verstärkt. Seine Zwischentexte sind tiefsinnige Gedichte, die auf den nächsten Song einstimmen. So ist das „Trinkerlied“ kein Sauflied, die „Schöne bunte Welt“ ist verwildert, und schon fast vor der eigenen Haustür befinden sich „Berliner im feindlichen Ausland“ – Lieder, die das Leben so nicht gemeint hat.
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[Dieser Beitrag wurde am 03.07.2007 - 11:14 von esge aktualisiert]
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